Donnerstag, 25. Mai 2017

Top Ten Thursday # 23



Donnerstag ist TTT Top Ten Thursday bei Steffis Bücher Bloggeria. Worum geht es beim TTT? Es geht um Listen, natürlich um Bücherlisten und jeden Donnerstag gibt es eine neue Aufgabe/Frage bei der man seine persönliche Top Ten zusammenstellen kann. Schaut doch einfach mal vorbei!

Das heutige Thema lautet:

10 Bücher, deren Titel mit einem "K" beginnen:

 
Dieses Mal hatte ich die Qual der Wahl, denn ich habe aus einer Auswahl von gut 20 Titeln auswählen können. 

Meine Auswahl:
 

Almstädt, Eva - Kalter Grund 1
  
Zindel, Mireille - Kreuzfahrt
  
Bauer, Christian - Klara Klühs und die weiße Jade

Kirschblüten und rote Bohnen

Durian Sukegawa

Kruse, Tatjana - Kreuzstich, Bienenstich, Herzstich   

Baldursdottir, Kristin Marja - Kühl graut der Morgen
 
Pauly, Gisa - Kurschatten 7     


Durst-Benning, Petra - Kräuter der Provinz


Krabbenbrot und Seemannstod

Cornelia Kuhnert 


Habt ihr Gemeinsamkeiten auf eurer Leseliste? 
Ich wünsche euch einen schönen Feiertag, den Vätern natürlich einen angenehmen Vatertag! Hier lädt das Wetter zum Lesen ein. 

Liebe Grüße, eure Sommerlese!




Mittwoch, 24. Mai 2017

Biete Krise, suche Glück - David Foenkinos

 

Wenn das Pech dich verfolgt

 
Der Penguin Verlag verlegt 2017 David Foenkinos Roman "Biete Krise, suche Glück" in einer Übersetzung von Christian Kolb. Die deutsche Erstausgabe erschien 2014 unter dem Titel "Zurück auf Los".

Es geht um den 50-jährigen Bernard, ein ruhiger Bankangestellter, verheiratet und Vater einer Tochter. Halt ein ganz normaler Durchschnittsbürger.
Es beginnt damit, dass seine Tochter auszieht. Dann gerät seine Ehe mit Nathalie in eine Krise und sie verlässt ihn. Mit einem Schlag ist das gewohnte Leben Bernards vorbei, eine Katastrophe jagt die nächste und das Pech verfolgt ihn. Er verliert seinen Job, zieht aus der gemeinsamen Wohnung aus und muss zu seiner Schande nun wieder bei seinen Eltern unterkriechen - in seinem alten Kinderzimmer findet er eine Bleibe. Wie geht es nun weiter mit ihm?
 
 


Dieses Buch beschreibt einen stinknormalen Mann in den besten Jahren, der durch einige persönliche Wendungen in seinem Leben aus der Bahn geworfen wird.
Der Schreibstil hat mich sehr überrascht, denn Foenkinos hat einen erstaunlichen Erzählfluss, der sich aus einer interessanten Mischung aus Melancholie, Tiefgründigkeit und Humor zusammensetzt.
Dabei beschreibt der Autor genüsslich Einzelheiten aus dem Leben Bernards, jeder Fehltritt, jede Stimmung, jedes Erlebnis wird peinlich genau ausgebreitet.

"Ich hatte nichts mehr. Und das sollte erst der Anfang sein."
Zitat Bernards Seite 65


Bernards Pechsträhne rührt mich an, ich fühle mit ihm wie er so sein Innerstes nach Außen kehrt und den Leser an seinen tiefsten Gedanken Anteil nehmen lässt. Doch das hat allerdings auch lustige Züge, denn einiges hat er sich mit seiner etwas trotteligen Art selbst zuzuschreiben.

Als sich seine Frau von ihm trennt, kommt Bernard zu dem Schluss:
"Nach so vielen Jahren der Leichtigkeit mit seiner Frau... Leichtigkeit geht ja spielend in Sorglosigkeit über; und Sorglosigkeit in Gleichgültigkeit gegenüber dem anderen." Zitat Seite 105

Er zieht zu seinen Eltern, die scheinbar in geordneten Bahnen nebeneinander herleben. Doch die Einzige, die ihn aufbaut und wieder Mut macht ist seine Tochter.
In der Familie sind nicht alle aus demselben Holz geschnitzt. Wir bilden ein seltsames Häuflein, ein "genetisches Mysterium". Zitat Seite 157

Irgendwann beginnt endlich die erhoffte Selbstfindung und Bernard wagt einen etwas wackeligen Neuanfang.   
 
Dieses Buch unterhält mit einer ganz besonders spritzigen Leichtigkeit, die gelungene Mischung aus Melancholie und Humor macht den speziellen Reiz der Geschichte aus.  
 
 
***Herzlichen Dank an den Penguin Verlag und an das Blogger-Portal für dieses Buch! Ich habe mich sehr darüber gefreut!*** 

 

Mörderischer Freitag - Nicci French

Leider eine echte Enttäuschung

 

"Mörderischer Freitag" ist der 5. Band der Thriller-Reihe von Autoren-Duo Nicci French. Die Reihe erscheint im Penguin Verlag.

