Dienstag, 31. August 2021

Freunde sind das Funkeln in der Nacht - Seng Soun Ratanavanh

Ein Buch gegen die nächtliche Angst 

Farbenfrohes und fantasievolles Abenteuer in der Nacht

Im Knesebeck Verlag erscheint das Kinderbuch "Freunde sind das Funkeln in der Nacht" von Seng Soun Ratanavanh. Das Vorlesealter wird ab 4 Jahren angegeben.

Es ist schon längst Schlafenszeit und Kaspar liegt bereits im Bett, doch er kann nicht einschlafen. Er ist ganz allein, merkwürdige Geräusche halten ihn wach und was sind das für komische Schatten im Zimmer? Gibt es eigentlich wirklich Monster? Wenn er doch nur jetzt einen Freund bei sich hätte. Wie durch Zauberei erscheint plötzlich eine kleine Maus und hilft Kaspar bei seiner Suche nach einem Freund. 


 

Kaspar liegt im Bett und möchte schlafen, doch die Angst vor der Dunkelheit hält ihn wach. Er wünscht sich, es wäre ein Freund bei ihm. Da erscheint plötzlich die kleine Maus Anna und gemeinsam wandern sie durch das Haus. Sie treffen auf merkwürdige Bewohner, die sich Kaspar und Anna anschließen. Auch sie plagen einige Sorgen, doch sie helfen sich gegenseitig und am Ende haben sie die Angst völlig vergessen. 

Insgesamt ist die Geschichte sehr niedlich gemacht, die vielen Bewohner des Hauses sind etwas sonderbare, aber im Grunde sehr liebenswerte Tiere, sie alle begleiten Kaspar in der Nacht und machen sie zu etwas Besonderem, sodaß er seine Angst völlig vergisst.   

Vor allem die Bilder sind eine echte Augenweide, ein farbenfrohes Feuerwerk mit fantasievollen Figuren, das man sich sehr gerne ansieht. Es gibt viele Kleinigkeiten zu entdecken, die man auch beim wiederholten Male Vorlesen neu aufspüren kann. Mit reichlich Fantasie werden Kinder in eine wunderbare Welt geführt, die die nächtliche Dunkelheit in strahlendem Glanz erscheinen lässt. Es gibt Glühwürmchen, eine bunte Wiese mit klavierspielendem Hasen, einen Pinguin, der Angst vor Wasser hat, einen Pandabären, der Federball spielt und ein kleines Schweinchen. Diese Figuren sorgen für unterhaltsame Abwechslung, auch bei Kaspar, denn die gemeinsamen Erlebnisse machen ihn ziemlich müde und so gehen sie alle ins Bett. 



So schön die Illustrationen auch ausgestaltet sind, die sprachliche Umsetzung erscheint mir für Kinder ab 4 Jahren etwas zu hoch gegriffen, wie beispielsweise beim Begriff "Hüterin der Bibliothek". Für die englische Buch-Ausgabe gibt es eine Altersempfehlung zwischen 5-8 Jahren, die mir sinnvoller erscheint.

Dieses Buch zeigt ein buntes Abenteuer in der Nacht, das mit wundervollen Figuren die Nacht mit Farbe füllt, zum Staunen einlädt und zeigt, dass die Freundschaft das Allerbeste ist, was einem passieren kann. 

***Herzlichen Dank an den Knesebeck Verlag für dieses Rezensionsexemplar!***


                                    

 

Montag, 30. August 2021

Eine Familie in Berlin - Paulas Liebe - Ulrike Renk

Eine literarisch gelebte Liebe

Der biografisch angehauchte Roman "Eine Familie in Berlin - Paulas Liebe" von Ulrike Renk ist der Auftaktband einer Familien-Saga aus dem Aufbau Verlag. 

Berlin, Ende des 19 Jahrhunderts. Paula Oppenheimer wächst mit mehreren Geschwistern als Tochter eines Rabbiners auf. Geld ist in dieser Familie eher knapp, das Gehalt für Rabbiner ist nicht viel und so verdient sich die Familie mit der Vermietung von Zimmern ein zusätzliches Einkommen. Paula wird als Gesellschafterin zu ihrer reichen Tante Auguste geschickt, dort kann sie ihr Klavierspiel verbessern und lernt einiges über Literatur und die Künste. Durch ihren Bruder Franz lernt Paula den jungen Dichter Richard Dehmel kennen und sie verlieben sich. Leider erscheint er ihren Eltern ohne feste Anstellung nicht standesgemäß. Doch Paula glaubt den Warnungen ihrer Eltern nicht und steht zu ihrer großen Liebe, als Muse scheint sie alles vollbringen zu können. Doch wird sie mit Richard glücklich?   


