Donnerstag, 31. Dezember 2015

Lesemonat Dezember 2015

Hallo liebe Lesefreunde!

In diesem Monat gab es einige Feiern, Weihnachtsvorbereitungen und sogar einen tollen Gewinn auf dem Blog Traumfantasiewelten.

Trotzdem habe ich 14 Bücher gelesen und dabei einige Krimis im Gepäck gehabt. Ich habe mich bei lovelybooks bei der Krimi Challenge angemeldet und noch ein paar spannende Bücher dafür gelesen.

Meine Highlights in diesem Monat waren:


- Der Engel von Graz von Robert Preis
  
Der Engel von Graz

- Herbstlaub von Thomas Eppensteiner (Leserunde auf lovelybooks)
 
Herbstlaub

- Wie das Schneeglöckchen zu seiner Farbe kam von Nikola Hahn (Märchen mit  wunderschönen entspannenden Ausmalbildern)
Wie das Schneeglöckchen zu seiner Farbe kam

Unter die Räder gekommen von Peter Märkert (ebenfalls eine Leserunde auf lovelybooks)

Unter die Räder gekommen

- Frühling, Sommer, Herbst und Günther von Marco Tschirpke
 
Frühling, Sommer, Herbst und Günther - Die komischen Gedichte von Marco Tschirpke

- Grimmbart von Volker Klüpfel
Grimmbart 
 
-In der Liebe und beim Bügeln ist alles erlaubt
In der Liebe und beim Bügeln ist alles erlaubt
-Sterbegeld von Judith Winter (Reziexemplar von vorablesen)
Sterbegeld
- Der Käfer von Thomas Hesse
Der Käfer
Tante Poldi und die sizilianischen Löwen von Mario Giordano
Tante Poldi und die sizilianischen Löwen

- Pretty Girls von Karin Slaughter

Pretty Girls

- Blauäugig von Beate Winter
Blauäugig



Einen schönen Jahreswechsel wünsche ich euch und ein gutes, gesundes und glückliches neues Jahr 2016!

 



Blauäugig - Beate Winter

Fesselnder Krimi um einen Vorbestraften, der erneut verdächtigt wird.

 

Der Kriminalroman Blauäugig von Beate Winter spielt in Gifhorn und erscheint im Sutton Verlag.

Kaum aus dem Gefängnis entlassen, wird Richard Wehmeier erneut des Kindsmordes verdächtigt. Nun muss er seine Unschuld in beiden Fällen beweisen, um sein altes Leben zurückzubekommen. Der Gifhorner Kommissar Kilian Frommelt hat bereits vor acht Jahren Zweifel an Wehmeiers Schuld gehabt. Trotz aller Indizien, die gegen Wehmeier sprechen, versucht er, dessen Unschuld zu beweisen. Und setzt dabei sogar seinen Job aufs Spiel ...




Gleich zu Beginn geht es in diesem fesselnden Krimi um ein Kind unter Angstzuständen. Diese Gefühle sind so hautnah beschrieben und ergreifen mich sofort.

Die Autorin hat ihre Geschichte auf einige sich häufig ändernde Perspektivwechsel aufgebaut und dieser schnelle Wechsel bewirkt eine rasante Spannung. Die Handlung ist logisch erklärt und an und für sich recht unblutig beschrieben. Das Aufgreifen der Themen Kindesmissbrauch und Kindesmord sind allerdings für mich dennoch eine grausame Vorstellung.

Eine flüssiger und recht bildhafter Schreibstil macht den Krimi sehr unterhaltsam und man kann sofort gut in die Szenerie eintauchen.
Mir hat es als Ex-Gifhornerin natürlich sehr gut gefallen, viele der Schauplätze persönlich zu kennen. Doch Ortsfremde werden über die mir bekannten Namen sicher locker hinweglesen und dem gelegentlichen Lokalkolorit keine große Bedeutung beimessen. Mir kommt bei Betrachtung des Covers allerdings sofort ein wenig Heimatgefühl auf.

Die Charaktere sind bunt gemischt, es gibt gute und unsympathische Figuren, die authentisch und detailliert geschildert werden. Deutlich gemacht werden vor allen Dingen die verschiedenen Emotionen der Protagonisten. Gerade in Richard Wehmeier mit seinen Sorgen und Nöten konnte ich mich gut hineinversetzen. Er erschien mir so sympathisch, dass er gar nicht der Täter sein konnte.

Gut gefiel mir auch Kommissar Frommelt und sein Team. Die kurzen Einblicke in ihr Privatleben haben mich gut unterhalten und sie näher erklärt. Von diesem Team möchte ich gern weitere Fälle in Buchform mitverfolgen und hoffe sehr auf eine Fortsetzung.

Die Aufklärung hat mich miträtseln lassen und einige Wendungen haben es mir nicht leicht gemacht, den Täter zu erkennen. Dadurch verläuft der Spannungsbogen auch bis zum Ende kontinuierlich weiter. 

 

Beate Winter hat es in diesem Krimi geschafft, den Leser zu fesseln und auf eine anspruchsvolle Weise zu unterhalten. Dabei wird der Einblick in die menschlichen Seele sehr deutlich gemacht. 
 


 

Mittwoch, 30. Dezember 2015

Rote Sonne, schwarzes Land - Barbara Wood

Fesselnde Familiensaga aus Kenia mit Einblicken in Stammesrituale und Okkultismus

 

Barbara Wood schrieb die Afrikasaga Rote Sonne, schwarzes Land.

Die Familie Treverton hat mit ihrer Kaffeeplantage eine koloniale Machtstellung und interessanterweise wird die Familie noch von einem alten Fluch belegt und diese Darstellung hat wie gesagt, Voodoo-Charakter. Neben Lord und Lady Treverton zieht auch Grace Treverton nach Kenia, um dort als Ärztin zu arbeiten. Sie gründet später eine Missionsschule und bildet Krankenschwestern aus. 
Grace Nichte Deborah erfährt mit Hilfe von Graces Tagebuch aus dem Leben der Tante und von ihrer Liebe zu einem Schwarzen.  



