Montag, 31. August 2015

Lügenmädchen

Dieses Buch habe ich im Juli gelesen und hier vergessen, den Beitrag zu posten! Ich werde alt! :-(
Doch das mache ich mit Fleiss wieder wett, heute also der dritte Beitrag von mir!

Lügenmädchen von Luana Lewis ist ein Psychothriller aus dem Goldmann Verlag.

http://www.randomhouse.de/content/edition/covervoila/129_31384_154424_xl.jpgDie Psychologin Stella leidet nach einem traumatischen Ereignis an Panikattacken und Angststörungen und verlässt ihr luxuriöses Haus in der Nähe von London nicht mehr. Nur ihr Mann Max, ebenfalls Psychologe, hält den Kontakt für sie mit der Aussenwelt aufrecht.
In einer Winternacht mit Schneesturm klingelt ein junges Mädchen, Blue, an Stellas Tür. Sie hat große Probleme damit, jemandem Fremden zu öffnen und dann hereinzubitten, da sie aber Mitleid mit der halberfrorenen Blue hat, lässt sie sie schliesslich herein. Dann erzählt Blue schaurige Geschichten und die Stella beunruhigen und die sie nicht einordnen kann. Die Grenze zwischen Lüge und Wahrheit verschwimmt immer mehr. Was soll sie ihr glauben und was will Blue?

In diesem Roman hat mir besonders der Erzählstil gut gefallen und das Buch konnte mich auch fesseln, aber ein echter Psychothrill kam nicht auf.

In sich abwechselnden Zeitsträngen wird die Geschichte aufgebaut: im Winter 2011 findet der seltsame Besuch von Blue bei Stella statt und im Jahr 2009 erfährt man von Stellas Zeit als Psychologin, in der sie ein Gutachten zu einem Sorgerechtsverfahren bearbeitet. Dazwischen erfährt man Interna über die Sitzungen einer Jugendlichen bei ihrem Psychologen.   


Allmählich entwickelt sich durch immer weitere Puzzlestücke aus der Vergangenheit eine sich immer weiter steigernde Spannung. Man folgt mit beklemmenden Gefühlen der Story und empfindet einen bunten Reigen von Gefühlen: Angst und Sorge, aber auch Hoffnung und Unverständnis machen sich breit. Was Wahrheit und was Realität ist, verschwimmt immer mehr. Zwar ist man direkt in der Geschichte eingebunden, ich konnte mich auch gut in Stella hineinversetzen, aber leider finde ich das Ganze ziemlich vorhersehbar und habe auch zu Stella keine Beziehung aufbauen können. Sie erschien mir mitfühlend, doch auch naiv und teilweise sogar zu besorgt um Blue zu sein.
                                                                                                
Allerdings hat mir gut gefallen, wie hier psychologische Ansätze beschrieben sind und das Menschen doch nach aussen immer anders wirken können als sie es vom Charakter her sind. Das wahre Gesicht zeigt sich auch hier erst am Schluss in völliger Klarheit. 

Dieser Thriller hat solide Qualität, macht betroffen und lässt sich mit einem Spannungssog lesen. Die Vorhersehbarkeit ist zu offensichtlich, das Ende stellt den Leser dann vor einen für Stella beruhigende Entwicklung, einige Fragen blieben dann aber noch offen. 

Eine interessante Story, die ohne viel Grausamkeiten auskommt und eindringlich Aspekte der menschlichen Psyche offenlegt. Man erfährt wie beeinflussbar Menschen sein können und wie Ängste und Wünsche ihr Leben bestimmen können. 
           
                       
          ***Rezensionsexemplar von Wasliestdu - Vielen Dank für die Bereitstellung des Buches und die Leserunde!***

                      
                   

Das bisschen Hüfte, meine Güte

Das bisschen Hüfte, meine Güte heisst der neue Band von Torsten Rohde alias Renate Bergmann. In diesem Buch aus dem Rowohlt Verlag geht die Online-Omi in die Reha. 

http://ecx.images-amazon.com/images/I/51VRlLn50WL._SX327_BO1,204,203,200_.jpgRenates Rollator rollt weiter: mit 82 Jahren, 4 verflossenen Ehemännern und deren Grabpflege und einer Vorliebe für Korn hat das Leben Spuren hinterlassen. Mit der Technik von Handys, Internet und online-banking hat sie so ihre Schwierigkeiten, doch ihr Erbneffe Stefan hilft immer tatkräftig. Als sie sich aber nach einer Frau für ihn umsehen will, wird er selber aktiv. Er heiratet und Renate plant die Feier. Die wird ein tolles Ereignis, aber leider hat Renate einen Folgeschaden: ihre Hüfte muss neu. Also das volle Programm: Krankenhaus und anschließend Reha.
Aber Renate wäre nicht Renate, wenn sie dort alles sang- und klanglos hinnehmen würde. Sie hat so ihre Meinung zu Bandscheiben und Raucherecken, vitaler Kost und Kurschatten.

Wie auch beim Vorgängerband "Ich bin nicht süß, ich hab bloß Zucker" wurde ich humorvoll unterhalten und habe Renates Sicht auf die Dinge sehr genossen. Sie zeigt mal wieder erfrischend ehrlich und humorvoll wie sie mit ihren hoch gehaltenen Hausfrauentugenden anderen Menschen Ratschläge und Putztipps erteilt und damit natürlich auch mal nicht so gut ankommt. Nur ihre charmante Art macht das wieder wett und erst spät bemerkt sie, wie auch ihre von ihr nicht so gut gelittenen Nachbarinnen Frau Berber und Meiser, ihr doch am Herzen liegen. Gern vergleicht sie das Heute mit den guten alten Zeiten, als sie im Berliner Osten noch DDR-Krause hatte, Kaffee aus dem Westen von Verwandten bekam und Lebensmittel eingekocht wurden. 

Ein Wiedersehen gibt es auch mit Renates Freunden, die ebenfalls ganz besondere Charaktere sind und so ihre Altersallüren und Macken haben. Doch das schweisst sie ja alle zusammen und gemeinsam helfen sie sich über die Schwierigkeiten des Alltags im Alter hinweg. Wenn der "Koyota" von Kurt losrollt, ist kein Fußgänger mehr sicher. Dann werden die Supermärkte nach Angeboten durchsucht und Wagenladungen von Kaffee, Korn und Lebensmitteln eingekauft. Tochter Kirsten ist Vegetarierin und esoterisch angehaucht, damit kommt Renate nicht so recht klar und Mutter und Tochter kommen sich leider auch in diesem Buch nicht näher. Aber dafür hat sie nun Stefan zum Bemuttern und Ariane ist auch eine Bereicherung. Die Planung der Hochzeitsfeier war für mich die schönste und lustigste Leseerfahrung in diesem Buch. 

Zu ihrem Kuraufenthalt hat Renate natürlich viel Lustiges beigesteuert. Die Reha hat so ihre Tücken und das zeigt sich in Renates Beschreibung in Sachen wie Ernährung mit viel Ballaststoffen, Ballspielen, Gesangstherapie und Gymnastik. Besonders lustig empfinde ich ihre persönliche Ausstattung des Kurzimmers mit eigener Bettwäsche, Kissen und privater Verpflegungsaufbesserung durch ihre Freunde. 

