Sonntag, 31. Januar 2021

Die kleine Souvenirverkäuferin - François Lelord

Der Roman konnte mich nicht ganz überzeugen

Eine verbotene Liebe

Der Roman "Die kleine Souvenirverkäuferin" von François Lelord erscheint im Piper Verlag.

Hanoi in den 90er Jahren: Der Franzose Julien arbeitet als Arzt in dem vom Bürgerkrieg gebeutelten Land. Da bricht eine Epidemie aus und Julien reist trotz aller Verbote in die Krisenregion. Min Thi (Herbstlicht), eine Souvenirverkäuferin, die Julien täglich getroffen hat, wird von den Behörden verhaftet, weil sie Kontakt zu ihm, einem Ausländer hatte. Dabei braucht ihre Familie ihren Verdienst zum Überleben.  


Lelord entführt uns in seiner Geschichte in das Vietnam der 90er Jahre, als das Land noch kommunistisch regiert wurde. Er erzählt eine Liebesgeschichte, die sich vor einer drohenden Epidemie zwischen dem Arzt Julien und der jungen Vietnamesin Min Thi entwickelt. Eine Liebe, die nicht sein darf und damit für viele Überlegungen Julians im Buch sorgt. Julien ist ein einfühlsamer und umsichtiger Arzt, aber trotzdem kein Charakter, der mir richtig sympathisch wurde. Seine Liebe zu Herbstlicht ist gegen alle geltenden Konventionen und das ist auch Julien klar. Kann man sich verlieben, wenn einen Welten trennen? Es zeigen sich im Verlauf der Geschichte die Probleme, die daraus entstehen. 

In diesem Roman lernt man die Lebens- und Denkweise der Menschen in Hanoi näher kennen und erfährt auch einiges über die Geschichte und die Geflogenheiten Vietnams. Die Charaktere werden nicht so intensiv gezeichnet, dass ich sie zu kennen meine. Vielleicht konnte ich deshalb nicht mit ihnen fühlen. Sie blieben mir merkwürdig fremd und auch die Geschichte konnte mich nicht richtig packen. Es gibt einige politische Verstrickungen, die den Ausbruch des Virus verheimlichen wollen. Hier den Durchblick zu behalten zwischen den vielen Personen wie Polizisten, Botschaftern und anderen Behördenmitarbeitern, war mir nicht möglich. Die Vertuschung einer Epidemie ist gerade jetzt eine Idee, bei der mir nicht wohl ist. Dabei wirkt der Roman durch den wunderbaren Schreibstil so einfühlsam und ist angenehm zu lesen. Ich bin gerne eingetaucht und muss sagen, es fehlte mir etwas mehr Eindeutigkeit, mehr sichtbare Gefühle und das besondere I-Tüpfelchen, was nach der Lektüre im Gedächtnis haften bleibt. 

 

Das ist eine zwar wunderschön und leise erzählte Geschichte, die mit vielen Aspekten der fremden Kultur und Denkweise unterhält, aber doch nicht so interessant ist, dass sie im Gedächtnis haften bleibt. 

 

Wochenrückblick KW 04/2021

 


Was habe ich diese Woche eigentlich gemacht?


Nun ist der Winter auch bei uns angekommen, es hat geschneit. Zwar nicht meterhoch, aber immerhin soviel, dass es beim Laufen knirscht. Da muss man natürlich früh los, sonst ist alles schon platt getreten.


Gesehen:  

Naturwunder des Nordens 

Die Charité

Capri - Sehnsuchtsziel im blauen Meer

Gehört/Gesungen:

Zoom-Probe vom Chor: I am Sailing, Janie Mama, La Bamba

Gelesen: 
 
Das sieht viel aus, allerdings habe ich die Romane von Kerstin Sgonina und Miriam Georg schon vor einiger Zeit gelesen, erst jetzt durfte die Rezension online gehen. 
 
Getan: 
 
Viel gelesen, spazieren gegangen und reichlich telefoniert.
So mag ich den Schnee, noch frisch und unzerstapft.
 