Dieses Buch ist keine reine Familiensaga, sondern es zeigt anschaulich die Entwicklung Kenias von der Kolonialzeit bis zur Gegenwart der 80er Jahre. Dabei wird keine romantisches Bild gezeichnet, es geht mit althergebrachten Ritualen nach okkultem Vorbild im afrikanischen Stammesverband recht grob zur Sache. Wer etwas zartbesaitet ist oder eine romantische Liebesgeschichte vor derm Hintergrund der Serengeti erwartet, dem möchte ich von diesem Buch lieber abraten. 

Es wird deutlich beschrieben, wie der afrikanische Stamm im Konflikt zu den weißen Siedlern steht und die beschriebenen Sitten, Traditionen und abergläubischen Bräuche sind klar zu erkennen. Man bekommt ein Gefühl von afrikanischem Spirit und den Voodoo-Handlungen und auch das Thema Beschneidungen von Mädchen ist im Roman eingebunden. Die politische Ebene zeigt die berüchtigten Mau Mau Aufstände, die den Wandel der Gesellschaft anzeigen.

Ansonsten ist dieser Roman teilweise zu ausführlich, die Personenfülle und die verschiedenen tragischen Lebensgeschichten sind mir etwas zu viel.



Ein Roman über eine weiße Siedler-Familie in Kenia, über die Schwarzen und deren Lebensgewohnheiten und eine Liebe, die mit Schwierigkeiten belegt ist. Ein interessanter Einblick in Herz und Seele Afrikas.
 

Montag, 28. Dezember 2015

Das fliegende Klassenzimmer - Erich Kästner

Geschichte von Mut und Freundschaft

Erich Kästner schrieb im Jahr 1933 sein Kinderbuch Das fliegende Klassenzimmer

Dieses Kinderbuch hat schon einen zeitlosen Klassik-Charakter und bietet eine sehr spannende und rasant erzählte Geschichte um einige Jungen eines Internats. Seine Figuren zeichnet Kästner mit großem Verständnis für die Sorgen und Ängste von Kindern. Es gibt den schüchternen kleinen Uli, den ewig hungrigen Matz, den fleißigen Sebastian und den Tausendsassa Johnny Trotz. Diese Jungen entwerfen ein Theaterstück für den letzten Schultag vor den Weihnachtsferien. Es soll eine Überraschung für ihren Lieblings- Hauslehrer Dr. Bökh sein.
Doch bis die Aufführung stattfinden kann, gibt es noch einigen Ärger mit den Jungs von der Realschule, ihren erklärten Feinden. Außerdem macht Uli aus einer Mutprobe bitteren Ernst und die Freundschaft der Jungen wird gehörig auf die Probe gestellt.



Erich Kästner beschreibt eine Geschichte von Kindern und ihren verschiedenen Fehlern und Schwächen und aber von ihrer Freundschaft und Hilfsbereitschaft und dem Vertrauen füreinander. Er zeigt wie sie sich persönlich entwickeln, weil sie zueinander stehen und auch von ihren Lehrern ernst genommen werden. 
Die Schüler sind sympathisch durch ihre Normalität und ihr faires Verhalten und entwickeln sich schon ein wenig zu kleinen Helden. Hier werden Kinder als Kinder gesehen und auch ihre beschriebenen Streiche machen den Zauber dieser gelebten Kindheit mit aus.

Dieses Buch ist sprachlich nicht dem heutigen Sprachgebrauch folgend, es ist die Rede von Schulstufen, die heute nicht mehr in Primus, Primaner oder Tertianer unterteilt, aber man kann dem Inhalt wunderbar folgen und wird gut unterhalten.
Gerade heute finde ich solche Ausflüge in die Vergangenheit für Kinder sehr lehrreich, da sie die anderen Lebensbedingungen deutlich machen. 


Auch wenn in diesem Buch von Mädchen keine Rede ist, ist es doch ein tolles Kinderbuch für beide Geschlechter und auch für alle Altersklassen. Ein echter zeitloser Klassiker der Kinderbuch-Literatur gerade durch die Sprache Erich Kästners.    



Sonntag, 27. Dezember 2015

Mein Gewinn

Wunderbarer Büchergewinn und mehr

In der Adventszeit habe ich an einem Gewinnspiel auf Kendras Blog Traumfantasiewelten teilgenommen und auch gewonnen. 
Letzte Woche pünktlich zu Weihnachten kam das Paket an und nun schaut euch das mal an! Ich war echt völlig aus dem Häuschen!


Nachdem ich alles ausgepackt hatte, war die Freude riesengroß! 
Ein genialer Gewinn mit vier tollen signierten Büchern und einer Menge Überraschungen in süßer Form kam zum Vorschein. 

Schön geordnet sah das Ganze dann so aus!  


Ich habe mich total gefreut und die Thriller gefallen mir alle sehr gut. 
Das Süße trifft genau den Geschmack meiner Familie und ich geniesse besonders den Tee mit den Keksen.  

Vielen Dank der lieben Kendra und den Autoren für diese Bücher!

Donnerstag, 24. Dezember 2015

Frohe Weihnachten

Liebe Leser und Follower! 

 

Ich wünsche euch eine schöne und besinnliche Weihnachtszeit und einen guten Start ins Neue Jahr!

Natürlich wünsche ich euch auch ein paar Geschenke und Bücher unter eurem Baum, so wie diesen Stapel, den ich 2014 verschenkt habe. Macht euch ein paar gemütliche Tage, dankt Gott wie gut es uns geht und freut euch auf das Jahr 2016!







 Frohes Fest und einen guten Jahreswechsel!

sommerlese




 

Fräulein Smillas Gespür für Schnee - Peter Hoeg

Melancholisches Werk vor Eis und Schnee

Peter Høegs Roman Fräulein Smillas Gespür für Schnee erschien 1994 im Rowohlt Verlag.



