Ein moderner, frischer Schreibstil nimmt uns mit auf eine emotionale Gefühlsachterbahn!
Der Roman Die Nacht brennt ist das zweite Buch der jungen englischen Autorin Sarah Butler nach ihrem Erfolg mit "Alice, wie Daniel sie sah". Die deutsche Auflage erscheint beim Droemer Verlag.
Stick
und sein Freund Mac wollen vor den Problemen mit ihren Eltern, der Enge
in der Familie und aus dem gewohnten Alltagsleben in Manchester
fliehen. Sie planen zu ihrem 18. Geburtstag eine Reise mit dem Auto, die
bis nach Malaga gehen soll. Dort wollen sie ihre Jugend, den Strand und
ihre Freiheit geniessen. Als sein Freund Mac stirbt, zerbricht in Stick
eine Welt voller Hoffnungen.
In diesem Buch bringt die Autorin einen erfrischenden Schreibstil
aufs
literarische Parkett und zeigt in einfühlsamer Weise die Gefühle des
jungen Mannes Stick. Die kurzen Sätze, die vielen Dialoge in eingängiger
Alltagssprache lesen sich flott weg und machen neugierig auf Sticks
Leben.
Er steht unter Schock und versucht, den Verlust seines
Freundes und seine Trauer und Wut zu verarbeiten. Wut gegenüber dem
Täter, aber auch Wut wegen der zerplatzten Reise, die ihn und Mac dem
Wunsch nach Freiheit näher gebracht hätte.
Es dreht sich aber auch
um die berauschenden Gefühle der ersten Liebe und zeigt die ganze
Bandbreite des Erwachsenwerdens. Einzig die berufliche Entwicklung macht
Stick nicht so sehr zu schaffen, hier reichen seine Zukunftsgedanken im
Moment nicht sehr weit.
Stick ist ein impulsiver, aufbrausender
Mensch, da haben auch Kurse zur Aggressionsbewältigung nicht viel
verändert. Er lehnt seinen Vater ab, der nun eine neue Familie hat und
wird ihm gegenüber häufig ausfallend.
Sarah Butler gelingt es in
ihrem Roman, sehr realistisch die Achterbahn der Gefühle ihres
Protagonisten Stick darzustellen. Man leidet, bangt, hofft und freut
sich mit ihm, so direkt ist man als Leser in seine Geschichte
involviert. Besonders gelungen finde ich die Einblicke in Sticks
Gedanken, die seinen Freund Mac mit einbeziehen und in denen er
weiterhin in die Handlung einbezogen wird. "So hätte Mac jetzt gedacht,
geredet oder agiert." Trotz dieses verstorbenen Charakters, lebt Mac in
der Story weiter.
Gleichzeitig nimmt die Autorin aber auch Bezug zu
den Unruhen in England 2011, bei denen es zu gewalttätigen
Ausschreitungen kam. Es ist interessant zu beobachten, wie sie diese
Ereignisse in den Roman einbaut und damit die Hoffnungslosigkeit
Jugendlicher aufzeigt.
Ein modernes, zeitgemäßes
Buch, über die Zeit als junger Mensch, mit Trauer, Verlust, Liebe und
Hoffnung, aber auch mit vielen Fragen an die Zukunft.
***Rezensionsexemplar vom Droemer Verlag - Vielen Dank
an Andrea Neuhoff für die Bereitstellung des Buches!***
Wunderschöner Glücks-Roman für vergnügliche Stunden!
Der Debütroman Unser Haus am Meer stammt von der jungen Autorin Nele Jacobsen. Das Buch erscheint im Aufbau Verlag.
Die Reporterin Josefine arbeitet normalerweise für den Politikteil
einer
Münchner Zeitung und bekommt von ihrem Chef den Auftrag für ein
Interview eines Autors und Kapitäns auf Usedom. Sie soll seinen
Glücksratgeber ihren Lesern vorstellen. Der Kapitän stellt sich als sehr
attraktiv heraus und Josefine beginnt die Zeit an der schönen Ostsee zu
genießen. Es stört sie eigentlich nur Markus, der stoffelige Bruder des
Kapitäns. Ihre Nachforschungen bringen sie einem alten Geheimnis des
Kapitänshauses auf die Spur.