 
 
Gefreut:  
 
Blumen kann eine Frau eigentlich nicht genug haben. Oder wie seht ihr das? Der Spruch mit den Schuhen hat auf mich noch nie so recht gepasst, ich tausche das gegen Blumen.:-)
Die Rosen sind recht schnell aufgeblüht, was sie aber besonders reizvoll macht. Die Primel fühlt sich scheinbar in meiner recht kühlen Küchenfensterbank recht wohl und auch eine Kalanchoe durfte bei mir einziehen.
 
 




Gegessen:

Kartoffelauflauf mit Käse überbacken; Pizza mit Spinat und Scampis; Nudelsuppe; Kasseler-Minutensteaks mit Kurkuma-Möhren; Frikadellen mit Rosenkohl; Filet mit Metaxasauce, Patatakia und Salat vom Griechen; Vollkornnudeln, Rosenkohl und Filet (Resteessen); 

 
Reste sind oft das Beste

Gedacht: 

Gemeinsame Spaziergänge mit Freundinnen auf Abstand aus verschiedenen Haushalten vermeiden wir, aber auf dem Bolzplatz treffen sich zig Jungs zum Spielen, ohne Abstand natürlich. 

Gefeiert:
 
Keine Feier.
  
Geärgert:  

Das zu wenig Impfstoff zur Verfügung stehen wird. 

Gekauft:

Eine lilafarbene Kalanchoe, einen Strauß Rosen und normalen Einkauf.

Geklickt:

Krimineuerscheinungen bei Emons und Gmeiner

Ich wünsche euch eine gute Woche und bleibt gesund! 

Eure Sommerlese


Samstag, 30. Januar 2021

Von riesengroß bis klitzeklein - Julia Klee

Ein wunderbares Bilderbuch mit Zoom-Effekt über Größenverhältnisse und Umweltschutz  

Es kommt auf die Perspektive an

Das Bilderbuch "Von riesengroß bis klitzeklein" erscheint im Thienemann-Esslinger Verlag und wurde von Julia Klee geschrieben, illustriert von Sabine Rothmund. Es richtet sich an Kinder ab 5 Jahren.

Eine Geschichte mit überraschenden Effekten und dem Blick auf die Welt aus neuer Perspektive. Wenn man Dinge durch die Kamera betrachtet, kann man etwas ganz nah heran oder weiter weg zoomen. Diese Perspektive ermöglicht den Blick vom kleinen Wiesenblümchen bis ins Weltall.  



"Die Kleinsten sind manchmal die Größten." Zitat Seite 46

Auf der Welt gibt es viele kleine Dinge, die für ein großes Ganzes wichtig sind. Schon das kleinste Blümchen und die kleinen Insekten sind für die Erde lebenswichtig. Das zeigt dieses Buch sehr eindeutig mit einem originellen Zoom-Effekt. 

Es gibt eine Menge zu entdecken, angefangen von der Wiesenblume werden die einzelnen Motive vom Blickwinkel verändert und verwandeln sich damit zu kleinen Teilen eines größeren Bildes. Der Zoom verändert die Perspektive, die ersten Bilder werden immer kleiner und verlieren sich nachher im Großen. So wie wir alle kleine Teile des Ganzen sind, Teile der Erde. 

Die einzelnen Bilder werden zu einer stimmigen Geschichte verknüpft, es beginnt bei der kleinen Blume und lässt am Ende den Blick wieder auf die Blumenwiese schweifen. Wunderschön durchdacht und ausgeführt, aber vielleicht hätte der Text etwas mehr Erklärung beeinhalten können. Ab 5 Jahren kann man das Kindern durchaus zumuten. Inhaltlich passender wäre der Titel "Von klein bis groß" gewesen, denn so verläuft der Blickwinkel im Buch. 