Leider schweift Renate in diesem Buch deutlich mehr ab als in ihren alten Geschichten, aber sie wird ja auch nicht jünger. Das hat mich aber dann etwas gestört und im Vergleich zum ersten Band fiel dieses Buch dadurch in seiner Gesamtwirkung leicht ab. Einige Themen wurden ein wenig aufgewärmt.
Zum Thema Kurschatten hatte ich mir mehr versprochen. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Erwin hat schon mal einen bleibenden Eindruck hinterlassen. 

Schön sind auf jeden Fall die alten Begriffe, die Renate in ihrem Sprachschatz noch benutzt. Schlafstube, Anrichte und Chaiselongue bringen den Glanz der Vergangenheit in ihre Erzählungen.

Dieser Roman ist eine heitere, leichte Lektüre und macht gute Laune. Gern liest man von der alten Dame in ihrem munteren Plauderstil und lässt sich gut unterhalten. Wer noch nicht weiß wie eine Kur abläuft, wird hier sicher Informationen aus erster Hand erhalten.                       
                ***Rezensionsexemplar von Wasliestdu - Vielen Dank für die Bereitstellung des Buches und die Leserunde!***

Immer dieser Michel - Astrid Lindgren

Auch wenn ich schon lange nicht mehr zu der Altersklasse zähle, liebe ich immer noch Kinderbücher. Dabei ist dieser Sammelband eines meiner liebsten Bücher, das ich mit viel Freude meinen Kindern vorgelesen habe und auch die Verfilmungen habe wir gemeinsam begeistert gesehen. 
Die Rede ist vom Frechdachs Michel aus Lönneberga.  

Immer dieser Michel ist die Gesamtausgabe der Geschichten aus dem Oetinger Verlag um die Romanfigur Michel aus Lönneberga, die Astrid Lindgren ab 1963 veröffentlichte und Anfang der 1970er Jahre verfilmt wurde.

Michel ist gerade mal fünf Jahre alt, aber stark wie ein kleiner Ochse, lebt auf dem Hof Katthult in Lönneberga, einem Dorf in Småland in Südschweden. Er ist ein niedlicher Junge mit großen blauen Augen und hellblonden Haaren, doch so engelhaft wie er aussieht ist er nicht. Denn er hat mehr Unsinn im Kopf als alle anderen Jungen zusammen. Dabei ist er gar nicht böse, er meint es nur gut und ist stets neugierig und will den Dingen auf den Grund gehen.
 




Die Gesamtausgabe enthält die Einzelbände Michel in der Suppenschüssel, Michel muss mehr Männchen machen und Michel bringt die Welt in Ordnung.


Michel lebt gemeinsam mit Mutter Alma und Vater Anton Svensson, seiner kleinen Schwester Ida, dem Knecht Alfred und der Magd Lina auf dem Katthulthof in Lönneberga. Seine Streiche sind weithin bekannt und berüchtigt, auch die Nachbarn fühlen mit Mutter Alma und sammeln sogar Geld, um den missratenen Sohn nach Amerika zu schicken. Aber Alma liebt ihren Michel und verteidigt ihn immer wieder, schliesslich hat er ein großes Herz und meint es immer gut.

Wie gern habe ich doch die Geschichten von Michel gelesen. Ich habe gelacht und mich schadenfroh über seine Streiche amüsiert. Aber er tat mir auch immer leid, wenn er sich nach seinen Missetaten vor Vater Anton im Tischlerschuppen in Sicherheit bringen musste. Dort schnitzte er dann seine Holzmännchen und dachte sich neue Streiche aus.

Mal verschluckt er ein Geldstück und muss zum Arzt, nicht ohne ein gutes Geschäft gemacht zu haben oder er steckt den Kopf zu tief in eine Suppenschüssel.   
Als er die Rattenfalle aufstellt, erwischt er leider nur seinen Vater. Doch auch seine gut gemeinten Taten sind erwähnenswert. Er verhilft den Menschen aus dem Armenhaus zu einem wunderbaren Weihnachtessen oder fährt mit seinem eigenen Pferd den kranken Knecht Alfred im Schlitten zum Arzt.

Diesen fröhlichen unbekümmerten Jungen muss man einfach gern haben, egal was er alles so anstellt. Da kann man Mutter Alma auch gut verstehen, auch wenn sie es ehrlich gesagt nicht leicht hat mit ihrem Michel.
Doch auch aus diesem Schlingel wurde als Erwachsener ein anständiger Kerl und so wollen wir hoffen, dass auch heute noch Streiche verübt werden!

Ein lustiges Buch über Kinderstreiche mit einem tollen Hauptdarsteller, dem man nichts übel nehmen kann.   


                              

Sonntag, 30. August 2015

Aktion: Schön für mich von Rossmann


Im August habe ich bei Facebook eine Box der Aktion Schön für mich von Rossmann gewonnen! Genauer gesagt, man bekommt die Option, eine Überraschungsbox für 5,-- Euro zu kaufen. Da der Wert der Produkte diesen Kaufpreis bei weitem übersteigt, habe ich schon mehrfach mitgemacht und dieses Mal halt gewonnen. Ich war natürlich sehr gespannt was die Box nun beinhaltet und das möchte ich euch gerne zeigen.  


Es sind wieder einige tolle Kosmetikprodukte wie wasserfeste Mascara und roséfarbener Nagellack enthalten, eine Langhaarbürste, ein Duschpeeling, ein sommerlicher Duft, Sonnenschutz als Spray in LSF 30 und eine Aftersunpflege, Hydrospray, Anti-Splissfluid, einen Damenrasierer mit 6-Klingen-System und Mango-Streifen als Trockenobst. 
Die Produkte haben einen Gesamtwert von fast 50,-- Euro und bis auf das Splissfluid kann ich alles gut verwenden.   

Für den September hat die Verlosung schon stattgefunden, dieses Mal gibt es die Box Natur für mich. Es gibt demnächst wieder eine neue Verlosung für den Oktober. Einfach mal auf die Rossmann Facebook Seite schauen!

Backen

Biskuitkuchen mit Pflaumen

 

Sommerzeit ist Kuchenzeit, denn es gibt viel leckeres frisches Obst aus dem Garten oder Wochenmarkt! Also habe ich mal wieder ein traditionelles Rezept aus meinem Familienbackbuch nachgebacken. Das Tolle daran ist, dass man vielerlei Obst, wie Äpfel, Kirschen, Pflaumen, Johannisbeeren oder Rhabarber dafür verwenden kann und der Kuchen eigentlich immer gelingt. Ein super Rezept für Anfänger und auch recht schnell gemacht, wenn man von der Backzeit und der Schnippelei des Obstes absieht.
Mein Rezept ist für einen kleinen Kuchen gedacht, es lässt sich verdoppeln, um mehr Kuchengäste glücklich zu machen oder wenn viel Obst verarbeitet werden soll.

Zutaten:

2       Eier 
2       Esslöffel Wasser
150   g Zucker 
etwas Zitronenschale oder etwas Zimt
150   g Mehl 
1/4   Päckchen Backpulver
500  g Obst
etwas Zucker und Zimt zum Bestreuen

Zubereitung:

Eier und Wasser schaumig schlagen, Zucker dazugeben, bis er sich vollständig aufgelöst hat, dazu gesiebtes Mehl/Backpulvergemisch unterrühren. 
Die Teigmasse in eine gefettete, mit Paniermehl bestreute Backform geben und mit dem Obst belegen. In diesem Fall habe ich Pflaumen verwendet, die ich nur entsteint und in Hälften geschnitten habe. 

