Ein vielschichtiger Krimi!
Schroffe Klippen von Nicola Förg ist der 17. Band der Irmi-Mangold-Krimi-Reihe aus dem Piper Verlag.
Kommissarin Irmi Mangold befindet sich im Ruhestand und könnte sich eigentlich einen faulen Lenz machen. Doch hilfsbereit wie sie ist, unterstützt sie ihre Freundin Luise beim Umzug einer Katzenstation auf ihren Hof. Ein Anruf von Luises in Irland lebender Tochter Babsi sorgt für Aufregung. Sie berichtet von ihrer Freundin Anja, die man tot an den Klippen bei Hell's Hole aufgefunden hat. Die Polizei geht von einem Unfall aus, doch Babsi vermutet eher ein Verbrechen und bittet Irmi, sich die Lage vor Ort anzusehen. Irmi lässt sich überreden und begibt sich gemeinsam mit dem Studenten Malcolm auf Spurensuche. Als sie erfährt, dass auch die Tochter der Toten verschwunden ist, nimmt der Fall brisante Formen an. Anja scheint nicht nur Freunde gehabt zu haben und zu den Verdächtige zählen die Schwiegereltern und gewissenlose Greyhound-Züchter. Anja lebte als digitale Nomadin in einem Camper am Strand und arbeitete remote bei einer Pharmafirma. Der Fall wird immer interessanter, je mehr Irmi darin eintaucht.
Wie gewohnt lässt Nicola Förg in ihre Krimireihe aktuelle Themen einfließen und verbindet sie mit einem Verbrechen, das Kommissarin Irmi Mangold aufkläen muss.
Als ihre Freundin Luise sie bittet, in Irland den Fall einer an den Klippen zerschellten jungen Frau nachzugehen, zögert Irmi zunächst. Aber die Aussicht auf die Landschaft der rauen Nordwest-Küste reizt sie und ihr Ermittlerinteresse ist auch geweckt.
Der Prolog zeigt uns wie Irmi als Touristin durch die grüne irische Natur fährt und dann schwenkt die Handlung beschaulich zurück ins Allgäu, wo sich Irmi mit Luise der Katzenrettung hingibt und über die Namenswahl nachdenkt.
Die Reise nach Irland bedeutet für Irmi eine Trennung von ihrer geliebten Heimat und ich bin davon überzeugt, nur die Aussicht auf einen spannenden Fall hat sie dazu bewegt.
Die Geschichte verläuft sehr ruhig, neben schönen Landschaftsschilderungen erlebt man wie Irmi Golfstunden nimmt und sich ansonsten den Ermittlungen des Falls widmet. Malcom unterstützt sie dabei tatkräftig und vermittelt ihr einen Eindruck des irischen Lebens. Aus ihrem Interesse für den Tierschutz sieht sich Irmi in der Greyhound-Haltung um. Insgesamt gesehen, lebt der Krimi von den Ermittlungsfakten, den authentischen Dialogen und den unterschiedlichen Menschen, die Nicola Förg lebensecht und mit eingestreutem Humor abbildet.
Der Fall bietet wieder jede Menge Stoff zum Nachdenken. Neben der fragwürdigen Greyhoundszucht und den Hunderennen in Irland geht es um die moderne Arbeitswelt, die Menschen zu einem Leben als digitale Nomaden antreibt, um die größte Work-Life-Balance auszukosten. Aber auch die Pharmaindustrie wird näher beleuchtet und gefährliche Nebenwirkungen von Medikamenten erhalten im vorliegenden Fall eine besondere Bedeutung.
Was mich sehr überrascht hat, war die Einbindung von verschiedenen englischen Songtexten aus der persönlichen Playlist von Irmi Mangold. Hier scheint Frau Förg ihren persönlichen Musikgeschmack verewigt zu haben, denn die Songs sind überwigend aus den 80ern. Obwohl ich viele Songs kenne, fand ich die vielen abgedruckten Texte insgesamt langweilig und habe sie mir nicht näher angesehen.
In diesem vielschichtigen Krimi macht Nicola Förg aufmerksam auf die sich verändernde Arbeitswelt der Gesellschaft und auf die Profitgier der Pharmaindustrie. Die Ermittlungen sind wie gewohnt unterhaltsam und zeigen, das in jedem Menschen ein Verbrecher schlummert.
***Herzlichen Dank an den Piper Verlag für dieses Rezensionsexemplar!***

















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