Es ist ein echter Bilderbuch-Genuss zum Anschauen durch die wunderbaren farbintensiven Bilder. Der wenige Text greift die Themen Natur und Umweltschutz auf und verdeutlicht dem Betrachter, wie wichtig kleine Dinge für das große Ganze sind. Durch die ausdrucksstarken Bilder werden Kinder neugierig gemacht und auch für die Umwelt sensibilisiert. 

 

Dieses Buch ist geeignet für Kindergartenkinder, denn von klein auf sollte man wissen wie wichtig die Natur und eine gesunde Umwelt für uns alle ist. Hier bekommen sie lehrreiche Hinweise zur Umweltverschmutzung, aber auch zu Fridays for Future, die sie in anschaulicher Weise gedanklich verarbeiten können. Die Illustrationen sind bezaubernd und die veränderte Perspektive sorgt erst für die entscheidende Wirkung. 

Einfach ein wunderbares Bilderbuch über die wichtigen Kleinen und den Umweltschutz, auch für die Großen. 

 

***Herzlichen Dank an Vorablesen und den Esslinger Verlag für dieses Rezensionsexemplar!*** 

 

Freitag, 29. Januar 2021

Brunzkachel - Rolf Mai

Solider Regionalkrimi mit einem humorvollen Ur-Bayer als Ermittler


Brunzkachel von Rolf Mai erschien im Mitteldeutschen Verlag

Der Münchner Kommissar Berti Wamprechtshammer hat gerade eine Reha wegen eines Rückenleidens abgeschlossen, doch lange ausruhen ist nicht angesagt, denn seine Kollegen brauchen ihn. Es gibt einen grausigen Leichenfund an der Isar, sie suchen nun einen besonders brutalen Täter, der vor Zerstückelung nicht zurückschreckt. 


Dieser Regionalkrimi spielt in München, ist trotz der brutal zerlegten Leiche sehr humorvoll und lebt von dem Miteinander der Figuren. Berti ist ein echter Ur-Bayer, der auf Essen und Trinken viel Wert legt und hat zu seinen Kollegen ein freundschaftliches Verhältnis, sie sind ein buntes Team, Reserl ist Halbasiatin und Sigi ist Franke.

Die Leiche ist übel zugerichtet und trotzdem ist dieser Krimi nicht blutig und grausam zu lesen, sondern sehr erheiternd. Es gibt zwar einige recht machohafte Sprüche, die ich aber mit einem Augenzwinkern abgetan habe. Die Ermittlungen sind hier nicht so spannend angelegt, dass man darauf hinfiebert, viel mehr steht die bayerische Gemütlichkeit im Vordergrund. Hier wird reichlich gegessen und getrunken, auch im Dienst und es wird mit viel Münchner Mundart ermittelt. Das war für mich nicht so eingängig zu lesen, aber durchaus verständlich. Ein wenig mehr Ermittlung hätte ich mir schon gewünscht, hier ging alles recht gemächlich zu. Aber einige Wendungen haben mich sehr überrascht.  


Ein solider und unterhaltsamer Krimi mit bayerischer Originalität, der von seinen humorvollen Figuren lebt.  

 


Freitags-Füller # 223

 


Ein Strauß frischer Rosen bringt doch gleich Farbe ins Spiel und damit auch gute Laune. Anstatt sie im Wohnzimmer auf den Esstisch zu stellen, habe ich sie mir in mein Bücherzimmer geholt, da sehe ich sie häufiger und habe doch gleich viel mehr Freude. Braucht ihr jetzt noch Schnee und Winterwetter? Ich definitiv nicht, sogar mein Heuschnupfen hat schon auf Frühling angeschlagen.


 

Immer wieder kommt ein neuer Freitag ... und damit der Freitagsfüller! 

Dies ist ein Projekt von Barbara von  Scrap-Impulse

Ein kleiner Lückentext zum Ausfüllen.

 

1.  In der vorigen Woche gab es eine schöne Nachricht, mein Sohn hat sein Studium abgeschlossen.


2. Ich würde mir wünschen, dass die Impfungen jetzt mal etwas schneller durchgeführt würden, oder ist das zuviel verlangt?

