Mittwoch, 30. Dezember 2015

Rote Sonne, schwarzes Land - Barbara Wood

Fesselnde Familiensaga aus Kenia mit Einblicken in Stammesrituale und Okkultismus

 

Barbara Wood schrieb die Afrikasaga Rote Sonne, schwarzes Land.

Die Familie Treverton hat mit ihrer Kaffeeplantage eine koloniale Machtstellung und interessanterweise wird die Familie noch von einem alten Fluch belegt und diese Darstellung hat wie gesagt, Voodoo-Charakter. Neben Lord und Lady Treverton zieht auch Grace Treverton nach Kenia, um dort als Ärztin zu arbeiten. Sie gründet später eine Missionsschule und bildet Krankenschwestern aus. 
Grace Nichte Deborah erfährt mit Hilfe von Graces Tagebuch aus dem Leben der Tante und von ihrer Liebe zu einem Schwarzen.  



Dieses Buch ist keine reine Familiensaga, sondern es zeigt anschaulich die Entwicklung Kenias von der Kolonialzeit bis zur Gegenwart der 80er Jahre. Dabei wird keine romantisches Bild gezeichnet, es geht mit althergebrachten Ritualen nach okkultem Vorbild im afrikanischen Stammesverband recht grob zur Sache. Wer etwas zartbesaitet ist oder eine romantische Liebesgeschichte vor derm Hintergrund der Serengeti erwartet, dem möchte ich von diesem Buch lieber abraten. 

Es wird deutlich beschrieben, wie der afrikanische Stamm im Konflikt zu den weißen Siedlern steht und die beschriebenen Sitten, Traditionen und abergläubischen Bräuche sind klar zu erkennen. Man bekommt ein Gefühl von afrikanischem Spirit und den Voodoo-Handlungen und auch das Thema Beschneidungen von Mädchen ist im Roman eingebunden. Die politische Ebene zeigt die berüchtigten Mau Mau Aufstände, die den Wandel der Gesellschaft anzeigen.

Ansonsten ist dieser Roman teilweise zu ausführlich, die Personenfülle und die verschiedenen tragischen Lebensgeschichten sind mir etwas zu viel.



Ein Roman über eine weiße Siedler-Familie in Kenia, über die Schwarzen und deren Lebensgewohnheiten und eine Liebe, die mit Schwierigkeiten belegt ist. Ein interessanter Einblick in Herz und Seele Afrikas.
 

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