 

Dieser Roman beschreibt das Leben von Paula Oppenheimer (1862-1918), einer deutschen Schriftstellerin und Schwester von Franz und Carl Oppenheimer, die von 1889-1900 mit dem Dichter Richard Dehmel verheiratet war.

Bei diesem Roman taucht man sofot in eine andere Zeit ein. Es zeigt die Lebensgewohnheiten der Epoche, als Dienstmädchen für höhergestellte Familien den Haushalt führten und ein Mann eine feste Anstellung haben musste, um eine Frau zu ehelichen. Dieses Zeitgefühl erschafft Ulrike Renk erzählerisch ganz wunderbar, sie gibt der Geschichte eine ruhige und sehr ins Detail gehende Tiefe, die mit poetischen Dialogen und Briefen den Zeitgeist heraufbeschwört. Dabei habe ich die teilweise pathetischen Phrasen in Paulas und Richards Briefen zwar bewundert, es war mir aber auf Dauer auch etwas zuviel des Guten.

Wir lernen Paula kennen und tauchen in ihre Welt der Literatur und des Klavierspiels ein. Sie hat eine angeschlagene Gesundheit, erlebt eine wunderbare Zeit bei ihrer Tante Auguste und ihre Familie lebt die jüdischen Traditionen. Als Paula ihren Eltern ihre Liebe zu Richard gesteht, sind sie dagegen, ein mittelloser Mann ohne feste Anstellung ist nicht nach ihrem Wunsch. Doch Paula ist sehr selbstbewusst und steht zu ihren Gefühlen, sie macht sich Gedanken über ihre Zukunft und kann sich dennoch eine glückliche Ehe vorstellen. 

Der Roman zeigt in erster Linie Paulas Lebensweg und erst im letzten Drittel enthüllt er die zarte Liebesgeschichte, in der Paula sich als Richards Muse sieht und von Liebesbriefen überhäuft wird. Hauptsächlich zeigt der Roman aber die Lebensumstände dieser Zeit, um die Ausbildung von Frauen, Paula hätte gern studiert, das war aber damals noch unüblich. Ihre Begabung und Liebe für Verse und Reime hat sich schon früh gezeigt, erst sehr viel später kam sie dann zum Schreiben. 

Ulrike Renk beschreibt Paula als starke Frauenfigur, eine, die durch ihre Krankheit kein leichtes Leben hatte und dennoch Illusionen und Träume in ihr Leben ließ und am Ende doch kein dauerhaftes Glück in ihrer Ehe fand. Ein Leben, was sich als Romanfigur nahezu anbietet. 

Mir hat der flüssige, detailfreudige und etwas ausufernde Schreibstil gut gefallen, die Briefe sind teilweise den Originalen entnommen und erwecken sehr authentisch die damalige Atmosphäre und Ausdrucksweise, sodass man sich in die Zeit versetzt sieht. Doch es gibt auch einige Längen in der Erzählung, die ich mir spannender gewünscht hätte.

"Paulas Liebe" ist ein zeitbeschreibender Roman mit gut herausgearbeitetem historischem Hintergrund. Für Liebhaberinnen von Biografien wird Paula Dehmel hier detailreich und mit einem besonderen literarischen Briefwechsel sehr authentisch in Szene gesetzt.  


***Herzlichen Dank an ehrlich&anders für dieses Rezensionsexemplar!***


                           

Sonntag, 29. August 2021

Ein Koffer voller Schönheit - Kristina Engel


Ein stimmiger Roman über den Start der Emanzipation 

Im Droemer Verlag erscheint der Roman "Ein Koffer voller Schönheit" von Kristina Engel.

Nicht nur die Wirtschaftslage, sondern auch das Frauenbild änderte sich Ende der 50er Jahre. Große Anschaffungen waren noch ferne Träume, deshalb freute man sich umso mehr über kleine Dinge, die das Leben schöner machten. Dazu gehörte bei den Frauen hauptsächlich Dinge der Schönheit: Düfte, Lippenstift und Puder und so wurden die ersten deutschen Avon-Beraterinnen gern gesehene Gäste in den Haushalten. 

Auch die Hausfrau Anne Jensen sehnt sich nach ein wenig Luxus und möchte mehr erleben. Ihr Mann Benno steckt immer mehr Zeit in den Aufbau seines Geschäfts, ihre große Liebe scheint einzurosten und die Zwillinge sind als Teenager selbständig genug. Über ihre Schwiegermutter wird Anne aufmerksam auf den amerikanischen Kosmetik-Herstellers Avon und ist Feuer und Flamme. Sie möchte sich in diesem Bereich verwirklichen und neben Familie und Haushalt auch noch etwas unternehmen. Doch wird Benno damit einverstanden sein?




