Donnerstag, 31. August 2017

Geheimnisvolle Blogtour

 Start einer Blogtour mit Gewinnmöglichkeit

 



Zum ersten Mal mache ich bei einer Blogtour mit und möchte euch auch dazu einladen. 

Es geht um ein Buch, in diesem Fall um einen Krimi, den die Blogtourteilnehmer schon rezensiert haben und das Besondere an der Tour ist, ihr könnt ihn anhand der Blogtourposts erraten.

Also lest die verschiedenen Posts der Tourteilnehmer an, findet heraus, um welches Buch und welchen Autor es sich hier handelt und gewinnt ein signiertes Exemplar des Krimis. Dazu schickt einfach euren Tipp per Mail/PN/  Kontaktformular, dann kann niemand abschreiben.


Hier findet ihr die Stationen:

1.9.: Hasi von nichtohnebuch
3.9.: Barbara von sommerlese
5.9.: Ulla von Ullas Bücherseite
7.9.: Marie von nichtohnebuch


Ich bin schon sehr gespannt, ob ihr den Titel erraten werdet. Wer meine Rezis aufmerksam liest, hat sicher schnell einen Verdacht.

Nun wünsche ich euch eine interessante Blogtour und hoffe auf zahlreiche Teilnehmer. 

 

Top Ten Thursday # 31





Donnerstag ist TTT Top Ten Thursday bei Steffis Bücher Bloggeria. Worum geht es beim TTT? Es geht um Listen, eigentlich um Bücherlisten und jeden Donnerstag gibt es eine neue Aufgabe/Frage bei der man seine persönliche Top Ten zusammenstellen kann.

Das aktuelle Thema dreht sich heute allerdings um Filme. Es lautet:

  Eure 10 liebsten Disney Filme


Diese Filme habe ich geliebt und sicherlich geht es euch auch so. Aufgrund meines Lebensalters kann ich auf sehr viele Filme zurückblicken. Ich bin mit diesen Filmen groß geworden und habe es genossen, damit in eine andere Welt einzutauchen. Die Figuren sind so wunderschön gezeichnet, meistens sehr farbenfroh und niedlich und die Geschichten sind totale Kinounterhaltung und immer ein wunderbares Erlebnis für mich gewesen. 

Disney Filme hier aufzuzählen macht richtig Spaß, da kommen viele schöne Erinnerungen an meine Kindheit zurück, aber auch an die Zeit mit meinen Kindern beim Schauen dieser Filme, die wir auf Video, Musikkassette hatten oder als Puzzle oder als Barbie-Figur wie bei Arielle :-). 
Ich hatte Schwierigkeiten, nur 10 Titel auszuwählen, meine liebsten Filme musste ich regelrecht zusammenstreichen. Meine Liste ist daher nicht vollständig, ich habe sie nur chronologisch geordnet. Die Titel habe ich mal so aus dem Gedächtnis runtergeschrieben, dann wieder aus den über 20 Titeln 10 gestrichen :-(  und anschließend das Erscheinungsjahr nachgeschaut. 

Mulan, 101 Dalmatiner, Susi und Strolch, Dornröschen und Rapunzel-neu verföhnt musste ich wieder streichen.
Meine aller-allerliebsten Filme sind Robin Hood und Cinderella, denn die haben mich am meisten beeindruckt und bei dem König der Löwen und Tarzan finde ich die Musik einfach nur schön und ich kann sie wortwörtlich mitsingen. 

Hier ist meine Liste: 

 

- Schneewittchen und die sieben Zwerge (1937)

- Dumbo (1941)

- Bambi (1942)

- Cinderella (1950)

- Das Dschungelbuch (1967)

- Robin Hood (1973)

- Bernhard und Bianca (1977) 

- Pocahontas (1995) 

- Arielle, die Meerjungfrau (1990)

- Der König der Löwen (1994)

- Tarzan (1999)

 

 Arielle - Die MeerjungfrauDumbo

 CinderellaRobin Hood

Der König der Löwen Tarzan

Schneewittchen und die sieben ZwergeBambi 2 - Der Herr der Wälder
 PocahontasBildergebnis für dschungelbuch film

 Quelle: filme.disney.de




Welche Filme sind eure Spitzenreiter und mit welchem Titel verbindet ihr Kindheitserinnerungen? 

Nächste Woche setzte ich wohl aus, denn dann geht es um Buchtitel mit einem Q. Da fällt mir nur eines ein und ein paar sollte man wohl schon finden.

Liebe Grüße 


Mittwoch, 30. August 2017

GESTERN und HEUTE und MORGEN - David Bergen

Diese Geschichte lässt mich komplett eintauchen


Gestern und Heute und Morgen ist ein Roman von David Bergen, der bereits 2012 veröffentlicht wurde und nun als deutsche Übersetzung durch Martin Hielscher bei BTB erscheint. 





Wie das Leben so spielt

Diese Geschichte lässt mich komplett eintauchen. Sie ist toll geschrieben, einerseits leicht und ohne offensichtlichen Anspruch, aber auch sehr nachdenklich, zweifelnd und berührend. Im Vordergrund stehen neben Hope und ihren Zweifeln die verschiedenen, gut charakterisierten Figuren, die alle sehr authentisch und unterhaltsam beschrieben sind.
Das Buch liest sich gut und sehr kurzweilig. Man erlebt hautnah mit, wie sehr Hope mit ihrem Leben überfordert ist, ihr wächst alles über den Kopf und so bekommt sie eine Depression.
 
Man kann dieses Buch als Lebensbericht bezeichnen, wir sehen die Veränderungen, Lebensträume, Störungen und Veränderungen im Leben von Hope. Sie heiratet, bekommt vier Kinder und ist Roy eine gute Ehefrau. Sie haben keine Geldsorgen, ein schönes Haus und doch fehlt etwas. Ist Hope wirklich glücklich? Man kann es nicht vermuten, denn sie fügt sich in ihre Rolle ohne eigene Träume verwirklicht zu haben. Sie passt sich an und die Rolle der Rebellin kommt ihrer Freundin Emily zu. Aber Hope spielt weiter die pflichterfüllende Ehefrau, die für ihre Familie da ist. Solange, bis sie eine Depression bekommt, die sie mit Elektrotherapie und Medikamenten überwindet. 

