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Dienstag, 7. Februar 2023

Magic Agents - In Dublin sind die Feen los! - Anja Wagner

Ein spannender Auftakt mit magischen Abenteuern


Im cbj Verlag erscheint mit "Magic Agents - In Dublin sind die Feen los!" von Anja Wagner der Auftaktband der Agents-Reihe für Kinder ab 10 Jahren.
 
Am Stadtrand von Hamburg lebt die 12-jährige Elia Evander mit ihren Eltern. In dieser normalen Umgebung ahnt niemand, dass sie magische Fähigkeiten besitzt. Kaum hat sie ihre Magentenprüfung mit Bravour bestanden, muss sie zu ihrer ersten geheimnisvollen Mission nach Dublin aufbrechen. Dort wurde ein magisches Artefakt gestohlen! Begleitet wird Elia von ihrem magischen Begleiter, ihrer neuen Witch Watch und ihrem Gastbruder Connor. Kann Elia diese Aufgabe erfüllen?

 

Bei Fantasie-Geschichten bin ich normalerweise gleich raus, aber nicht bei diesem Buch, dass mich mit der Grundidee sehr an Harry Potter erinnert und fabelhaft gut unterhalten hat. 
 
Ein Kind wird Agentin, kann das gut gehen? Aber ja! Mit Mut, Zuversicht und der Hilfe ihrer treuen Begleiter nimmt die pfiffige und sympathische Elia diesen kniffligen Auftrag in Dublin in Angriff. An ihrer Seite hat sie ihren magischen Begleiter, den Muffel Selmor. Was es mit ihm Besonderes auf sich hat, möchte ich lieber nicht verraten, ich musste über ihn allerdings ein wenig schmunzeln. 
 
Mit zwölf Jahren hat Elia genau das Alter der Lesekinder, die sich beim Lesen gleich mit Elias Person identifizieren und an ihrer Seite viele magische Abenteuer bestehen können. Es geht mit viel Fantasie und kreativen Fabelwesen hinein in eine abwechslungsreiche Story, die mit Rätseln und speziellen Sagengestalten für Spannung sorgt. Anja Wagner hat beim Schreiben ihrer Fantasie freien Lauf gelassen und ausgefallene Figuren entwickelt, die auch durch die Sagenwelt Irlands inspiriert wurden. Das passt wunderbar zum Schauplatz Dublin, wo sich die Agentengeschichte immer wieder mit gefährlichen Erlebnissen und humorvollen Szenen zu einer großartigen Leseunterhaltung entwickelt.  

Die Schriftgröße ist nicht zu klein, die Kapitel haben eine gute Länge und die Figuren und ihre speziellen Fähigkeiten der magischen Welt werden verständlich näher gebracht. Durch einzelne Auszüge aus Lehrbüchern der Akademie erfährt man, wofür es magische Begleiter gibt, was eine interaktive, magische Stadtplan-App kann und was man über Feen oder Vampire wissen muss.

 
Eine gelungene abenteuerliche Unterhaltung mit einem guten Mix aus Spannung, Magie, Abenteuer, Freundschaft und Humor!
  
***Herzlichen Dank an Bücher.de für dieses Buchflüsterer-Leseexemplar!*** 
 
 

 

Dienstag, 6. Dezember 2022

Night - Nacht der Angst - Riley Sager

Fesselnd geschrieben, aber auch sehr verwirrend 
 
Der Thriller "NIGHT Nacht der Angst" von Riley Sager erscheint bei DTV.  

November 1991: Der Campuskiller hat zugeschlagen, die Studentin Maddy wurde brutal ermordet. Ihre Mitbewohnerin Charly ist geschockt und fühlt sich im Campus nicht mehr wohl. Sie will einfach nur weg vom Tatort und sucht eine Mitfahrgelegenheit, durch die sie Josh kennenlernt. Während der gemeinsamen Fahrt verhält sich Josh merkwürdig und so kommt Charlie der Verdacht, dass er womöglich der Killer sein könnte. Doch was soll sie jetzt tun, sie ist ihm ausgeliefert. 


 

Dieser Thriller ist wie ein Drehbuch geschrieben, die Protagonistin Charly ist filmbegeistert und man hat das Gefühl, hier einen Film über ein Road Movie ablaufen zu sehen.

Die Ausgangslage mit einem fremden Mann im Auto lässt beim Lesen Ängste entstehen und ich habe mit Charlie mitgefiebert, ob es Josh auch auf sie abgesehen hat und die Mitfahrgelegenheit nur eine Finte war. Doch schon bald sorgen unerwartete Wendungen und auftauchende Personen dafür, dass mich das Buch gepackt, aber auch verwirrt hat.   

Ich habe mich mehrfach gefragt, ob das alles überhaupt in einer einzigen Nacht geschehen sein kann und ob dort in Charly Gedanken nicht irgendein Film abläuft. Denn die vielen Vorgänge und Ereignisse sind für eine Nacht doch recht umfangreich. Lange Zeit war ich nicht sicher, wie alles zusammenhängt, was nun wirklich passiert ist und wie Charlie darin verstrickt ist. Generell unschuldig kam sie mir nicht vor. Einige Vorgänge konnte ich nicht richtig einordnen. Doch dann nahm die Geschichte Fahrt auf und es geschehen unvorhergesehene Dinge, die alles bisher Geglaubte auf den Kopf stellen.  

Die Charaktere kann man in Bezug auf gut und böse nur schlecht einschätzen, alle könnten kranke Psychosen haben oder einfach nur in einem falschen Licht gezeigt werden. Charly vertraut sich einem fremden Mann als Mitfahrerin an, als gerade zuvor ihre Freundin ermordet wurde. Das finde ich unglaubwürdig und ihr Freund Robbie ist ihr auch keine Stütze.

Zwischendrin werden immer mal wieder Filmfiguren und Filmtitel in den Gesprächen erwähnt, die ich zum größten Teil nicht gut genug kenne, ums sie richtig einordnen zu können. Das hat mich gestört, denn darüber hätte man auch einiges über die Vorgänge und Personen erfahren können. 

Wendungsreicher Thriller, der mir zu undurchsichtig wurde, aber am Ende logisch aufgeklärt wird. Auch wenn mich einzelne fesselnde Szenen gepackt haben, hat es mich leider nicht in Gänze überzeugen können. Thriller-Leser:innen werden es sicher mehr feiern als ich. 

 

***Herzlichen Dank an Bücher.de für dieses Buchflüsterer-Rezensionsexemplar!***

 



Mittwoch, 3. August 2022

NIU - Kathrin Werner

Feinfühlig erzählter Debüt-Roman, der mit einer mysteriösen Figur Rätsel aufgibt

 
Mysteriöse Niu blieb mir ein Rätsel
 
Im Atlantik Verlag erscheint mit "Niu" das Debüt von Kathrin Werner.
 
Carmen und Thomas haben sich auseinander gelebt, sie wagen einen Neustart und ziehen nach New York. Ihre Beziehung soll sich dort neu entfalten und wieder einen tieferen Sinn bekommen. Wie zufällig lernen beide Niu kennen, die ihnen immer wieder über den Weg läuft und beide verfallen ihrem Einfluß. Ihr gemeinsames Leben als Paar wird immer mehr zur Nebenkulisse, denn ihre Gedanken kreisen ständig um Niu. 
 