In diesem Roman lässt Kristina Engel den Zeitgeist vom Ende der 50er Jahre aufleben. Sie zeigt eine Durchschnittsfamilie, die neben privaten Beziehungsproblemen auch die üblichen Sorgen der Zeit mitmachen. Frauen, die um die Erlaubnis ihres Mannes kämpfen mussten, damit sie arbeiten gehen können. Der Avon-Konzern war für viele Frauen der Start in ein Berufsleben, denn die Schönheit war für kleines Geld auf einmal erschwinglich und brachte Glanz und Freude in so manches Leben.  

Anne ist nicht mehr in ihrer Ehe glücklich und ihre lebensfrohe Schwiegermutter bringt sie auf die Idee mit dem Job als Avon-Beraterin. Das ist genau Annes Ding, sie wird von den Landfrauen gern gesehen, schliesslich bringt Anne die Schönheitsprodukte auch in das letzte Kaff. Dabei wächst sie mit ihrer Rolle immer mehr zu einer selbstbewussten Frau heran, die auch von den Landfrauen als Beraterin Anerkennung findet. Währenddessen hat sie mit ihren rebellischen Zwillingen in der Pubertät zu kämpfen, ihre Eltern sind ihr auch keine Hilfe und ihr Mann Benno bringt sich mit seinem Möbelkaufhaus in eine schwierige finanzielle Situation. Das kann auf Dauer keine glückliche Lösung sein, allmählich akzeptiert er sich aber auch Annes Berufstätigkeit und die Familie wächst wieder zusammen.

Kristina Engel erzählt Annes Geschichte mit nachfühlbarer emotionaler Nähe. Wir tauchen in Annes Leben ein und erleben ihre Selbstzweifel, ihre Beziehungssorgen, ihre Träume und fühlen und bangen mit ihr. Die Zeit als der Krieg noch in den Erinnerungen wütet wird zum Leben erweckt, viele kleine Details zeigen den Musikstil der Zeit, die Produkte, die gesellschaftliche Entwicklung und den Durchbruch der Emanzipation der Frauen.

Richtig gut haben mir die kleinen Episoden des Familienlebens und die kosmetischen Verschönerungsversuche der Frauen gefallen. 


Ein abwechslungsreicher und lebendig erzählter Roman mit einer unterhaltsamen Lebensgeschichte und stimmigem Zeitgefühl. Mit diesem Roman ist gute Unterhaltung garantiert.
 

***Herzlichen Dank an den Droemer Verlag für dieses schöne Rezensionsexemplar!***

 


Wochenrückblick KW 34/2021

 


Was habe ich diese Woche eigentlich gemacht?

Nach einer regenreichen Woche wird klar, der Sommer scheint sich jetzt zu verabschieden. Das haben meine Rosen aber scheinbar nicht gemerkt, sie entwickeln gerade noch einmal neue Blüten. Wenn ich Glück habe, blühen sie dann noch bis in den November. Ein dreifarbiger Chrysanthemenbusch sorgt daneben für herbstliche Farbenpracht und wird wohl schneller verblühen als die Rosen.   


Gesehen:  

Expedition ins Tierreich  


Gelesen:  
 

Getan: 
 
Ein Essen beim Italiener (wir hatten Glück mit dem Wetter) 
 
Gefreut:  
  
Über neue Bücherpost, jetzt brauche ich dringend mehr Lesezeit.
 
Von Ehrlich&Anders erreichte mich dieses hübsche Paket mit Ulrike Renks neuem Roman "Eine Familie in Berlin" aus dem Aufbau Verlag.
 




 

Gegessen:
 

Kartoffelbrei mit Nürnberger Bratwürstchen und Sauerkraut; Kartoffelbrei mit Jägersauce; Spaghetti mit Jägersauce und Gurkensalat; Tomaten-Zucchini-Mozzarella-Auflauf mit Knobiöl; Schweinesteak Saltimbocca mit Pommes und Salatteller; Gebackener Camembert mit Roggenbrötchen und Kohl-Möhren-Salat; Bratwurst vom Grill;






Gedacht: 

Die vierte Welle wird laut Fachleuten durch Urlaubsrückkehrer aus Risikogebieten verstärkt. Das hat man im letzten Jahr schon gemerkt, aber leider folgen daraus keine Konsequenzen.