Den Kuchen bei Mittelhitze (Umluft 170 Grad) circa 50-60 Minuten goldbraun backen. Die doppelte Menge Teig benötigt 10 Minuten länger. Anschließend mit Zucker und Zimt bestreuen. Ich habe für den Kuchen auf dem Foto gehackte Mandeln mit Butter und Zucker karamelisiert und die letzten 15 Minuten mitgebacken. 
Und so sieht das Prachtstück nach dem Backen aus: 

Dieses Rezept gelingt immer und daher backe ich den Kuchen auch so gern! :-)

Endlich gute Musik: Diese Lieder müssen sein

Nilz Bokelberg schrieb seine persönliche Musik-Autobiografie "Endlich gute Musik". Das Buch erschien 2013 im Dumont Verlag.

 

Endlich gute Musik: Diese Lieder müssen seinNilz Bokelberg ist Viva Moderator der ersten Stunde und daher einigen Musikliebhabern bekannt. Ich habe noch nie von ihm gehört, mich aber auf eine tolle Mischung von schönen Musiktiteln in seinem Buch gefreut.
Denn dies soll eine Sammlung seiner Lieblingslieder sein, an denen er Stationen seines persönlichen Lebens erzählt. 




In verschiedenen Kapiteln erklärt er z. B. Musikstil, Italia, Glücklich machende Lieder, 5 beste Saxofonsolos der Popmusik und wichtige Soundtracks aller Zeiten. Am Ende des Kapitels ist jeweils eine Auflistung der entsprechenden Musiktitel zu finden.
Soweit so gut und auch alles musikalisch gesehen sehr interessant aufgebaut! Aber wie diese Musik sein Leben beeinflusst hat, ist für mich eher belanglos.
Bei bestimmten Songs und Texten kommen mir eigene Erlebnisse in den Sinn und das macht wirklich Spaß. An viele Lieder habe ich erst durch das Buch wieder gedacht und mich an Feiern, Klassenfahrten oder Plattenkäufe erinnert. So hatte ich mir dieses Buch auch anhand des Covers vorgestellt. Eine Leerkassette mit meinen persönlichen Lieblingsliedern.

Doch hier geht es ja um den Autor und wie er sein Leben mit den Liedern erlebt hat. Dabei geht er allerdings nicht chronologisch vor, sondern springt nach eigenem Belieben vor und wieder zurück.
Das war mir als Nicht-Kenner von Nilz Bokelberg doch zu speziell. Schön finde ich allerdings, wie begeistert er von manchen Songs spricht und mit welcher Vehemenz er die Interpretationen desselben verfolgt. 

Einige Titel oder Interpreten sagen mir aber leider gar nichts und mit den großen Popgrößen wie Michael Jackson, Madonna und Beatles kann man eigentlich nicht viel falsch machen. Da findet sich schon eine große Fangemeinde, die HIER schreit. 
Aber von der literarischen Aussage her fehlt mir etwas mehr Aussagekraft und Inhalt, aber das ist meine persönliche Meinung und soll keinen Musikliebhaber von diesem Buch abhalten. Ein kleines Fazit oder einen musikalischen Ausblick hätte ich eigentlich noch erwartet.

Wer Musik, speziell TV-POP und Nilz Bokelberg gut findet, gerne in alten Platten wühlt, der findet hier gute Musikvorschläge in breiter Bandbreite.  

                           
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Freitag, 28. August 2015

Herzsammler - Stefan Ahnhem

Herzsammler ist der zweite Kriminalroman des schwedischen Autors Stefan Ahnhem. 

Das Buch erscheint im List Verlag.

 


http://ecx.images-amazon.com/images/I/51XeTv05sGL._SX327_BO1,204,203,200_.jpgStockholm. Der Justizminister verschwindet spurlos aus einer Sitzung.  Fabian Risk hat die Verfolgung des Falles zunächst geheim lösen sollen.
Im gleichen Zeitraum wird im benachbarten Dänemark die Gattin eines bekannten Fernsehmoderators brutal ermordet. Dunja Hougaard, die dänische Ermittlerin, stößt auf einen bisher frei ausgegangenen Massenmörder.
Als der Minister tot gefunden wird, ist er von einem Psychopathen grausam zugerichtet worden. Fabian Risk entdeckt dabei Parallelen zum Vorgehen eines Psychopathen, der mittlerweile wieder auf freiem Fuß ist.
In beiden Fällen wird ein Täter gefunden, aber Risk und Hougaard haben ihre Zweifel an der Richtigkeit.


Mit einem Brief aus dem Jahr 1999 durch einen Kriegsgefangenen an seine große Liebe beginnt dieser Krimi.
Die Handlung beginnt dann 10 Jahre später mit dem Verschwinden des schwedischen Justizministers Carl-Eric Grimås. Man geht von einer Entführung aus, es endet jedoch mit einem Gewaltverbrechen. Als weitere Opfer auftauchen, stellt man fest, dass ihnen Organe entnommen wurden.
Der psychisch kranke Täter wird bald gefasst, daraufhin nimmt er sich das Leben. Eigentlich wäre die Aufklärung hier zu Ende, doch es steckt mehr hinter den Fällen als hier offensichtlich wird. Es geht um Organhandel.

Dieser Krimi ist äußerst brutal und direkt und von Anfang an sehr spannend geschrieben. Aber man muss erst einmal die vielen Personen ordnen, die verschiedenen Handlungsstränge auf der schwedischen und der dänischen Seite sortieren, bevor man sich in die Story einfinden kann.
Die verschiedenen Erzählfäden hängen durchaus zusammen, allerdings   wird erst allmählich klar, wie sie sich miteinander sinnvoll verknüpfen lassen.

Die wechselnden Handlungsstränge führen mal nach Dänemark, mal nach Schweden und in den kurzen Kapiteln baut sich wirklich Spannung auf.
Der Schreibstil ist flüssig und mit teilweise vulgärer Sprache wird hier brutale Gewalt gezeigt, die durch die entsetzlichen zugerichteten Mordopfer noch unterstrichen wird. Es ist keine leichte Kost für Krimileser.
Stefan Ahnhems Roman enthält typische Inhalte eines Schwedenkrimis. Er ist brutal, blutig, mit Leichen wird nicht gespart und die Protagonisten Fabian und Dunja haben zufälligerweise beide ein schwieriges Privatleben und intrigante oder sexistische Vorgesetzte.

Eine Szene spielt in einem chinesischen Arbeitslager, die Verbindung zu China ist aber für die Handlung völlig irrelevant. So etwas muss in einem Krimi inhaltlich abgestimmt sein und kann nicht so aus der Luft gegriffen werden.
Dann ermittelt gemeinsam mit Fabian Risk eine hochschwangere Kollegin Malin Rehnberg, die auch entscheidenden Anteil an der Aufklärung der Fälle hat. Da frage ich mich doch wirklich, ob es in Schweden keinen Mutterschutz gibt. Und warum erduldet Dunja Hougaard als Polizistin sexuelle Anspielungen von ihrem Vorgesetzten?

Trotzdem habe ich den Krimi gefesselt verfolgt und bin auch in die Geschichte sehr gespannt eingetaucht.

Ein typischer Schwedenkrimi mit Aktion, Gewalt und zwei nicht zu entmutigenden Protagonisten, die entgegen aller Erwartungen weiter ermitteln. Spannende Lektüre mit Einschränkungen inhaltlicher Art.  


