Donnerstag, 1. Dezember 2016

Bahnhofsmission - Michael Krug

Wie Steuergelder verpulvert werden, zeigt sich in diesem Krimi!

Das Debüt von Michael Krug ist der Stuttgart-Krimi "Bahnhofsmission" aus dem Jahr 2010. Das Buch erscheint im Gmeiner Verlag

In Stuttgart erregt das Bahnhofsprojekt Stuttgart 21 die Gemüter. Der Vorstandsvorsitzende der Bank, Dr. Kaminski, wird erschlagen in den Katakomben des Stuttgarter Hauptbahnhofes gefunden. Als der Journalist Palm zu einem Treffen mit Bahn-Manager Norbert Hagemann ankommt, wird Hagemann gerade verhaftet. Er wird des Mordes verdächtigt, außerdem hat er ein Verhältnis mit Kaminskis Frau. Das Innnenministerium steht den Ermittlungen im Wege und so ermittelt Kommissar Bolz mit Palm. 


Dieser Krimi beginnt mit einer ausführlichen Personeneinführung, die zwar die Hauptprotagonisten und das Mordopfer gut vorstellt, sich allerding auch zu sehr im Detail verliert.

Palm bekommt von Hagemann regelmäßig Tipps über die neuesten Zahlen zum Projekt Stuttgart 21. Die Presse erfährt doch häufig mehr als die Polizei erlaubt. Das macht sich Kommissar Bolz zunutze und geht mit Palm eine "Arbeitsbeziehung" ein. Die Handlung finde ich nicht gerade spannend, außerdem stört mich die Zusammenarbeit zwischen Kripo und Presse, die normalerweise nicht üblich ist. Daher wirkt das Ganze auf mich nicht sehr realistisch. Jedoch muss ich zugeben, dass mich die Untersuchungen von Bolz und Palm und ihre Gespräche gut unterhalten haben. Dabei wirkt Bolz mit seinem schwäbischen Dialekt sehr sympathisch und es gibt einen Pluspunkt von meiner Seite für diesen regionalen Aspekt.

Wer das Großprojekt "Stuttgart 21" noch nicht genau verfolgt hat, bekommt in diesem Buch fundierte Infos und eine Menge Zahlenmaterial dazu geliefert. Eine interessante Einbindung, die jedoch objektiv wirkt und ohne Kritik abläuft.

Die Erklärungen lassen den Mordfall zeitweise in den Hintergrund treten. Hier habe ich mich gefragt, ob der Autor nun mehr auf die politischen Gegebenheiten eingehen möchte und den Krimi nur als Mittel zum Zweck nutzen wollte.

Im Laufe der Handlung wird klar, dass jemand Unbekanntes mit Einfluss sich über das Projekt und die Mitarbeiter informiert, d. h. sie regelrecht bespitzelt und die Zahlen des Großprojekts massiv beeinflusst.

Erst danach beginnen im letzten Teil des Krimis die gemeinsamen Ermittlungen des Mordfalls, die eine Person treffen, die bei der Manipulation des Projektes beteiligt ist.

Ein politisch angehauchter Krimi mit vielen Informationen, einer guten Krimigeschichte und vielen Personen, die im Endeffekt gar nicht unbedingt nötig gewesen wären. Kommissar Bolz und Journalist Palm haben mir in ihrer Zusammenarbeit gefallen.

 



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