Freitag, 18. Januar 2019

Freitags-Füller # 121





Mit Blumen kann man sich jetzt schon den Frühling ins Haus holen. Diesen schönen Strauß habe ich verschenkt, aber der Schmetterling musste doch vorher noch fotografiert werden. Das dauert ja noch ein bißchen, bis sie wieder durch den Garten flattern. Wir haben hier zwar keinen Schnee, aber ungemütlich und grau ist es dennoch. Wie gut, dass man sich in den Büchern in die Sonne oder wohin auch immer entführen lassen kann.



 

Immer wieder kommt ein neuer Freitag ... und damit der Freitagsfüller! 

 

Dies ist ein Projekt von Barbara von  Scrap-Impulse

Ein kleiner Lückentext zum Ausfüllen.

 

1. Es wird Zeit, mal wieder die Fenster zu putzen oder mehr Sport zu machen. Diese Liste könnte ich endlos verlängern. 

 

2. Jetzt wird es hier auch richtig winterlich kalt, und vergiss nicht, die rutschfesten Stiefel bereit zu stellen. Es könnte jetzt glatt werden.

 

3. Gestern Abend habe ich ein Buch fast beendet und einen Thriller bis zur Hälfte gelesen.

 

4. Gesundheit ist einfach das Wichtigste, im Ernst!

 

5. Als Kind musste ich eigentlich nur Kind sein, kleine Aufgaben habe ich aber freiwillig übernommen, wäre mir sonst auch viel zu langweilig gewesen. 

 

6. Wahrscheinlich lacht man hinterher, wenn erst einmal Gras gewachsen ist, über die ganze Sache. (Welche Sache damit auch immer gemeint sein könnte!)

 

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf eine sangesfreudige Chorprobe, morgen habe ich einen Einkaufstag geplant und Sonntag möchte ich mal wieder Waffeln backen und hoffentlich bei Sonne spazieren gehen. 

 

Mal sehen, was ich im Januar für Bücher bekomme. Ein paar Zugänge habe ich schon, aber generell konnte ich mich bisher auch mal älteren Büchern aus dem Regal widmen.

  

Ein schönes Wochenende ohne Schneechaos und ohne Glatteis wünscht

Eure Sommerlese!

 

Donnerstag, 17. Januar 2019

Top Ten Thursday # 57

 


                            



Donnerstag ist TTT Top Ten Thursday bei Weltenwanderer. Worum geht es beim TTT? Es geht um Listen, eigentlich um Bücherlisten und jeden Donnerstag gibt es eine neue Aufgabe/Frage, bei der man seine persönliche Top Ten Liste zusammenstellen kann. 


Das aktuelle Thema lautet heute:

10 Bücher, die zu deinen Charaktereigenschaften passen


Das ist ja mal eine schwierige Aufgabe, denn eine Selbsteinschätzung hat schon etwas anspruchsvolles in sich. Außerdem ist die Außenmeinung häufig eine ganz andere! :-) 
Ich nehme mal hoffentlich die richtigen Charaktereigenschaften.
Ob man da auch noch die entsprechenden Bücher findet, wer weiß, denn auf Anhieb fallen mir noch nicht einmal 10 Adjektive ein, die zu mir passen könnten.


humorvoll:  Klugscheißer Royale von Thorsten Steffens 

https://www.piper.de/uploads/import/produkte/produkt-10004759.jpg

schlagfertig: Kleinhirn an alle von Otto Waalkes 
So schlagfertig wie Otto bin ich zwar nicht, aber ich habe schon eine komische Ader.



