Sonntag, 31. Oktober 2021

Lesemonat Oktober 2021

 


Und schon ist auch der goldene Oktober wieder abgehakt. Na ja, ganz so golden war er insgesamt ja nicht, aber es gab immer wieder schöne Tage. Zum Ende hin war es sogar recht warm - so zwischen 16 und 18 Grad, da konnte man eine dicke Jacke und Stiefel wieder weglassen. In diesem Monat habe ich viel Zeit draußen verbracht, wir haben eine schöne Radtour mit Freunden unternommen, ich war mit einer Freundin mal wieder im Berggarten und bin oft mit meinem Mann oder der Freundin spazieren gegangen. Die Natur und die Farben im Herbst sind einfach nur wunderschön und die Eindrücke müssen bis zum Frühjahr reichen! 




Lesestoff gab es reichlich, denn die Frankfurter Buchmesse sorgte natürlich für viele Neuerscheinungen. Mich hat es aber nicht dorthingezogen, noch traue ich solchen Massenveranstaltungen in Zeiten vom großen C nicht. Dafür habe ich lieber einige private Treffen mit Freunden und Familie vorgezogen.

Diesen Monat kamen doch wieder einige Bücher zusammen, das hatte ich gar nicht so erwartet, denn viele Buchangebote habe ich gar nicht angenommen und mich auch öfter um meine Lieben gekümmert und auch einige Zeit in persönliche Treffen investiert. Unter der Lektüre war übrigens kein Flop dabei und es gab wieder viele Bücher, die ich einfach nur mit 5-Sternen bewerten konnte. 

Monatsübersicht nach Genres 18:


Krimi:                      1
Thriller:                    1
Roman:                    6
Histor. Roman:          1
Humor:                    2
Kochbuch:                0
Sachbuch:                1       
Kinderbuch:              5
Biografie:                 1


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Meine Buchlieblinge im Oktober:     

-  Wildlife Fotografie Portfolio 31- Knesebeck Verlag


 
Dieser Bildband ist für alle, die sich für Fotografie und Umwelt bzw. Tierwelt interessieren, die Schönheit der Natur wird deutlich gemacht, beeindruckende Tieraufnahmen erstaunen und die Veränderungen in der Umwelt werden ebenfalls aufgezeigt.

Hintertristerweiher - Nicola Förg
 
 

Bisher kannte ich die Krimis der Autorin, die sich um Probleme von Umwelt und Tierwelt drehen. Dieser Roman zeigt eine andere Seite Nicola Förgs, es geht um Schicksale von Heimatvertriebenen und Zeitzeugen der Kriegsgeneration.
 
 
Du darfst nicht sterben - Andrea Nagele

 
 
Dieser faszinierende und packende Psychothriller zeigt, wie sich Liebe in Hass verwandeln kann.

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Die meistgeklickten Blogbeiträge im Oktober:


Es bleibt dabei, die Beiträge vom
wöchentlichen Freitags-Füller und vom Top Ten Thursday werden am häufigsten angeklickt. 

Bei den Rezensionen liegt im Oktober "Ein Cottage in Cornwall" von Elisabeth Kabatek vorne. Der Roman spielt im malerischen Cornwall, erzählt von einem Neustart mit einer neuen Liebe und ist die passende Herbstlektüre zu einer Tasse Tee.  

 

Auf Rang 2 wird das Bilderbuch "Die gestohlene Weihnachtsgans" von Johanna Lindemann" am häufigsten aufgerufen. Es zeigt eine schöne Geschichte von unperfekten Weihnachtsvorbereitungen, die trotzdem ein wunderschönes Fest möglich machen. Aus der Sicht der kleinen Emma erlebt man diese Geschichte mit wunderschönen Bildern sehr toll mit.

                                     

 

Ich wünsche euch einen lesefreudigen und schönen November!

 
Eure Sommerlese! 

 

Die unhöfliche Tote - S J Bennett

Interessanter Cosy-Crime hinter den Mauern des Buckingham Palace

Im Knaur Verlag erscheint der 2. Teil der Krimireihe "Die Queen ermittelt" mit dem Titel "Die unhöfliche Tote" von S J Bennett.