Frieda Kleins Ex-Lebensgefährte Sandy wird ermordet in der Themse aufgefunden. An seinem Handgelenk trägt er ein Patientenarmband mit ihrem Namen. Frieda ist tief getroffen und wird Tatverdächtige angesehen. Doch bevor es zur Anklage kommt, hat Frieda Klein sich abgesetzt und ermittelt auf eigene Faust.


Bei dieser Buchreihe bin ich mit diesem Band, immerhin Nr. 5,  sozusagen als Quereinsteiger eingestiegen. Keine gute Idee, wie sich beim Lesen herausgestellt hat. 

Aber von vorn. Der Thriller beginnt mit einem grandiosen Prolog, in dem das Kind Kitty die Hauptrolle spielt. Leider ist im folgenden Buch nie wieder die Rede von dieser Kitty. 

Der erste Mordfall geschieht und die Spuren des Ermittelnden Detectives Hussein und Bryant führen zu Dr. Frieda Klein. Sie war vor einiger Zeit mit dem Toten liiert, hatte sich aber von ihm getrennt. War sie wirklich die Täterin?
Bis zu diesem Zeitpunkt war ich noch voll bei der Sache und der Thriller zog mich mit sich. Doch dann begann Frieda Klein, die von der Polizei für schuldig gehalten wird, selbst zu recherchieren. Sie taucht unter und irrt scheinbar ziellos durch London, sucht Bekannte des Toten auf, die sie befragt. 

Diese Frieda Klein ist für mich eine merkwürdige Person, sie wird in diesem Buch leider nicht näher beschrieben, aber sie nahm wie selbstverständlich den Platz der Protagonistin ein. Eine Figur, die auf mich so unbeschrieben wirkt wie ein leeres Blatt. Hier stellte sich mir die Frage, ob man diesen Band ohne Vorkenntnisse überhaupt lesen kann. Ich widmete mich weiter Friedas Ermittlungen, nebenbei hätte ich gerne selbst mitgerätselt, aber die weiteren Figuren erschienen wie aus dem Hut gezaubert und so verwirrte mich das Ganze mehr und mehr. Wer ist diese ominöse Figur von Dean Reeve? Leider muss die Lösung dieser Frage in Teil 1-4 versteckt sein. 

Erschwerend kam noch die Geschichte mit Frieda als Kindermädchen hinzu, dort gibt es den 2-jährigen Ethan, dessen Reifezustand leider so gar nicht seiner Altersklasse entspricht. Hier fehlt den Autoren wohl der echte Vergleich mit Kindern diesen Alters. 


Ich konnte weder Lesespaß, geschweige denn echten Thrill bei diesem Buch fühlen. Daher vergebe ich nur zwei Sterne, denn ehrlich gesagt, ich bin richtig enttäuscht. 

***Ich bedanke mich beim Verlag und beim Blogger-Portal für dieses Buch, auch wenn es mich leider nicht überzeugen konnte.***


Dienstag, 23. Mai 2017

Gemeinsam Lesen # 12






Diese Aktion findet ihr jeden Dienstag bei Schlunzen-Bücher.  


1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?





Ich lese gerade "Biete Krise, suche Glück" von David Foenkinos und bin auf Seite 79. 

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?


"Meine Mutter öffnete mir die Tür. Als sie meinen Koffer sah, welche Kombinationsgabe, begriff sie sofort."  



3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?

Dieses ist mein erstes Buch von David Foenkinos, der Autor wird hat in Frankreich schon großen Erfolg gehabt und gilt als charmanter Geheimtipp der französischen Buchszene.

 

Dieses Buch zeigt die Geschichte eines 50-jährigen Mannes, der nach einer Trennung seinen Job verliert und nun wieder bei seinen Eltern in sein ehemaliges Kinderzimmer einziehen muss. 
Bisher habe ich schon viele eigentlich tragische Szenen miterlebt, die aber so geschrieben sind, dass man darüber schmunzeln muss. Der Autor schreibt leicht zynisch und spart nicht mit witzigen Formulierungen.

4.
Wie viele Seiten lest ihr im Durchschnitt in einem Monat? 

Das kann ich nicht beantworten, denn ich zähle die Seiten ja gar nicht nach. Auch wenn ich ansonsten eher ein Zahlenmensch bin, empfinde ich dafür überhaupt keine Notwendigkeit. Für mich zählt in erster Linie die Anzahl der gelesenen Bücher und der Spaßfaktor beim Lesen. Das Zusammenrechnen der Seitenzahlen würde mir nur wertvolle Zeit zum Lesen stehlen.   



Wie sieht es bei euch aus? 

Liebe Grüße
Sommerlese!


Montag, 22. Mai 2017

Herzblätter - Anna Mc Partlin

Kurzgeschichten für Zwischendurch. Kleine Ablenkung im Alltag!


In "Herzblätter" geben sich 5 namhafte Autorinnen ein Stelldichein und erzählen kleine Geschichten vom Glück. Die Sammlung erscheint in einem wunderschön gebundenen Büchlein im Rowohlt Verlag.




Wege zum Glück gibt es viele.
Hier erzählen fünf Bestseller-Autorinnen von den Umwegen, die oft nötig sind, um das Glück auch zu erkennen.
Amüsant, gefühlvoll, nachdenklich, heiter.

