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Montag, 3. August 2026

Mittsommergrab - Kicki Sehlstedt

Absolut fesselnder Schwedenkrimi

Im Goldmann Verlag erscheint der Schwedenkrimi Mittsommergrab von Kicki Sehlstedt. 

Vor der schwedischen Westküste wird von Tauchern ein Koffer mit menschlichen Knochen entdeckt. Als die Journalistin und True‑Crime‑Podcasterin Julia Järvskog davon hört, ist sie an der Geschichte interessiert, außerdem kennt sie die Gegend um Hunnebostrand gut, denn als Kind verbrachte sie dort ihre Sommer bei ihren Großeltern. Ihre Jugendliebe Kalle ist Polizist geworden, auch er untersucht den Fall und sie tauchen ein in einen Fall, der gut dreißig Jahre zurück liegt. In dieser Zeit veränderte sich auch Julias Leben für immer.   

 




Ein Koffer mit Leichenteilen wird von Tauchern geborgen, die Nachforschungen bringen ans Licht, dass es sich um ein Gewaltverbrechen handelt, das vor mehr als dreißig Jahren stattgefunden hat. In den Fall verwickelt ist auch die Mutter der True‑Crime‑Podcasterin Julia Järvskog. Julia beginnt mit den Befragungen alter Nachbarn und Leuten, die den Toten gekannt haben und sie kommt hinter ein Gemeinnis, über das damals einfach geschwiegen wurde, obwohl viele Leute davon betroffen waren. 

Als Julia nach Hunnebostrand zurück kehrt, kommen die Erinnerungen an ihre Kindheit und die Treffen mit alten Freunden zurück. Sie hat gerade den neu aufgerollten Prozeß um den wegen Raubmordes zu lebenslänglicher Haft verurteilten Ronnie Roos untersucht und Fakten zu seiner Unschuld gesammel. Nun wird er entlassen und sie hat Zeit für die Untersuchungen rund um den Kofferfund. 

Anfänglich hat mich diese doppelte Fallführung etwas verwirrt, doch mit der Zeit fand ich das sehr interessant und bin in beide Fälle gleichermaßen eingetaucht. 

Der flüssige Erzählstil der Autorin hat mir richtig gut gefallen und führte mich flott durch die Geschichte. Die Handlung erzählt vom Alltagsgeschehen mitsamt Schilderungen von Land und Leuten, dazu kommt natürlich die Ermittlungsarbeit, sowie Einblicke in das Privatleben der Ermittler und zeigt in Rückblenden, was sie sich vor dreißig Jahren erlebt haben. So bekommt man mit der Zeit ein umfassendes Bild über die Betroffen, die Verdächtigen und die Ermittler und wird in deren Gefühle und Stimmungen eingeweiht. 

Der Mord gibt zahlreiche Rätsel auf und es werden einige Tatverdächtige aufgedeckt. Doch so richtig durchschauen konnte ich das Ganze nicht, denn Kicki Sehlstedt gelingt es mit geschickten Wendungen, die Verdachtsmomente immer neu zu streuen. Ich war von Anfang bis Ende gefesselt und wollte unbedingt wissen, wer den Toten zu verantworten hat und worin das wahre Motiv lag. 

Die Charaktere haben Ecken und Kanten, werden facettenreich dargestellt und die Ermittelnden Julia und Kalle wirken recht sympathisch. Ihre berufliche Zusammenarbeit verläuft eher nach Absprache, denn jeder ermittelt für sich, sie tauschen sich aber über ihre Erkenntnisse aus und damit wird der Fall aus verschiedenen Sichtweisen untersucht. Ihr Privatleben sorgt für unterhaltsame Momente und man kann sich gut vorstellen, dass sie in Zukunft weitere Fälle zusammen lösen werden. Ich hoffe jedenfalls auf einen weiteren Band dieser Reihe.    

Ein fesselnder Krimi, der mit seinen vielschichtigen Figuren gut unterhält und bei dem ein Leichenfund viele Dinge aus der Vergangenheit wieder ans Tageslicht bringt. Sehr spannend und einfach gut geschrieben!

***Herzlichen Dank an das Bloggerportal und den Goldmann Verlag für dieses Rezensionsexemplar!***


 

Freitag, 17. Juli 2026

Tea Time - Ingrid Noll

Schwarzer Humor vom Feinsten!

Ingrid Nolls Krimi Tea Time erscheint im Diogenes Verlag

Nina und Franzi sind beste Freundinnen, wohnen sogar im selben Haus in Weinheim und reden gerne über ihre besonderen Macken. Zum gemeinsamen Austausch gründen sie den Klub der Spinnerinnen. Als Nina ihre Handtasche verliert und der arbeitslose Alkoholiker Andreas Haase in ihr Leben tritt, beginnt eine Reihe von verhängnisvollen Aktionen, bei der die Klubmitglieder sich gegenseitig unterstützen. 


 

Auf diesen Ingrid Noll Krimi habe ich mich sehr gefreut und ich wurde nicht enttäuscht. Die Autorin führt uns ein besonderes Charakterspiel vor Augen, bei dem man immer wieder schmunzeln kann. Ihre Reige von Frauen ist mit speziellen Macken ausgestattet und eigentlich wollen sie nur ein zufriedenes Leben führen. Doch dabei stören manchmal ihre Männer und so möchte die ein oder andere Frau ihnen mal einen boshaften Schreck einjagen. 

Die Frauen vom "Club der Spinnerinnen" nehmen es mit den Schicksalen der männlichen Zunft nicht so ernst und wenn es für das eigene Leben von Vorteil ist, wird schon mal der ein oder andere Mann aus dem Weg geschafft. Jede der sympathischen Freundinnen hat einen speziellen "Spleen" und ihre eigene skurrile Lebensgeschichte. Sie treffen sich zum Austausch, trinken ihren Tee und erzählen sich Dinge aus ihrem Leben, die nicht ganz rund laufen. Das sorgt für unterhaltsame, kurzweilige Szenen, die sich am Ende zu einem logischen Ganzen verknüpfen.

Zwischendurch hängt der Spannungsbogen etwas durch, die unerwarteten Zufälle, Lebensumstände und Ereignisse brauchen allerdings auch einfach Raum zum Entstehen und es ist immer wieder überraschend, wie geschickt Ingrid Noll hier die speziellen Vorkommnisse mit den entsprechenden Männern miteinander verwebt, sodass die Frauen allesamt am Ende Dreck am Stecken haben und sie sich auch "der Club der Rächerinnen" nennen könnten.  

Eine unterhaltsame Geschichte mit skurrilen und erbarmungslosen Frauenfiguren, die nicht von Grund auf schlecht sind, sondern nur in einen Strudel von verhängnisvollen Vorgängen geraten und so manche List ersinnen, um unbescholten aus der Sache heraus zu kommen.

"Tea Time" ist wieder ein richtig unterhaltsames Krimi-Kunstwerk. Wer schwarzen Humor liebt, ist mit dem Buch bestens bedient!   

