Montag, 30. November 2015

Eismädchen von Kate Rhodes

Täter mordet nach Gehirnwäsche

Absolut fesselnder Krimi mit tiefen Einsichten in Psychologie und schwierige Charakter!

 

Eismädchen von Kate Rhodes ist der dritte Band ihrer Alice Quentin-Krimireihe. Der Kriminalroman erscheint im Ullstein Verlag.

Es herrscht eisiger Winter in London. Ein Serienmörder setzt die Taten des verurteilten Kindermörders Louis Kinsella fort. Da dieser seit über 20 Jahren in einem Hochsicherheitsgefängnis mit geisteskranken Straftätern einsitzt, versucht man über ihn an Informationen über seinen Nachahmer zu kommen. Diese schwere Aufgabe fällt der Psychologin Dr. Alice Quentin zu. Kann sie ihre eigenen Ängste überwinden und findet sie den Mörder, bevor er wieder kleine Mädchen entführt und ermordet? Eine spannende Jagd beginnt!   


Bei diesem Krimi hat mich besonders die düstere Atmosphäre mit winterlich eisigen Temperaturen mitzittern lassen. Man hat Eis und Schnee fast selbst gespürt und gerade bei der entführten kleinen Ella erlebt man entsetzt mit, wie sie Hunger und Kälte ausgesetzt ist. Wie dieses Mädchen seinen Ängsten mit unwahrscheinlichem Durchhaltevermögen trotzt und sich auf seine Person einstellt, ist toll geschildert und bewundernswert für ein Kind.

Es ist beängstigend wie man hier direkt hinter die Kulissen einer Klinik für nervenkranke Täter schaut, die einem Gefängnis angegliedert ist. Dadurch kommen immer wieder beklemmende Situationen wenn Dr. Quentin Gespräche mit Louis Kinsella führt, denn er ist hochintelligent, äußerst berechnend und gemeingefährlich.
Dieser Anstaltseinblick offenbahrt die kranke Seele dieses grausamen Menschen und die Tatsache, dass er einen Nachahmer aus seiner Zelle heraus zu weiteren Morden animiert, ist so schauderlich, dass Gänsehaut den Krimi begleitet.
Lange Zeit tappt die Polizei trotz Hilfe von Dr. Quentin im Dunklen. Sie hat Mühe, Kinsellas Andeutungen richtig zu interpretieren und muss in den Befragungen ihre Ängste ihm gegenüber verstecken. Nur die Hoffnung auf auf eine Rettung Ellas lässt sie durchhalten.

Doch am entsetzlichsten ist das Leiden der kindlichen Opfer, das zwar nur in Ellas Fall direkt beschrieben ist, sich aber in den anderen Fällen durch ihre gefundenen geschundenen Körper grausam offenbahrt.

Der Schreibstil Kate Rhodes ist flüssig und bis zum Ende ist die Handlung durchgängig spannend aufgebaut. 
Stück für Stück sammeln sich die Hinweise auf den möglichen Täter, wobei eine Menge Personen verdächtig erscheinen und die Autorin geschickt immer wieder neue Fährten legt, denen man als Leser auf den Leim geht.


In diesen Krimi sind einige thrillerhafte Szenarien eingebaut, die erschaudern lassen und den Leser atemlos fesseln. Besonders das Ende ist brillant gelöst und so kann ich nicht anders als 5 Sterne vergeben.




***Leserundenexemplar von vorablesen - Vielen Dank
          an den Verlag für die Bereitstellung des Buches!***


Englischer Harem - Anthony McCarten

Ein Buch, dass mich echt in seiner Tiefe überrascht und mitgerissen hat.

Der Roman Englischer Harem von Autor Anthony McCarten erscheint im Diogenes Verlag

Die arbeitslose Tracy landet als Aushilfskellnerin in einem persischen Lokal.  Chef Saamar Sahar, genannt Sam, hat zwei Frauen, die beide Tracys Freundinnen werden, aber auch Sam findet Gefallen an Tracy, die sich für seine Kultur interessiert. Sie wird Sams dritte Ehefrau. 


So beginnt ein provozierender Roman über Heimat, Kochen und die Faszination des Fremden … und eine Liebesgeschichte wie keine andere.

 



Englischer Harem ist eine mit leichter Ironie erzählte Geschichte über das Schicksal des muslimischen Wahl-Londoners Saaman Sahar aus dem Iran, der sich britischer fühlt, als seine Umgebung sich vorzustellen vermag. Ein Buch, dass mich echt in seiner Tiefe überrascht und mitgerissen hat.

Das Buch ist eigentlich eine Satire und zeigt die Faszination, aber auch die befremdlichen Ängste vor anderen Kulturen, die sich auch bei aufgeschlossenen Menschen finden.

Wie hier aus einer Liebesgeschichte mit Komik und gesellschaftlichen Schranken ein Roman gestrickt wird, ist wirklich überraschend.

Besonders nachvollziehbar ist die Schilderung der Familie Tracys, die befürchtet, dass dass die Tochter zum Islam übertritt. Auch Tracys Freunde denken in Klischees und sehen sie als Haremsdame und die englischen Behörden haben so ihre Probleme mit der Eheschliessung.


Der englische Harem ist ein mitreissendes, erstaunliches Buch, dass einen hintergründigen Inhalt hat und einfach gut unterhält. Hier werden Toleranz und Klischees fremder Kulturen auf den Prüfstand gestellt und damit wird zum Nachdenken angeregt.


 

Na warte, sagte Schwarte - Helme Heine

Witziges Bilderbuch über eine Hochzeit

Das Bilderbuch Na warte, sagte Schwarte von Autor und Bildgeber Helme Heine ist für Kinder von 3- 5 Jahren geeignet, es erfreut aber auch Erwachsene.



Die unglaublich fantastische Geschichte vom Schweinebräutigam Schwarte, der Hochzeit hält und alle Freunde und Verwandte zum Fest einlädt. 

Ihm fällt immer etwas ein, egal ob die Gäste keine passenden Kleider haben oder die Braut ein richtiges Himmelbett möchte. 
Ein richtig schweinisches Vergnügen!  




In diesem Buch halten die beiden Schweine Schwarte und seine Braut Ringelschwänzchen Hochzeit und laden dazu alle Nachbarn ein.
Doch es gibt einige Dinge, die noch nicht perfekt sind. Hier muss Schwarte mit seinem Ideenreichtum nachbessern. Die Gäste stinken fürchterlich und werden kurzerhand mit dem Gartenschlauch gesäubert. Dann fehlt die passende elegante Garderobe der Festgesellschaft, die mit Farbe und Pinsel schnell aufgemalt wird. 

Die Feier kann beginnen und es wird getanzt und gegessen. Leider kommt ein Platzregen und die Farbe wäscht sich schnell ab, die Schweinchen sind wieder nackt und borstig wie zuvor. Die große Gaudi bietet dann die beliebte Suhlerei. Hier fühlen sich alle wieder wohl in ihrer Haut.

Bei dieser Geschichte unterhalten nicht nur die wunderschönen Bilder ungemein, auch die tollen Ideen von Schwarte sind lustig anzusehen. Wie er die vorhandenen Probleme löst ist einfallsreich und witzig. Auch die Sprache ist nicht nur für Kinder lustig, ich muss immer sehr lachen, wenn die Braut bemerkt: "Freunde, ehrlich gesagt: Ihr stinkt!"
 

Ein unterhaltsames witziges Bilderbuch mit den typischen Bildern aus der Feder von Helme Heine. Seine Figuren sind einfach einzigartig und farbenfroh anzusehen.


 

Samstag, 28. November 2015

Kristall der Träume von Barbara Wood

Ein Kristall reist durch die Zeit! Barbara Wood in Perfektion!


Mein Lieblingsbuch von Barbara Wood ist der Kristall der Träume, der 2004 erstmalig erschien und im Fischer Verlag aufgelegt wird.

