Dienstag, 26. März 2019

Die Tote im Dünenhaus - Ulrike Busch

Spannendes Mitraten ist bei diesem Urlaubskrimi angesagt


Ulrike Buschs Krimi "Die Tote im Dünenhaus" ist der 6. Fall der Kripo Wattenmeer und erscheint als Books on demand.


Okko Knudsen, der Bruder von Hauptkommissar Kuno Knudsen, hat endlich beruflich Fuß gefasst. Er will als Jugendbetreuer auf Amrum Umweltseminare des Biologen Professor Bubendeys begleiten. Als Okko zur Vorbereitung mit dem Professor verabredet ist und das Dünenhaus am Wriakhörnsee aufsucht, stolpert er über die Leiche einer Frau. Der Professor ist nicht vor Ort. Den Ermittlern stellt sich die große Frage, wer diese Frau ist und warum sie ausgerechnet dort ermordet wurde. Sollte der Professor etwas damit zu tun haben oder ist das ein Racheakt gegen den verhassten Unternehmer Ulf Janssen aus Hamburg, der gegen den Willen der Amrumer das Dünenhaus kaufen will? 



"Mörder fragen nicht nach dem Wochentag." Zitat Seite 21

Die Kripo Wattenmeer ist mittlerweile meine liebste Krimi-Reihe von Ulrike Busch. 
Erneut kann die Story mich auf die Insel Amrum mitnehmen und weil die Gründe für den Mord relativ verzwickt sind, kann man wieder gut mitraten.

Mit diesem Leichenfund hat das findige Ermittlerteam Knudsen und Zander von der Kripo Wattenmeer erneut einen Fall aufzuklären, bei dem es mehrere Tatverdächtige gibt.


Rein sprachlich gesehen, enthält dieser Band alle Zutaten, um zu den bestern Krimis der Autorin zu gehören. Eine flüssige Sprache, eigenes Mitraten durch den Leser, schräge Figuren und ihr Alltagsverhalten und eine unterhaltsame, sowie fesselnde Aufklärung machen dieses Buch zu einem perfekten Urlaubskrimi für Mußestunden an der Nordsee.


Auch wenn hier mittlerweile der sechste Band vorliegt, sollte man keine Verständnisschwierigkeiten mit dem Buch haben. Alle Fälle sind einzeln abgeschlossen und die Figuren werden immer wieder kurz umrissen. Die persönliche Entwicklung der Personen ist jedoch aus der Reihe heraus noch interessanter zu verfolgen.

Betrachtet man diesen Mordfall, zeigen sich einige Verdächtige, etwaige Motive sind denkbar, aber nicht eindeutig klar. Gemeinsam mit den Ermittlern geht es zu den Befragungen und man kann sich selbst ein Bild über die Personen machen, die im Umfeld mit dem Mord in Frage kommen. Ulrike Busch streut mehrere Wendungen ein, sodaß man immer wieder weitere Personen für den Täter hält. 

Mit ihren etwas schrägen Figuren sorgt die Autorin für bunte Unterhaltung, besonders ihr skurriler Reporter Friedrich Fliegenfischer ist ein Unikum, der dieses Mal auf Freiesfüßen wandelt und für eine heitere Note sorgt. 
Dieses Mal scheint FF endlich auch etwas eigenen Ermittlerinstinkt gewonnen zu haben. Die neue Journalistin und der ältliche Professor Dionisius Bubendey, der ein Frauenschwarm sein soll, sorgen für weiteren Schwung in der Geschichte, die natürlich auch kleine Alltagsgeschichten aus dem Privatleben der Kripoleute enthält und wie immer norddeutsches Küstenflair versprüht.  

Ein Krimi, der ohne Blutvergießen auskommt und mit seinen liebenswerten oder auch schrägen Figuren gut unterhält. Der perfekte Urlaubskrimi für Mußestunden an der Nordsee.



***Herzlichen Dank an Ulrike Busch für diesen Amrum-Krimi!***









Sonntag, 24. März 2019

Wochenrückblick KW 12/2019

Was habe ich diese Woche eigentlich gemacht?   

 



Gesehen:  

Viele Bücher, etliche Autorinnen, Leserinnen und Besucher auf der Buchmesse in Leipzig


Gelesen:

Mörderhaus - Vanessa Savage 

Dress like a Parisian - Aloïs Guinut  

Töchter einer neuen Zeit - Carmen Korn 

Kaschmirgefühl - Bernhard Aichinger 

Mama - Sigrid Engelbrecht

Lieblingsmensch - Bianka Echtermeyer


Getan:  
Gefahren: nach Leipzig zur Buchmesse 
Gereist: nach Leipzig, mit meinem Mann noch zwei Tage für Sightseeing drangehängt
Getroffen: einige liebe Bloggerfreundinnen und Autorinnen und Autoren
Gesungen: beim Chor "Streets of London" 


Gegessen: Fischteller beim Spanier; Tortellini mit Spinat und Käsesauce; Brokkolisuppe; Schweinefilet mit Champignons und Spätzle (reichte für zwei Tage); Gemüsemix mit Reis und Kräutersauce

Getrunken: Jede Menge Wasser, Kaffee und verschiedene Tees, Bitterlemon und Karottensaft, Sekt auf der Buchmesse

Gedacht: Was packe ich für die Buchmesse ein und welche Schuhe soll ich nur  mitnehmen? Schliesslich läuft man die ganzen Tage recht viel.