 

3. Mein letzter Spontankauf war ein sommerliches Polokleid aus dem letzten August. Ich hatte einen Arzttermin und sah es im Vorübergehen, getragen habe ich es erst einmal.

 

4. Die Umsetzung von Regelungen zur Corona-Eindämmung sind häufig zu bürokratisch, das macht in meinen Augen keinen Sinn.

 

5. Kann bitte mal jemand dafür sorgen, dass die vielen Cookies nicht immer den Cache verstopfen!

 

6. Laut Impfrechner sind mein Mann und ich zwischen August 21 und Februar 22 mit unserer Impfung an der Reihe (noch ein wenig später geht wohl nicht!) und ich hoffe, dass es klappt.

 

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf eine Folge "Wer wird Millionär", morgen habe ich keinen Einkauf geplant (das habe ich gestern schon erledigt) und Sonntag werde ich mal sehen, was der Tag so bringt.  

Ich wünsche Euch ein gutes Wochenende, macht es Euch gemütlich und bleibt hoffnungsvoll.

Liebe Grüße,

Eure Sommerlese

Donnerstag, 28. Januar 2021

Poesie der Achtsamkeit - Jutta Vogt-Tegen

Gefühle spüren, Kraft tanken und Innehalten mit Geschichten und Gedichten  

Die "Poesie der Achtsamkeit" von Jutta Vogt-Tegen erscheint im Lingen Verlag.  

Gedichte sind gefühlvolle Bilder, sie fangen in farbigen Worten Stimmungen ein, denen wir sonst nur schwer Ausdruck verleihen können. Jutta Vogt-Tegen beschreibt verschiedene Gefühlszustände und zeigt wie man damit achtsam umgehen kann.



"Die Liebe ist die Kraft, die alles mit allem verbindet." Zitat Seite 122

Dieses Buch bietet viele Geschichten und Gedichte bekannter Poeten zu menschlichen Gefühlen und Emotionen wie Liebe, Wertschätzung, Freude, Mitgefühl, Trost bei Trauer oder Dankbarkeit. Die eigenen Gefühle überdenken, sich im Innersten fragen, was Sorgen bereitet ober uns belastet.

Wie gehen wir mit unseren Gefühlen um und wie beeinflussen sie unseren Alltag? Die Texte von Jutta Vogt-Tegen begleiten uns achtsam, hilfreich und unterhaltsam so oft wir das Buch aufschlagen und etwas daraus lesen. Unseren Gefühlen achtsam nachspüren und ihnen Platz zum Entfalten schaffen, wenn man die Gedichte gedanklich mit eigenen Gefühlen füllt.

Die Gedichte stammen von bekannten Literaten und Poeten wie Rainer Maria Rilke, Wilhelm Busch, Theodor Fontane, Herman Hesse, Mascha Kaléko, Friedrich Nietzsche, Christian Morgenstern, J.W. von Goethe und anderen. 


Die einzelnen Kapitel sollte man sich genüsslich Stück für Stück erschließen. Es ist kein Buch zum In-eins-Durchlesen. Man kann sich immer mal wieder ein Thema vertiefen und die dazugehörigen Gedichte auf sich wirken lassen. Manche Dinge erscheinen dann klarer, man sieht vieles bewusster und mit Denkanstößen auch mal aus anderer Warte.

Sehr gut gefällt mir auch der Autorinnenblog zum Thema (siehe dastutmirgut.net).

Ein besinnliches Geschenkbuch mit Achtsamkeitscharakter und stimmungsvollen Gedichten bekannter Interpreten zum Vertiefen und Innehalten. Die Zeit sollte man sich nehmen.


LAVERA My Age Serum

LAVERA Naturkosmetik MyAge  

Für einen gepflegten Teint 

Für einen Test von Konsumgöttinnen bekam ich dieses Öl-Serum zugeschickt. Altersmäßig bin ich genau die Zielgruppe mit Ü50.