Im Kopenhagener Hafenviertel stürzt ein kleiner grönländischer Junge vom Dach eines Lagerhauses und stirbt. Die Polizei stellt es als Unfall dar, für Smilla Jaspersen, die grönländische Nachbarin Jesajas, steckt jedoch mehr dahinter. Für sie gibt es zu viele Fragen, die ungeklärt sind. Entschlossen forscht sie nach den Antworten und muss dafür sogar eine Reise in ihre alte Heimat antreten. 




Peter Høegs "Fräulein Smillas Gespür für Schnee" ist ein melancholisches Werk. Es spiel inmitten von Winter, Eis und Schnee. Høeg erzählt in diesem Buch mit sehr philosophischer Sprache, die schön zu lesen ist, den Lesefluss allerdings etwas behindert. Man hat das Gefühl, dass er zwar wortgewaltig bleibt, aber doch abschweift, wenn er Rückblenden aus Smillas Leben einstreut. Der Roman erscheint melancholisch, eisig und detailliert genau und führt zu einem komplexen Werk, dem ich mich nicht entziehen konnte.  

Die Exil-Grönländerin Fräulein Smilla Jaspersen erzählt in diesem Roman über ihre Erlebnisse um die Ermittlungen und den Tod ihres geliebten Freundes Jesaja. Ihre Nachforschungen bringen sie in ein immer dichter werdendes Dickicht aus Geheimnissen.
Smilla ist eine unabhängige starke Frau, die ihrer Heimatwurzeln entrissen ist, an Einsamkeit leidet, einen hohen Gerechtigkeitssinn hat und trotz ihrer rauhen Schale einen weichen Kern besitzt. Mir erschien sie recht unnahbar und kühl, sie ist ein interessanter ungewöhnlicher Charakter.

Ihre Erinnerungen führen durch das Buch und so bekommt der Leser einen wunderbaren Einblick in das Leben der Inuit. Man erfährt wie schlecht die Eingliederung der Grönländer in die dänische Gesellschaft funktioniert . Beeindruckend ist allerdings die genaue Beschreibung der faszinierenden Stimmung des Polareises, des einzigartigen Eismeeres und der Eis- und Schneeluft. Peter Høeg benutzt auch einige Worte aus der Inuit-Sprache, die diese eisige Atmosphäre noch authentisch unterstützen.

Der Spannungsbogen zieht sich trotz der ausführlichen Rückblenden konsequent durch das Buch. Die eisige Stimmung und die trüben Nebel verstärkten den Eindruck einer düsteren Geschichte geschickt.
Hier wird nicht an der Oberfläche gekratzt und lediglich ein Mord aufgeklärt, sondern hier wird gezeigt, wie schwierig Integration und selbstbestimmtes Leben ist.

Ein wortgewaltiger Roman mit Krimihandlung, der Arktis-Fans begeistern wird. Besonders die Beschreibung von Eis und Schnee fasziniert!
 

 

Mittwoch, 23. Dezember 2015

Pretty Girls - Karin Slaughter

Karin Slaughter hat mal wieder bewiesen, wer die Queen des Thrillers ist!


Karin Slaughter ist ein Erfolgsgarant ihres Genres, was sie auch mit ihrem neuesten Thriller Pretty Girls beweist. Das Buch erscheint im Harper Collins Verlag

Im März 1991 verschwindet die 19-jährige Julia nach einer Party spurlos und taucht auch nicht wieder auf. Die Ermittlungen bringen keine Ergebnisse zutage. Die Familie wird kaum mit dem Verlust des Mädchens fertig und zerbricht daran. 24 Jahre später erschüttert eine brutale Mordserie den amerikanischen Bundesstaat Georgia.  Claire, Julias Schwester, und ihr Mann Paul werden Opfer eines Raubüberfalls. Claire findet bei ihrem Mann extrem brutales Filmmaterial. Ist das wirklich ihr Mann, dem diese Filme gehören?
Sie beginnt eine gefährliche Spurensuche, um die Wahrheit herauszufinden. 



Dieser Thriller hat mich umgehauen, so großartig und fesselnd ist er geschrieben. Mal wieder hat Karin Slaughter gezeigt, wie man mit tiefen Einblicken in die menschliche Psyche, brutalen Themen und der Ungewissheit von Gut und Böse spielen kann und die Leserschaft in einen atemberaubenden Taumel von abstossenden Gefühlen, Angst, Unsicherheit und Ratlosigkeit stürzen kann. 

Das ist ihr mit einem schonungslosen Schreibstil und einer unmenschlich erscheinenden Charakterisierung des Täters grandios gelungen. Wie hier der Psychopath und sein Doppelleben dargestellt wird, ist grausam und sehr detailgetreu und wirkt authentisch. Fast glaubt man, hier ein forensisches Gutachten selbst erstellen zu können, so genau werden die krankhaften Schübe beschrieben. Die Autorin umschreibt sehr  intensiv die verschiedenen Schauplätze, die Atmosphäre und die Emotionen der Figuren. Man kann nur sagen: Hut ab!

Immer wieder folgen in diesem Thriller Handlungen, die wirklich hart an der Grenze des Zumutbaren liegen und den Leser zum Weiterlesen zwingen. Es gibt grauenvolle Szenen, aber noch packender erscheinen mir die Versuche der Protagonistin Claire, die versucht, die wahre Identität ihres Mannes und einiger Mittelsmänner herauszufinden. Die emotionale Ungewissheit dieser Frau springt direkt auf den Leser über. Wem kann sie noch trauen? Der Schwester, dem Ehemann, dem FBI-Beamten, der Polizei?
Man ist lange Zeit ratlos und verfolgt ihre Spurensuche mit unheimlicher Spannung. Schonungslos offenbahrt sich die Wahrheit nach und nach und am Ende des Buches gibt es ein wahres Feuerwerk eines extremen Showdowns.