Gefreut:  

Auf die Leipziger Buchmesse 
Auf einen runden Geburtstag, der am Monatsende ansteht.  
Auf einen Bücherpaket-Gewinn von Wasliestdu.
Auf ein Wiedersehen mit Hasirasi, Patno, Seehase und Roland beim gemeinsamen Abendessen.
Auf ein Treffen mit Anya und Anja! ;-) 


Gestaunt: 

Über die vielen Rezensionsexemplare, die noch vor der Messe bei mir eingetrudelt sind.
 
Geärgert:  

Warum eine Hotelkette in Spanien nicht in der Lage ist, eine Buchung für eine Reise zu bestätigen.

Gewünscht:  

 Mehr Zeit zum Lesen und Rezensieren 



Gekauft: Reinigungstücher fürs Gesicht, Süßigkeiten für die Messe als Goodies

Geklickt: 

Etliche Facebook Kommentare und Planungen bezüglich der Treffen auf der Messe

 

Ich wünsche euch eine schöne Frühlings-Woche! 

Eure Sommerlese

Mittwoch, 20. März 2019

Mama - Sigrid Engelbrecht

Wunderschöne warme Dankesworte für die beste Mutter der Welt


In "Mama – A wie Alltagsheldin bis Z wie Zauberin" beschreibt Sigrid Engelbrecht alles rund um die Mutterrolle. Das Buch erscheint im März 2019 im Dudenverlag/Cornelsen. 


Manchmal fehlen uns die Worte, um auszudrücken, was uns unsere liebsten Menschen bedeuten. Deshalb kann man sie jetzt nachschlagen: Sigrid Engelbrecht hat ein Wörterbuch zum Verschenken zusammengestellt. Von A wie Alltagsheldin bis Z wie Zauberin" findet man alles das, was unsere Mutter für uns sein kann.



Unsere Mutter ist ein besonderer Mensch für uns und von Anfang an für uns da. Für sie gibt es ein eigenes Wörterbuch, geschrieben von Sigrid Engelbrecht. Darin erzählen kleine Geschichten von der Geborgenheit, dem Vertrauen und den schönen Erinnerungen, die wir mit unserer Mutter verbinden. Die Wortbedeutung von "Mama" wird zum Beispiel so definiert: "„Der einzige Mensch, der dich schon liebt, bevor du auf der Welt bist."

Wem gelingt es besser, uns zu trösten, wenn wir traurig sind und wer backt die leckersten Pfannkuchen? Ganz klar, das ist die eigene Mutter.

Hier ist mal ein Beispiel:

Nestwärme  


Wortart: Substantiv

Bedeutung: wohliges Gefühl der Geborgenheit; sorglos in die Federn kriechen,...

Synonyme: Behütetheit, Geborgenheit, Liebe, Zuwendung

Ein Text erklärt Heimat und heimisches Wohlgefühl.

Wenn ich mir dieses Buch anschaue, wird mir ganz warm ums Herz. Alles was uns mit unserer Mutter verbindet, wird hier von A-Z in passende Worte gebracht.
Was gibt es schöneres als eine solche Liebeserklärung an die eigene Mutter?

Einige Gedanken und Sprüche kann man für einen lieben Muttertagsgruß abschreiben. Man kann ihr aber auch gleich dieses Büchlein schenken. Und Danke sagen muss man nicht nur am Muttertag. 



***Herzlichen Dank an den Duden Verlag und an Literaturtest für dieses Rezensionsexemplar!***



Lieblingsmensch - Bianka Echtermeyer

Wortreiche Wertschätzung des Lieblingsmenschen


Das Wörterbuch "Lieblingsmensch – A wie außergewöhnlich bis Z wie ziemlich cool" von Bianka Echtermeyer erscheint im März 2019 im Dudenverlag/Cornelsen.

Ob Bruder oder Schwester, bester Freund oder beste Freundin, Partner oder Partnerin – unser Lieblingsmensch bleibt immer bei uns, auch wenn wir mal so richtig maulig sind. Deshalb gehören zum Beispiel auch „bleiben“ und „maulig“ zu den 50 Einträgen, die Bianka Echtermeyer diesen Menschen widmet. 


Manchmal fehlen uns die Worte, um auszudrücken, was uns unsere liebsten Menschen bedeuten.  Deshalb kann man sie jetzt nachschlagen: Bianka Echtermeyer hat ein Wörterbuch zum Verschenken zusammengestellt. 

Welche Menschen sind uns wichtig? Es sind diejenigen, die unser Leben bereichern und komplettieren und es zu dem machen, was es ist. Diese Menschen schätzen und lieben wir, aber haben wir es ihnen auch schon einmal gesagt? Dieses Büchlein gibt viele Stichworte, die wir benutzen können. Es ist ein Wörterbuch für unseren Lieblingsmenschen. 50 Wörter von A wie außergewöhnlich bis Z wie ziemlich cool drücken aus, was unser Lieblingsmensch für uns bedeutet. Ein hübsch gestaltetes Geschenkbuch mit inspirierenden Gedanken zu Liebe und Freundschaft.

Bei diesem Wörterbuch erklärt uns Bianka Echtermeyer anhand von 50 Einträgen mit einem Augenzwinkern die Bedeutung, Herkunft und Verwendung der Worte. Zu jedem Wort ist ein kleiner liebenswürdiger Text beigefügt, der das Wort zum Inhalt hat und näher beschreibt. 
Das Buch kann ich anhand eines Beispiels am besten erklären.

Einzigartig
Wortart: Adjektiv
Bedeutung: was du für mich bist - durch nichts und niemanden zu ersetzen
Synonyme: beispiellos, einmalig, phänomenal...
Ein Bild mit einer glänzenden Perle in einer Muschel zeigt die Einzigartigkeit. 

Ein bunt abgesetzter Text wird über den Lieblingsmenschen beschreibt, warum niemand ihn ersetzen kann. 