 
Nach ihrem Neuanfang in New York leben Carmen und Thomas nach altem Schema weiter, sie reden nicht miteinander, sie machen ihre Sehnsüchte und Probleme mit sich selbst ab und distanzieren sich immer mehr voneinander. Als Niu in ihr Leben tritt, drehen sich ihre jeweiligen Gedanken nur noch um sie und beide verlieben sich und wissen nicht, dass ihr Partner Niu ebenfalls kennt. Damit gewinnt die Geschichte für mich an Spannung und Brisanz, denn ich wollte wissen, wieso Niu ihnen in einer riesigen Metropole wie New York ständig begegnet.
 
Kathrin Werner erzählt feinfühlig und sehr nah an den Personen von ihrer Beziehung. Der Erzählstil ist bildhaft und flüssig und führt mit situationsbeschreibenden Szenen durch die gesamte Handlung. Die Autorin führt uns das Leben New Yorks vor, wir erleben U-Bahn, Coffee Shops und die Brooklyn Bridge und tauchen in das typische schnelllebige Flair der Großstadt New Yorks ein.
Kathrin Werner zeigt die Gefühlswelt des Paares auf, wir erfahren ihre Sorgen, Hoffnungen und ihre Wünsche und merken, wie sich das Paar immer weiter voneinander entfernt. Als sie Niu kennenlernen, scheinen beide neue Wege einschlagen zu wollen, es bleibt aber undurchsichtig, was Nius Rolle oder Absicht ist und ob ihr Einfluß gut oder schlecht ist. Sie wirkt auf mich recht blass und es umgibt sie eine rätselhafte Aura, ihre Person wird erst im Laufe der Handlung etwas mehr definiert, aber sie bleibt für mich ein großes Fragezeichen, das leider auch nach Beendung des Buches nicht vollständig aufgelöst wird. Diese Art von mysteriösen Figuren mag ich leider gar nicht, ich wünsche mir Realität und Klarheit und keine Geisterwelt, die hier auch nicht zum Rest der lebensnahen Geschichte passt.

Ich habe mich dem Paar nach und nach angenähert, habe ihre sprachlose Art des täglichen Umgangs miteinander gefühlt und erlebt und hätte ihnen diese Isolation voneinander gerne ausgeredet. Sympathisch wurden sie mir nicht, aber die Darstellung der Beziehungskrise wirkt sehr authentisch und man erfährt die Nöte der einzelnen Partner, körperlich wie psychisch, die in jedem nachwirkt.  
Niu scheint die Rolle der lenkenden Figur einzunehmen und ich war sehr gespannt, wann beide Partner von dem Doppelleben des Anderen erfahren und wie sie reagieren. Doch dann gibt es in der Geschichte einen Cut, als die Mutter von Thomas nach New York kommt, auch sie hat Beziehungsprobleme. Von diesem Moment an war ein Bruch zu spüren, die Handlung lief nur noch ab und der Spannungsfaktor fiel ab. Dabei sollte der große Knall der Story erst noch geschehen. Leider konnte das Ende nicht mit dem starken Anfang der Geschichte mithalten.  

Kathrin Werner lässt vor der authentisch gezeigten Kulisse New Yorks ein feinfühlig erzähltes Beziehungsdrama ablaufen, bei der die Selbstverwirklichung, die Liebe und die Familie im Mittelpunkt stehen. Leider konnte mich Nius Figur nicht ganz überzeugen, sie bleibt im Grunde ein rätselhafter Geist.   

***Herzlichen Dank an Bücher.de für dieses Rezensionsexemplar!***




Freitag, 20. Mai 2022

Die hundert Jahre von Lenni und Margot - Marianne Cronin

 
Ein berührendes Buch über Tod und Leben
 
Konnte mich nicht ganz so überzeugen wie erhofft
 
 
Der Roman "Die hundert Jahre von Lenni und Margot" von Marianne Cronin erscheint im Bertelsmann Verlag

Lenni ist siebzehn Jahre alt, unheilbar krank und lernt in einem Glasgower Krankenhaus in einem Kunstprojekt die 83 jährige Margot kennen. Beide stehen vor dem Ende ihres Lebens und sind zusammen 100 Jahre alt. Das möchten sie mit gemalten Bildern festhalten, für jedes Jahr ein Bild. Denn die kostbaren Erinnerungen ihres Lebens sind es wert, sie stecken voller Liebe und Glück, Lachen, Weinen und Leiden. Werden sie ihr Ziel schaffen?
 


Bei diesem Buch taucht man in zwei Lebensgeschichten ein, in denen sich Margot und Lenni im Krankenhaus Einblicke über ihr Leben erzählen. Wechselseitig kommen so traurige und ernste Erinnerungen ans Licht, aber auch zahlreiche schöne und glückliche Momente, die uns die Leben der beiden Frauen näher bringen. 
Die junge Lenni sucht nach einer Antwort auf die Frage, warum sie sterben muss und kommt so auch in die Krankenhauskapelle, wo sie mit dem Pater Arthur einen intensiven Austausch beginnt. Diese Gespräche haben mir sehr gefallen, die Freundschaft zu Margot fand ich dagegen nicht so deutlich herausgearbeitet. Denn es fand kaum ein Austausch über das Erzählte statt. Alles blieb gesagt, ausgesprochen und irgendwie ohne Gegenhall. Da hatte ich eigentlich Nachfragen erwartet oder zumindest ein Wort des Verstehens der anderen Frau.
 
Der Schreibstil wirkt bildhaft und leicht und bringt Tiefe und etwas Humor gut zum Ausdruck. Der Roman lässt einige Emotionen zu und sorgt mit dem nahenden Tod für wichtige Fragen über das Leben. Allerdings muss man sich auf die häufigen Perspektivwechsel einlassen, dann wird man von den Geschichten der beiden Frauen ergriffen. Wie sich hier eine junge und eine alte Frau annähern, ist berührend, es kommt zu aufschlussreichen Gesprächen und es wird manchmal lustig. Doch viel entscheidender sind ihre Erzählungen über ihre gelebten Jahre und Erlebnisse, die für das Leben stehen. Jeder Augenblick zählt, ob gut oder schlecht, es ist das, was das Leben ausmacht und nicht die Länge des Lebens. 
Auch wenn man wegen Lennis Alter ihrem nahenden Tod traurig entgegen sieht, so spürt man, wie sie die Gemeinschaft mit Margot genießt. Und auch Margot fühlt sich Lenni verbunden.
  
Interessant waren für mich die Lebensgeschichten, die sich die Frauen gegenseitig erzählen. Allerdings fand kaum ein Austausch über das Gehörte statt und es uferte auch in viele Einzelheiten aus, die eigentlich Nachfragen zwischen Freunden als selbstverständlich gewesen wären. Deshalb hatte ich das Gefühl einer recht oberflächlichen Freundschaft, die gerade bei wichtigen Themen etwas mehr Aufeinander Eingehen erfordert hätte.

Dieser emotional wirkende Roman steckt voller Höhen und Tiefen des Lebens und das macht das Leben auch aus. Im Leben zählt jeder gelebte Moment. 