Aus Sternenstaub entstand vor 3 Millionen Jahren durch einen Meteoriteneinschlag ein ovaler, tiefblauer Kristall, der Kristall der Träume.
2,9 Millionen Jahre ruht er, bis eine Jägerin der Homo Sapiens ihn findet. Von nun an wird er den Menschen, die ihn besitzen, die Kraft geben, ihren Träumen zu folgen.
Der Stein wird von den ersten Menschen Afrikas immer weiter gereicht und folgt der Menschheitsgeschichte bis ins Amerika des 19. Jahrhunderts.
So gibt Barbara Wood ihren Lesern Gelegenheit, dem Kristall durch die Jahrtausende zu folgen, die Menschen auf ihrer Suche nach dem Glück zu begleiten.



Dieser Roman ist eine Aneinanderreihung von mehreren Romanteilen, eine Zeitreise, die bei den Frühmenschen anfängt und bis in die Neuzeit führt. Dabei erlebt der Leser mit dem Kristall auch eine einzigartige Reise um die Welt.
Wir begleiten die Besitzer des Kristalls und erleben wie er ihre Schicksale auf wunderbare Art und Weise beeinflusst und lenkt.
Zu Beginn des Romans gelangt Laliari in den Besitz des Kristalls und rettet ihr Volk von Neandertalern vor dem verheerenden Ausbruch eines Vulkans.

Später, zur Zeit der ersten Christen in Rom zur Zeit Neros, symbolisiert der Kristall für die Römerin Amelia den Glauben an Jesus. Die dichterische Freiheit verbindet die Autorin geschickt mit historischen Fakten, wie dem Brand des antiken Roms.

Im 16. Jahrhundert gerät die junge Deutsche Katharina in den Harem eines Sultans und drei Jahrhunderte später weist der Kristall dem jungen Leichenbestatter Matthew den Weg in den Westen Amerikas.

Die Zeitsprünge zwischen den Epochen füllt die Autorin geschickt mit den Wegen, die der Kristall nimmt. So reisen wir gemeinsam von Afrika nach Israel, Rom, Britannien, Deutschland, China, Karibik und die USA.

Für jeden Besitzer des Kristalls hat der Stein eine andere Bedeutung, aber alle lassen sich von ihm leiten und folgen ihren Träumen.

Dabei erzählt Barbara Wood in faszinierender Weise das Leben und die Besonderheiten ihrer Figuren und schildert ein buntes Kaleidoskop über die jeweiligen Sitten und Gebräuche der verschiedenen Kulturen.
Das Erzähltalent der Autorin ist beeindruckend und zieht unweigerlich mit, jede Geschichte umfasst neue Charaktere, für ein tiefes Eintauchen fehlt die Zeit, aber dennoch wird man mitgerissen vom Strudel des Erzählens und taucht ein in eine magische Reise um die Erde. 

Ich kann gar nicht sagen, welche Figur und Zeitepoche mir am besten gefallen hat. Eigentlich ist gerade die Vielfalt der Charaktere das Herausragende an diesem Roman. Man lebt, lacht, weint, bangt mit den Figuren jeder Zeitspanne und ist traurig als die Reise endet.


Diese Abenteuersaga verfolgt die Geschichte der Menschheit in bester Erzählweise und bietet höchsten Lesegenuss in Perfektion. Dieser Roman ist mein Lieblingsbuch der Autorin und wird es immer bleiben.    


 

Advent, Advent, ein Lichtlein brennt!

Morgen beginnt die besinnliche Adventszeit und ich wünsche meinen Leserinnen und Lesern einen schönen 1. Adventssonntag!

 

Nachdem ich mal aus den vergangenen Jahren einige Weihnachtsbilder angesehen habe, sind mir ein paar Fotos aufgefallen, die mich immer besonders erfreuen. 
Dazu zählt die Zeit der Windowcolorbilder mit meinen Kindern, natürlich hatten wir etliche Adventskränze, die unseren Couchtisch über die Jahre geziert haben und wunderschöne Weihnachtsbäume. 
Nun möchte ich niemanden damit langweilen, aber ein paar Fotos zum Einstimmen auf die adventliche Zeit habe ich doch mal für euch herausgesucht.

 




 

Ich wünsche allen eine schöne Zeit mit friedlichen Gedanken und schönen gemütlichen Stunden mit euren Liebsten und dem ein oder anderen Buch! 

Herzliche Grüße und eine wunderschöne Zeit,

Eure sommerlese!

Freitag, 27. November 2015

Schreie im Nebel von Tina Schlegel

Bedrückender Krimi über die Abgründe der menschlichen Psyche!


Tina Schlegels Debütkrimi Schreie im Nebel ist ein Regionalkrimi vom Bodensee. Das Buch erscheint im Emons Verlag.


Im Konstanzer Herbstnebel macht sich eine düstere Stimmung breit. Doch das liegt nicht nur am Wetter, Kommissar Sito verlor vor einiger Zeit seine geliebte Frau und muss jetzt auch noch seinen Hund beerdigen.
Leider bleibt ihm keine Zeit zu trauern, ein gräßlich zugerichtetes Mordopfer wird in einer Fabrikhalle gefunden. Die Ermittlungen führen zu Miriam, einer jungen Frau, die Zeichnungen der Leiche angefertigt hat. Bald schon wird eine weitere bizarr angerichtete Tote gefunden. Auch dort führt die Spur zu der jungen Frau. Mit welchen Opfern hat man es hier zu tun und wer steckt hinter dieser grausamen Mordserie? 



Es gibt keine Weisheit über den Tod. Er ist grausam und undurchschaubar. Versuche nicht, dir seine Willkür zu erklären, er ist der einzige Zufall im Leben. Zitat Seite 101


Dieser Krimi ist sehr nebulös und hat bezogen auf die Psyche der Charaktere sehr viel Tiefgang. Man wird sofort gefangengenommen von einer düsteren und bedrückenden Stimmung, die zu dieser herbstlichen Landschaft passt. Leider ist von der schönen Gegend am Bodensee nicht viel zu lesen.

Tina Schlegel benutzt wortgewaltige Sätze und Gedankengänge ihrer Protagonisten, der Erzählstil ist flüssig, man wird aber durch die Inhaltstiefe im Lesefluss etwas eingeschränkt.

Die Charaktere sind sehr vielfältig gezeichnet, es gibt einige Personen, in deren Vergangenheit Unregelmäßigkeiten vorkommen. So kann man deren Psyche als problematisch einstufen ist und damit stehen viele potentielle Täter zur Verfügung.

Betrachten wir einmal Kommissar Sito, der als Einzelgänger durchs Leben geht und auch im Beruf ein recht zweifelnder und undurchsichtiger Mensch ist, so wird man aus ihm nicht so recht schlau. Seine Gedankengänge wandern häufig zu Gesprächen mit seinem Vater, die aber mehr verwirren als aufklären. Hier scheint es großen Redebedarf von Seiten Sitos zu geben, allein, sein Vater ist nicht mehr am Leben. Sitos Fragen bleiben unbeantwortet.

Sein neuer Kollege Dr. Enzig ist Psychologe und hat ebenfalls ein schwieriges Verhältnis zu seinem Vater.
Schwer einzuordnen ist auch Miriam, die die Tochter des Chefs von Sito ist und merkwürdigerweise Zeichnungen von den grausam dargestellten Toten angefertigt hat. Was treibt die junge Frau um, dass sie solche brutalen Akte darstellt?  

Der Handlungsverlauf ist gespickt mit immer neuen Mordopfern und einer nebulösen Suche nach dem Täter. Das ist spannend, aber auch verwirrend zugleich. Denn die Vielzahl der Personen muss man erst mal richtig zuordnen können und so verschwimmt der Eindruck von Gut und Böse etwas.

Die Täterermittlung ist in diesem Buch nicht der Höhepunkt, als er feststeht, gilt es noch, ihn dingfest zu machen und Geiseln zu retten. Diese Rettungsaktion und das Aufspüren des Täters ist Tina Schlegel schon thrillermäßig gut gelungen und man liest atemlos bis zum bitteren Ende weiter. Hier ist wirklich Spannung angesagt.

Aber mir gingen die Erklärungen des Täters nicht nah, hier war einfach alles von einem kranken Geist gesteuert. 