Das Alphabet hält für unsere Lieblingsmenschen stets die richtigen Worte bereit, hier findet man sie beispielhaft zusammengefasst. Damit kann man auch mal Danke sagen und seinem Lieblingsmenschen eine Freude machen. 


Dieses Wörterbuch eignet sich wunderbar zum Verschenken oder zum Inspirationen holen, wenn man seinen Liebsten eine liebe Nachricht schreiben möchte. Es wertschätzt den Lieblingsmenschen mit wortreicher Weise und zeigt ihm, wie lieb wir ihn haben.


***Herzlichen Dank für dieses Rezensionsexemplar an Literaturtest und den Duden Verlag!***


Dienstag, 19. März 2019

Kaschmirgefühl - Bernhard Aichner

Roman in Dialogform, der mich gut unterhalten hat, die Krimis mag ich aber bedeutend lieber.


Der kleine Roman "Kaschmirgefühl" von Bernhard Aichner erscheint im März 2019 im Haymon Verlag.

Der Single Gottlieb führt ein unspektakuläres Leben als Krankenpfleger in einem Hospiz. Tagsüber sieht er dem Tod ins Auge und abends gibt es auch keine Romantik für ihn, denn er lebte bis vor Kurzem mit seiner alten Mutter zusammen. Privatleben: Fehlanzeige. Aus großer Einsamkeit ruft Gottlieb zum ersten Mal in seinem Leben eine Sexhotline an und hört Maries Stimme. Natürlich hat sie die gewohnten Standardsprüche auf Lager, doch Gottlieb möchte statt Telefonsex viel lieber mit Marie reden. Beide führen ein Gespräch, bei dem sie sich gegenseitig Lügen auftischen. Beide ahnen nicht, dass sie die gleichen Sehnsüchte nach einem glücklichen Leben teilen.



Bernhard Aichners neuestes Werk "Kaschmirgefühl" ist ein Kurzroman in Dialogform. Nachdem ich seine etwas skurrilen Krimis bereits kenne, war ich sehr gespannt auf diesen Genrewechsel.

Die gesamte Handlung besteht aus den Telefonaten zwischen Yvonne (Marie) und Joe (Gottlieb), die sie innerhalb von 10 Stunden miteinander führen. Gottlieb ruft zum ersten Mal in seinem Leben eine Sex-Hotline an. In dieser Anonymität entstehen Gespräche, die von beiden mit reichlich Flunkerei geführt werden. Es geht schon bei den Namen los. Bei Marie gehört der Name ja zum Geschäft, Gottlieb scheint dann aber mit der wahren Bestimmung von Maries Telefonaten ein Problem zu haben. Er möchte sich eigentlich nur unterhalten. Kaum ist ein kurzes Telefonat beendet, ruft Gottlieb erneut an und beide fühlen sich etwas veralbert vom Gegenüber, denn sie erfinden gegenseitig Geschichten. Doch beim Klang ihrer Stimme geschieht das Ungewöhnliche, Gottlieb verliebt sich ein wenig in Marie und sie vielleicht auch in ihn. Solche Männer hat sie selten an der Strippe. Was an ihren Gesprächen wirklich wahr ist, kann man nur erahnen. Auf alle Fälle ist es ein gegenseitiger Flirt, der nie billig oder obszön wirkt und sich zu einer besonderen Liebesgeschichte entwickelt.

Der Roman lässt sich schnell und flüssig lesen, es ist nicht besonders viel Text.
Mit der Zeit werden einige Geheimnisse oder Übertreibungen aufgeklärt, doch im Grunde blieben die Figuren etwas unscharf und zeigen nicht die spezielle und charakterliche Tiefe, die Aichner so perfekt beherrscht. 



Weil ich mit einem Donnerschlag am Ende gerechnet hatte, hat mir hier etwas gefehlt. Gerade in der besonderen Charakterisierung seiner Protagonisten liegt sonst Bernhard Aichners Stärke. Seine Krimis gefallen mir besser, dieser Roman hat mich aber auch gut unterhalten.


***Herzlichen Dank an den Haymon Verlag und an vorablesen für dieses Rezensionsexemplar!***



Töchter einer neuen Zeit - Carmen Korn

Berührend und gut unterhaltend werden hier geschichtliche Einblicke gewährt. 

 

"Töchter einer neuen Zeit" von Carmen Korn ist ein historischer Roman, der einen Blick auf Deutschland von 1919 bis 1948 wirft. Das Buch ist der Auftakt einer Trilogie und erschien am 23.6.2017 im Rowohlt Verlag. 

Vier Frauen, Zwei Weltkriege, Hundert Jahre Deutschland

Die Generation der um 1900 geborenen Frauen mussten gleich zwei Weltkriege durchleben. 
Eine von ihnen ist Henny Godhusen, voller Vorfreude macht sie 1919 eine Ausbildung zur Hebamme. Der erste Weltkrieg ist überstanden und Henny glaubt die dunklen Jahre ihres Lebens hinter sich zu haben. Sie arbeitet in Hamburg in der Frauenklinik Finkenau, hier trifft sie die unterschiedlichsten Menschen, doch drei Frauen werden ihren Lebensweg begleiten und Höhen und Tiefen miteinander teilen. Persönliche Schicksalsschläge, die Auswirkungen der Weltpolitik, der Aufstieg der Nazis und der drohende Zweite Weltkrieg erschüttern ihre Suche nach dem kleinen Glück.



Dieser Roman dreht sich um vier Frauen in Hamburg von 1919 bis 1948 und lässt den Leser teilhaben an ihrem Leben, mit ihren Hoffnungen und Verzweiflungen. 


