Sonntag, 9. April 2017

Der Schamane - Noah Gordon

Faszinierender zweiter Teil der Trilogie

 

"Der Schamane" ist der zweite Teil der Medicus-Trilogie von Noah Gordon. Das Buch erschien bereits 1995 im Bertelsmann Verlag.

Nach dem legendären ersten Medicus Robert J. Cole sind bereits circa 500 Jahre vergangen. Seine Nachfahren leben in Schottland und einige von ihnen haben die Gabe, den Tod spüren zu können, geerbt. 

Rob J. heißt wie sein berühmter Vorfahre, er muss aus Schottland fliehen. Für einen Hungerlohn muss er in den amerikanischen Kolonien für seinen Lebensunterhalt sorgen. Er zieht nach Westen, dort werden Ärzte gebraucht und die Bezahlung ist besser. Mit seinen jüdischen Nachbarn schließt er Freundschaft, aber auch mit einigen Indianern. Konflikte bleiben dadurch nicht aus, denn beide Ethnen sind nicht gerade anerkannt. Als der amerikanische Bürgerkrieg ausbricht, muss Rob J. in den Krieg ziehen. Sein Sohn, Robert J. wird schon in jungen Jahren taub, er erfährt die Geschichte seiner Vorfahren, studiert Medizin und wird Der "Schamane".  





Dieser Roman hat mich wieder völlig mitgerissen, nicht nur der unvergleichliche Schreibstil Noah Gordons, auch die fesselnde Handlung haben eine richtige Sogwirkung ausgeübt.

Diese Saga führt den Leser inhaltlich in die Thematiken Juden, Indianer, Bürgerkrieg und die Taubheit des Schamanen ein. Wie Noah Gordon das alles miteinander verknüpft, ist erneut eine literarische Meisterleistung. 
Hier geht es um die Weiterentwicklung der Medizin und man erfährt interessante Informationen über die Lebensweise der Indianer, ihre schamanischen Bräuche und über das jüdische Leben. 
 
Die Coles sind mit einer Schamanin der Sauks befreundet und sie weiht Vater und Sohn Cole in die Geheimnisse der indianischen Heilkunst ein. Mich haben die indianischen Namen etwas im Lesefluss gehemmt.


In diesem Buch nimmt sich der Autor Zeit für die Lebensumstände,  von der Sklaverei bis zur Unterdrückung der Indianer gehen seine Beschreibungen, bei denen er durchaus kritisch beobachtet.

Seine Charaktere sind wunderbar gezeichnet, sie verleihen dem Roman ein großes Unterhaltungspotential mit tiefen Einblicken in die historischen Bereiche.

 

Ein faszinierender Folgeroman der Medicus-Reihe, fesselnd, informativ und einfühlsam geschrieben und historisch gut recherchiert. Ein weiterer Erfolg von Noah Gordon.




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