Ein bedrückender Krimi über die Abgründe der menschlichen Psyche. Die Fülle von Personen hat mich verwirrt, das fulminante Ende war recht ausführlich geraten und für ein Debüt ist dieser Krimi sehr gelungen.


    ***Leserundenexemplar von lovelybooks - Vielen Dank
          an den Verlag für die Bereitstellung des Buches!***



                     

Nacht ohne Sterne von Gesa Schwartz

Hier wird versucht, mit bildhaften Worten die Verbindung zwischen normaler Welt und Traumwelt herzustellen. Leider für mich zu verworren!

 

Gesa Schwartz schrieb den Jugendroman Nacht ohne Sterne. Das Buch erscheint im cbt Verlag

Naya ist ein Mischwesen, halb Elf und halb Mensch, und steht zwischen der Elfenwelt und der Welt der Menschen. Sie lebt in New York und hat nur zwei Freunde, die zu ihr halten: Rosa, ihre Feenfreundin und Jaron, der Lichtelf. Jaron soll New York vor den Machenschaften der Dunkelelfen bewahren. Doch dann wird Naya mitten hinein gezogen in den jahrhundertealten Krieg zwischen Licht und Dunkel. Dunkelelf Vidar verwirrt Naya gefühlsmäßig und sie weiß nicht mehr wem sie trauen kann und welche Ziele hier verfolgt werden.

Dieses Buch hat mir einiges abverlangt! Ich habe mich vom wunderschönen Cover blenden lassen und landete in einer Fantasygeschichte, die mich so gar nicht erreicht hat. 
Am Anfang konnte ich mich noch mit den Elfen, Feen, Wölfen und Kobolden anfreunden, obwohl die Namen und ihre Anzahl mich schon gefordert haben, aber dann hat mir der bildhafte Schreibstil immer mehr Fragen aufgeworfen, anstatt sie zu klären. Immer schachtelartiger wurden die Sätze und ich fühlte mich verloren in einer Zwischenwelt, die mir völlig fremd ist.

Die Charaktere haben durchaus Potential, leider verblassten sie mit der Zeit immer mehr und gingen mir auf die Nerven. Gerade die bildhaften Beschreibungen wiederholten sich zu häufig und hinterlassen bei mir eher einen schalen Beigeschmack als Interesse. Als Beispiel sei hier nur erwähnt, wie hier "die Kälte der Glut" oder "die Hitze von Schneeflocken" beschrieben werden. Was soll das denn? Genau so unsinnig erscheint es mir, wenn "Schweigen als sanfter Flügelschlag über die Stirn streicht". Solche unlogischen Begriffskombinationen widerstreben mir zutiefst und dann erwarte ich auch nicht mehr allzu viel vom Buch.

Ich habe mich durch die Handlung gequält, wobei Handlung schon durchaus übertrieben ist. Es ist mehr ein Träumen und Sehen von Traumbildern, anstatt ein echtes Handeln. Magie wohin man nur sieht, aber leider kein echtes Agieren.

Wo blieb mein erhofftes Bild von New York, in dem sich Elfen tummeln, meinetwegen auch in einem fantasymäig ausgefochtenen Kampf zwischen Hell und Dunkel, Gut und Böse?

Ich denke schon, dass sich hier durchaus Leser auf diesen Roman stürzen und ihn begeistert lesen. Es gibt eine Liebesgeschichte, in der ein junges Mädchen sich zwischen einem guten und einem bösen Elf entscheiden muss und es gibt jede Menge fantastische Figuren, die ich gar nicht alle aufzählen könnte. Aber mir erschloss sich leider kein klares Bild des Ganzen und der verworrene Schreibstil war auch nichts für mich. 



Ausschweifend geschriebener Fantasyroman, der mehr verwirrt als erklärt. Überhaupt nicht meine Art von Literatur!


                         
                                        Bild in Originalgröße anzeigenBild in Originalgröße anzeigen
 

Donnerstag, 26. November 2015

Diridari von Susanne Rößner

Und immer lockt der schnöde Mammon!

Fesselnde Einbruchsaufklärung mit grausamen Foltermethoden und unterhaltsamen Protagonisten!

 

Autorin Susanne Rößner hat nach "Fangermandl" den zweiten Teil ihrer Krimireihe um Kommissar Sauerwein und sein Team geschrieben. Diridari beschäftigt sich mit einer Einbruchserie und erscheint im Emons Verlag.


Eine unheimliche Einbruchserie beschäftigt die Kripo Rosenheim und damit Kommissar Sauerwein und sein Team. Die Ermittlungen stellt sie vor ein großes Rätsel, denn bei den Tatorten werden Fingerabdrücke eines Toten gefunden. Wie kann das sein? Dieser Fall fordert allen kriminalistischen Spürsinn und Nerven wie Drahtseile.  


Nach dem gelungenen Auftakt mit Fangermandl war ich schon sehr gespannt auf den Folgeband dieser Oberbayernkrimiserie. Und ich wurde nicht enttäuscht. Es geht wieder mit gewohnt heiterem Ton der Protagonisten durch die Ermittlung, aber die Autorin schlägt auch eine härtere Gangart an, was die Verbrechen anbelangt. Hier erfindet sie ein bis aufs I-Tüpfelchen ausgeklügeltes Verbrechen und baut alles logisch und äußerst spannend aufeinander auf.

Es geht um verschiedene Einbrüche in Wohnungen, deren Bewohner verreist sind. Das Diebesgut ist hochwertiger Schmuck und teure Kunstgegenstände, die hoch versichert waren. Der Verdacht des Versicherungsbetruges liegt nah. Doch wie hängen die Fingerabdrücke des Toten mit den Fällen zusammen? Die Kripo geht vielen Hinweisen nach und entdeckt schliesslich einen Entführungsfall, bei dem der Täter äußerst brutal vorgegangen ist.

Bei den Ermittlungen wird dem Team allerhand abverlangt und der Leser gewinnt gruselige Einblicke in Forensik, Täterüberwachung und Waffenkunde. Es gibt schon abschreckende und fesselnde Szenen, die aber durch den lockeren Umgang der Protagonisten miteinander und einige lustige Dialoge und Aktionen aufgelockert werden. 

So beklemmend manche geschilderte Situation auch sein mag, die bloße Unterhaltung durch die Tätersuche und die unkonventionellen Figuren überwiegt. Die Weiterentwicklung der Charaktere ist ebenfalls interessant zu verfolgen und man nimmt Anteil an ihrem Denken und Fühlen im beruflichen wie im privaten Leben.

Ein fesselnder Krimi aus Rosenheim, der Tätern und Ermittlern auf den Zahn fühlt und gut unterhält. Dabei geht es bei den Verbrechen nur um eines: Mammon, Geld oder wie der Bayer sagt, um Diridari!  


 
  ***Leserundenexemplar von lovelybooks - Vielen Dank
          an den Verlag für die Bereitstellung des Buches!***


 


Mittwoch, 25. November 2015

Kristall der Träume von Barbara Wood

Ein Kristall reist durch die Zeit! Barbara Wood in Perfektion!

Mein Lieblingsbuch von Barbara Wood ist der Kristall der Träume, der 2004 erstmalig erschien und im Fischer Verlag aufgelegt wird.


Aus Sternenstaub entstand vor 3 Millionen Jahren durch einen Meteoriteneinschlag ein ovaler, tiefblauer Kristall, der Kristall der Träume.
2,9 Millionen Jahre ruht er, bis eine Jägerin der Homo Sapiens ihn findet. Von nun an wird er den Menschen, die ihn besitzen, die Kraft geben, ihren Träumen zu folgen.
Der Stein wird von den ersten Menschen Afrikas immer weiter gereicht und folgt der Menschheitsgeschichte bis ins Amerika des 19. Jahrhunderts.
So gibt Barbara Wood ihren Lesern Gelegenheit, dem Kristall durch die Jahrtausende zu folgen, die Menschen auf ihrer Suche nach dem Glück zu begleiten.