Gefeiert:

Gestern haben wir bei strömendem Regen in kleinem Rahmen unser 29. Straßenfest gefeiert, alle sind inzwischen geimpft und im Freien ist das Infektionsrisiko ja eher gering. Ein paar Pavillons sorgten für Unterstellmöglichkeiten und sich mal wieder mit den Nachbarn zu unterhalten und über die ganzen Neuigkeiten des letzten Jahres auszutauschen war auch mal wieder schön. Mit ein paar Würstchen vom Grill, Flaschenbier und Piccolo war auch für das leibliche Wohl gesorgt. 
 
Geärgert:  

Angesichts der bevorstehenden Wahlen bin ich skeptisch: Wohin steuert Deutschland demnächst? 

Gekauft:

Bunte blühende Chrsynthemen 


Geklickt:

Die Buchneuerscheinungs-Listen der Verlage
 

Ich wünsche euch eine schöne Woche,

Eure Sommerlese





Freitag, 27. August 2021

Die Muskeltiere und die große Käseverschwörung - Ute Krause

Ein neues spannendes und käsereiches Abenteuer der Nagetier-Helden in Paris 

Abenteuer im Käseparadies

"Die Muskeltiere und die große Käseverschwörung" ist der 7. Band der Kinderbuchreihe von Ute Krause aus dem cbj Verlag. Die Altersempfehlung liegt ab 5 Jahren (zum Vorlesen) oder für geübte Leser ab 8 Jahren.

Ein Käseparadies mit 700 herrlichen Camemberts ist bei Margarethe angeliefert worden, leider ist das eine Falschlieferung. Doch Picandou kann dem Käse einfach nicht widerstehen und wird mit der Lieferung wieder abgeholt und durch Albert nach Paris gebracht. Glücklicherweise sind seine Muskeltierfreunde aufmerksam und kommen mit einigen abenteuerlichen Ideen ebenfalls nach Paris. Dort finden sie auch Picandou wieder und ein neues Abenteuer wartet auf ihre Hilfe. Alberts Hausmaus Filou erzählt ihnen, dass Alberts Camembert-Manufaktur vor dem Aus steht. Ein Billigkäse-Hersteller will Albert ruinieren und ihm vorher noch sein gehütetes Geheimrezept abluchsen. Nun ist die Arbeit der Freunde gefragt, die mal wieder tapfer und voller guter Ideen ans Werk gehen. 

 


"Meine Großmutter sagte immer: Die Rinde eines Käses ist wie die Mauer eines Paradiesgartens. Hat man sie überwunden, ist man im siebten Himmel." Zitat Filous Seite 71

Wer diese Reihe kennt, weiß, hier sorgen die liebenswerten Charaktere für gute Unterhaltung und für so manches Schmunzeln. In der Käseverschwörung sorgt Mäuserich Picandou mit seiner feinen Käsenase für ein großes Abenteuer. Dem Geruch von französischem Camembert kann er nicht widerstehen und so landet er mitsamt der Käselieferung in einer Käserei in Paris. Kneipenmaus Pomme de Terre, Rattendame Gruyère und Hamster Bertram von Backenbart sind Picandous Freunde und ein perfekt eingespieltes Team, sie leben nach dem Motto: "Einer für alle, alle für einen." Und natürlich lassen sie Picandou nicht im Stich und versuchen, ihn zu retten und bringen sich dabei selbst in Gefahr. 

Die kleinen Freunde gelangen nach Paris und müssen sich schliesslich noch mit einigen Bösewichtern auseinander setzen.   

Ute Krause sorgt mit sprachlichem Wortwitz, humorvollen Szenen und spannenden Momenten für eine abenteuerliche Spannung, ihre Figuren sorgen mit ihren Ecken und Kanten immer wieder für beste Unterhaltung und man fühlt und bangt automatisch bis zum Ende mit den kleinen Helden auf einen guten Ausgang der Geschichte.  

Wer die Muskeltiere noch nicht kennt, findet vorn im Buch Porträts der kleinen Nager und kann so schnell mal zurückblättern und sie anschauen. Überhaupt sind die Illustration so wunderschön und gelungen und runden das Buchabenteuer perfekt ab.

Das Hauptthema ist die Freundschaft der Tierchen, sie halten tapfer und fest zusammen und vollbringen immer gute Taten. Auch wenn sie beispielsweise hinterlistig durch die Schwarzfußratten ausgetrickst werden, lassen sie sich nicht entmutigen und finden neue Einfälle, um das Geschäft von Albert noch zu retten. Man kann die kleinen Nagetiere einfach nur lieb gewinnen. 

 

Dieses besondere Kinderbuch mit liebenswerten Figuren und zauberhaften Illustrationen vermittelt den Zusammenhalt zwischen Freunden und zeigt ein tolles Abenteuer der kleinen Helden in Paris.


