Donnerstag, 31. Januar 2019

Lesemonat Januar 2019

Neues Jahr, neue Bücher! So darf ich wohl als Buchbloggerin das Jahr 2019 begrüßen! 


Der erste Monat des Jahres hat viel gemütliche Lesezeit mitgebracht und auch schon mit einer Menge an Zugängen einmal buchtechnisch alles gegeben, ich lesetechnisch aber auch. ;-) 
Schnee hatten wir hier nur ganz kurzzeitig für ein paar Stunden, ansonsten war von schönstem Sonnenschein, Regen und Kälte alles dabei. Ganz so dunkel wie auf den Fotos habe ich den Monat auch gar nicht empfunden, sogar Rosen blühten zu dieser Winterzeit und eben scheint die Sonne auch aus allen Knopflöchern und lässt trotz frostiger Bereifung des Bodens und der Sträucher den nahenden Frühling schon ahnen. Die Meisen zwitschern und das lässt gleich mein Herz höher schlagen.



Gelesen habe ich 24 Bücher, davon gehören die meisten zum Romanbereich. Einige Kinderbücher sind auch dabei, ich habe mal wieder den Keller aufgeräumt und da finde ich immer wieder besprechungswürdige Bilderbücher, die ich unbedingt auf meinem Blog vorstellen wollte.
 
Der Januar bescherte mir einige wunderbare Romane. So habe ich mich ganz besonders auf "Abendrot" von Kent Haruf gefreut und das Buch in einer Leserunde gelesen. Es ist mein Buchtipp im Januar und es wird noch einen dritten Band geben, da könnt ihr euch vorstellen, dass ich es gar nicht abwarten kann. Einen Flop hatte ich nicht dabei.  
 

 

Monatsübersicht nach Genres

Krimi:                        3
Thriller:                      0
Roman:                      12
Histor. Roman:            0
Hörbuch:                    2
Kochbuch:                  1
Sachbuch:                  2       
Kinderbuch:                4
Jugendbuch:               0
Biografie:                    0

 

Meine Buchtipps des Monats:  (Rezi beim Klick auf das Foto)

 

"Der Apfelbaum" von Christian Berkel:

 

https://sommerlese.blogspot.com/2019/01/der-apfelbaum-christian-berkel.html

 

Dieser autobiografisch angehauchte Roman zeigt eine bewegend erzählte, schicksalsträchtige Familiengeschichte, die bis zum Ende fesselt. Sie erklärt nachkommenden Generationen diese Zeit und macht den Unsinn von Kriegen an Beispielen fest. Ein Mahnmal gegen den Krieg.   

 

"Der Verrat" von Ellen Sandberg:  
                
                                           https://sommerlese.blogspot.com/2019/01/der-verrat-ellen-sandberg.html

Ein stimmiges und glaubhaftes Familiendrama, das sich schicksalsträchtiger und problembehafteter kaum zeigen könnte. Ich war bis zum Ende an das Buch gefesselt. Die Frage nach der Vergebung der Schuld spielt hier eine ganz besondere Rolle. 
  

"Abendrot" von Kent Haruf
                                         
https://sommerlese.blogspot.com/2019/01/abendrot-kent-haruf.html

Warmherzig und bewegend zeigt Haruf in "Abendrot", wie wichtig ein sozialer Zusammenhalt unter Menschen ist. Es ist ein großartiges und zeitloses Buch über Menschlichkeit und Einsamkeit. Einfach lesenswert! Alle Fans des Autors möchte ich auch das Lied der Weite ans Herz legen.


Die meistgeklickten Blogbeiträge waren diesen Monat: 

 



Daneben erfreuen sich auch die Beiträge zum Freitags-Füller und dem TopTenThursday immer großer Beliebtheit bei meinen treuen Leserinnen.
  
Auch bei der Followerzahl hat sich etwas getan, ich freue mich jetzt über 203 regelmäßige Leserinnen. Herzlichen Dank an euch, was wäre ich ohne euch? 

Als Bloggerin erlebe ich immer mal wieder schöne Überraschungen, dieses herzige und frühlingshafte Päckchen hat mich total erfreut. Danke liebe Caroline Messingfeld!

 

 

Liebe Grüße und einen schönen Februar,

eure Sommerlese!