Es gibt einige dramatische Phasen in Hopes Leben, die Depression ist eine, außerdem reagiert sie bei der Belästigung einer ihrer Töchter durch einen Cousin und sie sorgt sich um die schwierige Beziehung ihres Sohnes zu seiner Frau. Hope versucht immer zu helfen. So ist sie diejenige, die eine Freundin der Tochter zu einer Abtreibung fährt. Ihre Kinder werden erwachsen, mit ihren Fehlern und Stärken und Hope kann sich von ihnen lösen. Ihr Leben mit Roy wirkt etwas belanglos, aber es scheint gemeinsam zu laufen. Auch wenn sie sich nie über wichtige Dinge auszutauschen scheinen. Gedanken macht sich scheinbar nur Hope. So denkt sie über Freiheit nach und wie sie ihr Leben gelebt hat. Interessant ist für mich, dass sie erst nach dem Tod von Roy, über ihn nachdenkt und endlich selbst die Freiheit geniesst zu reisen. Erst ohne Pflichten, hat sie die Möglichkeit, ihr Leben nach ihren Vorstellungen zu gestalten.  

Auffällig ist, der Autor lässt Hopes wahre Emotionen kaum durchblicken, erst als ältere Frau, ihrer Schönheit beraubt und nur noch eine von vielen älteren Frauen, kommt man ihr gedanklich näher. 
Am Ende ihres Lebens ist sie mit sich und ihrer Familie im Reinen.
 


Diesen Lebensbericht habe ich gern gelesen. Er zeigt eine Frau, die ihre Rolle spielt, in der Familie, in der Gesellschaft, aber auch in ihrem eigenen Leben? Erst im Alter findet sie zu sich selbst. Ein nachdenklich machendes Buch über eine Frau, die für die Familie lebt. 


 

*** Herzlichen Dank für dieses Rezensionsexemplar durch den btb Verlag!***




 

Montag, 28. August 2017

Finster ist die Nacht - Karin Salvalaggio

Solider und auch nicht uninteressanter Krimi, aber mir hat etwas mehr Spannung gefehlt.


Karin Salvalaggio stammt aus den USA und für ihre Krimireihe um Macy Greeley hat sie den dritten Teil "Finster ist die Nacht" geschrieben. Der Krimi erscheint 2017 im List Verlag.

Detective Macy Greeley ist auf der Suche nach dem Entführungsopfer Philip Long, einem bekannten Radiomoderator. Es ist Nacht und Macy fährt bei starken Regen mit ihrem Wagen als ihr plötzlich  ein Mann direkt vor das Auto läuft. Bei dem Zusammenstoss verliert Macy die Kontrolle über ihr Auto, wird verletzt und eingeklemmt und muss mit ansehen, wie ein Motorrad hält und den Mann mit ihrer Waffe vor ihren Augen erschießt. Das Opfer ist Philip Long. Macy muss diesen Fall aufklären und erfährt von Emma, Philips Tochter, von geheimen Tagebucheintragungen über Fehltritte von Dorfbewohnern.  





Es ist mein erstes Buch der Autorin und ich muss gleich vorweg sagen, dass ich zwar einige Informationen über die Protagonistin und ihr Leben in diesem dritten Band der Reihe erfahren habe, aber dennoch das Gefühl nicht loswurde, hier wichtige Dinge nicht zu wissen. 


Der Krimi startet spektakulär mit dem Todesfall des Enthüllungsjournalisten Philip Long. Macy Greeley ist dabei als er erschossen wird, mit ihrer Dienstwaffe. Diese traumatischen Bilder wird sie nicht mehr los und setzt alles dran, den Täter zu finden. Als alleinerziehende Mutter eines Sohnes, der Vater war in einen Banküberfall verwickelt, ist sie froh, dass sich ihre Mutter teilweise um das Kind kümmern kann. Macy hat einen neuen Freund, im Buch erfährt man auch einiges aus ihrem Privatleben.

Das Haus, in dem Philip Long festgehalten wurde, gehört einem Mann, der im Gefängnis sitzt und von den Vorgängen nichts wusste. Die Tochter Philips, Emma, ist von zu Hause abgehauen, weil sie für den Drogentod ihrer Freundin verantwortlich sein soll. Sie bringt mit ihrem Wissen Macy auf die richtige Spur. Allerdings ist Emma und ihr Leben auch ein Hauptteil des Buches. Es kommen einige familiäre Verwicklungen ans Licht, die durch häufige Rückblicken in die Vergangenheit aufgedeckt werden.
Macy findet einen Teil der Entführer als sie immer tiefer in die dunklen Geheimnisse einiger Kleinstadtbewohner eintaucht.  

Leider hat mich die Handlung nicht überzeugt. Es ist ein solider Krimi, der logisch die Dinge beleuchtet. Aber über lange Passagen, die in die Vergangenheit führen, ist das Buch eher ein Familienroman als ein Krimi. Auch gerät der aktuelle Fall durch die vielen Nebenschauplätze mehr oder weniger oft in den Hintergrund. Das lässt die Spannungskurve deutlich abflachen und nach dem fesselnden Beginn war ich richtig enttäuscht.
Auch das Motiv am Ende hat mir als ausreichender Grund nicht gereicht. 
 

Der Schreibstil liess sich gut und flüssig lesen, die Charaktere werden klar definiert und ich konnte Macy mit ihren Schwierigkeiten, Job und Kind unter einen Hut zu bekommen, gut nachvollziehen.

 
Wer die Reihe schon kennt, möchte sicher diese Fortsetzung auch noch lesen. Mich hat dieser Krimi nicht überzeugt und ich werde die Reihe nicht weiter verfolgen. 

***Dieses Buch habe ich über Vorablesen als Reziexemplar erhalten. Vielen Dank dafür auch an den List Verlag!***

     

 

Montagsfrage # 52


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Jeden Montag veröffentlicht Buchfresserchen eine Frage auf ihrem Blog, die man dann innerhalb von 7 Tagen beantworten kann. So lernt man die jeweiligen Blogger besser kennen!


 Wie viele noch fortlaufende Reihen hast du (geschätzt) aktuell im Regal?