 

***Herzlichen Dank an den Diogenes Verlag für dieses Rezensionsexemplar!*** 

 


 
  • Noll, Ingrid - Die Häupter meiner Lieben  
  • Noll, Ingrid - Der Hahn ist tot
  • Noll, Ingrid - Kalt ist der Abendhauch  
  • Noll, Ingrid - Kuckuckskind 
  • Noll, Ingrid - Ladylike
  • Noll, Ingrid - Selige Witwen
  • Noll, Ingrid - Gruß aus der Küche
  • Noll, Ingrid - Über Bord  
  • Noll, Ingrid - Nachteule 
  • Noll, Ingrid - Halali 
  • Noll, Ingrid - Goldschatz
  • Noll, Ingrid - Tea Time 
  • Freitag, 3. Juli 2026

    Rufmord, Rache und Rosé - Sophie Hénaff

    Schräge Figuren, Humor und ein raffinierter Fall 

     
    Sophie Hénaffs Krimi "Rufmord, Rache und Rosé" erscheint im Penguin Verlag.
      
    Wenn Prominente in Kriminalfälle verwickelt sind, erfordert das Polizisten mit einem hohen Maß an nervenstarker Gelassenheit, um mit dem Druck von Medien und Fans umgehen zu können. Dafür wird von der Pariser Polizei die Promi-Brigade gegründet, die den Fall der entführten bekannten Schauspielerin Flore Yozabal übernimmt. Die Leitung übernimmt Commandante Cathy Martini, die sich als Witwe eines bekannten Sängers in der Welt der Reichen und Schönen auskennt und der Szene unbeeindruckt gegenüber steht. 
     



       
    Dieser Krimi führt nach Paris in die Welt der Promis und bringt mit der speziellen Truppe der Promi-Brigade jede Menge humorvolle Szenen mit sich, die die schrägen Charaktere bei ihrer Ermittlung erleben. 
     
    Cathy Martini spielt leidenschaftlich gern Karten und trinkt dazu ein paar Gläser Rosé. Beruflich wird sie durch den jungen, übermotivierten Titan unterstützt, der unbedingt in die Promiwelt eintauchen möchte und ein echter Fan-Boy ist. Die Vorgesetzte der Brigade hat nur den Wunsch, den Fall möglichst schnell erledigt zu haben, Probleme mit dem Personal kann sie da überhaupt nicht brauchen. 
    Die Tatsache, dass die entführte Flore Yozabal zufällig auch die Geliebte von Martinis verstorbenen Ehemanns war, macht den Fall besonders heikel.  
    Sicher wäre es für Martini besser, wenn die Gegenbuhlerin verschwunden bleibt. Doch als gute Polizistin ist sie an der Wahrheitsfindung interessiert und mit dem Fund einer Leiche am Filmset ist ihr Ermittlerdrang geweckt. Ihre Methoden sind durchaus ausgefallen und als sie den Täter entlarvt hat, braucht sie handfeste Beweise. Die erbringt sie trotz Angststörung unter Aufbringung ihrer gesamten Kraft und geht dafür sogar in ein Riesenrad. 
     
     
    Ich tauchte schnell in die Handlung ein und war gespannt, wie Cathy und Titan mit ihrer schrägen Art zusammen arbeiten. Die beiden Typen mochte ich und wurde humorvoll unterhalten. Der Krimi bietet einige Verdächtige, zeigt wie Filme gedreht werden und eine Spur führt ins Drogenmilieu. Das Ganze entwickelt sich zu einem raffinierten Fall, der doch anders gestrickt ist als man zunächst annimmt. 
     
    Ein humorvoller Krimi mit einer originellen Ermittler-Truppe, der sich als leichte Sommerlektüre anbietet!
     
    ***Herzlichen Dank an den Penguin Verlag und das Bloggerportal für dieses Rezensionsexemplar!*** 
     

     

    Samstag, 13. Juni 2026

    Vega Varg – Das Schweigen der Insel - Åsa Hellberg

    Komplexer Skandinavien-Krimi mit vielen Beziehungen

    Im Heyne Verlag erscheint der Auftaktband Das Schweigen der Insel von Åsa Hellberg.  

    Die ruhige Insel Südkoster an der schwedischen Westküste befindet sich nahe der norwegischen Grenze. Der Leichenfund eines jungen Mannes erschüttert die Bewohner, denn er war einer von ihnen. Polizistin Vega Varg, die in Nordkoster wohnt, übernimmt den Fall und tragischerweise kennt sie den Toten seit er ein kleiner Junge war. Er war der Spielgefährte ihrer beiden Söhne, die heute auch bei der Polizei arbeiten und gemeinsam mit Vega auf Spurensuche gehen. Kurz darauf verschwindet eine norwegische Zeugin, deshalb wird Vegas bester Freund und Kollege Leopold Posse aus Oslo hinzugezogen. Bei den Ermittlungen ergeben sich Parallelen zu einem Cold Case aus 1998, als Vegas Mann Peter getötet wurde.  


     

    In diesem Krimi lernen wir Vega kennen, eine Frau Anfang 60, die mitten im Leben steht und sich nicht um ihr Erscheinungsbild schert. Nach dem Tod ihres Mannes hat sie ihre drei Kinder allein groß gezogen und nun arbeitet sie Seite an Seite mit ihren Söhnen bei der Polizei. Nur ihre Tochter Moa macht ihr Sorgen. Das Familienleben spielt in diesem Buch eine große Rolle und verleiht der Handlung eine angenehme Atmosphäre, die in wohltuendem Kontrast zu den Mordermittlungen steht. Leopold ist ein eigenwilliger Typ, der Patenonkel von Moa und mit Vega freundschaftlich verbunden. 

    Beide kennen sich schon lange und wissen um ihre jeweiligen Stärken und Schwächen, die sie sinnvoll einsetzen, je nachdem was die Befragungen erfordern. Als Tatverdächtige kommen zahlreiche Personen in Frage, der gewalttätige Vater des Toten, aber auch eine Gruppe von norwegischen Immobilienmaklern, die zu einem Teambuilding-Seminar auf die Insel gereist sind und den Toten gefunden haben. Sie versuchen ihren Drogenkonsum und leidenschaftliche Affären zu verbergen, die Vega und Leopold aber schliesslich herausfinden. 

    Åsa Hellbergs schlichter, aber nahbarer Erzählstil hat mich schnell gepackt und mir nicht nur die Landschaft und die Witterungsverhältnisse eindrücklich näher gebracht, sondern mich auch tief in den Fall hineingezogen. Einige Personen versuchen etwas zu verbergen, es gibt Rückblenden in die Vergangenheit, die den Tod von Vegas Mann Peter erklären und und Vegas familiäres Leben näher bringen. Diese Erkenntnisse sorgen für zusätzliche Brisanz, doch mehr möchte ich nicht verraten.  

    Ich versuchte, den Mörder ausfindig zu machen, doch verschiedene Wendungen und neue Fälle sorgen für ein verwirrendes Bild und das wahre Mordmotiv bleibt bis zum Ende verborgen. Ich war gespannt, wie der Cold Case mit dem neuen Fall zusammen hängt und ob Vega den Täter kennt und freue mich jetzt schon auf den Folgeband.

