Freitag, 13. Mai 2016

Der 50-Jährige, der den Hintern... - M. Bergstrand

Bollywood lässt grüßen


Mikael Bergstrand schrieb den Roman Der Fünfzigjährige, der den Hintern nicht hochbekam, bis ihm ein Tiger auf die Sprünge half. Das Buch erscheint im btb Verlag.


Göran Borg kehrt nach einem Jahr in Indien nach Malmö zurück und erlebt mit Anfang 50 gerade seine Midlife-Krise. In einer Therapie versucht er, seine Identitätskrise zu überwinden. Liebe, Arbeit, Familie, Freunde und Sport sind seine lebenswichtigen Punkte, an denen er arbeiten soll. In Sven findet er einen Freund, doch Göran flieht vor dessen homosexueller Neigung und will wieder nach Indien. Die Hochzeit seines besten Freundes Yogi mit der schönen Lakshmi steht bevor und das große Fest möchte sich Göran nicht entgehen lassen. Doch die Feier wird aus Gründen der Konstellation der Horoskope immer wieder verschoben. Göran reist dennoch an und findet die wahren Gründe heraus. Der Schwiegervater ist durch den fatalen Kauf einer abgewrackten Teeplantage finanziell runiniert. Göran und Yogi sind dem Betrüger auf der Spur, erleben so einige Abenteuer und Göran überwindet seine Krise. 


Göran Borg hat mit seiner Midlife-Krise zu kämpfen, doch sein Freund Yogi bringt ihn mit ganz anderen Problemen wieder auf die wesentlichen Punkte im Leben zurück. Plötzlich hat Görans Leben wieder einen Sinn und er erkennt die echten Ziele. Salopp gesagt: "Er kommt mit dem Hintern wieder hoch". Hierbei spielt der Tiger allerdings keine tragende Rolle.


Die Romanfiguren haben mir mit ihren amüsanten Eigenarten gut gefallen. Besonders Yogi hat sich mit seiner emotionalen Art zum eigentlichen Helden entwickelt. Er redet munter drauflos, verwendet lange, verschnörkelte Sätze und viele indische Lebensweisheiten, die zum Schmunzeln einladen. Manche Inhalte muss man erneut lesen, um sie in ihrer ganzen Bandbreite zu verstehen. Seine Bemerkungen lassen die unterschiedlichen Denkweisen zwischen Indern und Europäern erkennen. Einige Situationen würden Europäer ganz anders anpacken.

Dem Autor merkt man seine Liebe zu Indien deutlich an. Es gibt   Landschaftsbeschreibungen, Eindrücke der Großstadt Delhi und interessante Details zum indischen Teeanbau in Darjeeling. Land und Leute werden in liebevoller Weise vorgestellt, die speziellen indischen Gerichte geben der Story noch die letzte Würze. Auch die Tierwelt wird mit bengalischen Tigern authentisch in den Roman eingebaut.

Mikael Bergstrand spielt mit den Worten, er gleitet ab in indische Kultur und Lebensweisheiten und unterhält mit amüsanten Erlebnissen und lustigen Bemerkungen seiner Figuren. Man liest seinen Sprachstil gern und verfällt der lockeren Unterhaltung.

Göran beschreibt er als einen Mann, der Patina angesetzt hat, die keinesfalls unkleidsam war und bei dem das unbarmherige Zusammentreffen von alternder Haut und Schwerkraft eingesetzt hat. Solche Beschreibungen amüsieren und zeigen die Wortgewandheit des Autors einmal mehr.

Mir hat allerdings ein wenig mehr Tiefgründigkeit gefehlt und einige Abschnitte zogen sich in die Länge. 

  

Dieser Roman unterhält auf amüsante Weise, zeigt die Suche nach dem Sinn des Lebens auf und erhält Würze durch indische Lebensweisheiten und Way of Life.
 




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