Samstag, 17. Oktober 2015

Kältezone von Arnaldur Indridason

Kein typischer Erlendur, leider zu langatmig und mir zu politisch! Schade!


Der Islandkrimi Kältezone ist der 6.Band der Kommissar Erlendur Reihe von Arnaldur Indridason. Das Buch erscheint im Bastei Lübbe Verlag.

 

Südlich von Reykjavik ist der Wasserstand eines Sees nach einem kleinen Erdbeben gesunken. Dabei tritt ein Skelett zutage. Die Polizei findet heraus, dass es an ein altes russisches Sendegerät gekettet ist. Erlendur und seine Mannschaft vermuten bei dem Toten einen Spion. Ihre Nachforschungen führen sie nach Leipzig in die Nachkriegsjahre. 


Bei diesem Krimi kann ich leider nur die von mir geschätzten Figuren Erlendurs und seiner Kollegen für gut befinden. Der Einblick in ihre Arbeit und in ihr Privatleben gefällt mir ausgesprochen gut. Leider wird in diesem Band mehr auf die Handlung aus einer früheren Zeit eingegangen. Die Nachforschungen führen in die frühen 60er Jahre und gehen bis zur Spionage-Zeit des Kalten Krieges. Die Zeit wird aus der damaligen Sicht der Involvierten geschildert.

Diese Thematik ist mir zu geschichtlich und hätte als bloße Grundlage des Krimis vollkommen ausgereicht. Der Autor geht jedoch sehr darauf ein. Es werden sozialistisch eingestellte Studenten aus Island vorgestellt, die in der DDR studieren dürfen. Dabei gibt es eine Liebesgeschichte zwieschen dem Isländer Tomas und der Ungarin Ilona. Die Stasi verhaftet Ilona und die Ideale des Sozialismus werden zur Bespitzelung ausgenutzt. 
Interessant erscheint mir die Tatsache, wie Island zum Spielball sozialistischer Länder genutzt wurde. Das ist eine Information, die für mich völlig neu ist.

Für Erlendur Fans nur bedingt ein spannender Krimi, für geschichtlich Interessierte sicher eher eine gute Lektüre. Ich habe noch einige Erlendur Krimis zu lesen und gebe aufgrund dieses Buches die Hoffnung auf tolle Krimis nicht auf.  

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