optimistisch, lebensbejahend: Rote Kirschen, schwarze Kirschen von Sophie Duffy
Eine sehr einfühlsame und warmherzige Erzählung, mal zum Heulen und mal zum Lachen.
Bildergebnis für Rote Kirschen, schwarze Kirschen
gemütlich: Das wunderbare Wollparadies von Manuela Inusa



korrekt, gerecht: Der Fall Kallmann von Håkan Nesser



naturverbunden: Die Walfängerin - Ines Thorn 



tierliebend: Das weiße Nashorn - Markus Lutteman
Ich habe keine Tiere, bin aber sehr für Artenschutz und interessiere mich für Tierforschung



belesen: Die kleine Inselbuchhandlung von Janne Mommsen 



kinderlieb: Alligatoren von Deb Spera
In diesem Buch ist zwar genau das Gegenteil von kinderlieben Menschen der Fall, aber deswegen hat mich dieses Buch auch so bis aufs Blut gereizt. 



zuverlässig: Vorstadtgeflüster von Abbi Waxman
Ich bin die gute Seele, auf die man sich verlassen kann. 



Eine interessante, aber auch anspruchsvolle Aufgabe, für die ich einige Zeit benötigt habe. Puh!
Die Bücher passen alle so ungefähr und manchmal enthalten sie doch einige andere Inhalte, die mehr hervorstechen als das betreffende Adjektiv. Aber was soll´s! 
Das reicht ja schon einmal aus, um einen Blick auf mich zu werfen.

Liebe Grüße,
Eure Sommerlese 



Aufruhr im Gemüsebeet - Sven Nordqvist

Herrlich bunt und chaotisch. Typisch Pettersson und Findus


Das Kinderbuch "Aufruhr im Gemüsebeet" ist der 5. Band der beliebten Reihe von Sven Nordqvist aus dem Oetinger Verlag. Es erschien erstmalig am 1.2.1991. Die Altersklasseempfehlung reicht von 3- 99 Jahren. 


Die Vögel singen, die Insekten krabbeln und die Pflanzen wachsen wieder. Nun ist der Frühling da und der alte Pettersson und sein Kater können endlich ihren Gemüsegarten bestellen. Dabei möchte Findus lieber Fleischklößchen anbauen, denn er mag ja kein Gemüse. Wachsende Fleichklößchen, davon träumt er viel eher als von gesundem Gemüse. Voller Eifer machen sich beide an die Arbeit und graben, harken, säen, setzen Kartoffeln und wässern. Als alle Arbeit getan ist, kommt eine Schar wild gewordener Hühner daher und verwüstet alles. Nun beginnt der große Aufruhr, alles geht wieder von vorn los. Doch dann kommt ein Schwein und sorgt für verwüstete Beete und wieder müssen Pettersson und Findus neu beginnen. Es ist zum Mäuse melken! Doch Findus und Pettersson haben natürlich tolle Ideen, was sie gegen diese Bösewichter ausrichten können. 




Wenn endlich der Frühling erwacht, geht es wieder hinaus in die Natur und man kann wieder die Tiere und Pflanzen beobachten. Für die beiden Buchhelden hat damit die Zeit für die Gartenarbeit begonnen und sie stürzen sich voller Eifer auf die Spaten, Harken und die zu pflanzenden Kartoffeln. Wobei Findus ja Fleischklößchen anbauen möchte.
Bei dieser Geschichte kann man reichlich lachen, es geht wieder wild zu und leider muss Pettersson seine schweißtreibende und harte Arbeit immer wieder von vor beginnen. 
Aber was macht man, wenn Tiere gerne in der frisch gegrabenen Erde nach Futter suchen? Tja, diese Frage versuchen der alte Mann und sein Kater mit einigen Tricks zu beantworten.

Lustig sind auch die herrlichen Zeichnungen und klitzekleinen Details und natürlich sorgen auch die witzigen Mugglas wieder für gute Unterhaltung und animieren zum genauen Hinsehen. Da passiert einiges, was man auf den ersten Blick nicht sofort sieht. Aber genau diese kleinen Details machen das Buch so herrlich lesenswert und humorvoll. 