***Herzlichen Dank an das Bloggerportal und den cbj Verlag für dieses Rezensionsexemplar!***


Freitags-Füller # 253

 


Es ist schon herbstlich frisch geworden, trotzdem blüht meine Rose "Leonardo da Vinci" genau jetzt zum zweiten Mal und eine andere Rose entwickelt noch neue Blüten. Das ist noch einmal ein letzter Gruß an den Sommer, jedenfalls kommt es mir so vor.

 

 


 

Immer wieder kommt ein neuer Freitag ... und damit der Freitagsfüller! 

Dies ist ein kleiner Lückentext zum Ausfüllen von Barbara von  Scrap-Impulse.


1. Bei meinem ersten Kind war ich noch sehr bemüht alles richtig zu machen, beim zweiten Kind hat dessen quirliger Charakter alles durcheinander gewirbelt.    


2. Warum manche Menschen das nicht wahrhaben wollen, ist mir ein Rätsel: Ein vollständiger Impfschutz ist so wichtig.

 

3. Wenn man trotz sozialer Absicherung noch meckern kann, dann sind die Ansprüche einfach zu hoch, da sind Geringverdiener häufig schlechter dran.

 

4. Wenn Leute rücksichtslos mit anderen umgehen, kann ich das nicht verknusen, da ist mir öfter schon mal der Kragen geplatzt.


5. In unserem Land bilden sich die Politiker ein, sie müssten ständig die Verantwortung für die Probleme anderer übernehmen und mischen sich überall ein. Dabei ist jeder Staat für sich selbst verantwortlich.

 

6. Sonnenblumen läuten das Ende des Sommers ein, dann kommen mit  Chrysanthemen, Astern und Dahlien auch schon die ersten Herbstblumen.

 

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf einen schönen Lese-, Filmabend, morgen habe ich geplant, noch eine Rezension zu erledigen und mal die Herbstkleidung im Schrank in den vorderen Bereich zu räumen und Sonntag möchte ich mal wieder einen kleinen Ausflug machen. Hoffentlich spielt das Wetter mit!

 

Ich wünsche euch ein schönes Wochenende!

Viele liebe Grüße,

Eure Sommerlese

Donnerstag, 26. August 2021

Heidelandliebe - Silvia Konnerth

Lebendig geschilderter Roman über Neuanfang, die Liebe und das Leben

Wenn ein Neuanfang dem Leben einen neuen Sinn gibt

Im Blanvalet Verlag erscheint Silvia Konnerths Roman "Heidelandliebe".

Mit 39 trennt sich Cleo von ihrem Mann, es ist aus mit der großen Liebe ihrer Jugend und dem Vater ihrer Tochter Lotta. Cleo nimmt ein Angebot für Haussitting bei der Pianistin Florentine in der Lüneburger Heide an. Hier will sie gemeinsam mit Lotta ihr altes Leben hinter sich lassen und endlich mal zur Ruhe kommen. Doch daraus wird nichts, schon bald sorgt Florentines Neffe Ben für neue Aufgaben und macht ihr schließlich Avancen. Oder hat Cleo noch Gefühle für Christian? Kann so ein Neuanfang gut gehen?


Bei Silvia Konnerths Büchern kann man immer wunderbar eintauchen in eine lebensnah geschilderte Geschichte, die mit nachvollziehbaren Gefühlen, einer Portion Chaos und familiären Problemen sehr authentisch und zum Teil auch humorvoll das Leben beschreibt. In Heidelandliebe taucht man in Cleos Leben ein, das zur Zeit recht turbulent abläuft. Ihre neue Aufgabe des Haussittings soll sie von ihrer recht problematischen Gefühlswelt ablenken, doch ihre Sorgen begleiten sie ständig, die Verwirrung durch die Trennung ist noch zu frisch, wie soll sie sich da mit Lotta ein neues Leben aufbauen? Immerhin hält Nachbar Kurt sie auf Trab und als sie Ben kennenlernt, bekommt das Leben wieder rosige Seiten. Auch der Kontakt mit Christian läuft gar nicht so schlecht wie geglaubt. 

Cleo ist eine enttäuschte Frau, die sämtliche Eheprobleme ihrem Mann Christian zuschiebt,sie kann einfach nicht über ihren Schatten springen und selbst für etwas die Verantwortung übernehmen. Doch im Laufe der Geschichte entwickelt sie sich weiter und außerdem schafft sie es, ihrer Tochter eine gute Mutter zu sein. Mein Lieblingscharakter ist übrigens Wirbelwind Lotta, die sehr realistisch das Bild eines kleinen Mädchens abgibt und für reichlich Trotzverhalten und Trubel sorgt. 