 

Die meisten noch laufenden Serien sind bei mir Krimireihen oder Thriller. 

Ich lese gerne die Reihe von Rita Falk um ihren Eberhofer, von Linda Castillo die Reihe bei den Amischen, von Tatjana Kruse die Seifferheldreihe und die um die Sängerin Pauline Miller, vom Kluftinger seine Allgäuer Ermittlungen und Dietrich Fabers Hessen Krimis. Dann sind da noch die Nordsee Krimis von Ulrike Busch und die Rügen Krimis von Katharina Peters und von Nadja Quint. Außerdem sind noch ein paar skandinavische Reihen im Regal. 

- Es gibt sicherlich noch einige andere, die mir im Moment nicht spontan einfallen, daher kann ich auch keine Zahlenangaben machen. 

Bei den Romanen sind die meisten Reihen von:

Petra Durst-Benning (Maierhofen), Marie Matisek (Nizza), Sandra Lüpkes Inselreihe, Nele Jacobsen (Ostseeromantik), Gabriella Engelmann (Inselgeschichten), Moritz Matthies (Erdmännchengeschichten), Janne Mommsen (Omareihe) und noch viele mehr. 


Generell lese ich neben diesen 16 erwähnten Reihen eher Einzelbände. Aber wie das eben bei Reihen so ist, man kann nicht aufhören damit. 


Ich wünsche euch eine schöne Woche, 
Sommerlese!



Sonntag, 27. August 2017

Kukolka - Lana Lux

Diese Geschichte ist voller Tragik, sehr ergreifend und hat mich voll vereinnahmt. Unbedingt lesen!

 

Lana Lux stammt aus der Ukraine und ihr Roman "Kukolka" zeigt das Leben eines Mädchens von der Strasse. Das Buch erscheint 2017 im Aufbau Verlag.

Ukraine, 90er Jahre. Die Sowjetunion hat ausgedient, entweder man gehört zu den Gewinnern oder zu den Verlierern. Samira ist erst sieben Jahre alt und lebt in einem Waisenhaus. Sie macht sich auf die Suche nach Freiheit und Wohlstand und kommt mit ein paar anderen Kids in einem Haus unter, in dem es weder Strom, Wasser, noch Toilette gibt. Aber ihr gefällt es, sie hat eine fast erwachsene Freundin, die ihr alles beibringt und einen Job, sie geht betteln. Da sie wie ein Püppchen aussieht, mag sie jeder. Samira hat nur einen Traum, sie will nach Deutschland, zu ihrer Freundin Marina.





"Ich wusste, dass ich zu niemandem gehöre und nichts wert bin. Dass ich einfach da bin, so wie Kakerlaken. Niemand weiß, wo sie herkommen. Niemand braucht sie. Sie leben, bis einer sie wegklatscht." Zitat Seite 199


Samira ist ein hübsches Mädchen, deswegen nennen sie alle Püppchen, Kukolka. Das Leben im Waisenhaus ist hart, ohne liebevolle Zuwendung, aber Samira erträgt es tapfer. Als ihre Freundin Marina nach Deutschland adoptiert wird, ist ihr großer Traum auch dieses ferne Ziel. Dort gibt es Eltern und Schokolade. Marina verspricht ihr, sie in ihrem neuen Zuhause aufzunehmen. Also macht sich Samira auf den Weg.

Aber sie findet erst einmal eine Gruppe von Jugendlichen, die für Rocky, betteln und stehlen gehen. Auch hier erlebt sie Gewalt, aber sie siehtt diese Gruppe als Familie an und bringt sich und ihre Fähigkeiten ein. 

Dieses Buch hat mich total ergriffen, ich habe es verschlungen, denn ich war in der Handlung gefangen. Ich musste hilflos mitansehen, wie Kukolka auf den Abgrund zurast. Wie sie verzweifelt nach Liebe sucht und dafür alles erträgt. Wie sie aus ihrer Situation nicht entfliehen kann oder es nicht versteht, dass sie dort gefangen ist.

Jana Lux versteht es mit einfachen Worten, mit denen eines Kindes, einen Abgrund aufzuzeigen, in den Kukolka ohne Ende rast. Sie benutzt schonungslos und sehr realistisch eine Sprache, die direkter nicht sein kann. 
Fast atemlos habe ich diese Geschichte verfolgt, immer in der Hoffnung auf ein gutes Ende für Samira. Doch die Abgründe öffneten sich einer nach dem anderen.
Weil Samira so hübsch ist, ein echtes Püppchen, ist sie der Augenstern sämtlicher Männer und Frauen. Das nutzen einige Menschen aus und Samira ist in ihrer rührenden Unschuld und kindlichen Unwissenheit davon überzeugt, sie würden ihr nur Gutes tun. So macht sie für Rocky alles und bemerkt erst spät, wie skrupellos er ist. Da ist sie 13 und denkt wieder an ihr Ziel, nach Deutschland zu Marina zu kommen.

Immer weiter dreht sich die tragische Spirale des Verderbens um Samira und zieht sie immer weiter in den Abgrund hinein. Man möchte vor lauter Gram nicht weiterlesen und ist doch so gebannt von ihrem Schicksal, dass man das Buch nicht aus den Händen legen kann. Das Buch liest sich trotz aller Dramatik und grausamer Wahrheit sehr fesselnd. Das Schicksal Samiras lässt niemanden kalt.

Hier wird sehr authentisch das tragische Schicksal eines Kindes gezeigt, wie es viele auf der Welt gibt. In Armut, ohne Schutz, ohne Familie und ohne Hilfe driften sie in traurige Leben hinein. Es ist ein Buch, an das man sich noch lange erinnern wird. Unbedingte Leseempfehlung von mir!


 ***Herzlichen Dank an den Aufbau Verlag für dieses einzigartige Leseexemplar! Ich habe das Buch regelrecht inhaliert!***



Tot überm Zaun - Ella Dälken

Slapstickhafter Krimi mit einem speziellen Mutter-Tochter-Ermittler-Duo im Schrebergartenmilieu


In Ella Dälkens Krimi "Tot überm Zaun" ermittelt Cosma Pongs im Schrebergartenmilieu. Der Krimi erscheint im Heyne Verlag.