Queen Elizabeth II. vermisst ein Ölgemälde, das ihre geliebte "Britannia" zeigt. Gerade sorgt das Referendum zum Brexit für Unruhe in der Bevölkerung und dann wird auch noch die Leiche einer Haushälterin am Swimmingpool gefunden. Die offizielle Ermittlung der Polizei ergibt, dass die Tote eher unbeliebt war. Doch wer hat sie auf dem Gewissen? Die Queen herself stellt gemeinsam mit ihrer pfiffigen Assistentin Rozy eigene Nachforschungen an. Schliesslich kennt sie im Palast jeden Winkel und jede Person. Als bekannt wird, dass Drohbriefe die Angestellten belasten, wird der Fall immer mysteriöser. Aber die zwei Ermittlerinnen sind clever und kommen hinter so manches Geheimnis...   


Auch dieser Band ist wieder ein toller Cosy Crime, bei dem die Spannung sich mit Vorgängen im englischen Königshaus wunderbar ergänzt. Wir begleiten Rozie, die Privatsekretärin Rozie der Queen bei ihren Nachforschungen im Fall eines verschwundenen Gemäldes und eines unerwarteten Todesfalles. Zwischen ihren Terminen lässt sich die Queen immer wieder von Rozies neuen Erkenntnissen berichten und zieht im Hintergrund die entscheidenden Strippen. So kann man sich ein umfassende Bild vom Alltag der Queen und vom Leben im Buckingham Palast machen und erlebt die übliche Etiquette mitsamt der königlichen Aufgaben und ihrer Angestellten mit. Und dazwischen wuselt immer die Corgy-Bande herum. 

Dieser Fall führt in die Vergangenheit der 1980er Jahre und lässt uns einige kulturgeschichtliche Entwicklungen bei Hofe nacherleben. Aber wie hängt der Todesfall mit diesen Rückblicken zusammen? Führt der unterirdische Tunnel zu einem Versteck von weiteren Gemälden? Und was macht die Queen in einem Kleiderschrank? 

S J Bennetts wunderbar flüssiger Erzählstil führt locker durch die Handlung, sie bringt einige Spannungsmomente ein und zeigt die Queen und andere Mitglieder der Königsfamilie auf liebevolle Weise. Neben der Familie werden auch die Angestellten in die Handlung einbezogen, sodaß man einen durchaus royalen Roman vorfindet und sogar etwas über Fledermäuse im Palast erfährt. In diesem Band haben mir gegenüber dem Vorband die Wortwechsel zwischen der Queen und Prinz Philipp mit ihrem britischen Humor gefehlt. Dafür erleben wir Rozies Familie und bekommen einige Royals und ihre Gewohnheiten näher vorgestellt. Das dargestellte Palastleben wirkt sehr authentisch und die Hintergründe für den Mord werden vollständig aufgeklärt. Die eigentliche Ermittlung ist zwar nicht spektakulär fesselnd zu nennen, macht aber aus diesem Buch eine stimmige und unterhaltsame Geschichte, die mir gefallen hat. Und den Ausflug in die "Cotswolds" hätte ich gern persönlich begleitet.

Alle Freunde des Cosy Crimes kommen bei diesem Buch gut unterhalten auf ihre Kosten und royale Queen-Fans ebenso. Ein patentes Ermittler-Duo ermittelt im Buckingham Palace.


***Herzlichen Dank an den Droemer Knaur Verlag für dieses Rezensionsexemplar!*** 

 


 

Samstag, 30. Oktober 2021

Wochenrückblick KW 43/2021

 


Was habe ich diese Woche eigentlich gemacht?

Die Indische Küche ist besonders aromatisch und würzig und es gibt neben Fleisch- und Fischgerichten auch viele vegetarische und vegane Gerichte. Ideal also, um zum Geburtstag meines Mannes unseren Sohn mit Frau dorthin einzuladen. Ich mag die vielen kleinen Schälchen und den Joghurtdip mit warmem Naan Brot finde ich sehr authentisch. Neben Gemüsecurry hatte ich ein scharfes Fischcurry und Hühnchen in Cashew-Currysauce. Alles total lecker und ich könnte es schon wieder essen, wenn ich mir das Foto noch länger ansehe. 


Gesehen:  

The Masked Singer:

Bring mich nach Hause: Sehr intensiver Film über eine Komapatientin, deren Leiden und Leben künstlich verlängert wird und bei der sich die Töchter einig werden müssen, ob ihre Mutter weiterhin künstlich am Leben gehalten wird.

Gelesen:  5⭐
 

Getan: 
 
Einige Spaziergänge bei Sonnenschein in der herbstlichen Natur. So eine schöne Laubfärbung, ich kann mich daran gar nicht genug satt sehen. Ich mag gar nicht daran denken, das es bald wieder trist und grau wird!
 



