Mittwoch, 30. November 2016

Oma dreht auf - Janne Mommsen

Flotte Alten-WG trumpft auf

 

Der dritte Teil der "Oma Imke Serie" aus dem Jahr 2012 von Janne Mommsen heißt "Oma dreht auf" und erscheint im ROWOHLT Verlag.


Oma Imke ist schon leicht tüddelig und lebt gemeinsam mit Ocke und Christa in einer Senioren-WG auf Föhr. Ocke und Christa sind beide jünger und Christa soll eigentlich auf die 77jährige Imke aufpassen. Doch mit knackigen 57 findet sie noch einige Verehrer, die sie ablenken. knackige 57. Imke nutzt die Gunst der Stunde und macht eine Wattwanderung nach Amrum zu ihren verstorbenen Geliebten Johannes. Die Familie ist entsetzt und macht sich Sorgen. Soll Imke doch lieber ins betreute Wohnen?



Dies ist die perfekte leichte Strandlektüre, denn es geht besonders locker, flockig zu. Die Charaktere wirken etwas überdreht und die Akteure bringen ordentlich Alkohol ins Spiel.
Imke feiert ihren 78. Geburtstag mit über 100 Gästen und ihre Bowle mit besonders starkem Rumtopf haut die Leute reihenweise um. Das hat Spätfolgen, die nicht nur der Familie Sorgen bereiten. Die WG muss um ihre Wohnung bangen, die Kündigung steht ins Haus. Doch mit friesischer Hartnäckigkeit und Lebenserfahrung kommen die Bewohnern auf eine super Idee.

Oma Imke habe ich mit diesem Buch erst kennen gelernt und finde sie gleich sympathisch. Auch wenn sie bereits recht alt und ein bisschen tüddelig ist, so kann man sie nur gern haben. Sie haut noch ordentlich auf den Putz und besonders wie sie ihr unechtes Gebiss gut findet, hat mich überrascht. Es ist damit egal, wie viele Duplos sie isst. Die Zähne schädigt das auf jeden Fall nicht mehr!

Ocke hat sich in Christa verliebt und es ist unbeschreiblich niedlich zu sehen, wie er sich wie ein Teenie verhält. Imke versteht ihn gut und versucht ihm zu helfen.
Christa ist noch recht flott und fühlt sich mit Imke und Ocke total wohl, aber einem Flirt ist sie nicht abgeneigt.


Wie Oma Imke trotz ihrer nachlassenden Lebenskraft die Sache selbst in die Hand nimmt und die Probleme nach den Regeln der friesischen Diplomatie angeht, ist wunderbar zu lesen. Dazu benutzt sie sogar das eingemottete Motorrad. Ein bißchen senil ist sie schon, sonst würde sie doch etwas mehr Angst vor diesem Gefährt haben.

Die Leichtigkeit und fröhliche Stimmung, mit der Mommsen seine Geschichte und die Charaktere liebevoll gezeichnet hat, sorgt für gute Unterhaltung. Auch wenn man einige Dinge schon voraussehen konnte, war die Handlung interessant. Föhrliebhaber werden hier in ihren liebsten Erinnerungen schwelgen, denn die Landschaft und die Schauplätze der Insel sind allgegenwärtig.



Ein wunderbarer Urlaubsroman über das Alter, die Lebenslust und die Insel Föhr.




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