    Ein gelungener Krimiauftakt mit einem interessanten Ermittlerduo, packenden Wendungen und  nordischem Setting. 

     

    ***Herzlichen Dank an das Bloggerportal für dieses Rezensionsexemplar!*** 

     



    Freitag, 8. Mai 2026

    Strandopfer - Frank Goldammer

    Ein raffinierter Fall

    Im Rowohlt Verlag erscheint Frank Goldammers Krimi Strandopfer.  

    Zur Aufklärung eines ungeklärten Todesfalls fährt Kriminaloberkommissarin Lena Schuldt vom BKA Berlin auf die polnische Ostseeseite nach Swinemünde. Dort wurde am Strand ein deutscher Tourist tot aufgefunden. Alles deutet auf einen Badeunfall hin, doch bei näherer Untersuchung findet sich im Hals des Toten ein Bernstein. Kurze Zeit später wird die zehnjährige Luisa als vermisst gemeldet, es ist die Tochter einer Freundin des Toten. Lena bekommt den polnischen Kommissar Adam Krawczyk an die Seite gestellt, sie befragen Freunde und Angehörige und versuchen den Mörder und das Kind zu finden. Wie bei allen Vermisstenfällen ist es ein Wettlauf gegen die Zeit. 
     

     
    Frank Goldammer stellt uns ein deutsch-polnisches Ermittlerduo vor, die beide zum ersten Mal miteinander arbeiten und sich aneinander gewöhnen müssen. Lenas Heimat war auf der deutschen Ostseeseite, sie hat einige negative Erinnerungen an diese Zeit und seitdem hat sie auch Vorurteile gegen Nachbarn auf der polnischen Seite. Adam ist ein junger Mann, der seine Jugend hinter einem ernsten Auftreten verbergen möchte. Er begegnet Lena mit Vorsicht und muss sich erst noch an ihre Arbeitsweise und ihr Temperament gewöhnen. Im Laufe der Handlung gestehen sie sich private Probleme ein und reden offen über Vorurteile. Ich konnte mit beiden Charakteren nicht so recht warm werden, sie blieben recht distanziert und dennoch fand ich es interessant zu verfolgen, wie sie zusammen arbeiten und sich ergänzen. 
     
    Der Tote war früh am Morgen mit dem vermissten Mädchen unterwegs, welche Verbindung und welches Motiv versteckt sich in dieser Konstellation? Diese Ausgangslage hat mich von Anfang an gepackt und ich habe den Krimi gespannt verfolgt. Doch die Suche nach dem Mädchen zieht sich in die Länge und ein weiterer Todesfall brachte für mich noch mehr Fragezeichen mit sich. 
    Mysteriös und unheimlich ist der Fund vom Bernstein, der in der Kehle des toten Urlaubers steckt. Welche Bedeutung hat dieser Stein? Ich habe lange gerätselt und bin einer Spur aufgesessen, die Lena als Vermutung erwähnt hat. Doch auch das war nur eine von mehreren Wendungen, die den Krimi insgesamt so fesselnd machen.
     
    Die Spannung steigt allmählich an, phasenweise nehmen die Befragungen und Erinnerungen in Lenas Vergangenheit mehr Raum ein, als ich erwartet hatte. Frank Goldammer lenkt damit gezielt den Blick auf die Probleme vor allem junger Menschen in dieser Region nach der Wende. Auch die Vorurteile zwischen Deutschen und Polen kommen hier zur Sprache.
    Die Urlauber in der Villa verbergen unterschiedliche Geheimnisse und es ist nicht klar, wer hier Opfer oder Täter sein könnte. Was für Außenstehende wie eine freundschaftliche Urlaubsgruppe aussieht, birgt jede Menge Konflikte und enthält Potenzial für mögliche Motive. 
     
    Misdroy ist mir von einem Urlaub bekannt und ich habe mich den landschaftlichen Beschreibungen erfreuen können und einiges wiedererkannt. Den schönen langen Sandstrand oder die übervolle Promenade beispielsweise, die gefüllt von Buden und Imbissen schon wie ein Jahrmarkt anmutet. Frank Goldammer baut diese und andere atmosphärische Eindrücke so stimmig in die Geschichte ein, dass man sich die Gegend, die Arbeitsweise bei der Polizei oder die Wohnsituation einiger Personen gut vorstellen kann. 

    Ein raffinierter Fall des deutsch-polnischen Ermittlerduos, der mich gefesselt hat und einige Vorurteile offenlegt!    

       
     
    ***Herzlichen Dank an den Rowohlt Verlag für dieses Rezensionsexemplar!***
     

    Montag, 4. Mai 2026

    Arrivederci am Lago Maggiore - Alexandra Holenstein

    Mord in exklusiver Lage 

    Der Krimi "Arrivederci am Lago Maggiore" von Alexandra Holenstein erscheint im Emons Verlag. Es ist der Folgeband von "Mord am Lago Maggiore", jedoch eigenständig lesbar. 

    Tabea Kummer ist Lehrerin und wird von ihrem Vermieter gebeten, ihn als Hausdame in den Sommerferien in seinem exklusiven Boutiquehotel in Ascona zu vertreten und sich um die Belange und Wünsche der Gäste zu kümmern. Sie nimmt gerne an, lernt die Hausgäste näher kennen und genießt das Ambiente des Hotels, bis eine junge Influencerin, die Gast im Hotel war, tot aufgefunden wird. Und es wird nicht bei der einen Toten bleiben!

     


    Als ermittelnde Hobbydetektivin ist Tabea auf die Informationen von Haushälterin Esmeralda angewiesen, die die Gäste, bzw. deren persönliche Gegenstände bis ins kleinste Detail beäugt und somit sogar ein paar hilfreiche Details beisteuern kann. Sie weiß genau Bescheid, welche Kosmetik oder welchen Duft die Gäste bevorzugen, welche Kleidung sich in ihrem Schrank befindet und was sie vor den Augen der Öffentlichkeit verstecken. 

    Beim Lesen war ich umfangen von der herrlichen Atmosphäre des Lago und fühlte mich selbst als Gast des eleganten Hotels, in dem Sonderwünsche auch prompt erfüllt werden. 

    Schon nach dem ersten Mord habe ich gespannt mitgerätselt und versucht, zwischen den vielen Verdächtigen und einigen sehr raffinierten Wendungen noch den Überblick zu behalten. Ständig führt uns Alexandra Holenstein in die Irre und bringt neue Opfer, viele Geheimnisse und zahlreiche Verdachtsmomente aufs Parkett des edlen Hotels. Wo liegt das Motiv und warum finden die Morde gerade hier statt? 