"Wie findet man sein Glück?" - So hätte der Titel dieses Romans auch heißen können.
Ein wenig stellt sich dieses Glücksgefühl schon ein, wenn man das Buch zufrieden zuklappt und das Gelesene nachwirken lässt.
Ach, war das ein schöner Roman!
Diese Lektüre hat es immer wieder geschafft, dass ich das Buch am
liebsten in einem Rutsch ausgelesen hätte. Es war einfach nur wohltuend
und die Lesezeit hat für angenehme Unterhaltung gesorgt. Dabei habe ich
mich nach Usedom in einen Strandkorb geträumt, sah den langen Sandstrand
und das Meer vor mir und ließ mir den Wind um die Ohren wehen. Ich
genoss die Aussicht vom Leuchtturm auf das Umland und floh vor Kälte und
Nässe ins warme schöne Ambiente des rustikalen Kapitänshauses zu einem
Grog und gemütlicher Runde mit Freunden. Denn die Protagonisten sind mir
während der Lektüre alle ans Herz gewachsen.
Die Autorin bringt
auf fesselnde, vergnügliche Art eine Geschichte aufs Papier, die nicht
so ganz neu ist. Der nicht so erfolgreiche Romanautor Markus versucht
sich in einem anderen Genre, ein Ratgeber zum Thema Glück und gibt dafür
den Namen und das Bild seines Bruders an. Der ist ein fröhlicher
smarter Surferboy, dem die Frauenherzen nur so zufliegen. Als die
Reporterin Josefine für ein Interview recherchiert, fliegt der Schwindel
auf. Doch die Geschichte ist so überzeugend geschrieben, dass man ihr
sofort verfällt.
Die Handlung glänzt in erster Linie durch die
reizenden, sympathischen Charaktere, durch ihre Erlebnisse und das toll
geschilderte Ambiente auf Usedom. Der angenehm zu lesende Erzählstil
rundet alles wohltuend ab. Man mag es kaum glauben, dass die Autorin mit
diesem Roman gerade mal ihr Debüt schreibt. Der Wechsel von lustigen
Szenen, romantischen Treffen, Streitereien und Familienzwist gelingt
Nele Jacobsen routiniert.
Auch wenn manche Dinge oder Situationen
konstruiert erscheinen, nimmt man es der Autorin dank ihrer lockeren
Sprache und dem ganz eigenen Charme der Story einfach ab. Die Suche nach
dem Glück ist der treibende Gedanke und es endet wie es enden muss.
Mehr möchte ich hier lieber nicht verraten!
Eine
kurzweilige und wohltuende Lesezeit ist mit diesem Roman garantiert. Wer
sich gern an die Ostsee träumen möchte, sollte zu diesem Buch greifen!
Beste Unterhaltung für Strandkorb oder heimisches Sofa!
***Leserundenexemplar von lovelybooks - Vielen Dank an
Christine Seiler vom Aufbau Verlag für die Bereitstellung
des Buches!***

Kaum hat der Monat März begonnen, schon sind wieder ein paar schöne Bücher bei mir eingezogen!
"Unser Haus am Meer" lese ich gerade in einer Leserunde und bin hin und weg. Dieses Debüt ist von Nele Jacobsen. Es ist ein Frauenroman, der mich richtig schwärmen lässt. Es geht an die schöne Ostsee und die Protagonisten wachsen mir echt ans Herz! Rezi kommt bald!
"Cool im Pool" ist der 6. Band der Loretta Luchs Reihe von Lotte Minck. Wie bei allen Minck-Loretta-Büchern herrscht hier ein humorvoller Ton und ich freue mich, die Figuren alle man wieder zu sehen.
Ich verrate nur so viel: Lorettas Freundin Diana will heiraten! Es gibt wieder eine Menge zu lachen!
"Die Nacht brennt" von Sarah Butler:
Zwei junge Männer wollen etwas erleben: Partys, Alkohol und Frauen. Sie wollen von Manchester mit dem Auto bis Málaga fahren. Doch erst mal gibt es eine Abschiedsparty, die allerdings alle Pläne ändert.
Dieser Roman habe ich vom Droemer Verlag als Leseexemplar bekommen. Ich bin schon sehr gespannt auf das Werk der jungen Autorin!
