Montag, 20. Mai 2019

Ostsee-Intrige - Peter Scheer

In diesem ruhig erzählten Krimi werden kriminelle Energien erfolgreich bekämpft. 

Autoschiebern auf der Spur

"Ostsee-Intrige" ist Peter Scheers Krimi-Debüt und erscheint im April 2019 im Gmeiner Verlag. 

Der österreichische Kinderarzt Prof. Blumenfeld soll auf der Ostseeinsel Rügen eine Rehaklinik aufbauen. Mit der Mentalität der Norddeutschen hat er so seine Probleme. Als ein Kind in der Klinik verstirbt, wird Blumenfeld beschuldigt, für den Tod eines Kindes verantwortlich zu sein. Der Stralsunder Kommissar Lüdewitz übernimmt die Ermittlungen. Als Blumenfeld unfreiwillig Zeuge einer Autodiebesbande wird, bringt das die Auflösung eines ganz anderen Falles ins Rollen. Die Ermittlungen führen von Rügen bis nach Österreich. 



Peter Scheer, ein österreichischer Arzt und Autor, der einen Ostsee-Krimi schreibt und darin Bezug nimmt auf die zu DDR-Zeiten herrschenden Gängelungen. Kann das gut gehen? Es kann, denn die Handlung spielt auch in Graz und Pöllauber, aber überwiegend in Wien. Und es ist ein unterhaltsamer Genuss, die Figuren agieren zu sehen und dabei die Besonderheiten der Landschaft und der Menschen miterleben zu dürfen.

Protagonist ist Kommissar Horst Lüdewitz aus Stralsund, er ist bodenständig, ehrlich und kennt seine Kollegen und ist nicht unbedingt ihr größter Fan, stattdessen verbrüdert er sich mit dem österreichischen Arzt Ignaz Blumenfeld. Durch Blumenfelds Beobachtungen kommen sie einem international agierenden Autoschleuserhandel auf die Schliche. Endlich führen die Ermittlungen Lüdewitz auch mal ins Ausland. Er ist ein Genussmensch und daher ist es auch ein kulinarisches Vergnügen, wenn man ihn auf seiner Ermittlungsreise nach Österreich begleiten darf. Dort erlebt er die Kaffeehauskultur und die gehaltvolle österreichische Küche und wenn man ihn auf seinen Gedankengängen begleitet, erfährt man seine Ansichten zu Politik, Migration, Judentum und dem Leben im Allgemeinen.
Blumenfeld gilt als Informant der Polizei, was ihm das Leben gefährlich macht. Ausgerechnet bei einer Ehrung im Kreise der oberen Ärzteschaft wird es für ihn lebensgefährlich. 

Doch so skrupellos die Kriminellen in diesem Krimi auch sein mögen, es geht in diesem Krimi ziemlich gemütlich zu. Dafür sorgt auch der ruhige und unaufgeregte Erzählstil und die interessanten örtlichen Beschreibungen der Schauplätze. Auch das Wiener Flair bekommt man immer wieder stimmungsvoll aufgezeigt und die kriminellen Aktionen verlaufen wie gesagt, ziemlich unblutig.
Es geht um Autoschieberbanden, die sich mit den Luxuskarossen ein regelmäßiges, aber ungesetzliches Einkommen sichern. Im freien Warenverkehr der EU gehen gestohlene Autos überwiegend schnell über die Grenzen. 

Was die Spannung angeht, muss man sich hier etwas gedulden, es sind reichlich Figuren im Spiel, die Aufklärung geht durch die verzahnten Fälle in einige Richtungen und deshalb recht langsam voran. 