 

Mittwoch, 30. Januar 2019

Felicitas erklärt die Liebe - Dorothea Böhme

Gut erzählter, unterhaltsamer und besonders humorvoller Roman 


Dorothea Böhmes Roman "Felicitas erklärt die Liebe" erscheint im Blanvalet Verlag. 

Felicitas hat ihr eigenes Liebesleben, geschweige denn ihr Leben, überhaupt nicht im Griff. Doch sie verkuppelt gerne andere. Ihre beste Freundin Sarah will kurzentschlossen heiraten, da Felicitas den Bräutigam nicht kennt und niemandem traut, macht sie sich auf in dessen Heimatdörfchen. Sie will herausbekommen, ob er der Richtige für ihre Freundin ist. Sie kommt in einer kleinen Pension unter, das Dorf gefällt ihr zunehmend besser und auch der Pensionswirt Benjamin.

    

Ein herrlich verrückte Protagonistin und deshalb ein lustiger Roman!   
  
Felicitas meint es eigentlich nur gut und möchte ihre Freundin vor einem Fehler bewahren. Auch wenn ich Felicitas Übereifer mit ihren Aktionen mit Wohlwollen begleitet habe, so bin ich der Meinung, jeder Mensch sollte seine Fehler alleine machen, nur so lernt er daraus. 
Trotz ihrer naiven Vorstellungen wurde mir Felicitas sympathisch, man verzeiht ihr ihre Fehltritte und sogar die Lügen. Das geht auch ihren Freundinnen und Bekannten so, sie halten zu ihr, egal, wie blöd sich Felicitas auch aufführt. Insgesamt sind die Personen alle sehr lebendig gezeichnet, man lernt sie alle recht gut kennen und findet einige total liebenswerte Charaktere. Felicitas merkt schnell, dass das Dorfleben alles andere als langweilig ist. Etwas klischeehaft kommt Rudi rüber, er gibt den trotteligen Dorfpolizisten, ist dabei aber hilfsbereit und lieb wie kaum ein anderer.

Dem flüssigen und leicht zu lesenden Schreibstil der Autorin kann man spielend folgen. Sie kann einfach wunderbar erzählen und bringt durch Felicitas verrückten Einfälle reichlich Humor ins Spiel. Es ist überaus abwechslungsreich und die Protagonistin kann immer wieder mit ihren Aktionen überraschen. Natürlich schüttelt man ständig den Kopf über Felicitas, aber sie ist nun mal so und wird auch noch dahinter kommen, dass jeder Mensch für sich selbst verantwortlich ist.  
Dabei bekommt Felicitas ja ihr eigenes Leben auch nicht so recht in den Griff. Sie ist Ende 20, hat keine Ausbildung, kein Studium und lebt von ihren ständig wechselnden Jobs. Wenn sie in Geldnot ist, meldet sie sich bei ihrer Mutter, doch die schaltet auf stur. Ihr Kind muss es selbst schaffen.

Die Handlung und das Lügengebilde werden hier sicher ziemlich auf die Spitze getrieben, doch dadurch entstehen auch viele Hürden und Komplikationen, die eine gewisse Spannung bereiten. Lügen haben kurze Beine, bei Felicitas haben sie viele Perücken und Identitäten. Es ist witzig zu sehen, wie sich Felicitas-Violeta-Lily-Barbara durch ihr Leben mogelt. Natürlich gibt das einige Verwirrungen, nur soviel ist sicher, dadurch entsteht auch Lesespaß.


Dies ist besonders durch die humorvollen Szenen ein gut unterhaltender Roman, wenn man nicht allzu viel Tiefgang erwartet und man einfach nur abschalten will. Eine Erklärung für die Liebe findet man hier allerdings nicht.

***Herzlichen Dank an den Blanvalet Verlag und das Bloggerportal für dieses Buch!***


Dienstag, 29. Januar 2019

Abendrot - Kent Haruf

Ein melancholischer Roman, der bewegend von Menschlichkeit, Einsamkeit und von Liebe erzählt. 