 

***Herzlichen Dank an buecher.de für dieses Leseexemplar, das ich als Buchflüsterin erhalten habe!***


 

Sonntag, 27. März 2022

Was es braucht in der Nacht - Laurent Petitmangin

Ausdrucksstark und bewegend geschriebener Roman

Bei DTV erscheint der Roman "Was es braucht in der Nacht" von Laurent Petitmangin.

Nach dreijähriger Krebserkrankung stirbt die Mutter von Fus und Gillou, 10 und 7, und ihr Mann steht mit den Kindern allein da. Jetzt hat er neben seiner Arbeit auch den Haushalt und die Erziehung zu stemmen und muss nebenbei seine Trauer überwinden. Die ersten Jahre sind schwer, aber die Familie spielt gemeinsam Fußball und campt und hält zusammen. Doch mit zunehmendem Alter werden Fus schulische Leistungen schlechter und mit 20 schließt er sich falschen Freunden der rechtsextremen Szene an. Wie kann der Vater ihn von diesen Kreisen wegbringen? Er weiß sich keinen anderen Rat, als zu Schweigen und damit seine Missbilligung auszudrücken. Leider kommt es zu einer Tragödie.

                                   

Auf fast sachlich wirkende Weise und doch packend erzählt Laurent Petitmangin seine Geschichte aus der Perspektive eines Vaters, der gemeinsam mit seinen Söhnen den Verlust seiner Frau erleben muss. Der Vater setzt seine ganze Kraft dafür ein, um sich den Jungen so gut wie möglich zu widmen, er geht mit ihnen gemeinsam zum Fußball und zum Campen. Fus kommt durch Freunde in eine rechtsextreme Gruppe, was für den Vater als Sozialist nur schwer zu ertragen ist. Aber wie soll er sich verhalten? Er möchte seinen Sohn vor diesem Einfluß beschützen und schweigt, weil er auch nicht weiß, wie er nun handeln soll. Aber sein Schweigen sorgt für einen tragischen Verlauf, der in einer Tragödie endet. 

Der Roman geht unter die Haut, denn er zeigt die Hilflosigkeit von Eltern, die ihre Kinder vor schlechtem Umgang und Einfluß schützen wollen und manche Dinge nicht beeinflussen können. So gerät auch Fus in Kreise, die dem rechten Milieu zuzuordnen sind. Der Vater macht sich Vorwürfe, hält aber auch nach Fus Fehltritt an ihm fest, auch wenn er selbst fast daran verzweifelt. Zum Ende der Geschichte sorgt eine spezielle Wendung für eine ergreifende Handlung.

Diese Geschichte geht unter die Haut und zeigt die Sorge von Eltern um ihre Kinder.
 

***Herzlichen Dank an buecher.de für dieses Leseexemplar!***  

 



Donnerstag, 25. November 2021

Thirteen - Steve Cavanagh

Sehr spannend durch den Mix aus Gerichtsverhandlung und Serienkilleraktivität

Der Thriller "Thirteen" von Steve Cavanagh erscheint im Goldmann Verlag.

In Amerika sorgt ein spektakulärer Mordfall für Aufregung. Hollywoodschauspieler Robert »Bobby« Solomon wird des Doppelmordes angeklagt, weil er seine Frau und deren Liebhaber umgebracht haben soll. Bobby bestreitet die Tat vehement. Strafverteidiger Eddie Flynn ist sonst eher für kleine Leute zuständig, aber die Gage ist hoch und er ist von Bobbys Unschuld überzeugt und möchte ihn trotz erdrückender Beweislast verteidigen. Im Laufe der Verhandlung wird Eddie einiges klar, hier sitzt der echte Täter in der Jury. 



Der Thriller startet mit einem fesselnden Prolog, in dem ein brutales Verbrechen begangen wird. Wir lernen den Serienkiller Joshua Kane kennen, einen skrupellosen und böswilligen Mann, der vor Mord nicht zurückschreckt und seine bösen Taten mit größter Voraussicht plant. Ein intelligenter, aber durch und durch schlechter Mensch, der es schafft, zu den Geschworenen in Bobbys Prozeß zu gehören. 

Die zweite Hauptfigur ist der ehemalige Trickbetrüger Eddie Flynn, der als aufgebuffter Strafverteidiger in New York arbeitet und sich für seine Mandanten unheimlich ins Zeug legt. Normalerweise sind das einfache Leute, aber für eine gute Gage und weil er an Robert Solomons Unschuld glaubt, übernimmt er den Fall.  

In diesem Thriller wird man durch den spannenden Wechsel an Befragungen in der Verhandlung fesselnd unterhalten. Die Mitglieder der Geschworenen-Jury werden vorgestellt und wir begleiten Eddie und Joshua Kane bei ihren Erlebnissen und auch mit ihren Gedanken. So ist man betroffen von  Kanes Kindheit, die alles andere als einfach war, sicherlich mit ein Grund für seine böswillige Art. Doch sein Morden geht weiter, er hat kein Mitleid mit den Opfern und sein Handeln ist so brutal, dass man ihm einfach nicht verzeihen kann.

Steve Cavanagh bringt mit der Tatsache, dass sich hier ein Killer in eine Jury einschleust, einen bedrohlichen Akt zustande, bei dem man nur möchte, dass er aufgedeckt wird. Weil man den Täter kennt, ist man gespannt, wie Joshua agiert, um die anderen Geschworenen auf seine Seite zu bekommen. Er möchte Bobby schuldig hinter Gittern sehen. Doch Eddie ist Joshua auf den Fersen und so entsteht ein raffiniertes Kräftespiel zwischen den beiden Hauptfiguren. 

Mir hat die rasante Handlung und die fesselnde Erzählweise gut gefallen. Dieses Buch lebt von seinem Wechsel der Verhandlungsvorgänge und den blutrünstigen Gedanken und Taten Joshuas.

Beide Hauptakteure sind an Intelligenz und Durchhaltevermögen auf eine Art und Weise gleich, doch hier kämpft auch das Gute gegen das Böse. Kann Eddie Joshuas Identität entlarven? 

Dank immer neuen Ermittlungspunkten und Ereignissen bleibt die Handlung auf einem durchgängig hohen Spannungslevel, der tiefe Einblicke in einen Geschworenenprozeß zulässt und zeigt, wie Menschen ihr Urteil über einen Angeklagten abgeben sollen. Die kurzen Kapitel sorgen für einen guten Lesefluß und steigern die Spannung bis zum spektakulären und blutigen Showdown. 

 "Thirteen" ist ein fesselnder und interessant aufgebauter Justizthriller, der den Kampf Gut gegen Böse zum Inhalt hat. 
 

 ***Herzlichen Dank an bücher.de für dieses Rezensionsexemplar als Buchflüsterer!***  

 


Mittwoch, 14. Juli 2021

Wildtriebe - Ute Mank

Drei Generationen zwischen Tradition und Wandel der Wertevorstellung 

Generationskonflikt zeigt die Veränderung der Rolle der Frau auf

"Wildtriebe" ist das Romandebüt von Ute Mank aus dem dtv.

Auf dem Bethcheshof leben drei Frauen-Generationen unter einem Dach: Altbäuerin Lisbeth, Schwiegertochter Marlies und Enkelin Joanna. Damit prallen ganz unterschiedliche Lebens- und Arbeitsvorstellungen aufeinander, die für Uneinigkeit und Zwist sorgen. Denn wer die Nachkriegszeit erlebt hat, stellt ganz andere Regeln an das Leben als jemand, der sich seine Lebenswelt frei aussuchen kann.  