In "Are You Finished?" von Sophie Seidel erzählt eine Kellnerin Kurioses von ihren Gästen. Lustige Unterhaltung ist hierbei wohl garantiert!
Dieses tolle Buch von Blanvalet erhielt ich vom Bloggerportal.
Nach all der Freude über die tollen Bücher werde ich jetzt erst mal etwas lesen!
Ein schönes Wochenende und tolle Lektüre wünscht
sommerlese!
Schwierige Verhältnisse
Der Krimi Feine Leute ist der erste Roman von Joan Weng. Er
zeigt die 20er Jahre Berlins und erscheint im Aufbau Verlag.
Berlin
1925: Im Todesfall an dem reichen Unternehmer Gottlieb Straumann
ermittelt Kommissar Paul Genzer, der aus einfachen Verhältnissen stammt,
und mit ihm der glamoröse Ufastar Carl von Bäumer aus ostpreußischem Adel.
Doch nicht nur die Ermittlungen verbinden die jungen Männer, sie führen ein heikle, da verbotene Beziehung.
Der Fall erscheint inszeniert zu sein, doch als Frau Straumann ums Leben kommt, fällt ein anderes Licht auf die Tat.
Joan Weng bringt in ihrem taktisch klugen Krimi eine sehr verwickelte
Reihe von Todesfällen zu Papier, die sich am Ende logisch aufklärt. Im
Laufe der Handlung ist es allerdings nicht einfach, einen Zusammenhang
zwischen den Nebenhandlungen, Personen und deren Verbindungen zu
verstehen. Auch bleibt die Spannung durch diese vielen Nebenschauplätze
ein wenig auf der Strecke.
Es ist das als problematisch zu
bezeichnende Verhältnis der Protagonisten, zwischen dem schönen UFA Star
Carl von Bäumer und dem unscheinbaren Kommissar Paul Genzer, dass den
Krimi auf lange Strecke unterhält. Hier werden Beziehungsängste und die
Probleme einer homosexuellen Partnerschaft sehr stimmig dargestellt. Zur
damaligen Zeit war der Unzuchtparagraf 175 noch in voller Anwendung und
machte Schwulen das Leben schwer. Auch wenn ich Verständnis für die
schwierige Situation aufbringe, ist mit dieses Hin und Her der beiden
Männer dann doch zu kompliziert und pubertär.
Die Charaktere
werden zwar anschaulich gezeigt, bleiben mir aber bis zum Schluss fremd.
Es fehlt einigen an personenbezogenen Besonderheiten und
Wiedererkennung. Leider hat sich mir auch nicht erschlossen, dass ein
Filmstar aus Recherchegründen für eine Rolle an polizeilichen
Ermittlungen teilnehmen darf.
Der Autorin gelingt es mit ihren
stilvollen Beschreibungen von damaliger Mode, Gebäuden und Einrichtungen
recht authentisch und stimmungsvoll, den Zeitgeist der 20 er Jahre
einzufangen. Man fährt die edlen Automobile von Horch, trinkt
Champagner, nimmt Kokain und gibt sich den glamorösen Filmen der UFA
hin.
Bei der sprachlichen Darstellung dieser Goldenen Zwanziger hat
mir die bei einigen Personen angewandte Berliner Mundart gut gefallen.
Doch es gibt auch einige zu modern gefärbte Sprachwendungen, gerade in
den Dialogen geht es recht salopp zu.
Dieser Ausflug in
die Goldenen Zwanziger hat eine schwierige Verkettung von Taten
aufgezeigt, die mich gut unterhalten haben. Leider gab es keine echte
Spannung und die Beziehung der Protagonisten steht mir zu sehr im
Vordergrund.
***Gewinnexemplar von lovelybooks - Vielen Dank an
Christine Seiler vom Aufbau Verlag für die Bereitstellung
des Buches!***
Diese Buchmagie ging nach hinten los! Viel Tinte ohne Herz!
"Cornelia Funke" schrieb 2003 mit "Tintenherz" ihren Auftakt zur Tintenblut-Trilogie.