"Abendrot" ist die Fortsetzung von "Lied der Weite" des amerikanischen Autors Kent Haruf. Die Bücher erscheinen im Diogenes Verlag


Holt ist eine Kleinstadt im Herzen Colorados. Die Menschen leben hier von der Viehzucht, so wie die alten McPheron-Brüder. Schweren Herzens müssen sie ihre Ziehtochter Victoria gehen lassen. In einem Wohntrailer lebt die Familie Wallace, unterstützt von der Sozialamtmitarbeiterin Rose, der elfjährige DJ kümmert sich liebevoll um seinen kranken Großvater. Egal wir hart das Schicksal hier zuschlägt, so gibt es doch noch Mitmenschlichkeit in Holt. Sie haben sich gegenseitig im Blick und versuchen, sich umeinander zu kümmern.
 

"Es war Samstagabend, der Himmel über ihm wolkenlos, die Sterne so blitzblank und hell, als wären sie nicht weiter weg als der nächste Pfosten des Drahtzauns, der über dem Straßengraben neben der schmalen geteerten Landstraße aufragte. Alles ringsum war klar und offen. Er liebte diesen Anblick..." Zitat Seite 286



Holt liegt in den Weiten der amerikanischen Prärie in Colorado. Das Leben dreht sich hier hauptsächlich um Viehzucht, es ist eintönig und von harter Arbeit geprägt. Jeder lebt hier seinen eigenen Alltag und doch achtet man aufeinander, wie es in Kleinstädten üblich ist.

"Abendrot" ist die Fortsetzung von "Lied der Weite" in fiktiven Städtchen Holt.
Zurück in Holt konnte ich mich gleich wieder gut einfinden und die beiden alten Brüder Raymond und Harold kamen mir wie zwei alte Bekannte vor. Sie sind Viehhalter und zeigen Menschlichkeit und es fällt ihnen schwer, von Victoria und ihrer kleinen Tochter Abschied nehmen zu müssen. Immerhin waren sie so etwas wie eine kleine Familie. 

Kent Haruf schildert in seinem Buch die Lebensumstände von normalen Menschen und Familien, das harte, einfache Leben in einer amerikanischen Kleinstadt. Und wie das in Kleinstädten nun einmal so ist, man achtet aufeinander. Das soziale Miteinander zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch, auch wenn einige Personen das Gegenteil an den Tag legen. 

In Abendrot lernen wir neben bekannten Figuren auch neue Charaktere kennen. 
Da gibt es die auf Sozialhilfe angewiesene Familie Wallace, die trotz ihrer großen Liebe für die beiden Kinder mit sich selbst nicht klar kommen und Anweisungen für ein normales Leben benötigen. Rose Tyler ist ihre zuständige Sozialarbeiterin, die ihre Aufgabe ernst nimmt und über das erforderliche Maß hinaus die Familie betreut.
Wir lernen DJ Kephart kennen, ein tougher Junge und Vollwaise. Er kümmert sich um seinen kranken Großvater, ist hilfsbereit, setzt sich für andere ein, versucht Streit zu schlichten und ist fleißig. 

Inhaltlich wird durch genaue Schilderungen das Landleben beschrieben, alles dreht sich um Viehhaltung, Weidetrieb, Auktionen, Geburtshilfe und die ständige Arbeit und Sorge um die Tiere.
Wenn der Autor die Landschaft oder die Natur beschreibt, benutzt er bildhafte und sprachgewaltige Beschreibungen, die auch leicht poetisch wirken können. Doch er wird knapper und direkter, wenn er die Protagonisten sprechen lässt. So sind die Menschen hier in Holt, direkt und eher wortkarg.

Kent Harufs Schreibstil ist sehr ruhig, geradlinig, etwas melancholisch und nüchtern und lenkt trotzdem den Blick auf die Gefühle und Lebensumstände seiner Figuren. Er wertet nicht, sondern beschreibt lediglich die Menschen mit ihren zwischenmenschlichen Problemen. Kent Haruf versetzt sich gut in die Figuren hinein und bringt die tragischen Momente ihrer Schicksale deutlich zur Geltung. Ohne wertend zu werden, gibt er mit der Beschreibung der Handlung seiner Erzählung Tiefe und Gefühle mit. In Holt hat jeder mit seinen persönlichen Schwierigkeiten des Lebens zu kämpfen und doch gibt es Hilfsbereitschaft und einen Hoffnungsschimmer in dieser Einöde. Die menschliche Einsamkeit scheint hier ein besonderes Problem zu sein. Doch auch das kann überwunden werden.