Cosma Pongs heißt eigentlich Renate, ist Mitte 60 und schreibt in Düsseldorf Krimis. Zu gern würde sie ihr kriminalistisches Fachwissen einmal im wahren Leben anwenden und als sie im benachbarten Schrebergarten spazieren geht, findet sie eine Leiche. Leider gehört diese Leiche ihr nicht allein, auch ihre Tochter, Kriminalhauptkommissarin Paula Pongs, wird jetzt aktiv und ermittelt von Amts wegen. Sie verbietet ihrer Mutter, sich in die Mordermittlungen einzumischen, aber Cosma lässt sich nicht abwimmeln. Sie bleibt dran an "ihrem Fall" und auch ihre Wohngemeinschaft wird in die Ermittlungen involviert.  



Paula Pongs ist Kommissarin  und hat es nicht leicht, weil ihre Mutter Cosma Krimiautorin ist und sich ständig in laufende Fälle und Ermittlungen einmischt. Dabei mag Paula ihre Mutter samt liebenswerter WG und hat Mühe, hier private Gefühle und Interessen von beruflichen zu trennen. Ständig steht ihre Mutter am Tatort auf der Matte und verdächtigt Hinz und Kunz. Sogar die Verfolgung von Tatverdächtigen behindert sie, dass das zu Komplikationen und Theater führt, ist klar. So hat man als Leser herrlich lustige Szenen vor Augen, die die Autorin auch ausdrucksstark zu Papier bringt.

Gerade die WG-Truppe um Cosma bringt mit ihren Unternehmungen viel Unterhaltung und Humor in die Handlung, es gibt viel zu schmunzeln und man empfindet sofort Sympathie für die älteren, aber sehr aktiven Herrschaften. Wobei Mutter Cosma schon eine etwas sehr aufdringliche Figur abgibt. Ständig versucht sie, ihrer Tochter einen Lebenspartner einreden zu wollen, was Paula sichtlich nervt.
Diese spezielle Mutter-Tochter-Konstellation kommt sich auch bei der Verfolgung des Falles stets in die Quere und das sorgt für heitere Querelen.

Dieser Krimi lebt im Grunde mehr von den Figuren als von der Krimihandlung. Es gibt einige schräge Typen, verliebte Gockel und esoterische Frauen, aber auch einen Kommissar mit einer Vorliebe fürs Backen und für Motivtorten. Auch Tiere sorgen in diesem Buch für spezielle Auftritte. Es wird nicht langweilig und mir gefallen die Figuren in ihrer amüsanten Darstellung. 
Nebenbei geht es noch um die Regeln und Vereinsvorschriften der Kleingärtner, hier bekommt man einen Einblick in die geltenden Schnittverordnungen und erlebt ein turbulentes Sommerfest mit. 

Vom Unterhaltungscharakter her ist dieser Krimi top geschrieben. Die Späße sind nie dümmlich und man wird von einigen Erlebnissen überrascht. 

Allerdings war ich als Leserin nicht so sehr auf Cosmas Seite, sondern eher auf Paulas. Sie hatte es wirklich schwer, einerseits ihrem Beruf nachzugehen und andererseits ihre nervende Mutter bei ihren regelbrechenden Aktionen aus dem Gefängnis rauszuhalten. Jedoch durch die Einmischung erfährt Paula einige Informationen über das Privatleben der Verdächtigen, die sie als Polizistin nie erhalten hätte. Man muss bei diesem Krimi das Slapstickhafte mögen und nicht erwarten, hier einen realistischen Whodonit zu lesen.

Die Kapitel sind recht kurz und mit besonderen Überschriften versehen, die Perspektiven wechseln sich zwischen Cosma und Paula ab und bieten so verschiedene Sichtweisen auf die Vorgänge. Das führt zu einigen amüsanten Einblicken und zum besseren Verständnis der Figuren.



Die heitere Slapsticknote überwiegt bei diesem Buch, da kommt zwar der Krimifall zur Auflösung, aber die Spannung leidet etwas, und den Zwist zwischen Tochter und sich ewig einmischender Mutter muss man mögen.


Ella Dälken versteht es geschickt, hier humorvolle Unterhaltung und Krimi zu verbinden und logisch aufzuklären. Sicherlich wird es noch weitere Fälle mit den Pongs geben, auf die ich mich jetzt schon freue.



 ***Herzlichen Dank an das Blogger-Portal und den Heyne Verlag für dieses humorvoll zu lesende Reziexemplar!***





Samstag, 26. August 2017

Kind 44 - Tom Rob Smith

Düster, etwas langatmig und sehr stalinistisch!


Kind 44 ist der Auftakt einer dreiteiligen Thriller-Reihe von Tom Rob Smith aus dem Goldmann Verlag, der bereits 2008 erschienen ist.

Moskau 1953: Auf den Bahngleisen wird die Leiche eines kleinen Jungen gefunden, nackt, verstümmelt und der Magen wurde herausgeschnitten. Aber in der Sowjetunion der Stalinzeit werden Verbrechen öffentlich verschwiegen. Daher wird Leo Demidow, ein Geheimdienstoffizier beim MGB, zu der Familie des toten Jungen geschickt, um ihnen diesen als Unfall deklarierten Mord mitzuteilen. Leo ist ein treuer Anhänger des Staates und als man seine Frau Raisa denunziert, soll er sie als Spionin entlarven. Für Leo ändert sich sein linientreues Verhalten, er weigert sich, wird degradiert und nach Wualks versetzt. Dort stößt er auf weitere Kinderleichen. Auf eigene Faust beginnt er zu ermitteln und stößt auf eine grauenhafte Mordserie, doch mit seinen Ermittlungen bringt er sich und seine Familie in größte Gefahr.





Der Thriller beginnt kurz vor dem Tod Stalins im Winter 1953 und wir erleben den Protagonisten Leo und seine Frau Raisa auf ihrem Lebensweg in Russland.
Anhand der vom Autor authentisch dargestellten Ideologie und der bedrückenden Lebensbedingungen in der stalinistischen Sowjetunion, bekommt man einen echt wirkenden Eindruck von der Unmenschlichkeit der Sowjet-Ideologie, in der Systemtreue gefordert und keine Widerworte geduldet wurden. Wer sich widersetzte wurde entweder verbannt oder mit Gefängnis oder Tod bestraft. Eine grausame Zeit und so ist auch der Thriller sehr bedrückend und düster. 

