Donnerstag, 11. Februar 2016

Auf glühendem Eis - Mike Mateescu

Wurde leider nicht ganz warm mit dem Buch!

Auf glühendem Eis ist der 2. Band von Mike Mateescu um Enitta Carigiet aus dem Emons Verlag. Der erste Band ist Mordsfondue. 


Die Protagonistin Enitta Carigiet ist selbsternannte Privatdetektivin in Zürich. Finanziell läuft es nicht so gut mit ihren Aufträgen, ein Halbtagsjob bei Carrington Davenport International sorgt für regelmäßiges Einkommen. Doch der ist leider auch nicht so nach Enittas Geschmack und alles andere als zufriedenstellend. Aber dort bekommt sie Informationen, die sie auf die Spur zur verschollenen wertvollen Zorilla-Rose bringen. Am Verbleib dieses wertvollen Kunstwerk sind allerdings auch andere interessiert.   



Der heiter lockere Erzählstil mit großem Detailreichtum ist typisch für Mike Mateescu und seine vielen Eigenwortschöpfungen haben mich amüsiert und unterhalten. 
Der Sprachstil ist zwar authentisch, aber doch ziemlich speziell, denn er ist eine bunte Mischung aus angesagtem Szenejargon der Jugend und Schwyzerdütsch. Wer im entsprechenden Alter die Clubs, Kneipen und Bars in Zürich besucht, gehört wohl eher zur Zielgruppe als ich. Diese Sprache gefällt mir zwar, es hemmt aber doch meinen Lesefluss enorm und ich finde mich in der Partywelt nicht zurecht. Zu viel fremde Schauplätze, Places-to-be und Drogen verwirren mich und das Lesen erwies sich als recht anstrengend.
Obwohl ich mich häufig über diese tollen Wortschöpfungen freue, muss ich mich auch mehr oder weniger durch das Buch mühen. Der rote Faden ist immer mühsamer zu finden.
Zu den Sprüchen und Verballhornungen möchte ich diese Beispiele anführen:

Seite 36:   Staycation auf Gran Gerania
Seite 180: Fuck you war das neue I love you.
Seite 189: Hartzienda IV-Party

Mit Charakteren wird nicht gespart, man trifft sich halt häufig und viel in der Szene. Jeder scheint jeden zu kennen und es wird gerappt, gefeiert und dabei allerhand Alkohol und Drogen konsumiert.

Mike Mateescu hat seine Charaktere farbenfroh, lebendig und gut vorstellbar gezeichnet. Es sind schon schräge Typen dabei, die sich hier in einem bunten Reigen vorstellen: Vom brutalen Geldeintreiber, dem skurrilen DJ Prügelsuff,  Enittas Kollegin Marie-en-toilette über den stinkreichen Schuhfabrikanten hin zu Felix, den Radkurier, der endlich seine Liebe zu Enitta entdeckt und auf seine vielen Flammen ihr zuliebe verzichten will. Dazwischen wuselt Enitta aktiv mit ihrem "Velo" durch die Stadt und ist dem Schatz der Zorilla Rose immer auf der Spur.


Es gibt in diesem Krimi etwas Action, vielfältige und zum Teil auch schräge Charaktere und eine solide Rahmenhandlung. Die Spannung sackt im Mittelteil etwas ab und bekommt zum Ende noch mal in Fahrt. Die Idee dieser Geschichte ist interessant, die Suche nach diesem Schweizer Kunstkleinod verliert sich aber zwischen anderen Nebenhandlungen immer wieder.
Enitta hat sich aber in ihrer detektivischen Art im Vergleich zum Vorgängerband durchaus gesteigert. Waren es dort eher Zufälle, die ihr zur Lösung des Falles verhalfen, so setzt sie jetzt Ermittlungsgeschick ein, um Insiderkenntnisse sinnvoll zu nutzen. Sie scheut kein Risiko und setzt sich mutig jeder Gefahr aus.


Unterhaltsamer Krimi mit Einblicken in die Zürcher Party- und Szenewelt, der ein reales Flair dieser Stadt im Winter zeigt. Durchaus noch Entwicklungspotential gibt es beim Hauptanliegen des Buches und seinem roten Faden, hier gibt es entschieden zu viele Nebenschauplätze.


 ***Leserundenexemplar von lovelybooks - Vielen Dank
             an den Emons Verlag für die Bereitstellung des Buches
!***

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