    Die Dialoge wirken sehr lebendig und enthalten passend zum Lokalkolorit ein paar Aussprüche in italienischer Landessprache, wodurch man sich automatisch an den schönen Lago Maggiore versetzt fühlt. Das habe ich genossen, einige Begriffe musste ich aber nachschlagen, was den Lesefluss etwas hemmt. Die Figuren sind dieses Mal recht zahlreich, zu den Gästen und Hotelangestellten gesellen sich noch Freunde und Familie von Tabea und von Hotelchef Armando. Ein Personenregister wäre da durchaus hilfreich gewesen. 

    Die Story überzeugt mit interessanten, vielfältig gezeichneten Charakteren und einem subtilem Wortwitz, der besonders bei Tabea zum Zuge kommt. Die Sprache ist flüssig und ganz in gewohnter Holenstein-Manier, zuweilen etwas eigenwillig. Besonders aus Tabeas Sicht werden die Vorgänge und Fakten ganz genau hinterfragt. Manche Vorgänge und Gedanken werden dadurch ein wenig auf die Spitze getrieben, was meistens mit feinem Humor begleitet ist. 

    Die Ermittlungen werden natürlich von der Polizei geleitet, doch Tabea lässt sich nicht beirren und mischt munter mit. Wer den Vorgängerband kennt, darf sich wieder auf ihren treuen Basset Bruno freuen, der träge durch die Spuren tappt. Zum Ende wird es noch einmal besonders spannend, da Tabea vom Täter beim Schnüffeln erwischt wird und sie als nächstes Opfer auserkoren wird. 

     

    Dieser Krimi unterhält wunderbar, ist mit einer feinen Spannung durchzogen und besticht durch das unnachahmliche Flair des Lago Maggiores. Herrlich als Urlaubslektüre oder einfach für Daheim! 

     

    ***Herzlichen Dank an den Emons Verlag für dieses Rezensionsexemplar!***


     
  • Holenstein, Alexandra - Das Heinrich-Problem
  • Holenstein, Alexandra - Auszeit bei den Abendrots   
  • Holenstein, Alexandra - Mord am Lago Maggiore
  • Holenstein, Alexandra - Arrivederci am Lago Maggiore  
  • Mittwoch, 29. April 2026

    Mord in der Pension Möwennest - Jess Kidd

    Nostalgisch mit englischem Charme 

    Der Krimi Mord in der Pension Möwennest von Jess Kidd erscheint im Dumont Verlag.

    Nach 30 Jahren beendet Nora Breen ihr Dasein als Nonne im Kloster, denn sie möchte herausfinden, was mit ihrer Freundin Frieda passiert ist. Sie zieht in Gore-on-Sea in die Pension Möwennest, die Adresse aus der sie Friedas letzter Brief erreichte. Dort wohnen mehrere Dauergäste, die alle irgendetwas zu verbergen haben. Über Friedas Verschwinden wird geschwiegen und kurz nach Noras Ankunft wird ein Mensch vergiftet aufgefunden. Das könnte ein Suizid gewesen sein, Nora ist allerdings skeptisch und nimmt die Ermittlungen in die Hand.  


     

     
    Bei diesem Krimi treffen bildhaft beschriebenes Küstenflair und britische Krimi-Nostalgie aufeinander. 
    An der Seite der ehemaligen Nonne Nora streifen wir auf ihren Ermittlungszügen durch die Gegend und erleben Meeresrauschen, kreischende Möwen und die vielen speziellen Figuren, die mit dem Veschwinden ihrer Freundin zu tun haben könnten. Ich wurde unweigerlich in die maritime Atmosphäre hineingezogen und habe versucht, hinter die Kulissen der Verdächtigen zu blicken und ein Motiv zu entdecken. Noras Scharfsinn war natürlich größer als meiner und als empathischer Mensch findet sie zu allen Personen den passsenden Zugang und kommt verschiedenen Details auf die Schliche. Als weitere Todesopfer zu beklagen sind und Nora merkt, dass Inspektor Rideout eher nachlässig ermittelt, macht sie sich in Eigeninitiative auf die Suche. Sie bilden ein gegensätzliches Paar, die sich ein Kräftemessen bieten. Am Ende gewinnt die Cleverness von Nora, doch das nimmt ihr der Inspektor nicht übel.  

    Jess Kidd hat eine wunderbare Erzählweise, die das Flair des Settings fühlbar einfängt und die Figuren zum Leben erweckt. Für mich machen die skurrilen Charaktere den Reiz der Handlung aus, die sich ganz wunderbar in die gezeigte Atmosphäre des Settings einfügen.  

    Ein wenig nostalgisch mit englischem Charme hat mich dieses Buch gefesselt und gut unterhalten!  
       
     
    ***Herzlichen Dank an den Dumont Verlag für dieses Rezensionsexemplar!***
     


     

    Freitag, 6. März 2026

    Commissario Gaetano und das letzte Abendmahl - Fabio Nola


    Der Tote an Karfreitag

     
    Bei dtv erscheint Fabio Nolas Krimi Commissario Gaetano und das letzte Abendmahl, der zweite Teil seiner Reihe "Gaetano ermittelt".
     
    In der Osterwoche finden in Neapel viele Prozessionen statt, daran nehmen die Neapolitaner zahlreich statt. Sie feiern ausgelassennicht und füllen die Straßen und Fischrestaurants. Commissario Gaetano genießt die Feiertage lieber auf dem Weingut seines Vaters im kampanischen Hinterland, wo auch sein pflegebedürftiger Bruder Aniello und seine Nichte Carla mit ihrem Mann Michele anwesend sind. Gaetanos Auszeit endet schon am Karfreitag als Gaetanos Urlaubsvertretung Beppa Bellucci ihm einen Leichenfund im Hafenbecken meldet und ihn um Mithilfe bei den Ermittlungen bittet. Mitten im Ostertrubel tauchen beide in die quirlige Statt ein, wo alte Traditionen sich gegen die Moderne behaupten wollen. 
     

     
     
    Nach dem ersten Band der Reihe war ich besonders gespannt auf den neuen Fall Gaetanos und wurde nicht enttäuscht. Für alle Neueinsteiger, der Krimi lässt sich eigenständig und ohne Vorkenntnisse lesen.  

    Der Tote heißt Paolo Marchesi, ob er durch Fremdverschulden oder einen Unfall zu Tode kam, muss erst noch geklärt werden. Die junge Beppa Bellucci benötigt Gaetanos Hilfe, sie ist ein pfiffiger Kopf, scheitert aber am Chauvinismus der Neapolitaner und wird von Kollegen in ihrer Arbeit behindert. Marchesi arbeitet in einem Betrieb, der Algenpräparate herstellt und an die Börse strebt. Nähere Informationen über den Toten bekommen die Ermittler von Paolos Tochter Franca, die ihnen auch von Paolos schwangerer Geliebten Ilaira Dubbio erzählt. Der Fall führt in unterschiedliche Bereiche und bringt viele Rätsel und Tatverdächtige mit sich. Das Miträtseln wird auf eine schwierige Stufe gestellt und ich habe den Ermittlern interessiert über die Schulter geschaut. 

