Mittwoch, 7. Dezember 2016

Hasen feiern kein Weihnachten - Anne Blum

Auch mit viel Glitzer macht ein Hase noch kein Weihnachten!

Mit ihrem zur Weihnachtszeit angesiedelten Roman "Hasen feiern kein Weihnachten" hat Anne Blum ihr Debüt geschrieben, das im Berlin Verlag veröffentlicht wurde.

Tessa liebt Weihnachten, aber ihr Freund Ole ist ein Weihnachtshasser und deshalb verzichtet sie seit Jahren auf einen Familienbesuch und fliegt mit ihm nach Thailand. Als sie ihn kurz vor dem Fest in flagranti mit einer Nachbarin erwischt, macht sie Schluss und fährt statt in die Ferne zu ihrer Familie nach Kappeln. Dort verbringt sie inmitten von Unmengen an Lichterketten, Lametta und Bratäpfeln die Weihnachtstage und entdeckt nicht nur ihre Familie neu!




Von diesem Buch hatte ich mir mehr Weihnachtliches erwartet. Das gab es zum Teil in der Familie Tessas; mit der Mutter, die gerne die Familie mit Gans und Bratäpfeln verwöhnt, einem Vater, der Gartenzwerge Weihnachtslieder singen lässt und in den geschilderten Streitereien der drei Schwestern rund um das Weihnachtsfest.
Allerdings, so richtig weihnachtlich fand ich dieses Buch nun nicht! Es ist ein Roman mit dem typischen Klischee: Frau wird verlassen und sucht neu.

Zu Beginn habe ich den Roman gern gelesen und mich auf die verschiedenen Charaktere eingelassen, doch dann werden viele Themen wie Flüchtlingshilfe, Unstimmigkeiten unter den Schwestern und Patientenverfügung zwar locker in die Handlung eingebaut, aber inhaltlich mehr oder weniger nur gestreift.
Hier hätte eine Themenverringerung zugunsten einer intensiven und glaubhaften Erzählung der Geschichte gut getan und das Ganze in ein besseres Licht gerückt.

Der flüssige Schreibstil der Autorin hat mir gefallen, gerade die unterschiedlichen Charaktere der Schwestern sind gut gelungen. Wie in allen Familien präsentiert sich in dieser Geschichte auch das übliche Lebensschema über Liebe und Enttäuschung, Familienstreitigkeiten und Lebensträume. Das passt natürlich besonders gut in die hoffnungsvolle Weihnachtszeit. Man erlebt hier mit, wie sich eine Familie gerade zu Weihnachten entzweit und dennoch wieder zusammenrückt und sich versöhnt. Diese Darstellung finde ich sehr authentisch, denn so geht es in vielen Familien zu.
Mir hat neben dem zwar witzig beschriebenen übertriebenen Dekowahns dennoch etwas lockere Weihnachtsstimmung gefehlt.
Damit meine ich aber nicht den gezeigten Disco-Ehemaligen-Ball am 2. Weihnachtstag oder die Predigt eines schwulen Pastors. Hier wurde einfach zu viel in das Buch hinein gequetscht, für besinnliche Atmosphäre blieb da wenig Platz. Mein Lieblingscharakter ist Stella, die Nichte der Protagonistin. Sie verbreitet mit ihrem Weihnachtsrap die größte Weihnachtsfreude.




Dieser Roman zeigt eine Trennungsgeschichte vor weihnachtlicher Kulisse, zeigt wie sich eine junge Frau nach der großen Enttäuschung berappelt und sich für einen Neuanfang entscheidet.  


***Herzlichen Dank an der Berlin Verlag für das Reziexemplar und die Leserunde auf lovelybooks!***

 

 

 

 

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