Italienischer Krimi im Urlaubsmodus
***Herzlichen Dank für dieses Leseexemplar durch Prämienpunkte auf Vorablesen!***
***Herzlichen Dank für dieses Leseexemplar durch Prämienpunkte auf Vorablesen!***
***Herzlichen Dank an den KiWi Verlag für dieses Rezensionsexemplar!***
Dieser Reihenauftakt hat mir gut gefallen und ich freue mich schon auf weitere Fälle mit Fredrika und Henry.
***Herzlichen Dank für dieses Rezensionsexemplar, das ich mir für Vorablesen-Punkte ertauscht habe!***
Das Setting des Romans wird sehr bildhaft gezeigt, man kann sich die Szenerie im Berg gut vorstellen und bekommt einen deutlichen Eindruck davon, unter welch harten und gefährlichen Bedingungen sich die Menschen damals durch den Berg hauen mussten. Der Einsatz von Dynamit, der Bohrstaub und die giftigen Gase machten diese Arbeit zu einer lebensgefährlichen Sache, die vielen Arbeitern das Leben kosteten oder sie mit schweren Verletzungen zurückließen. Die mangelhafte Unterbringung und fehlende Hygiene erschwerte die Situation noch erheblich und so ist dieser Bau auch ein Bau unter Tränen und Schweiß.
Gleichzeitig wandert man mit Helene und Piero durch die wunderschöne Bergwelt, erlebt die Schneelandschaft im Winter, die blühenden Sommerwiesen, das Bergpanorama mit dem Bergleuchten und so bekommt die Geschichte neben der Entstehung des Bauwerks auch eine erzählerische und gefühlvolle Variante, die die Handlung perfekt abrundet.
Ihre Charaktere hat Karin Seemayer sehr lebendig angelegt, es sind facettenreiche Figuren entstanden, die die kulturellen Gewohnheiten der Italiener und die sozialen Lebensbedingungen der Dorfbewohner sehr gut beschreiben. Auch wird deutlich, wie der beschauliche Ort von den zahlreichen Arbeitern förmlich überrannt wurde und Marktstände und Gasthöfe nach italienischer Art entstanden, was das gewohnte Lebensgefühl sichtbar veränderte.
Diesen Roman habe ich aufgrund des interessanten Bauvorhabens und der widrigen Liebesgeschichte gespannt verfolgt. Den Figuren hat es ein wenig an Tiefe gefehlt, den Ausgang der Liebesgeschichte habe ich vorhergesehen, aber das Gesamtpaket hat mich gut unterhalten.
Ein lesenswerter Roman, der die schwierigen Umstände vom Bau des Gotthard-Tunnels und das Leben der Anwohner sichtbar macht.
Im Kindler Programm des Rowohlt Verlages erscheint David Safiers Roman "Solange wir leben".
David Safier erzählt die Geschichte seiner Eltern, die mit seinem Vater Joschi in Wien 1937 beginnt, der die Gefängnisse der Gestapo überlebt und schliesslich nach Palästina zieht, von wo aus er später zur See fährt. David Safiers Mutter Waltraut wächst in Bremen als Arbeitertochter auf, sie erlebt die Kriegszeit, die Trümmerjahre und das Wirtschaftswunder, wird Verkäuferin und verwitwet sehr früh. Dann lernt sie den über zwanzig Jahre älteren Seemann Joschi kennen und auch wenn vieles gegen eine gemeinsame Beziehung spricht, entscheiden sich beide füreinander, erleben glückliche Tage und auch dramatische Schicksalsschläge.
"Solange man an jemanden denkt, ist er nicht ganz tot." Zitat Seite 455
David Safier hat mich bisher mit seinen humorvollen Romanen
begeistern können und beweist mit diesem Roman, dass er auch ernste Themen
anpacken und gut umsetzen kann. Er erzählt in dem Buch seine Familiengeschichte, er selbst kommt darin allerdings kaum vor. Vielmehr geht es um das Schicksal seines jüdischen Vaters Joschi, der den Holocaust überlebte und nach Israel auswanderte.