Gefreut:  
 
Vom Knaur Verlag bekam ich den zweiten Krimiband um Queen Elizabeth zugeschickt. Die Ermittlungen der Queen mit ihrer Privatsekretärin habe ich schon im ersten Band gemocht, ich bin bereits mitten ins Buch abgetaucht und mag besonders den englischen Humor wieder sehr gern.
 


 
Gegessen:
 

Thunfisch mit Rahmsauce und Brokkoli; Kohlrabi-Kartoffel-Suppe; Veganes Cordon Bleu mit Möhren-Erbsen-Gemüse und Kartoffelbrei; Indisches Essen: Fischcurry und Hähnchencurry mit Reis; Spätzlepfanne mit Erbsen, Ei und buntem Salat; Tomatensuppe mit Spätzle und einem Würstchen, das ich noch in der Tiefkühltruhe hatte (eine gelungene Resteverwertung) ; Hühnerfrikassee mit Reis;

Thunfischsteak




Gedacht: 

Die aktuellen Zahlen der Infizierten steigen täglich und schon höher als im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Nun werden wieder wichtige Operationen verschoben, um auf den Intensivstationen die Covid-Patienten zu behandeln. Was wird das alles noch werden und aus uns Menschen machen?

Gefeiert:

Geburtstag meines Mannes: Indisch Essengehen und danach einen gemütlichen Abend mit Knabberkram und Eis.
 
Geärgert: 

Über so manche politische Vorhaben. 

Gekauft:

Ein Geschenk für meinen Mann. 


Geklickt:

Alles rund um Corona-Zahlen

Ich wünsche euch eine schöne Woche,

Eure Sommerlese

Freitag, 29. Oktober 2021

Freitags-Füller # 262

 


Einige alte Gebäude haben so schöne Verzierungen, die man viel zu selten wahrnimmt und betrachtet. In diesem Komplex befinden sich heute Geschäfte und früher war dort die Bahlsen Fertigung. 


 

Immer wieder kommt ein neuer Freitag ... und damit der Freitagsfüller! 

Dies ist ein kleiner Lückentext zum Ausfüllen von Barbara von  Scrap-Impulse.


1. Meine Freundin, eine von mehreren, hat gerade eine schwere Operation überstanden und erholt sich nun davon. Ich glaube fest daran, dass sie wieder zu ihrer "alten" Kraft zurückfinden wird. 

2. Die Stimme meines Vaters, der heute 85. Geburtstag hätte, würde ich gerne noch mal hören.

 

3. Wie argumentiert man gegen Impfgegner? Ich sehe da keine Chance, die Menschen haben sich fest in ihre Ablehnung einer Impfung eingegraben, da ist Überzeugungsarbeit kaum möglich. Sie müssen nun den Folgen einer schwerwiegenden Erkrankung ins Auge sehen. 


4. Sich die Sorgen von Mitmenschen anhören und ihnen dabei positive Impulse und Mut zusprechen, das ist der entscheidende Trick beim Umgang mit anderen Menschen.


5. Halloween finde ich einfach nur überflüssig. 

 

6. Mich ziehen Veranstaltungen mit vielen Menschen gerade nicht an, und es gibt auch keinen Film, den ich unbedingt im Kino sehen möchte.

 

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf die Lektüre über die Queen als Ermittlerin, morgen habe ich geplant, The Masked Singer zu schauen und Sonntag werde ich mal auf mich zukommen lassen und sehen, was man an dem Tag so machen kann.   

 

Euch allen ein wunderschönes Wochenende!

Viele liebe Grüße,

Eure Sommerlese

 

Donnerstag, 28. Oktober 2021

Klugscheißer Supreme - Thorsten Steffens

Witzige Komödie über einen Lehrer

Ein humorvoller Abschluß der Reihe
 
"Klugscheißer Supreme" ist das Finale der Reihe um den sympathischen Klugscheißer Timo Seidel von Autor Thorsten Steffens. Die Reihe erscheint im Piper Verlag.  
 
Timo Seidel hat nach vier Jahren sein Lehramtsstudium beendet und muss nun nur noch das gefürchtete Referendariat durchstehen. Das ist wieder eine Zeit, in der er sich erneut seinen Kollegen und Schülern gegenüber beweisen muss. Für Timo mit seiner Besserwisserei keine einfache Sache und so schliddert er wieder in Pleiten, Pech und Pannen, dass es eine wahre Freude ist.
 