Der Erhalt des Familienhofs ist Großmutter Lisbeths Lebenswerk, sie arbeitet und kämpft darum seit ihre Brüder im Krieg fielen. Und diesen Arbeitseinsatz erwartet sie auch von ihrer Schwiegertochter Marlies, Ehefrau von Sohn Konrad. Aber Marlies ist keine Bauerntochter und will sich nicht in diese Rolle drängen lassen, sie hat andere Lebensvorstellungen. Die Unstimmigkeiten sind vorprogrammiert und mit Enkelin Joanna driften die Lebensvorstellungen noch weiter auseinander.  

Ute Mank nimmt uns mit in eine alte Bauernfamilie und beschreibt Alltagsleben und gepflegte Traditionen im Dorf sehr eindrücklich. Sie lässt uns in die Gedankenwelt Lisbeths und Marlies eintauchen, sodaß man gut mitfühlen kann und ihre jeweiligen Ansichten und Wertevorstellungen versteht. Die gegensätzlichen Lebensgrundsätze sorgen für Unstimmigkeiten und das nagt an der Beziehung der beiden Frauen und macht ihr Zusammenleben nicht gerade harmonisch. Aus der Sicht der Mutter und Großmutter erfährt man einiges über Enkelin Joanna, doch leider nicht aus Joannas persönlichen Sicht. 

Schnell taucht man in die Träume, Sorgen und Lebenswünsche der Frauen ein und erkennt, welche grundlegenden Vorstellungen einen Generationenkonflikt heraufbeschwören. Marlies versucht, so gut es geht auf ihre Schwiegermutter einzugehen, doch sie kann es ihr nicht recht machen. Ihr steht nicht der Sinn nach Kinderkriegen und Haushalt, sie hat eigene Vorstellungen von Freiheit und von dem Wunsch nach einer Arbeit in der Stadt rückt sie nicht ab. Marktwirtschaftliche Veränderungen in der Landwirtschaft erfordern neue Maßnahmen in der Modernisierung des Hofes und Marlies Einkünfte als zusätzliche Einnahmequellen sind eine sichere Bank, doch das sieht Lisbeth ganz anders. Es fällt auf, dass die Männer des Hofes nur selten zu Wort kommen und dadurch auch recht blaß bleiben. Überhaupt scheint in dieser Familie die gemeinsame Kommunikation ein Problem zu sein, es wird geschwiegen, statt Gedanken und Vorschläge auszusprechen und Kompromisse zu finden. Als Joanna beschließt, den Hof zu verlassen um ein Jahr nach Afrika zu gehen, scheint das Familienleben vollends zu scheitern. Vielleicht lässt es die Bewohner auch aus ihren eingefahrenen Vorstellungen aufwachen, denn durch das engere Verhältnis zwischen Joanna und Lisbeth scheint sich am Ende eine Veränderung auf dem Hof anzubahnen. 

Wildtriebe ist ein gut geschriebener Roman, der viele Themen anschneidet. Er verdeutlicht die Generationenunterschiede und zeigt die Veränderungen in der Landwirtschaft auf. Doch an erster Stelle machen die Figuren mit ihren unterschiedlichen Sichtweisen deutlich, wie sich die Rolle der Frau im Laufe der Zeit verändert hat und wie alte Gewohnheiten abgeworfen werden.

 

***Herzlichen Dank an bücher.de für dieses Rezensionsexemplar!***



Freitag, 7. Mai 2021

Sturmvögel - Manuela Golz

Ein echter Lesegenuss! 

Emmy - eine kleine Frau ganz groß!

Der Familienroman »Sturmvögel« von Manuela Golz erscheint im Dumont Verlag.   

Emmy wurde 1907 auf einer kleinen Nordseeinsel geboren, das Leben verschlägt sie nach Berlin. Als rüstige 86-Jährige lebt sie allein in ihrer Wohnung, umsorgt von ihrer ältesten Tochter Hilde und ihrem Ziehkind Anni. Bei einem ihrer Besuche fällt Hilde ein vollgeräumter Keller auf, in dem sie einiges entsorgt und dabei alte Akten entdeckt, die sie näher untersuchen will. Ihre Entdeckung bespricht sie mit ihrem Bruder Otto, einem selbständigen, aber mittellosen Trödler. Ihre Schwester Tesss und Anni weihen die beiden noch nicht ein, sie möchten erstmal Klarheit in die Angelegenheit bringen. Was verbirgt sich wohl hinter diesen geheimnisvollen Akten und warum hat Emmy ihre Kinder nie davon in Kenntnis gesetzt? 


Manuela Golz hat einen wunderbar unterhaltenden, aber nicht gerade leichtfüßigen Roman geschrieben, der die Licht- und Schattenseiten aus dem Leben einer ganz besonderen Frau beleuchtet. Der flüssige und sehr gefühlvolle, oftmals auch sehr direkte Erzählstil lässt den Leser in Emmys Leben Einblick nehmen. Das schlichte Leben als Tochter eines Walfängers hat ihr Leben geprägt, Emmy blieb ihr Leben lang einfach und bescheiden. Ihr Lebenslauf ist interessant, ihr hartes Leben verlief mit  Schicksalsschlägen in Kindheitstagen, schrecklichen Kriegserlebnissen und dem Verzicht auf einige Dinge im Leben, die uns heute selbstverständlich erscheinen. Emmys Geschichte wird uns in einem Wechsel zwischen der Gegenwart und ihren jeweiligen Lebensphasen näher gebracht. 

Während Hilde und Otto sich um die Nachforschungen der alten Akten kümmern, sorgen sich Tessa und Anni liebevoll um Emmy. Vor ihrem 87. Geburtstag wünscht sich Emmy einen Besuch bei ihrer alten Freundin und Hebamme Marianne in München, dieser Wunsch wird ihr durch Anni erfüllt. 

Emmy ist eine Frau, die mit ihrer direkten Art und auffallendem Optimismus stets auf dem Boden der Tatsachen steht und in schwierigen Tagen auch gute Freunde gefunden hat, wie die Lebensfreundschaft mit Marianne, die ihr durch die dunkelsten Stunden ihres Lebens geholfen hat. 

An diesem wunderbar fesselnden Roman habe ich mich regelrecht festgelesen, Emmy ist mir ans Herz gewachsen und ich wollte jedes weitere Puzzleteil aus ihrem Leben wissen. Emmy ist eine herzliche, unterschütterliche und starke Frauenfigur, die stets ihre Kinder als Mittelpunkt ihres Dasein angesehen hat. Sie hat mich mit ihrem unerschütterlichen Charakter und ihrem Galgenhumor fasziniert und auch die Beschreibung der familiären, zwischenmenschlichen Beziehungen ist der Autorin unnachahmlich gut gelungen. Jeder Charakter ist liebevoll und klar umschrieben, alle wirken authentisch und lebendig und man glaubt sie alle zu kennen. Genauso bildhaft sind die Beschreibungen der Kindheitsjahre auf der Nordseeinsel oder die schrecklichen Erlebnisse in den Kriegsjahren. Am Ende trifft man auf die Familie beim Notar, wo sie Emmys letzten Wunsch erfahren. Der Kreis des Lebens schliesst sich und trotz des Verlustes dieser Person schliesst man das Buch mit dem erfüllten Gefühl, Emmy auf besondere Weise näher gekommen zu sein.  

