Sonntag, 12. Februar 2017

Der Leuchtturmwärter - Camilla Läckberg

Leider ein Krimi zum Abgewöhnen! 


Die schwedische Autorin Camilla Läckberg hat großen Erfolg mit ihrer Falck-Hedström-Krimireihe. "Der Leuchtturmwärter" ist bereits Band 7 und erschien 2013 im Ullstein Verlag.

 
Schriftstellerin Erica Falck hat nach der Geburt ihrer Zwillinge nun drei Kinder zu umsorgen und daher kaum Zeit, ihre Freundin Annie zu besuchen, die nach Fjällbacka zurückgekehrt ist und nun auf der Leuchtturminsel lebt. Dort soll es geisterhaft spuken und es gibt einige Legenden, die diese Geschichten am Leben erhalten. Doch Annie scheint sich daran nicht zu stören, denn ihre große Liebe Mats kehrt zu ihr zurück. Er wird kurz darauf ermordet und Erica und Patrik nehmen die Ermittlungen auf. 




Auf diese Krimireihe bin ich durch den 9. Band "Die Schneelöwin"Rezi aufmerksam geworden, der mir sehr gut gefallen hat. Leider muss ich feststellen, dass ich sehr enttäuscht bin, so umständlich und langatmig hatte ich mir ein Buch von Camilla Läckberg nicht vorgestellt.

Daher fehlen mir bei diesem Buch fast die Worte für eine klare, aussagefähige Rezension.

Ich habe das Gefühl, dass die Autorin hier nicht eine Geschichte erzählen will, sondern von vielen schicksalshaften Beispielen berichten möchte. Es geht um häusliche Gewalt, traumatische Erlebnisse von Müttern, deren Kinder krank sind oder auch gestorben sind. Dabei sind viele Geschichten, die mich sehr berührt haben und deren Schicksale mich sehr betroffen machen. Doch passt das in einen Krimi? Als Nebenhandlung sicherlich, aber in der ausufernden Menge stört so etwas gewaltig.

Anerkennend finde ich, dass die Autorin dabei großen Wert auf das Seelenleben der einzelnen Charakter und die jeweiligen Beziehungen untereinander legt. Doch mich erschlägt die Fülle von negativen Erlebnissen, traumatisierten Personen und deren Verknüpfungen untereinander, sodass es für mich ein beschwerlicher Einstieg in das Buch war. Ich kann nicht sagen, ob man durch die Vorgängerbände soviel Vorwissen besitzt, um dieses Buch ohne große Probleme verfolgen zu können. Ich hatte auf jeden Fall nicht alle Personen und deren Verbindungen immer genau auf dem Schirm.

Es gibt vier verschiedene grobe Handlungsstränge, die man noch weiter unterteilen kann. Diese Aufstellung hätte ich vor der Lektüre haben müssen, dann wäre manches verständlicher erschienen.

- Das Ehepaar Patrik und Erica mit ihren drei Kindern und Ericas Schwester Anna, die bei einem Autounfall eine Frühgeburt erlitten hat.

- Ericas Jugendfreundin Annie, die mit ihrem Sohn auf die Leuchtturminsel geflüchtet ist und ihren toten Ehemann zurückgelassen hat.
 

- Erlebnisse aus der Perspektive Viviannes, von ihrem Lebensgefährten und ihrem Bruder Anders.

- Die historische Erzählung von Emelie und ihrem Mann Karl, der um 1870 Leuchtturmwärter auf der Geisterinseln war.

Jedenfalls gerät der eigentliche Krimifall, der Leichenfund, vor lauter Personenklüngel fast zur Nebensache. Von Spannung und eifrigem Mitraten nach dem Täter kann keine große Rede sein. Einige Sackgassen lassen nicht nur die Ermittler ratlos zurück. Bis zum Ende habe ich mich durch das Buch und die Personen gekämpft, schliesslich wollte ich den Ausgang der Geschichte unbedingt wissen. Leider blieb nicht einmal das Rätsel um den alten Leuchtturmwärter eine echte Überraschung. Dabei hat mich diese alte Geschichte um Emelie von allen am meisten interessiert.
 

Dieses Buch hat mich maßlos enttäuscht, mir fehlt eine solide Grundspannung und die vielen Geschichten über
misshandelte und unterdrückte Frauen und deren Kinder erschlagen mich fast. Über allem bringen noch die Geister, die auf der Schäreninsel spuken, unrealistische Effekte in den Krimi. Den Leuchtturm sieht man vor nebulösem Handlungswirrwarr kaum noch, den Krimi erst am Ende wieder. Schade!




Kommentare:

  1. Tja, das Buch hatte ich auch mal gelesen und es sagt eigentlich schon alles aus, dass ich jetzt mal am überlegen war, worum es darin eigentlich ging und ob es der richtige Band der Reihe war, den ich gelesen habe. Hm....
    Das war damals mein zweites Buch der Autorin und mein letztes...
    Liebe Grüße
    Martina

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    1. Bei mir war es sogar schon das dritte Buch der Autorin. Wie gesagt, die Schneelöwin konnte mich wirklich überzeugen. Aber nun bin ich auch erst mal bedient.

      Liebe Grüße und eine gute Woche für dich, liebe Martina!
      Barbara

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  2. Oh je, wie enttäuschend. Ich habe noch nichts von dieser Autorin gelesen, aber deine Erläuterungen lassen mich von diesem Kriminalroman Abstand nehmen.

    Viele Grüße

    Nisnis

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    1. Na ja, Die Schneelöwin ist ja ein richtig tolles Buch, das kann ich dir richtig empfehlen. Jeder sieht das ja auch anders.

      LG
      Barbara

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  3. Hallo Barbara,
    ui, das stand auch schon mal auf meiner WuLi. Aber so wie sich das anhört, ist es auch nicht mein Fall.
    Danke fürs Vorstellen
    Lg
    Anja vom kleinen Bücherzimmer

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    1. Tut mir leid Anja, wenn ich dir diesen Titel vermiest habe! Lies vielleicht lieber "Die Schneelöwin", der Krimi war sehr gut.

      LG
      Barbara

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