Samstag, 29. Oktober 2016

...und eine Tasse Tee - Anna Marie Lievert

Einen Ostfriesentee bitte!




Der Gegenwartsroman "...und eine Tasse Tee" ist das Debüt von Autorin "Anna Marie Lievert. Dieser Roman erschien 2014, meine Rezension ist ebenfalls aus dem Erscheinungsjahr. 


Anna Lindberger steht als hart arbeitende Marketingchefin unter Druck. Sie muss sich mit einer fragwürdigen Unternehmenspolitik auseinandersetzen, und Erik bedrängt sie mit seinem Kinderwunsch. Dabei möchte sie ihre eigene Karriere nicht aufgeben, Erik aber auch nicht verlieren und Kinder möchte sie im Moment noch gar nicht haben. Doch der berufliche Stress und ihre fehlende Motivation bringen sie zu einer Auszeit, die sie in einen kleinen Ort Ostfrieslands verschlägt. Dort besinnt sie sich auf sich und ihre Lebenswünsche und entdeckt neue Ziele und Fähigkeiten.



"Voller Tatendrang schwebt sie wie eine Möwe im Wind in die richtige Richtung."

Dieser Roman hat mich gleich begeistert. Er beschreibt das stressige Berufsleben einer Karrierefrau in der heutigen Zeit und zeigt gleichzeitig die Schwierigkeiten auf, die sich durch betriebliche Umstrukturierungen ergeben. Die Entscheidungen von oben sollen von den Mitarbeitern als ihre eigenen ausgegeben werden und natürlich auch von ihnen getragen werden. Anna ist in dieser Situation und fragt sich, ob ihr Leben so weiter gehen soll. Sie steckt in der Karriereleiter fest und möchte das so nicht länger hinnehmen. Auch wünscht sie sich wieder mehr Zeit für ihn Privatleben. So geht es sicher vielen Frauen heute und hier wird ein Weg aufgezeigt,  den sich nicht viele zutrauen.

Indem Anna eine private Auszeit nimmt und nach Ostfriesland zieht, wird ihr Lebenswandel schon sehr deutlich. Sie kommt dort zur Ruhe und besinnt sich auf ihre eigenen Wünsche und Möglichkeiten. Ihre Naturverbundenheit entdeckt sie neu und wünscht sich, etwas ganz anderes zu machen und den Hof ihrer Vorfahren auch zu ihrer Heimat zu machen.

Dabei erfährt man viel über die Mentalität der Menschen, ihre Teezeremonie mit Kluntje und Sahne und die Landschaft an der Nordsee. Das macht den Roman sehr unterhaltsam und man verspürt direkt Lust, ebenfalls dort einen Urlaub zu verbringen. Natürlich ist auch ein wenig Liebe mit im Spiel und schöne Beschreibungen der Natur, die plattdeutsche Sprache und eine Menge Ostfriesentee runden die Geschichte stimmungsvoll ab.


Die einfühlsame Schilderung zeigt die Möglichkeit des Ausbrechens aus dem Berufsalltag auf. Schon die imaginäre Auszeit durch das Lesen dieses Buches kann einen beruhigenden zufriedenstellenden Eindruck hinterlassen. Eine Leseauszeit für die Seele mit einer entspannenden Tasse Tee!



 

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