Der trockene Humor und die Zufriedenheit Emmys hat mich berührt, ihr scheint es gelungen zu sein, trotz aller Hindernisse und Tiefschläge im Leben, sich einen unerschütterlichen Optimismus bewahrt zu haben. 

»Sturmvögel« ist ein großartiger Roman, den ich sehr empfehlen kann. Diese ergreifende und  zeitbeschreibende Geschichte lässt uns in das letzte Jahrhundert blicken. Durch die lebendigen Charaktere wird es sehr unterhaltsam und dank Emmys Humor auch amüsant zu lesen. Ein echter Lesegenuss! 


***Herzlichen Dank an Bücher.de für dieses Leseexemplar als Buchflüsterin!***

 


 

Mittwoch, 24. März 2021

Die Insel der Wünsche - Anna Jessen

Herzergreifende Geschichte und ein gelungener Auftaktband der Helgoland-Reihe 

"Die Insel der Wünsche - Stürme des Lebens" ist der Auftakt der Helgoland-Trilogie von Anna Jessen aus dem Goldmann Verlag.    

Hamburg 1887: Tine Tiedkens lebt mit ihren 10 Geschwistern und ihren Eltern in ärmlichen Verhältnissen. Nachdem Tines Vater bei einem schrecklichen Unfall sein Bein verloren hat, ist die finanzielle Not groß. Tine verdient etwas als Blumenmädchen dazu, doch das Geld reicht vorn und hinten nicht. Sie trifft einen Helgoländer Hotelier, der in ihr den Wunsch von einem Leben mit einer gutbezahlten Arbeit als Zimmermädchen weckt. Sie nimmt ihr Schicksal in die Hand und wagt ihr Glück auf der Insel.  



Wir begleiten die Protagonistin Tine Tiedkens, wie sie aus ihrer Armut entflieht und sich mutig aus ihrem alten Leben löst den Schritt ins Unbekannte wagt. Auf Helgoland findet sie eine Anstellung als "Mädchen für alles" in einer Pension und damit scheint sie endlich auf dem Glücksweg zu sein, doch auch hier werden einige Steine in den Weg gelegt, die sie erst mühsam und mit viel Fleiß, Freundlichkeit und Stärke überwinden muss. Und es zahlt sich aus, mit viel Willensstärke und Tatkraft wird sie schliesslich Hausdame in einem angesehenen Hotel. Dort verliebt Tine sich in den sympathischen Hotelbesitzer Henry Heesters, das Glück scheint nun endgültig auf ihrer Seite zu sein, aber das Schicksal schlägt erneut grausam zu. 

Bei diesem Roman erlebt man wie Tine vom unerfahrenen Mädchen zu einer starken Frau heranreift. Was sie alles erlebt, berührt mich sehr und ich habe mit ihr gelitten, gehofft und mitgefiebert. Die Geschichte liest sich sehr anrührend, sie entführt uns in die Zeit der unüberwindbaren Unterschiede von Arm und Reich und zeigt gleichzeitig den geschichtlichen Werdegang Helgolands. Als Bade- und Kurort ließen sich die Wohlhabenden damals schon in der Sommerfrische verwöhnen. Die Atmosphäre der Insel und die wechselhafte Geschichte dieser strategisch so wichtigen Insel werden wunderbar eingefangen. Jahrelang kämpften Briten, Dänen und Deutsche um die Vormachtstellung.

Der Erzählstil ist bildhaft beschreibend, sehr detailreich und liest sich angenehm flüssig weg. Viele Szenen werden mir etwas zu ausführlich ausgeschmückt, wodurch aber auch ein umfassendes Bild entsteht, das das Zeitgeschehen gut darstellt.

Die Charaktere sind zahlreich und doch werden sie so liebevoll und eingängig beschrieben, dass man sie gut vor Augen hat. Tine ist die sympathische Heldin, der man von Anfang an nur Gutes gönnt und ihr eine Zukunft in Wohlstand und Glück wünscht. 

Anna Jessen hat mit vielen Wendungen und schicksalshaften Fügungen den Roman interessant gestaltet und so immer wieder überraschende Momente eingebaut, denen man gefesselt folgt. Für mich ist dieser Roman ein sehr ergreifendes Buch, den ich gerne gelesen habe.


"Die Insel der Wünsche" ist ein fesselnder und unterhaltsamer Auftaktband vor der Kulisse Helgolands. 


***Herzlichen Dank an Bücher.de für dieses Leseexmplar!***

 

Mittwoch, 17. Februar 2021

Die vier Gezeiten - Anne Prettin

Eine fesselnde Familiensaga, voller Überraschungen und wunderbar geschrieben

"Die vier Gezeiten" von Anne Prettin erscheint im Lübbe Verlag.

Die Familie Kießling betreibt das Hotel de Tiden auf der Insel Juist, Patriarch Eduard Kießling hat sich viele Jahre als Bürgermeister für die Belange der Insel eingesetzt, nun soll er das Bundesverdienstkreuz erhalten. Zu diesem Ereignis muss auch die Familie dabei sein: Eduards Frau Adda, die drei Töchter, sowie Großmutter Johanne. Als plötzlich Helen aus Neuseeland in die Generalprobe hinein platzt und behauptet, mit den Kießlings verwandt zu sein, bekommt die Familiengeschichte langsam Risse. Es kommen viele Wahrheiten ans Licht, die jahrelang im Verborgenen blieben. 


"Liebe und Tod, mein Mädchen, sind wie Ebbe und Flut... In dem Moment, in dem die Liebe beginnt, wartet auch schon der Tod." Zitat Seite 281

Die Geschichte beginnt 1978 mit einem Tagebucheintrag, der davon erzählt, dass eine Frau ihrem Leben im Watt ein Ende setzen möchte. Dann gibt es einen Zeitsprung und wir befinden uns im Jahr 2008, Adda erzählt von der bevorstehenden Generalprobe der Feier anläßlich der Überreichung des Bundesverdienstkreuzes an ihren Mann Eduard. Er ist keine sympathische Figur, um es mal positiv auszudrücken. Das unerwartete Auftauchen der jungen Helen sorgt für Aufregung in der Familie, zudem sie Adda auch noch sehr ähnlich sieht. Es wird ein Stein ins Rollen gebracht, der die verschiedenen Charaktere der Familie näher beleuchtet und mehr aus ihrem Leben verrät und den Leser damit unweigerlich in einen Lesesog mitnimmt, der wie bei Ebbe und Flut Höhen und Tiefen zeigt in menschlichen Gefühlen wie Zuneigung, Liebe und Verlust.  

Anne Prettin Schreibstil hat mich begeistert, sie schreibt sehr schön, lebendig und bildhaft und dadurch wird das Lesen einfach zu einem Vergnügen. Ihre Charaktere hat sie mit großer Ausdrucksstärke versehen, die Gefühle und Erlebnisse sind so nachfühlbar und vielseitig beschrieben wie im echten Leben. Ich habe alle Figuren direkt beim Lesen vor Augen gehabt und bin tief in die Geschichte mitsamt seinen Geheimnissen und Wendungen eingetaucht. 