Die Entwicklung der Figuren treibt Haruf immer weiter voran, sie machen ihre Erfahrungen, gute und schlechte, traurige und positive, man ist ihnen im Buch sehr nahe und erlebt alles hautnah und bewegt mit. Diese Nähe bindet mich an die Figuren und ich möchte bald lesen, wie es weitergeht in Holt und mit seinen Bewohnern. 


Ich lese die Bücher von Kent Haruf immer wieder gerne und bin fasziniert von seiner Erzählweise. Er vermag es, den Charaktern sehr nahe zu kommen und ihnen in seinen Büchern Leben einzuhauchen. Warmherzig und bewegend zeigt Haruf in "Abendrot", wie wichtig ein sozialer Zusammenhalt unter Menschen ist. Es ist ein großartiges und zeitloses Buch über Menschlichkeit und Einsamkeit. Einfach lesenswert!


***Vielen Dank an den Diogenes Verlag für dieses Buch, das ich für eine Leserunde bei Wasliestdu bekommen habe!***



Rezensierte Bücher dieses Autors:

Montag, 28. Januar 2019

Oma tanzt auf Wolke 7 - Regine Kölpin

Als Urlaubslektüre genau richtig: leichte und lustige Unterhaltung


Der Roman "Oma tanzt auf Wolke 7" ist der 4. Band der Oma Jette-Reihe von Autorin Regine Kölpin aus dem Knaur Verlag.

Ihre Herbstferien sollen die drei Enkel Fenna, Marie und Kilian bei ihrer Oma Jette auf Langeoog verbringen. Jette freut sich schon darauf. Auch ihr Lebensgefährte Günther kehrt nach Langeoog zurück. Er hat auf dem Festland sein Haus verkauft und möchte nun sein weiteres Leben mit Jette verbringen. Wobei er ein wenig Panik vor dem geplanten Heiratsantrag hat. Im Schlepptau hat er noch einen weiteren Logiergast, seine Nichte Walburga. Was will sie nur auf der Insel? Und dann taucht auch noch Horsti auf, Oma Jettes Leben wird also nicht langweilig.



Oma Jette hat mit ihrem kleinen Bernsteinlädchen ihr Hobby zum Beruf gemacht und liebt ihr Leben auf Langeoog. In den Herbstferien werden ihre drei Enkel zu Besuch kommen und darauf freut sie sich besonders. Ihr Lebensgefährte Günther möchte ihr einen Heiratsantrag machen, doch auf einmal hat er einen Nebenbuhler, der sich um Jette bemüht. Er zieht die Enkel ins Vertrauen. Doch es geht in Jettes Haus zu wie in einem Taubenschlag. Denn auch Walburga, Horsti und Nachbarin Grete sorgen für Neuigkeiten, sodaß Jette vielbeschäftigt ist.  

Mit diesem Roman bekommt man neben einer quirligen Familiengeschichte auch reichlich Humor geboten. Das fängt schon bei der Namenswahl der Figuren an, sie sind überspitzt und damit echt lustig. Wer heißt schon Zwiebell, Walburga, Blümerant und Horsti von Hinten? 

Die Charaktere sind liebevoll mit reichlich Ecken und Kanten ausgestattet, das verleiht ihnen einen hohen Wiedererkennungswert und beim Lesen läuft ein buntes Kopfkino. Besonders Walburga hat sich mir mit ihrem pinken Outfits und ihrer Vorliebe für bunte Fruchtkaugummis ins Hirn gebrannt. 

Jette ist eine echte Frohnatur, gutmütig und hilfsbereit. Ihr wird einiges abverlangt, denn ihr Haus gleicht in den Ferien einem vollbelegten Hotel. Doch sie kann niemandem etwas abschlagen, besonders ihrem Günther nicht. Als Julius Zwiebell mit Jette anbandelt, wird Günther eifersüchtig, eine Flasche Küstennebel soll sein Leid mindern, allerdings endet das als Zeltaktion in Jettes Garten.

Wie soll Günther das nun mit dem Heiratsantrag auf die Reihe kriegen? Oder hat Jette ihn jetzt leid?