Tintenherz
hat mich jetzt nicht so gepackt, obwohl ich die Personen zum Teil
gemocht habe. Gerade mal die gruselige magische Atmosphäre ist
einzigartig und besonders. Diese bedrohliche Stimmung bringt Cornelia
Funke gut zum Ausdruck. Aber an einigen Stellen hätte der Roman deutlich
gestrafft werden können.
Dieses Buch hat Längen und mich begeistert
diese Buchmagie nicht wirklich. Wahrscheinlich fehlt mir das
Fantasy-Gen, die Geschichte rauscht richtig an mir vorbei.
Schon der Erzählstil hat mich nun nicht so vom Hocker gerissen. Auch
gibt es Beschreibungen, die sich häufig wiederholen, so "leckt" das
Feuer dank Staubfingers Feuermagie gleich mehrfach.
Dieses ewige Fluchtverhalten a la Katz und Maus Spiel wiederholt sich andauernd und ist außerdem auch noch recht vorhersehbar.
Die Idee, aus dem Buch Figuren herauszulesen, ist einem guten Einfall geschuldet, wird aber leider nicht weiter ausgebaut.
Funke
beschreibt äußerst bildhaft die Umgebung und das Äußere der Personen,
doch mir fehlt die persönliche Tiefe, die Motivation und die Gefühle.
Die Charaktere erscheinen mir blass und nichtssagend geschildert. Ich
konnte nur mit den drei Hauptfiguren Meggie, Mo und Elinor etwas
anfangen. Tante Elinor war die Einzige im Buch, die auch mal mit Humor
punkten durfte. Alle anderen erscheinen depressiv, gewalttätig und
schlecht gelaunt.
Auch wenn ich ja schon zu den
Lesesüchtigen zähle und Büchern einen hohen Stellenwert zumesse, grenzen
diese sich wiederholenden Liebeserklärungen ans Lesen und an die Magie
von Büchern an den Rand des Zumutbaren. Irgendwann hat es mich echt
genervt.
Über dieser Geschichte scheint mir ein düsterer Nebel
zu hängen, der sich nicht lichtet und dieser alte Mief und Staub der
Vergangenheit ist im Buch festgehalten. Diese bedrückende Stimmung hat
mich gestört und dank fehlender Spannung habe ich mich durch das Buch
gequält. Ich entspreche nicht der Altersklasse von 12-13 Jahren, kann
aber verstehen, wenn den jungen Lesern hiermit Bücher zum Gräuel werden.
Denn die Intention, dass Bücher Welten öffnen und man sich in etwas
hineinträumen kann, wurde hier oft beschrieben, es sollten sich magische
Dinge ergeben. Heraus kam aber nur Negatives wie Mord und Feuer und
Schlägerei und das ist enttäuschend.
Diese Buchreihe interessiert mich definitiv nicht. Das soll
natürlich andere Leser nicht abschrecken, besonders Fantasy-Lesern
scheint dieses Buch ja zu gefallen. Wenn schon Magie, dann lese ich lieber
Harry Potter, dort gibt es auch mal etwas zu lachen.
In diesem kurzen Monat habe ich insgesamt 17 Bücher gelesen. Dabei waren die Krimis mit 8 Büchern am meisten vertreten. Leider waren davon nur wenige für die Krimichallenge auf lovelybooks verwendbar, da ihr Erscheinungstermin von dem Dezember 2015 liegt.
Krimi: 8
Thriller: 1
Roman: 6
Sachbuch: 1
Kinderbuch: 1
Meine 5 Sterne-Bücher sind die folgenden:
Der Mann der Glück bringt -
Catalin Dorian Florescu
Sara - Toril Brekke
Blaubeermorde - Mareike Marlow
Endlich zu fünft - Miina Supinen
Diese 4 Bücher haben mich in diesem Monat begeistert und sie sind in ihrer Art und Schreibweise einzigartig und hervorragend gemacht.
Auch wenn ich andere Bücher unter den 17 gern gelesen habe, finde ich nicht, dass sie erstklassig waren. Doch das mag jeder für sich selbst entscheiden!
Eine schöne Lesewoche wünsche ich euch,
herzliche Grüße Sommerlese!
Unterhaltsames Bild aus Südafrika zwischen Liebe, Mord und Küche!