Donnerstag, 27. August 2015

Die Mühlen Gottes von Sidney Sheldon

Spannender Roman über ETA, Nonnen und die Liebe!

 

Ich habe mal wieder ein älteres Buch aus meinem Schrank geholt und erneut gelesen. 
Der 2007 verstorbene Erfolgsautor Sydney Sheldon schrieb seinen Roman Die Mühlen Gottes im Jahr 1988. 

Das Buch erscheint im Goldmann Verlag.

 

http://ecx.images-amazon.com/images/I/415WBREH91L._SX261_BO1,204,203,200_.jpg 
Spanien 1976. Franco ist tot, doch der Kampf der Basken um ihre Autonomie geht weiter. Im Auftrag von Regierung und Geheimorganisationen verfolgt Colonel Acoca, ein Mann mit Killerinstinkt, die Anführer der ETA, allen voran den furchtlosen Jaime Miro. Bei seiner erbitterten Jagd schreckt Acoca vor nichts zurück, nicht einmal vor einem bestialischen Überfall auf ein Kloster.






Dieser Roman ist eine Mischung von Krimi und Unterhaltungsroman. 
Sidney Sheldon verbindet die Zeit der Untergrundorganisation ETA mit einer fiktiven Geschichte um ein Nonnenkloster und zeigt die fesselnden Lebensläufe von 4 Frauen. 
ETA-Kämpfer halten sich in einem spanischen Kloster versteckt und können bei einer Polizeirazzia mit vier Nonnen fliehen. 
Diese Frauen sind aus unterschiedlichen Gründen im Kloster eingezogen und beschreiben ihre unterschiedlichste Lebenswege. 
Auf der Flucht verbünden sich die Nonnen mit den Kriminellen und eine gefährliche Jagd durch Geheimdienst und Regierungsmitarbeitern beginnt.

Das Buch startet 1976 mit einem typischen spanischen Stierkampf in Pamplona, der durch Manipulation durch die Untergrundorganisation ETA zu einem blutigen Gemetzel ausartet.
Die Zuschauer, darunter auch viele Touristen, werden zum Teil tödlich verletzt und das Blutbad ist entsetzlich.
Diese Beschreibungen sind grausam und wirken eher wie ein echter Thriller. Das hat mich anfangs etwas abgeschreckt, schliesslich ist das Buch als Roman deklariert. Doch genau mit dieser Brutalität fesselt Sheldon seine Leser und führt sie hinein in eine gut geschriebene Geschichte. Sein Schreibtalent kommt hier voll zum Tragen, er schreibt wunderbar flüssig und man verfällt einem regelrechten Lesesog.

Der historische Bezug zu Spanien und der Franco-Zeit wird schnell deutlich gemacht. Doch die Geschichte entwickelt sich dann eher zu einem Krimi mit einem Touch Liebe, der gerade in dieser Zeit spielt als zu einer historischen Aufarbeitung der Terrorszene. 


Ein spannender und sehr unterhaltsam geschriebener Roman, den man bis zum Ende gefesselt liest. Diesen Autor sollte man gelesen haben, er ist nicht umsonst Bestsellerautor!

                       
                         

Montag, 24. August 2015

Vogelfrei von Felicitas Gruber

Vogelfrei vom Kirchdach

 

Felicitas Gruber ist das Pseudonym der Autorinnen Brigitte Riebe und Gesine Hirsch. Gemeinsam schrieben sie inzwischen drei Kriminalromane um die kalte Sofie, die Pathologin Dr. Sofie Rosenhuth. Der zweite Band Vogelfrei ist aus dem Jahr 2014. Die Bücher erscheinen im Diana Verlag.

 

VogelfreiEs ist Herbst in München und Sofie zehrt noch von einem gemeinsamen Italien-Urlaub mit ihrem Ex-Mann Joe, dem sie wieder näher gekommen ist.
Leider gibt es schon wieder Nachschub an Leichen auf ihrem Seziertisch: ein strangulierter Bauunternehmer und kurz darauf eine Nagelstudiobesitzerin, die mit der eigenen Glasfeile ermordet wurde. Sofie glaubt einen Zusammenhang zwischen den Fällen zu erkennen, die Polizei weist das zurück. Also muss sie mal wieder selbst die Ermittlungen in Gang bringen.
Außerdem läuft ihr noch ein Mops namens Murmel zu und ihr Liebesleben geht immer zwischen Charly und Joe hin und her.  



Der Krimi startet mit einem Prolog von 1984, der eine mysteriöse Mordvertuschung beschreibt, die erst viel später wieder ans Licht kommt.
Die Leichen gehen jedenfalls auf Sofies Seziertisch nicht aus und mit gerichtsmedizinischen Untersuchungen findet sie gemeinsam mit Kollegin Elke Falk so einige weiterführende Fakten heraus.
Nebenbei hat Sofie mit dem Findelhund Murmel das große Los gezogen. Geradezu verliebt ist sie in das Hunderl und nicht nur sie, auch ihre ach so kühle Kollegin Elke Falk bringt dem Mops viel Gefühl entgegen und taut auf. So kommen sich die Frauen immerhin durch den Hund näher.

Dieses Buch ist wieder mit unterhaltsamem Lokalkolorit gespickt, die bayrische deftige Küche kommt auf der Auer Dult und woanders auf den Tisch und schlägt sich leider auch an Sofies Hüften nieder. Doch die hat andere Sorgen, kaum sind ihre Gefühle für Joe wieder erwacht, hat der Damenbesuch und Sofies Eifersucht ist furchtbar. Glücklicherweise ist ihr galanter Freund Charly Loessl schnell zur Stelle, um sie zu trösten.

Die Charaktere sind mal wieder lebensecht und sympathisch beschrieben, auch ohne Kenntnis des ersten Buches der Reihe lernt man sie alle gut kennen. Dabei verwundert es schon, dass die beruflich so toughe Sofie sich mit Leichen auskennt und die kniffligsten Fälle löst, aber in Liebesfragen kein glückliches Händchen zu haben scheint. Immerhin hat sie nun Mops Murmel, der auch ein wenig Ermittlerblut zu haben scheint. Da haben sich die richtigen Zwei gefunden.

Die Handlung ist mal wieder nicht so leicht zu durchschauen, wer hier wen und warum ermordet hat, bleibt bis zum Schluss ein Rätsel, das auch der Leser nicht lösen kann. Erst Inhalte über alte Fälle von vor 30 Jahren bringen die Erkenntnisse zur Lösung der Mordfälle.

Diese Krimireihe fällt besonders auf durch interessante Einblicke in Sofies pathologische Arbeit, ihr privates vertracktes Liebesleben und den Münchner Lokalkolorit, der auch in Ausflügen auf die Auer Dult zum Tragen kommt. 

Mit Charme und Witz und einem flotten Erzählstil punktet auch dieser zweite Teil der Krimireihe und für gute Unterhaltung ist gesorgt. Bayrische Krimireihe mit einer starken Protagonistin!
 


    ***Rezensionsexemplar vom Bloggerportal - Vielen Dank für die Bereitstellung des Buches!***


                 

Sonntag, 23. August 2015

Die kleine Raupe Nimmersatt von Eric Carle

Kindheitserinnerungen werden wach

"Die kleine Raupe Nimmersatt" von "Eric Carle" ist eines der beliebtesten Kinderbücher aller Zeiten. Immer wieder neu aufgelegt wird es millionenfach im "Gerstenberg Verlag".