Dieser Roman ist eine Aneinanderreihung von mehreren Romanteilen, eine Zeitreise, die bei den Frühmenschen anfängt und bis in die Neuzeit führt. Dabei erlebt der Leser mit dem Kristall auch eine einzigartige Reise um die Welt.
Wir begleiten die Besitzer des Kristalls und erleben wie er ihre Schicksale auf wunderbare Art und Weise beeinflusst und lenkt.
Zu Beginn des Romans gelangt Laliari in den Besitz des Kristalls und rettet ihr Volk von Neandertalern vor dem verheerenden Ausbruch eines Vulkans.

Später, zur Zeit der ersten Christen in Rom zur Zeit Neros, symbolisiert der Kristall für die Römerin Amelia den Glauben an Jesus. Die dichterische Freiheit verbindet die Autorin geschickt mit historischen Fakten, wie dem Brand des antiken Roms.

Im 16. Jahrhundert gerät die junge Deutsche Katharina in den Harem eines Sultans und drei Jahrhunderte später weist der Kristall dem jungen Leichenbestatter Matthew den Weg in den Westen Amerikas.

Die Zeitsprünge zwischen den Epochen füllt die Autorin geschickt mit den Wegen, die der Kristall nimmt. So reisen wir gemeinsam von Afrika nach Israel, Rom, Britannien, Deutschland, China, Karibik und die USA.

Für jeden Besitzer des Kristalls hat der Stein eine andere Bedeutung, aber alle lassen sich von ihm leiten und folgen ihren Träumen.

Dabei erzählt Barbara Wood in faszinierender Weise das Leben und die Besonderheiten ihrer Figuren und schildert ein buntes Kaleidoskop über die jeweiligen Sitten und Gebräuche der verschiedenen Kulturen.
Das Erzähltalent der Autorin ist beeindruckend und zieht unweigerlich mit, jede Geschichte umfasst neue Charaktere, für ein tiefes Eintauchen fehlt die Zeit, aber dennoch wird man mitgerissen vom Strudel des Erzählens und taucht ein in eine magische Reise um die Erde. 

Ich kann gar nicht sagen, welche Figur und Zeitepoche mir am besten gefallen hat. Eigentlich ist gerade die Vielfalt der Charaktere das Herausragende an diesem Roman. Man lebt, lacht, weint, bangt mit den Figuren jeder Zeitspanne und ist traurig als die Reise endet.


Diese Abenteuersaga verfolgt die Geschichte der Menschheit in bester Erzählweise und bietet höchsten Lesegenuss in Perfektion. Dieser Roman ist mein Lieblingsbuch der Autorin und wird es immer bleiben.    


 

Dienstag, 24. November 2015

Vom kleinen Maulwurf, der wissen wollte, wer ihm auf den Kopf gemacht hat - Werner Holzwarth

Beliebtes Bilderbuch über tierische Hinterlassenschaften


Werner Holzwarth schrieb das Bilderbuch Vom kleinen Maulwurf, der wissen wollte, wer ihm auf den Kopf gemacht hat. Der Illustrator ist Wolf Erlbruch und erschienen ist das Buch im Peter Hammer Verlag.


Ein Bilderbuch zu einem Thema, über das Erwachsene nicht gerne reden, das Kinder aber sehr interessiert! Ein Klassiker unter den Bilderbüchern, seit über 25 Jahren. Übersetzt in mehr als 30 Sprachen.




Der kleine sehbehinderte Maulwurf ist sauer, jemand hat ihm auf den Kopf gemacht. Wer war das? Er macht sich auf die Suche nach dem Verursacher und will ihn zur Rede stellen. Dabei besucht der kleine Kerl auch große Bauernhoftiere und beweist damit schon ein wenig Mut.


Dieses Buch findet bei Kindern im Alter von 3-5 Jahren besonders großes Interesse, denn sie lernen gerade ihren Körper und auch ihre Ausscheidungen kennen. Wie machen denn wohl Tiere und wie sehen deren Hinterlassenschaften aus? Erstaunt bemerken Kinder, wie unterschiedlich diese sind. 

Kein besonders spannendes Thema für Erwachsene, aber bei den Kindern ist es der Brüller. Dabei geht es ihnen gar nicht darum, wie der Maulwurf sich vielleicht rächt, sondern sie möchten nur den Täter mit entdecken. Als der Maulwurf den Übeltäter dann mit einem eigenen, zugegeben klitzekleinen Geschäft überrascht, sind alle Kinder begeistert und lachen sich kringelig. 

Kinderbücher sollen Kindern Spaß machen und das ist mit diesem Buch der Fall. Mir haben besonders die tollen Illustrationen gefallen, der Text ist sehr einfach und damit kindgerecht.  


Ein heiteres Bilderbuch mit Tieren und deren Ausscheidungen, das Kinder begeistert, Eltern nicht ganz so. Aber die sind ja auch nicht die Zielgruppe. 


 


Spur der Flammen von Barbara Wood

Die Flammenspur verliert sich irgendwo

Der Roman Die Spur der Flammen von Barbara Wood erschien erstmalig 2004 im Fischer Verlag.



Als die junge Archäologin Candice an das Sterbebett ihres Professors gerufen wird, fordert er sie auf, eine mysteriöse Keilschrifttafel zu retten. Candice macht sich mit dessen Sohn, Detective Glenn Masters, auf die Suche – eine Suche, die beide in höchste Gefahr bringt. Candice und Glenn geraten in die Fänge eines rätselhaften Geheimbundes. 




Die Bücher von Barbara Wood lese ich besonders gern und habe mich auch auf dieses Buch sehr gefreut. Leider kann es nicht mit ihren anderen Werken mithalten. Zum einen sind die Charaktere klischeehaft angelegt, völlig überzogen und durchaus farblos, sie sind durchweg austauschbar. Zum anderen ist die Handlung lediglich eine vorhersagbare und langatmige Aneinanderreihung von Szenen ohne Spannung. 

Aber was mich am meinsten enttäuscht hat, hier hat Frau Wood versucht, einen mysteriösen Roman wie Dan Brown zu schreiben, ist aber leider an dieser Aufgabe kläglich gescheitert. Spannung kommt hier jedenfalls nicht auf und der Plot ist einfach nur unlogisch und schleppend.

Die historischen Hintergründe sind einfach nur ein bunter Haufen von alten 
ägyptischen Mythen, Geheimbünden und Bibellegenden. Das lässt an Dan Browns "Illuminati" denken, ist aber leider inhaltlich nicht so gelungen. 
 Ich hatte Schwierigkeiten, dem Buch bis zum Ende zu folgen.
Schade, denn die Autorin kann es wirklich besser.


Nicht zu empfehlen, da gibt es bessere Bücher von Barbara Wood.


                                 Bild in Originalgröße anzeigen

Montag, 23. November 2015

Die Pelzhändlerin von Ines Thorn

Eindrucksvoll geschildertes Rollenbild der Frau im Mittelalter


Der historische Roman Die Pelzhändlerin von Ines Thorn erscheint im Rowohlt Verlag

Frankfurt, 1462: Als der verwitwete Kürschner Wöhler erfährt, dass seine einzige Tochter Sibylla fern der Heimat gestorben ist, erleidet er einen tödlichen Herzinfarkt. Die Wäscherin Martha ist die einzige Zeugin und sie ergreift die Chance, indem sie den Tod Sibyllas verheimlicht und ihre eigene Tochter Luisa an deren Stelle setzt. Zum Glück ähneln sich die beiden Mädchen.
Luisa ist froh, dem harten Leben als Wäscherin entkommen zu sein. Aber sie lebt ständig in der Furcht, entlarvt zu werden.

Sie verliebt sich in den Arzt Isaak Kopper, doch um den Kürschnerbetrieb aufrecht zu erhalten, muss sie einen Meister heiraten, so besagen es die Regeln der Zunft. 

Dieses Buch hat mich gespannt gefesselt, denn die Gefahr für die Pelzhändlerin Sibylla als ehemalige Wäscherin Luise erkannt zu werden, hat mich mitgerissen.