In diesem Buch:
Anna McPartlin: «Das Sommerwunder»
Juliet Ashton: «Ein gutes Mädchen»
Mia Morgowski: «Ein Mann sieht rot»
Sofie Cramer: «Ein abgefahrener Sommer»
Britta Sabbag: «Sommer für Aussteiger»

Dieses Büchlein ist wunderschön, besonders mit seinen Herzen auf dem Cover vermag es sofort zu verzaubern. Kann das der Inhalt auch leisten?

Wie immer bei Sammlungen ist die Bewertung schwierig, denn nicht jede Geschichte, jeder Erzählstil stellt den Leser gleichermaßen zufrieden.
Inhaltlich geht es um das persönliche Glück, aber auch um Krankheiten und Gefühle und besondere Erlebnisse.
 
Bei dieser kleinen Sammlung von fünf Geschichten hat mich "Das Sommerwunder" von Anna McPartlin am meisten berührt. Sie erzählt von Patricia, die gesundheitlich ein schweres Los gezogen hat, da hilft nur noch ein Wunder. Ihr Schicksal ist sehr tragisch, auch ist es sehr ehrlich geschrieben und zeigt die Situation ungeschönt. Dennoch wirkt die Erzählung nicht traurig und desillusioniert. Anna McPartlin hat ein Händchen für Geschichten, die das Leben schreibt.  

Juliet Ashtons Geschichte liest sich wie ein Tagebuch mit Einblicken in Lebensabschnitte von Serena. Der Schreibstil ist toll, die Story hat auf mich einen etwas getrübten Nachgeschmack.

"Ein Mann sieht rot" ist der Knaller des Buches. Mia Morgowski zeigt den Selbstversuch eines Mannes mit Bräunungcreme, man kann sich schon vorstellen, dass hier nicht alles wie geplant abläuft. Ich habe mich gut amüsiert.  


In "Ein abgefahrener Sommer" geht es um eine schicksalhafte Begegnung im Zug, die mir irgendwie bekannt vorkam. Dennoch wunderschön geschrieben und auf seine Weise eine traumhafte Story.

Britta Sabbag konnte mich mit ihrer Geschichte in eine lockere Sommerzeit hineinziehen. Heiter und unbeschwert ging es hier voran.

Diese Sammlung ist ein hübsches Geschenk für eine nette Freundin. Ob tragisch, amüsant, heiter oder nur unverschwert, jede Geschichte hat ihre besondere Aussage.
 


Montagsfrage # 39







Jeden Montag veröffentlicht Buchfresserchen eine Frage auf ihrem Blog, die man dann innerhalb von 7 Tagen beantworten kann. So lernt man die jeweiligen Blogger besser kennen! Und so lautet die heutige Frage:


Wurdest du schon mal gespoilert? Hast du wegen eines Spoilers ein Buch mal nicht zu Ende gelesen?

Wenn ich ein Buch lese, vermeide ich es, andere Rezis dazu zu lesen. Denn eigentlich möchte ich unbedarft an das Buch und speziell an das Ende herangehen. Ich bemühe mich selbst ja auch immer, kein Ende preiszugeben.

Ich persönlich finde Spoiler nun nicht gerade super, aber auch nicht sooo schlimm. Klar lenken Spoiler die Gedanken beim Lesen schon in gezielte Bahnen, die ein unbedarftes Lesen vielleicht noch mit mehr Überraschungen und ungeahnten Situationen ausgefüllt hätte. Aber bei manchen Enden ist es auch spannend. wenn man die Beweggründe eines Kriminellen beispielsweise mit der Kenntnis des Endes liest. So ist es ja auch, wenn man ein Buch mehrfach liest.

Es fällt mir jetzt kein Buch ein, bei dem ich wegen eines Spoilers abgebrochen habe. Selbst wenn ich den Ausgang der Geschichte ahne, lese ich trotzdem weiter. Ich kann mir auch vorstellen, dass ich dann noch gespannter lese und auf dieses bekannte Ende hinfiebere. Wie kommt es dazu und welche Gründe oder Wege führen die Personen zu diesem Ausgang der Geschichte? Es kann auch spannend sein, wenn man das Ende schon kennt oder auch nur ahnt.     


Bei manchen Rezis ist es schwierig, keine Spoiler zu verbreiten. Man eiert um das Thema herum, kann es aber nicht genau benennen und das gibt der Rezi so ein verwaschenes "Gesicht".

 
Wie seht ihr Spoiler? Verderben sie euch die Lust am Buch? 


Sonntag, 21. Mai 2017

Immer wieder im Sommer - Katharina Herzog

Was ist eigentlich Glück?


Der Roman "Immer wieder im Sommer" von Katharina Herzog alias Katrin Koppold erscheint 2017 im Rowohlt Verlag

Anna ist seit fünf Jahren von Max getrennt und die gemeinsamen Töchter sollen die Ferien bei ihm verbringen. Sie möchte nach Amrum fahren und dort Jan, ihre unvergessene Jugendliebe wiedersehen. Also packt sie den VW-Bus und will die Mädchen bei Max abliefern. Doch dann meldet sich überraschend ihre Mutter, zu ihr besteht sein 18 Jahren kein Kontakt mehr. Es kommt wie es kommen muss, Anna sitzt am Ende mit ihren Töchtern und Max im Bus und die Mädchen lernen endlich ihre Oma kennen.