Die Inhalte eines Tagebuchs lassen Stück für Stück immer mehr hinter die bröckelnde Fassade der Familie blicken. Dabei werden Abgründe familiärer Autorität und menschliche Dramen entlarvt, die für emotionale Momente sorgen und mich bis zum Ende nicht losgelassen haben. Sehr stimmungsvoll sind auch die Beschreibungen des Meeres mit Strandspaziergängen und der lauernden Gefahr des Watt, wo Priele und Untiefen für Gefahr sorgen.

"Die vier Gezeiten" ist ein wunderbar unterhaltsamer Roman über eine Familie, die mit facettenreichen Charakteren, zu lüftenden Geheimnissen sowie einiges an Spannung aufwarten kann.

 

***Herzlichen Dank an Buecher.de für dieses Reziexemplar!***


Dienstag, 6. Oktober 2020

Verlorenes Vernègues - Cay Rademacher

Hat mich trotz des Wolfsthemas leider nicht gepackt 

Der böse Wolf

"Verlorenes Vernègues" ist der siebte Band der Provence-Krimireihe von Cay Rademacher aus dem Dumont Verlag.
 
Anfang Januar werden Capitaine Roger Blanc und Lieutenant Tonon zu einem rätselhaften Einsatz in eine Geisterstadt gerufen. Vieux Vernègues ist ein mittelalterlicher Ort, dort wurden ein paar Schafe von Wölfen gerissen. Nun steht der Wolf unter Naturschutz, aber die Angst lässt seine Gegner zu den Waffen greifen. Doch nicht nur Wolfsinteressierte sind hier unterwegs, kurz darauf wird ein Toter gefunden.
 
 
Es ist das zweite Buch dieser Reihe für mich und leider muss ich feststellen, diese Reihe liegt mir leider nicht. 

Capitaine Blanc wird zum Protokoll der gerissenen Schafe für die Schadensbegleichung hinzugezogen. Eigentlich ein perfekter Aufhänger für einen Krimi, doch dann folgt auf den darauffolgenden Seiten nur die Einführung neuer Figuren. Die Försterin Madame Hulot engagiert sich für den Schutz der Wölfe, Blancs Exfrau ist Erdbebenforscherin und erfasst die Daten ihrer Messgeräte. Ein ehemaliger Astrophysiker sucht in den Ruinen von Vernègues mit einer Drohne nach Außerirdischen.   

Cay Rademacher hat im Krimi die Themenvielfalt recht weit gefasst, Grundthema sind die Wölfe und die Urängste der Menschen und die Schäden in der Weidehaltung. Weiterhin gibt es einen Alien-Experten, eine Erdbebenforscherin und einen Anhänger der Prophezeiungen von Nostradamus. Als Grundlage passt das aktuelle Wolfsthema und deren Übergriffe auf Weidetiere zum Tagesgeschehen, damit wird die Bühne für Wolfsbefürworter und Gegner freigemacht und die Menschen greifen zu ihren Waffen. Doch dann überfluten die recht skurrilen Personen, ja sogar Nostradamus prophetische Gedichte und mystische Szenen die Handlung und damit wird mir eindeutig zuviel in einen Topf geworfen. Das ist einfach nicht mein Geschmack und in diesem Durcheinander kommt wenig Spannung auf und ich kann nicht gut mitraten. Der zauberhafte Reiz der Provence verschwindet leider im nächtlichen Wald, die Personen blieben mir weitgehend fremd und ich habe mich mit Nostradamus abgemüht, der für jedes Problem den passenden Vierzeiler parat hatte. 
 
Als zur Hälfte des Buches der erste Tote gefunden wird, untersucht Blanc alle Spuren und müht sich sehr, im Interessenklüngel einen Zusammenhang herstellen zu können. Am Ende löst er alle Knoten auf, wenn auch nicht sehr spektakulär. 
Rein sprachlich beweist Cay Rademacher hier sein Können, leider hat mich der Fall inhaltlich nicht abholen können. 

Als Grundlage für einen Krimi ist das Wolfsthema und der Konflikt mit den Menschen gut gewählt, allerdings blieb die Spannung etwas auf der Strecke und Nostradamus wurde in diesem Buch etwas überstrapaziert.
   
***Herzlichen Dank an Buecher.de für dieses Leseexemplar, das mir als Buchflüsterer zuteil wurde.***
 
 
 

Montag, 25. Mai 2020

Eine Liebe in Neapel - Heddi Goodrich


Eine gefühlvoll erzählte Liebesgeschichte vor Neapels Kulisse

"Eine Liebe in Neapel" heißt der Roman von Heddi Goodrich, der im btb Verlag erscheint.
 
Neapel in den 90er-Jahren: Die Amerikanerin Heddi studiert Linguistik in Neapel und wohnt im quirligen Spanischen Viertel. Heddi findet schnell Freunde und bei ihnen die Geborgenheit einer Familie, die sie nie hatte. Sie lernt den Geologiestudenten Pietro kennen und verlieben sich ineinander. Es entsteht eine Liebe, die so intensiv ist, dass sie alle Widerstände überwinden kann.  





Bei diesem Roman wird schnell klar, dass die anfangs romantisch geschilderte Liebesbeziehung zwischen Heddi und Pietro an äußeren Einflüssen und den kulturellen Unterschieden keinen Bestand hat. Doch ihre Seelenverwandtschaft endet nie und so bleiben sie sich stets verbunden. Diese Verbundenheit wird dem Leser durch wiederkehrend eingebaute E-Mails der Liebenden mit vielen sehnsüchtigen Worten und hoffnungsvollen Liebeserklärungen nahe gebracht. Die Gefühle ihrer Liebe sind dauerhaft, der Liebeskummer und die besonderen Lebensumstände begleiten die beiden Protagonisten auf ihrem Lebensweg. 

Der gefühlvolle und mitteilende Erzählstil gefällt mir gut, er setzt Stimmungen und Gedanken der Figuren ins rechte Licht. Inhaltlich kann man sich gut in die Kulisse Neapels einfinden, hört den typischen Lärm, fühlt die Hitze in den engen Gassen und sieht die Gefahr des über allem tronenden Vesuvs. Die Autorin hat dieses Flair perfekt in Worte gekleidet und ich konnte das italienische Lebensgefühl wunderbar miterleben. Dank der Geologiestudenten in Heddis Bekanntenkreis erfährt man auch einiges Wissen über Vulkane.

In diese Liebesgeschichte muss man sich erst ein wenig einfinden, dann berühren die Schicksale auf eine intensive Weise, dann bekommen die Gefühle eine unerfüllte Sehnsucht, die man mit den Figuren auch mitempfinden kann und voller Interesse verfolgt. Es sind die Unterschiede der Herkunft, die diese Liebe von Anfang an mit Problemen umgeben. Eine freie Amerikanerin, die für ein Studium wegzieht und der an sein Land gebundene und mit Traditionen behaftete Pietro, der sich um seine Familie sorgt und trotz seiner guten Ausbildung alten Traditionen folgt. Und es folgen weitere Lebensprobleme, die sich im realen Leben vieler Menschen finden, die das Leben beeinflussen und Möglichkeiten verbauen.