Ida lebt in einer Stadtvilla und kennt keine Not. Hennys Kollegin Käthe ist aus einfachen Verhältnissen und unterstützt die Kommunisten. Lina ist alleinstehende Lehrerin und führt ein unkonventionelles Leben.

Die Frauen träumen von einem friedlichen Leben nach dem ersten Weltkrieg, sie sind voller Tatendrang und voller Wünsche auf die Erfüllung persönlicher Lebensziele und Träume. Doch die politische Entwicklung macht ihnen einen Strich durch die Rechnung. Die Nationalsozialisten erstarken, bringen die Bevölkerung erneut in einen grauenhaften und zerstörerischen Krieg. 

Carmen Korn gelingt mit ihren bildhaften Schilderungen der Nachkriegszeit in der Hansestadt Hamburg ein authentischer und eindringlicher Blick in diese Zeit. Die vier Frauenfiguren hat sie als Beispiele tausender Frauenschicksale in den Mittelpunkt der Geschichte gestellt. Sie hat sie mit geübtem Blick ganz individuell gezeichnet und so beschrieben, dass man sie alle gut voneinander unterscheiden kann. Sie wurden mir beim Lesen sehr vertraut und ich habe mit ihnen mitgefühlt und gemeinsam auf bessere Chancen gehofft.
Die Verzweiflung der Menschen wird spürbar, wenn man die Szenen in den Luftschutzkellern liest. Man erlebt die Bombardements hautnah mit, sorgt sich um die Menschen und ist höchst betroffen über die Grausamkeit menschlicher Vernichtungsmaschinerie. Der 28. Juli 1943 ging als Vernichtungsschlag Hamburgs in die Geschichte der Stadt ein.

Die Autorin hat einen einnehmenden Schreibstil, dem man gerne folgt. Sie macht Emotionen spürbar, zeigt Ängste und Verlustschmerzen und bringt gleichzeitig den Lebensalltag der Menschen klar umrissen aufs Papier. Auch wenn manche Schilderungen etwas in die Länge gezogen wirken oder auf den ersten Blick als Füllmaterial erscheinen, alle diese Vorgänge bringen insgesamt ein gesamtes Bild zustande, das man auf sich wirken lassen muss. 

Unter welchen Bedingungen haben die Frauen damals in Hamburg gelebt? Auf was haben sie alles verzichtet und wie konnten sie Stärke beweisen in dieser schwierigen Zeit?


Berührender Roman, dessen realistische Darstellung vor weiteren Kriegen als Mahnung dienen sollte. Für dieses Buch möchte ich eine Leseempfehlung aussprechen. 



Montag, 18. März 2019

Dress like a Parisian - Aloïs Guinut

Informiert über Eleganz und Stilbewusstsein des französischen Chics  


 
"Dress like a Parisian" ist der Style-Guide für perfekten französischen Chic von Aloïs Guinut. Der Ratgeber erscheint am 4. März 2019 im Prestel Verlag.


Den Pariserinnen sagt man nach, dass sie sich stets perfekt kleiden und immer umwerfend aussehen. Was ist dran, an diesem gewissen »je ne sais quoi«?

In diesem praktischen Ratgeber verrät die Pariser Fashion-Victim Aloïs Guinut, die besonderen Tricks in Sachen Pariser Style. Wie kombiniert man Farben, Muster und Schnitte, welche Kleidungsstücke sollten man als Basics im Kleiderschrank haben, um bei jeder Gelegenheit das  passenden Outfit zu haben. Sie erklärt, was macht die perfekte Jeans ausmacht und wie man Kleidungsstücke am besten kombiniert. Neben Styling-Tipps verrät die Autorin auch ihre Lieblingsboutiquen in Paris und spezielle Style-Secrets.

Was ist wirklich dran am französischen, speziell dem Pariser Chic?
Aloïs Guinut kommt nicht nur aus Paris, sie hat am Français de la Mode studiert und arbeitet als Stylecoach in der Modebranche und kennt sich mit passender und zugleich eleganter Kleidung aus.  Ihrer Meinung nach trägt die Pariser Frau einen Style, der sich vom Mainstream der üblichen Kleiderketten abhebt. Es ist neben dem perfekten Outfit speziell die »attitude«, die Haltung der Frauen, die sie stilvoll wirken lässt. Befolgt man die Tipps aus diesem Buch soll man sich dieser Haltung annähern können. 


Schauen wir mal rein.

Zu Beginn beschreibt die Autorin die charakteristischen Modekennzeichen der Französinnen: von lässiger Nonchalance, totaler Eleganz über dezente Sinnlichkeit, geht es mit Spaß an Mode und Trends zu individuellem Style durch besondere freigeistige Regelbrüche. 

In den nachfolgenden Kapiteln gibt es praktische Beispielen zu Farben, Mustern, Stoffen, Silhouette und Schnitt und geht dann über zu Wissen über nützliche Basics und die Wirkung von Accessoires. Die Infos über Schuhe, Tücher und Gürtel führen schliesslich neben Grundwissen über Styles, Make-up und Basics fürs Büro zur eigentlichen Typberatung. Von eigenen Jeanskäufen weiß jede Frau, nicht jede Jeansform eignet sich für (fast) alle Figurentypen. Soweit, informiert endet das Buch mit den speziellen Geheimnissen der Pariserinnen. 

Die einzelnen Themenbereiche werden durch kurze Texte und besondere mit roten Punkten gezeichnete Erklärungen erläutert, dazu dienen bunte Illustrationen oder Fotos als beschreibendes Anschauungsmaterial.  

