Sonntag, 15. Mai 2016

Die Eisprinzessin schläft - Camilla Läckberg

Interessanter Krimiauftakt einer erfolgreichen Reihe!

 

Die Vergangenheit rächt sich

 

Die schwedische Krimiautorin Camilla Läckberg schrieb 2006 mit Die Eisprinzessin schläft den Auftakt zu ihrer Krimireihe um Falck und Hedström. Mittlerweile umfasst die Reihe 9 Bände.


Die Schriftstellerin Erica Falck besucht im winterlichen Fjällbacka ihr Geburtshaus. Ihre Eltern sind bei einem Autounfall ums Leben
gekommen. Aber nicht nur um ihre Eltern trauert sich, ihre ehemalige Freundin Alexandra Wijkner liegt tot in der Badewanne, von Eiswasser umgeben.
Erica zweifelt am Selbstmord von Alex, denn sie war schön, erfolgreich und gut verheiratet. Gemeinsam mit ihrem Schulfreund Patrik Hedström, der mittlerweile Kriminalassistent bei der Polizei ist, stellt sie Nachforschungen an und kommt in Alex Leben dunklen Geheimnissen auf die Spur.  




Nachdem ich vom 9. Band "Die Schneelöwin" so begeistert war, habe ich mir endlich mal Teil 1 der Krimireihe vorgenommen. Es geht um das Aufeinandertreffen von Erica Falck und Patrik Hedström, die sich durch den Tod der gemeinsamen Schulfreundin wieder über den Weg laufen. Aus ihrer Bekanntschaft entwickelt sich mehr und diese Liebesgeschichte durchläuft den ganzen Krimi und vervollständigt so das Privatleben auf eine recht sympathische Weise.

Die Krimihandlung ist spannend und hat mich gleich von Beginn an interessiert. Die verschiedenen Personen, mit denen Alex Kontakt hatte, sind vielschichtig und gehören zu allen Gesellschaftskreisen. Daraus ergibt sich auch eine Menge potentieller Täter.

Das Ermittlerteam hat neben dem intelligenten Patrik so seine Spitzenleute: besonders sein Chef Mellberg ist eine ganz spezielle Type, dem man mit seiner Krähennestfrisur, seiner wichtigtuerischen und stupiden Art nur mit Amüsement begegnen kann.

Der Erzählstil ist locker, flüssig, es gibt einige Wendungen, die den Täter nicht erkennbar machen. Die Beschreibung der schwedischen Winterlandschaft und der vereisten Straßen erfolgt sehr bildhaft und ich konnte mich gut in diese eiskalte Winterzeit hineinversetzen.
Man merkt allerdings auch an Themen wie Kleidungsfragen oder Figurproblemen sehr deutlich, die Handschrift einer Frau! Aber gerade diese Kleinigkeiten haben mir gut gefallen und ich wurde prima unterhalten.

Die Protagonisten sind allesamt liebevoll bis ins Detail ausgearbeitet, sie wirken realistisch und sehr lebendig. Ob es sich um die Sorgen der Mutter des alkoholkranken Anders handelt, die häuslichen Probleme von Anna oder um die körperliche Annäherung von Erica und Patrik, immer kommen Emotionen dem Leser intensiv nahe. Das zeigt die hohe Schreibfähigkeit der Autorin und dieser Stil setzt Maßstäbe für weitere Bände.

Das Ratespiel um den Täter bleibt bis zum Ende offen, ein grausames Geheimnis offenbahrt sich jedoch und man zweifelt an dem Gewissen der betroffenen Menschen. Mit welcher Gleichgültigkeit hier Verbrechen verschwiegen wurden, nur um den Schein zu wahren, ist grausam.



Dieser Auftakt der schwedischen Krimireihe ist ein interessanter Einstieg, der zeigt, wie grausam Menschen sein können. Ich werde noch weitere Fälle dieses sympathischen Teams lesen.





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