Freitag, 23. Juni 2017

Dem Kroisleitner sein Vater - Martin Schult

Toter Mann

 

Zu viele Handlungsstränge, dadurch wird die Geschichte zäh wie Gummi! Dabei bietet der Schreibstil Potential zu einer tollen Story!


Der Krimi von Martin Schult trägt den Titel "Dem Kroisleitner sein Vater" und erscheint im Ullstein Verlag.
 
In dem kleinen Dorf St. Margrethen in der Steiermark wird der 104jährige Alois Kroisleitner auf dem Berg Toter Mann mit blau gefärbter Zunge und aufgeschlagenen Knien tot aufgefunden. Woran ist er gestorben, er war doch trotz seines hohen Alters eigentlich topfit?
Frassek ist sozusagen auf der Flucht vor seiner Fast-Ex-Frau und wandert den gleichen Berg hoch und wird damit verdächtig. Als er wieder zurück in Berlin ist, erkennt er zufällig sein Phantombild im Fernsehen und reist wieder zurück. Er wird entlastet und ermittelt auf eigene Faust. Die Dorfbewohner machen sich so ihr eigenes Bild, das Gerede ist groß, dabei werden viele Vermutungen angestellt und sogar Geheimnisse aufgedeckt.





Dieser Krimi hat mich durch die interessant klingende Leseprobe sehr angesprochen und ich hatte mich auf die Lektüre sehr gefreut. Leider hatte ich so meine Schwierigkeiten mit dem Inhalt und bin auch ziemlich enttäuscht.  
 
Der Autor hat sich bei diesem offiziell als Krimi eingestuften Buch zusätzlich auch noch mit einem bunten Genremix von Berg- und Familiendrama und Heimatroman ausgetobt. Das wird dann nicht nur inhaltlich zu viel, sondern für den Leser auch schlicht und ergreifend unüberschaubar. Wo liegt denn nun das Hauptaugenmerk, habe ich mich häufig gefragt. Dabei gefällt mir Martin Schults flüssiger Schreibstil mit seinem originellen Ton sehr gut, die teilweise mundartlichen Dialoge sind lebendig und manchmal auch humorvoll. 


Aber die vielen Handlungsstränge und Ortswechsel werfen zu viele Baustellen der Figuren auf, sodass man als Leser den roten Faden kaum ohne Probleme verfolgen kann. Neben dem Kriminalfall geht es um die Identitätskrise der Sängerin Emma, um ihre Abstammung, weiterhin um Selbstmorde und Sterbehilfe und um alte Briefe, die Geheimnisse aus dem Weltkriegen zutage bringen. Jedes Thema für sich ist durchaus hochinteressant, aber in der Fülle wirkt dieses Durcheinander schier verwirrend. 


Ich brauchte eine Weile, ehe ich die handelnden Personen den jeweiligen Themen zuordnen konnte. Schwierig war das wohl auch, weil ich mir kein Bild von diesen Figuren machen konnte, dazu fehlten die speziellen Charakterisierungen. Das machte das Ganze zäh und meine Leselust schwand immer mehr dahin. Zu sehr verwirrten mich auch einige fragwürdige Aktionen der Personen, sie nachzuvollziehen, war mir unmöglich. Richtig sympathisch wurde mir jedenfalls keine Figur und ich blieb mehrfach verwirrt von dem Gelesenen zurück. Spannende Unterhaltung, leider Fehlanzeige! 


Bei diesem Buch wurde viel Potential verschenkt, denn es gibt einige interessante Ansätze, die zu einer spannenden Lektüre ausgearbeitet werden könnten.  



Mit diesem Krimi hatte ich so meine Probleme und da mir auch die Personen weitgehend fremd blieben, konnte ich es nur schleppend lesen. Zu viele Nebenschauplätze haben mir den Blick auf die eigentliche Handlung versperrt.  


***Für das kostenlose Rezensionsexemplar bedanke ich mich beim Ullstein Verlag und beim Bloggerportal!***




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