Auch wenn dieser Band eine Fortsetzung der Oma Jette-Reihe ist, hat man keine Verständnisprobleme. Man wächst schnell in die Familie hinein und erlebt trubelige und humorvolle Szenen. Zusätzlich sorgt das eingebaute Nordsee-Insel-Flair für Urlaubsstimmung, es gibt sogar einen schweren Herbststurm und man kann sich auf eine quirlige Unterhaltung freuen. 

Diese humorvolle und turbulente Familiengeschichte hat reichlich Unterhaltungscharakter und das  Nordseeflair sorgt für Urlaubsgefühle. Ein Roman zum Abschalten und Entspannen.  


***Vielen Dank für dieses Rezensionsexemplar aus dem Hause Knaur!***




Sonntag, 27. Januar 2019

Wochenrückblick KW 04/2019

Was habe ich diese Woche eigentlich gemacht?  



Gesehen:  Den Kinofilm "Der Junge muss an die frische Luft"
Kann ich einfach nur weiterempfehlen! Humor und Tragik liegen hier dicht beieinander und die Schauspieler sind einfach nur fantastisch.

Gelesen:  
Sachbuch "Egal, ich ess das jetzt!" von Anna Funck
Krimi "Steirerquell" von Claudia Rossbacher 
Kinderbuch " Ein Affe an der Angel" von Jonny Bauer
Roman "Trümmerkind" von Mechthild Borrmann

Getan: Chormappen sortiert, Kleidung gekauft

Gegessen:  Essen beim Italiener: Vitello Tonato und Filet mit Gorgonzolasauce, Blattspinat mit Spiegelei und Kartoffeln, Erbsen-Möhren-Gemüse mit Frikadelle, Champignon-Shrimps-Nudeln, Buchweizen-Preiselbeer-Torte

Getrunken: Jede Menge Wasser, grüner Tee und Kaffee, Weißwein, Grapefruitsaft und Karottensaft  

Gedacht: Was ich meinem Sohn zum Geburtstag schenken könnte, früher war das so einfach, über die Pettersson-Bücher hat er sich immer sehr gefreut. 

Gefreut: Über den Gesundheitszustand meiner Mutter

Geärgert: Über die halb geleerte Bio-Müll-Tonne

Gewünscht: eine Putzfee oder einen Putz-Zauberstab

Gekauft: Normaler Einkauf mit Lebensmitteln, Kleidung: Jeans, Strickjacke, Shirt, Winterpulli; alles im Sale

Geklickt: Diverse Blogs, Facebook, Instagram

Ich wünsche euch eine schöne und eisfreie Woche! 

 

Samstag, 26. Januar 2019

Trümmerkind - Mechthild Borrmann

Ein authentischer Blick macht das Grauen dieser Zeit erkennbar


Der Roman "Trümmerkind" von Mechthild Borrmann erschien 2017 im Droemer Verlag.

Hamburg, 1946/47. Nach dem 2. Weltkrieg ist Hamburg zerstört, Tausende Menschen kämpfen einen täglichen Überlebenskampf. Als der 14jährige Hanno neben einer nackten Frauenleiche einen kleinen Jungen findet, nimmt er ihn mit. Seine Mutter Agnes nimmt ihn wie ein eigenes Kind auf und sie nennen ihn Joost.

"Das war eine andere Zeit,..., da denkt man nicht über Tage und Wochen hinaus, sondern nur daran, ob es am Abend etwas zu essen gibt und ob im Ofen ein Feuer brennt. Da muss man die Dinge vergessen, sonst ist man verloren." Zitat Seite 223




Als historischen Schauplatz hat Mechthild Borrmann Hamburg im Jahrhundertwinter 1946/47 gewählt. Es ist die Zeit des Mangels, des Schwarzhandels und des Steineklopfens, die Zeit der Trümmerfrauen und -kinder. Dort trieb ein sogenannter Trümmermörder sein Unwesen.
Borrmann nimmt diesen authentischen Fall auf und konstruiert daraus einen fiktiven Roman. 
Besonders bedrückend schildert sie die missliche Lage der Menschen in der Nachkriegszeit. Viele Menschen wurden von ihren Gütern vertrieben, landeten als Flüchtlinge bei anderen Familien, wurden dort aufgenommen oder auch nur geduldet. Die Zeiten waren hart, Lebensmittel und Kleidung knapp, die Städte zerbombt, die Väter im Krieg vermisst oder verstorben. 