Lavera bedeutet Naturkosmetik und dieses Serum ist biozertifiziert und enthält keine Parabene und Co. Es lässt sich leicht auftragen, durch den Pumpspender auch hygienisch entnehmen und ist recht ergiebig. Den leicht blumigen Duft finde ich angenehm. Meine empfindliche Haut verträgt das Serum wunderbar, es hinterlässt einen ganz leichten Glanz auf der Haut, was an dem enthaltenen Öl liegt. Die Haut wird sehr geschmeidig und glatt, das Serum zieht schnell ein und klebt nicht wie ein Film auf der Haut und nach dem Auftrag ist meine Haut so intensiv versorgt, dass ich nur noch wenig Tagescreme benötige. Pigmentflecken habe ich keine, deshalb kann ich darüber keine Auskunft geben. Für mich ist es auf alle Fälle ein Nachkaufprodukt.



 

 #lavera, #naturkosmetik, #myagelavera, #natürlichstrahlendschön und  @lavera_naturkosmetik und @konsumgoettinnen. 

 

Mittwoch, 27. Januar 2021

Als das Leben wieder schön wurde - Kerstin Sgonina

Hier trifft Nachkriegsstimmung auf neuen Lebensmut

Der Roman "Als das Leben wieder schön wurde" von Autorin Kerstin Sgonina erscheint bei Rowohlt Wunderlich.

1954 zieht Greta Bergström aus Schweden nach Hamburg, wo die Nachkriegszeit noch überall spürbar ist. Sie sucht vergeblich eine Stelle als Kosmetikerin, außerdem stösst sie als Frohnatur bei den zugeknöpften Hamburgern nur auf wenig Gegenliebe. Dann lernt sie Marieke kennen, die aus Ostpreußen fliehen musste und in den Altonaer Nissenhütten lebt und ihren Nachbarinnen die Haare macht. Und auch mit Trixie beginnt eine Freundschaft, die in Blankenese lebt und unglücklich in einen amerikanischen Soldaten verliebt ist. Gemeinsam planen die drei Frauen, einen mobilen Schönheitssalon zu eröffnen und den Frauen damit wieder ein Stück Glück und Lebensfreude zu schenken. 



Der Roman spielt in der Nachkriegszeit und zeigt die Situation sehr lebendig am Beispiel der Frauen Greta, Marieke und Trixie. 

Greta Bergström wurde in Schweden von ihrer Oma Annie großgezogen, nach deren Tod reist sie zu ihrem Vater, der in Hamburg mit seiner neuen Familie lebt. Dort ist sie nicht willkommen, nur ihr Halbbruder Mickey hält mit ihr Kontakt. Nun sucht sie dringend nach einer Bleibe und Arbeit und lernt Marieke und Trixie kennen. Gemeinsam bauen sie einen alten Lkw zu einem Schönheitsmobil um und finden viele dankbare Kundinnen. Greta ist für Tinkturen und Cremes zuständig, Marieke frisiert und Trixie ist als Modeberaterin aktiv. Durch diese Tätigkeit erhält man Einblick in viele Frauenschicksale, die von der tristen und schweren Nachkriegszeit berichten. 

Greta hat in Hamburg nicht nur eine neue Heimat gesucht, eigentlich wollte sie das Schicksal ihrer Mutter aufspüren, die nach Schweden zu Greta zurückkehren sollte, aber in den Wirren des Krieges verschwand. Diese Geschichte war für mich der interessanteste Part im ganzen Roman.

Der Erzählstil ist sehr flüssig, unterhaltsam geschrieben und mit vielen bildhaft geschilderten Szenen auch sehr abwechslungsreich zu lesen. Die Themen der Nachkriegsjahre werden hier sehr deutlich aufgezeigt und man bekommt einen umfassenden Eindruck dieser Zeit. Die Wohnsituation war sehr beschränkt und häufig armseelig und die Menschen litten Hunger. Immer wieder zeigt sich, wie sehr die gesellschaftliche Stellung der Männer gegenüber den Frauen dominierte. Viele Frauen liebten amerikanische Soldaten und wurden damit von der Bevölkerung geächtet. Alleinerziehende Frauen hatten ihre Not, für sich und das Kind zu sorgen. In vielen Familien herrschte häusliche Gewalt, viele litten unter ihren Erlebnissen des Krieges und der Flucht. Hinein in diese triste und graue Stimmung bringen die drei Freundinnen ihr Schönheitsmobil und Mickey seinen Traum von Jazzmusik.