Mit seiner Andersartigkeit punktet für mich der besondere Schreibstil. Oft werden die Gedankengänge Lüderitz abgespult, manchmal Kettensätze, manchmal abgehackt und daran muss man sich erst einmal gewöhnen, dann kann man das Buch locker weglesen.
Auch die atmosphärische Beschreibung der Vorgänge erlebt man situationsgegeben einfach mit, man erkennt keine lang geplante Strategie für die Ermittlung. Doch das ist kein Nachteil, man denkt einfach mit Lüderitz über viele Dinge nach, die zur Zeit das politische Geschehen ebenfalls umtreiben.


In "Ostsee-Intrige" begleitet man auf unterhaltsame Weise einen unaufgeregten und bodenständigen Kommissar bei der Ermittlung seines größten Falles. Wie er Licht in die kriminellen Machenschaften bringt, ist vergnüglich zu beobachten.  


***Herzlichen Dank an den Gmeiner Verlag für dieses Rezensionsexemplar!***




Montagsherz # 3

Diese schöne Aktion gibt es wöchentlich auf dem Blog von "Frau Waldspecht".

 




 
Wenn man sich mal im Alltag umschaut, findet man überall Herzen, man muss nur genau hinsehen. Jetzt im Mai gab es zum Muttertag ja fast überall Herzen, ich habe einige Herzchen als Eistorte gesehen.
Einige der Torten waren noch letzte Woche in der Tiefkühltruhe im Supermarkt zu finden.  

Schaut mal her: 



 

Eine schöne und herzige Woche wünsche ich euch, 

Eure Sommerlese! 


Sonntag, 19. Mai 2019

Anfang Sommer - alles offen - Franka Bloom

Perfekt für den Urlaub!

Dieser Sommerroman ist humorvoll, ein wenig abenteuerlustig und auch emotional und sorgt damit für beste Unterhaltung. 



Franka Bloom schickt ihre Leser in ihrem Roman "Anfang Sommer - alles offen" auf eine Interrail-Tour. Das Buch erscheint am 21.5.2019 im Rowohlt Verlag.    

Die End-Vierzigerin Caro unternimmt statt dem üblichen alljährlichen Ostseeurlaub mit Mann und Tochter gemeinsam mit ihrer Freundin Matti eine Interrail-Tour. Sie möchte einige schöne Ziele in Europa entdecken und träumt insgeheim davon, ihre Jugendliebe in Griechenland wiederzusehen. Sie flieht vor der Routine, verarbeitet auf der Reise unterdrückte Sehnsüchte und startet in einige Abenteuer, die ihre Freundschaft mit Matti auf die Probe stellen. 



In diesen Roman konnte ich wunderbar abtauchen und die Handlung gespannt mitverfolgen, denn Franka Bloom sorgt mit ihrem lebendigen und recht flotten Erzählstil für ein hautnahes Lesegefühl. 
Wer schon einmal mit seinem Rucksack durch Europa getourt ist, kennt dieses Gefühl, wenn man am Zugfenster die Landschaft vorbeifliegen sieht und neuen Zielen entgegen fährt. 
Dass es bei der Fahrt und den Übernachtungsmöglichkeiten nicht immer bequem und komfortabel zu geht, kann man sich gut vorstellen. So erlebt Caro mit ihrer Freundin Matti auf ihrer Reise einige Überraschungen, die manchmal richtig toll sind, aber das halt nicht immer.

Beide Freundinnen sind Lehrerinnen und gestandene Frauen, aber auf dieser Reise werden sie manchmal zu kopflosen Teenies. Zeitgleich starten auch ihre Töchter zu einer Interrail-Reise, den Kontakt zueinander halten sie über ihr Handy aufrecht, was nicht immer zur passenden Zeit geschieht.
Es macht Spaß zu sehen, wie die Freundinnen erst gemeinsam die Route planen und dann einige Unstimmigkeiten zu anderen Zielen führen. Während Caro auf der Reise eher zurückhaltend ist, ihre Ehe überdenkt und von ihrem früheren Schwarm Angelos träumt, fühlt sich die flippige Matti zu jedem Mann hingezogen, der ihr gerade zuzwinkert. Doch auch sie kommt auf dieser Reise zu einer besonderen Erkenntnis. 
Beide Frauen wurden mir sympathisch, weil sie die Tour genießen und darüber hinaus ihr persönliches Glück besonders in der gemeinsamen Freundschaft wert schätzen können.  