Die Handlung ist in drei Erzählstränge unterteilt, zwei ordnen sich direkt nach dem 2. Weltkrieg an, ein weiterer zeigt die 90er Jahre.
In Hamburg bringt Agnes 1947 ihre beiden Kinder und Findelkind Joost im zerbombten Hamburg mit Näharbeiten durch die schwere Zeit. Joost ist traumatisiert, doch allmählich gesundet seine Seele und er hält Agnes für seine eigene Mutter.
In der Uckermark rücken im April 1945 die russischen Besatzer immer näher und die Familie von Clara Anquist, die auf ihrem Gut lange Zeit Flüchtlinge beherbergt hat, muss fliehen. 

In den 90er Jahren macht sich die Lehrerin Anna auf die Suche nach ihren Vorfahren, die einstmals ein Gut in der Uckermark besassen, ihre Mutter ist eine geborene Anquist. Dabei entdeckt sie ein lange gehütetes Familiengeheimnis.

Diese drei Handlungsebenen verknüpfen sich allmählich zu einer zusammenhängenden Geschichte, bei der mir die realistischen Schilderungen der Wirren der Nachkriegszeit sehr zugesetzt haben. Mechthild Borrmann macht hier das Zeitgeschehen so glaubhaft sichtbar und lässt den Leser einen ungetrübten Blick auf die schwierigen Zustände der Zeit werfen. Absolut realistisch zeigt sie Flucht, Vertreibung, Schwarzmarkt und die Rückkehr von Vermissten in ihrer Geschichte und lässt ihre Leser die Schicksale und ihre existentiellen Nöte betroffen miterleben. 
Dagegen wirkt der Gegenwartsteil merkwürdig unausgeschmückt und blaß. Es mag sein, dass die Autorin damit die Diskrepanz zwischen den verschiedenen Lebensumständen darstellen wollte, mit Anna und ihrem Mann konnte ich allerdings keine Nähe aufbauen. 

Der Schreibstil ist klar und sehr flüssig, absolut lebendig und bildhaft und es gelingt der Autorin immer wieder die Stimmungen der Figuren authentisch abzubilden und die Szenen wie ein Kopfkino beim Leser ablaufen zu lassen. 


"Trümmerkind" verknüpft menschliches Leid der Nachkriegsjahre mit der Einforderung von Besitzansprüchen aus der Neuzeit. Dabei wirkt der Roman wie ein Mix aus Historie, Unterhaltung und Krimi.


***Herzlichen Dank an den Droemer Verlag für die Übersendung dieses Rezensionsexemplars!***





Freitag, 25. Januar 2019

Egal, ich ess das jetzt! - Anna Funck

Humorvoller und schonungsloser Blick auf Ernährungstrends


Was ess ich denn jetzt?

Anna Funck berichtet in ihrem Buch "Egal, ich ess das jetzt!" über ihre Erfahrungen mit Ernährungstrends. Das Buch erscheint 2019 im Knaur Verlag.

Anna Funck ist ehemaligen RTL-Moderatorin und Journalistin für den MDR. Ihre Erfahrungen mit aktuellen Ernährungstrends hat sie im Alltagstest mit ihrer Familie ausprobiert. Ein Jahr lang testete sie sich durch das Angebot von Smoothies, Chiasamen, Superfoods und kohlenhydratloser Kost. Was ihr dabei gut getan hat und was man einer Selbstkasteiung gleichkommt, beschreibt sie in diesem Buch.



Intervallfasten, Superfoods, Low-Carb und Paleo sind im Moment in aller Munde. Was gibt es nicht alles für Trends? Folgt man ihnen, muss man viele Dinge im Essenplan beachten oder gleich ganz streichen. Bringt eine spezielle Ernährung eine Verbesserung des Wohlbefindens und der Fitness mit sich, eine schlanke Linie und gesundheitliche Vorteile? Sicherlich von allem etwas, doch kann und will man das wirklich? Einem Eigentest hat sich Anna Funck unterworfen.

Zunächst möchte ich den wundervollen, weil locker-humorvollen und dennoch informierenden Erzählstil von Anna Funck loben. Mit soviel Wortwitz habe ich selten ein Sachbuch zu diesem Thema gelesen und dabei so viel gelacht. Denn unter den verschiedenen selbsternannten Veganern und Co. geht es teilweise sehr verkniffen, voreingenommen und ausnahmslos ernst zu.