Neben diversen Vorschlägen und ganz wichtigen "Do not"- Ratschlägen, lässt die Autorin auch ihre persönlichen Styletipps ins Buch einfließen. Außerdem sorgen diverse Interviews und Vorstellungen verschiedener Frauen aus der Modebranche für vielseitige Ansichten. Mir ist keine dieser Frauen bekannt und auch zeigen sie alle ein bestimmtes Körpermaß, auffällig ist: Übergrößen werden in diesem Buch mit keinem Wort erwähnt.


Die Französin kleidet sich nicht aufreißerisch bunt, doch sie setzt Akzente mit Farbe. 
Sie ist keine aufgedonnerte Frau mit Komplett-Glitzeroutfit samt extrem Make-up. Sie trägt keine quietschbunten langen Nagelkrallen oder aufreizende Kleidchen. Sie trägt einen Understatement-Stil, der durch seine zeitlose Zurückhaltung auffällt. Weniger ist manchmal mehr.
 
Was man mit diesem Wissen macht, bleibt jedem selbst überlassen. Es ist kein Buch zum Durchlesen und schon hat man ein bestimmtes Stilbewusstsein drauf - hier kommt es auf verschiedene Bereiche an und auf die eigene Vorstellung von seinem eigenen Erscheinungsbild.
Man kann sich immer mal wieder in einem Kapitel Tipps erlesen, so gesehen ist das Buch ein bunter Ratgeber mit Nachschlagecharakter. 

Was ich aus diesem Buch mitgenommen habe:
- Schlichte Zurückhaltung wird kombiniert mit auffallenden Accessoires. 
- Bestimmte Basics geben Trägerinnen Stil und minimieren das langwierige Auswählen von Outfits.  
- Stilempfinden kann man nicht von jeder Frau erwarten, doch mit bestimmten Tricks kann sich jede Frau im Rahmen ihrer körperlichen und finanziellen Möglichkeiten chic und perfekt abgestimmt auf ihren Typ kleiden. 
- Zuviel ist nie gut, dann lieber elegant und zeitlos, als jeden Modetrend mitmachen.
- Die Farbwahl ist meines Erachtens sehr individuell, doch man findet Ratschläge, die man bei einem öffentlichen Auftritt durchaus beachten sollte.

Dieser Style-Guide erklärt sehr anschaulich den französischen Chic und gibt der Leserin für sich und ihren Figur- und Farbtyp die besten Ratschläge für individuelles Styling.  


 
***Herzlichen Dank an den Prestel Verlag für diesen Ratgeber in Sachen Styling, den ich über Lovelybooks gewonnen habe!***



Sonntag, 17. März 2019

Mörderhaus - Vanessa Savage

Ein unblutiger und mit viel Feingefühl geschriebener Thriller



Der Psychothriller "Mörderhaus" der englischen Autorin Vanessa Savage erscheint am 1.2.2019 im Knaur Verlag

Patrick verwirklicht seinen lang gehegten Traum und kauft für seine Familie das Haus in Wales, in dem er aufgewachsenen ist. Er beschreibt es als heimelig und malerisch gelegen. In Wahrheit ist es  eher feucht, kalt und baufällig, denn seit dort ein Mann seine Familie ermordet hat, stand es leer. Von
diesen Hintergründen erzählt er seiner Frau Sarah und den Kindern Mia und Joe nichts. Diese Geschichte scheint immer noch im Haus zu stecken, denn Sarah fühlt sich beobachtet und bemerkt bei Patrick eine zunehmende Veränderung im Wesen.




Titel und Cover haben hier mein Interesse geweckt und die dem Buch vorangestellte Schlagzeile machte mich neugierig.
Schnell entdeckt man, dass hinter der scheinbar perfekten Fassade dieser Familie nicht alles in Ordnung ist. Sie ziehen in ein Haus, indem sich eine schreckliche Tragödie abgespielt hat. Dieses Unglück scheint im Haus weiter umzugehen, das fühlt Sarah. Sie wird von einem Fremden beobachtet, es erfolgen stumme Anrufe und anonyme Geschenke. Außerdem wird ihr Mann Patrick immer merkwürdiger. Allmählich erfährt Sarah von der Geschichte des Hauses, manche Dinge, die sie wahrnimmt, scheinen aber auch ihren Träumen unter dem Einfluss von Tabletten herzurühren. 

  Dieser Thriller lebt von seiner Story und den leisen, subtilen Gruseltönen. Die Autorin hat einen intensiven und Angst aufbauenden Schreibstil, der sich gut lesen lässt, der mich mitgezogen und beeindruckt hat. Auch wenn der Erzählstil eher ruhig und romanähnlich wirkt, so sorgt gerade das  Unaufdringliche für eine lauernde Gefahr, es geschehen Wendungen, die man nicht richtig einschätzen kann und die daher bedrohlich wirken. Was ist wahr und wer ist böse, wem kann man in dieser Geschichte trauen?
Es gibt jedoch auch einige erzählerische Längen, so schenkt die Autorin einzelnen Vorgängen des Alltagslebens und auch der Renovierung viel Beachtung, die meiner Meinung nach nicht nötig gewesen wäre.
  
Das Setting ist perfekt gewählt, die gruselige Atmosphäre liegt über der Handlung wie ein düsterer Schleier, der alles vernebelt.

Die Charaktere sind undurchsichtig, haben eigenartige Verhaltensweise und sind für mich irgendwie nicht zu greifen, ich habe von ihnen kein klares Bild vor Augen gehabt. Das hat mich etwas gestört, ist aber für Thriller durchaus der übliche Fall und sorgt für Ungewissheit und Spannung.
Hier war bei den Figuren jedoch zu viel unnormales Verhalten an der Tagesordnung. Sarah hat psychische Probleme, Mia glaubt an übersinnliche Erscheinungen, Patrick ist besessen von diesem Haus und Joe ist ein dünnhäutiges Sensibelchen.  
Auch die Nebenfiguren werfen ein undurchsichtiges Bild auf das Geschehen.