Sally Andrew schrieb mit Tannie Marias Rezepte für Liebe und
Mord ihr Debüt. Das Buch erscheint 2016 im Atrium Verlag.
Tannie
Maria lebt in Klein-Karoo, Südafrika. Sie Mitte 50, verwitwet, eine
patente Köchin und gibt in ihrer Zeitungskolumne Ratschläge für diverse
Lebensfragen. Als eine Leserin von häuslicher Gewalt berichtet und kurz
darauf stirbt, ist Marias Interesse geweckt und sie macht sich mit
ihrer Freundin Jessie auf die Suche nach dem Täter. Dem zuständigen
Detective Kannemeyer ist das allerdings nicht so recht.
Tannie Marias Rezepte für Liebe und Mord ist der Auftakt einer besonderen Krimireihe, die in Klein-Karoo, Südafrika spielt.
Das Buch ist kein Krimi im herkömmlichen Sinne, es ist eher ein Cozy
Crime, der neben einer Krimihandlung auch ein wunderschönes
Stimmungsbild aus Südafrika zeichnet und mit vielen ausgefallenen
Figuren besticht.
Man fühlt sich wohl bei der Lektüre, denn es gibt
immer etwas zu essen und nebenbei kann man sich ganz gemütlich mit durch
die landschaftliche Schönheit Klein-Karoos auf Mörderjagd begeben.
Tannie Maria kocht und backt gern und viel. In ihrer
Briefkastentanten-Kolumne einer kleinen Zeitung beantwortet sie Fragen
der Leser und fügt ihren Lebensweisheiten immer ein passendes Rezept
hinzu. Es ist schon unterhaltsam, wie positiv sie die Launen der Leser
mit ihrer Kochkunst und ihrer Lebenserfahrung anhebt und ihnen
Lebenshilfe gibt. Die Menschen nehmen gern ihre Ratschläge und Rezepte
an.
Dabei stellt Tannie Maria die südafrikanische Küche mit
Lammgerichten, fettgebackenen Vetkoek mit Hackfleisch und diversen
Keksen und Schokoladenkuchen vor. Mit Kalorien wird nicht gespart und
Tannie Maria schmeckt es immer, es sei denn sie hat Liebeskummer. Für
Kochwütige ist im Anhang eine Auflistung der wichtigsten Rezepte zu
finden. So gern ich von Essen auch lese und gern koche, auf die Dauer
wurde mir die ganze Kocherei dann doch zu viel.
Besonders
gelungen sind die Beschreibungen der Tier- und Pflanzenwelt der
südafrikanischen Gegend. Der Ausblick von Marias Terrasse ist
atemberaubend schön und man kann als Leser die Vögel förmlich singen
hören. Die erwähnten Arten kennt man jedoch namentlich hierzulande
nicht.
Bokmakiries zum Beispiel sind Singvögel, genauer gesagt Buschwürger aus S.A.
Die Handlung ist gut durchdacht, etwas sehr ausführlich erklärt und man
lässt sich Zeit für die Geschichte. Diese gemütliche Atmosphäre passt
wunderbar und man kann sich so richtig fallen lassen und das Buch
geniessen. Es sind allerdings einige Folgen sehr vorhersehbar und die
Spannung leidet dadurch. Die Charaktere kommen mit Klischees daher, die
Problematik mit häuslicher Gewalt und hoher Mordrate wird leider nicht
tief genug aufgegriffen. Auch das Thema Fracking wird nur am Rande
gestreift.
Beim Schreibstil von Sally Andrew stört mich die
einfache Wortwahl und die Dialoge finde ich recht oberflächlich. Sie
benutzt viele Wörter in Afrikaans, was dem Buch zwar einen regionalen
Touch verleiht, man teilweise auch verstehen kann, aber was doch ein
anderes Publikum anspricht.
Wer eine gemütliche
Lektüre über Liebe und Mord sucht, gerne kocht und backt und einen
Ausflug nach Südafrika machen möchte, der ist mit diesem Buch gut
bedient. Es ist eine lockere Unterhaltung, die südafrikanisches Flair
versprüht, spezielle Figuren vorstellt und zum Essen einlädt.
***Leserundenexemplar von lovelybooks - Vielen Dank
an den Atrium Verlag für die Bereitstellung des Buches!***