Nicht so bei der Autorin in ihrem Buch. Sie probiert sich durch den modernen Ernährungswahn hindurch, verzichtet auf Milch, Gluten, Zucker und auch schon mal auf Kaffee und bekommt im Alltagsleben mit ihrer Familie besonders von ihren Kindern die Machbarkeit vor Augen geführt. Denn sie möchte alle gesund und "gewusst wie" mit dem Besten versorgen und dennoch nicht nur in der Küche stehen oder die Biomärkte abklappern. 

Sie öffnet ihren Lesern die Augen über die Machbarkeit mancher Trends und gibt Hintergrundwissen preis, allerdings bekommt man keinen Fahrplan an die Hand gegeben, den muss man sich schon selbst suchen im Dschungel der Trends. Dabei sollte man seine eigenen Unverträglichkeiten kennen, denn mit einem Allergieschock ist nicht zu spaßen.

Zum Beispiel kann man mit Apfelessig, wie auch schon unsere Vorfahren wussten, seinen Stoffwechsel in Schwung bringen und damit das Basen-Säuren-Verhältnis des Körpers in Ordnung bringen. Auch Sellerie, Nüsse und Avocado sind offene Geheimtipps, die man sich näher anschauen sollte. 

Man muss auch nicht zwingend alle Mahlzeiten einhalten, der Verzicht auf das Frühstück ist beim Intervallfasten ein probates Mittel. Regionale Kost ist aus mehreren Gründen gut und wenn die Qualität des Leitungswassers stimmt, ist dagegen als Trinkwasser auch nichts einzuwenden.
Und ein Stückchen Schokolade oder eine andere Leckerei sollte man sich auch mal gönnen, die Seele muss man auch füttern und die wird sich vielleicht nicht mit Chiasamen abspeisen lassen.  

Am Ende des Buches finden sich noch ein paar Rezepte und weiterführende Literaturangaben. Mit einer Sellerieunverträglichkeit fällt dort leider für mich eines weg.

Dieser Selbsttest wirft einen ehrlichen und schonungslosen Blick auf Ernährungstrends und zeigt vor allem ihre Machbarkeit im Alltag mit kleinen Kindern.   

Informativ, humorvoll, sehr unterhaltsam und schonungslos ehrlich zeigt dieses Food-Diät-Tagebuch die Machbarkeit von Trends in Sachen Ernährungstrends. Wer die Vor- und Nachteile dieser Trends nicht alle am eigenen Leib ausprobieren möchte, kann hiermit von den Erfahrungen der Autorin profitieren.



***Mit herzlichem Dank an den Knaur Verlag für dieses Rezensionsexemplar!***




Freitags-Füller # 122





Diese herrlichen leicht lachsfarbenen Rosen stehen nun schon eine ganze Woche auf unserem Esstisch und sie sehen immer noch richtig gut und frisch aus.
 


 

Immer wieder kommt ein neuer Freitag ... und damit der Freitagsfüller! 

 

Dies ist ein Projekt von Barbara von  Scrap-Impulse

Ein kleiner Lückentext zum Ausfüllen.

 

1. Eigentlich habe ich gar keine Lust auf diesen Hausputz, aber manche Dinge muss man einfach erledigen. 

 

2. Meistens trage ich einen Ring an meiner rechten Hand.

 

3. Spät am Abend lese ich und dann noch ein Kapitel und noch eins...

 

4. Überlegen, handeln und nicht blindlings einfach machen und sehen was passiert.

 

5. Das Jahr 2019 habe ich jetzt verinnerlicht und bin ich mal gespannt, ob es wieder ein heißes und sehr trockenes Jahr wird. 

 

6. Du weißt, dass du alt bist wenn du alte Schwarz-Weiß-Filme wiedererkennst und die Jugend davon noch nie etwas gehört, noch gesehen hat. 

 

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf eine sangesfreudige Chorprobe, morgen habe ich einen bißchen Aufräumen, Einkaufen und Bloggen geplant und Sonntag möchte ich einfach spontan entscheiden, wozu mich das Wetter oder die Laune verleitet. 