Besonders gut ist der Autorin die Schilderung der Zustände der Zeit gelungen. Die große Armut, die auch schon Kinder zu harter Arbeit zwang und die Darstellung der Häuser der Reichen, die sich Gedanken über die Einrichtung machen konnten und sogar Bedienstete hatten stehen in vollem Gegensatz der betroffen macht.


Geltendes Recht ließ damals grausame Strafen zu, so war es üblich, Dieben die rechte Hand abzuhacken und Gotteslästerern die Zunge herauszureißen.


Aber auch die untergeordnete Rolle der Frau zeigt sich an Sibyllas Beispiel deutlich. Auch wenn sie die Techniken und das Handwerk des Kürschnerfachs gut beherrscht, muss sie einen Meister heiraten, der den Betrieb laut Zunft führen darf. 


Dabei steht Sybilla auch vor der Frage: Familie oder Karriere. Ihre Gefühle und Wünsche schildert Ines Thorn sehr leidenschaftlich, dass man als Leser tiefen Anteil am Schicksal Sybillas nimmt. 



Ein unterhaltsamer und sehr bewegender Roman, der am Schicksal einer jungen Frau die Möglichkeiten und Probleme der Frauen im Mittelalter allgemein beschreibt. Gut zu lesen und interessant aufgebaut.


 

Samstag, 21. November 2015

Weihnachtliches Wunder von Angela Planert

Bezaubernde Geschichte, die märchenhaft anmutet!

Die kleine Kurzgeschichte Weihnachtliches Wunder von Angela Planert passt wunderbar in die vorweihnachtliche Zeit.

Der kleine Erylan steht völlig allein in der Welt da, es ist bitterkalt und um in seiner Unterkunft nicht zu erfrieren, muss er Feuerholz sammeln. Dabei stolpert er barfuss durch Eis und Schnee und verletzt sich dabei seine Füsse. Er wünscht sich ein Wunder herbei, denn es ist Heilig Abend.   





Diese kleine Geschichte wirkt wie ein Märchen, so bezaubernd und geheimnisvoll ist sie geschrieben. 

Man wird berührt von der Einsamkeit und dem Durchhaltevermögen des Jungen und sieht doch einzelne Hoffnungsschimmer, die er in seiner Situation erlebt. Es hat mich ein wenig an "Das Mädchen mit den Schwefelhölzern" erinnert, denn auch dort fühlt man Wehmut und Traurigkeit wie bei Erylan. 


So muss eine Weihnachtsgeschichte sein! Sie muss den Leser durch die eisige Nacht in Dunkelheit und Kälte an ein warmes Feuer führen, das zu einem Hoffnungsträger wird. Genauso erlebt auch Erylan sein persönliches Weihnachtswunder. Was das genau ist, möchte ich hier nicht verraten. Aber mich hat es zutiefst glücklich gemacht und berührt. 

Die Illustrationen sind sehr gelungen und bereichern die Geschichte ungemein.
Angela Planerts Kurzgeschichte ist mir zu Herzen gegangen und für die Tatsache, das sie gern noch länger sein könnte, ziehe ich einen Lesestern ab.


Eine ideale Kurzgeschichte für die Adventszeit, die zeigt, wie wichtig  Hoffnung und Zufriedenheit sind. Denn erst wenn die Hoffnung der Menschen erlischt, beginnt die Verzweiflung. Berührende Lektüre auch zum Vorlesen.


 
  ***Gewinnexemplar von lovelybooks - Vielen Dank
          an die Autorin für die Bereitstellung des e-books!***




Pasta e Opera von Antonio Carluccio

Kochen mit Opernmusik oder eher Essen bei Opernmusik!

Chefkoch Antonio Carluccio ist Italiener, wo nur die Liebe zur Musik mit der Begeisterung für gutes Essen konkurrieren kann. Das brachte ihn auf die Idee, ein Kochbuch mit italienischen Arien zu verbinden. 

Liebhaber italienischer Lebensart werden mit dieser Kombination aus Kochbuch und CD besonders zufrieden sein. Chefkoch Antonio Carluccio hat 60 klassische Rezepte zu 15 mehrgängigen Menüs zusammengestellt. Zur Abrundung des kulinarischen Genusses bietet die CD Arien und Chorwerke aus beliebten italienischen Opern. Ein willkommenes Geschenk für alle Italienliebhaber, für Opernfans und Freunde guten Essens.



Antonio Carluccio hat zu seinen 15 verschiedenen Menüs die entsprechende Musik gleich auf einer CD beigefügt. Darunter finden sich Arien aus Opern von Verdi, Puccini, Bellini, Leoncavallo und Donizetti. Die jeweilige
Handlung der Opern wird in kurzen Worten vorgestellt. So lernt man gleich noch etwas dazu.
Die 15 Menüs sind verständlich erklärt und nachkochbar, sehen appetitlich aus und die Zutaten sind sehr übersichtlich. Hier wird kein raffinierter Schnick-Schnack nötig. Dabei sind die Menüs durchaus hochwertig und schon etwas ausgefallen.


Es gibt einige Salate, diverse Nudel- und Hauptgerichte mit Fisch und Fleisch und leckere Nachspeisen. 
Besonders loben möchte ich z. B. die Garnelen mit Knoblauch, Öl und Peperoni, den Meeresfrüchtesalat und das Perlhuhn mit Granatapfelsauce.

Zu den einzelnen Gerichten erfährt man neben den Rezepten auch viel Wissenswertes um die Gerichte.
Ganz hervorragend ist die Bebilderung mit Gemälden Arcimboldos. Dieser Maler der Spätrenaissance hat mit seinen Tafelbildern genau die passenden Bilder mit Früchten oder Gemüsen gemalt, die das Buch optisch abrunden.

Den einzigen Nachteil sehe ich darin, dass die CD auf der Vorderseite des Buches angebracht ist, hier wäre eine innenliegende CD-Tasche schön gewesen.

Ein wunderschönes Buch, das italienische Küche mit der passenden Musik vereint und sich als Geschenk für Italienliebhaber kulinarisch und musikalisch anbietet. 



Freitag, 20. November 2015

Der tödliche Tanz des Monsieur Bernard von Marie Pellissier

Unterhaltsamer Krimi mit Blick hinter die Kulissen der Pariser Oper!


Marie Pellissier hat nach ihrem charmanten Debüt Die tödliche Tugend der Madame Blandel um die Pariser Gardienne Lucie Ferreira ihren zweiten Band geschrieben. Der tödliche Tanz des Monsieur Bernard erscheint ebenfalls im Diana Verlag

Lucie Ferreira hilft beim Putzen in der Pariser Oper aus. Der Ballettdirektor Monsieur Bernard stirbt einen Tag nach seiner großen Geburtstagsgala bei einem Sturz von der großen Freitreppe der Oper. Wieder ist das Opfer ein Bewohner des Wohnhauses an der Place des Vosges 3, in dem Lucie seit 40 Jahren als Gardienne arbeitet. Lucie glaubt nicht an einen Unfall und informiert Commissar Legrand. Natürlich ermittelt sie selbst auch wieder fleissig mit und begibt sich damit in einige Schwierigkeiten.





In diesem Krimi spielt besonders die Kulturszene und das Leben in Paris eine große Rolle. Als Leser geniesst man die schönen Beschreibungen des Innenlebens der Oper, der kunstvoll geschilderten Ballettszenen und von Paris im Allgemeinen. Das macht den größten Reiz dieses Buches aus, denn man erlebt dieses französische Lebensgefühl und die Welt des Balletts intensiv mit.

Die Charaktere liegen der Autorin besonders am Herzen, sie schildert sie sehr einfühlsam und genau. So erlebt man die Gedanken, Ideen und Ängste von Lucie sehr glaubhaft mit und begibt sich gemeinsam mit ihr auf die Tätersuche. Das Lucie eher übertrieben eifrig recherchiert, gibt der Geschichte einen unterhaltsamen Touch. 