Mit reichlich Humor und lustigem Chaos im Garten kann man beim Lesen und Betrachten nur gute Laune bekommen und sich auf den Frühling freuen.




Mittwoch, 16. Januar 2019

Der Verrat - Ellen Sandberg

Ein grandioses Buch um Vergebung und eine Lebenslüge


Die Schuldfrage

Ellen Sandberg ist das Synonym von Inge Löhnig. Ihr Roman "Der Verrat" erscheint seit Ende 2018 im Penguin Verlag.

Nane hat ihre Strafe für den Mord an Henning von Manthey nach zwanzig Jahren abgesessen und wird aus dem Gefängnis entlassen. Frei fühlt sie sich dennoch nicht, denn die Schuldgefühle machen ihr zu schaffen. Ihre Schwester Birgit und auch ihr Exmann Mark unterstützen sie, denn sie muss sich erst wieder in der Welt außerhalb der Gefängnismauern zurechtfinden.
Nur ihre Schwester Pia, die Frau von Hennings Vater Thomas kann ihr nicht verzeihen. Sie führt ein glückliches Leben auf dem wunderschönen Weingut an der Saar. Wieso kann sie ihrer Schwester nicht verzeihen?



In diesem Familienroman geht es um Liebe, Hass, Eifersucht, Feindschaft, Rache und Pech in der Liebe. Das Pech in der Liebe ist der Familienfluch bei den grundverschiedenen Schwestern Nane, Birgit und Pia. Die Beziehung der Schwestern wurde durch den Mordfall vor 20 Jahren sehr beeinflusst. Während Birgit zu Nane steht, ihr ein angenehmes Leben nach dem Gefängnis ermöglichen möchte, weigert sich Pia, wieder in Kontakt zu ihr zu treten. Pia scheint Nane abgrundtief zu hassen und will ihr nicht vergeben. Aber auch in der Familie von Pias Ehemann, dem Weingutbesitzer Thomas von Manthey, ist nicht alles perfekt.  
Dieser Roman lebt von den vielschichtigen Charakteren, die sehr glaubwürdig und authentisch erscheinen, auch wenn man nur wenige sympathisch findet. Man wusste häufig nicht genau, was denn nun Wahrheit oder Lüge sein könnte.

Die Handlung spielt in zwei Zeitebenen, die aktuelle spielt zur Zeit von Nanes Entlassung 2018 und die Vergangenheit wird ab 1998 in einzelnen Sequenzen eingebaut. 

Am interessantesten war für mich Nanes Person, wie sie mit ihren Schuldgefühlen umgeht, was sie trotz aller Widrigkeiten versucht, um Pias Familie näher zu kommen, hat mich sehr berührt. 
Ihre Jugend ist dahin, jetzt ist sie frei und ist es innerlich doch nicht. Wird Hennings Familie ihr vergeben?
Die große Frage ist: Was ist an Hennings Todestag wirklich passiert? Und mit dieser Ungewissheit spielt die Autorin auf eine fesselnde Weise. 

Der Schreibstil ist klar und prägnant und bringt eine bewegende Geschichte ans Licht, die mich mitgerissen hat. Dabei macht es viel aus, dass sich dieses Buch mehrerer Genres bedient. Es ist ein Familienroman mit kriminalistischer Aufklärung, bei dem auch psychologische Probleme eine Rolle spielen und die Figuren nach ihrem persönlichen Glück trachten. 

Auf dem familiengeführten Weingut erfährt man einiges um den Anbau und die Verarbeitung des Weines. Doch letztendlich geht es um die Nachfolge bzw. um den Fortbestand des Betriebes. Auch hier gibt es persönliche Intrigen und Rivalität, die in der Familie ausgefochten werden.    

Nach und nach deckt Ellen Sandberg neue Bausteinchen auf, die den Tod von Henning näher beleuchten. Auch wenn das Finale endlich Klarheit bringt, habe ich so etwas erwartet. Doch das tut der Spannung keinen Abbruch, denn man möchte die Figuren bis zum Ende besser verstehen können und hängt an ihren Gefühlen, Worten und Reaktionen, die die Autorin hervorragend ausgearbeitet hat.  


