Sonntag, 12. Juni 2016

Bärentritt - Silvia Götschi

Fesselnder Krimi mit einer tollen Ermittlerin und einer Menge Davoser Lokalkolorit!

 

"Bärentritt" heißt nicht nur der neueste Titel der Autorin Silvia Götschi, so heißt auch der Ort, in dem sie in Davos auch einige Jahre gelebt hat. Der 3. Band einer Krimireihe erscheint 2016 im Emons Verlag.



Kurz vor Beginn des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos geht bei der Polizei eine Bombendrohung ein. Der sonst so ruhige Ski-Ort verwandelt sich zur politischen Bühne. Der Sohn eines Konsuls aus den Vereinigten Arabischen Emiraten verschwindet und wird wenig später tot aufgefunden. Allegra Cadisch ist eine der Letzten, die ihn lebend gesehen hat - jetzt setzt sie alles dran, ihre Unschuld zu beweisen.





Allegra Cadisch hat gerade ihren Master in Law geschafft und will sich bei ihrem Bruder Valerio in Davos von den Strapazen der Prüfungen erholen.
Sie macht die Bekanntschaft von Khalid, dessen Vater Konsul aus den Arabischen Emiraten ist. Als sie einige Freunde von früher trifft, gehen sie gemeinsam auf eine Party. Dort wird neben guter Musik auch reichlich Alkohol und Gras konsumiert. Allegra wacht erst am nächsten Morgen wieder auf und erinnert sich nicht an die Feier. 
Daraufhin gerät sie in den Verdacht, Khalid getötet zu haben. Ihr früherer Schuldfreund Dario ist Polizist in Davos und steht zu ihr. Sie ermittelt auf eigene Faust und das wird erschwert durch die vielen Sicherheitskräfte, die sich wegen der WEF in Davos aufhalten.

Die Autorin hat einen klaren, unterhaltsamen Erzählstil,bei dem der Schweizer Sprachstil auffällt. Sie zeigt die bunte Partywelt, sodass auch junge Leser diesen Krimi mit Interesse lesen werden und wird auch politisch, indem sie berechtigterweise den Sinn des WEF in Frage stellt. Sie macht in ihrem Krimi deutlich,  wie hoch der erforderliche Sicherheitsaufwand ist, stellt die Polizei in Dauerbereitschaft und zeigt auch die exklusive Unterbringung nebst edelster Speisen und Getränke für die Konferenzteilnehmer, die kostenmäßig in keinem Verhältnis zum Sinn der Veranstaltung steht.

Die Protagonistin Allegra ist eine mutige, moderne junge Frau, stellt die richtigen Fragen und setzt neben ihrer sympathischen Art auch ihre juristischen Kenntnisse genau richtig ein. Ihr privates Leben kommt auch nicht zu kurz, ihr alter Freund Thomasz ist endlich abgehakt und mit Dario findet sie eine neue Liebe. Dabei ist an Allegra eine Kommissarin verloren gegangen. Sie erkennt jedes auch noch so kleine Detail, fragt nach und kombiniert mit großem Geschick. Auch ihr trachtet man nach dem Leben, das Motiv erscheint mir als einziger Kritikpunkt am Buch etwas wackelig.

Die Handlung ist durchgehend logisch aufgebaut, der Spannungsverlauf stets ansteigend und die Davoser Alpenwelt wird in den schönsten Farben und Wortbildern geschildert.    



Ein Krimi, der die Ermittlungen einer jungen Frau authentisch einfängt und einfach gut unterhält. Wer Davos kennt, wird dieses Buch mögen.


                          
                                  

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