Freitag, 17. Juni 2016

Ein Baby und zwei Opas - Angela Ochel

Witzig, unterhaltsam und herrlich, wie Opas und Enkel eine positive Symbiose eingehen!

 

"Ein Baby und zwei Opas" ist der Debütroman von "Angela Ochel", der im "Aufbau Taschenbuchverlag" erscheint.

Wilhelm (73) ist total überfordert, das sieht Finn (1 1/4) sofort. Weder wusste sein Opa, dass er einen Enkel hat, noch scheint ihn die Aussicht, auf ein Baby aufpassen zu müssen, sonderlich zu freuen. Finn dagegen findet's prima. Als dann noch der Opa väterlicherseits, Alt-Hippie Gunnar, anreist und helfen will, ist das Chaos vorprogrammiert und der Wettstreit eröffnet: preußisch-korrekt gegen bio, Stadt gegen Land, Frühförderung gegen Selbstverwirklichung. Doch dann machen Finns Eltern Ärger, und plötzlich müssen alle zusammenhalten. Ob das gut geht? (Klappentext)  



Dieses Buch ist eine heitere, vielleicht etwas überzogene Geschichte aus dem Alltag eines Babys und seiner Aufpasser. Wer selbst Kinder hat, wird bei vielen Szenen vergnügt schmunzeln und sich dabei an eigene Erlebnisse erinnern. Wer selbst Enkelkinder hat, wird eine ganz besondere Freude daran haben.

In diesem Buch ist der kleine Finn der Erzähler, das macht die Sache sehr lustig. Man sieht die Welt ein wenig aus der Kinderperspektive, wobei Finn allerdings schon sehr reif für sein Alter zu sein scheint.

Es wird schnell klar, dieser Enkel tut seinen Großvätern einfach nur gut. Zwar geraten sie in einen Wettstreit, wer den Kleinen mehr verwöhnt oder ihm die größere Freude macht, doch das ist total witzig und man muss es auch als realistisch einstufen. Schließlich sind die Großeltern immer diejenigen, die die Enkel am meisten verwöhnen. Dabei gefällt mir die Tatsache, dass die Opas durch Finn am Leben wieder intensiv teilnehmen. Für Finn vergessen sie ihr sogar ihr Alter, ihr Rückenleiden und aus der Eifersucht auf den anderen Opa wird schliesslich eine innige Freundschaft. Denn es ist eine neue Liebe ist in ihr Leben getreten: ihr gemeinsames Enkelkind. Dabei werden sie von Kinder-erfahrenen-Frauen unterstützt, die Haushälterinnen der Opas sorgen für eine angemessene Versorgung des Kleinkindes und sie versuchen die Männern mit Babyschwimmen und Kinderturnen zu beschäftigen.

Finn erscheint wie gesagt manchmal etwas überreif, aber dennoch sind seine Bemerkungen niedlich und was er alles beobachtet und begreift, macht Spaß zu lesen. Gerade das Verhalten der Erwachsenen kommentiert er aus seiner kindlichen Sichtweise mit erstaunlichen Bemerkungen.

Schön ist an dieser Geschichte, dass hier nicht nur die heile Welt vorgegaukelt wird, sondern auch Probleme in der Familie aufziehen, die nur durch einen engen Zusammenhalt der Mitglieder gelöst werden.
Zum Abschluss des Buches gibt es 10 "Pflegetipps für werdende Opas“, die zeigen, wie man Opas sinnvoll pflegt und nutzt. Diese Tipps und Tricks sind ebenfalls sehr lustig angelegt.



Dieses Buch ist etwas schräg, humorvoll und eine lockere Lektüre, die die Welt ein wenig aus Kinderaugen betrachten lässt. Man kann schmunzeln, einiges wiedererkennen und sich an die eigene Zeit mit Kleinkindern zurückerinnern. Großeltern werden vielleicht die meiste Freude an diesem Buch haben.


     
***Buchverlosung auf lovelybooks - Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung des Buches!***

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