Die unzähligen Beschreibungen und zahlreichen menschlichen Schicksale habe ich interessiert verfolgt und auch die unterschiedlich gezeichneten Charaktere sind der Autorin gut gelungen. Dennoch habe ich zu keiner der Frauen eine tiefere Verbindung aufbauen können. Gretas Suche nach ihrer Mutter klärte sich in der Handlung nach und nach auf, allerdings verlor mein Interesse daran merklich. 

Durch die Menge an Informationen ging der Tiefgang der Geschichte verloren und der Fokus lag nicht so intensiv auf einer bestimmten Protagonistin, wie ich es mir gewünscht hätte. 

Ein lebendig erzählter Roman mit vielen Handlungssträngen, der die Nachkriegszeit gut aufzeigt, aber durch die Themenvielfalt auch nicht so tiefgründig und fesselnd wirkt.   

 

***Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für dieses Rezensionsexemplar!***


Montag, 25. Januar 2021

Elbleuchten - Miriam Georg

Wunderbar erzählter Auftaktband und ein echter Lesegenuß

Ein bewegende Familiengeschichte

Miriam Georg ist die Autorin des Romans "Elbleuchten", der im Rowohlt Verlag erscheint.

1886: Lily Karsten lebt als privilegierte Tochter eines Hamburger Reeders in einer Villa an der Bellevue. Sie möchte Schriftstellerin werden und hat einen Verlobten Henry, den sie zu lieben glaubt. Anläßlich einer Schifftaufe im Jahr 1886 wird ihr Hut ins Wasser der Elbe geweht, ein Arbeiter versucht ihn zu holen. Dabei geschieht ein schrecklicher Unfall, doch für das Schicksal des Mannes und seiner Familie scheint niemand die Verantwortung übernehmen zu wollen, bis auf Lily.
Jo Bolten wuchs in armen Verhältnissen im Altstädter Gängeviertel auf und arbeitet im Hafen für Ludwig Oolkert, den mächtigsten Kaufmann der Stadt. Jo bittet bei den Karstens für seinen verletzten Freund um Hilfe, doch damit hat er keinen Erfolg. Lily und Jo lernen sich durch den Unfall kennen, sie kommen sich näher und an Jos Seite erlebt sie das Elend der Menschen und ihren täglichen Überlebenskampf und erfährt die Unterschiede zwischen Männern und Frauen. 



 
Dieser Auftaktband der Familiensaga hat mich von Anfang an mit seinen Figuren gefesselt. Ich konnte mit den unterschiedlichen Schicksalen mitfiebern, habe mich über die fehlende Geschlechter-Gleichberechtigung aufgeregt, konnte mitfiebern, hoffen und mich auch über einige Dinge freuen. 

Die Themenbreite ist weit gefächert, es geht um die Rolle und die Rechteder Frau, um den Kampf für soziale Gerechtigkeit in der Arbeiterschaft, um die großen Reedereien und den Import von Opium.   Es machte mich betroffen zu lesen, wie wenig entwickelt die Frauenrechte damals noch waren und wie abhängig die Arbeiter vom Wohlwollen ihrer Arbeitgeber.

Auch wenn die Romanfiguren fiktiv angelegt sind, orientieren sie sich dank der Recherche der Autorin an historisch belegten Vorbildern. Insgesamt wird uns hier ein stimmiges Bild vom Leben im 19. Jahrhundert in Hamburg dargelegt, bei dem die handelnden Charaktere mit vielschichtigen Facetten sehr authentisch zum Leben erweckt werden. 