Der lockeren und lebendigen Erzählweise Silvia Konnerths kann man wunderbar folgen und wird sofort in die Geschichte hineingezogen. Man ist mitten im Geschehen und erlebt nicht nur das Gefühlschaos und die Alltagssorgen, sondern auch die bildhaft beschriebene urige Gemütlichkeit in dem Haus in der Heidegegend. Das weckt Urlaubsgefühle.

Dieser Roman sorgt für eine unterhaltsame Lektüre mit herbstlicher Atmosphäre, auf die man sich freuen kann. 


***Herzlichen Dank an das Bloggerportal und an den Blanvalet Verlag!***

 

                      

                       Konnerth, Silvia - Heidesommerträume 

Dienstag, 24. August 2021

Kartoffelsalat - Die besten Rezepte - Luise Lilienthal

Ob modern oder traditionell, leckere Kartoffelsalate gehen immer!

Kartoffelsalat ist immer eine Bereicherung für jedes Salatbüffet

Im Bassermann Verlag erscheint das Kochbuch "Kartoffelsalat - Die besten Rezepte - klassisch, innovativ, gut! 34 neue und traditionelle Variationen".

Der Kartoffelsalat ist oft das kulinarische Highlight beim Grillen und auf jeder Party. Die Zutaten sind überall erhältlich und man kann damit viele unterschiedliche Geschmackssorten zaubern. Ob Klassiker oder neue Kreationen, diese Rezepte machen den Salat zum ganzjährigen kulinarischen Fest.


 

Kartoffelsalat ist bei jeder Party, beim Picknick oder beim Grillen ein beliebtes Gericht, das gerne gegessen wird. Er lässt sich gut vorbereiten und mitbringen. 

Das Kochbuch startet mit interessantem Kartoffelwissen. Um 1750 nahm die Kartoffel unter Friedrich II. ihren  Siegeszug als Grundnahrungsmittel in Deutschland. Weltweit gibt es über 3000 Kartoffelsorten, im Bundessortenamt sind circa 210 Sorten zugelassen.

Die Rezepte werden mit appetitanregenden Bildern gut in Szene gesetzt. Manche stammen aus Omas Küche, andere sind durch exotische Zutaten mal etwas ausgefallener, wie der Süßkartoffelsalat, der Schichtsalat oder der Kartoffelsalat mit Trauben und Sprossen. Es ist für jeden Geschmack etwas dabei, die Rezepte sind übersichtlich erklärt, die Zubereitung erfordert meistens kein großes Geschick in Küchenfähigkeiten und das Ergebnis ist rundum sättigend und immer wieder lecker. 



Meine Favoriten:

- Berliner Kartoffelsalat (mit Apfel und Gurke) 

- Ensadilla Rusa 

- Italienischer Kartoffelsalat  

- Omas westfälischer Kartoffelsalat (mit Ei, Gurke, Majo und Fleischwurst)

- Pellkartoffelsalat mit Kräuterschmand

Wer gerne Kartoffeln isst, kann sich hier nach Herzenslust austoben. 34 verschiedene Rezepte stehen zur Auswahl und sind von der Zubereitung her auch von Kochanfängern zu schaffen.

Öfter mal was Neues auf dem Tisch, das geht mit diesen traditionellen und neuen Rezepte, die alle Kartoffelliebhaber schätzen werden. Hier kommt abwechslungsreiche Vielfalt auf den Tisch! 

 


 

Meine Freundin Lotte - Anne Stern

Erzählerisch beeindruckender und interessanter Roman über die Kunst und eine unerschütterliche Frauenfreundschaft

Der Roman "Meine Freundin Lotte" von Anne Stern erscheint im Kindler Verlag.

Berlin, 1921: Lotte Laserstein will Malerin werden, sie überwindet die Hürden, die jungen Frauen vonseiten der Männer entgegenschlagen und studiert an der Kunstakademie. Die junge Fotografin Traute ist ebenfalls Kunstbegeisterte, sie wird Lottes Modell, Freundin und engste Vertraute. Als die politische Situation sich immer mehr gegen Juden wendet, flieht Lotte 1937 nach Schweden.

Kalmar, 1961: Traute besucht mit ihrem Mann ihre Freundin Lotte in ihrer neuen Heimat. Ihre Freundschaft verbindet beide Frauen noch immer, aber einiges aus der Vergangenheit steht zwischen ihnen und muss endlich ausgesprochen werden.  


 

"Die Erinnerung ist wie ein Lebewesen, ...manches koloriert sie auf liebevollste Weise... dann riechen und schmecken wir die Dinge, als seien wir in einer Zeitkapsel zurückgereist." Zitat Seite 15

Als Inspiration zu diesem Roman diente Anne Stern die deutsch-schwedische Malerin Lotte Laserstein (1898 - 1993). Sie war eine der ersten Frauen, die ihr Studium an der Vereinigten Staatsschule für Freie und Angewandte Kunst in Berlin mit Auszeichnung abschloss.

