Donnerstag, 9. Februar 2017

Zapfig - Felicitas Gruber

Im Braugeschäft brodelts


Mit ihrem Lokalkrimi "Zapfig" haben die Autorinnen Brigitte Riebe und Gesine Hirsch unter dem Pseudonym "Felicitas Gruber" den vierten Teil ihrer Krimireihe um die Pathologin Sofie Rosenhuth geschrieben. Der Band erscheint 2017 im Diana Verlag.

Hinter der glänzenden Fassade der Giesinger Privatbrauerei Rößlbier gibt es Probleme. Uschi Roßhaupter führt hier das Kommando und ihr Sohn Tobias folgt ihr brav. Nur bei seinen Frauengeschichten hat sie nichts mitzureden. Er will heiraten, leider verstirbt seine Braut Nathalie noch vor der Trauung. 
Die Leiche der jungen Frau landet auf dem Seziertisch von Dr. Sofie Rosenhuth und was sie dort entdeckt, wirft ein ganz anderes Licht auf den Fall. Ehe die Ermittlungen jedoch richtig laufen, gibt die Geschäftsfrau Uschi jedoch schon die nächste Leiche ab, sie endet ertrunken im Braukessel. 


Diese Krimireihe fällt besonders auf durch interessante Einblicke in Sofies pathologische Arbeit, ihr privates vertracktes Liebesleben und den Münchner Lokalkolorit, der dieses Mal auf Wohnungssuche in einige Münchner Stadtteile führt und diese näher vorstellt. 

Sofie kommt auch in diesem Buch wieder als leicht chaotisches Vollweib daher, privat hat sie so ihre Probleme mit der Hausarbeit, auch Kochen ist nicht ihr Ding, dafür isst sie umso lieber. Beruflich jedoch kann man ihr nichts vormachen, dort ist sie bisher noch jedem Verbrechen auf die Schliche gekommen, irgendeine Unstimmigkeit im menschlichen Körper ihrer Leiche gibt ihr den Blick auf den Tathergang frei. Ihre Beziehung zu ihrem früheren Ex Joe ist wieder aufgeflammt, aber auch hier läuft es nicht unbedingt reibungslos.
Zum aktuellen Fall im Braugewerbe wird sozusagen als aktuellen Bezug das Thema Flüchtlinge durch den jungen Syrer Faris eingebaut, dem Gewalt angetan wurde. Er ergänzt die alte Riege an Figuren und eine neue Person.

Die Charaktere sind mal wieder lebensecht und sympathisch beschrieben, ein wenig klischeehaft natürlich besonders Dr. Elke Falk und Sektionsgehilfe Spike, der während seiner Arbeit seiner Musikleidenschaft frönt und die ganze Bandbreite zwischen Klassik und Pop abspielt. Gerade die Einblicke in die rechtsmedizinischen Besonderheiten finde ich immer sehr interessant, hier bringt die fachkundige Beratung durch einen Rechtsmediziner die Autorinnen ins Bild und sie geben im Buch den ungeschönten Blick auf den Seziertisch frei.  


Auch dieses Mal sorgen eine Menge Charme von Tante Vroni und Charly, etwas Witz über die eiskalte Falk und ein flotter Erzählstil für gelungene Unterhaltung. Der Lokalkolorit wird dieses Mal durch die Wohnungssuche von Sofie und Joe eingebracht, hier stellen sich einige Münchner Stadtteile vor. 

Auch wenn ich die Reihe bisher sehr gern gelesen habe, bin ich von diesem Teil zwar gut unterhalten, aber doch etwas enttäuscht. Die Personen erscheinen immer nach dem gleichen Schema, die humorvollen Einschübe erfolgen stets dank Mops Murmel und der eiskalt dargestellten hochintelligenten Dr. Falk, Sofies Chefin. Auch das Figurproblem Sofies und Joes beziehungsproblematische Art sind erneut Thema des Buches. Hier hatte ich mir doch einige neue Ideen gewünscht und hoffe auf mehr Änderung im Nachfolgeband. 

  
Wer gute Unterhaltung mit einer Bayrischen Krimireihe sucht, findet sie hier mit einer starken Protagonistin! 

***Herzlichen Dank für dieses Leseexemplar und die Leserunde auf lovelybooks!***


Kommentare:

  1. Hallo Barbara,
    die "kalte Sophie" steht auch schon lange auf meiner Leseliste. Möchte ich gerne mal lesen, auch weil ich Pathologen in Krimis immer so mag :-)
    Wenn man nur mehr Lesezeit hätte ....

    Liebe Grüße
    Conny

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    1. Hi Conny,

      ja, die Lesezeit könnte doppelt so lang sein! Die Vorgängerbände mit Sofie fand ich eigentlich besser, wenn du möchtest, können wir tauschen!

      Liebe Grüße Barbara

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