Die Handlung dreht sich um das furchtbare Thema Snuff-Pornografie, deren Filme gestellt oder auch echt sein können. Diese widerwärtigeThematik wurde hier sehr intensiv und detailgetreu in das Buch eingearbeitet. Auch diese Darstellung bewirkt ein nervenzerrendes Erlebnis voller Abscheu beim Lesen. 


Karin Slaughter taucht hier immer wieder neu in die menschlichen Abgründe ein und die einzigen Erholungspausen gönnt sie dem Leser, wenn sie die Arbeit der Ermittler zeigt oder die harmonischen Momente der Familienmitglieder. Diese Familie zerbrach an der Ungewissheit über die verschwundene Tochter und niemand wusste noch, wem man glauben sollte. Die geschickte Einarbeitung von Verdächtigungen und Wendungen sind außergewöhnlich und fesseln ungemein. Dieser Thriller ist rasant und packend geschrieben und die grausamen Handlungen sorgen für Abscheu und Ekel. Dennoch wird die Grenze nie mit Details überschüttet und damit überschritten.

Ich bin beeindruckt von diesem Buch und die grausame Verkettung von Ungewissheit, Brutalität, psychologisch krankhaften Trieben und den mitleidserregenden Opfern hat mich echt erschüttert. Dieser Thriller ist ein wahrer Nervenkitzel und man kann ihn nur verschlingen. Ganz großes Thrillerereignis und damit nur zu empfehlen!


Von Anfang bis Ende ein genialer Thriller! 





Pretty Girls habe ich bei einem Adventskalendergewinnspiel von Harper Collins gewonnen. Vielen Dank an dieser Stelle für das tolle Buch!  

Michel bringt die Welt in Ordnung - Astrid Lindgren

Knirpsschweinchen und die beschwipsten Hühner

 

Der dritte Band der Michel-Reihe von Astrid Lindgren heißt Michel bringt die Welt in Ordnung.

Michel macht mehr Unfug, als das Jahr Tage hat! Den Hühnern gibt er vergorene Kirschen zu essen und seine kleine Schwester Ida malt

er im Gesicht ganz blau an. Doch Michel bringt die Welt auch in Ordnung und wird diesmal sogar zum Lebensretter: Er bewahrt Knirpsschweinchen davor, als Weihnachtsbraten zu enden …





Auch in diesem Buch macht Michel wieder eine Menge frecher Streiche und dennoch muss man über ihn lachen.
Da will er den Hühnern etwas Gutes tun und verfüttert die vergorenen Kirschen, die ja nun wirklich zu schade sind, um auf dem Müll zu landen. Das die Hühner allerdings davon wie tot umfallen, erschreckt auch Michel. Aber glücklicherweise erholen sie sich ja wieder und nüchtern allmählich aus.

Michels Ferkel soll eigentlich als Weihnachtsbraten dienen. Wie es Michel gelingt, sein Knirpsschweinschen vor diesem Ende zu retten, möchte ich hier nicht verraten. Diese Geschichte muss man selbst lesen.

Dieses Buch ist wieder für alle Altersklassen geeignet und macht allen gleichermaßen viel Spaß. Als Vorlesebuch für die ganz Kleinen oder zum Selbstlesen finden sich hier lustige Episoden, die gut unterhalten. Astrid Lindgren schreibt eine eindeutige Sprache, die auch Kindern gleich verständlich ist.


Ein wunderschöner Kinderbuch-Klassiker, den jedes Kind mal gelesen oder gehört haben sollte.   




Michel muss mehr Männchen machen - Astrid Lindgren

Michel macht nicht nur Blödsinn, sondern auch eine gute Tat!

Astrid Lindgren hat in ihrer Kinderbuchreihe um Michel aus Lönneberga den zweiten Teil Michel muss mehr Männchen machen genannt.


Michel ist kleiner blonder schwedischer Junge, der auf Katthult lebt und ständig mit seiner überbordenden Fantasie Dinge anstellt, die eigentlich gar nicht böse gemeint sind, aber häufig für seinen Vater böse enden. Wie zum Beispiel an dem Tag, als Michel die Mausefalle ausgerechnet so hinstellt, dass sein Papa mit dem großen Zeh hineintappt. 





Wer die Familie Svenson kennt, weiß was das für Michel bedeutet:
Er muss im Tischlerschuppen seine Strafe absitzen und dort vertreibt er sich die Zeit mit dem Schnitzen von Holzmännchen. Er ist schon ein recht geübter Schnitzer und hat schon eine Holzmännchen-Sammlung von mehr als 100 Stück zusammen, was ja leider heißt, dass er allerlei Unfug angestellt hat. 


Doch wie auch immer, Michel hat ein gutes Herz und so ist er derjenige, der Knecht Alfred mitten in der Nacht während eines heftigen Schneesturms zum Arzt bringt. Alfred hat eine Blutvergiftung und verdankt schließlich sein Leben dem kleinen mutigen Jungen.

Michel besucht eine Auktion und obwohl ihn sein Vater, Alfred und auch Lina nicht mitnehmen wollen, besteht die Mutter auf seine Teilnahme. Was er dort alles anstellt und wie er absolutes Verhandlungsgeschick beweist, ist äußerst lesenswert. Denn Michel mag klein sein, etwas eigensinnig und durchaus auch frech, aber an Bauernschläue kann ihn kaum jemand überbieten. 

 

Ein witziges Kinderbuch mit einem tollen kleinen Helden, der Alt und Jung Freude macht, vielleicht nicht gerade seinen Eltern, aber allen Lesern auf alle Fälle!



 

Dienstag, 22. Dezember 2015

Der Steppenwolf - Hermann Hesse

Literarisches Meisterwerk über den Platz des einzelnen Menschen in der Gesellschaft

 

Der Steppenwolf ist eine Erzählung von Hermann Hesse, die vor 70 Jahren erschien.