Die Kleine Raupe schlüpft aus dem Ei und hat nur noch Fressen im Sinn. Eine Woche lang frisst sie sich durch allerlei Obst und Süßigkeiten und hinterlässt Fraßspuren auf den Buchseiten. Dann baut sie sich einen Kokon und entpuppt sich als farbenprächtiger Schmetterling. Spielerisch kann das Kind mitzählen und lernt die Wochentage kennen. 

"Nachts, im Mondschein lag auf einem Blatt ein kleines Ei." 

So beginnt diese niedliche Geschichte und damit ein vergnüglicher Lesespaß für Groß und Klein. 


Dieses Buch hat sicher Millionen von Kindern in ihrer Kindheit begleitet und ihnen Spaß gemacht. Denn die bunten Bilder sind wunderschön, als Einzelbilder nicht zu überladen und damit auch für kleine Kinder gut zu entdecken. 
Die Texte haben einfache Worte und sind humorvoll geschrieben. Damit können Kinder lernen, dass Wachsen mit der Nahrungsaufnahme zusammenhängt.
  
Größere Kinder entdecken Wochentage, Früchte, Zahlen und die einzigartige Metamorphose des Schmetterlings. Auch erkennen sie, dass Käse und Lolli nicht die richtige Nahrung für Raupen sind. 

Die Altersempfehlung reicht von 2- 5 Jahren.


Ein wunderschönes Bilderbuch und Lesevergnügen für Groß und Klein. Die kleine Raupe Nimmersatt sollte in keinem Bücherschrank für Kinder fehlen.

  
            
                          

Samstag, 22. August 2015

Wintergäste von Sybil Volks

Mitten im Sturm kommt man sich näher und Familiengeheimnissen auf den Grund!

Das Buch erscheint 2015 bei dtv

 

"All das schwindelerregende Kommen und Gehen in unserer Familie begann mit einem angekündigten Tod und einem unangekündigten Sturm.
Mond und Flut, Schnee und Sturm, Bruder und Schwestern, Geliebte und ungeborene Kinder trafen ohne Vorwarnung aufeinander.
Über Nacht verwandelte sich unser Haus in eine Insel im Eismeer und unsere nichtsahnende Sippe in eine Gemeinschaft Schiffbrüchiger."
(Zitat Buchanfang)





Kurz vor dem Jahreswechsel hat die Hausherrin Inge einen Schlaganfall erlitten. Ihre Schwiegertochter Kerrin findet sie und hält sie für tot. Sie schickt die Nachricht von Inges Tod an die drei anderen Kinder und Enkel, die sich aufmachen auf den Weg zu ihrem Elternhaus Tide, einem alten reetgedeckten Friesenhaus am Deich einer Nordseeinsel. Doch als sie ankommen, lebt ihre Mutter und Oma. Nach anfänglicher Freude und harmonischem Wiedersehen gehen sich die Bewohner auf Zeit in der Enge der Behausung allmählich auf die Nerven. Ein Schneesturm mit Eis und Unmengen von Schnee macht eine Abreise unmöglich. 



Hinter diesem Roman steckt eine grandiose Idee. Da glaubt die Familie von Inge Boysen, sie sei tot und reist mit Kind und Kegel auf die Insel im Meer um Abschied zu nehmen von ihrer Mutter und Großmutter. Genau so ein Familientreffen hat sich Inge immer gewünscht. Nun sind alle da und das kleine Friesenhaus am Deich platzt fast aus allen Nähten.

Was anfangs noch als ein fröhliches Wiedersehen unter traurigem Anlass beginnt, wird ein beengter Aufenthalt mit typischen Familienstreitigkeiten, verschiedenen Wünschen, Sehnsüchten und Problemen der Einzelnen.   
Welche Familie kennt diese Streitigkeiten nicht? Um so interessanter sind hier die Geschichten, die die einzelnen Personen umgeben. Welche Sorgen, Hoffnungen und Wünsche kommen hier ans Tageslicht. Was geschieht mit dem Familienstammsitz, wenn die Hausherrin wirklich stirbt?

Sehr detailreich und genau werden die Charaktere herausgearbeitet, man lernt die Personen gut kennen. Dabei werden Geheimnisse enthüllt, die bisher im Verborgenen blieben. Jede Person zeigt ihre speziellen Wünsche und Hoffnungen für die eigene Zukunft, aber allen gemeinsam ist es wichtig, dass das Haus Tide in Familienbesitz bleibt. Auf sein Erbteil will aber niemand verzichten. Zu welcher Entscheidung kommt die Familie? 

Die Autorin hat es geschafft, die besondere Atmosphäre auf dieser sturmumtobten Nordseeinsel in den Rauhnächten anschaulich darzustellen. Schnee und Sturm hält die Bewohner in Schach. Man spürt die Gischt toben, sieht die Eiskristalle an den Fenstern und hört die gewaltigen Kräfte des Sturmes an den alten Balken des Hauses arbeiten. Hält es dem Sturm Stand? Hält der Deich die Wassermassen fern oder wird er brechen? Diese Ängste begleiten die Familie und man nimmt als Leser lebhaft Anteil daran.
Dabei wird die Familie liebevoll von Kerrin mit Mahlzeiten und heißem Tee versorgt. Ihre gesamten Vorräte und Gartenerzeugnisse und selbst ein Rumtopf muss bei diesem Familientreffen dran glauben. Denn die Versorgung aus dem Inselladen ist durch die Witterung nicht möglich.


Diese Geschichte ist sehr geschrieben, hat einen großen Unterhaltungswert und zeigt Erinnerungen an die Kindheit im Haus Tide und emotionale Momente einer Familie. Darauf kann man sich freuen! Die besonderen Umstände des Sturmes geben der Situation eine dramatische Note!


              
 ***Rezensionsexemplar von vorablesen - Vielen Dank an den Verlag     für die Bereitstellung des Buches!***
     
 

Donnerstag, 20. August 2015

Eine saubere Angelegenheit

Blitzblanke Tatorte, reiner geht´s nicht!

 

Krimiautorin Brigitte Pons schrieb mit Eine saubere Angelegenheit den ersten Band um ihre Ermittler Torge Hansen und Rollo Brunner. Der Krimi erscheint 2015 im LYX Egmont Verlag.
 
Raymond Jarr, der Bodyguard eines umstrittenen Politikers, wurde die Kehle durchgeschnitten. Aber es gibt kein Blut am Tatort. Alles ist blitzblank und sauber. Hier war aber jemand sehr gründlich.
Der unangepasste Torge Hansen und sein Kollege Roland (Rollo) Brunner befassen sich mit dem Fall. Beim Politiker beissen sie auf Granit, aber Raymonds Privatleben hat einiges zu bieten. Er war so ein schöner Mann, Gottes Geschenk an die Frauen und demzufolge gibt es eine Reihe von Liebschaften, die zu untersuchen sind. Eine dieser Geliebten ist Dorothee, die mit dem Toten eine Verabredung hatte. Leider verstarb er vorher! Wer steckt hinter dem Mord?




Bei dieser Mordaufklärung gibt es einige Schwierigkeiten zu bewältigen. Ein schweigsamer Politiker, ein Toter, der ein Frauenschwarm war, ein blitzblanker Tatort ohne Spuren des Täters und eine Menge Verdächtige.
Das lässt Torge und Rollo auch Undercover ermitteln. In einer Bar treffen sie auf tolle Frauen, was das Leben der Kommissare auch nicht einfacher macht.
 
