Montag, 26. Juni 2017

Als die Liebe endlich war - Andrea Maria Schenkel

Zeitgeschichte wird hier lebendig erzählt


Wow, was für ein hervorragendes Buch! Geschichtsunterricht für Leseratten und dabei so spannend erzählt. Ein Spitzenbuch!

Andrea Maria Schenkel veröffentlichte den Roman "Als die Liebe endlich war" im Jahr 2016, er erscheint als Taschenbuchausgabe 2017 im Diana Verlag.

1938 macht sich Familie Schwarz von Regensburg auf nach Shanghai, dem Ziel vieler anderer europäischer Juden, die vor dem Nationalsozialismus geflohen sind. In Genua bleibt Erwin jedoch zurück, seine Heimatliebe siegt und er lässt Grete mit den Kindern Carl und Ida allein auf die weite Reise gehen. Nach dem Ende des Krieges geht Carl nach Amerika und beginnt dort ein neues Leben mit seiner Frau Emmi, die ebenfalls aus Deutschland stammt. Nach 60 gemeinsamen glücklichen Jahren holt sie 2010 die Vergangenheit ein. 





 
 

"In einer Welt, in der die eine Hälfte uns verfolgt, und die andere uns nicht haben will ist ein Ort, der uns nur als Fremde sieht, wohl wirklich das Paradies." Zitat Otto Knoll

Von Andrea Maria Schenkel kenne ich bereits ihre hervorragenden Krimis Tannöd, Kalteis und Finsterau. Doch nach der Lektüre dieses Romanes muss ich sagen, dass sie das Metier der unterhaltenden historischen Romane ebenfalls hervorragend beherrscht.

Andrea Maria Schenkel verbindet hier eine Liebesgeschichte vor historischem Hintergrund mit Schauplätzen wie München, Shanghai und Brooklyn und zeichnet lebendige und sehr detaillierte Charaktere, deren Lebenswege tief berühren und fesseln. Sie vermag es, schwierige Zeitgeschichte anschaulich und begreifbar werden zu lassen. Jeder Geschichtsunterricht mit ihr wäre eine wahre Freude gewesen.

Das Buch zeigt eine jüdische Familie auf ihrem Weg in ein vermeintlich besseres Leben, nach Shanghai. Es erzählt von Judenverfolgung, Reichskristallnacht, Weltkriegsszenario, von einer neuen Heimat in Amerika, von Liebe, Kindheit und unterschiedlichen Zielen. Es zeigt aber auch die Geschichte von Erna, die im Zeitraum 1938 bis 1948 bei ihrer Tante Marga in München den Nationalsozialismus aus nächster Nähe miterlebt. 

 
Am Ende des Buches verknüpfen sich die Handlungsstränge und man erkennt, welche Auswirkungen der Krieg auf die Figuren hatte. Manche Menschen wollen vergessen, andere verändern sich oder verschweigen ihre frühere Identität.

Dieser Roman hat mich tief ergriffen und wird mich noch lange beschäftigen. Die historischen Bezüge sind so unglaublich klar erzählt und die Schicksale der Figuren stehen absolut im Fokus.
Diese Schicksale zeigen lebensnahe Begebenheiten, die man so nicht in den Geschichtbüchern findet. 


Ich möchte eine Empfehlung für dieses Werk von A. M. Schenkel aussprechen, denn hier wird ein schwieriges Stück Zeitgeschichte durch die Romanfiguren begreifbar gemacht und das auf eine unterhaltsame, wie eindringliche Art und Weise. 



***Herzlichen Dank an das Bloggerportal von Random House und den Diana Verlag für dieses Rezensionsexemplar!***





Kommentare:

  1. Hallo Barbara

    Du scheinst im Moment ein sehr gutes Händchen für Bücher zu haben. Deine Rezi lese ich mir nicht ganz durch, da das Buch auf meiner Wunschliste landet.

    Liebe Grüße,
    Gisela

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    1. Hi Gisela,

      ja, ich habe zur Zeit so viele tolle Bücher, da darfst du auf die monatliche Auswertung gespannt sein! :-)
      Es ist aber in meiner Rezi nichts von den überraschenden Inhalten enthalten. Du kannst sie ruhig lesen.

      Schönen Nachmittag,
      Barbara

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