Montag, 3. April 2017

Lichtertod - Iris Mueller

Schatten auf der Lichterkulisse 

Den Krimi "Lichtertod" schrieb Autorin Iris Mueller als Start einer Krimireihe aus dem süditalienischen Amalfiküste. Die Krimi erschien im November 2016 im Goldmann Verlag.


In der Vorweihnachtszeit findet in Salerno an der Amalfiküste alle  Jahr wieder eine sowohl imposante als auch stimmungsvolle  Lichtinstallation statt, die die Menschen in ihren Bann zieht. Leider stört in diesem Jahr ein menschlicher Kopf die besinnliche Wirkung der Lichtimpressionen. Patrizia Vespa, die zuständige Hauptkommissarin muss gemeinsam mit ihrer Kollegin Cristina D'Avossa in einer bizarren Mordserie ermitteln. 





Der bizarre Mord an einem Unbekannten bringt das sympathische Kommissarinnenduo Patrizia Vespa/
Cristina D'Avossa in eine schwierige Ermittlung. Wer ist so krank und hängt den Kopf eines Toten in eine Weihnachtsbeleuchtung?

Die Ermittlerinnen sind grundverschieden, sie haben so ihre kleinen Macken und Besonderheiten und ergänzen sich als Team perfekt. 
Als die nächste Leiche gefunden wird, sind sie zunächst ratlos. Sie brauchen einige Zeit, um sich dem Serienmörder und seiner Gedankenwelt annähern zu können. Auch als Leser wird man bis zum Schluss um Unklaren gehalten, wer hinter dieser Sache steckt und welche Prinzipien und Motive ihn antreiben. Es gibt einige überraschende Wendungen, die nicht nur den Leser hinters Licht führen. Im Endeffekt gibt es eine schlüssige Erklärung, die man sich so nicht vorstellen konnte. Der Täter hat nach einem speziellen Raster nicht nur persönlich Rache üben wollen, sondern sich auch durch sein
psychologisch krankes Inneres treiben lassen und einen perfiden Mordplan entwickelt. 

 
Die Charakterdarstellung zeigt bei den Polizisten typische Süditaliener, die mit Temperament, aber auch mal mit lässiger Nachlässigkeit ermitteln. Kleine Fehler passieren, es geht aber dennoch alles seinen geregelten Gang. Man merkt, wie sich die Kommissarinnen als Frauen ganz anders behaupten müssen, als ihre männlichen Kollegen. Noch scheinen sich weibliche Führungspositionen in Italien nicht überall etabliert zu haben.
 
Die weihnachtliche Festbeleuchtung in Salerno strahlt festliche Vorfreude aus und lockt damit viele Menschen wie ein Magnet an.
Man bekommt dank einiger Gerichte, die die Kommissarinnen zu sich nehmen, ein Gefühl von italienischer Küche und auch die typischen italienischen Namen verleihen Atmosphäre.

Die Autorin versteht es gekonnt, nebenbei auch die Geschichte Salernos und seine mittelalterliche medizinische Schule und die  dazugehörige Temperamentenlehre in den Krimi einzubinden. Diese Themen sind für die Mordserie ziemlich entscheidend, man erkennt  diese Verbindung aber auf Anhieb und ohne Erklärung nicht so einfach.

Auch wenn ich der Handlung gut folgen konnte, machten sich zwischendurch immer mal wieder einige Längen breit, die mich nicht total gefesselt haben.

Aber der psychologische Aspekt, das Profiling des Täters und die vielen möglichen Tatverdächtigen liessen mich doch gespannt am Krimi festhalten.  



Ein neues sympathisches Ermittlerduo legt den Verbrechern in Süditalien ihr Handwerk. Sie sorgen dafür, dass die Lichterinstallation wieder ohne Makel vorweihnachtliche Freude verbreiten darf.
 




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