Auch wenn es angeblich kein autobiografischer Roman sein soll, so finden sich einige Parallelen zum Leben der Autorin, die ihrer Protagonistin auch gleich ihren Namen verpasst hat.  

Mir hat dieser wunderschön erzählte und berührende Roman gut gefallen, ich durfte eintauchen in eine Welt italienischer Lebensart und Traditionen und erlebte eine leidenschaftliche große Liebe, die ganz anders endet, als man es zunächst vermutet. 

 
***Herzlichen Dank an den Verlag und an Buecher.de für dieses Leseexemplar als Buchflüsterin*** 



Dienstag, 28. Januar 2020

Cold Case - Tina Frennstedt

Mehr Krimi als Thriller, aber ein guter Auftakt


"Das verschwundene Mädchen" von Tina Frennstedt ist der erste Band der Cold Case Reihe aus dem Lübbe Verlag.  


Süd-Schweden: Tess Hjalmarsson ist Expertin für unaufgeklärte Fälle, sogenannte Cold Cases und versucht einen alten Fall um die verschwundene Annika aufzuklären. Gleichzeitig macht ein Serienmörder Jagd auf Frauen, er überfällt sie immer in den frühen Morgenstunden, tötet sie und verschwindet dann spurlos. Als an einem Tatort Spuren zu dem Fall von Annika verweisen, ist Tess alarmiert und ermittelt unter Hochdruck.  


In diesem Suspense-Thriller geht es um die Aufklärung ungeklärter Fälle. Das Schwierige an alten Fällen ist die Tatsache, das frühere Aussagen nicht mehr so präsent sind und teilweise aus Gerüchten auch falsche Fakten geworden sein könnten. Die Wahrheitsfindung setzt Tess und ihre Kollegen unter Strom, denn der Serientäter kann jederzeit wieder zuschlagen. Sie ermitteln in alle Richtungen und versuchen herauszufinden, welche psychischen Probleme den Täter umtreiben. Richtig tief taucht die Autorin aber nicht in die Psyche ein, sie lässt eher oberflächlich durch Mithilfe eines Profilers einen Blick auf den Täter werfen. Haben sie es mit einem Trittbrettfahrer zu tun oder ist der "alte" Täter wieder aktiv? 
Einige Perspektivwechsel sorgen für Auflockerung der Handlung, daran habe ich mich recht schnell gewöhnt und konnte sie den verschiedenen Charakteren zuordnen. Es gelingt der Autorin recht gut, beide Ermittlungen am Laufen zu halten und sie miteinander zu verbinden.

Der Schreibstil ist flüssig und bildhaft, Tina Frennstedt zeigt authentische Charaktere, die mit besonderen Eigenarten für Wiedererkennung sorgen. Insgesamt wirkt die Handlung sehr lebendig und das ausführlich eingefügte Privatleben der Ermittler sorgt für einen abwechslungsreichen Lesefluss. Zur Spannungskurve muss ich leider sagen, das ich sie nicht besonders ausgeprägt empfunden habe. Überhaupt würde ich dieses Buch eher als Krimi einordnen, bei dem ein Miträtseln nach dem Täter gut möglich ist.  


In diesem Auftakt der Cold Case Reihe lernt man die Ermittlerin näher kennen und darf auf weitere Folgebände gespannt sein.


***Herzlichen Dank an Buecher.de für dieses Buch, welches ich als Buchflüsterin erhalten habe!***


Dienstag, 15. Oktober 2019

#KillTheRich - Lucas Fassnacht

Horrorszenario mit realistischen Anklängen  



Im Blanvalet Verlag erscheint der Politthriller #KillTheRich - Wer Neid sät, wird Hass ernten" von Lucas Fassnacht, es ist sein Debüt im Literaturbereich.

Unruhen, Demonstrationen, Anschläge – ein achtloser Online-Post mit dem Hashtag #KillTheRich stürzt die Welt ins Chaos. Menschen, die mit Armut und Ungerechtigkeit konfrontiert sind, rebellieren und ihr Hass richtet sich gegen die Reichen der Gesellschaft. Nur zwei Personen können einen globalen Bürgerkrieg verhindern ...


Dieses Buch ist ein vorstellbares Szenario, denn Bürgerkriege entstehen dort wo verschiedene Interessen aufeinandertreffen und die Menschen sich gegen das politische System auflehnen.
Hier sollen die beiden Protagonisten Conrada van Pauli und Bimal Kapoor die Menschheit zur Vernunft bringen und einen Krieg verhindern, doch sie geraten natürlich selbst in die Schusslinie und das bringt reichlich Spannung mit ins Buch. 

Die Story ist durchaus gut durchdacht, es zeigt die Korruption und Manipulation von Menschen auf, die viele der genannten Vorgänge erst möglich macht. Für mich war das Buch nicht ganz einfach zu lesen, denn auch wenn mir der Schreibstil von Lucas Fassnacht gut gefallen hat und man seinen Ausführungen gut folgen kann, war es mir in der Menge und den Handlungssträngen einfach zuviel. Außerdem musste ich ständig Personen und ihre Funktionen, sowie Abkürzungen im Anhang nachschlagen. BKA und EZB kennt man, aber INTCEN (europäischer Geheimdienst) oder UNASUR (Union Südamerikanischer Nationen) sind mir einfach nicht geläufig.
 
Das geschilderte Szenario wirkt sehr authentisch und ist absolut vorstellbar. Die Unterschiede zwischen arm und reich werden immer extremer und das erzeugt zwangsmäßig Neid und Missgunst und vor lauter Elend werden Menschen zu Kriminellen und Gefährdern. Wenn man sich die Nachrichten so anschaut, sieht man ständig Anschläge, Unruhen, Straßenschlachten und besonders in einigen Ländern Polizeigewalt. An Brisanz gewinnt der Thriller auch durch viele genannte aktuelle Politiker-Figuren, die im Buch vorkommen.
Als persönliche Kritik möchte ich anführen, das hier viele politische Gespräche stattfinden und ich mich nicht in alle Themen hineindenken kann, weil mir gerade zu Themen aus dem Ausland Hintergrundwissen fehlt.

Was dieser unbedachte Post #killtherich Post anrichtet, ist ein weltumspannender Bürgerkrieg und er zieht weltweites Chaos nach sich.  

In diesem Buch vermischen sich Fakten und Fiktion zu einer angsteinflößenden Geschichte, die insgesamt weltumspannend angelegt ist. Von der Idee her genial, von der Umsetzung mit den Charakteren nicht ganz so gut gelungen. Ich konnte mit der karriereorientierten Conrada van Pauli keine Verbindung aufbauen, sie wirkt auf mich wie eine Superagentin, die ihre Arbeit vor ihre Familie stellt. Der indische Starjournalist Bimal Kapoor nutzt seine Kenntnisse und Beziehungen zur Presse und er wirkt um Längen sympathischer als seine Mitstreiterin Conrada. 

Dieser Thriller trägt sehr realistische Züge, er ist rasant, erschreckend und bestimmt etwas für Politikinteressierte und Thrillerfreunde, aber leider nicht nach meinem Lesegeschmack.