    Die Ermittlungen werden aufgelockert durch das Privatleben Gaetanos und wir erfahren auch die Sorgen seiner Familie. Damit erleben wir die italienische Kultur, die Traditionen zu Ostern und auch das Kulinarische dieser Gegend. Ich habe mich durch die verschiedenen neapolitanischen Begriffe und Namen wie in Italien gefühlt und besonders beim Essen sofort Appetit bekommen und in Urlaubserinnerungen geschwelgt. Sprachlich fremde Ausdrücke werden im Glossar übersetzt und so hat man keine Schwierigkeiten mit der Sprache.  

    Der Kriminalfall ist knifflig und enthält einige Spuren, die sich im Handlungsverlauf immer mehr verdichten. Die Spannung verläuft auf einem niedrigen Level, dafür taucht man sehr authentisch ins trubelige Neapel ein und erlebt mittendrin die Osterfeiertage. Zum Ende hin zieht die Spannung des Krimis dann noch einmal deutlich an und die Auflösung hat mich sehr überrascht.

     
    Einfach nur toll geschrieben! Ein raffiniert gestrickter Fall, lebendige Ermittler und viel italienisches Flair!
     
    ***Herzlichen Dank an den dtv für dieses Rezensionsexemplar!*** 
     

    Sonntag, 14. Dezember 2025

    Die Frau, der Ruhm und der Tod - Christine Grän/ Marianne von Waldenfels

    Spannender Krimi trifft Gesellschaftsroman

     
    Im Droemer Verlag erscheint der Kriminalroman "Die Frau, der Ruhm und der Tod" von Christine Grän und Marianne von Waldenfels.
     

    Hauptkommissarin Clara Frings baut die Abteilung "Gewalt gegen Frauen" auf und hat ihren erster Fall als der Schlagerstar "Mona Lisa" vor laufenden Kameras in der Talkshow von Claras bester Freundin Elfi Mayer stirbt. So friedlich die Schlagerbranche auch den Hörern erscheint, dahinter steckt Geldgier und der harte Kampf um den Verkauf von Platten. Die Sängerinnen sind oft nur Mittel zum Zweck. 

    Während Clara ihre Polizeiarbeit erledigt, ist ihr Freund Heinz in der Fluchthelfer-Szene aktiv und bringt sich damit in Gefahr.   


     

     
    "Harte Währung kann Mauern überwinden - ein verbindender west- und ostdeutscher Spruch. Damit können Strafvollzugsbeamte oder ihre Familienmitglieder geschmiert werden." Zitat S. 249  
     
    Clara Frings ermittelt in einem dunklen Sumpf von Einflussnahme in der Schlager-Welt, Spionage und den politischen Verwicklungen der damaligen Zeit zwischen Ost und West. Die Handlung lässt uns diese Zeit nachträglich Revue passieren und die gesellschaftlichen Probleme sichtbar werden. 
     
    Das Besondere an diesem Krimi ist die gelungene Mischung aus Kriminalfall und gut geschilderten historischen und gesellschaftlichen Elementen, die die Zeit zwischen 1975 und 1976 authentisch abbilden und mir diese Ära wieder bewusst werden lassen. Eine turbulente Zeit, in der Feministinnen sich für ihre Rechte einsetzen, während Anschläge der RAF Deutschland erschüttern, Spione ihr Unwesen treiben, Fluchthelfer die Menschen aus dem Osten in den Westen schleusen und im Libanon ein Bürgerkrieg tobt. 
     
    Die historischen Fakten werden im Anhang noch einmal chronologisch zusammen gefasst und sind von ihrer Brisanz her besser gebündelt als so manches Geschichtsbuch das kann.
     
     
    Der Erzählstil ist klar, anschaulich und flüssig und lässt mit den historischen Fakten jede Menge Zeitgeist einfließen und damit die Zeit lebendig werden. Die Autorinnen schaffen es, die Menschen und ihre Schicksale in den Vordergrund zu stellen und ihre Beweggründe für ihr Handeln sichtbar zu machen. 
     
    Ich habe mit den Figuren mitgefiebert, die männliche Großspurigkeit einiger Personen verachtet und mich in die Lösung der Mordfälle vertieft. Hier gibt es einige Verdächtige und die besonderen Verknüpfungen der Morde sind nicht so offensichtlich, dass es mir gelungen ist, die Zusammenhänge selbst zu lösen. Doch das tat meinem Interesse an dem Krimi keinen Abbruch, die Hintergründe legen halt viele Spuren, die zu einem intelligent gestrickten Krimi gehören. 
    Ich bin begeistert und froh, dieses Buch gelesen zu haben. Nur der Titel hatte für mich nicht die Zugkraft, die dieser Krimi verdient hätte.      
     
      
    Ein intelligent und dennoch unterhaltsam geschriebener Krimi, der es mit Spannung, berührenden menschlichen Schicksalen und einer gehörigen Portion Zeitgeist schafft, die Leser zu fesseln. Meine volle Empfehlung für diesen Krimi! 
      
     
    ***Meinen herzlichen Dank für dieses Rezensionsexemplar an den Droemer Verlag und an Ehrlich&Anders!***
     

     

    Dienstag, 4. November 2025

    Halali - Ingrid Noll

    Wenn der Jäger zum Gejagten wird! 

     
    Im Diogenes Verlag erschien im Jahr 2017 Ingrid Nolls Roman Halali.  
     
    Die 80-jährige Holda erzählt ihrer Enkelin Laura eine Geschichte aus der Nachkriegszeit als sie Stenotypistin im Bonner Innenministerium in Bonn war. Darin geht es um das Alltagsleben als Untermieterin, um Wünsche junger Frauen, um die Liebe und um Geheimnisse, die Spannung in das graue Alltags-Leben bringen.
     

     
     
    "Das Alter ist eine unerhörte Kränkung... Die Augen schwächeln, die Gelenke knacken und knirschen, die Ohren wollen nicht mehr zuhören...die Vergesslichkeit nimmt zu. Am übelsten wird der armen Haut mitgespielt." Zitat S. 80
     

    Die schwarz-humorigen Geschichten von Ingrid Noll drehen sich häufig um Frauen, die auf scheinbar harmlose Weise für den Tod ihrer männlichen Mitmenschen verantwortlich sind. Ich hoffe, ich verrate nicht zu viel, wenn ich behaupte, dass das in dieser Geschichte mehr aus spontaner Aggression heraus geschieht. 

    Die 80-jährige Holda erzählt ihrer Enkelin Laura eine Geschichte, die in den Gründungstagen der Bundesrepublik spielt. Damals war Holda Stenotypistin im Innenministerium und wie sich heraus stellt, hat sie mehr erlebt, als ihre Enkelin je vermutet hätte. Holda erzählt recht flott und spannt mit ihrer unglaublichen Story nicht nur die Enkelin auf die Folter, sondern auch mich als Leserin. Neben kriminellen Handlungen wird der Zeitgeist der 50er Jahre lebendig und die politische Ebene des kalten Krieges spielt ebenfalls eine Rolle. 