Mit diesem Buch darf man sich auf einige Widrigkeiten und Wirrungen des Lebens freuen und eine humorvolle und abenteuerlustige Reise miterleben. Besonders viel Lesespaß entsteht durch die lebendige Darstellung der Figuren. 


"Anfang Sommer - alles offen" ist das perfekte Sommerbuch für alle Frauen, die alte Träume wieder aufleben lassen möchten. Hier wird lebendig und humorvoll gezeigt, wie Interrail auch Frauen jenseits der 40 noch zu neuen Abenteuern verhelfen kann. 


***Herzlichen Dank an den Rowohlt Verlag für dieses Rezensionsexemplar!***





Andere Romane von Franka Bloom:

Wochenrückblick KW 20/2019

Was habe ich diese Woche eigentlich gemacht?  

 

 
Gehört (und im Dickicht gesehen): 

Einen laut und ausdauernd singenden Drosselrohrsänger im Schilfdickicht des Ilkerbruchs, eines Naturschutzgebiets mit vielen seltenen Vögeln, Zugvögeln, Heckrindern und Konikponys. Es waren noch Seidenreiher, Graugänse und Fischreiherzu sehen.
 
 
Gelesen:

Schatten der Provence - Pierre Lagrange

Honigduft und Meeresbrise -  Anne Barns

Salat satt - Amanda Hesser  

Tödliches Spiel in Hongkong - Robin Stevens 
  

Getan:  

Gefeiert: den Geburtstag meiner Mutter und Muttertag
Getroffen: mit Freunden zum Singen und hinterher gefeiert

 
Gegessen: 

Filet Hawai mit Käse überbacken, Kroketten und buntem Salat; Spargel mit Kartoffeln und Schinken; Nudeln mit Erbsen-Gorgonzola-Sauce; Ratatouille mit Bulgur (zwei Tage); Ruccola-Tomaten-Mozzarella-Salat; Roulade mit Rotkohl und Kartoffeln; bunter Salatteller (zum Sattessen).


Getrunken:  

Jede Menge Wasser, Kaffee, Orangensaft, Cappuccino, Alster

Gedacht: 

Wie schnell doch manche schönen Tage vorbeigehen.

Gefreut: 
 

Über ein unerwartetes Überraschungsbuch vom Bastei-Lübbe-Verlag
Auf eine Aufführung von WestSide Story im Operhaus
Über einen Krimi von Taluzi + eine Creme-Probe 
Über die ersten Schwalben in diesem Jahr
Über gelbe Rosen und einen neuseeländischen Teebaum zum Muttertag 


 
Gestaunt:  

Über den vierten Bloggeburtstag, der in dieser Woche ohne großen Pomp vonstatten ging.  

 
Geärgert:  

Über eine (angebliche) Rattenplage in unserem Viertel.


Gewünscht:   

Ein paar brütende und singende Amseln im Garten, denn die sind hier schon richtig Mangelware.
 
Gekauft:  

Eine neue Lesebrille, ein paar Blumensträuße für den Chor und Lebensmittel. 
Letzte Woche bereits und auf speziellen Wunsch hier mit Fotos: Zwei neue Hosen (beides Culottes) mit ärmellosen Blusen. 
 


                 

Geklickt:

Einige Instagrams und ein paar Rezepte für einen Spargelsalat. 
 

