Montag, 28. September 2026

Der Mond im Meer - Sandra Dieckmann

Ein märchenhaftes Bilderbuch über Freundschaft und Zusammenhalt! 

Im Penguin Kinderbuch Verlag erscheint das Bilderbuch Der Mond im Meer von Sandra Dieckmann, das Buch ist für Kinder ab vier Jahren und wurde übersetzt von Silke Pöppel.

Voller Vorfreude wartet die Maus auf die Nacht, denn dann erscheint ihr einziger Freund, der Mond. Jede Nacht ist er bei ihr und sie erzählt ihm von ihren Wünschen und was sie erlebt hat, doch nie bekommt sie eine Antwort. Als der Mond ins Meer stürzt, will sie den Mond retten, koste es was es wolle! Und bei dieser waghalsigen Aktion lernt sie andere Tiere kennen.  


Sandra Dieckmann erzählt kindgerecht in kurzen Texten von der kleinen Maus und ihrem einzigen Freund, dem Mond. Da der Mond nie auf die Fragen der Maus antwortet, wird sie wütend und wirft einen Stein nach ihm, darauf stürzt der Mond in Meer. Nun möchte die Maus ihren Freund unbedingt retten und wagt sich in einer Sardinendose aufs Wasser, sie kentert in den Wellen und wird von den Meerestieren gerettet. Sie ist ganz erstaunt, als sie erfährt, wie wichtig der Mond den anderen Tieren ist und gemeinsam sorgen sie dafür, dass der Mond wieder am Himmel hängt. 




 

Mit dieser Geschichte lernen Kinder, dass man in Gemeinschaft viel erreichen kann und wie wichtig der Zusammenhalt untereinander ist. Und dass es viel mehr Freunde gibt, als man vielleicht denken mag. 

Eine Tatsache hat mich sehr gestört, denn ich habe auf eine logische Erklärung gehofft, warum der Mond vom Himmel gefallen war. Solche unrealistischen Vorgänge muss man Kindern als kleines Märchen erklären, wenn man ihnen aus dem Buch vorliest. 

Die farbenfrohen Illustrationen sind wunderschön anzusehen und untermalen die Geschichte auf wunderbare Weise. Die einzelnen Meeres- und Lufttiere sind einfach ganz entzückend dargestellt, man kann die Tierarten naturgetreu erkennen und Kinder lernen so spielerisch etwas über die Tierwelt hinzu. 

Dieses märchenhaft illustrierte Buch feiert die Botschaft von Zusammenhalt und Freundschaft!

***Herzlichen Dank an das Bloggerportal und den Penguin Verlag für dieses Rezensionsexemplar!*** 



Die Donnerkönigin - Maja Lunde

Herzzerreißende, aber wunderschöne Herbst-Geschichte mit grandiosen Illustrationen! 

Die Donnerkönigin ist Maja Lundes vierter Band des Jahreszeiten Quartetts und erscheint im btb Verlag. Die Illustrationen stammen erneut von der preisgekrönten Lisa Aisato. 

Isabella und ihre exzentrische Mutter führen ein unstetes Leben mit ständig wechselnden Wohnorten. So hat Isabella es nie gelernt, feste Bindungen oder Freundschaften einzugehen und kann ihre eigenen Gefühle nur schwer kontrollieren. Sie wird wütend und auch handgreiflich, weshalb man sie  »Donnerkönigin« nennt. Doch eines Tages ziehen sie in den kleinen Ort Eikedalen und werden sehr herzlich von dem älteren Mann namens Abel aufgenommen. Isabella knüpft erste Freundschaften und ist gespannt auf das Fest der Toten, das am 31. Oktober gefeiert wird. Als Isabella die geheimnisvolle Waldhüterin Elsi trifft, ermutigt Elsi sie, für ihre eigenen Wünsche und Träume im Leben einzustehen, auch gegen den Willen ihrer Mutter.  

 


Die Geschichte wird aus der Perspektive von Isabella erzählt. Wir erfahren, wie sie durch das unstete Leben und die ständigen Ortswechsel früh die Erwachsenenrolle in der Mutter-Kind-Beziehung einnehmen musste. Ihre Mutter leidet an ständigen Gefühlsschwankungen, ein Zeichen von Depression und gibt Isabella nicht die nötige Stabilität im Leben. Isabella fehlt ein Zuhause, doch das mag sie ihrer Mutter nicht sagen. Oft wird Isabella so wütend, dass sie gewalttätig wird. Erst als sie Elsi trifft, kann sie lernen, zu ihren Gefühlen zu stehen und sie zu kontrollieren und auch ihre Wünsche zu benennen.

Maja Lunde hat eine tiefgründige Handlung geschaffen, die mich berührt, traurig macht und ans Herz geht. Die Geschichte um Isabella entwickelt sich voller Spannung und man hofft, dass sie und ihre Mutter sich endlich im kleinen Ort Eikedalen heimisch fühlen und dort sesshaft werden. Das Problem ist Isabellas rastlose Mutter und die Hoffnung auf ein Ankommen in einer netten menschlichen Nachbarschaft trägt durch die gesamte Geschichte. Die wunderschönen Zeichnungen zeigen Nachtaufnahmen und Szenen im Wald, sie sind detailreich, zeigen die Früchte der Natur und passen farblich wunderbar zum Herbst. Erneut hat Lisa Aisato es geschafft, mit ihren Bildern die Leser zu berühren und in eine melancholische Stimmung zu versetzen, die mit einem glücklichen Umstand endet. 

