Freitag, 19. Juni 2015

Tschick - Wolfgang Herrndorf

Verrückte Story zweier Jugendlicher, die trotz ihrer Unterschiede die gleichen Träume und Probleme haben!




Das Roadmovie Tschick schrieb Autor Wolfgang Herrndorf 2010. Es erscheint im rororo Verlag und war lange Zeit Spiegel Bestseller.

                                    
Maik Klingenberg und Andrej Tschichatschow gehen in einer Klasse. Während Maik aus einer finanziell gut gestellten Familie kommt, wo die Mutter Alkoholikerin ist und der Vater eine junge Geliebte hat, ist Andrej, genannt Tschick, aus einer Aussiedlerfamilie, in der sich ebenfalls niemand um ihn kümmert. Als die Sommerferien beginnen, gehen die beiden Aussenseiter gemeinsam auf eine unvergessliche Reise in einem geklauten Lada. Sie lernen Menschen kennen, die ihnen trotz ihrer Fremdheit offen und menschlich gegenüber treten und sie erleben einen sagenhaften Sommer von Freiheit und verrückten Ideen.



Tschick ist in die Sektion Jugendliteratur einzuordnen, aber auch für Erwachsene ein lesenswertes Buch, das an die eigene Jugend erinnert, an Freiheitsgedanken in den langen Sommerferien und an große Abenteuer.

Herrndorf zeichnet das Bild von vierzehnjährigen Jungen, die gerade erwachsen werden und noch ihren Platz im Leben finden wollen. Sie sind neugierig auf das Leben und so erscheint auch dieser Roman voller Entdeckungsfreude und Überraschung. Als Leser ist man hingerissen von der einfachen jugendlich anmutenden Sprache, die zwar mit vielen Kraftausdrücken daherkommt, aber präzise die Gefühls- und Gedankenwelt von Jugendlichen ausdrückt.

Dieser schnoddrige Ton liest sich zwar locker, wird jedoch von tiefen Gedanken eines Heranwachsenden beseelt. Hier geht es um die Probleme des Lebens, die erste Liebe, um Freundschaft und Mitmenschlichkeit und gegenseitige Anerkennung. Dabei zieht die Story den Leser unmerklich in einen fesselnden Sog. Begeistert, aber auch ein wenig traurig oder entsetzt folgt man den sympathischen Protagonisten, die hier einen unvergesslichen Sommer verleben und innehalten, wenn die Nacht einbricht und der Sternenhimmel ihnen wunderschön vorkommt. Auch der Sprachwitz gelingt dem Autor gut. Aus Maiks Sichtweise erlebt man viele Momente, die einen zum Lachen bringen. Die Straftaten und Unfälle sind von verrückter Art und Weise und zeigen den unbedachten unreifen Charakter der Figuren. 



Ein unterhaltsam schräges Buch aus der Sicht von Heranwachsenden, über das Erwachsenwerden, über die Erwachsenen und das Leben an sich. Eine Geschichte, die von einer außergewöhnlichen Reise und Freundschaft erzählt.


 

Kommentare:

  1. Mir hat Tschick sehr gut gefallen....für mich ein toller Jugend Roadmovie Roman. Meine Tochter (10) fand es allerdings gar nicht so gut. Sie hatten das Buch als Schullektüre!! (hätte ich damals auch nur solche Schullektüre gehabt!!)
    Liebe Grüße
    Martina

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  2. Ups...meine Tochter ist 19, nicht 10 ;)

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  3. Ich hatte auch nicht so moderne Lektüre in der Schule!

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