Freitag, 2. Dezember 2016

Die Dienstagsfrauen - Monika Peetz

Pilgern mit Freundinnen

"Die Dienstagsfrauen" ist der erste Teil der Bestseller-Reihe von
Monika Peetz, er erschien 2010 im Kiepenheuer & Witsch Verlag.


Seit mehr als 15 Jahren treffen sich die fünf Freundinnen Judith,
Caroline, Eva, Kiki und Estelle nun schon zu ihren regelmäßigen
Dienstagstreffen und unternehmen jedes Jahr gemeinsam eine Reise. Als
Judiths Mann Arne an Krebs verstirbt, beschliessen die Frauen, Judith
zuliebe, seine begonnene Pilgerreise nach Lourdes zu vollenden. Wäre da
nicht sein Tagebuch, das die Freundschaft der Frauen hart auf die Probe
stellt.


Estelle rollte die Augen: "Gottesanbeterin? Typisch Jakobsweg. Hier sind sogar die Insekten katholisch." Zitat Seite 67
In diesem kurzweiliger Roman, geht es um Selbsterkenntnis und die
Freundschaft von fünf Frauen, die bei der anstrengenden Pilgertour hart
auf die Probe gestellt wird. Dabei wird gerade die spezielle Entwicklung
und die verschiedenen Charaktere der Frauen gelungen in den Vordergrund
gerückt.

Der Inhalt ist recht trivial, aber die Personen sind so real wie im
echten Leben. Dadurch gewinnt der Roman nicht an Tiefe, aber er berührt
und man denkt über Sinn und Wirkung einer Pilgerreise nach.


Caroline ist die erfolgreiche Anwältin, bei der scheinbar alles gelingt: Ehe, Beruf und Selbstfindung.

Estelle ist reich, liebt exclusive Dinge, hat eine spitze Zunge, aber auch einen unvergleichlichen Humor.  


Eva ist ausgebildete Ärztin, wurde dann aber Hausfrau und Mutter von
vier Kindern und sozusagen Hotel Mama auch für ihren Mann.  Kiki ist die
junggebliebende Singlefrau, die für einen Hungerlohn in einem
Designerbüro arbeitet und ständig neue Partner hat.

Bleibt noch Judith, die sich sehr auf sich konzentriert, überempfindlich ist und gerade ihren Mann Arne an Krebs verloren hat. 

Schnell wird deutlich, dass Arne seinem Tagebuch ein Geheimnis
anvertraut hat, dass die Beziehung der Freundinnen auch aufwirbeln wird.
Zu den Strapazen des Pilgerns kommen die persönlichen Probleme der
Frauen, die ihnen in ihrer Situation der Abgeschiedenheit und Besinnung
auf sich selbst in den Kopf kommen.


Monika Peetz ist Drehbuchautorin und auch von diesem Buch wurde ein Fernsehfilm gedreht.

Mir hat ihr angenehmer Schreibstil gut gefallen, das Buch liest sich stimmig und ich habe es an einem Tag gelesen.


In diesem Roman wird gezeigt, wie schnell Freundinnen anders
reagieren, wenn ihre heile Welt mal von aussen betrachtet wird und die
gewohnte Umgebung und der normale Alltag fern ist.

Auch wenn man denkt, hier einen scheinbar leichten, fast trivialen Roman
vorzufinden, hat mich die Intention dahinter doch sehr berührt.

Es geht um gegenseitiges Vertrauen und um Selbstreflektion. Hat sich das
Leben der Frauen so entwickelt, wie sie es sich vorgestellt haben? Was
sich hier im Buch offenbahrt, muss als Folge auch verarbeitet werden,
und das ist das Spannende daran. Welche Folgen bringen Arnes Geheimnisse
und wie gehen die Frauen damit um?

Trotz des leichten Plaudertons geht es hier um Fragen, die das
menschliche Leben betreffen. Ein wenig amüsante Bemerkungen sorgen für
Lockerheit, aber die grundsätzlichen Fragen, die Menschen beim Pilgern
umtreiben, werden auch gut dargestellt. 


Eine interessante Betrachtung einer Pilgerreise, die auch zum eigenen Selbstverständnis beitragen kann.


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