Leo ist anfangs ein linientreuer Held, dessen Treue zum Teil durch Vergünstigungen erkauft zu sein scheint. Ein typischer Fall in der stalinistischen Zeit. Als Leo seine eigene Frau als Spionin entlarven soll, weigert er sich. Man bekommt den Eindruck, erst jetzt beginnt er über die Freveltaten nachzudenken und eine eigene Meinung zu entwickeln. Diese Wandlung ist beeindruckend mitzuverfolgen und lässt beim Lesen einen Hoffnungsschimmer aufkommen.
Insgesamt wird bei den verwendeten Figuren sehr ins Detail gegangen, leider kommt man dem Protagonisten Leo und seinen Gedanken und Gefühlen aber nicht sehr nahe. 
Auch haben mich einige Längen dieses Buch nicht in gewohnter Thrillerspannung verfolgen lassen, die reichlich vorhandenen Gewaltszenen sind zwar gewalttätig, aber nicht allzu blutig, sodass ich eher von einem Krimi sprechen würde.
Die Orientierung der Menschen der Stalinzeit wird gut deutlich gemacht, ihr Unterordnungswille wurde erkauft, ansonsten eingebläut und die Frage nach Moral konnte und durfte nicht gestellt werden. Diese Ansicht stellt der Autor sehr eindringlich dar. 

Es geht sehr spannend los, seinen Helden Leo lässt Smith eine wahre Albtraumreise erleben, die dann etwas überstürzt und konstruiert wirkend zum Ende geführt wird. Dennoch fiebert man die ganze Zeit mit Leo mit. 

Mir hat dieses Buch durch seine Längen etwas die Spannung geraubt, die düstere Stalinzeit ist nicht mein Interessengebiet und die dramatischen Übergriffe sind sehr häufig eingesetzt.
Wer mehr Interesse für die historischen Hintergründe aufbringen kann, der wird hier eine spannende Zeit erleben, die die Lebensbedingungen der UDSSR zeigen.

Als Serienauftakt zeigt der Autor sehr eindringlich das Leben in der stalinistischen Zeit und bringt die Verstrickungen zu einem annehmbaren Ende. 





Freitag, 25. August 2017

Die Mädchen von der Englandfähre - Lone Theils

Spannungsgeladenes Krimidebüt


"Die Mädchen von der Englandfähre" ist das Krimidebüt von Lone Theils und der Beginn einer Krimireihe um Nora Sand. Das Buch erscheint im Rowohlt Verlag


1985 verschwinden auf der Fähre von Dänemark nach England zwei junge Mädchen. Der Fall bleibt unaufgeklärt, die Mädchen werden nie wieder gefunden.
Jahrzehnte später, bekommt die dänische Journalistin Nora Sand, die in London für eine dänische Zeitung arbeitet, ein Foto der Mädchen in die Hände. Sie möchte den Fall gern als Story für die Zeitung neu aufrollen und geht den Hintergründen auf die Spur.
Diese führen sie zu einem Frauenmörder, der im Gefängnis eine lebenslange Strafe verbüßt.
Doch die Suche nach der Wahrheit ist eine gefährliche Sache! 




Lone Theils hat mit "Die Mädchen von der Englandfähre" ein spannendes Buch geschrieben, bei dem die Protagonistin Nora und ihre Recherchen im Vordergrund stehen. Als Journalistin berichtet sie aus aktuellen Krisengebieten.
Neben ihrer Arbeit betreibt sie mit großer Leidenschaft das Kickboxen und ist mutig genug, einem Frauenmörder gegenüberzutreten und ihn zu interviewen. Die Angst, die sie dabei hat, wird spürbar auf den Leser übertragen. 


Ich finde den Fall sehr ausgefallen, den Zufallsfund des Koffers etwas konstruiert und die Liebesgeschichte am Rande lockert die Handlung unterhaltsam auf.
Die Schauplätze in Dänemark und London sind realistisch beschrieben, mich haben die Landeswechsel allerdings eher etwas gestört. Nora und andere Figuren werden leider nur oberflächlich beschrieben, besonders Noras fast schon pubertäre Reaktionen in ihrer Beziehung zu Andreas passen nicht zu einer toughen investigativen Journalistin. Aber sie kann sich ja noch entwickeln, es ist ja erst der Beginn einer Reihe.

Ansonsten sorgen überraschende Wendungen für ordentlich Schwung und die düsteren Szenen mit dem fiesen Frauenmörder bringen Gruselstimmung mit sich. Die Geschichte läuft auf ein dramatisches, aktionsreiches Ende zu, bei dem der Mörder mit seiner kranken Seele der unheilvolle Täter zu sein scheint.
Das Finale ist gewalttätig und für einen Krimi etwas zu spektakulär ausgeführt, aber es ist nicht vorhersehbar und damit der gewisse Kick für dieses Buch.

Mich hat gestört, dass einige Handlungsstränge nicht ganz logisch verlaufen und einige Fragen unbeantwortet bleiben. Aber es sind keine gravierenden Fehler, die die Geschichte generell unlogisch machen würden.



Als Debüt ist dieser Krimi gut gelungen und ich bin gespannt auf weitere Fälle mit Nora Sand.  





Freitags-Füller # 52



 

 

Dies ist ein Projekt von Barbara von  Scrap-Impulse

Ein kleiner Lückentext zum Ausfüllen.

 

1. Heute könnte ich mal einen Termin beim Friseur machen, die Haarlänge ist schon wieder recht lang und damit nicht gut zu händeln.


2. Es heißt, am Wochenende soll es noch einmal richtig sommerlich werden, das wäre richtig schön!

 

3. Bald können wir wieder die immer mehr ausufernde Lichterdekoration der Innenstädte zur Weihnachtszeit bestaunen oder auch anzweifeln! :-)

  

4. Es ist nicht immer leicht, die Rezensionen der gelesenen Bücher auch so zu schreiben, dass die Empfindungen dargestellt werden.