Dieser Roman erzählt von einer sommerlich anmutenden Fahrt an die See. Doch der Urlaub steht nicht an vorderster Stelle. Es geht mehr um das gelebte Leben, um Gefühle und die vertanen Chancen im Leben.
Wir lernen eine Familie kennen, die nur noch wenig Kontakt zueinander pflegt. Anna lebt mit ihren Töchtern Nelly und Sophie in München. Sie bekommt eine Nachricht von Frieda, die an Demenz erkrankt ist und ihre Enkelkinder noch nie gesehen hat. Vater Max, kann durch die Trennung von Anna das Aufwachsen seiner Töchter nur sporadisch verfolgen und beschliesst, Anna auf ihrer Fahrt zu Frieda zu begleiten. Dabei möchte Anna in erster Linie ihre Jugendliebe Jan wiedersehen, die Gefühle zu ihm lassen sie einfach nicht los und sie will sehen, was aus ihm geworden ist und ob sie wohl noch etwas für ihn empfindet, wenn sie sich treffen.


Katharina Herzog schreibt diesen Sommerroman sehr locker und flüssig und es wird zwar manchmal z. B. durch die Thematik Demenz sehr ernst, aber im Ganzen wirkt der Roman eher positiv und unterhaltsam. Man ist schnell in die Familienverhältnisse eingeweiht und fühlt mit den Charakteren mit.
Das bewirken besonders die häufigen Perspektivwechsel der unterschiedlichen Charaktere, man begleitet so die Gedanken und Gefühle der Figuren und versteht ihre inneren Beweggründe sehr gut. Man kann sich in die jeweiligen Figuren perfekt hineinversetzen und fühlt sich fast wie ein Teil der Famile.


In dieser Familie gibt es eine Grundsitutation, die mich von Anfang an gestört hat. 18 Jahre gab es keinen persönlichen Kontakt zwischen Anna und ihrer Mutter Frieda. Das kann ich gar nicht nachvollziehen, wie kann man die Kinder der Großmutter so vorenthalten? Dabei lag gar kein wirklich triftiger Grund vor. Anna wollte nur nicht auf dem elterlichen Hof verbleiben und ging zum Studium weg.
Doch dieses späte Wiedersehen brachte ihr die Erkenntnis, dass ihre Mutter durch die sich ausbreitende Demenz ihre Hilfe und Nähe benötigt. Der gemeinsame Urlaub an der See erfolgt zwar mit einigen Überraschungen, aber die Familie wächst dadurch wieder näher zusammen.
Mich haben besonders die Gedanken und Bemerkungen Friedas sehr berührt. In manchen Situationen wird ihr ihre Krankheit bewusst und ihre Äußerungen gehen mir tief unter die Haut. Es gibt ein Ende, soviel kann ich schon verraten, bei dem Frieda ihrer Tochter sozusagen das Glück zurückbringt.

Allgemein kann man sagen, hier geht es um Nachsicht, Rücksicht und eine Familie, die sich durch die Reise erst wieder neu kennen lernt.
 


"Immer wieder im Sommer" ist ein emotionaler Familienroman, der mich berührt hat und deutlich macht, welchen hohen Stellenwert die Familie doch im Leben von jedem einzelnen einnimmt.


***Herzlichen Dank an den Rowohlt Verlag für die Übersendung dieses Buches! ***


Samstag, 20. Mai 2017

Die Morde von Morcone - Stefan Ulrich

Schöne Kulisse, die Handlung geht ins fanatisch Religiöse!

"Die Morde von Morcone" ist der Titel des ersten Krimis aus der Feder von Stefan Ulrich, der in der Toskana spielt. Das Buch erscheint im Ullstein Verlag.

Robert Lichtenwald ist Wirtschaftsanwalt aus München und zieht sich in sein Rustico in Morcone in der Toskana zurück. Dort will er eine Auszeit von seiner Ehe nehmen, zur Ruhe kommen und in seinem Garten werkeln. Mit seinem Nachbarn, dem Conte, unternimmt er Spaziergänge in die Natur und prompt stolpern sie über eine Leiche. Diese trägt einen eingeritzten Buchstaben am Körper und schon bald finden sich weitere Leichen mit ebensolchen Buchstaben. Ist hier ein Serienmörder am Werk? Lichtenwald wird unweigerlich gemeinsam mit der Lokalreporterin Giada Bianchi in die Ermittlungen involviert.





Stefan Ulrich kenne ich von seinem heiteren Familienroman "Quattro Stagioni", daher war ich gespannt auf den ersten Krimi des Autors.

Er lässt seine Handlung in der Maremma, dem Süden der Toskana, stattfinden und führt damit den Leser in ein landschaftlich reizvolles Gebiet mit Weinanbau, Olivenhängen und Zypressen. Wie sehr er mit dieser Gegend verbunden ist, wird aus den häufigen italienischen Phrasen, diversen Landschaftsbildern und dem allgegenwärtigen Maremma-Flair überaus deutlich. Als Leser taucht man intensiv ein in das italienische Lebensgefühl, erlebt die Essen mit guten Weinen und die Barabende mit einem Pisco Sour. Doch ein Mörder geht um, den es um jeden Preis aufzuhalten gilt, ehe noch mehr Menschen zum Opfer fallen.