 
  
Endlich mit dem Studium fertig, muss sich Timo als Referendar wieder an ein neues schulisches Umfeld gewöhnen und seine Position neu erarbeiten, aber das ist er inzwischen ja schon gewohnt.
Dank seiner liebenswert witzigen Art nimmt man ihm seine Besserwisserei nicht so sehr übel. Er ist Deutschlehrer und verbessert halt gerne sprachliche und grammatikalische Fehler, sprich falsches Deutsch. Doch er muss sich auch durchsetzen lernen, besonders bei seiner recht widerspenstigen Klasse und auch manchen Kollegen gegenüber muss er sich nun gegenüber behaupten. Aber mit der Zeit reifen seine Lebens- und Lehr-Erfahrung und er erweist sich als guter Lehrer und sein Charakter ist entgegen Band 1 und Band 2 deutlich gereift. 
 
Neben seiner neuen schulischen Aufgabe als Referendar erleben wir Timo auch im Privaten. Mit Daniela hat er eine liebenswerte Partnerin gefunden, doch auch das Partnerleben will gelernt sein. Zu den alten Bekannten treffen wir auch viele neue Figuren, die mit ihren Charakterzügen schon mal anecken und beim Leser für Verdruß sorgen. Aber Timo kann sich inzwischen gut zurücknehmen und bekommt mit seiner witzigen Art auch die schwierigen Kontakte gut auf die Reihe. 
Der eingebaute Humor ist genau im richtigen Maß eingesetzt, nicht flach, sondern zum Teil tiefgründig und reflektiert. Wer Spaß an witzigen Begriffen und Wortneuschöpfungen hat, bekommt sie hier in vielfacher Variation geboten und nach Duden erklärt.
Besondere Begriffe erwähnt Timo recht häufig, manche hat man bisher vielleicht noch nie gehört. Man kann darüber einfach nur herzhaft lachen, wie zum Beispiel über "Rotstiftbezirk", "untergrammatisiert" oder "Silbenklatscher" (das steht für Deutschlehrer/in), um nur wenige zu nennen. Immerhin kannte ich die "Dreisekundenregel" vom Basketball.
 
Timo ist nun zum Mann gereift, er ist kollegial und respektvoll und müht sich, Freundschaften und die Liebe zu Daniela zu pflegen. Sein Privatleben nimmt immer mehr Raum für ihn ein, ich hoffe mal, das eventuelle Nachfolgebände noch vom Familienvater Timo handeln werden. 
 
Thorsten Steffens Schreibstil ist toll zu lesen. Locker, dialogreich und unterhaltsam frisch erzählt er, wie das Leben eben so spielt. Da das Buch in einzelne Kapitel unterteilt ist, kann man es auch häppchenweise gut lesen. Die Überschriften sind übrigens auch sehr gelungen (Kapitel 7: Partikel, Pleonasmen und PIN-Nummern).:-)

Ein humorvoller Abschluß der Reihe mit einem liebenswerten Protagonisten, vielseitigen Nebenfiguren und der Absicht, die deutsche Sprache wieder ins richtige Licht zu rücken. 
 
***Herzlichen Dank an den Autor für dieses Rezensionsexemplar!***
 
 

Wo kommen wir denn da hin - Torsten Rohde/Günter Habicht

Leichte und lustige Lektüre, zum Aufheitern gerade richtig

"Wo kommen wir denn da hin" ist ein humorvoller Roman von Günter Habicht, der im Ullstein Verlag erscheint. 

Der 63-jährige Günter Habicht ist ein Pedant wie er im Buche steht, ständig überwacht er vom Balkon aus das Verhalten seiner Nachbarn. Jede noch so kleine Schluderei fällt ihm auf, das fängt beim Trennen des Abfalls an und hört bei falsch geparkten Autos und E-Rollern noch lange nicht auf. Seine Frau Brigitte regt das auf, aber Günter hat auch seine guten Seiten. Er ist hilfsbereit und zeigt im Baumarkt den Kunden die besten Produkte für ihre Sanierung. Seiner Erzfeindin Renate Bergmann weicht er aus, so gut er kann. Denn die twittert ja neuerdings alles und jedes und würde sicher auch Günters Verhalten auf Twitter kritisieren und verbreiten. 

 

Nach der Buchreihe mit Renate Bergmann hat Torsten Rohde nun einen männlichen Protagonisten am Start. Es ist der ehemalige Busfahrer Günter Habicht, den Renate-Fans aus "Fertig ist die Laube" kennen. Dort in der Laubenkolonie Abendfrieden haben sie sich kennengelernt, leider ist keine herzliche Freundschaft daraus entstanden. 