Dieser Roman spinnt sich fiktiv um eine reale Figur und solche biografisch angehauchten Bücher interessieren mich sehr. Von Anne Stern habe ich bisher noch nichts gelesen, muss mich aber nach dieser Lektüre ihren Fans anschließen. Sie versteht es wunderbar mit Worten umzugehen, ihr Erzählstil liest sich angenehm, er ist sehr bildgewaltig und teilweise fast poetisch. Man kann in manchen Beschreibungen einfach nur versinken. Sehr eindrucksvoll lässt Anne Stern die Figuren wechselseitig erzählen und weckte damit meine Neugier auf die unausgesprochenen Vorkommnisse in der Vergangenheit. Bei der Charakterzeichnung bekommt Lotte den größeren Part in der Erzählung und wirkt mit ihrer Künstlerrolle und als Heimatvertriebene auch interessanter als Traute. Als Frau war der Weg in der Künstlerszene nicht einfach, die Widerstände werden im Roman gut deutlich gemacht.

Überhaupt spielt die Leidenschaft für die Kunst im Roman eine große Rolle. Ein wichtiger Aspekte sind die eingebauten Entstehungsprozesse einiger Kunstwerke, sie machen deutlich wie beseelt Lotte von ihrem Schaffen war und welche Rolle ihre Muse und Seelenverwandte Traute dabei spielte. Das gemeinsame Wiedersehen 1961 in Kalmar soll an die alte Freundschaft anknüpfen, aber viele unausgesprochene Wahrheiten haben einen Keil zwischen die Freundinnen getrieben, den es nun zu entfernen gilt. Doch die Vergangenheit wiegt schwer, deshalb braucht es Zeit, bis sich die Frauen endlich öffnen. 

Die Handlung scheint an manchen Stellen vor sich hin zu plätschern, doch genau diese tiefe Betrachtung der Frauen und ihrer Erlebniss bringen die Figuren zum Leuchten. Manche Leser:innen werden das als Längen darstellen, für mich war es tiefes Eintauchen in die Figuren und in die Zeit.

Von Lotte Laserstein und ihrer Kunst hatte ich noch nicht gehört, deshalb war diese Lektüre für mich ein interessanter Ausflug in die Kunst, der auch die jüngste deutsche Vergangenheit in Erinnerung brachte. Die Erzählfähigkeit Anne Sterns zu entdecken war für mich eines der Buch-Highlights schlechthin. 


***Herzlichen Dank an den Kindler Verlag für dieses Leseexemplar!***

 

 


Sonntag, 22. August 2021

Wochenrückblick KW 33/2021

 


Was habe ich diese Woche eigentlich gemacht?

Auf einer Fahrt zu meiner Mutter habe ich auf abgemähten Feldern und Wiesen zahlreiche Störche gesehen, einmal waren es auf einem Abschnitt sogar 11 Tiere. Dieses Jahr hatten sie gute Bedingungen und konnten viele Jungvögel großziehen. Jetzt machen sie sich jetzt wieder auf den beschwerlichen langen Flug in den Süden. Ja, man kann es nicht abstreiten, es geht schnurstracks auf den Herbst zu und es wird abends schon merklich früher dunkel. Die letzten zwei Tage waren immerhin mal wieder über 20 Grad und das kann ruhig noch ein wenig so bleiben.


Gesehen:  

Expedition ins Tierreich: Wiese und Bach 

So schöne Naturaufnahmen, dafür müssen die Fotografen lange auf der Lauer liegen.


Gelesen:  
 

Getan: 
 
Mit Freunden beim Spanier gegessen, noch ist es im Außenbereich zum Sitzen warm genug. 
Meinen PC mal neu in Gang gebracht, unglaublich, wie flott er nun wieder ist. 
 
Gefreut:  
  
Über ein richtig schönes Überraschungspaket zum Thema Schönheit vom Droemer Knaur Verlag
 


Gegessen:
 
Haxe mit Sauerkraut (noch einmal bayrisch Essen im Reha-Ort meiner Mutter); Tapas-Teller beim Spanier; Lasagne mit Ruccola-Tomaten-Salat (reichte zwei Tage); Spaghetti mit Sauce Arrabiata und Parmesan; Pfannkuchen mit Rosinen; Rinderbraten mit Kartoffeln und Rotkohl; 



Gedacht: 

Die vierte Welle lässt die Zahlen hochschnellen. Es gibt einige Impfdurchbrüche bei Geimpften, doch im Krankenhaus müssen davon nur sehr wenige behandelt werden.