Commissar Legrand wird in diesem Buch von der großen Liebe erwischt und agiert dadurch noch unkontrollierter und unfähiger in seinem Job als bisher. Nur seiner fähigen Mitarbeiterin und Lucie ist es zu verdanken, dass der Fall gelöst wird.
Dabei ist Legrand ein unterhaltsamer Charakter, dem man mit Kopfschütteln, aber auch mit ein wenig Nachsicht über seine lustigen Einsätze gegenüber steht. 
Er wirkt wie ein dummer Junge, der vor lauter Wald die Bäume nicht sieht.

Was mir ebenfalls gut gefallen hat, sind die dargestellten Intrigen und der künstlerische Konkurrenzdruck, die das Leben der Tänzer erschweren. Es wurde dadurch zu einer fesselnden Lektüre, die mit Lucies geführten Ermittlungen immer wieder neu aufgeheizt wurde.
Hier gab es einige Tatverdächtige, die man aber nicht so richtig zu fassen bekam. Erst das Ende brachte dann eine überraschene Auflösung, mit der man nicht gerechnet hatte.


Mit einem Faible für Paris erzählt Marie Pellissier mit schönen Orts- oder Situationsbeschreibungen ihren Krimi um die rüstige Lucie. Als französische Miss Marple kann man sie durchaus betrachten und mir hat dieser Krimi sehr viel Spaß und beste Unterhaltung geliefert. Ich freue mich auf mögliche weitere Fälle.



 
  ***Leserundenexemplar von lovelybooks - Vielen Dank
          an den Verlag für die Bereitstellung des Buches!***



Oh Schreck, du fröhliche! von Heike Abidi und Anja Koeseling

Der bunte Mix macht diese Adventsgeschichte so gelungen!

Pünktlich zur Adventszeit hat der Eden Verlag unter der Federführung von Heike Abidi und Anja Koeseling eine Anthologie von weihnachtlichen Geschichten herausgebracht. Der Titel Oh Schreck, du fröhliche! verspricht einen erzählten Adventskalender mit 24 chaotischen Geschichten für Lesefreunde. 

Weihnachten ist das Fest der Liebe, manchmal aber verläuft es nicht ganz so friedlich. 
Dann passieren Missgeschicke mit dem Tannenbaum oder dem Festessen, da nörgeln die Kinder an den Geschenken herum oder die Verwandten nerven einfach nur und es kommt zu Streit. 
Die Autoren dieses Buches haben sich mal ihre eigenen Gedanken zu diesem Thema gemacht.






Diese Sammlung hält eine bunte Mischung von Geschichten bereit, die besinnlich oder auch nachdenklich macht, humorvoll ist oder auch mal chaotisch daherkommt. Auf jeden Fall machen die kleinen Geschichten Spaß, die Adventszeit damit zu begleiten und sich auf das Fest zu freuen.

Unter den 24 Erzählungen ist für jeden Geschmack etwas passendes dabei.
Meine persönlichen Favoriten sind folgende:

- Einen schönen Auftakt bietet der Brief an den Weihnachtsmann.
Da bekommt man gleich mal einen Eindruck über Weihnachtsbrauchtum aus aller Herren Länder. Das ist nicht nur wissenswert, sondern auch noch schön erzählt.

- Ihr Kinderlein, brüllet
Das erste Fest mit Baby! Darauf freut sich jede Mutter. Doch dann geht es auf Tournee, um mit allen zu feiern. Dieses Abklappern der Familien kann schon echt Stress bedeuten. Sehr gern habe ich diese Geschichte gelesen und mich an eigene Erlebnisse erinnert.

- Das Lebkuchenmännchen
Diese Geschichte ist tiefer als sie auf den ersten Blick scheint. Sie ging mir direkt ans Herz. Hier sieht man mal wieder, jeder Mensch verbirgt seine speziellen Kenntnisse und Hobbies, die man nicht ahnt! Und wenn man aufeinander zugeht, kommen sogar Freundschaften zustande, an die man vorher nie geglaubt hätte.

- On the road ist sehr berührend. Hier wird mit zum Teil humorvollen Worten ein Lebensende beschrieben, das so vielleicht für den Betroffenen ein leichter Abschied war, aber die Tatsache ist dennoch traurig. Passt in der Aussage sehr gut in die Adventszeit.

- Ein Unfall mit weihnachtlichen Folgen - ach ja, so romantisch und das muss einfach auch mal sein! Eine rührende Liebesgeschichte, die schön geschrieben ist und die Gedanken fliegen lässt.

- Weihnachts(B)engel unter sich: die Geschichte finde ich witzig und sie passt gut in die heutige Zeit der Patchwork-Familien. So stelle ich mir eine Wohlfühlgeschichte vor.

- Herbert hört zu
Einfach toll, dieser schwarze Humor! Die allerbeste Geschichte mit einem thrillerhaften Ausgang. Mit "Köstlich, leckerer Kruste" sage ich nur!

An dieser Stelle könnte ich noch viele weitere Geschichten aufzählen, denn sie haben mich alle gut unterhalten. Ich werde mich jedoch zurückhalten.

Was aber ganz besonders an diesem Buch ist, sind Texte, die sich mit verschiedenen Themen weihnachtlich annähern. Wie finde ich das richtige Geschenk, welcher Dekotyp sind sie? Auspacken oder nur Aufreissen? Klasse ist ebenfalls das Quiz über alljährlich wiederkehrende Weihnachtsfilme.



Eine vielfältige, zum Teil sehr vergnügliche Begleitung durch die Adventszeit, die mit ihrem bunten Erzählmix verschiedener Autoren dem Leser die Weihnachtszeit näher bringt und mit interessanten Zusatztexten toll abrundet. Eine kalorienarme Alternative zum obligatorischen schokoladigen Adventskalender!


 
  ***Leserundenexemplar von lovelybooks - Vielen Dank
          an den Verlag für die Bereitstellung des Buches!***


Donnerstag, 19. November 2015

Novemberzugänge

Die letzten Tage trudelten wieder einige schöne Bücher bei mir ein! 

Da ich bei anderen Blogs auch gern solche Posts lese, zeige ich heute mal meine letzten Novemberzugänge. 


Leider ist ein Titel auf diesem Foto auf dem Kopf gelandet, aber ich denke, man kann ihn trotzdem erkennen. 
Was mich verwundert hat, alle Bücher sind rot oder weiß! Fast schon weihnachtlich, oder?

- Oh Schreck, du fröhliche! ist eine Anthologie von Heike Abidi und Anja Koeseling. Die darin enthaltenen Geschichten drehen sich ums Weihnachtsfest und zeigen amüsante, chaotische und zauberhafte Weihnachtserlebnisse der verschiedenen Autor/innen, die von Stress, nervigen Verwandten und Festtagsüberraschungen berichten. 
Dieses Buch habe ich von Lovelybooks erhalten und dazu läuft gerade eine Leserunde. 
Ich bin sehr angetan von dieser bunten Sammlung, die dem Leser die Vorweihnachtszeit mit ihren 24 Geschichten versüßen will. Gut als Adventskalender in Buchform geeignet. 
Wer also noch eine Adventsüberraschung für  Lesefreunde sucht, dem kann ich nur zuraten!




- Der tödliche Tanz des Monsieur Bernard von Marie Pellissier ist ebenfalls eine Leserunde von Lovelybooks. Dieser Krimi ist der zweite Band einer Krimireihe um die Gardienne Lucie, die nebenberuflich an der Pariser Oper ermittelt.

Spannend und sehr charmant wird hier erzählt, wie Lucie einen Mord aufklärt. Besonders interessant finde ich die Einblicke in die Welt des Balletts und der Pariser Oper.

 




Die anderen Bücher stelle ich in einem anderen Post vor! 
Ich muss jetzt erst mal weiterlesen! 
Au revoir!

Mittwoch, 18. November 2015

Alles vom Franz und seinen Freunden von Christine Nöstlinger

Kinderbuch-Geschenktipp für Weihnachten 


Christine Nöstlinger hat mit ihrem Titelhelden Franz einen tollen Charakter geschaffen. Alles vom Franz und seinen Freunden ist der Titel dieses Sammelbandes. Das Buch erscheint im Oetinger Verlag.