Der Krimi an sich hat mich mit dem fanatisch agierenden Täter, dem inhaltlichen Bezug auf die Saligia, die sieben Todsünden und zu Savonarola doch ziemlich gruseln lassen. Für mich stellte sich gedanklich schnell der Vergleich zu Dan Browns bekanntem Werk Inferno.
Doch dieser Krimi ist anders als Browns Thriller. Hier geht es mehr um die Menschen, die hier in diese Ermittlungen hineingezogen werden und die Aufklärung der Mordserie. Doch auch die philosophischen Betrachtungen der Protagonisten, bei denen sie Epikur, Pythagoras und Nietzsche zitieren, geben der Geschichte gedanklichen Tiefgang.

Lichtenwald ist eher ein ruhiger Vertreter, intelligent und bodenständig, sein buntes Pendant ist in diesem Fall die temperamentvolle Giada Bianchi, die mit ihren feuerroten Haaren, ihrer Kenntnis von Kräutern und ihren Hexenohrringen schon fast an eine Zauberin erinnert. Beide verstehen sich bestens, persönlich sind sie daran interessiert, den wahren Täter zu finden und so bilden sie ein ausgezeichnetes Ermittlungsteam. Denn auf die Arbeit der Polizei kann man sich hier wohl nicht verlassen, die macht eher einen laschen Eindruck mit ihren Dorftölpeln vom Dienst.

Hier begeht ein Mensch Morde aus fanatischen religiösen Gründen, das wird schnell klar, also muss er auch einen ebensolchen Hintergrund haben. Schon früh ahnte ich, wer hier der Täter und damit selbsternannte Rächer sein musste.

Das ist aber auch der einzige Nachteil. Ansonsten habe ich besonders das spannende Finale des Krimis und die Toskana im allgemeinen sehr genossen. Vielleicht hätten die eingestreuten Italo-Sätze noch mit Fußnoten erklärt werden können, aber sie sind für das Verständnis auch nicht so sehr von Belang.

Für Toskana-Liebhaber bestens geeignet. Ein guter, logisch aufgeklärter, spannender Krimi, der mit seinem Ermittlerteam gut unterhält. 


***Vielen Dank an den Ullstein Verlag und an Vorablesen für dieses Rezensionsexemplar!*** 



 

Freitag, 19. Mai 2017

Deichmord - Katharina Peters

Zu viele Beziehungsverflechtungen machen dem Krimi zu schaffen

 

"Deichmord" ist der sechste Teil der Rügen-Krimi-Reihe von Autorin Katharina Peters. Die Reihe erscheint im Aufbau Verlag.


Auf Rügen stehen die belieben Störtebeker-Festspiele an, ein Touristenmagnet erster Güte. Die Polizei ist jedoch in Alarmbereitschaft, denn eine Terrorwarnung scheint dieses Ereignis zu überschatten. Doch die Ermittlungen verlaufen im Sand. Kommissarin Romy Beccare stößt bei ihren Nachforschungen auf mysteröse Vermisstenfälle von zwei jungen Frauen, die beide im Gästehaus Magold in Ralswiek gewohnt haben. Wollte mit diesem Terrorhinweis nur jemand die Polizei zum Ermitteln in genau diesen Fällen anhalten? Romy findet noch mehr Details, die in der Vergangenheit einfach nicht weiter verfolgt wurden. 





Dieser Krimi führt wieder nach Stralsund und Umgebung und der regionale Aspekt wird vor allen Dingen in der Stimmung der Schauplätze am Meer und bei den kulinarischen Details aufgegriffen.

Die Idee mit der Terrorwarnung hat mich sofort interessiert, diese Thematik ist extrem brisant und ich hatte gleich hohe Erwartungen an das Buch. Wie dann die Handlung mit diesem Thema verknüpft wurde, ist zwar raffiniert, aber doch eher unspektakulär zu nennen. Die Familiendramen der Nachwendezeit sind das eigentliche Thema.

Es geht mit den Ermittlungen zu sehr in die Vergangenheit, dazu müssen unzählige Personen befragt werden, das macht das Ganze doch eher mühselig nachzuverfolgen. Erst langsam erkennt man immer mehr Verbindungen unter den Befragten. Wer mit wem in Beziehung stand und welche weiteren Verflechtungen unter den Figuren bestehen, ist echt mühselig zu behalten. Dazu kommen noch die reichlich vorhandenen Ermittler, die allerdings im Anhang näher beschrieben werden. Auch wenn ich konzentriert gelesen habe, so fühlte ich mich teilweise wie in einem Ratespiel und dabei geht natürlich die Spannung doch sehr verloren. Für mich wirkten die Mordfälle eher mit zu vielen Verbindungen zusammenkonstruiert.


Leider konnte mich "Deichmord" nicht vollständig überzeugen. Auch fehlt mir der inhaltliche Bezug zum Titel völlig.


Freitags-Füller # 38



 

 

Dies ist ein Projekt von Barbara von  Scrap-Impulse

Ein kleiner Lückentext zum Ausfüllen.

 

1. Meine Füße bewegen sich am liebsten in Sneakern oder Turnschuhen, das habe ich jetzt gemerkt, als ich mal wieder für einen längeren Gang Sandalen anhatte: Es gab gleich eine Blase.