Die Handlung enthüllt immer mehr Lügen und Geheimnisse der Figuren und nach und nach werden immer mehr Hintergründe aufgedeckt.


"Das Mörderhaus" ist ein Thriller, der erst allmählich Fahrt aufnimmt, unblutig und doch nervenaufreibend erzählt wird.   



***Mein herzlicher Dank geht an den Knaur Verlag für den Erhalt dieses Rezensionsexemplars!*** 



            

Wochenrückblick KW 11/2019

  Was habe ich diese Woche eigentlich gemacht?   

 



Gesehen:  
Tanzsendung Lets Dance im TV

Monsieur Pierre geht online, ein richtig schöner Film über das Altwerden, über die Liebe und mit ganz viel Humor

Gelesen:

Lavendel-Tod - Carine Bernard  

Spanischer Totentanz - Catalina Ferrera 

Mord im Piemont - Gabriele Kunkel 

Das Honigmädchen - Claudia Winter

Einfach phänomenal - National History Museum

Getan:  
Getroffen mit Cousin und Frau meines Manns 
Gereist nach Bad Sassenburg 
Gegessen: einfach viel zuviel
Geübt: ein Geburtstagslied für eine Feier


Gegessen: Kalamares mit gemischtem Gemüse; Bierbraten mit Kartoffeln und Salat; Jamaika-Torte; Bunter Salatteller mit Lachsrosen; Tomatensuppe; Blumenkohl mit Schweinefilet und Spätzle; Berner Schnitzel mit Schinken, Tomaten und Käse überbacken, dazu Rösti (Foto)



Getrunken: Jede Menge Wasser, Kaffee und verschiedene Tees, Weißwein und Prosecco

Gedacht: Wie schnell die Buchmesse nun immer näher rückt. 


Gefreut:  
Über unseren Kurzurlaub und das Wiedersehen mit Verwandten  
Über die Dauerkarte für die Leipziger Buchmesse 
Über einen hübschen Tulpenstrauß von meiner Tochter 


Gestaunt: 
 
Über die große Kuchen- und Tortenauswahl in den Kurcafés

 
Über die ersten Blüten eines Rhododendrons im Bad Sassendorfer Kurpark - wir haben doch erst März! Hallo, was stimmt denn da nicht?
Hier gibt es das Beweisfoto!



 
Geärgert: Warum uns gerade der Sturm bei unserer Kurzreise erwischt hat und wir so schlechtes Wetter haben mussten.


Gewünscht: Eine Angestellte, die meine Rezensionen verlinkt, die Bücher einstellt und meinen Schreibtisch aufräumt.


Gekauft: eigentlich nichts besonderes, nur den üblichen Lebensmitteleinkauf und wieder ein Abo bei Glossybox abgeschlossen.


Geklickt: Einige Informationen und Ankündigungen zur Leipziger Buchmesse, Rezensionen auf verschiedenen Blogs. Viele Nachrichten geschrieben zu Terminen und an Blogger wegen Treffen auf der Messe.

 

Ich wünsche euch eine schöne Woche und vielleicht sehen wir uns auf der Leipziger Buchmesse! 

Eure Sommerlese

Samstag, 16. März 2019

Einfach phänomenal - Natural History Museum

Einzigartige Tierporträts sorgen für atemberaubende Ansichten 

Das neue Buch von Natural History Museum erscheint am 20. März 2019 mit dem Titel "Einfach phänomenal" als Hardcover bei Knesebeck.

Wenn Fotografen Tierporträts anfertigen, fangen sie besondere Momente ein, die den Charakter oder die Eigenschaften der Tiere unterstreichen oder sie in einer unglaublichen Pose zeigen. Dieses Buch vereint eine Zusammenstellung der besten Aufnahmen aus dem prestigeträchtigen World Photographer of the Year Award (WPY).
Die Bilder stammen von über 50 preisgekrönten Fotografen aus über 20 Ländern. 



Die außergewöhnlichen Naturfotografien werden ergänzt durch kurze Texte, die das gezeigte Verhalten der Tiere unterhaltsam und informativ beschreiben und auch über das Verhalten des Tieres, des Lebensraums oder der Umstände des Bildes aufklären. Unter einer alphabetischen Auflistung der Fotografen gibt es auch nähere Details zu Kamera, Objektiv und Blendeneinstellung.
 

Dieser Bildband zeigt Aufnahmen namhafter Tierfotografen, die mit ihren Bildern unglaubliche, brillante Porträts abgelichtet haben, die die Tiere in ihrer Einzigartigkeit und Individualität sichtbar macht. Manche Fotos gleichen Gemälden, andere sind so gestochen scharf, dass man jedes einzelne Haar des Tieres erkennen kann. Alle zeigen spezielle Eigenarten, Ansichten oder Bewegungen der Tiere, die auch die natürlichen Lebensräume abbilden.



Beim Betrachten dieser Porträts musste ich mir mehrfach die Perspektive oder die besondere Situation vor Augen halten, die genau im Moment des Auslösens stattgefunden haben muss. Manche Bilder sind einzigartisch schön, bei anderen faszinieren mich die ausdrucksstarken Tiergesichter und andere wirken aufgrund ihrer Farbgebung als künstlerisches Gesamtkonzept. Es erstaunt mich immer wieder, wie die Natur so viele schöne Anblicke zaubert und wie Fotografen in stundenlanger Arbeit für genau diesen Moment ausharren und dann ein unvergleichliches Foto zustande bringen.  