    Auch in diesem Buch hält Ingrid Noll eine abwechslungsreiche Geschichte parat, in der die böse Seite der Figuren zum Zuge kommt, in diesem Fall sind das Holda und Karin. Beide arbeiten im Innenministerium,  wohnen in möblierten Zimmern und suchen den Mann ihrer Träume, Karin träumt von einer Ehe als Diplomatengattin. Beide stoßen auf ein brisantes Geheimnis, das sie mit ihrem Vorgesetzten Burkhard Jäger in Verbindung bringen. Neugierig und unerschrocken verfolgen sie Jäger und verwickeln sich damit selbst in einen brisanten Spionagefall, der bis ins Ministerium reicht. 

    Holdas Erzählung habe ich gespannt mitverfolgt, erkannte die damaligen Moralvorstellungen aus Erzählungen meiner Eltern wieder und mochte Holdas Blick auf die heutige Zeit, die sie durch ihre Enkelin täglich vor Augen hat. 

    Die Lektüre entwickelt sich zu einem Rückblick in die Gesellschaft der 50er Jahre und lässt sich durch den Spionagefall kurzweilig lesen. Amüsanter und fesselnder Einblick in die Sitten der 50er Jahren!

     

    Montag, 8. September 2025

    Mumien morden mittwochs nie - Tatjana Kruse

    Bizarre Krimödie mit Mumien-Fluch

    Im Haymon Verlag erscheint Tatjana Kruses neue Krimödie "Mumien morden mittwochs nie". 

    Polly, also eigentlich Doktor Apollonia Obermoser, schwebt im siebten Archäologie-Himmel, denn endlich startet die Pressekonferenz der Museumsausstellung zu Artefakten aus dem Alten Ägypten. Auch Pollys selbst entdecktes Fundstück aus der siebten Dynastie unter Pharao Teti III. ist dabei und sie ist gespannt auf das Publikumsinteresse. Doch ihre Vorfreude wird getrübt, denn der Museumsdirektor veranstaltet eine reißerische Show um den Fluch einer Mumie. Als schliesslich ein Museumsmitarbeiter auf schlimme Weise ums Leben kommt, ist das Chaos vorprogrammiert und der Fluch der Mumie ist in aller Munde!  


     

    "Der Fluch der Mumie!", raunte Daphne, fast genüsslich. "Wie haben seine Ruhe gestört. Wir werden alle sterben." Zitat S. 140 

    Es ist sehr erschreckend, wie Museumsmitarbeiter Herr Morgenschön zu Tode kommt. War da Materialermüdung im Spiel oder hat der Fluch der mysteriösen Mumie aus dem Alten Ägypten zugeschlagen? Polly geht der Sache nach und erlebt noch viele weitere böse Überraschungen, mehr als ihr lieb sind!  

    Ich mag die skurille Handlung und den schwarzen Humor von Tatjana Kruse und musste bei ihren außergewöhnlichen Begrifflichkeiten und schwarz-humorigen Szenen häufig lachen. Dabei gibt es noch weitere bedauernswerte Opfer zu bedauern, die dem Fluch der Mumie erlegen sind. Wer hat da wirklich gemordet? Nach einem Hackerangriff befinden sich die "Insassen" im Museum sozusagen im Lockdown-Modus und Polly geht den Spuren der bösen Taten nach. Obwohl Daphne Gamser, Tochter der Museumseignerin, ständig behauptet, dass die Mumie der Täter ist, ist Polly anderer Meinung und muss sich ausgerechnet mit Daphne in die Ermittlungen stürzen. Doch beide wachsen zu einem gut funktionierenden Team zusammen.  

    Tatjana Kruse hat dieses Mal tief in die bizarre Trickkiste gegriffen und durchzieht die Geschichte mit Mumien-Fluch und Gräueltaten der vielen Morde mit einen Hauch von düsterem Schrecken. Doch die vielen Gags lassen das Ganze ohne Angst lesen und es ist spannend, hinter diesem vielen Fluch-Firlefanz ein mögliches Motiv und einen Täter zu suchen. 

    Wenn ihr wissen wollt, was Bob Marley und eine Gummientenmumie im Buch zu suchen haben, dann lest diese Krimödie von Tatjana Kruse.   

    Ein (nicht) ganz ernst zu nehmender blutiger Horror-Fluch-Krimi, der durch die gruseligen Szenen gut zu Halloween passt und mit skurrilem Humor aufwartet.  

    Bizarre Krimödie mit Mumien-Fluch, vielen Leichen und skurrilem Humor!  

     

    ***Herzlichen Dank an den Haymon Verlag für dieses Rezensionsexemplar!***


     

    Donnerstag, 21. August 2025

    Das Teufelshorn - Anna Nicholas

    Ein guter Urlaubskrimi mit Mallorca-Flair und einer tollen Ermittlerin  

    Bei Diogenes erscheint der Mallorca-Krimi "Das Teufelshorn", es ist der erste Fall für Isabel Flores von Autorin Anna Nicholas.   

    Isabel Flores setzte ihren scharfen Verstand früher bei der Polizei ein und war erfolgreiche Ermittlerin, doch nun hat sie den Dienst quittiert und betreibt eine Ferienwohnungsagentur auf Mallorca. Als ein kleines Mädchen spurlos am Strand verschwindet, bittet sie ihr alter Freund Hauptkommissar Tolo Cabot um Mithilfe. Dazu ist Isabel schnell bereit und schon bald gesellt sich ein weiterer Fall hinzu, als ein älterer Mann brutal ermordet wird. 


     

    Dieser Krimi zeigt uns das Leben auf Mallorca abseits der großen Touristenpfade und lässt dennoch stimmungsvolles Urlaubsflair einfließen. 

    Der lebendige und detaillierte Erzählstil lässt sich gut lesen und die sympathische Isabel sowie ihre Ermittlungen haben mich schnell gefesselt. Sie ist eine liebenswürdige Person, denn sie kümmert sich um andere Menschen, sie redet mit ihrem Auto Pequeñito und hat ein zahmes Frettchen, mit dem sie jeden Morgen im Meer schwimmt. Es gibt nachvollziehbare Gründe, warum sie ihren Job aufgegeben hat, ihr vor Jahren verschwundener Onkel ist einer der Gründe. Um diese Figur ranken sich noch ungeklärte Geheimnisse, die sicherlich in einem Folgeband eine Rolle spielen.

    Die Entführung der kleinen Miranda fordert Isabels speziellem Spürsinn einiges ab. Sie kennt viele Leute auf der Insel und hört auf ihr Bauchgefühl, der Fall entwickelt sich dank einiger unerwarteter Wendungen zu einer spannenden Angelegenheit, wobei Isabel sogar in Gefahr gerät, den Fall aber am Ende aufklärt. 

    Der zweite Fall um den toten Mann aus Kolumbien läuft parallel und verweist auf den Titel, denn das Teufelshorn spielt in diesem Fall eine entscheidende Rolle. Es ist eine Grotte im Meer, die von Drogendealern als Umschlagplatz auserkoren wurde. Auch dieser Fall ist recht raffiniert konstruiert und sorgt für einige Ungereimtheiten, die Isabel auflösen kann. 