Die glaubhaft erzählte Familiengeschichte wird aus den zwei Perspektiven der Eltern David Safiers erzählt, zur besseren Unterscheidung in verschiedener Schrift, was mir besonders gut gefallen hat. Durch die offene Beschreibung an Emotionen, Schwächen, Fehlern und unterschiedlichen Erlebnissen habe ich die schwierigen Schicksale, das starke Band der Liebe, das Familienleben und die gehüteten Geheimnisse der Eltern Safier sehr intensiv miterleben dürfen und deshalb die Lektüre absolut genossen. Die historisch bedingten Grausamkeiten muss man aushalten können, doch immer wieder blitzt in der Geschichte ein Funke der Hoffnung auf, auch wenn man es kaum glauben mag. Durch die menschliche Beobachtungsgabe David Safiers werden die Personen in diesem Roman lebendig und spürbar. Und sein Humor durchzieht auf feine Art die Erzählung an den passenden Stellen.
Die packende Geschichte bekommt mit den tragischen Erlebnissen des
Holocaust eine düstere Atmosphäre, doch David Safier baut auch viele
lebendige und fröhliche Momente der Familie mit ein, sodaß man den Roman
ohne Tränen zu vergießen lesen kann. Ich habe die Liebe und den
Zusammenhalt der Eltern bewundert, aber auch Waltrauts Stärke, sich mit
aller Kraft um die Familie zu kümmern und alles zu regeln. Denn Joschi
war nie der Vater, der beruflich Fuß fassen konnte, so sehr er es auch
versuchte. Bei der Erzählung wurde mir vor allem klar, wie groß das Leid
sein muss, wenn wie bei Joschi die ganze Familie ausgelöscht ist und
man neu beginnen muss. Diese Wunden heilen nie und nur die Liebe hat den
Menschen der Familie Safier neue Hoffnung gegeben.
Dieser Roman hat mich in eine Zeit eintauchen lassen, die den Menschen viel abverlangt hat. Doch die Liebe ist das Band, dass Menschen zusammenführt und Grausamkeiten überstehen lässt. David Safier ist ein berührender Roman gelungen, der seine Eltern stolz machen würde. Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung!
***Herzlichen Dank an den Rowohlt Verlag und Vorablesen für dieses Rezensionsexemplar!***
Bei dieser Gauner-Krimödie darf man sich auf tolle Charaktere freuen, auf das
Flair der Côte d’Azur und auf eine witzig, skurrile Handlung, die für
einige Überraschungen sorgt. Die Reihe geht weiter und man darf gespannt sein, was die Unverbesserlichen das nächtse Mal erleben werden.
Band 2: Die Revanche des Monsieur Lipaire
Weitere Titel der Autoren findet ihr hier:
Das Kochbuch "Casa Zarrella" haben Jana Ina Zarrella und Johann Lafer gemeinsam entwickelt, es erscheint im Gräfe und Unzer Verlag.
Wenn Jana Ina Zarrella für ihre Familie kocht, dann gibt es einen Mix aus italienischer, deutscher und brasilianischer Küche. Für dieses Buch schaut ihr Johann Lafer über die Schulter und gibt praktische Küchentipps für schnelle Mahlzeiten, die gesund sind und auch noch schmecken.
In diesem Buch erfahren wir in der Einführung etwas darüber, wie Kochen, Essen und Genießen in der Familie Zarrella abläuft. Es folgen hilfreiche Tipps zur Vorratskammer, über frische Lebensmittel, Küchenwerkzeuge, Küchenhacks und wir lernen auch etwas über das Zeitmanagement, was in berufstätigen Familien durchaus ein entscheidender Faktor ist. Danach folgt der Rezeptteil mit tollen Foodfotos.
Die Kapitel teilen sich auf in:
- Frühstück, Snacks und Smoothies: Granola, Tomaten-Basilikum-Aufstrich, Pancakes, Müsliriegel...