***Vielen Dank an den Blanvalet Verlag und an buecher.de für dieses Leseexemplar!***



Montag, 22. Juli 2019

Der Kinderflüsterer - Alex North

Eine mittelmäßige Geschichte, die mich nicht überzeugen und genügend fesseln konnte 


Wenn die Stimmen flüstern... 

"Der Kinderflüsterer" von Alex North ist ein Spannungsroman, der im Juli 2019 im Blanvalet Verlag erscheint.

Tom Kennedy möchte nach dem Tod seiner Frau mit seinem Sohn Jake neu anfangen und zieht in ein Haus in Featherbank. Noch ahnt Tom nicht, dass dieser beschauliche Ort eine düstere Vergangenheit hat. Zwanzig Jahre zuvor wurden hier fünf Kinder entführt und getötet. Man nennt den inzwischen gefassten Mörder heute noch den "Kinderflüsterer". Als wieder ein kleiner Junge verschwindet, kochen die Gerüchte erneut hoch und man geht von einem Komplizen des Täters aus. Auch Jake behauptet, er höre ein Flüstern an seinem Fenster...

 


Wenn ein Titel bereits zur Jahresmitte als aufregendster Spannungsroman des Jahres 2019 angepriesen wird, bin ich immer sehr skeptisch. Als ich dieses Buch zu lesen begonnen habe, hat mich die gruselige Grundidee sofort interessiert und das Lesen ging anfangs flott voran. Der Roman liest sich wirklich sehr unheimlich und baut auch viele Elemente im Bereich der Mysterie-Thematik ein. Viele Vorgänge und Ereignisse bauen sich nach und nach zu einem Gesamtbild auf, das aber lange undurchschaubar blieb. Der Täter war für mich lange Zeit nicht erkennbar, was für Spannung sorgte.
  Die Charaktere erschienen mir sehr oberflächlich beschrieben, bis auf Tom. Seine Gedanken bezüglich seiner Rolle als Vater, die ihn mit Selbstzweifeln erfüllt, wurden sehr ausführlich aufgezeigt. Hat er sich nicht ausreichend um seinen Sohn gekümmert? 


Nach einem starken Anfang, wurde die Mitte eher in die Länge gezogen und am Ende kam zwar Spannung auf, es hat mich aber nicht genau über die Motive des Täters aufklären können. So etwas mag ich überhaupt nicht, ich erwarte eine logische Aufklärung. Letzten Endes haben mich aber die paranormalen Faktoren doch sehr gestört und weil die Geschichte häufig die Perspektive wechselt und damit abschweifend wirkte, konnte sie mich nicht wirklich packen.


Für mich nicht unbedingt ein empfehlenswertes Spannungsbuch, da mich mystische Elemente grundsätzlich in Bücher stören und ich die Längen auch nur mühselig durchgestanden habe.


***Herzlichen Dank an Buecher.de und den Blanvalet Verlag für dieses Leseexemplar!***



Donnerstag, 23. Mai 2019

ALLES WAS ICH DIR GEBEN WILL - Dolores Redondo

Düstere Familiengeheimnisse einer galicischen Adelsfamilie


Die Bedeutung der Gardenie

Der Spannungsroman "Alles was ich dir geben will" der spanischen Autorin Dolores Redondo erscheint als deutsche Übersetzung von Lisa Grüneisen im März 2019 im btb Verlag.

Nachdem der Madrider Schriftsteller Manuel Ortigosa die schockierende Nachricht vom Tod seines Ehemanns Álvaro in Galicien erhalten hat, sind für ihn viele Fragen offen. Was mache Álvaro in Galicien? Manuel reist an den Unglücksort und erfährt, dass sein Partner von adeliger Herkunft ist und zudem ein Doppelleben führte. Gemeinsam mit dem Polizisten der Guardía Civil Nogueira und Álvaros Beichtvater Lucas stellt Manuel Nachforschungen an und taucht immer tiefer in alte Traditionen und Geheimnisse der Adelsfamilie ein.



"Er fragte sich, wann er vergessen hatte, dass Schreiben aus Unglück entstand, aus unaussprechlichem Schmerz, den Geheimnissen, die mit uns sterben, weil die Magie darin besteht, sie nur anzudeuten und nie ganz offenzulegen." Zitat Manuel Seite 124



Manuel fühlt sich nach dem Tod seines Mannes von ihm getäuscht, nun möchte er wissen, was Álvaro zu seinem Doppelleben geführt hat und besucht Álvaros Familienwohnsitz in Galicien. Nachdem der Polizist Nogueira eher von einem Mord ausgeht als von einem reinen Unfall, beginnt die Spurensuche nach dem wahren Hergang des Todesfalles seinen Lauf zu nehmen. Auch der Jugendfreund Álvaros, Priester Lucas, beteiligt sich an der Recherche. Sie finden einige Geheimnisse der Adelsfamilie heraus, die bisher der Öffentlichkeit verborgen waren.

Dolores Redondo zeigt in diesem literarischen Spannungsroman ihre Kunstfertigkeit des Erzählens. Allerdings ist die Grundlage der Handlung ziemlich eng gestrickt, es geht um Traditionen, um schwarze Schafe von angesehenen Familien, die sich unterordnen müssen und es geht um die Vermeidung von Skandalen. Erst eine Mordaufklärung bringt Licht in die dunklen Geheimnisse von adeligen Familien im katholisch geprägten autonomen Galicien. Dabei führt die Autorin neben ausführlichen Situationsbeschreibungen auch einige Spannungselemente ein, sodaß man trotz der vielen Seiten immer weiter lesen möchte.

Mir kam der Roman wie eine spanische Telenovela vor, nur dass die Figuren für mich keine charakterlichen Wiedererkennungswert besitzen. Der Kriminalfall entwickelt sich ziemlich langsam, lange Zeit kann man nur den Ermittlungen folgen, ohne jemanden Bestimmten zu verdächtigen. Auch hängt Manuel ständig seinen Gedanken nach, erst am Ende kommt wieder Tempo in die Handlung und es gibt unerwartete Ereignisse, die auch überraschen.

In diesem Roman finden sich einige einfühlsame Charakterstudien verschiedender Figuren. Überraschende Wahrheiten bringen Manuels bisheriges Leben ins Schwanken, ich habe mit ihm gelitten und die schockierenden Nachrichten haben ihn scheinbar nur noch stärker nach dem wahren Tathergang suchen lassen. 

Die Einblicke in das Leben in Galicien, in den Weinanbau, Pferdezucht und landschaftliche Gegebenheiten sorgen für ein umfassendes Bild der Szenerie. Ich sah die wilde Landschaft mit ihren Weinbergen und den Kirchengebäuden deutlich vor mir. Doch die eigentliche Intention des Romanes war für mich ziemlich ausufernd dargestellt und konnte mir nicht nahe kommen. Es dreht sich hauptsächlich um Traditionen und um Konventionen, eine Familie verschleiert die Homosexualität und versucht, ihre Familienehre zu retten.


Alles in allem konnten mich die Lobpreisungen einiger Rezensenten selber nicht erreichen. Für mich war das ein toll geschriebener Familienroman, der sich mit einigen Längen aber nicht vollkommen in mein Herz geschrieben hat. Wer dunkle Familiengeheimnisse mag, wird an diesem Buch sicher Gefallen finden.



***Herzlichen Dank an buecher.de für dieses Leseexemplar!***