Dieser Krimi hat mich gut unterhalten. Brigitte Pons trifft den richtigen Erzählstil, der flott und humorvoll durch das Buch führt. Dabei geht es auch um Details aus der Reinigungsbranche, die gegen Ratten und Ungeziefer, aber auch gegen Messidreck ankämpfen müssen. Das ist in Bezug auf den sauberen Tatort interessant zu lesen.

Die Charaktere wirken alle sehr lebendig und sind vielschichtig angelegt. Man kann sie sich gut vorstellen und hat auch ihr Umfeld genau vor Augen. Da gibt es eine schöne Staatsanwältin, einen Beamten mit Amtsschimmel, ein liebenswürdiges Pärchen mit Pudel vom Campingplatz und eineiige Zwillinge in Übergröße.
Ermittler Torge ist so etwas wie der neue Schimanski, er ist aufbrausend und verstösst schon mal gegen geltende Dienstvorschriften, ist koffeinsüchtig und hat ein Faible für schöne Frauen. Sein Partner Rollo stellt den ruhigen Gegenpol dar. Er kennt Torge gut und springt ein, wenn dessen zynische Art überhand nimmt.
Die Dialoge mit den anderen Kollegen sind oft humorvoll und es wird gegenseitig gestichelt und geulkt. Dabei bekommt es der Chef natürlich am dicksten ab. Der verrennt sich gern in obstruse Theorien, die nicht aufgehen.

Die Handlung ist spannend aufgezogen, der Mörder ein wenig ahnbar, aber erst am Ende kommt es zu einer überraschenden Aufklärung. 

Dieser Krimi ist sehr unterhaltsam geschrieben, er hat mich von den Personen her gepackt und der Plot hat mir gefallen. Von mir gibt es eine Lesempfehlung für alle Krimifans. 


                  
         ***Rezensionsexemplar von lovelybooks - 
                           Vielen Dank für das Leseexemplar!*** 


Mittwoch, 19. August 2015

Liebster Blog Award

TAG # 2: Liebster Blog Award



 
Hallo liebe Bücherfreunde,

Heute wurde ich von Nicole von nicolesbuecherwelt.blogspot.com/ für den Liebster Blog Award nominiert. Vielen Dank dafür! Es hat wirklich Spaß gemacht, die Fragen zu beantworten.

Dieser Award soll

- helfen, kleine Blogs mit weniger als 200 Followern bekannter zu machen
- die Person verlinken, von welcher man die Nominierung bekommen hat
- die 11 gestellten Fragen beantworten
- selbst wieder Blogs nominieren und sich 11 Fragen ausdenken, welche 

  diese dann beantworten sollen


Meine 11 Fragen an euch: 

1. Wieviele Bücher besitzt du (Bücher und ebooks)? 
Das sind laut meiner lovelybooks-Liste genau 622 Bücher. Aber es gibt noch eine Grauzone von noch nicht eingestellten Büchern und Kellerleichen. Außerdem gibt es einen ständigen Abgang durch getauschte Bücher oder ausgeliehene. Die Zahl ist mir aber wirklich egal, so lange noch Bücher in meine Schränke passen, ist alles in Ordnung.

2. Welche Genres liest du am Liebsten?
Ich lese gerne Krimis, auch mit regionalem Hintergrund, Thriller, Romane mit niveauvollem Anspruch, Kinderbücher und historische Romane.   

3. Wie bist du auf die Idee gekommen, einen Bücherblog zu starten? 
Aus purer Langeweile und Neugierde, wie er wohl aussehen könnte, mein eigener Blog. Zack, war es passiert und nun sind schon 3 Monate vergangen!

4. Besitzt du einen eBook-Reader?
Mein Mann wollte mir einen Reader schenken, doch ich konnte mich nicht für einen speziellen entscheiden. Die Entscheidung wurde mir abgenommen, da ich bei einem Preisausschreiben den Hauptgewinn bekam - einen Kindle-Paperwhite Reader. Tja, so kann´s gehen!

5. Hand aufs Herz: Wie groß ist dein SuB (Stapel ungelesener Bücher)?
Das sind offiziell 33 Bücher, aber ich weiß es besser: es sind weitaus mehr. Die genaue Zahl ist doch aber egal, oder? Man muss doch ein paar Bücher in Reserve haben, für schlechte Zeiten oder so!

6. Nimmst du gern an Leserunden teil und wenn ja, auf welchem Portal?  
Lovelybooks und neuerdings auch bei Wasliestdu! Es macht ja doch viel Spaß, sich gemeinsam auszutauschen.

7. Liest du lieber mehrteilige Bücherreihen oder doch lieber einzelne Bücher?
Buchreihen finde ich sehr verpflichtend, denn oft muss die Reihenfolge zwingend eingehalten werden. Daher finde ich einzelne Bücher viel besser. Es gibt aber auch Buchreihen, die ich bei Gefallen alle lesen/haben muss. 

8. Wie viele Bücher hast du in diesem Jahr schon gelesen?
Laut meiner sorgfältig geführten Bibliothek auf lovelyBooks sind es genau 140 Bücher gewesen.

9. Welches Buch ist dein absolutes Lieblingsbuch? 
Da gibt es immer wieder neue fantastische Bücher, die mich begeistern. Aber Michelangelo von Irving Stone, Der Glöckner von Notre-Dame von Victor Hugo und Der Medicus von Noah Gordon sind frühe Lieblingsbücher, die mich immer noch faszinieren können. 

10. Deine absoluten Lieblingsautoren? 
Spontan fallen mir Klüpfel&Kobr, Rebecca Gablé, Astrid Lindgren ein und dann bestimmt so 12.269 andere Autoren. 

11. Magst du Lesungen und wenn ja, welchen Autoren hast du schon besucht?
Ich bin nicht so der Fan von Lesungen. Ich lese gern und wenn ich Personen erleben möchte, die toll sprechen, dann gehe ich ins Theater. Die Autoren, die ich bisher gehört habe, verschweige ich hier lieber, sonst glaubt ihr noch, es läge an ihnen.


Ich nominiere nun folgende Blogs und hoffe, dass sie mitmachen:

Lesemaus im Schafspelz
Mademoiselle Cake liest  
Nicigirl85s welt              


Meine 11 Fragen lauten:

1. Welches war dein erstes Buch, an das du dich erinnerst?
2. Wurde dir früher als Kind vorgelesen?
3. Welches Genre magst du gern/am liebsten/gar nicht?
4. Was macht für dich ein gutes Buch aus?
5. Wie stehst du zu Bestsellern, hast du auch schon einmal schlechte Erfahrungen mit einem Bestseller gemacht?
6. Wie sieht dein liebster Buchladen aus, was macht ihn aus?
7. Wie findest du Buchcommunity-Seiten wie lovelyBooks, Wasliestdu u. a.?
8. Besuchst du regelmäßig Buchmessen? 
9. Was findest du besser: Printbücher oder ebooks?
10.Bist du ein Cover-Käufer? Lässt du dich von schönen Bildern überreden?
11.Glaubst du, dass Rezensionen auf privaten Buch-Blogs dir hilfreich sind?  



Nun bin ich gespannt, wer hier mitmacht und welche Antworten so kommen. 
Wünsche allen eine tolle Lektüre und viel Spass mit dieser Aktion!

    Die Säulen der Erde - Ken Follett

    Epochales Werk aus dem Mittelalter in England


    Ken Follett stellte seinen erfolgreichen Roman Die Säulen der Erde über das Mittelalter und den Kathedralbau im Jahr 1990 fertig. Das Buch erscheint im Bastei Lübbe Verlag.
     