- Suppen und Salate: Gazpacho, Italien. Minestrone mit Garnelen, Süßkartoffel-Kokos-Suppe, Bunter Risonisalat, Meeresfrüchtesalat
- Einfach lecker für jeden Tag: Gemüsereis aus dem Backofen, Farofa, Auberginenröllchen, Chili sin Carne, Curry-Gemüse-Pfanne, Fisch in Olivensauce, Johan Lafers Tomatensauce, Zitronennudeln mit Lachs, Calamaretti, Gnocchi in drei Varianten, Gemüse aus dem Backofen mit drei Dipps
- Süße Schlemmereien: Bananenbrot, Bananenmuffins, Matcha-Minz-Törtchen, Bolo de Coco, Geburtstagskuchen Jana Ina, Erdbeer-Tiramisu
- Wenn Zarrellas feiern: Antipasti, Empanadao mit Käse- oder Garnelenfüllung, Auberginen-Cordon-Bleu, Zucchini-Lasagne, Lachs aus dem Backofen, Muscheln in Weißweinsauce, Tacos, Pizza
Bei diesem Buch fällt auf, die Rezepte und Zutatenlisten werden übersichtlich erklärt, man bekommt die Zubereitungszeiten genannt und die Gerichte sind alle recht simpel und auch für Anfänger gut nachzukochen. Zusätzliche Nährwertangaben fehlen.
In der fleischlosen Küche der Zarrellas wird öfter mal Fisch zubereitet, die Gerichte entsprechen dem Geschmack der Familie und es gibt Rezepte für den Inhalt der Brotdosen der Kinder.
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| Curry-Gemüse-Pfanne |
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| Auberginen-Cordon-Bleu |
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| Calamaretti |
Die süßen Speisen entsprechen nicht so meinem Geschmack und für Overnight-Bowls gibt es genügend Rezepte im Netz. Aber die Jeden-Tag-Gerichte und die der Feiern der Zarrellas werde ich wohl größtenteils mal nachkochen. Da gefällt mir der gesunde Aspekt und die internationale Note.
Im Hause Zarrella ist Essenszeit auch gemütliche Familienzeit, bei der sie sich unterhalten und ihr gemeinsames Essen genießen. Von Müsliriegeln, Porridge und Gemüsesticks mit Dipps über Pasta, Reis und Gemüsegerichten bis hin zu Torten, Pralinen und anderen Köstlichkeiten verrät uns Jana Ina ihre Rezepte.
Dieses buntes Kochbuch eignet sich für die ganze Familie, es legt Wert auf gesunde Küche, orientiert sich im vegetarischen und vegangen Bereich und bietet viele einfach nachzumachende Rezepte für köstliche Essenszeit.
***Herzlichen Dank an den GU Verlag für dieses Buch!***
Leichte und lustige Lektüre, zum Aufheitern gerade richtig
"Wo kommen wir denn da hin" ist ein humorvoller Roman von Günter Habicht, der im Ullstein Verlag erscheint.
Der 63-jährige Günter Habicht ist ein Pedant wie er im Buche steht, ständig überwacht er vom Balkon aus das Verhalten seiner Nachbarn. Jede noch so kleine Schluderei fällt ihm auf, das fängt beim Trennen des Abfalls an und hört bei falsch geparkten Autos und E-Rollern noch lange nicht auf. Seine Frau Brigitte regt das auf, aber Günter hat auch seine guten Seiten. Er ist hilfsbereit und zeigt im Baumarkt den Kunden die besten Produkte für ihre Sanierung. Seiner Erzfeindin Renate Bergmann weicht er aus, so gut er kann. Denn die twittert ja neuerdings alles und jedes und würde sicher auch Günters Verhalten auf Twitter kritisieren und verbreiten.
Nach der Buchreihe mit Renate Bergmann hat Torsten Rohde nun einen männlichen Protagonisten am Start. Es ist der ehemalige Busfahrer Günter Habicht, den Renate-Fans aus "Fertig ist die Laube" kennen. Dort in der Laubenkolonie Abendfrieden haben sie sich kennengelernt, leider ist keine herzliche Freundschaft daraus entstanden.
Günter ist im Vorruhestand und auch seine Frau Brigitte ist vorzeitig in Rente, was sie im Nachhinein bitter bereut. Der gemeinsame Alltag muss erst wieder gelernt werden und Brigitte ist es furchtbar peinlich, wie Günter alle Nachbarn maßregelt. Aber er geht häufig auch seiner Wege und dann klönt Brigitte mit ihrer Freundin Doris oder liest Beziehungsratgeber. Beide haben eine erwachsene Tochter, Mareike, und als Günters Mutter ins Seniorenheim ziehen muss, arbeitet Günter dort als Hausmeister und kümmert sich auch um ihr Haus in Brandenburg. Dort würde er am liebsten bleiben, aber seine Aufgaben als Hausmeister in der Gartenkolonie
muss er ja auch noch ausüben. Dort lernte er auch Renate Bergmann kennen, die rein gar nichts von Vereinsregeln hält und ihm damit ein Dorn im Auge ist.