Günter ist im Vorruhestand und auch seine Frau Brigitte ist vorzeitig in Rente, was sie im Nachhinein bitter bereut. Der gemeinsame Alltag muss erst wieder gelernt werden und Brigitte ist es furchtbar peinlich, wie Günter alle Nachbarn maßregelt. Aber er geht häufig auch seiner Wege und dann klönt Brigitte mit ihrer Freundin Doris oder liest Beziehungsratgeber. Beide haben eine erwachsene Tochter, Mareike, und als Günters Mutter ins Seniorenheim ziehen muss, arbeitet Günter dort als Hausmeister und kümmert sich auch um ihr Haus in Brandenburg. Dort würde er am liebsten bleiben, aber seine Aufgaben als Hausmeister in der Gartenkolonie muss er ja auch noch ausüben. Dort lernte er auch Renate Bergmann kennen, die rein gar nichts von Vereinsregeln hält und ihm damit ein Dorn im Auge ist. 

Mit Günter lernen wir einen pedantischen Mann kennen, dem durch seine jahrelange Busfahrertätigkeit Verkehrsregeln ins Blut übergegangen sind. Aber mit Busfahren ist nun Schluß und so meint er, anderen Menschen Regeln beibringen zu müssen. Die Beziehung mit Brigitte ist auch nicht mehr so harmonisch wie zu Anfang, nur seine Tochter Mareike kann ihn ganz gut um den Finger wickeln. 

Auch wenn ich Renate um Längen sympathischer finde als Günter, kann man bei dieser Lektüre reichlich schmunzeln. Besonders als es um Günters Mutter im Seniorenheim ging, er das Bauhaus unsicher machte oder ein Einkauf bei Ikea anstand. Seine Rolle ist schon etwas überspitzt angelegt, doch man kann sich wunderbar amüsieren und kennt vielleicht auch jemanden wie Günter aus der eigenen Nachbarschaft.

Wer mal wieder etwas Lustiges lesen möchte und kein Problem mit pedantischen Rentnern hat, sollte sich die neue Hauptfigur von Torsten Rohde mal zu Gemüte führen. Ich mochte Renate noch ein wenig lieber, aber eine humorvolle Lektüre ist Günters 1. Band auch. 

 

***Herzlichen Dank an den Ullstein Verlag für dieses Rezensionsexemplar!*** 

 

Dienstag, 26. Oktober 2021

Die gestohlene Weihnachtsgans - Johanna Lindemann

Ein zauberhaftes Bilderbuch über die Freude an Weihnachten und ein Plädoyer für Toleranz, Vielfalt und Gemeinschaft.

 
Das Bilderbuch "Die gestohlene Weihnachtsgans" mit dem Text von Johanna Lindemann und Bildern von Andrea Stegmaier erscheint im Annette Betz Verlag.
 
Emma freut sich schon sehr auf das Weihnachtsfest, doch dann gibt es einige Schwierigkeiten, die den üblichen Ablauf des Festes zu bedrohen scheinen. Die Weihnachtsgans verschwindet und es gibt keinen Ersatz, die Nachbarn können sich die Sache auch nicht erklären. Was kommt denn jetzt auf den Tisch? Ein festliches Essen wäre doch so schön gewesen. Da klingelt es an der Tür, wer das wohl sein mag?

 
Das Weihnachtsfest soll in Emmas Familie immer perfekt sein. Doch was für ein Ärger, erst passt die Gans nicht in den Bräter und dann wird sie auch noch gestohlen. Gerade jetzt hat kein Geschäft mehr geöffnet. Und kein Nachbar hat etwas gesehen.
Wir erleben Emmas große Vorfreude auf das Weihnachtsfest. Wie wohl der Baum aussieht und was sie geschenkt bekommen mag? Sie ist ganz gespannt. Doch dann ist die Gans weg und Emmas Eltern in großer Panik. Dabei kommt es doch gar nicht so sehr auf den Braten an.
 
In diesem Weihnachtsbuch lassen uns die schönen und aussagekräftigen Illustrationen in die Wohnungen verschiedener Familien schauen. Wie feiern sie wohl Weihnachten? Das Männerpaar ist mit Weihnachtsbäckerei beschäftigt, die indische Familie möchte gleich essen  und Oma Engele im Erdgeschoß traut sich kaum die Tür ganz zu öffnen. Doch Emmas Eltern wollen unbedingt einen Gänsebraten zum Fest haben. Leider lässt sie um diese Zeit kein Geschäft mehr hinein, auch sie wollen endlich Weihnachten mit ihren Familien feiern. Das ist ja fast wie bei Maria und Josef!