 

5. Berlin sollte man mal gesehen und als Stadt erlebt haben, ich war bisher immer gern dort.

 

6. Vor langer Zeit lebten die Menschen noch in Höhlen und wurden gar nicht so alt wie ich es jetzt bin!

 

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf einen "freien" Abend, da die allwöchentliche Chorprobe ausfällt, morgen habe ich nichts groß geplant und Sonntag werde ich mal wieder einen Zwetschgenkuchen backen.  

 

 

 

Was macht ihr so? Ich wünsche euch auf jeden Fall ein schönes Wochenende! 

 

 

Donnerstag, 24. August 2017

Neuzugänge # 58

Hallöchen, meine Lieben! 

 

Unser Urlaub an der Havel und Müritzer Seenplatte ist leider schon wieder vorbei. Wir haben trotz einiger Wetterkapriolen ein paar schöne erholsame Tage gehabt und die Natur dort sehr genossen. Radfahren durch die Wälder und Flussgegend, Eis essen, etwas Bummeln und gemütliche Zeit haben uns den Urlaub so richtig geniessen lassen. 






Zum Lesen hatte ich natürlich auch Zeit.

Neben einem aktuellen Krimi sind auch einige Bücher mitgekommen, die ich schon lange lesen wollte, es sind ein paar ältere Bücher vom SuB. Bei meiner Rückkehr gab es freudigerweise auch wieder ein paar Buchpakete, die auf mich in der Post gewartet haben. 
Die möchte ich euch gerne schnell zeigen, es sind Neuerscheinungen aus dem Aufbau Verlag, von Heyne und dem List Verlag.



Finster ist die Nacht von Karin Salvalaggio ist der dritte Teil einer Krimireihe um Detective Macy Greeley aus Montana. Eisiges Geheimnis und Brennender Fluss sind die Vorgänger, die ich noch nicht kenne. Mir gefällt das Cover schon einmal richtig gut. 


Tot überm Zaun von Ella Dälken ist ebenfalls ein Krimi. Cosma Pongs heißt eigentlich Renate und ist mit Mitte 60 im besten Alter. Sie ist leidenschaftliche Krimiautorin und will nur eins: ihr Fachwissen in die Praxis umsetzen. Beim Spaziergang in den benachbarten Schrebergärten trifft sie dann auf eine Leiche. Endlich ein Mordfall für sie!


Von Chris Karlden gibt es einen neuen Thriller: Der Totensucher. Es geht um einen Serienmörder, eine verschwundene Tochter und der Protagonist Adrian Speer erlebt einen spannenden Wettlauf gegen die Zeit. Dieser Thriller soll richtig super sein, ich bin gespannt.


Kukolka von Lana Luz aus dem Aufbau Verlag ist ein Roman um die siebenjährige Samira. Das Mädchen lebt in den 90er Jahren in der Ukraine und macht sich auf die Suche nach Freiheit und Wohlstand. Sie lebt in einem Haus ohne Strom und warmes Wasser und ohne Klo. Doch es geht ihr bestens. Dieser Roman handelt von Ausbeutung, Gewalt und Schikane und soll richtig, richtig gut sein! Danke liebe Christine Sailer für dieses Reziexemplar! 
 

Außerdem führte mich der Weg auf unserer Reise in einen Buchladen in Neubrandenburg, wo ich mich nicht beherrschen konnte und drei Bücher meiner imaginären Wunschliste gekauft habe. Mein Mann hat etwas mit dem Kopf geschüttelt, aber diesen Schnäppchen konnte ich wirklich nicht widerstehen! 🌞🌼 😊




So, jetzt lese ich schnell mein aktuelles Buch weiter, denn wie ihr seht, gibt es reichlich Nachschub. 

Schaufenstermord - Kjell Ola Dahl

Skandivanische Krimis haben immer wieder ein ganz besonderes Flair


Der skandinavische Krimi "Schaufenstermord" von Kjell Ola Dahl ist der dritte Band einer Reihe um das Ermittlerteam Gunnarstranda und Frølich. Der Krimi erschien 2005 bei Bastei Lübbe.

Antiquitätenhändler Reidar Folke Jespersen scheint ein fieser Charakter zu sein, denn er geht mit seinen Mitmenschen nicht gerade gut um. Er droht seiner Frau, kündigt einem Angestellten und tritt den Hund seines Bruders fast zu Tode. Am Tag darauf wird er im Schaufenster seines Ladens tot aufgefunden. Er ist völlig nackt und auf groteske Weise entstellt.

Doch Jespersens Frau hatte einen jüngeren Geliebten, liegt hier eventuell das Mordmotiv? 





Ich mag skandinavische Krimis und war von K. Ola Dahls erstem Band "Tödliche Investitionen" sehr gefesselt. Vor allem das Ermittlerteam hat es mir angetan. 
Der kauzige Kommissar Gunnarstranda und sein gutmütiger Kollege Frølich sind einfach ein Dreamteam und bei diesem Buch stehen sie vor mehr als einem Rätsel. Die Verdächtigen sind zahlreich und es gibt mehrere Motive, die sich in der Vergangenheit erklären lassen.

Hier geht es wie schon im ersten Band mit recht rüdem Umgangsjargon zur Sache und auch die Vorfälle sind grausam.
Die Kapitel führen von Szene zu Szene und das allein steigert die Spannung immer mehr. Das ganze Buch ist geprägt von einer melancholischen Stimmung, die durch die Beschreibung der herrschenden Eiseskälte noch verstärkt wird.
Dabei machen die realitätsnahen Charakterbeschreibungen aller beteiligten Personen den Hauptreiz des Buches aus.
Ein gut geschriebener Krimi, der nicht oberflächlich ist und in die Tiefe der Charaktere vordringt. Gunnarstranda und Frølich sind ein Dreamteam, ich mag ihre Streitereien und ihre Frauengeschichten sind unterhaltsam, aber besonders ihre aufwändigen Ermittlungen sind sehr professionell.


Der Erzählton gefällt mir gut, es geht hier alles ruhig zu und über der Geschichte liegt der Hauch von Melancholie. Die Dialoge und Ermittlungen ziehen sich allerdings etwas in die Länge. Dennoch fesselt mich das Buch.