    Die Spannung verläuft im mittleren Level, dafür nehmen mich die vielen Eindrücke vom Strand, von leckeren Speisen und passenden Getränken gefangen und gaukeln mir angenehme Urlaubsgefühle vor. Ich freue mich auf weitere Fälle mit Isabel Flores, Pep und Tolo. 

    Dieser Krimi punktet mit seiner sympathischen Ermittlerin, zeigt mallorquinisches Flair und liest sich wie eine Urlaubslektüre. 
     
    ***Herzlichen Dank für dieses Rezensionsexemplar an den Diogenes Verlag!*** 
     

     

    Freitag, 8. August 2025

    A Serial Killer’s Guide to Marriage - Asia Mackay

    Serienmörder in Zivil 

     
    "A Serial Killer's Guide to Marriage" ist der Debütroman von Asia Mackay, das Buch erscheint im Dumont Verlag
     
    Die Künstlerin Haze und der Banker Fox sind seit mehreren Jahren ein Liebespaar und gleichzeitig ein mörderisches Paar! Sie lieben Luxus, Ausgehen und Reisen, waren schon an den angesagtesten Orten der Welt und haben ein ungewöhnliches Hobby, das Morden von gewalttätigen Männern als Serienmörder. Das Gefühl solche Männer zur Strecke gebracht zu haben, erfüllt sie mit großer innerer Genugtuung. Als sie ein Kind bekommen, wollen sie die Verbrechen von ihrer Tochter Bibi fernhalten und leben ein spießiges Vorstadt-Familienleben. Fox wird ein liebender Vater und auch Haze liebt ihren Mann und ihre Tochter, doch sie ist deprimiert, durch den Verzicht auf ihr mörderisches Hobby leidet die Leidenschaft und ihre Ehe. Als sich ihr eine Gelegenheit bietet, nimmt sie ihr Messer und... Damit hat sie ein Versprechen gebrochen und muss ihr Geheimnis vor Fox und vor der Polizei verbergen.
     

      
     
    Bei diesem Buch musste ich mich erst an die skurrile und unwirkliche Geschichte gewöhnen, doch ich war neugierig, wie Haze ihre Verbrechen vor ihrem Mann und ihrer Freundin Jenny vertuschen kann. 
    Erzählt wird die Geschichte wechselseitig aus der Perspektive von Haze und Fox, beide lassen uns an ihrem bewegten Leben teilhaben und berichten von ihren Erlebnissen. Dadurch lernt man die Figuren besser kennen und weiß, wie sie ticken. Beide Ehepartner haben voreinander Geheimnisse und es macht Spaß zu sehen, wie sie das verheimlichen wollen, das sorgt für zusätzlichen Spannungseffekt. 
     
    Der Erzählstil ist durch die vielen Dialoge sehr lebendig gehalten, trotzdem wurde ich damit nicht sonderlich warm und die Story hat auch einige Längen. Aber die speziellen Charaktere und die immer spannender werdende Handlung konnte mich dann doch begeistern.   
    Man fragt sich, wie kann ein solches Paar von einem Jetset-Leben in ein stinknormales Leben wechseln? Die Antwort findet man in der Geschichte, sie können irgendwie nicht aus ihrer alten Haut! 
    Ich mochte Haze und Fox als Paar und der trockene Humor von Haze hat mir gut gefallen. Das gezeigte Familienleben mit Spielplatzbesuch, musikalischer Früherziehung und die tolle Nebenfigur der Kinderfrau hat die Geschichte unterhaltsam aufgelockert. Eins muss ich noch anmerken, was mich zunehmend gestört hat: Haze hat ein Alkoholproblem und ich frage mich, warum mir dieses Problem häufig in englischen Büchern begegnet. 
     
    Dieses Buch ist für mich weniger ein Krimi als eine Posse über Verbrecher! 
    Es zeigt ein ziemlich abgedrehtes Paar zwischen Mordlust und Familiensinn und die skurrile Handlung sorgt mal für Abwechslung im Bereich der üblichen Krimis. Meine Bewertung sind 3,5 Sterne, die ich gerne aufrunde!     
     
     
    ***Herzlichen Dank an den Dumont Verlag für dieses Rezensionsexemplar!***
     

     

    Montag, 4. August 2025

    Mörderisch verstrickt - Susanne Oswald

    Charmanter Wohlfühlroman mit Krimielementen! 
     
    Mörderisch verstrickt ist der erste Band der Reihe "Ein Strickclub ermittelt" von Susanne Oswald, der bei Harper Collins erscheint.  
      
     
    Mette betreibt in Lüttjekoog an der Nordseeküste ein kleines Wollgeschäft, wo sich regelmäßig der Strickclub zum Handarbeiten und Klönen trifft. Mettes Motto ist ganz klar: Zusammen strickt man weniger allein! Zum Club gehören neben Mette und Hund Ginger die Friseurin Brundhilde, Pfarrerin Anne und Bootsverleiher Gustavsen. Sie verstehen sich richtig gut, es wird viel gelacht und wenn es mal Probleme gibt unterstützen sie sich gegenseitig. 
    Der neueste Klatsch dreht sich um Annes Fundstück aus dem Watt, eine goldene Statue, die laut Anne aus dem sagenhaften Schatz Rungholt stammen könnte. Kurz darauf wird Anne überfallen und der Schatz geklaut und es geschieht sogar ein Mord. Nun muss der Strickclub ermitteln! 
     

     
     
    Die Geschichte liest sich wunderbar stimmig, denn sie strahlt eine gemütliche Wohlfühlatmosphäre aus mit Strickabenden am Kamin mit Kaffee und idyllischen Picknicks am Strand. Wer wäre da nicht gern dabei, gedanklich bin ich schnell in die jeweilige Szenerie eingetaucht und  habe es genossen und mich mit den Figuren angefreundet. Die sympathischen Charaktere habe ich schnell ins Herz geschlossen und ihre Spurensuche interessiert begleitet. Ich muss aber auch anmerken, das der Krimianteil recht kurz geraten ist. Wer einen Wohlfühlroman sucht, bei dem Strickleidenschaft und gegenseitige Unterstützung im Lebensalltag im Vordergrund stehen, ist hier genau richtig. Man kann sich gedanklich gut in die kleine Gemeinschaft einfühlen, Annes Kinder und weitere Nebenfiguren vervollständigen die Gruppe perfekt und am Ende wird natürlich der Mord aufgeklärt.  
     
    An Mette hat mir ihre Leidenschaft für das Stricken gefallen, dabei kann sie wunderbar abschalten, aber auch gut nachdenken. Und so übernimmt sie gemeinsam mit ihrem Strickclub die Aufklärung im Mordfall. Pfarrerin Anne ist geschieden, eine toughe Frau, die sich neben ihren beiden Kindern auch rührend um ihre Gemeindemitgliedern sorgt. Aber auch Brunhilde und Gustavsen sind aus der Viererrunde nicht wegzudenken und sind immer zur Stelle, wenn sie gebraucht werden. 
     