 

2. Ab und zu muss es einfach mal sein, dann esse ich ein Schälchen mit Kartoffelchips, am liebsten bei GNTM! ;-)

 

3. Ich lernte im Urlaub wieder die italienische Mentalität und Freundlichkeit kennen. Das allein ist schon ein tolles Urlaubsgefühl. 


4. Das Gruppentreffen einiger Lovelybook-Anhänger ist aktiviert, will heißen, wir treffen uns morgen in der Stadt und darauf freue ich mich schon sehr.

 

5. Es ist wirklich traurig, wenn Menschen Depressionen haben und die Angehörigen sich scheinbar nur aus der Ferne um sie kümmern und sie nicht mit Besuchen unterstützen.


6. Einige Verwandte möchte ich unbedingt in diesem Jahr noch besuchen. Durch die räumliche Distanz sieht man sich viel zu wenig.



7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf eine Chorprobe und hinterher Lets Dance, morgen habe ich vor, eine Gruppe von Bücherfreundinnen zu treffen (geplant) und Sonntag werde ich mich etwas der Familie widmen, vielleicht essen wir gemeinsam Mittag oder unternehmen etwas zusammen. Das hängt vom Wetter und den Terminen der Kids ab.

 

Liebe Grüße und eine schöne Woche,
Barbara!

 

Donnerstag, 18. Mai 2017

Anfang 40 - Ende offen - Franka Bloom

Mit dem Alter ist das so eine Sache


Der Roman "Anfang 40 - Ende offen" von Autorin Franka Bloom dreht sich um eine Frau in der Midlife-Crisis. Das Buch erscheint im Rowohlt Verlag.

Vera Odermann ist 46, eine erfolgreiche Projektmanagerin und seit 25 Jahren verheiratet, als ihr Mann sie wegen einer jüngeren Frau verlässt. Sie wohnt nun mit ihrer Tochter Greta und hofft, bald wieder als Single, wenn Greta für ihr Studium auszieht, ihre persönlichen, lange Zeit verdrängten Wünsche ausleben zu können. Nicht mehr für andere kochen, allein feiern, bis der Morgen graut und mal nach Feuerland reisen. Das wäre schön!
Aber das Schicksal macht ihr einen Strich durch die Rechnung und sie lernt den jungen Referendar Paul kennen. Völlig verliebt stürzt sich Vera in ein neues Abenteuer. 


   

"Mit dem Alter ist das so eine Sache... 50 ist die neue 30, 70 ist das neue 50." Zitat Seite 7


Bei diesem Buch musste ich häufig schmunzeln, denn die Protagonistin ist zwar im Alter der beginnenden Wechseljahre, erlebt die ganze Palette von Hitzewallungen, Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen, aber sie benimmt sich noch lange nicht angepasst und abgeklärt wie eine Mittvierzigerin. Sie erlebt einen Neuanfang, den sie sich so nicht gewünscht bzw. in ihren kühnsten Träumen vorgestellt hatte. Sind das jetzt schon die Auswirkungen von Hormonstörungen oder ist Vera einfach nur eine abgedrehte Type, frage ich mich mehrfach. 
Doch Veras Leben wird durch einige Veränderungen völlig auf den Kopf gestellt und sie hinterfragt dabei schon ihre weiteren Vorhaben und Lebensziele. Sie macht es sich nicht leicht, ergreift ihre Chance auf ein ganz besonderes Glück und kommt damit nicht bei allen gut an.  


Ich kann mich zwar nicht mit Veras Person identifizieren, aber ich bewundere sie für ihren Mut. Wenn die Midlife-Crisis einen Neubeginn auslöst, muss man das Beste draus machen und das tut Vera. Für sie ist das ein chaotischer Lebensabschnitt, für mich als Leserin einfach nur humorvoll und absolut unterhaltsam.

Von allen Charakteren sind besonders die Freundin Ursel und Tochter Greta sehr liebenswert dargestellt und genauso wünscht man sich Freundin und Tochter. 

Auch wenn sich die Handlung etwas in die Länge zieht und ich mir so ein Leben nicht persönlich wünsche, so hat mir doch die Umsetzung des Themas ältere Frau mit jüngerem Mann gut gefallen und ich wurde gut unterhalten.
Man erlebt mit Vera ständig neue Katastrophen und dennoch behält sie die Fassung, nimmt ihr Leben und das der anderen Beteiligten in die Hand und zieht es durch, ihren Neuanfang mit neuem Glück.

Dieser Roman soll Frauen in erster Linie gut unterhalten, er soll ihnen aber auch Mut zusprechen, in Krisensituationen nicht zu verzagen, sondern auf das Glück zu hoffen und es gegebenenfalls auch zu ergreifen. 



 
 

Mittwoch, 17. Mai 2017

Neuzugänge # 51


Hallöchen meine Lieben!


Nach einem wunderbaren Urlaub auf Ischia habe ich mich schon auf Buchnachschub gefreut. Mit dieser enormen Menge hätte ich dann aber doch nicht gerechnet. Ich habe mich dazu entschlossen, wieder nur Fotos zu posten, denn ihr könnt mir glauben, es sind wirklich viele Bücher! 


