Donnerstag, 2. Juli 2015

Die Lagune des Löwen - Charlotte Thomas

Bildhafter Historienschmöker im Venedig der Renaissance



Der historische Roman  Die Lagune des Löwen von  Charlotte Thomas entstand 2008 und erscheint im  Bastei Lübbe Verlag.
Venedig 1502: Laura muss sich nach dem Tod der Eltern um ihren kleinen Bruder kümmern und an der Elendsgrenze. Antonio hält sich mit Diebstählen über Wasser, der entlaufene Sklave Carlo und die Hure Valeria haben ebenfalls schwere Schicksale. Gemeinsam versuchen sie, zu überleben und Elend und Hunger hinter sich zu lassen.
Nachdem sie sich jahrelang aus den Augen verloren haben, begegnen sich Laura und Antonio wieder - und verlieben sich ineinander. Allerdings haben beide verschiedene Vorstellungen von einer gemeinsamen Zukunft und geraten daher oft in Streit. Im mittelalterlichen Venedig lauern überall Gefahren und Intrigen und machen Laura, Antonio, Carlo und Valeria das Leben nicht leicht. Dann bedroht auch noch ein Krieg das mächtige Venedig...




Der Erzählstil der Autorin ist sehr bildhaft und flüssig, es gibt viele Emotionen und man fiebert gespannt mit den Protagonisten mit.
Das bunte Leben im Venedig der damaligen Zeit ist gut nachzuvollziehen.
So bekommt man einen umfassenden Eindruck über die wütenden  Krankheiten wie die Pest, die überwiegende Armut der Bevölkerung und ihre widrigen Lebensumstände, die durch Kriege noch schwieriger wurden.
Auf der anderen Seite stehen die prachtvollen Dogenpaläste und ihre reichen Bewohner, die Edelleute, Händler und Kaufleute. Diese Diskrepanz zwischen Arm und Reich hat man stets vor Augen.

Die Handlung zeigt sich logisch und nachvollziehbar, aber auch mit sehr vielen Verstrickungen verknüpft. Diese vielen Schicksalsschläge der Protagonisten sind zwar im Roman glaubhaft beschrieben, wirken aber insgesamt gesehen doch zu geballt.

Wie in historischen Romanen üblich, befasst sich auch dieser mit den Problemen der damaligen Zeit. Die Themen Kindesmissbrauch und Sklaverei werden deutlich dargestellt und die gesellschaftliche Haltung dazu macht betroffen.

Für Freunde historischer Romane ein Lesemuss, um in die Serenissima und ihre Welt einzutauchen. Hier gibt es Liebe und Freude, doch auch Elend und Leid. Bunter kann ein mittelalterlicher Roman nicht geschrieben werden.
 




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