Freitag, 19. Juni 2015

Küstennebel - Gisa Pauly

Super Unterhaltung mit einer flotten Mischung aus italienischem Temperament und friesischer Schweigsamkeit

 

Krimiautorin Gisa Pauly hat ihren 6. Band ihrer Sylt-Krimi-Reihe Küstennebel genannt. Der Regionalkrimi erschien erstmalig 2012 im Pieper Verlag.

 

 
Auf Sylt hat Kommissar Erik Wolf einen Fall zu klären. Das kommt ihm ganz gelegen, denn so kann er der Einladung zu einer Silberhochzeitsfeier von Verwandten seiner italienischen Mamma Carlotta in Umbrien entgehen. Die hat gerade Besuch von ihrem Neffen und seiner Freundin und steckt trotzdem immer wieder ihre Nase in den neuen Fall.  








Lobend erwähnen muss ich als erstes die wunderbaren Cover dieser Krimiserie. Sie sind wirklich witzig gemacht und haben einen großen Wiedererkennungswert, der mich schon vom bloßen Anschauen in Urlaubsstimmung versetzt.

Mit Küstennebel habe ich mich sofort in die Handlung dieses Regionalkrimis hineinversetzen können. Was auf Sylt beginnt, endet mit einer Reise ins ferne Umbrien, das ist echte Abwechslung und gute Unterhaltung.  

Gisa Pauly gelingt es mit ihren liebevoll gezeichneten Charaktern, einem unterhaltsame Lesestunden zu verschaffen. Ihre Figuren veranschaulichen mal nordfriesischen Geist und Witz und mal italienisches Temperament.
Der Krimi liest sich leicht und flüssig und man hat mit den Personen seinen Spaß.


Die Schreibweise ist für diesen Regionalkrimi absolut stimmig, häufig zum Schmunzeln und gewohnt ausdrucksvoll formuliert. Die Situationen und Verhöre sind gut verständlich, die raffinierte Art Mamma Carlottas kommt prima zur Geltung. Mal wird auf die friesische Mentalität eingegangen und dann wieder erlebt man einen temperamentvollen Redefluss und eine Kochorgie nach italienischer Art. Gerade die leckeren Gerichte haben dem Buch einen besonderen Kick verliehen und mir als Leserin den Mund wässrig gemacht. Man findet sich sowohl auf Sylt als auch in Umbrien gleich wohl und geniesst die spezielle Atmosphäre in Mamma Carlottas Großfamilie und Heimat. Besonders gut haben mir auch die Balletteinlagen von Carlottas Enkelin Carolin gefallen.

Die Krimihandlung verläuft parallel zur Familiengeschichte, was der Spannung aber nicht schadet, sondern sie angenehm begleitet. Gerade die Mischung macht dieses Buch zu einem lockeren Lesevergnügen. Allerdings hätte ich mir Kapitel gewünscht, den fliessenden Übergang empfinde ich als schwierig, Situationswechsel wären mit Kapiteltrennung eindeutiger zu erfassen.

 

Ein humorvolles Buch für ein paar unterhaltsame Stunden, in denen man abschalten kann, sich in diese Familie hineinlesen und noch nebenbei auf manchmal merkwürdige Weise einen Kriminalfall lösen möchte. 

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