Wieder hatte ich einen Krimi vor mir, der mich gefesselt hat, auch wenn dieses Mal die Ermittlungen doch sehr ausführlich geraten sind. Gunnastrada und Frølich müssen in der Vergangenheit zu Kriegszeiten Norwegens wühlen. Dafür führen sie recht detailgenaue Verhöre, die manchmal etwas langwierig erscheinen, aber sie bringen auch einige unerwartete Dinge ans Licht. 


Auf den letzten Seiten erfolgt die Auflösung recht überraschend und sie wirkt logisch konzipiert. Auch wenn die Spannung durch die Ermittlungen etwas leidet, mag ich diese Reihe und die Ermittler.



Ein schwieriger Fall mit vielen Überraschungen und verblüffenden Wendungen, der das gewisse Etwas durch die skandinavische Kälte und die tollen Ermittler bekommt.



Sonntag, 20. August 2017

Pippi Langstrumpf - Astrid Lindgren

Das stärkste Mädchen der Welt

Mit "Pippi Langstrumpf" hat sich die schwedische Autorin Astrid Lindgren einen Namen gemacht und direkt in die Herzen der Leser weltweit geschrieben. Das 1945 veröffentlichte Buch erscheint heute im Oetinger Verlag und die Auflagenzahl ist inzwischen enorm.

Dieser Band ist der Auftakt der 3-teiligen Kinderserie um Pippi Langstrumpf.

Die Titelheldin ist Pippilotta Viktualia Rollgardina Pfefferminz Efraims Tochter Langstrumpf, die einfach nur Pippi genannt wird. Ihr Vater ist Seeräuber und Pirat, fährt über die Weltmeere und ihre Mutter ist verstorben. Deswegen lebt Pippi allein in der Villa Kunterbunt, denn sie ist weder ängstlich, noch hilflos, sie kann einfach alles. Außerdem ist sie unheimlich stark und hat nicht einmal vor Ganoven Angst. Ganz allein ist sie ja eigentlich gar nicht, denn sie hat ja Ihre beiden Tiere: das Pferd Kleiner Onkel und den Affen Herrn Nilson.
Gemeinsam mit ihren Nachbarkindern Tommy und Annika erlebt sie tolle Abenteuer und hat viel Spaß.

Kinder sind von diesem Buch auch heute noch begeistert, denn diese Pippi ist so, wie Kinder selbst gern wären. Welches Kind hätte nicht gern unvorstellbare Riesenkräfte, Tiere und einen Koffer voller Goldstücke. Die Fantasie wird mit dieser Geschichte angeregt und auch Erwachsene zieht sie in ihren Bann. Denn Pippi setzt sich mutig für Schwache ein und hat ein großes Herz selbst für kleine Gauner, die an ihr Gold wollen.

Ich habe das Buch vor über 40 Jahren in meiner Schultüte gehabt und es war auch mein erstes Buch, das ich selbst gelesen habe.  


Ein Klassiker der Kinderliteratur, der auch heute noch Groß und Klein begeistert und gut unterhält. Für Kinder ab circa 8 Jahren zum Selberlesen geeignet.
 

Wildblumensommer - Kathryn Taylor

Eine gefühlvolle Geschichte mit Tiefgang und Spannung 


Der Roman "Wildblumensommer" von Kathryn Taylor erscheint 2017 im Bastei Lübbe Verlag.

Zoe lebt in London und erhält bei einer Untersuchung die Diagnose eines Aneurysmas, das schnellstens operiert werden muss. Doch zuvor möchte sie noch in ihrem Heimatort Penderak in Cornwall etwas klären, was sie seit 14 Jahren belastet. Was ist aus ihrer großen Liebe Jack geworden und was geschah wirklich damals, als ihr Bruder Chris tödlich ums Leben kam. Das Wiedersehen mit Jack zeigt, dass die Liebe nicht völlig erloschen ist, aber inzwischen ist Zoe verlobt.
Sie tauscht mit ihrer alten Freundin Rose das Haus und Rose geniesst es, einmal ihre drei Kinder und ihre Sorgen hinter sich zu lassen.



 

Bei diesem Roman hatte ich eine klischeebeladene Cornwall-Story erwartet und hatte anfangs auch so meine Zweifel. Die Geschichte entwickelt sich dann jedoch mit tiefer gehenden Problemen und Situationen, die mich gespannt mitgenommen haben.    

Ich war schnell gefesselt von den beiden Protagonistinnen Zoe und Rose und ihrer Suche nach dem persönlichen Glück. Dabei zeigt sich symbolisch, dass auf ihrer Blumenwiese von Wildblumen sich ihnen auch stachelige Pflanzen in den Weg stellen. Denn das Schicksal geht nie den geraden Weg. Kathryn Taylor hat einen leichten, gefälligen Schreibstil, der mit kleinen Details die Lebenssituation der Frauen sehr bildhaft verdeutlicht. Die Landschaft Cornwalls bekommt darin nicht sehr viel Raum, aber sie ist spürbar.
Recht einfühlsam beschreibt Taylor die Verwicklungen der Ereignisse und verschiedenen Emotionen ihrer Protagonisten. Die wieder auflebenden Gefühle von Zoe und Jack, aber auch ihren Zwiespalt und ihre Angst vor neuen Fehlern kann man gut nachvollziehen. 



Die offenen Fragen zu den Ursachen von Chris Tod führen zu einem gut gehüteten Geheimnis, das die damalige Situation erklärt und verständlich macht und so kann Zoe dieses ungeklärte Kapitel ihres Lebens endlich abschließen.

Zoe muss sich ihrer Vergangenheit und den nicht ausgesprochenen Worten mit Jack stellen, außerdem den Verlust ihres Bruders verarbeiten. Man begleitet sie interessiert und schaut gespannt zu, wie ihr das gelingt und hofft auf eine Aussöhnung mit Jack. Doch können die alten Wunden heilen?

Der Roman enthält zwei Handlungsstränge, neben Zoes Vergangenheitsbewältigung rückt auch Rose und ihr Leben in den Vordergrund. Sie ist eine herzliche Person, die nach der Trennung von ihrem Mann nur noch für ihre drei Kinder da ist. Ihr Einkommen bezieht sie aus Näharbeiten, bei denen sie geschickt und mit gekonnten Entwürfen tragbare schicke Mode herstellt. Sie weiß mit Stoffen, Farben und Mustern umzugehen und geht darin auf. Der Haustausch bedeutet für Rose eine Auszeit in London, die sie in vollen Zügen geniesst. Außerdem lernt sie, auch ihr Leben hält noch viele schöne Erlebnisse für sie bereit, die nicht nur in ihrer Mutterrolle aufgehen.