Ich wünsche euch eine schöne Woche im Mai,

Eure Sommerlese

Samstag, 18. Mai 2019

Schatten der Provence - Pierre Lagrange



Fesselnder und atmosphärischer Provence-Krimi mit einem interessanten NS-Raubkunst-Fall und anschaulichem Lokalkolorit


Ein Ermittler mit Mops und ein folgenschwerer Kunstraub

Pierre Lagrange hat seine Krimireihe um Commissaire Leclerc mit "Schatten der Provence" um den 4. Band erweitert. Die Reihe erscheint im Fischer Scherz Verlag.

Commissaire Albin Leclerc befindet sich eigentlich im wohlverdienten Ruhestand, doch ein mißglückter Überfall auf einen Kunsttransport mit wertvollen Gemälden von Paul Cézanne und Van Gogh weckt sein Interesse. Die Polizisten Theroux und Castel finden heraus, dass die Gemälde aus einem geheimen Depot mit Nazi-Raubkunst stammen. Nun wollen auch Interpol und Europol den Fall übenehmen. Doch dann mischt sich Albin in die Ermittlungen ein, natürlich ist sein Mops Tyson immer dabei. Das ist nicht ungefährlich, denn schon bald gibt es Tote und der Täter bekommt mit, dass Leclerc auf der richtigen Spur ist. So ein Leben als Pensionär kann auch lebensgefährlich sein. 




Dieser Krimi ist Teil einer Reihe, doch es ist ein abgeschlossener und in sich geklärter Fall, so konnte ich ihn ohne Verständnisprobleme lesen.
Wie schon das Cover verspricht, sorgt hier neben der interessanten Krimigeschichte eine Menge Lokalkolorit für eine schöne Untermalung mit französischem Flair. Die Landschaft, die Menschen und die Küche werden sehr authentisch und überzeugend gezeigt und das macht richtig Urlaubslaune.

Der aktuelle Fall führt in die Vergangenheit um 1943-44, in Marseille tobte der Krieg und Deportationen sorgten für gräßliche Verbrechen. Viele Kunstgegenstände jüdischer Familien wurden von SS-Leuten als sogenannte Nazi-Raubkunst konfisziert und versteckt.

Albin findet das Geheimdepot der Täter in der Nähe von Marsaille und darin stösst die Polizei auf zwei unbekannte Gemälde von Cézanne und van Gogh und das bringt den Stein ins Rollen.Es wird schnell klar, dass es sich dabei um Nazi-Raubkunst handeln muss.
Albin Leclerc geht seiner Vermutung in Bezug auf Raubkunst unter Mithilfe alter Beziehungen nach, doch damit begibt er sich auch in Gefahr. Dabei könnte er sich jetzt aus allem fernhalten und den Ruhestand genießen. Doch dazu ist er einfach zu umtriebig, zu neugierig und zu sehr Polizist. Mit dabei ist immer sein Mops Tyson, mit dem er häufig Zwiegespäche führt. Doch sein Einmischen ist natürlich von den ermittelnden Beamten in Carpentras nicht gern gesehen, denn Alain Theroux und Caterine Castel haben genug zu tun mit einem überambitionierten Staatsanwalt und den Behörden von Interpol und Europol, die sich auch für den Fall interessieren.

Es kommt, wie man sich schon denken kann, Leclerc ist weiterhin der Held der Story und bringt allmählich Licht in die düstere Vergangenheit um Deportation, Nazi-Besatzung und um aktuelle Geschäfte mit Raubkunst, die sich an der aktuellen Thematik wie der Gurlitt-Funde orientieren.

Als Leser erfährt man auch einiges aus der Sicht des Täters, doch man kann ihn personell nicht so leicht fassen. Es wird klar, dass man es hier mit einem unbarmherzigen und gewalttätigen Mann zu tun hat, für den Menschenleben keinen Wert zu haben scheinen. Er hat eine Mission, die ihn unweigerlich antreibt und ihn sogar morden lässt.