Als Beispiel möchte ich das Foto mit der Überschrift "Blitztaucher" heranziehen. Ein farbprächtiger Eisvogel spiegelt sich beim Eintauchen in der glatten Wasseroberfläche, als sein Schnabel die Wasseroberfläche durchbricht. Nur Millisekunden später hätte man den Vogel nicht mehr gesehen, sondern nur das aufgeschäumte Wasser. Wie gelingen solche Fotos?
Im zugehörigen Text erfährt man, dass der Fotograf Mario Cea für diesen scheinbar wie zufällig wirkenden Schnappschuss 6 Monate und über 5000 Versuche gebraucht hat, um hier eine perfekte Abstimmung von Lichtverhältnissen, Eintauchwinkel des Schnabels und Haltung des Vogels und eine spiegelglatte Wasseroberfläche vorzufinden. Das zeugt von großer Ausdauer, viel Arbeit und vielen Fehlversuchen und umso mehr begeistern mich deshalb diese Fotos.

Es ist auch großartig und erstaunlich, wie man anhand der Bilder vermeintliche Emotionen von Tieren oder auch ihr unvergleichliches Verhalten erkennen und bewundern kann. Da ist der riesige Pottwalbulle, der den Taucher aus nächster Nähe beäugt, da beschnuppert, ja streichelt eine Giraffenmutter ihr neugeborenes Kalb und ein paar Makaken sitzen in Gibraltar scheinbar trauernd vor einem Schild eines verstorbenen Artgenossen. 

Manche Emotionen schreiben wir den Tieren aus unserer menschlichen Sichtweise zu, doch man kann es sich gut vorstellen, dass Tiere wirklich Gefühle haben. 

Das Betrachten der Fotos verursacht nicht immer nur positive Empfindungen, es gibt auch Aufnahmen von ölverschmutzen Braunpelikanen, die gegen die Ölpest mahnen und an unser Umweltbewusstsein appellieren. 


Mit diesem wunderschönen Bildband macht man jedem Tierfreund und Hobbyfotografen eine große Freude. Die grandiosen Portraits sind Zeugen unserer Tier- und Lebenswelt. 



***Vielen herzlichen Dank an den Knesebeck Verlag für dieses wunderbare Buch!***



Freitag, 15. März 2019

Das Honigmädchen - Claudia Winter

Ein zauberhafter Roman mit Bienengesumm und dem Duft von warmer Apfeltarte


Ein berührender Roman über das Leben in der Provence, über Familie, die Liebe und die nützlichsten Tiere der Welt, die Bienen.


Claudia Winters Roman "Das Honigmädchen" erscheint am 18.3.2019 im Goldmann Verlag.

Camilla kümmert sich im Feinkost-Betrieb ihres Vaters um die finanziellen Belange und versucht, den Umsatz zu steigern. Dabei stösst sie auf ein unlukratives Geschäft mit einem Honiglieferanten in der Provence, ein gewisser Henri Lambert. Sie schlägt ihrem Vater vor, die Geschäftsbeziehungen zu beenden. Der lässt sich nicht erweichen, stattdessen schickt er Camilla und ihre rebellische Tochter Marie in den Ferien auf eine Reise in genau diese Honigmanufaktur im französischen Dörfchen Loursacq. Zunächst weigert sich Marie partout, sie ist erst willig, als Nachbar Tobias, den Marie sehr mag, sie begleiten will. Auch wenn Camilla Tobias eher nervig findet, gibt sie nach und so reisen sie gemeinsam und entdecken in der Provence nicht nur Lavendelfelder, Bienen und ungestörte Natur, sondern auch die Liebe.



"Honigduft: "Ein Geruch, der perfekt zu der zufriedenen Trägheit eines Spätsommertags passt, an dem man einen Blumenkranz für einen lieben Menschen flocht, den man liebte." Zitat Seite 53

Claudia Winters Romane lassen immer wieder in schöne, emotionale Geschichten eintauchen. Dieses Mal führt sie uns in die Provence und lässt uns das Gesumme der Bienen hören und den einzigartigen Lavendelduft riechen.

Manche Bücher liebt man von Anfang an, so war es auch hier. Kaum war ich in die Geschichte eingetaucht, schon hat sie mich komplett ergriffen und erst am Ende wieder losgelassen. Daran ist auf alle Fälle der schöne, einnehmene Erzählstil schuld, den die Autorin so auszeichnet. Doch auch inhaltlich konnte mich das Buch begeistern. 

Camilla und ihre pubertäre Tochter haben einige Kämpfe auszufechten, Marie vernachlässigt die Schule und muss das Jahr wiederholen. Sie gibt ihrer Mutter die Schuld an der Trennung von ihrem Vater. Camilla möchte Marie nicht über die wahren Gründe für die Trennung aufklären, so bleibt ihr Verhältnis schwierig. Erst auf dieser Reise kommen sich die beiden näher, was auch ein Verdienst von Nachbar Tobias ist. Er rät stets zu Geduld und mehr Verständnis füreinander und Camilla entdeckt, welche Fähigkeiten in ihrer Tochter stecken.   

Das Verhältnis von Mutter und Tochter ist sehr lebendig und gleichzeitig auch realistisch dargestellt. Man merkt, wie sie aneinander vorbeireden und erst mit etwas Abstand vom Alltag in der Provence wieder zueinander finden. Mit dem alten Henri fühlen sich Camilla und Marie sehr vertraut und ihm ist es auch zu verdanken, dass sie sich wieder zusammenraufen. 

Doch auch in diesem Roman geht es nicht ohne Drama und feindliche Gefühle zu, sie sind sozusagen das Salz in der "Honigsuppe". Unter den Nachbarn in Loursacq gibt es seit längerer Zeit Streit, der die Menschen vergiftet. Das lässt die Emotionen bei einigen Buchfiguren hochkochen.
Nebenbei entspinnen sich wunderschöne Liebesgeschichten, die man gerne mitverfolgt und die sich überhaupt nicht seicht lesen. Mehr möchte ich hier nicht verraten.