Mit Günter lernen wir einen pedantischen Mann kennen, dem durch seine jahrelange Busfahrertätigkeit Verkehrsregeln ins Blut übergegangen sind. Aber mit Busfahren ist nun Schluß und so meint er, anderen Menschen Regeln beibringen zu müssen. Die Beziehung mit Brigitte ist auch nicht mehr so harmonisch wie zu Anfang, nur seine Tochter Mareike kann ihn ganz gut um den Finger wickeln.
Auch wenn ich Renate um Längen sympathischer finde als Günter, kann man bei dieser Lektüre reichlich schmunzeln. Besonders als es um Günters Mutter im Seniorenheim ging, er das Bauhaus unsicher machte oder ein Einkauf bei Ikea anstand. Seine Rolle ist schon etwas überspitzt angelegt, doch man kann sich wunderbar amüsieren und kennt vielleicht auch jemanden wie Günter aus der eigenen Nachbarschaft.
Wer mal wieder etwas Lustiges lesen möchte und kein Problem mit pedantischen Rentnern hat, sollte sich die neue Hauptfigur von Torsten Rohde mal zu Gemüte führen. Ich mochte Renate noch ein wenig lieber, aber eine humorvolle Lektüre ist Günters 1. Band auch.
***Herzlichen Dank an den Ullstein Verlag für dieses Rezensionsexemplar!***
Ein großartiger und feinfühlig erzählter Roman - ein echter Buchschatz
Die Familiensaga "Die Hebamme" des norwegischen Autors Edvard Hoem erscheint bei Urachhaus.
Die Ururgroßmutter des Autors, Marta Kristine Andersdatter Nesje, lebte am Romsdalfjord. 1821 ging sie zu Fuß an die 600 km entfernte Westküste Norwegens nach Christiania, um Hebamme zu werden. Diesen Beruf sollte sie 50 Jahre lang ausüben und war stets bemüht, den Frauen bei der Geburt zu helfen. Das war nicht immer gern gesehen, ihr schlug Misstrauen entgegen und die Armut der Menschen war auch ein Problem.
Edvard Hoem lässt uns auf wunderbar atmosphärische Weise an dem Leben Marta Kristines und ihrer Familie teilhaben. Er zeichnet mit Martas Lebensporträt nicht nur ein Bild dieser starken, anpackenden Frau, sondern zeigt auch die Aufgaben einer Hebamme im Detail, ein Beruf der vor 200 Jahren erst langsam aufgebaut wurde. Marta führte ein einfaches, arbeitsreiches Leben mit vielen Kindern und einem kranken Mann, ihr Hans wird schwermütig, seine Erlebnisse im Krieg machten ihm zu schaffen und seine Geschäftsideen sind nicht erfolgreich, stattdessen häuft er Schulden an. Doch Marta steht fest zu ihm und ihre ständig wachsende Kinderschar ist der Beweis ihrer großen Liebe. Für eine Geburt ließ Marta alles stehen und liegen und machte sich
auf den teilweise sehr beschwerlichen Weg über den Fjord zu den
werdenden Müttern. Das Geld war in diesem kinderreichen Haushalt immer knapp. Dabei mussten Hebammen bezahlt werden, vielen armen Leuten fehlten dafür aber die Mittel. Als Martas finanzielle Not groß ist, geht sie zur Einklagung ihrer Bezahlung sogar vor Gericht.
Bei diesem Roman hat mir der feinfühlig und lebendig beschreibende Erzählstil wunderbare Lesezeit geschenkt, Hoem beschreibt tiefgründig die Figuren und zeigt detailgetreu das damalige Leben aus nächster Nähe. Man kann sich genau vorstellen, welche Aufgaben Hebammen übernahmen und welche Sorgen und Nöte die Menschen umtrieben und auch die Mütter- und Kindersterblichkeit der Zeit wird hier klar zum Ausdruck gebracht. Ich bin gefesselt in diese Zeit eingetaucht und konnte mit den Figuren mitfiebern.
Ein echter Buchschatz über die Gründungsjahre des Berufsstands Hebamme! Mein Highlight des Monats!
***Herzlichen Dank an den Urachverlag und an Vorablesen für diese Buchprämie!***