Harry Haller hat sich der bürgerlichen Welt entfremdet. Er leidet an seiner Zerissenheit und empfindet halb als Mensch, halb als Wolf. Er sehnt sich nach Zugehörigkeit, nach Harmonie und Liebe, will aber auch unabhängig und frei sein und verabscheut alles Normale. Dieser Zwiespalt führt ihn immer tiefer in eine existenzielle Krise, in der er Selbstmord als einzigen Ausweg sieht. Doch Hermine, eine Prostituierte, und das Magische Theater helfen ihm, sich selbst zu erkennen und das Leben leichter zu nehmen.


 
Dieses Werk Hesses ist durch seine intensive Sprache ein ganz besonderes Leseerlebnis. Man muss hier die Sätze auf sich wirken lassen und das braucht Zeit. Aber die Zeit sollte man sich nehmen, um auch die eigene Position im Leben und in unserer Welt zu überdenken.

Harry Haller versucht seine Ideale zu leben. Genau das wünscht sich jeder junge Mensch bis er erlebt, dass die Lebensgrundlage auch auf Routine und Alltagsgeschäft und damit einem angepasstem Leben besteht.

Harry will einerseits unabhängig sein, andererseits sucht er aber auch den Schutz durch die Gesellschaft. Auf jeden Fall hinterfragt er das Leben und so findet sich der Leser in der Situation, für sich selbst die Parallelen zwischen dem Buch und seinem eigenen Leben zu suchen.

Steppenwolf ist sicherlich keine Mainstream-Lektüre, man muss sich auf dieses philosphische Werk einlassen und auch die magische Theaterwelt ein wenig als selbst erschaffene Lebensphilosophie oder als eigenes Leben anerkennen, dann findet man hier interessante Denkanstösse.
 

Was ich aus diesem Buch für mich selbst mitgenommen habe, ist die Erkenntnis: nie aufgeben und das Leben so annehmen wie es kommt. Man kann immer noch das Beste daraus machen.   



Der Steppenwolf ist zeitlos und lesenswert. Er spricht all die Menschen an, die das Leben hinterfragen und die noch Ideale haben. Die ihren Platz im Leben sinnvoll nutzen wollen und nicht der Allgemeinheit hinterher rennen und jedem modischen Hype nacheifern.  


 

Sonntag, 20. Dezember 2015

Michel in der Suppenschüssel - Astrid Lindgren

Michel ist kein Suppenkasper

Die wunderbare Schriftstellerin Astrid Lindgren schrieb die Geschichte von Michel aus Lönneberga im Jahre 1963. Der erste Teil der Buchreihe ist Michel in der Suppenschüssel. Das Buch erscheint im Oetinger Verlag.

Michel aus Lönneberga ist fünf Jahre alt und stark wie ein kleiner Ochse. Er ist ein niedlicher Junge, aber er ist schon recht eigensinnig und hat jede Menge Unsinn im Kopf. Wie zum Beispiel an dem Tag, als Michel seinen Kopf in die Suppenschüssel steckt …






Über diese Episode aus Michels Leben kann man eigentlich immer wieder lachen. Er ist so begeistert von der leckeren Rindfleischsuppe, dass er unbedingt den letzten Rest davon haben muss. Also steckt er den Kopf in die Schüssel. Die Folge ist eine Fahrt der Svensons zum Doktor. Der sieht es mit Humor. Für Michel allerdings endet dieser Tag mal wieder im Tischlerschuppen, wo er seine Holzfigürchen schnitzt.

Es ist so schön, wie Astrid Lindgren die Streiche von Michel auf eine ganz alltägliche einfache Weise beschreibt und damit voll den Nagel auf den Kopf trifft. Man kann von diesem Buch einfach nur begeistert sein, so gut unterhält es und macht richtig Spaß.

Worüber ich dann doch etwas erschrocken war, ist die Tatsache, dass
die Dorfbewohner für Michels Eltern Geld sammeln und dadurch erreichen wollen, dass die Eltern ihn nach Amerika schicken, weil er in ihren Augen zu viel Unfug macht.
Doch Kinder sehen dahinter wohl nicht so sehr die böse Absicht, als eher das Grausen was Michels Streiche mit sich bringt.

Dieses Kinderbuch unterhält auf humorvolle Weise, zeigt Kindern die Grenzen von bösen Streichen auf und ist dennoch nicht mit erhobenem Zeigefinger erzählt. Eine wunderbare lustige Geschichte, die man immer wieder lesen kann. 


 

Die Glasbläserin von Murano Marina Fiorato

Schönes Murano-Flair und interessante Glasbläserkunst, aber eine öde Liebesgeschichte

Marina Fiorato schrieb den historischen Roman Die Glasbläserin von Murano im Jahr 2007. Das Buch erscheint im Rowohlt Verlag.

Leonora Manin wird von ihrem Mann verlassen und fährt nach Venedig um mit Glas zu arbeiten und ihrem Familienerbe auf die Spur zu kommen. Dabei stösst sie auf ein altes Familiengeheimnis ihres Vorfahren Corradino Manin. Er war 1650 ein berühmter Meister der Glasbläserkunst auf Murano und wurde ermordet. War er ein Verräter? Was brachte ihn dazu, das Geheimnis der Glasherstellung zu verkaufen?





Das Buch besteht aus zwei Handlungssträngen: einmal wird die Glasbläserszene von Murano um 1650 beschrieben und dann gibt es die Geschichte um Leonora, die fast 400 Jahre später im heutigen Venedig lebt. 

Der historische Teil hat mir sehr gut gefallen, hier wird überaus informativ geschildert wie sich die Glasbläserkunst auf Murano entwickelte. Man erfährt wie die Bläser der Insel arbeiteten und wie sie die Insel aus Geheimnisgründen nie verlassen durften. Auch die persönliche Geschichte des Corradino Manin und seiner Tochter, die einer Affäre mit einer venezianischen Adeligen entstammt, ist unterhaltsam und führt wunderbar in die damalige Zeit.