"Der Verrat" zeigt ein stimmiges und glaubhaftes Familiendrama, das sich schicksalsträchtiger und problembehafteter kaum zeigen könnte. Trotzdem habe ich den Figuren ihr Handeln abgenommen und war bis zum Ende an das Buch gefesselt. Die Frage nach der Vergebung der Schuld spielt hier eine ganz besondere Rolle. 


***Dieses Buch habe ich auf Lovelybooks gewonnen. Vielen Dank auch an den Penguin Verlag!***



Armer Pettersson - Sven Nordqvist

 

Ein Schlechte-Laune-Buch

Ein ernstes und sehr trübsinniges Thema, der Lesespaß fehlt hier leider  

"Armer Pettersson" ist der 3. Teil der Reihe von Sven Nordqvist um den alten Mann und seinen verrückten Kater Findus. Das Kinderbuch richtet sich an die Altersklasse von 3-6 und erschien 1988 im Oetinger Verlag.

Es ist Herbst, es ist dunkel und grau, ungemütlich und Petterson ist trübsinnig, schlapp und hat schlechte Laune. Das will Findus unbedingt ändern und er tobt und springt und möchte gern mit dem alten Mann spielen. Doch der brüllt ihn an, so kennt Findus ihn ja überhaupt nicht. Er lässt nicht locker und lockt Pettersson durch einen Trick zum Angeln nach draußen.




In diesem Buch geht es um schlechte Laune, vielleicht sogar depressive Stimmungen, da passt die dunkle Farbgebung der Illustrationen natürlich voll ins Bild. Für Kinder ist es dennoch ein ziemlich düsteres Buch, nichts, was man sich gern ansieht. Doch so ist die Landschaft im Herbst, dunkel, verregnet und düster. 

Und dass auch Erwachsene mal schlecht drauf sind, zornig werden und brüllen, kennen sie ebenfalls. Hier versucht der kleine Kater den alten Mann zu besserer Laune zu motivieren. Man muss doch etwas finden, was ihm Spaß machen könnte. Es ist klar, dass er es schafft. Aufmunterungsversuche sind nicht immer leicht, man darf damit nur nicht von seinem mürrischen Gegenüber anstecken lassen. Der Entschluß Angeln zu gehen erweist sich als prima Idee. Wie es Findus schliesslich gelingt, den alten Griesgram wieder froh zu stimmen, ist in diesem dunklen Herbstbuch zu sehen.

Es ist auch für Kinder lehrreich, dass auch Erwachsene mal schlechte Laune haben und vor Wut schreien. Das kennen Kinder sicher von ihren eigenen Eltern. Aber wie man sich dann wieder vertragen kann und die schlechte Laune verdrängen kann, ist ein interessantes Thema. 


Allerdings gibt es hier nicht den gewohnten Lesespaß und die sonst so schönen und bunten Bilder habe ich auch vermisst. Alles wirkt düster und traurig.

 

Dieses Bilderbuch ist nicht wie die anderen der Reihe. Die dunkle Jahreszeit bringt trübsinnige Stimmung mit sich und man darf sich einfach davon nicht anstecken lassen. Allerdings fehlt hier der übliche Lesespaß. 




Ein schönes Paar - Gert Loschütz

Trotz der wunderschönen Sprache sprang der Funke bei mir nicht über.


"Ein schönes Paar" von Gert Loschütz wird in der Hörbuchvariante gesprochen vom Schauspieler Jan Katzenberger. Die Audio CD erschien 2018 bei Steinbach sprechende Bücher.