Ich konnte mit Zoe und Rose richtig mitfiebern und erhoffte mir für beide Frauen einen glücklichen Ausgang ihrer Liebesbeziehungen.


Wer sommerliche Liebesgeschichten mag, der findet hier eine interessante Spurensuche in die Vergangenheit mit sympathischen Charakteren vor. Cornwall lässt grüßen!





Freitag, 18. August 2017

Freitags-Füller # 51



 

 

Dies ist ein Projekt von Barbara von  Scrap-Impulse

Ein kleiner Lückentext zum Ausfüllen.

 

1. Nach welchen Kriterien werden Politiker eigentlich mal zur Rechenschaft gezogen?


2. Ich bin im Urlaub und ich habe mich bisher im Osten Deutschlands sehr wohlgefühlt. Hier ticken die Uhren noch ein wenig langsamer und das gefällt mir gut.

 

3. In meinem Bett zu Hause schlafe ich doch immer noch am allerbesten!

  

4. Unsere Reise war bisher schon recht schön, so eine Luftveränderung hat sich wieder mal richtig gelohnt. 


5. Anstatt sich auf das Schöne, Positive zu konzentrieren, nervt mich der Regen oder das Rauschen von vorbeifahrenden Autos.


6. Ich bin schon richtig gespannt, denn heute Abend sind wir in unserem zweiten Feriendomizil und haben ein 4-Gang-Menü im hoteleigenen Restaurant.

 

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf ein Überraschungsmenü in der Fasanerie, morgen habe ich mit meinem Mann die Erkundung der Umgebung mit dem Rad geplant und Sonntag wollen wir vielleicht das Slawendorf besuchen. Jetzt muss nur noch das Wetter wieder besser werden.

 

Was macht ihr so? Ich wünsche euch auf jeden Fall ein schönes Wochenende! 


Donnerstag, 17. August 2017

Und morgen das Glück - Franziska Stalmann

Eine bewegendes Schicksal, doch das gewisse Etwas hat mir gefehlt.


Franziska Stalmanns neuer Roman aus dem Diana Verlag heißt "Und morgen das Glück"

Nina hat sehr früh eine Tochter bekommen und allein großgezogen, inzwischen hat sie eine kleine Enkelin. Ihr großes Liebesglück ist ihre Beziehung zu ihrem Mann Robert, ein im Immobiliengeschäft reich gewordener Millionär, der 14 Jahr älter ist und mit dem sie viele Jahre in Glück und finanziellem Wohlstand lebt. Doch dann stirbt Robert bei einem Unfall, Nina ist inzwischen 48 Jahre alt und lange aus dem Berufsleben ausgestiegen. Ohne Testament und mit einem missgünstigen Stiefsohn muss Nina nun versuchen, wieder auf die Beine zu kommen.




"Es war so schrecklich, dass es mein Gehirn lähmte....Morgen ist auch noch ein Tag. Ich schaffte es tatsächlich, den Brief und die Kündigung zu vergessen." Zitat S. 233

Von der Autorin habe ich den Roman "Champagner und Kamillentee" gelesen und erhoffte mir eine ähnlich amüsantes Lesevergnügen um die Emanzipation einer Frauenfigur.  


Nun habe ich die Achterbahnfahrt um Ninas Gefühlsleben und ihren Neuanfang zwar gespannt verfolgt, hatte aber mit ihr so meine Probleme.
 
Früh wurde Nina Mutter und war allein erziehend, damals hat sie viel geschafft. Das scheint sie inzwischen vergessen zu haben, sie ist dank Robert ein luxuriöses Leben gewohnt, macht sich über Discounter lustig und bemerkt erst, als der Geldhahn nicht mehr fliesst, dass man auch dort gut einkaufen kann. Doch auf teure Bioware mag sie nicht verzichten. Auch die Ausstattung ihrer neuen Wohnung mit den kostbaren Kronleuchtern finde ich übertrieben. Auch wenn deren Lichterglanz an den geliebten Mann erinnern sollen, so würde auch ein einziger den Sinn erfüllen. Normalerweise würde man solche Lüster bei Geldknappheit zu barer Münze machen. Doch auf die Idee kommt Nina gar nicht und sie fragt lieber sie eine Bekannte um finanzielle Hilfe. Das sind so Dinge, die mich an Nina stören und ich würde im echten Leben wohl mit ihr keine Freundschaft pflegen. Allerdings muss man ihr zugute halten, dass sie sich herzlich um ihre Enkelin kümmert. 


Entmutigt, ohne berufliche Perspektive und voller Trauer um ihren geliebten Robert, lebt Nina in den Tag hinein. Dabei sucht sie Hilfe bei alten Freunden ihres Mannes in finanzieller Art und bei der Wohungssuche. Doch sie landet auch schnell mit einem Mann im Bett, dabei will sie nur eine körperliche Leidenschaft oder sucht keine neue Liebe.  

Mit der Protagonistin konnte ich zwar mitfühlen, aber sie blieb mir dennoch unsympathisch. Auch wenn mich das Schicksal der Protagonistin rührt, so wirkt sie manchmal etwas zu verwöhnt und selbstgefällig. Auch wird mir nicht klar, wie ihr früheres Verhältnis zu ihrem Stiefsohn aussah, war sie ihm eine Hilfe oder nur eine ungeliebte Stiefmutter?

Die Zeit mit ihrer Enkelin ist schön geschildert, die Männerbekanntschaften finde ich eher übertrieben, wo doch Robert angeblich ihre große Liebe war. 



Ein Frauenroman, der gut zu lesen ist und zeigt, dass große Gefühle keine Lebensversicherung bedeuten. Mir hat aber das gewisse Etwas gefehlt. 

***Diesen Roman habe ich über das Bloggrpotal von Randomhouse erhalten, vielen Dank dafür auch an den Diana Verlag!***