Der moderne Teil um Leonora jedoch erscheint mir mit einer vorhersehbaren Liebesgeschichte recht unglaubwürdig und die Person Leonora empfinde ich für ihr Alter als zu selbstzweifelnd und recht unreif. Ihre Liebesbeziehung hat mich gelangweilt und ganz normale Probleme kann Leonora nicht mit der nötigen Willenskraft aus dem Weg räumen. Solche Protagonisten nerven mich und wenn ich dann auch noch häufig lesen muss, wie wunderschön Nora doch sei und wie bildschön eigentlich alle Figuren sind, dann ist das für mich nicht mehr lesbar. Dieser Teil hat einfach zu sehr den Charakter eines Kitschromans, als das ich ihn gern gelesen hätte.

Ich habe mich mehrfach gefragt, ob die beiden Teile des Romans aus einer Autorenhand stammen, so sehr wurden mir die Unterschiede bewusst.

Wer etwas über Glasbläserkunst lesen möchte und eine simple Liebesgeschichte mag, der findet sicherlich Gefallen an diesem Roman. Ich habe ihn so weggelesen und konnte mich nur über die Szenen der Glasbläser freuen.  

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Samstag, 19. Dezember 2015

Tante Poldi - Mario Giordano

Flotter Cozy Crime mit Cosa Nostra und italienischer Lebensart

Mario Girodano schrieb den Kriminalroman Tante Poldi und die sizilianischen Löwen. Das Buch erscheint im Lübbe Verlag.


Mit 60 Jahren zieht Poldi nach dem Tod ihres Mannes von München in seine sizilianische Heimat, um Meerblick, Sonne und Ruhe zu geniessen. Ihre Familie lässt diese Ruhe nicht zu, das Dolce Vita tobt sozusagen und Poldi macht temperamentvoll mit. 
Als ihr Gärtner Valentino spurlos verschwindet, vermutet Poldi die Mafia dahinter und macht sich auf die Suche. Dabei kreuzt schon bald der attraktive Commissario Montana ihren Weg.  





 

Dieser Kriminalroman führt den Leser tief in die sizilianische Seele und lässt italienische Lebensart munter sprudeln. Aber dank Poldi mischen sich auch bayrische Worte in Form von wahren Fluchtiraden in die Geschichte hinein.
Dadurch gewinnt man den Eindruck, einer deutschen Miss Marple bei den Ermittlungen in Sizilien zu folgen.

Der Erzähler ist der unproduktive Neffe Poldis, der eigentlich einen Roman schreiben will, aber nicht so recht voran kommt. Als Vorlage könnte ihm eigentlich dieser Fall dienen, aber über seine Berichterstattung kommt er scheinbar nicht hinaus. Er ist der stille Beobachter der Szenerie und dabei kommt man ihm nicht richtig nahe, seine erfrischende Ansicht des Geschehens aber ist sehr gelungen.

Poldi ist eine echte Pfundsfrau, trinkfest, liebenswert und sympathisch und mit ihrem bayrischen Mundwerk manchmal auch recht deftig. Sie besitzt trotz ihres Alters noch genügend Anziehungskraft auf die Männer und das nutzt sie auch mal aus. In erster Linie hilft ihr das auch beim Ermitteln, denn ihrem unwiderstehlichen Charme erliegen so einige Sizilianer und Stück für Stück tastet sie sich im vorliegenden Fall vorwärts. Dabei kann der Leser munter miträtseln und durch gekonnte Situationskomik kommt keine Langeweile auf.

Die heitere Erzählweise Giordanos wird mit derben Sprüchen und Flüchen aus Poldis Mund aufgemischt und so entsteht ein durchgängig humorvoller Wohlfühlkrimi mit sizilianischem Lebensgefühl. Der Autor zeigt uns sizilianisches Lebensgefühl und verschweigt auch negative Seiten nicht. Dabei lernt man so einiges über Sizilien, seine Entstehung, Blütezeit und über die Produktion in den Schwefelminen, aber auch die kulinarischen Einblicke sind vielfältig und appetitanregend. 



Dieser Krimi ist vielleicht nicht der spannendste, aber mit seinem rätselhaften Mord und den vielschichtigen Personen hat man so seinen Spaß. Besonders die schillernde Poldi ist ein Garant für lustige Unterhaltung und das Leben auf Sizilien wird so temperamentvoll beschrieben, wie man es Tür an Tür mit dem Aetna auch erwartet. Feurig und heiß!


Abenteuerliche Briefe von Felix - A. Langen

Das schönste Felixbuch, unterhaltsam und lehrreich!

Abenteuerliche Briefe von Felix ist der 3. Band der Felix - Reihe.

  
Eigentlich wollte Felix nur einen kleinen Testflug mit dem Brötchenkorb und den Luftballons machen - und dann war er auch schon verschwunden. Wieder einmal macht sich Sophie Sorgen um Felix. Doch dann kommen wie gewohnt Briefe von ihm, dieses Mal vom Mond, vom Nordpol, von den Weltmeeren, aus dem Regenwald und vom australischen Kontinent.

 


Auf kindgerechte Art bringt Felix mit seinen Abenteuern dem Leser die Erde näher.


Dieses Buch ist mein liebstes der Felix-Reihe, denn hier wird Kindern Wissen anschaulich vermittelt. Mit bunten Bildern bekommen Kinder einen Eindruck von verschiedenen Klimazonen der Erde und auch über Flora und Fauna erfahren sie einiges. Ihr geografisches Interesse wird geweckt. 

Die Reiseziele von Felix sind auf einer aufblasbaren Weltkugel eingezeichnet und so wird Kindern die Anordnung der Klimazonen auf der Erdkugel näher gebracht.

Die Texte sind wieder relativ kurz gehalten und eignen sich für eine Gute-Nacht-Geschichte und auch für Selbstleser ist die Länge genau richtig. Die Altersklasse würde ich zwischen 3 und 7 Jahren ansiedeln.


Die Abenteuer von Felix wecken bei Kindern das Interesse an ihrer Umwelt und an den Gegebenheiten auf der Erde. Durch die beigefügte Weltkugel bekommen Kinder schon früh einen Eindruck vom Erdball und von den verschiedenen Zonen mit spezieller Tier- und Pflanzenwelt. 