    England 1123-1173. Es ist eine Zeit blutiger Auseinandersetzungen zwischen Adel, Klerus und einfachem Volk, das unter Ausbeutung und Not leidet. Philip, ein junger Prior, dessen Eltern von marodierenden Söldnern abgeschlachtet wurden, träumt den Traum vom Frieden: der Errichtung einer Kathedrale gegen die Mächte des Bösen. Er und sein Baumeister Tom Builder, dessen Stiefsohn Jack und die Grafentochter Aliena müssen sich in einem Kampf auf Leben und Tod gegen ihre Widersacher behaupten, ehe Kingsbridge Schauplatz des größten abendländischen Bauwerks, der »Säulen der Erde« wird ...  


    Die Säulen der Erde war mein erster Roman des Autors Ken Follett.
    Dieser Roman hat mich mit einer Leidenschaft gepackt, dass ich die circa 1200 Seiten schnell weggelesen habe und traurig war als ich das Buch beendet hatte. 

    Ken Follett kann mit seinem Erzählstil begeistern und die Welt des Mittelalters mit authentischem Leben füllen. Er zeigt Emotionen, Intrigen, die Probleme der Zeit mit Hunger, Seuchen und Armut und dokumentiert in einzigartiger Weise wie Sakralbauten zur damaligen Zeit entstanden. Die Geschichte der Kathedrale von Salisbury gilt ihm dabei als Romanvorlage.

    Die Charaktere der Romanfiguren sind gut ausgefeilte eigene Persönlichkeiten mit Ecken und Kanten, die den Leser mitfiebern lassen.
    Der Kampf zwischen Gut und Böse ist allgegenwärtig und passt mit der Verflechtung von Politik und Kirche ausgezeichnet zum Thema Mittelalter. Es wird gekämpft, gemordet und vergewaltigt, geliebt und gerettet und in teilweise derber Sprache eine Zeit dargestellt, die glücklicherweise hinter uns liegt.

    Dieser Roman ist ein Lobgesang auf die Architektur der Zeit, er hat einen großen Unterhaltungswert und führt den Leser direkt ins Mittelalter hinein. Wenn ein Bestseller diesen Titel verdient hat, dann ist es Follett mit diesem Werk gelungen. Unbedingt lesen!

      
                               

    Die Tochter des Fotografen

    Eine bewegende Familiengeschichte um ein Kind mit Downsydrom!

     

    Kim Edwards schrieb 2008 den Schicksalsroman Die Tochter des Fotografen. Das Buch erscheint im Aufbau Verlag.

    Bildergebnis für Die Tochter des Fotografen1964 tobt in Lexington in Kentucky ein Schneesturm. So entbindet der Arzt David seine Frau Norah unter Narkose selbst. Sie bekommen einen Jungen, Paul, und mit großer Überraschung folgt ein weiteres Kind, ein Mädchen mit Down-Syndrom, Phoebe. David trifft seine Entscheidung, er übergibt Phoebe der Krankenschwester Caroline, um sie in ein Heim zu bringen. Als seine Frau aus der Narkose erwacht, behauptet David, das Mädchen sein gestorben.  


    Im Roman zieht das Leben der Familie am Leser vorüber. Erst jetzt wird langsam klar, warum David sich gegen Phoebe entschieden hat. Doch sein  Schuldgefühl frisst ihn innerlich auf und er verliert die Beziehung zu Norah und seinem Sohn. Sein Leben ist geprägt von seiner Leidenschaft zur Fotografie. Er verfolgt das Leben durch die Linse seiner Kamera.

    Norah hat auch ihre Probleme mit dem Verlust ihrer Tochter, sie trinkt Alkohol und hat mehrere Affären.
    Paul hat keine einfache Kindheit, er spürt innerlich das Fehlen seines Zwillings, kennt die Wahrheit allerdings nicht.

    Caroline lebt und arbeitet nur für Phoebe, die Tochter, die sie selbst nie hatte. Sier lernt ihre große Liebe kennen und ist glücklich.

    Zur damaligen Zeit waren behinderte Menschen noch nicht mit der heutigen Selbstverständlichkeit angesehen und so merkt man im Roman die Ausgrenzung sehr deutlich. Hier sind einige Szenen, die mich traurig berührt haben. Die Liebe Carolines zu Phoebe ist wunderbar beschrieben und hat mich regelrecht beseelt. 

    Mich hat dieses Buch nachdenken lassen, es hat mich bis zum Schluss nicht loslassen können. Die Schicksale gehen zu Herzen, man schimpft mit den Personen, leidet und freut sich aber auch mit ihnen.
     


    Dienstag, 18. August 2015

    Die kleine Hexe - Otfried Preußler

    "Otfried Preußler" hat vor circa 50 Jahren mit der Geschichte "Die kleine Hexe" ein wunderbares Buch für Kinder geschrieben, das inzwischen Klassikerstatus erlangt hat. Seine Werke sind in 55 Sprachen übersetzt und mehr als 50 Millionen mal weltweit aufgelegt worden.

    Kleine Hexe mit großem Herz


    „Es war einmal eine kleine Hexe, die war erst einhundertsiebenundzwanzig Jahre alt, und das ist für eine Hexe ja noch gar kein Alter“. (Buchanfang)


    http://ecx.images-amazon.com/images/I/51Fq0KrP1fL.jpg

    Es ist Walpurgisnacht und die großen Hexen gehen zum Tanz auf den Blocksberg. Nur die kleine Hexe darf nicht mit, sie ist erst 127 Jahre alt. Also schleicht sie heimlich los, doch die Muhme Rumpumpel erwischt sie und petzt. 
    Die Oberhexe verhängt eine Strafe von einem Jahr, in der Zeit muss sie ihren Besen abgeben und soll sie Gutes tun. Erst nach diesem Jahr wird entschieden, ob sie sich bewährt hat. Der Rabe Abraxas begleitet sie als Freund und Helfer.



    Diese Abenteuer sind wirklich ein echtes Leseerlebnis für Alt und Jung. Jeder ist von dieser warmherzigen Hexe und ihrer Hilfe für die Menschen angetan. Auch Rabe Abraxas spielt sich in die Herzen der Leser. Denn er ist derjenige, der die kleine Hexe aus jeder misslichen Lage rettet. 

    Ob sie nun dem Maronimann den Schnupfen weghext oder die armen Holzweiber vor dem Förster schützt und ihre Reisigkörbe füllt, sie hat das Gute im Blut. In Hexenaugen ist das natürlich nicht gerade eine große Tat. Hier wird lieber gegen die Menschen gehext. 

    Das Buch von der kleinen Hexe ist in zwanzig kleinere Kapitel unterteilt, die zum großen Teil abgeschlossene Geschichten enthalten und eignet sich besonders für Kinder im Alter von 4-8 Jahren. Auch wenn manche Begriffe den Kindern vielleicht nicht geläufig sind (Maronimann), so hat die Geschichte doch einen zeitlosen Charakter, der immer noch begeistert.

    Ein bezaubernder Klassiker aus der Kinderbuchliteratur, der mit einer ungewöhnlichen Geschichte nicht nur Kinder staunen und mitfiebern lässt.