Man findet schnell in die Örtlichkeiten, die Charaktere und deren Beziehungen zueinander hinein. Alle Figuren werden lebendig gezeichnet und besonders Leclerc kommt glaubwürdig und sehr sympathisch rüber. Man kann ihn verstehen, dass er noch nicht zum alten Eisen zählen möchte und seine hartnäckige Ermittlung bekommt durch seine privaten Beziehungen mehr Einsichten als es die Polizei vermögen könnte.

Der Fall ist geschichtlich gut recherchiert, schlüssig erklärt und zeigt ein dunkles Kapitel der
französischen Geschichte auf. Auch wenn der Erzählstil eher ruhig, besonnen und durch Albin mit seinen bissigen Kommentaren und seinem Mops schon mal leicht unterhaltsam erscheint, bringt die kriminelle Energie genügend Spannung ins Spiel und zeigt damit ein gelungenes Mischungsverhältnis auf.


"Schatten der Provence" bietet ein wenig Urlaubsflair, reichlich Krimispannung und einen schrulligen Ermittler mit Mops, von dem ich noch mehr lesen möchte. Das Finale war zwar keine große Überraschung, aber es brachte dem vielschichtigen Fall den nötigen Abschluss.


Dieser Regionalkrimi ist genau das richtige Buch für Urlauber, Hobbyermittler und Liebhaber französischer Krimis.



***Mit herzlichem Dank an den Fischer Scherz Verlag und an Lovelybooks!***



Freitag, 17. Mai 2019

Freitags-Füller # 137






Diesen bunten Blumenmix habe ich letzte Woche meiner Mutter zum Muttertag geschenkt. An solchen Dauerblühern hat man meistens eine ganze Weile Freude, hoffen wir, dass sie alle gut angehen und prima gedeihen.  
 



 

Immer wieder kommt ein neuer Freitag ... und damit der Freitagsfüller! 

 

Dies ist ein Projekt von Barbara von  Scrap-Impulse

Ein kleiner Lückentext zum Ausfüllen.

 

1. Wenn ich morgens aufwache, höre ich kaum noch Vogelgesang, man merkt deutlich wie sich die Anzahl der Tiere verringert.

 

2. In Kartoffelsalat muss auf alle Fälle Kartoffel drin sein! :-) Kleiner Spaß: Gurke und Apfel! 

 

3. Es ist hart mit anzusehen, wenn ein junges Leben mit Krankheit zu kämpfen hat.


4. Auf useren Urlaub freue ich mich schon, der ist schon im Juni. 

 

5. Ich wette überhaupt nicht, was soll das auch!

 

6. Der Wind in den Bäumen, der Regen auf meinem Gesicht - mit diesen Worte könnte ein Roman beginnen.


 

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf eine schöne Chorprobe mit anschließender gemütlicher Runde und Speis und Trank, morgen habe ich einen Besuch bei meiner Optikerin geplant und Sonntag werde ich mit meinem Mann eine kleine Radtour unternehmen, wenn es nicht regnen sollte. 


Ein entspanntes und schönes Wochenende,

eure Sommerlese

Mittwoch, 15. Mai 2019

Honigduft und Meeresbrise - Anne Barns

Ein herzerwärmende und wunderschön erzählte Geschichte zum Abtauchen und Entspannen 


Mit ihrem Roman "Honigduft und Meeresbrise" entführt uns Autorin Anne Barns nach Ahrenshoop an die Ostsee. Das Buch erscheint im MIRA Taschenbuchverlag. 

"Geliebte Martha, von dir zu lesen, gibt mir unendlich viel Kraft!" So beginnt ein Brief, der vor fast achtzig Jahren im Dezember 1941 geschrieben wurde. Erst nach so langer Zeit erreicht er die Nachkommen der Adressatin Martha. Als ihre Tochter Johanna und Enkelin Anna ihn lesen, erahnen sie ein Familiengeheimnis der besonderen Art und fahren gemeinsam nach Ahrenshoop, um die Spuren aufzudecken. Dabei wollte Anna eigentlich bei ihrer Großmutter den Verlust ihrer besten Freundin verarbeiten.