Mittwoch, 16. Dezember 2015

Der Käfer - Hesse/Wirth

Ein gelungener Regionalkrimi, der mit Humor, Drogen und Autos von sich reden macht!

Hinter dem Titel Der Käfer verbirgt sich der 8. Band der Reihe um die Kommissare Karin Krafft und Gero von Aha der Autoren Thomas Hesse und Renate Wirth. Das Buch erscheint 2015 im Emons Verlag.

Eine tote Jugendliche auf der einen Rheinseite, ein vorschnell zu den Akten gelegter Todesfall einer alten Dame auf der anderen und eine dunkle Geschichte, an der Jahrzehnte niemand rührte – was verbindet diese Fälle? Hauptkommissarin Karin Krafft greift zu ungewöhnlichen Ermittlungsmethoden, Kollege Gero von Aha agiert undercover als 'Rosenkavalier', und dann sind da noch die drei von der O.P.A.-Initiative, die zu Heldentaten neigen.



Schon die Inhaltsangabe deutet die merkwürdige Kombination von Fällen an und der humorvolle Einschlag lässt sich an dem Wortspiel mit den Opas erkennen.
Dieser Niederrhein-Krimi zeigt nicht nur die Schönheit der Natur in Rosengärten auf, sondern er taucht tief ins kriminelle Milieu von Drogen und Mord ein. Wie Licht und Schatten liegt hier beides sehr nah beieinander.

Die Charaktere sind sehr gut gezeichnet, hier ermitteln sympathische Kommissare, die leider mit einer missmutigen Chefin gebeutelt sind. Auch die O.P.A. Truppe finde ich sehr positiv dargestellt. Deren Helfersyndrom ist vorbildlich und ihnen ist es auch zu verdanken, dass ein alter Käfer Licht ins Dunkel von kriminellen Delikten bringt.

Die Handlung ist wie schon gesagt durch die Mischung von vorgestellter Gartenidylle und der sich am Niederrhein verbreitenden Drogenwelle von Chrystal Meth eine interessante und abwechslungsreiche Geschichte. Die Ermittlungen scheinen zunächst keine großen Sprünge zu machen, doch dann bilden sich langsam Verbindungen zu den vorhandenen Todesfällen heraus und der Täterkreis wird klarer. Die Aufklärung ist nicht unerwartet und dennoch spannend. Denn was diese Person zu diesen Taten getrieben hat, möchte man schliesslich wissen.

Der Erzählstil ist sehr abwechslungsreich, es gibt humorvolle Szenen und ein wenig Dialekt, die dem Krimi den passenden Anstrich geben. Man fühlt sich richtig gut unterhalten.

Diese Krimireihe habe ich jetzt erst entdeckt und bin ganz begeistert. Wer einen unterhaltsamen Krimi sucht, dem kann ich dieses Buch sehr empfehlen. Ich freue mich schon auf die vorangegangenen 7 Bände, die noch vor mir liegen.



 

Dienstag, 15. Dezember 2015

Sterbegeld von Judith Winter

Die heikle Suche nach einem Maulwurf und ein tragischer Familienmord machen diesen Krimi sehr spannend!

Judith Winters 3. Fall für Emilia Capelli und Mai Zhou heisst Sterbegeld. Der Krimi erscheint bei DTV

Ein kleiner Junge fühlt sich bedroht und ruft die Polizei. Seine Angst ist spürbar und die Beamten eilen ihm zu Hilfe. Doch sie kommen zu spät, jemand hat die vierköpfige Familie ermordet. Ein Verdächtiger wird kurz darauf festgenommen. Sein Strafverteidiger hat allerdings Schwierigkeiten mit ihm zusammen zu arbeiten und es kommen ihm Zweifel. Seine Ergebnisse übergibt er Mai Zhou, die die Ermittlungen wieder aufnimmt. 
Dabei haben sie mit einem Mord an einem Kollegen gerade alle Hände voll zu tun. Diese Tat führt zu der Annahme, dass sich ein Maulwurf in den eigenen Reihen befindet. Wer ist der Schuldige unter den Kollegen? Emilia Capelli und Mai Zhou sind in einer schwierigen Lage und müssen undercover arbeiten.


Das interessante Ermittlerduo gefällt mir weiterhin sehr gut, Capelli und Zhou sind zwar grundverschieden, aber gerade das macht sie so außergewöhnlich und sympathisch.
   
Trotz ihrer Gegensätze läuft ihre Zusammenarbeit wie geschmiert. Stets ergänzen sie sich bei den Befragungen, dabei muss Zhou häufig Capellis aufbrausendes Wesen etwas beruhigen. Allmählich nähern sie sich einander etwas an und man spürt den Beginn einer freundschaftlichen Ebene.  

Der Erzählstil ist toll, sehr flüssig und mitreissend geschrieben und die eingearbeiteten Sprüche und chinesischen Weisheiten bringen Tiefe in die Szenerie.   

In diesem Band führen zwei parallel geführte Fallermittlungen zu einem wahren Spannungsrausch. Die Heftigkeit der Vorfälle ist drastisch und die Aufklärung sehr schwierig. Man erlebt die Belastung der Kommissarinnen hautnah mit. Besonders die Sache mit dem Maulwurf macht den Frauen zu schaffen. Welcher Kollege ist der Verräter?

Dazu kommen noch sehr aktionsreich geführte Einsätze, die Leib und Leben der Kolleginnen bedrohen. Es ist wirklich eine fesselnde Lektüre.
Mir hat allerdings noch das I-Tüpfelchen gefehlt, um 5 Sterne zu vergeben. Das Motiv des Maulwurfs hat mich nicht überzeugt.  
Auch konnte ich inhaltlich mit dem Titel "Sterbegeld" keinen Bezug zum Buch herstellen.


Insgesamt ein sehr lesenswerter Krimi, der sprachlich sehr gelungen ist und mit Spannung gut unterhält. Das Wiedersehen mit den Ermittlerinnen hat mich gefreut und ihre Zusammenarbeit war wieder höchst interessant.

