Samstag, 26. September 2015

Die Kaufmannstochter von Lübeck von Conny Walden

Unterhaltsamer Ausflug ins mittelalterliche Lübeck

Die Kaufmannstochter von Lübeck wurde 2014 von Conny Walden geschrieben. Hinter diesem Pseudonym für historische Romane verbirgt sich das Autorenduo Alfred und Silke Bekker. Das Buch erscheint im Goldmann Verlag.

Lübeck 1367: Johanna von Dören begleitet ihren Vater, einen einflussreichen Lübecker Schonenfahrer, zum Hansetag nach Köln.
Der dänische König Waldemar IV. behindert mit hohen Zöllen die wichtige Handelsroute nach Lübeck und nun soll gegen ihn ein Bündnis geschlossen werden.
Johanna hat als Kind die Pest überlebt und aus Dankbarkeit beschlossen, ins Kloster einzutreten. Doch noch arbeitet sie bei den Handelsgeschäften ihres Vaters mit. In Köln lernt sie den Adeligen Frederik von Blekinge kennen und verliebt sich in ihn.  entwickelt sich eine große Liebe, und in einem Moment der Leidenschaft gibt sich Johanna Frederik hin. Erschrocken über sich selbst, vertraut sie sich einem Priester an. Ein verhängnisvoller Fehler – denn damit tritt eine dramatische Wende ein, und die Liebenden schweben bald in höchster Gefahr …



Gleich vorab, dieses Buch ist toll zu lesen, die Charaktere haben mir gefallen und auch die Handlung weist viel Interessantes auf. Der Zusammenschluss von Kaufleuten zur Hanse ermöglichte gemeinsame Handelswegsicherung als Fahrgemeinschaft. Über den Ostseezugang erfolgte der Handel mit Russland (Getreide, Felle, Wachs) und mit Skandinavien (Fisch), die im Gegenzug Fertigprodukte wie Tuche und Wein erhielten. 

Es werden die Handelswege der Ostsee und die daraus resultierenden Machtverhältnisse aufgezeigt, die Herstellung von Marzipan wird vorgestellt und erklärt, das damals Marzipan eine schützende Wirkung vor der Pest nachgesagt wurde.

Mit Spannung habe ich die Entwicklung der Geschehnisse verfolgt, die Handlung ist logisch aufgebaut und scheint historisch belegt.
Aber die Protagonisten haben mich nicht genügend überzeugt, sie blieben mir trotz detailreicher Charakterisierung ziemlich fremd.

Besonders das Verhalten von Johanna fand ich recht befremdlich, galt sie doch dank ihrer Religiosität in ihrer Familie fast als Heilige und dann gibt sie sich, beflügelt durch ihre erste Verliebtheit, gleich einem ihr völlig fremden Mann hin. Dazu auch noch in einer Kirche, was ja überhaupt nicht zu ihrem Vorhaben passt, in ein Kloster eintreten zu wollen.  
Außerdem hat sie als trotz ihrer Rolle als Frau unverhältnismäßig viel Mitspracherecht und kann lesen und schreiben. Das war für die damalige Zeit allerdings absolut untypisch.

Die unterhaltsame Liebesgeschichte ist natürlich der rote Faden, der sich durch die Geschichte zieht und den Leser fesselt. Schließlich will man sehen, wie es den Liebenden ergeht. Letztendlich ist alles recht vorhersehbar, es gibt einige Intrigen und Machtkämpfe zu bestehen und Johanna erweist sich als mutige und draufgängerische Frau. 



Dieser unterhaltsame Roman zeigt die Position der Hanse in Lübeck und erzählt vor dem Hintergrund eines Bündnisses gegen den dänischen König die Geschichte einer Kaufmannstochter. Ihre Liebesgeschichte unterhält und zeigt gleichzeitig die Wirrungen der damaligen Zeit auf.  


            
    ***Rezensionsexemplar vom Bloggerportal - Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung des Buches!***


1 Kommentar:

  1. Huhu,
    ich habe dich getaggt.. und vielleicht magst du ja mitmachen?!

    http://mademoiselle-cake-liest.blogspot.it/2015/10/unpopular-opinions-tag.html

    Liebe Grüße
    Jane :)

    AntwortenLöschen