 
Mein Buchpaket vom Rowohlt Verlag


Diese Bücher sind eine besondere Überraschung vom Rowohlt Verlag. Ich habe weitere Meilensteine bei der Buchboutique verdient und dafür gab es dieses einmalig tolle Buchpaket. Vielen Dank mal an dieser Stelle! 

Ich freue mich schon ganz besonders auf "Immer wieder im Sommer", davon habe ich schon viel Gutes gehört. Und der historische Roman von Petra Schier ist bestimmt ebenfalls super, die Autorin hat einen wunderbaren Schreibstil. Franka Bloom habe ich gerade angefangen zu lesen. Bisher mag ich das Buch sehr. Den Roman von Abbi Waxman lesen im Moment viele Buchbegeisterte, das Cover sieht schon einmal sehr schön frühlingshaft aus und ist mit einem Hauch Liebe versehen.


 
Verschiedene Buchversender 




Den Thriller "Der Näher" habe ich auf lovelybooks gewonnen. Hierzu gibt es schon viele begeisterte Stimmen, ich bin sehr gespannt. 

Nicci French schreibt sehr intensiv und ihre Thriller haben Suchtcharakter. "Mörderischer Freitag" kam auf meine Anfrage vom Bloggerportal zu mir. 

Der Krimi "Die Morde von Morcone" von Stefan Ulrich spielt in der Maremma, in der Toskana. Bei Vorablesen habe ich dieses Mal hier Glück gehabt. 

"Das geheime Leben des Monsieur Pick" wollte ich unbedingt lesen und habe es mir bestellt. Davin Foenkinos ist im Moment in aller Munde, jedenfalls bei Buchbloggern.

"Der Freund der Toten" ist wieder ein unerwarteter Roman aus dem Dumont Verlag. Er erreichte mich als Buchflüsterin von buecher.de. Mal sehen, was dieses Buch so für eine Geschichte mit sich bringt.

 
Das Bloggerportal war großzügig

Diese drei Bücher hatte ich schon länger beim Bloggerportal angefragt, nun kamen sie alle zu mir. Den Lissabon Krimi kann ich kaum erwarten, der erste Band Portugiesiesches Erbe hat mir schon so gut gefallen.  

Von Anna Qiundlen habe ich noch nichts gelesen und hoffe auf einen atmosphärischen Roman. 

David Foenkinos kenne ich ebenfalls noch nicht, dafür kann ich ja nun gleich zwei Bücher von ihm lesen.

Also dann, ich habe zu tun!

Liebe Grüße, Sommerlese!

 


Mordskuss - Ulrike Busch

Statt Flirt und Liebe gibt es Eifersucht und Mord


"Mordskuss" ist der zweite Band der Ostfrieslandkrimireihe von Ulrike Busch. Der Krimi erscheint im Klarant Verlag.

Auch wenn das friesische Dorf Pilsum sehr beschaulich ist, gemordet wird auch dort. Direkt nebem dem Leuchtturm wird die Leiche einer attraktiven Frau gefunden, sie wurde brutal erdrosselt. Doch warum trägt sie auf ihrer Stirn einen Lippenstift-Abdruck in Form eines Kussmunds?
Tammo Anders und Fenna Stern von der Kripo Greetsiel bearbeiten den Fall und finden Spuren, die zum Hotel Friesenliebe führen. Dort treffen sich Partnersuchende aus der Region zwecks Kennenlernen. Ist der Täter unter den Hotelgästen zu finden? Schon bald geschieht der nächste Mord. Der Druck auf die Ermittler wächst.




Nach dem ersten Band "Tod am Deich" war ich gespannt, wie es mit dem Ermittlerteam Anders und Stern weitergeht.

Wieder gefällt mir Fenna Stern mit ihrer ruhigen Art recht gut, sie ist einfühlsam und geht bei ihren Befragungen sensibel vor. Sie verlässt sich aber auch auf den, wenn es sein muss, derben Ton ihres Kollegen Tammo, der schon mal ein Machtwort spricht und rüde Personen in die Schranken weist. Man merkt, wie sie sich privat immer sympathischer werden und näher zusammenwachsen. Tammo ist dabei schon etwas zurückhaltend, der Ostfriese in ihm ist halt nicht so feurig. Dazu passt gut der Hund Buddy, sozusagen als Dritter im Bunde. 

Zum Kriminalfall möchte ich anmerken, dass mir die Idee, aus einem Liebeshotel eine Mörderfalle zu machen, ausgesprochen gut gefällt. Da suchen Singles einen Lebenspartner und die große Liebe und finden eher Eifersucht, Zank und Hass.
In diesem Krimi gibt es zwar brutale Tathergänge, diese werden aber ziemlich unblutig geschildert.
Die meisten Charaktere finde ich sehr unterhaltsam und vielseitig, man kann sich gut in sie hineindenken und jeder für sich könnte ein Täter sein, soviel steht schon mal fest. Aber es gibt doch einige geschickte Schachzüge, die dann doch erst zum Ende eindeutig auf den Täter hinweisen.