Lily ist meine Sympathieträgerin, sie besucht ein Lehrerinnen Seminar und ist eine Frau, die Rollenbilder kritisch hinterfragt, sehr empathisch um das Wohl ihrer Mitmenschen besorgt ist und damit in ihrer althergebracht handelnden Familie nicht gerade auf Gegenliebe stösst. Der Unfall mit dem Arbeiter hat ihr die Augen für die Realität geöffnet, die sie vorher in ihrer behüteten Welt gar nicht wahrgenommen hat. Durch Jo lernt sie die Elendsviertel Hamburgs kennen und ihren Auszug aus dem Elternhaus habe ich bewundert. Doch von einem selbstbestimmten Leben kann keine Rede sein. Ihre Schweizer Freundin Emma ist Ärztin, ebenfalls selbstbewusst und führt Lily in einen Frauenkreis ein, der für Gleichberechtigung und soziale Rechte kämpft. Lily verliebt sich in Jo, eine Liebe, die in ihrer Familie nicht geduldet wird. Nicht einmal ihre Mutter Sylta kann für Lily kämpfen, schliesslich ist sie selbst gefangen in ihrer Rolle, die dem guten Ruf der Familie verpflichtet ist.

Dieser Roman bekommt seine besondere Würze durch die Darstellung der gesellschaftlichen Unterschiede und lebt vom Handeln der guten und bösen Menschen. Es ist eine Gefühlsachterbahn an Erlebnissen, die die Lektüre zu einem Pageturner werden lassen. Daran hat natürlich auch Miriam Georgs mitreißender und bildhafter Schreibstil seinen Anteil, der mir das Leben in Hamburg authentisch aufgezeigt hat und mich gespannt in die Szenerie eintauchen ließ.

Am Ende wartet ein Cliffhanger wie in einem Thriller, der umso gespannter auf den Folgeband warten lässt. 

Wer gern historische Romane liest, wird "Elbleuchten" lieben. Hier bekommt man einen umfassenden Einblick in Stadtansichten, Lebens- und Arbeitsalltag, Frauenrechte und gesellschaftliches Leben mit unüberwindbaren Standesunterschieden in einer interessanten Personenkonstellation geboten, die für Lesegenuß sorgen. Ein Roman, den man nicht so schnell vergessen wird.


***Herzlichen Dank an den Rowohltverlag für dieses Rezensionsexemplar!***


Sonntag, 24. Januar 2021

Man sollte öfter mal ausmisten - Monika Bittl

Eine humorvoll unterhaltende Familiengeschichte mit Ehe- und Alltagsproblemen 

Im Knaur Verlag erscheint der Roman "Man sollte öfter mal ausmisten" von Monika Bittl

Als die Kinder aus dem Haus sind, merken Franziska und Bastian nach 27 Jahren, das aus ihrer Ehe die Luft raus zu sein scheint, sie entscheiden sich für eine einvernehmliche Scheidung. Doch da haben sie die Rechnung ohne ihre Kinder und vor allem ohne Oma Mathilde gemacht. Als diese von der Trennung hört, schmiedet sie einen Plan. Kann das die Ehe retten?


Was bleibt einem Paar, wenn die Kinder ausgezogen sind? Wie gehen sie mit der neuen Selbstverwirklichung und Partnerschaft um? Monika Bittl nimmt sich dieses Themas an und zeigt in ihrem Roman humorvolle, aber auch lebensnahe Einblicke in die Gefühlswelt und den turbulenten Alltag einer Familie. Die Geschichte erzählt sie in einem flüssigen und lebendigen Stil, sie schildert jedes Familienmitglied aus seiner Perspektive und sorgt damit für einen Rundumblick in die Gedankenwelt jedes einzelnen und in das spezielle Familienleben. Die Kinder Emma und Vincent sind mit Studium und Neuanfang beschäftigt, trotzdem wünschen sie sich, dass ihre Eltern zusammenbleiben. Oma Mathilde, 80 Jahre alt, aber noch lange nicht alt, verzichtet auf einen Rollator, denn da würde jeder denken, sie sei gebrechlich. Aber für das Familienwohl riskiert sie sogar mal einen Herzanfall, da sind ihr die Nachbarn auf einmal egal. Auch der bereits verstorbene Opa Gottlieb ist mit von der Partie, was mir persönlich nicht so gut gefällt. Aber seine Beobachtung der theatralen Leistung seiner Mathilde sind humorvoller Art und dieser Roman ist ja auch kein Tatsachenbericht.