Gefeiert:

Diese Woche keine Feier, dafür war mein Sohn mit Frau zu Besuch zum Kaffee und das ist auch immer schön. Wir Frauen tauschen uns über Bücher aus und die Männer haben andere Themen.
 

Geärgert:  

Was kommt von Entwicklungshilfe wirklich bei den Menschen an? Wieviel Geld versickert in korrupten Kanälen und in bürokratischen Organisationen und sind die Projekte wirklich auf die Fähigkeiten und speziellen örtlichen Gegebenheiten abgestimmt?  

Gekauft:

Eine rosa-farbene Tellerhortensie für die Terrasse 


Geklickt:

Die Inzidenz-Zahlen 
 

Ich wünsche euch eine schöne Woche,

Eure Sommerlese

Samstag, 21. August 2021

Rochade - Reinhard Tötschinger

Ein raffinierter Fälschungs-Schachzug 

Außergewöhnliches und spannendes Romandebüt mit Einblick in die Kunstszene

Der Roman "Rochade" von Reinhard Tötschinger erscheint im Picus Verlag Wien.

Jan Vermeers berühmtes Gemälde "Die Malkunst" wird Opfer eines Attentats, die Restauration fällt Clemens Hartmann zu, der diese Aufgabe mit großer Fachkenntnis und sehr gründlich und penibel angeht. Das Kunstwerk galt einst als Lieblingsbild Hitlers und auch der aktuelle Kanzler Österreichs möchte das Gemälde als Aushängeschild seiner Amtsräume für sich gewinnen. Deshalb dringt er auf eine schnelle Restaurierung, was für Hartmann nicht mit dem perfekten Zustand des Bildes zu schaffen ist. Was also tun? Sein Mitarbeiter Hubert und er entwickeln einen raffinierten Plan, als fähige Maler kopieren sie das Gemälde. Nun darf die Kopie nur nicht als Fälschung auffliegen. 


 

Wer sich für Kunst interessiert, für den stellt dieses Buch ein ganz besonderes Vergnügen dar. Mit dem Kunstbezug hat dieser Roman sofort meine Aufmerksamkeit gewonnen, Jan Vermeer gehört zu meinen Lieblingsmalern aus der Zeit des Barock, er kommt im Laufe der Handlung auch selbst zu Wort.  

Mit den Vorgängen des Attentats auf das weltberühmte Gemälde Vermeers "Die Malkunst" startet der Roman. Die umfangreichen Schäden des Bildes müssen fachgerecht behoben werden, mit der Aufgabe der Restaurierung wird Professor Clemens Hartmann beauftragt, er geht mit akribischer Sorgfalt und großem Fachwissen an die Arbeit. 

Tötschinger lässt uns in Rückblenden historische Zeitgenossen und auch das private Leben des Restaurators kennenlernen und ihm bei seiner Arbeit über die Schulter blicken und damit eintauchen in die Vorgänge der Untersuchung der Schäden und in die Welt der Malerei mit Farbauswahl,  Pinselführung und die Geschichte des Gemäldes mit seiner künstlerischen Aussage. Sehr sorgfältig und mit pathologischer Genauigkeit geht Hartmann ans Werk und möchte das Bild auf die qualitativ perfekte Weise wiederherstellen, das ist er diesem Gemälde und seinem Erschaffer einfach schuldig. Seine Gedanken schweifen während der Arbeit ab zu der Nazivergangenheit des Großvaters,

Brisant wird die Handlung als der junge aufstrebende Kanzler sich für das Gemälde interessiert und es schnellstmöglich für sein Kanzlerbüro gewinnen will. Es entsteht ein Gerangel um das Bild, die Forderung nach Restaurierung in Rekordzeit kann Hartmann nicht in der von ihm gewohnten perfekten Weise nachkommen, was der Politiker nicht akzeptieren will und auf einen frühen Termin der Herausgabe besteht. In seiner Not entwickelt Hartmann einen raffnierten Plan, er will dem Kanzler eine Fälschung unterjubeln, die Arbeit am Original möchte er in Ruhe beenden. 

Ab wann sind Fälschungen auch Kunst und wie wurde Naziraubkunst betrieben? Diesen Fragen wird im Roman in Gesprächen und Gedanken nachgegangen.

Ein sehr interessanter und gut zu lesender Roman mit Kunstbezug, gesellschaftlicher Kritik und politischen Forderungen, die Fragen am Allgemeinwohl zulassen.

 

***Herzlichen Dank an den Picus Verlag und an Vorablesen für dieses Rezensionsexemplar!***