Herta und Georg Karst haben sich auf den ersten Blick verliebt, sie wohnen in Plothow, in der damaligen DDR. Philipp Karst hat nach dem Tod seiner Eltern nicht nur ihre Hinterlassenschaften zu ordnen, er versucht auch, über das Leben und die Liebe von Herta und Georg nachzudenken und ihre Gründe für vieles zu verstehen. Was bewegte seine Mutter zum Fortgehen und warum ließ sie ihn und seinen Vater zurück? Welche Geheimnisse hielten seine Eltern vor ihm geheim? Wie ging die Flucht seines Vaters aus der DDR in den Westen vonstatten? Als Kind konnte er vieles nicht verstehen. Vielleicht gelingen ihm nach ihrem Tod weitere Einblicke.


In diese Geschichte taucht man dank eines allwissenden Erzählers ein. Die Reisenähmaschine von Herta und die alte Kamera von Georg waren ihre persönlichen Dauerbegleiter, durch sie erfährt man von ihrem Lebensweg, der nicht nur Republikflucht beinhaltete, sondern auch die Teilung des Dorfes, die dann auch zur Teilung der Familie beitrug. Vor solchen Hintergründen bleibt vieles unerklärt.


Gert Loschütz schreibt sprachgewaltig mit eindringlichen Sätzen, die beim Hören zu einer endlosen und manchmal schwer zu erfassenden Kette verhallen. Der Text erscheint emotionslos und distanziert und doch bringt er Empfindungen auf den Punkt.
Es sind die feinen Beobachtungen der Menschen, die Loschütz gut darzustellen vermag und die mich an das Buch fesseln. Dennoch sprang der entscheidende Funke nicht über.
Als Zuhörer muss man sich auf die Geschichte einlassen, es gibt keine Sympathiefiguren, die Spannung kann auch der gut lesende Sprecher nicht in die Höhe treiben.  
Philipps Eltern waren ein schönes Paar, sie hatten jedoch im Miteinanderleben Probleme, konnten aber auch nicht ohne den andern und das hat zur Folge, dass sie sich gegenseitig aufgerieben.
Manche Szenen machen das deutlich, es gibt aber auch Kindheitserinnerungen Philipps, die er zwar vor Augen hat, die ihm aber kein klares Bild der Situation verschaffen. Viele Fragen bleiben unbeantwortet, jetzt nach dem Tod der Eltern. 
In Philipps Kindheit war Schweigen in der Familie an der Tagesordnung, über Gefühle wurde nicht geredet, Ereignisse nicht kommentiert. Er fragte nicht nach und so blieb vieles unausgesprochen. 

Dennoch kann man zwischen den Zeilen lesen und entdeckt die nicht gesagten Emotionen. 

Woran zerbricht eine Liebe? An der Eintönigkeit, an fehlender Zuneigung, an mangelnder Selbstzufriedenheit? In diesem Buch kann man es auch am Ende nicht genau einschätzen. Da spielt alles mit hinein, aber vor allem fehlt es in dieser Familie an der mangelnden Kommunikation untereinander. 

Dieses sprachgewaltige Buch ist zwar eindrucksvoll, aber zum Hören recht mühselig. Es zeigt, was Liebe ausmachen kann und wozu menschliches Handeln fähig ist. Der entscheidende Funke ist trotz der schönen Sprache jedoch nicht übergesprungen.


 ***Dieses Hörbuch habe ich bei Lovelybooks bei einer Verlosung gewonnen! Vielen Dank!***

 

Dienstag, 15. Januar 2019

Das kleine Café in Kopenhagen - Julie Caplin


Eine warmherzige Geschichte mit reichlich Wohlfühlatmosphäre nach Hygge-Art!


Hygge für Anfänger

"Das kleine Café in Kopenhagen" von Julie Caplin ist der 1. Teil der Reihe "Romantic Escapes" aus dem Rowohlt Verlag. Dieser Roman erschien am 18.12.2018. 