 

Bei einer Leserunde auf Wasliestdu lese ich gerade den Roman von Kent Haruf "Abendrot". Es ist die Fortsetzung von "Lied der Weite" und wer den Autor kennt, kann sich wieder auf ein typisches Buch aus seiner Feder freuen.

  

Ein schönes Wochenende wünscht

Eure Sommerlese!


Mittwoch, 23. Januar 2019

Steirerquell - Claudia Rossbacher

Unterhaltsamer, aber auch fesselnder Regionalkrimi aus der Steiermark, bei dem es einen Psychopathen zu finden gilt.


"Steirerquell" ist der achte Band der Regionalkrimireihe von Claudia Rossbacher, die in der Steiermark spielt und sich um die Ermittlerin Sandra Mohr vom LKA in Graz dreht. Dieser Band erschien am 07.02.2018 im Gmeiner Verlag.  

LKA-Ermittlerin Sandra Mohr ist durch ihren Beruf einiges gewohnt, doch als ihre Freundin Andrea sie am Handy um Hilfe anfleht, ist sie erst einmal völlig schockiert. Gemeinsam mit ihrem Vorgesetzten Sascha Bergmann startet sie die Suche und beginnt zu ermitteln. Die erste Anlaufstelle ist ein Wellness-Hotel, dort wollte sich Andrea ein Wochenende in der Thermenlandschaft vergnügen. Kurz darauf wird eine verkohlte Frauenleiche gefunden, Sandra befürchtet das Schlimmste. 





Regionalkrimis lese ich immer gern und mit dem sympathischen Duo Sandra und Sascha bin ich der Handlung gern gefolgt und habe sie bei diesem sehr persönlichen Fall begleitet.

Im Laufe der Ermittlungen gelangen einige Geheimnisse an die Oberfläche, die Sandra durchaus so nicht erwartet hätte, obwohl ihr bewusst war, dass ihre Freundin Andrea eine Vorliebe für verheiratete Männer hat. Es ist ein sehr emotionaler Fall, die persönliche Betroffenheit von Sandra und die Sorge um ihre Freundin springen regelrecht auf den Leser über. Es wird schwierig, weil Sandra professionelles Arbeiten über ihre persönliche Befangenheit stellen muss. Doch das gelingt ihr recht gut.
Gleichzeitig sorgen Einblicke in Andreas Gefangenschaft für dramatische Momente, man kann ihrer scheinbar ausweglosen Situation nur tatenlos zusehen. Können Sandra und Sascha sie aus den Händen dieses Psychopathen befreien oder wird Andrea als Brandopfer enden?

Im Verlauf der Handlung zeichnen sich einige Verdächtige ab, doch man tappt im Dunkeln, weil man das Motiv des Täters nicht fassen kann. Auch Sandra und Sascha stochern recht lange ziemlich erfolglos nach einer hilfreichen Spur. Allerdings sind ihre Ermittlungen durch ihre persönlichen Wortspielchen und Neckereien auch sehr unterhaltsam zu lesen.
Dieses Mal erfährt man auch von Sascha Bergmann einige Neuigkeiten aus seinem Privatleben, die ihn in einem besonderen Licht erscheinen lassen. Er ist doch mehr Herzensmensch, als man es bisher vermuten konnte.

Claudia Rossbacher stellt ihren Krimi wieder mit lokalen Besonderheiten detailreich vor die Kulisse der Steiermark und man kann sich die Gegend gut vorstellen. Dieses Mal zeigt sie das Thermenland genauer. Einige österreichische Begriffe sorgen zusätzlich für Lokalkolorit, sie werden in einem Glossar am Ende des Buches näher erklärt.  

Der Krimi zeigt alltägliche Ermittlerarbeit, unwillige Zeugen und lässt durch einige private Einblicke reichlich Spannung und Unterhaltung zu. Aber am meisten konnten mich die Einschübe von Andreas "Behandlung" fesseln, dort liegen die Nerven durch die Ungewissheit förmlich blank.

Nur das Ende wird dann allerdings recht unspektakulär und schnell abgehandelt und wirkt damit nicht sehr überzeugend. 


Insgesamt hat mich dieser Steirerkrimi gut und spannend und mit einem genauen Blick auf die Gegend unterhalten. Auch die Weiterentwicklung der Ermittler hat dazu beigetragen.