Hier werden Generationenunterschiede aufgezeigt und auch der katholische Glaube spielt eine Rolle, der Trennungen aus Mathildes Sicht nicht zulässt. Auch Vincent und Emma werden bei ihrem Erwachsenwerden gezeigt, es geht um Drogenprobleme und Beziehungsfragen und wie die Geschwister durch die Sorge um die Ehe ihrer Eltern auch näher zusammenwachsen.    

Bei dieser Familiengeschichte wird auch die aktuelle Situation von Corona einbezogen. Das hätte es gar nicht gebraucht, denn die Beziehungskrise wäre auch alleine Thema genug gewesen. 

Im Leben mal ausmisten ist nicht verkehrt, doch sollte man sich darauf besinnen, die wahren Werte zu schätzen und weiter am Leben zu erhalten. Denn wenn man gemeinsam durch Dick und Dünn gegangen ist, schmiedet das auch die Familie enger zusammen.

Eine leichte Unterhaltungslektüre, die Familienalltag, Eheprobleme und die Werte einer Familie in den Vordergrund stellt und damit lebensnah und humorvoll unterhält.


***Herzlichen Dank an den Knaur Verlag für dieses Rezensionsexemplar!***



Bittl, Monika - Man muss auch mal loslassen können

Wochenrückblick KW 03/2021

 

Was habe ich diese Woche eigentlich gemacht?


Meine Januar-Glossybox mit Pflegeprodukten kam diese Woche an, praktische und zu gebrauchende Produkte, außerdem war eine Leseprobe von Sylvia Deloys Roman enthalten. Da schaue ich mal rein.


Gesehen:  

Naturwunder des Nordens 

Wer wird Millionär

Gehört/Gesungen:

Zoom-Probe vom Chor: So soll es bleiben, La Bamba

Gelesen: 
Kerstin Sgoninga Als das Leben wieder schön wurde Rezi erfolgt zum Erscheinungstermin
 
Getan: 
 
Viel gelesen, gebloggt und täglich Telefonate mit meiner Mutter geführt.
 
Gefreut:  
 
Über den erfolgreichen Studium-Abschluß meines Sohnes. :-)

Jetzt kommen die Frühblüher wieder in die Märkte. Für mich gehören Primeln und Narzissen einfach zu den schönsten Blumen, weil sie den Frühling anzeigen.
 

Gegessen:

Lammfilets mit grünen Bohnen; Spaghetti mit Champignon-Zucchini-Soße; Hähnchenbrust mit Reis und Salat (Grieche); Spätzlepfanne mit Ei und Erbsen und Wachsbohnensalat; Tomatensuppe; Kartoffelauflauf mit Kräutern und Käsehaube; Wildlachs mit Kartoffelsalat;




Gedacht: 

Jetzt merkt man schon deutlich, wie die Tage wieder länger werden. Und es liegt auch schon ein wenig Frühling in der Luft, die Vögel werden aktiver und mein Heuschnupfen meldet sich auch wieder. Während ich das hier schreibe, fällt draußen leichter Schnee. Wir haben halt immer noch Winter.

Gefeiert:
 
Keine Feier
 
  
Geärgert:  

Über die Mutationen des Virus, kann es nicht langsam mal absterben!

Gekauft:

Einen Wocheneinkauf

Geklickt:

Alles mögliche

Ich wünsche euch eine gute Woche und bleibt gesund! 

Eure Sommerlese