    Ein toller Wohlfühlroman mit Krimianteil für entspannte Lesezeit, für laue Sommerabende, aber auch im Herbst, wenn wärmende Strickprojekte anstehen. 
         
     
    ***Herzlichen Dank an Harper Collins für das Rezensionsexemplar!***
     

     

    Dienstag, 29. Juli 2025

    Schlossteichleich - Veronika A. Grager

    Unterhaltsamer Lokalkrimi mit wenig Spannung

     
    Schlossteichleich ist der dritte Band der Reihe um Dorli und Lupo Schatz von Veronika A. Grager aus dem Emons Verlag.  
     

    Livio Moretti, ein prominenter Maler und Bildhauer, wird auf dem Christkindlmarkt ermordet aufgefunden, direkt hinter Mariannes Punschstand. Und weil Marianne der Gemeindesekretärin Dorli eher vertraut als der Polizei, wird Dorli informiert. Sie findet heraus, dass Morettis Lebenspartner verschwunden ist, die Polizei hält das Ganze für eine Beziehungstat. Doch dann wird die Leiche Morettis unter dem Eis des zugefrorenen Hernsteiner Schlossteichs entdeckt. Dorli ist Hobby-Ermittlerin und sie sorgt dafür, das ihr Freund der Privatdetektiv Lupo vom Vater des Toten mit Nachforschungen beauftragt wird. Und schon sind beide wieder gemeinsam auf Spurensuche.    


     

    Nachdem mir der vierte Fall "Sauglück" vor acht Jahren sehr gut gefallen hat, habe ich mir diesen Band für meinen Urlaub gekauft. 
     
    Die Themenbreite dreht sich um Verbrechen wie Drogenhandel und russischer Bandenkriminalität und die Autorin zeigt das Gedankengut rund um Fremdenhass auf.  
    Der Aushilfspfarrer der Gemeinde ist ein Afrikaner, der mit seiner Schwester anreist. Das sorgt für viel Gerede und Hetzerei im Dorf. Es hat mich bei diesem Buch sehr gestört, dass der Tod der jungen Frau sehr kurz abgehandelt wird und sich die Geschichte vorrangig um die beiden Ermordeten dreht. Ausserdem verliert sich die Handlung immer wieder in Nebensächlichkeiten, was meinen Lesefluss mehrmals zum Erliegen brachte.  

    Der einfach gehaltene Erzählstil enthält Dialoge in Mundart, das wirkt sehr lebendig und ist mit eingebautem Humor unterhaltsam zu lesen. Von den Dorfbewohnern bleibt für mich leider der Eindruck ihrer Vorurteile und die beiden Toten entpuppen sich auch keineswegs als Unschuldsknaben. 
     
    Das Buch ist für mich eher Unterhaltungslektüre als ein spannender Krimi! Wobei mir der Lokalkolorit und die Protagonisten gut gefallen haben. 
     
     

    Samstag, 5. Juli 2025

    Schöner sterben auf Sylt - Tatjana Kruse

    Ein echtes Lesevergnügen und wieder ein umwerfend gutes Buch der Autorin!

     
    Die Krimödie "Schöner sterben auf Sylt" von Tatjana Kruse erscheint im Insel Verlag.   
     
    Sommer auf Sylt, es zieht ein Sturmtief auf, kein Wetter, um sich am Strand wohlzufühlen! Doch das stört einen gewissen Herrn Garstig nicht. Der Multimillionär mehrerer Entsorgungsfirmen für Sonder- und Gefahrmüll reist nicht zum Sonnenbaden auf die Insel, er möchte sich lieber in seinem Reetdachhaus mit seiner Geliebten vergnügen und Golf spielen. Doch daraus wird nichts! Zunächst behindern Klimakleber die Ankommenden am Sylt-Shuttle und dann findet sich Garstig schneller als gedacht im Wasser wieder. Von dem tosenden Wasser bekommt er aber nicht mehr viel mit!  
     
      


      
    Der gewohnte Humor von Tatjana Kruse sorgt auch dieses Mal wieder für viele amüsante Szenen, weshalb sie von mir inoffiziell den Titel der Krimödien-Queen verliehen bekommt.
    Es ist immer wieder ein Vergnügen, wie sie Mord, Spannung und Unterhaltung mischt und dabei ihren scharfsinnigen Tonfall mit pointierter und humoristischer Art zum Besten gibt. 
     
      
    In "Schöner sterben auf Sylt" ist der Titel Programm und ich habe mich mal wieder wunderbar amüsiert. Die Erzählweise führt locker und lebendig durch die Handlung und Tatjana Kruse stellt ein aktuelles Themen unserer Zeit in den Fokus. Es geht um Umweltsünder, aufgeregte Klima-Aktivisten wirbeln durch die Handlung und es gibt originelle Figuren, die ein wenig überspitzt dargestellt werden, weshalb sie um so besser im Gedächtnis haften bleiben und für abwechslungsreiche Szenen sorgen. 
     
    Gewohnt schwarzhumorig, kriminalistisch gut umgesetzt und es erwischt den reichen, gewissenlosen Umweltbösewicht, der sich als Egomane und notorischer Fremdgänger erweist! Passt...! Da bleibt das Mitleid auf der Strecke, der Mord muss aber dennoch aufgelöst werden. In diesem Fall übernimmt das die Kripo, zusätzlich auf eigene Faust der sympathische Frederick, der mit seinem ausgefallenen Kleidungsstil schon für Aufsehen sorgt. Er verliebt sich in Mia, die Schwester einer verdächtigen Aktivistin und hat ein besonderes Anliegen, seiner Angebeteten zu imponieren und ihre Schwester von allen Verdächtigungen zu entlasten. Das klappt nicht so perfekt wie gedacht, doch der Eindruck bleibt und das ist es für ihn am Ende, was zählt. 
     
    "Schöner sterben auf Sylt" ist ein herrlich amüsantes Lesevergnügen durch den skurrilen Humor und der gut ausgeklügelte Krimi ist für mich eines der besten Bücher der Autorin!
     
    ***Selbst gekauft, trotzdem herzlichen Dank für diese wunderbare Krimödie!***
     
                                             
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  • Kruse, Tatjana - Bei Zugabe Mord
  • Kruse, Tatjana - Glitzer, Glamour, Wasserleiche
  • Kruse, Tatjana - Jeder Mann ein Treffer
  • Kruse, Tatjana - Kreuzstich, Bienenstich, Herzstich   
  • Kruse, Tatjana - Nadel, Faden, Hackebeil
  • Kruse, Tatjana - Finger, Hut und Teufelsbrut 3
  • Kruse, Tatjana - Der Club der toten Sticker 8 
  • Kruse, Tatjana - Strippen statt sticken 9
  • Kruse, Tatjana - Küss mich, Schatz!
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  • Kruse, Tatjana - Tannenduft mit Todesfolge   
  • Kruse, Tatjana - Zwei Schwestern für ein Halleluja  
  • Kruse, Tatjana - Tagebuch einer Wasserleiche...
  • Kruse, Tatjana - Schöner sterben auf Sylt