Weihnachten ist das Fest der Liebe und nicht das Fest der perfekten Weihnachtsgans. Und wahre Weihnachtsfreude ist, wenn aus einem unperfekten Weihnachten noch ein richtig tolles Fest wird! Das wird hier sehr eindeutig gezeigt. Emma freut sich auch über Spaghetti und die größte Freude ist sowieso eine Feier mit vielen fröhlichen Menschen. 
 
Ein kunterbuntes Plädoyer für Vielfalt und Toleranz und ein wunderbares Weihnachtsbuch, das am Ende ein wunderschönes Weihnachtsfest zeigt.  


***Vielen lieben Dank an Johanna Lindemann für dieses tolle Rezensionsexemplar!*** 


Montag, 25. Oktober 2021

Ein Cottage in Cornwall - Elisabeth Kabatek

Eine schöne Herbstlektüre  

 

Der Roman "Ein Cottage in Cornwall" von Elisabeth Kabatek erscheint im Droemer Verlag.

Die 50-jährige Schwäbin Margarete zieht für ihre große Liebe Chris nach Cornwall. Obwohl das ihr großer Traum ist, muss sie sich erst eingewöhnen und ihre Mutter und die Noch-Frau von Chris mischen sich auch noch in Maggies Leben ein. Außerdem ist das Landleben auf dem Hof ja doch etwas anderes als ihr bisheriges Leben in einer Großstadt. Wird sie hier glücklich werden?  



Bei diesem witzig geschriebenen Roman konnte ich gut eintauchen in das neue Leben von Maggie. Ich habe mit ihr gelitten und gelacht, ihre Sorgen verstanden und mit ihr gehofft, dass sich alles zum Guten wendet.

Elisabeth Kabatek hat einen bildhaften und eingängigen Schreibstil, sie hat ihre Figuren vielfältig gezeichnet, mit Ecken und Kanten, nicht alle kommen sympathisch daher. Dadurch wirken sie sehr lebensnah und bringen auf unterhaltsame Art Glück und Leid, Ärger und Gefühle mit sich. Am liebsten habe ich Maggie und Chris begleitet, sie haben einige Hürden zu meistern, doch gemeinsam sind sie dazu in der Lage. Wenn da nicht die zickige Ex-Frau wäre. 

Das Buch wird wechselweise aus der Sicht von Margarete und der Expunkerin Lori erzählt und so erlebt man gleich zwei Frauenschicksale in einem Buch. Das klappt hier sehr gut, denn beide haben viel miteinander zu tun und wenn man Loris Vergangenheit erfährt, erkennt man, was sie alles schon erlebt hat. Wer die englische Tea-Time kennt, wird besonders die Szenen in Loris Küche bei Tee und Scones mit Wohlgefühl miterleben. Ich habe mich für Lori gefreut, dass sich nun Liam kennengelernt hat. Denn bisher konnte nie ein Mann in ihrem Leben Platz finden. 

Das gezeigte Setting in Cornwall sorgt für eine schöne Atmosphäre und man sehnt sich beim Lesen dorthin. Überhaupt haben die Einbindung von schwäbischer Mundart, die gezeigten Mentalitätsunterschiede zwischen Engländern und Deutschen und das Landleben auf dem Bio-Hof mit viel Humor für gute Unterhaltung gesorgt. Solche Romane sind genau richtig für dunkle Herbsttage, wo man sich mit einer Tasse Tee aufs Sofa zurückzieht. Übrigens gibt es ein landestypisches Rezept zu Gemüsepasteten (Cornish Pasty) es im Anhang und die Autorin erklärt im Nachwort weshalb diese Pasteten so gut in die Gegend passen.

Mir machte die Geschichte eines bewusst: Wenn sich im Leben auch so manche Hoffnung zerschlägt, sollte man doch nie aufhören an sein Glück zu glauben und fest darum zu kämpfen.

Auch wenn ich mich wiederhole, dieser Roman passt perfekt in die Herbstzeit. Mit Cornish Pasty und einer Tasse Tee ist hier unterhaltsame Lesezeit garantiert.  

 

***Herzlichen Dank an den Droemer Verlag für dieses Rezensionsexemplar!***