    Fliegender Stern - Ursula Wölfel

    Kinderbuchklassiker unter die Lupe genommen

     

    Heute habe ich zwei Kinderbücher rezensiert, die wirklich beide ganz tolle Klassiker sind. Sie erhalten jeweils 5 Sterne. Nicht nur ich habe sie als Kind gelesen, sondern auch meine Kinder.

    Das erste Buch ist von "Ursula Wölfel" die Geschichte "Fliegender Stern".


    "Ursula Wölfel" schrieb das Kinderbuch "Fliegender Stern" im Jahr 1959. Es erscheint unter anderem im "Carlsen Verlag".

    http://ecx.images-amazon.com/images/I/516XXxzZf7L._SY344_BO1,204,203,200_.jpgEines Tages machen sich die beiden Indianerjungen Fliegender Stern und Grasvogel mutig und ohne Wissen der Erwachsenen auf den Weg zu den Weißen, um zu erfahren, warum diese in ihr Land gekommen sind, die Eisenbahn gebaut und die großen Büffelherden vertrieben haben, so dass die Indianer um ihre Existenz fürchten müssen. Auch wenn sich diese Entwicklung nicht zurückdrehen lässt, machen die beiden Jungen die Erfahrung, dass es durchaus Weiße gibt, mit denen man reden kann und die die Indianer respektieren. Als Fliegender Stern und Grasvogel dann von ihrem Abenteuer zurückkehren, werden sie von ihrem Stamm für diese mutige, wenn auch eigenwillige Aktion voller Hochachtung empfangen.


    Dieses Kinderbuch ist für Kinder ab 6 Jahren geeignet. Es zeigt den Wunsch des kleinen Indianerjungen Fliegender Stern, endlich auch zu den Großen des Stammes zu gehören. Sein Bruder darf angeln gehen, hat ein eigenes Pferd und darf mit auf die Büffeljagd gehen. Nur er selbst sitzt mit den Frauen, den Kindern und den Mädchen im Zeltdorf. 
    Als die Jäger ohne Beute von der Büffeljagd zurück, macht sich Fliegender Stern mutig auf, um mit den Weißen sprechen.
    In die Rolles dieses tapferen Jungen können sich Kinder wunderbar hinein versetzen. Die Freundschaft und der Mut macht Kraft, an die eigenen Stärken zu glauben und sich selbst zu achten und vertrauen.
    Auch die Rolle der Familie wird hier hoch gehalten. Der Zusammenhalt aller wird sehr deutlich und ist gut übertragbar auf alle Menschen.

    Sicherlich zeigt diese Geschichte nicht das wirkliche Indianerleben, aber darum geht es auch gar nicht.
    Hier wird Mut und Vertrauen beschrieben und das in ganz wunderbarer kindgerechter Sprache dieser alten Dame der Kinderbuchliteratur. Mit über 30 Büchern hat sich Ursula Wölfel einen Namen gemacht und ist auch heute noch gut zu lesen.

    Ein wunderbares Kinderbuch, das auch heute noch begeistert und von Mut und Vertrauen erzählt.

    Montag, 17. August 2015

    Das Tortenprotokoll - Marianne Jungmaier

    Torten statt Liebe

    Das Tortenprotokoll ist das Debüt der österreichischen Autorin Marianne Jungmaier. 
    Der Roman erscheint 2015 im Verlag Kremayr & Scheriau. 

     

    Friederike geht zum Studium aus dem Dorf nach Berlin. Mit diesem Schritt flieht sie vor einem nicht gerade liebevollen Elternhaus. 
    Es erreicht sie die Nachricht vom Tod ihrer Großmutter und sie macht sich auf den Weg in die Heimat. 

    Dort ist alles wie früher, es empfängt sie die emotionale Kälte ihrer Eltern und sie trifft ihre Jugendliebe Tobias. Mit ihm geht sie auf Spurensuche im Haus ihrer Großmutter und erinnert sich an ihre Kindheit mit gelebter österreichischer Küche und kindlich unbefangener Sorglosigkeit.
    Sie findet das ihr vertraute Torten-protokoll ihrer Großmutter und macht eine ganz eigene Entdeckung. Kannte sie ihre Oma wirklich? 


    "Sie radieren sie aus. Noch bevor es Zeit ist, machen sie sie zu einem Stück Vergangenheit. Dabei ist sie nur zur Seite getreten, so wie man einen Wagen passieren lässt, der einem zu nahe kommt." Zitat Seite 107


    Dieser Roman erzählt vom Ableben der gleichnamigen Großmutter Friederikes und stellt eine ungewöhnliche Mischung aus Familiengeschichte und coming-of-age Roman dar. Einerseits ist Enkelin Friederike schon erwachsen, andererseits ist sie erfüllt von Erinnerungen an ihre Kindheit und Tage mit ihrer Großmutter. Sie versucht zu verstehen, warum ihre Bindung an die Heimat nicht dauerhaft stark ist und woran die Beziehung mit ihrer Familie zerbrach. Die Zeit ihres Besuches ist eine Zeit des Auseinandersetzens mit ihrer Vergangenheit und der Bindung an die Heimat.

    In dieser Familie wurde mehr gebacken und gekocht als geherzt und gelacht, das wird schnell deutlich. Auch der Empfang durch ihre Eltern nach ihrer Rückkehr anlässlich der Beerdigung fällt kühl und distanziert aus. Für Trauer und Tränen ist hier kein Platz. Die Vorbereitungen für die Beerdigung laufen an und Friederikes Jugendliebe und bester Freund Tobias räumen im Haus der Großmutter auf. Dann entdecken sie Liebesbriefe, die von einem unerfüllten Leben ihrer Oma erzählen und einer Liebe, die sie der Familie wegen nicht offen ausgelebt hatte.

    Es ist erstaunlich zu lesen, wie in dieser Familie trotz der aufwändig gelebten Koch- und Backkultur die emotionale Kälte zwischen den einzelnen Familienmitliedern zu spüren ist und keine Nähe aufkommt. Auch für Tränen ist kein Platz. Da wird lieber geputzt oder aufgeräumt als die Tote beweint. Was mit gemeinsamen Essen ausgeglichen werden soll, klappt zwischenmenschlich nicht. Hier bleibt man auf Distanz und zeigt keine Gefühle. 
    Erst jetzt versteht Friederike ihren Aufbruch in die Großstadt wirklich. Sie musste sich von diesem Leben lösen und damit auch von ihrem Freund Tobi, der nicht bereit war ihr zu folgen. Nur ein
     
    Marianne Jungmaier benutzt hier sprachlich einen ganz eigenen Stil. Sie malt mit Beschreibungen und Aufzählungen eine Atmosphäre herbei, die ganze Stimmungen enthält ohne direkt zu sein. Dabei schwelgt ihre Protagonistin in wohligen Gerüchen und dem Geschmack von Kuchen und Torten ihrer Oma. Sie beschreibt deren Haut, die Haare, jedes Detail der alten Frau, das ihr in Erinnerung geblieben ist. Sie möchte sich noch einmal verabschieden, doch als sie merkt, das die sich für die Familie aufopfernde Oma ihre eigene, ihr unbekannte Geschichte besitzt, geht auch diese Nähe verloren.
     


    Dieser Roman ist ganz erstaunlich geschrieben. Marianne Jungmaier benutzt Worte, die Stimmungen von einer Kindheit ohne elterliche Liebe beschreiben, dafür aber mit einer Großmutter, bei der man sein durfte wie man war. 
         

         ***Rezensionsexemplar von lovelybooks - 
                          Vielen Dank für das  Leseexemplar!***