"Oben fit und unten dicht, meine liebe Johanna, mehr wünsche ich dir fürs Alter nicht". Zitat Josephine


Enkelin Anna besucht ihre Oma Johanna, die leidenschaftliche Hobby-Imkerin ist, in Lüdinghausen. Dort fühlt sie sich aufgefangen und heimisch und möchte zwei Trauerfälle verarbeiten, einmal ist ihr Opa verstorben und dann auch noch ihre beste Freundin einem Unfall zum Opfer gefallen. Ihr hilft die Lebenserfahrung und pragmatische Art ihrer Großmutter, die ihre Trauer mit Arbeit und einem zufriedenen Blick auf ihr zurückliegendes glückliches Leben an der Seite ihres Mannes nicht in Frage stellt.
Nachdem sich beide Frauen der Honiggewinnung widmen, wirbelt ein uralter Brief von 1941 Staub auf. Der Inhalt sorgt für eine Änderung ihrer Vorstellung der Familienabstammung, sie wollen mehr über ihre Urgroßmutter Martha erfahren und reisen ins Ostseebaad Ahrenshoop, das durch seine Künstlerkolonie berühmt geworden ist.

Anne Barns kann einfach wunderschön erzählen, ich habe mich beim Lesen einfach entspannt treiben lassen können. Sie zeigt ihre Figuren richtig schön lebendig und natürlich, spart aber auch die Schattenseiten des Lebens nicht aus. Sie lässt uns an den echt wirkenden Gesprächen teilnehmen, sodass man sich in der Geschichte sofort mit den Figuren verbunden fühlt, es ist so, als ob ich Anna und ihre Großmutter persönlich begleiten konnte.
Es ist dieses besonders herzliche und innige Verhältnis zwischen ihnen, welches mich auch sehr an meine Großmütter erinnert hat. Diese Generation hat es in ihrem Leben nicht immer leicht gehabt, vielleicht ist das ein Grund, dass sie fester auf dem Boden stehen als heutige Generationen. Die Dialoge sind so herzlich und voller Kenntnis und Verständnis füreinander und verleiten einfach zum Schmunzeln.

Für mich ist das ein echter Wohlfühlroman, denn neben der fesselnden Spurensuche zum Familienstammbaum hat mich auch die Urlaubskulisse mit dem schönen Ferienhaus an der Ostsee mit angenehmen Gefühlen erfüllt. Total ansprechend und eng zeigt Anne Barns auch das Verhältnis zwischen Großmutter Johanna und Enkelin Anna. Beide finde ich einfach wundervoll sympathisch, die Oma ist geradlinig, noch recht rüstig und Anna sucht gerade ihren persönlichen Lebensweg und natürlich auch die Liebe ihres Lebens.


Wie immer in den Romanen der Autorin warten am Ende des Buches ein paar Rezepte auf das persönliche Nacherleben der Romanstimmung, dieses Mal haben es mir die Honigseufzer angetan.

Durch den schönen Erzählstil und den flüssigen Fortlauf der Handlung hat mir dieses Buch sehr viel Freude gemacht, aber auch ein wenig zum Nachdenken angeregt. Es geht nicht nur um die Freuden des Lebens und die Liebe, es ist mehr. Es zeigt Trauerverarbeitung und wie man sich dank seiner Freundschaften wieder mehr dem Leben zuwenden kann

Dieses charmant erzählte Buch mit seinen liebevoll gezeichneten Figuren ist ein echtes Entspannungsbuch mit Wohlfühleffekt und greift dennoch auch emotionale und tiefer gehende Themen auf. Meine Leseempfehlung nicht nur für Anne Barns-Fans.  



***Mit einem herzlichen Dankeschön an HarperCollins für dieses Rezensionsexemplar!***




Ebenfalls von der Autorin:

Russo, Andrea - Spätsommerfreundinnen