Das Setting ist in diesem Fall eine zauberhafte Kulisse, die das besondere Flair der Provence deutlich macht. Mit der inhaltlichen Verbindung mit der Honigmanufaktur lernt man einige Fakten und Besonderheiten über Bienenverhalten und Imkerei kennen. Die Sorten aus dieser Gegend: Mandelhonig, Mispelhonig, Süßkleehonig, sowie Rosmarin- und Kastanienhonig würde man alle gern sofort verkosten und die erwähnten Gerichte natürlich ebenfalls. Ein paar Rezepte sind übrigens beigefügt.

In diesem Buch entsteht eine familiäre Atmosphäre, die für Wohlfühlstimmung sorgt und ganz nebenbei Einblicke in französische Lebensart und Imkerei gewährt. 


Ein berührender Roman über das Leben in der Provence, über Familie, die Liebe und die nützlichsten Tiere der Welt, die Bienen. 
Für vergnügliche Lesestunden und mit französischem Flair das richtige Buch zum Entspannen und Wohlfühlen.



***Meinen herzlichen Dank für dieses Rezensionsexemplar an den Goldmann Verlag!***




Mord im Piemont - Gabriele Kunkel

Ein Genusskrimi für die Sinne rund um Trüffel


"Mord im Piemont" erscheint am 04. März 2019 beim Münchner Verlag Louisoder als Hardcover, es ist der zweite Roman der Autorin Gabriele Kunkel.

Von Trüffeln, Tod und heißer Liebe

Südpiemont: Sina ist Deutsche mit südländischem Blut und arbeitet als Foodscout für einen Münchner Feinkostladen. Pünktlich zur Trüffelsaison reist sie ins italienische Trüffelmekka Alba, welches als Paradies des weißen Goldes gilt. Doch im Trüffelgeschäft herrscht nach einem langen und sehr heißen Sommer Flaute. Als ein Toter gefunden wird, befindet sich Sina mitten unter den Verdächtigen. Gibt es einen Zusammenhang mit diesen kostbaren Trüffeln?  



Das Wein- und Trüffelstädtchen Alba im Piemont ist der Schauplatz dieser genussvoll erzählten aufregenden Geschichte. 
Sinistra Cassotto, kurz Sina genannt ist eine aufgeweckte junge Frau. Wir begleiten sie auf ihrer Reise als Foodscout durch das wunderschöne Piemont und entdecken wunderschöne Schauplätze, dörfliche Restaurants und erleben beschauliche Szenen beim Kochen, Essen und auf den Märkten. Hier scheint sich alles nur um die Trüffel zu drehen.
Dabei kann man die kulinarischen Genüsse als Leser als appetitanregende Kochanweisungen wunderbar genießen. Ob Gnocci, Pane al tartufo, Vitello tonnato oder Tajarin con burro e tartufi, überall kommen Trüffel hinzu und beim Lesen läuft einem schon einmal das Wasser im Munde zusammen. 
Es ist interessant zu sehen, wie die kostbaren Alba-Trüffel gehandelt und verarbeitet werden. Doch sie ziehen auch Kriminelle aus Osteuropa an, denn die Preise für ein Kilo Trüffel sind horrend hoch. 

Info:
Die weiße Alba Trüffel ist die Königin aller Trüffelarten, sie gehört zu den kostbarsten Lebensmitteln der Welt. Zur Zeit bezahlt man für 50 g circa 160 Euro. Sie haben ein Aroma, welches intensiv nach Knoblauch, Schalotten und Weichkäse riecht.  
 
Als Sinas alter Lancia verschwindet, macht sie sich auf die Suche. Mit ihren Alleingängen sorgt Sina für unterhaltsame Spannung in der Handlung, sie besucht die Verkäufer der begehrten Trüffel und zeigt sich ihnen mit ihrem Bargeld, wie eine Motte dem Licht. Sie ist mutig und folgt ihrem Bauchgefühl für die kriminellen Vorgänge und scheut keine Gefahr. Dabei ist mit den Gegnern nicht zu spaßen und Falcone ermahnt sie mehrmals, sich nicht in die Ermittlungen einzumischen. Doch Sina ist in dieser Hinsicht ein Sturschädel. 
 
Gabriele Kunkel liebt das Piemont und aus dieser Begeisterung für Land und Leute ist nun ihr erster kulinarischer Krimi entstanden. 
"Ein Krimi, der nach weißem Trüffel duftet und nach blutrotem Barolo schmeckt."

Während man den Krimifall eher nebensächlich, aber dennoch interessant erlebt, kann man mit auch kulinarisch wunderbar in dieses Buch eintauchen. Hier wird gekocht, gegessen und getrunken und mit vollen Sinnen genossen. Mir haben die Helden Sina und der männliche Commissario Falcone gleichermaßen gut gefallen, aber auch die anderen Charaktere sind lebendig beschrieben. Da gibt es eigenwillige Trüffelhändler, sympathische Frauen, die gerne kochen und maffiöse Typen, denen man lieber aus dem Weg geht.


Wer sich auf eine bevorstehende Reise ins Piemont mit einer stimmungsvollen Geschichte einstimmen möchte, der sollte diesen kulinarischen Krimi lesen. Auch für Krimi- und Trüffelfreunde ein absoluter Lesegenuß mit einer leicht knoblauchhaltigen Note!


***Vielen herzlichen Dank an den Louisoder Verlag für dieses Rezensionsexemplar!***