   ***Leserundenexemplar von vorablesen - Vielen Dank
          an den Verlag für die Bereitstellung des Buches!***



Weihnachtsbriefe von Felix von Annette Langen

Von fremden Weihnachtsbräuchen lesen


Das Bilderbuch Weihnachtsbriefe von Felix von Annette Langen wurde wunderschön illustriert von Constanza Droop. Das Buch erschien erstmalig 1997 im cbj Verlag und hat eine Altersempfehlung für Kinder von 4-6 Jahren.

Sophie glaubt noch an den Weihnachtsmann und wird in der Schule deswegen ausgelacht. 
Also macht sich ihr Hasenfreund Felix auf die Suche nach dem Weihnachtsmann und schreibt von seiner Reise einige Briefe.







Die Felix-Bücher sind immer wieder eine Freude, denn sie sind mit viel Liebe zum Detail geschrieben und illustriert. Die jeweiligen Briefe überraschen dieses Mal mit Weihnachtsbräuchen aus anderen Ländern. 

Das zeigt Kindern, wie wichtig dieses christliche Fest auch anderswo ist, wie gefeiert wird und das lässt die Vorfreude auf den Heiligen Abend spürbar werden. Allerdings wird die Weihnachtsgeschichte ein wenig oberflächlich behandelt, so wird zum Beispiel der amerikanische Weihnachtsmann beschrieben, der mit dem Rentierschlitten Geschenke durch den Kamin bringt wirft. Vom Christkind fehlt in diesem Buch leider jede Spur.

Als Zugabe erhält man in diesem Buch eine kleine Nikolausmütze mit Felix Aufdruck für die kleinen Leser.

 

Für die Vorweihnachtszeit ein niedliches Buch, das allerdings nicht so sehr den christlichen Grundgedanken zeigt, aber immerhin einige Weihnachtsbräuche. 

Neue Briefe von Felix von Annette Langen

Ein Hase reist in die Vergangenheit

Der 2. Band der Hase Felix - Kinderbuchreihe heißt Neue Briefe von Felix. Autorin Annette Langen und Illustratorin Constanza Droop sorgen für neue Abenteuer.  


Auf einer Klassenfahrt verschwindet Sophies reiselustiger Kuschelhase Felix in einem Museum. Kurz darauf tauchen echte Briefe aus der Vergangenheit auf! Seine abenteuerliche Reise führt Felix in die Welt der Ritter und der Wikinger, der Indianer und Griechen, in den Fernen Osten und in die tiefste Steinzeit.





Wieder erzählt Felix mit seinen Briefen Kindern Interessantes und dieses Mal aus der Vergangenheit. Er reist zu den Wikingern, den Indianern, in die griechische Antike und sogar nach Japan. Doch am spannendsten ist der Brief aus der Steinzeit. Die geschichtlichen Schilderungen sind kindgerecht und humorvoll gemacht, hier wird kein Kind mit Infos überschüttet, sondern es gibt lediglich einen Eindruck aus der Epoche. Schliesslich richtet sich das Buch an Kinder von 5-7 Jahren. 

Eine große Wandkarte vervollständigt das Buch, dort kann man die Vergangenheit aufleben lassen und die Reiseziele nachlesen. 

Wieder sind die Briefe ein besonderer Spaß und auch die verbesserten Fehler wirken wie von Kinderhand geschrieben. Die Briefe eignen sich gut als Gute-Nacht-Geschichte, sie sind in sich abgeschlossen und nicht zu lang. 


Für Kinder bietet dieses Buch einen ersten Eindruck von ein paar geschichtlichen Epochen. Es wird sehr anschaulich erklärt und mit schönen Bildern liebevoll beschrieben. Schönes Kinderbuch zum Vorlesen und selbst entdecken.



Montag, 14. Dezember 2015

Briefe von Felix

Erster Band der Reihe: Hase Felix reist um die Welt 

Das Bilderbuch Briefe von Felix von Annette Langen erschien erstmalig 1994 im Coppenrath Verlag.

Dieses Buch ist für die Altersklasse 3-7 Jahre zu empfehlen, für Erstleser ist es gut geeignet. 


Sophie hat wie so viele Kinder ein Lieblingskuscheltier, den Hasen Felix. Doch als sie von einem Urlaub zurückkehrt, verschwindet Felix spurlos auf dem Flughafen. Sophie ist sehr traurig und vermisst ihren kleinen Vertrauten sehr. Die Schule beginnt wieder und als sie eines Tages nach Hause kommt, überreicht ihr ihre Mutter einen Brief, den ihr Hase ihr aus London schickt. 



So kann man im Buch die verschiedenen Stationen von Felix Reise miterleben, denn er schreibt von allen Ländern aufregende Briefe. Es geht nach Frankreich, Italien, Ägypen und anderen interessanten Ländern, aus denen Felix immer viel zu berichten weiß.

Meine Kinder haben sich über die Briefe gefreut und jedes neue Land bedeutete immer ein neues Abenteuer. Wir hatten großen Spaß mit diesem Buch.

Mich hat dieses Buch an meine Brieffreundschaften erinnert und an die Vorfreude wenn ein Brief ins Haus flatterte.

Die Briefe von Felix sind wunderschön gestaltet, die Sprache ist einfach zu verstehen und die Eindrücke, die Kinder dadurch von fremden Ländern und Sitten bekommen sind zwar recht überschaubar, aber der Altersklasse durchaus angemessen. 

Natürlich hat der Hase durch viel Werbeartikel einen gewissen Bekanntheitsgrad erreicht, aber man kann ihm einen gewissen Charme auch nicht absprechen. In erster Linie sind die Bücher zu empfehlen, doch für ganz große Fans bietet auch das Zusatzangebot einige nette Geschenkideen für Schule und Freizeit.  


Ein wunderschönes Buch zum Vorlesen mit individuell gestalteten Briefen und landestypischen Informationen für Kinder.