Ein dänisches Kaufhaus möchte den Hygge-Trend auch in einer Londoner Filiale starten und lädt Journalisten zu Besuch nach Kopenhagen. Kate organisiert eine Pressereise nach Kopenhagen und hat mit der Betreuung des bunt zusammengewürfelten Haufens gut zu tun. Besonders mit dem zynischen Ben, der mit dem dänischen Hygge-Hype nichts anfangen kann und auch nicht freiwillig mitreist, gerät sie aneinander. Dabei sieht er so umwerfend aus und könnte genau ihr Typ sein. 




Der Hygge-Hype interessiert mich, denn ich mag die Art, wie skandinavisches Design die Innenräume auf positive Weise verändern kann. Und für Wohlfühlstimmung sorgen vermag dieses Buch auf seine spezielle Weise ebenso.

Zu Beginn erlebt man eine Reisegruppe von erwachsenen Journalisten, die für einige Furore sorgen und wie ein Haufen wilder Flöhe von Kate zusammen gehalten werden müssen. Doch die Personen fügen sich relativ schnell ein und genießen die dänische Hauptstadt, die leckeren Smörrebröds und die Gemeinschaft untereinander. Nur einer tanzt aus der Reihe und das ist Benedict, genannt Ben. Von Hygge hält er überhaupt nichts, für ihn scheint diese Reise echte Zeitverschwendung zu sein. 

Wie sich Kate auch ihm gegenüber durchsetzen kann, welche Erlebnisse sogar zu einer Liebesgeschichte führen und ob das Ganze auch für alle zufriedenstellend endet, muss man selber lesen. 
Der Schreibstil hat mir gut gefallen, ich habe mich regelrecht einhüllen lassen in eine zauberhafte Wohlfühlglocke. Das was allerdings gestört hat, sind einige Rechtschreibfehler und merkwürdige Ausdrücke, die immer mal wieder vorkommen.

Ich habe die Geschichte gern verfolgt, bin abgetaucht in die appetit machenden Beschreibungen von lukullischen Häppchen, erlebte die liebenswürdige Atmosphäre und das gemütliche nterieur in Evas Café Varme und liess mich von der entzückenden Deko in den Auslagen von Lifestyle-Läden begeistern. Kurz, ich habe das Hygge-Gefühl miterlebt und konnte mich in die Geschichte fallen lassen. Gerne wäre ich sofort nach Kopenhagen gereist und hätte alles miterlebt.  

Die Figuren sind mir beim Lesen ans Herz gewachsen. Sie machen teilweise eine Entwicklung durch, die auch ihr Leben positiv beeinflussen wird. Zwar enthält die Geschichte keine tiefliegenden Probleme und auch das Leben der dänischen Bevölkerung kommt kaum realistisch zur Sprache, doch das hatte ich in so einem Roman auch gar nicht erwartet. 


Hier kommt es eher auf den Wohlfühlfaktor an und den spürt man hautnah mit der Reisegruppe beim Sightseeing, Essen und ihren gemeinsamen Vorhaben, so als wäre man ein weiterer Reiseteilnehmer. 
Kate ist die gute Seele der Truppe und auch sie merkt, dass es neben beruflichem Erfolg auch noch anderes im Leben gibt. 
Klar ist es überzogen, dass sich gestandene Journalisten von heute auf morgen von der Hygge-Stimmung einnehmen lassen, "doch mit Gemütlichkeit kommt auch das Glück zu dir".  
Und nichts anderes scheint der Autorin am Herzen gelegen zu haben, ihre Leserinnen einfach nur zauberhaft und warmherzig zu unterhalten. 
 


Ein unterhaltsamer Ausflug nach Kopenhagen mit einer spritzigen und warmherzigen Geschichte, die Sehnsucht nach Dänemark auslöst und mit einer großen Portion Hygge verwöhnt. 


***Herzlichen Dank an den Rowohlt Verlag für die Überlassung dieses Rezensionsexemplars!***