Ulrike Buschs Schreibstil liest sich angenehm leicht und gängig und ihre Dialoge wirken sehr natürlich und lebensnah. Man kann der Handlung leicht folgen, die Personen sind gut gezeichnet und man kann sie gut einordnen.
Auch das Setting hat man durch einige stimmungsvolle Beschreibungen authentisch und gut vor Augen. Den regionalen Touch erhält die Story durch die tollen Cafés mit Friesentorte, Tee mit Kluntje, sowie den sagenhaften Krabben- und Fischbrötchen der Gegend. Da bekommt man richtig Urlaubssehnsucht nach der Nordsee.
Der Kussabdruck hat mich als einzige Sache etwas verwundert, denn dazu gehört schon etwas Überwindung, dem Opfer noch einen Kuss zu verpassen.  


 
Mit diesem Krimi träumt man sich trotz der Morde nach Ostfriesland. Es ist interessant zu sehen, wie die Ermittler sich auch privat näher kommen und zu welchen Gefühlen Menschen bei der Partnersuche fähig sein können.  



***Herzlichen Dank an Ulrike Busch für die Übersendung eines Reziexemplares! Sie erfreut mich immer wieder mit ihren Büchern, aber auch mit ihren amüsanten Mails!***


Dienstag, 16. Mai 2017

Kein Tag für Jakobsmuscheln - Catherine Simon

Kulinarischer Normandie-Krimi

Der erste Band der Normandie-Krimi-Reihe um Kommissar Leblanc  von Catherine Simon alias Sabine Grimkowski trägt den Titel "Kein Tag für Jakobsmuscheln" erschien 2015 im Goldmann Verlag.

Jacques Leblanc hat genug von der Großstadtkriminalität in Paris und lässt sich ins beschauliche Deauville-Trouville in der Normandie versetzten. Dort erhofft er sich ein stressfreies Leben wie Gott in Frankreich. Aber dann findet seine frühere Freundin Marie einen Toten am Strand. Leblanc ermittelt, lässt sich aber nicht völlig aus der Ruhe bringen.





Nachdem mir die Lektüre des dritten Bandes "Bitterer Calvados" so gut gefallen hat, habe ich nun den ersten Band gelesen. Schliesslich möchte ich doch wissen, wie Kommissar Lebland und Marie den ersten Fall gemeinsam angingen. Die Autorin zeigt die Normandie mit atmosphärischen Landschaftsbeschreibungen und auch die legendäre Küche der Gegend. Ich fühle mich wie im Urlaub und lese begeistert was so an Köstlichkeiten auf den Tisch kommt.

Der flüssige Schreibstil der Autorin führt angenehm erzählend durch die Gegend und neben der, zugegeben etwas unterschwellig agierenden Krimispannung, sind es die Personen, die hier besonders hervorstechen. Der Kommissar ist ein Fillou, ein Weiberheld, jedoch leidet er an einem Trauma, dass ihm gerade nachts schwer zu schaffen macht.

Gut zum inhaltlichen Kontext passen ausserdem die Informationen über Fischfang, Überfischung der Meere, Fischzucht und die Geschäftemacherei der großen Konzerne, denn es erwischt einen Fischindustriellen, der seinen Reichtum in Saus und Braus verlebt. 



Dieser Krimi ist genau das Richtige für Normandie-Fans oder für einen unterhaltsamen Urlaubstag am Meer. Man erfährt nebenbei, was alles aus dem Meer auf den Tisch kommt und die Krimihintergründe sind zwar eher schmückendes Beiwerk, aber sie runden das Ganze ab. 



Gemeinsam Lesen # 11






Diese Aktion findet ihr jeden Dienstag bei Schlunzen-Bücher.  


1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?




Ich lese gerade "Mordskuss", ein Ostfrieslandkrimi von Ulrike Busch aus dem Klarant Verlag.
Ich bin auf Seite 95.


2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?


"Die blutleere Haut an dem nackten Ellenbogen, den sie von der Tür aus sehen konnten, gab Tammo und Fenna die Gewissheit: Swantje Jensen war tot."  



3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?

Ulrike Busch ist eine meiner Lieblingskrimiautorinnen und ihre Bücher sind nicht nur mit einer logischen Krimihandlung versehen, sie beschreibt auch sympathische Protagonisten und gut zu verfolgende Ermittlungen. Da wirkt alles schön authentisch und nichts ist künstlich aufgebauscht oder übertrieben konstruiert. So mag ich Krimis!


Außerdem sorgt der Klarant Verlag mit seinen typischen Küstenansichten auch optisch für ein tolles Cover. Dieser Verlag mag zwar nicht so bekannt sein, aber Geschmack wird dort groß geschrieben, in jeder Hinsicht. 


4. Wie wäre dein Leben, wenn du dein aktueller Protagonist wärst?  

Ja, dann wäre ich Fenna Stern, eine Kommissarin, die in Greetsiel in Ostfriesland lebt. Eigentlich hätte ich da einen spannenden Beruf, allerdings wäre mir das wohl auf Dauer etwas zu gefährlich. Aber das Leben an der Nordsee könnte ich mir gut vorstellen, ich liebe das Wasser, den Wind und den endlosen Horizont. Auch bin ich ein ganz besonderer Fischesser, besonders Krabben, also Granat, wie der Ostfriese sagt, liebe ich sehr. 
Ich könnte mit dieser Protagonistin also ganz gut leben! :-)


Wie sieht es bei euch aus? 

Liebe Grüße
Sommerlese!