Franz und seine Geschichten sind richtig aus dem Leben gegriffen und er ist ein toller Junge, dem immer etwas einfällt. Er streitet sich auch schon mal mit Gabi, spielt dann aber auch mit Mädchen Fussball. Man kann ihn gut leiden und erlebt seine Geschichten gern mit, denn er lässt keine Katastrophe aus.



Nachdem meine Kinder einige Einzelbände aus der Bücherei geliehen hatten, war der Sammelband vom Franz schliesslich ein Geschenk zum Nikolaus.
In diesem Sammelband wird er zum Pferdefreund, seine witzigen Quatschgeschichten, Detektivgeschichten und Fussballgeschichten waren die liebsten Teile des Buches.

Aber es geht auch um Freundschaft, Ferien und um eine Klassenfahrt.
Diese Geschichten eignen sich gut für das erste Lesealter von 6 - 8 Jahren. 
Sie sind sehr unterhaltsam und gut verständlich, die Schriftgröße kommt Leseanfängern entgegen.


Wer noch ein kurzweiliges Buch für liebe Kinder zum Nikolaus sucht, ist hiermit gut beraten. Wir hatten viel Spaß mit diesem Franz und seinen Erlebnissen.  


Dienstag, 17. November 2015

Dampfnudelblues von Rita Falk

Bayrisch-komische Krimi-Hausmanskost 



Rita Falk legt mit Dampfnudelblues den zweiten Teil ihrer beliebten Provinzkrimireihe um Franz Eberhofer nach. Die Bücher erscheinen im DTV


Niederkaltenkirchen: Der Eberhofer Franz hat Stress mit der Susi, die sieht sich nämlich anderweitig um.
Dem Schulrektor Höpfl wird gedroht: in roter Farbe steht »Stirb, du Sau!« an seiner Hauswand. Kurz darauf liegt er auch schon tot auf den Bahngleisen. War das Selbstmord oder Mord? Der Stress geht weiter für Franz...




Wie man ihn so kennt, erzählt der Franz klipp und klar in seiner direkten, leicht derben Art von seinem Leben und dem neusten Fall. Als Dorfgendarm schiebt er eigentlich eine ruhige Kugel, doch im Moment hat er auch privat Stress mit der Susi. Denn Franz hat ihr unverblümt mitgeteilt, dass er keine Lust auf eine Ehe und Kinder hat. Da wars aus mit Susi. Das versteht er jetzt gar nicht, war doch so schön mit ihnen.
Grantelig und manchmal infantil muckt Franz so durchs Leben, dabei hat er eigentlich das Herz am rechten Fleck und ist durchaus ein guter Mensch. Auch wenn er seine Macht als Polizist gerne mal auf eigene Art und Weise auslegt und Gerechtigkeit neu interpretiert, so geht das doch nur zu Lasten der Bösen.

Seine kleine halbasiatische Nichte Uschi, von Franz immer Sushi genannt, kann niemand so gut beruhigen und zum Schlafen bringen wie Franz. Das nutzt seine Familie gern aus, aber solange ihm die Oma ihre köstlichen bayrischen Dampfnudeln zubereitet, macht er das gern.  

Der Hauptaugenmerk dieses Krimis liegt auf dem unterhaltsamen Privatleben der Eberhofers, dabei sind die Ermittlungen gut durchdacht und spannend eingewoben. Diese skurrile Ausnahme-Familie ist mit der tauben Oma, dem kiffenden Vater und der Kleinfamilie seines Bruders wirklich lustig beschrieben. Damit man auch nach dem Krimi noch ein Bayrisches Schmankerl erleben kann, gibt es ein paar Rezepte von der Oma zum Nachkochen.


Einfach saukomisch geschrieben, der Krimi ist schmückendes Beiwerk und die Verpflegung ist pfundig! Diese Reihe ist immer eine lohnende humorvolle Lektüre und der Franz ist spitze! 


Montag, 16. November 2015

Der Schwarm von Frank Schätzing

Tolle Vorlage für einen actiongeladenen Hollywoodstreifen!


Frank Schätzing schrieb seinen Wissenschaftsthriller Der Schwarm im Jahr 2004. Der Roman erscheint im Fischer Verlag. Dieses Buch hat mich total begeistert und obwohl ich es vor vielen Jahren gelesen habe, kann ich mich noch sehr gut an den Inhalt erinnern. Wenn ein Autor so etwas vermag, dann ist ihm ein sehr gutes Buch gelungen.
 

Es fängt mit dem Verschwinden eines Fischers vor Peru an. Norwegische Ölbohrexperten entdecken eigenartige Organismen, die den Meeresboden über große Flächen bevölkern. Im Nordwesten Amerikas werden Wale aggressiv und attackieren Boote, in Australien gibt es Quallenalarm. Was geht in den Meeren vor? Gibt es einen Zusammenhang, der Biologe Sigur Johanson glaubt nicht an Zufälle...   








Dieser Thriller hat mich mit seinen vielen wissenschaftlichen Tatsachen sehr fasziniert. Frank Schätzing hat dieses Wissen sehr detailliert und gut verständlich erklärt. Dabei gelingt ihm der Blick unter die Meeresoberfläche genauso wie der Einblick in die Kultur der Inuit. Aber auch die Probleme der Ölindustrie vor Norwegen werden deutlich gemacht. Gleichzeitig baut er ein sich anbahnendes Horrorszenario auf, bei dem eine hochintelligente Lebensform die Menschheit bedroht und zu zerstören scheint. 

So einleuchtend genau wie Schätzing diese Spezies namens "Yrr" beschreibt, kann man sich deren Entwicklung lebhaft vorstellen und man liest beängstigt weiter. Es bahnt sich eine Katastrophe an, die Charaktere versuchen, den Dingen auf die Spur zu kommen und rettende Maßnahmen zum Schutz der Menschheit und des Planeten Erde zu ergreifen. 


Im ersten Teil sensibilisiert Schätzing den Leser zu ökologischem Denken, dann aber kippt die Handlung filmreif ins Reich Hollywoods. US-Militär und CIA übernehmen das Kommando und kämpfen effektheischend um die Vernichtung der bedrohenden Spezies. Hier fühlt man sich an Hollywood-Verfilmungen wie Independence Day, Contact mit Jodie Foster und besonders James Camerons Erfolgsfilm Abyss erinnert.

Viele Leser haben dies dem Autor angekreidet, doch ich finde diese Dramatik schon sehr gelungen. Warum soll hier keine Vorlage für einen Kinostreifen entstehen?
Sicherlich sind einige Szenen ziemlich übertrieben dargestellt, die Spannung wird aber dadurch kontinuierlich hoch gehalten. Die Vorgänge auf der "Independent" sind so fesselnd, man ist in der Handlung gefangen und muss einfach weiter lesen. Das macht einen wirklich guten Thriller aus!
Da stört mich auch die Ähnlichkeit mit Filmen nicht im geringsten.


Dieser Thriller bietet eine sensationelle Wissensvermittlung, er zeigt auf, wie der Mensch seine Erde zerstört und ist überaus spannend zu lesen. Dieses Buch hat mir noch lange zu denken gegeben. Dafür gibt es selbstverständlich 5 Sterne von mir.



Sonntag, 15. November 2015

Das Austauschkind von Christine Nöstlinger

Überraschendes Buch für alle Altersklassen ab 10 Jahren! Hatte meinen Spaß damit!

Christine Nöstlinger schrieb das Jugendbuch Das Austauschkind, es erscheint im Beltz & Gelberg Verlag.

Ein Austauschkind, das immer nur 'Fish und Chips' verlangt, viel Geld braucht, um es im Prater in Spielautomaten zu stecken, und sich schließlich auch noch unsterblich verliebt. Oh dear! Ewalds Eltern wollen immer nur das 'Beste' für ihren Sohn. Auch dann, wenn Ewald darüber ganz anderer Ansicht ist. Diesmal haben sie ein englisches Austauschkind eingeladen. Eines, das alle Regeln und Gebote der Gastfamilie sanft staunend und achselzuckend abtut und von Erzieherautorität gar nichts hält, immer nur 'Fish und Chips' verlangt, viel Geld braucht, um es im Prater in Spielautomaten zu stecken, und sich schließlich auch noch unsterblich verliebt. Oh dear! (Klappentext)

Diesen Klappentext finde ich zu schön, um ihn hier zu ändern!



Christine Nöstlingers Jugendbuch wird für die Altersklasse 12-15 Jahre empfohlen. Ich glaube, es ist durchaus auch schon etwas für 10-Jährige.

Ewald hat Probleme im Englischen, so beschliessen seine Eltern, ihm einen englischen Jungen als Austauschschüler einzuladen. Leider entpuppt sich der guterzogene Junge Tom als dessen Halbbruder Jasper. Er ist aufrührerisch und trotzig und hält sich kaum an fremde Regeln. Die Familie ist echt gefordert, doch allmählich legen sich die Schwierigkeiten und er wird ein Teil der Familie.

Dieses Buch berichtet von Themen, die ganz alltäglich das Leben von Kindern und Jugendlichen begleiten. Es geht um die pubertären Probleme, die ganz große Liebe und die tägliche Auseinandersetzung mit den Erwachsenen. Wie Jasper immer Regeln bricht, sich dessen kaum bewusst wird und am Ende mit seinem Verhalten eine Familie im positiven Sinne wieder zu einem veränderten Leben verhilft, ist wirklich gut beschrieben.

Dabei gelingt der Autorin mit trockenem Humor, die Situation von Ewald zu beschreiben, der fassungslos Jaspers Verhalten und das seiner Eltern mit ansehen muss. Ich hatte viel Spaß mit dem Buch und kann es nur weiter empfehlen.
Welche Veränderungen sich nun durch Jasper so ergeben ist spannend zu lesen. Auch das er sich verloben will, erstaunt zutiefst.  Das Ende möchte man zu gern erfahren. 



Christine Nöstlinger hat in diesem Buch toll beschrieben, wie ein Austauschkind die Welt von Ewalds Familie durcheinanderbringt. Es ist sehr lustig zu lesen und macht richtig Spaß, auch aus Elternsicht!




Die Bastardtochter von Petra Schier

Erfreuliches Ende der Kreuz-Trilogie mit Liebe, Mystik und Intrigen unterhaltsam gespickt!


Mit ihrem historischen Roman Die Bastardtochter beendet Petra Schier ihre  Kreuztrilogie, deren Reihe "Die Eifelgräfin" und "Die Gewürzhändlerin" umfasst. Die Trilogie erscheint im Rowohlt Verlag.

Koblenz 1362:
Als uneheliche Tochter des Grafen Johann von Manten gilt Enneleyn als Bastard. Ihr Vater steht jedoch liebevoll verbunden zu ihr und lässt sie mit den ehelichen Kindern in seinem Haushalt erziehen. Ritter Guntram von Eggern hält um Enneleyns Hand an, sie lässt sich von seinem Gebahren blenden und heiratet ihn. Erst in der Ehe zeigt er sein wahres Gesicht und sie muss erkennen, dass sie an seiner Seite nicht glücklich werden kann.


  



Diesen 3. Band kann man durchaus ohne Kenntnis der Vorgängerbücher lesen. Alles Wesentliche ist im Buch gut ersichtlich geschildert, sodass sich keine Wissenslücken auftun.  

Petra Schier beweist in diesem Roman erneut ihren sehr unterhaltsamen Erzählstil, der den Leser wieder einmal in die Zeit des 14. Jahrhunderts nach Koblenz entführt. Dabei spinnt sie die mystische Geschichte um das silberne Kreuz des Zachäus weiter. Das gibt dem Ganzen einen Hauch von Fantasy, es zeigt im Grunde wie abergläubig die Menschen damals waren. Sogar Gewitter galten als Zornausbruch Gottes. Auch wenn ich diese Art von Mystik nicht besonders mag, verleiht das Kreuz dem Roman ein symbolträchtiges Element. Der Glaube an Übersinnliches war prägend für die Menschen im Mittelalter.

Vordergründig geht es um die Bastardtochter Enneleyn, die in einer unglücklichen Ehe mit einem machtgierigen Mann gefangen ist und einiges an Leid ertragen muss. Sie fügt sich in ihre Rolle. Wie wenig Rechte Frauen früher zustanden, wird hier sehr deutlich gezeigt. Frauen waren mit der Eheschliessung von ihrem Mann abhängig. Wie es im Epheserbrief heisst: Die Frau sei dem Manne untertan... Scheidungen waren nahezu unmöglich, im äußersten Fall gingen die Frauen in ein Kloster. 

In diesem Roman kommen Intrigen, Morde und Gewaltausbrüche vor, aber auch Liebesmomente und Gefühle werden nicht vernachlässigt. Es kommt keine Langeweile auf und auch wenn einige Ereignisse vorhersehbar erscheinen, verläuft die Spannung bis zu einem aufregenden Ende. Ich habe dieses Buch interessiert und gefesselt bis zum Schluss gelesen und es zufrieden zugeklappt. Besser kann der Abschluss einer Trilogie nicht verlaufen.   

Ein umfangreiches Personenregister, eine persönliche Anmerkung der Autorin und ein mittelalterliches Rezept beschliessen diese Kreuzreihe.


Dieser Roman hat mich sehr gut unterhalten, er hat einige Schwierigkeiten der damaligen Zeit gut aufgezeigt und die Kreuzreihe zu einem würdigen Abschluss gebracht. 



 ***Leserundenexemplar von lovelybooks
                     Vielen Dank für die Bereitstellung des Buches!***



 

Samstag, 14. November 2015

Der Traum des Baders von Beverly Swerling

Interessante Darstellung der Entwicklung der Medizin und der Geschichte New Yorks!

Den historischen Roman Der Traum des Baders schrieb Beverly Swerling im Jahr 2003. Er erscheint im Heyne Verlag.



Lucas Turner und seine Schwester Sally gehen als Einwanderer auf der Insel Manhattan an Land. Sie suchen ihr Glück in der Neuen Welt. Doch in der dicht besiedelten Stadt, die von feindlichem Indianergebiet umgeben ist, warten neue, nie gekannte Gefahren auf sie...





Dieser Roman führt in eine Zeit um 1625, als New York noch eine
kleine holländische Siedlung war. Der Hauptort der Kolonie war Neu-Amsterdam, das spätere New York. Hier landeten die europäischen Auswanderer, die Holländer kauften den Indianern "Manna-hatta" ab und gründeten dort eine Siedlung, das spätere Manhattan.
Die Entwicklung  und räumliche Ausbreitung der Stadt wird im Roman sehr gut beschrieben. Die historischen Einzelheiten erfährt man durch die Schilderung der Nachfahren von Lucas und Sally.

Lucas arbeitet als Bader und Sally findet eine Stelle als Apothekerin. Der Roman geht in großen zeitlichen Sprüngen vor und so erlebt man die nachfolgenden Generationen der Familie, die vielfach im Bereich der Medizin arbeiteten. Die Beschreibung der Personen und ihrer medizinischen Behandlung führt unterhaltsam und sehr deutlich vor Augen, wie die Bader noch ohne Narkose und mit einfachsten Mitteln, den Menschen helfen mussten. Erst allmählich entwickelte sich die Medizin weiter. Diese Schilderungen machen den interessantesten Teil des Buches aus und führen dem Leser grausam erscheinende Behandlungsmethoden vor Augen.
 
Die Sprache ist leicht zu lesen und der Zeit entsprechend mit einigen vulgären Ausdrücken gespickt. Auch Liebesszenen gibt es zuhauf. 


In vier Teilen wird jeweils das Schicksal einer anderen Generation beleuchtet. Dabei hätte ich gern noch über das Leben einiger Personen mehr gelesen. So muss man sich häufig an neue Charaktere gewöhnen und die Familiengeschichte wird eher zur Grundlage für eine fortschreitende medizinische Entwicklung.


Wer Spaß an der historischen Entwicklung New Yorks hat, etwas medizinisches Interesse hat und eine Auswanderergeschichte schätzt, dem kann ich diesen Roman durchaus empfehlen.