 




Ein herbstlich anmutendes Buch mit wunderschönen Bildern und einer melancholischen Geschichte, die über Freundschaft, Familie und feste Bindungen erzählt und über ein festes Zuhause, das einem Menschen den nötigen Rahmen für ein sicheres Leben schenkt.  

 

***Herzlichen Dank an das Bloggerportal und den btb Verlag für dieses Rezensionsexemplar!*** 


 
  • Lunde, Maja - Die Schneeschwester
  • Lunde, Maja - Die Sonnenwächterin   
  • Lunde, Maja - Die Donnerkönigin 
  • Sonntag, 27. September 2026

    Jahreszeitenlesetipps für den Herbst 2026

     


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    Die Aktion Jahreszeitenlesetipps wird durchgeführt von Leni Meine Welt voller Welten und Tanja Der Duft von Büchern und Kaffee. 

    Kaum ist der Sommer vorbei, startet schon die nächste Lesezeit des Jahres mit dem Herbst. Die Blätter färben sich jetzt in den schönsten Farben (der Rücken schmerzt vom vielen Fegen und Aufsammeln des Laubs :-)), im Wald wachsen Pilze und glänzende Kastanien verlocken zum Einstecken. 
    Ich mag den Herbst, denn oft gibt es noch schöne sonnige Tage, die man zum Spazierengehen in der Natur oder mit gemütlicher Zeit bei Tee, Kerzenschein und einem schönen Buch verbringen kann.  

    Allerdings habe ich gar keine echten herbstlichen Bücher, die ich euch vorstellen könnte. Deshalb greife ich auf Titel zurück, die sich gut lesen und die für schöne Lesezeit sorgen. 
     
     
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     Abendrot - Kent Haruf

                                           
     
    Dieses Buch passt für mich perfekt zum Herbst, es ist ein Titel, der sehr melancholisch und bewegend von Menschlichkeit, Einsamkeit und von Liebe erzählt. So ein richtiges Buch zum Abtauchen und Mitfühlen und gehört zu meinen All-Time-Favorits!


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    Teatime - Ingrid Noll

                                         

    Eine unterhaltsame Geschichte mit skurrilen und erbarmungslosen Frauenfiguren, die nicht von Grund auf schlecht sind, sondern nur in einen Strudel von verhängnisvollen Vorgängen geraten und so manche List ersinnen, um unbescholten aus der Sache heraus zu kommen. 
    Ein unterhaltsames Krimi-Kunstwerk für alle, die schwarzen Humor lieben!
      

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    Querfeldein - Alex Capus

     

                                         

     

    Die Geschichte spielt in einem Dorf namens Ramsen an der deutsch-schweizerischen Grenze, wo sich Händler und Schmuggler ihren Weg umtreiben. Dort baut Arnold tatkräftig seine Gasthof "zur Moskau" auf und betreibt damit seinen Lebenserwerb. Ein sehr atmosphärischer Roman, in dem historische Fakten in eine besondere Familiengeschichte eingebunden werden.

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    Ist unter meinen Vorschläge für euch das passende Buch dabei!

    Einen wunderbaren Herbst wünscht euch,
    Eure Sommerlese!

    Meine bisherigen Tipps findet Ihr hier:

    Herbsttipps 2017 

    Herbsttipps 2018

    Herbsttipps 2019 

    Herbsttipps 2022
     

    Herbsttipps 2026

    Wochenrückblick KW 39/2026

     



















    Braunporling (Fichte oder Kiefer?)



     Was war in dieser Woche los?

     
    Auch der schönste Urlaub geht mal zu Ende, leider! Doch wir hatten eine angenehme und sehr entspannende Zeit und nehmen viele tolle Eindrücke, das Rauschen des Meeres und andere Genussmomente in unseren Gedanken mit nach Hause! An unserem Abfahrtstag müssen wir früh starten, denn schon zu Mittag haben wir eine Einladung zu einer runden Geburtstags-Feier. Unser Urlaubsziel verlassen wir mit dem Bewusstsein, dass wir es schon bald wieder besuchen und erleben können.    
     
    Gesehen:   
      
    Die Ostsee mal mit Wellen, mal ruhig wie eine Badewanne, die wechselnde Farbe des Wassers in vielen Tönen zwischen grau und tiefblau, viele Möwen (auch gehört), ziehende Kraniche und die beleuchtete Seebrücke bewundert.
    Im TV: Wer wird Millionär? 

    Getan:  
     
    Erholsame Spaziergänge am Strand, im Wald die Wildschweine besucht, kleine Ausflüge und Radtouren, alle mitgebrachten Bücher gelesen, Rezis geschrieben, den Blick aufs Wasser genossen, gut gegessen, gemütliche Zeit auf der Terrasse verbracht. 
     
     
    Gefreut:     
     
    Über unser Glück mit dem milden Herbstwetter im Urlaub. Ich war mit den Füßen im Wasser, bei 16 Grad Wassertemperatur wollte ich nicht tiefer eintauchen! Die Sonne schien häufig und wir hatten nur einen Tag Nieselregen und einmal starken Wind mit vereinzelten Regenschauern. 
    Im Wald nach Pilzen geschaut und einen riesigen Braunporling gefunden. (siehe Bild oben) 
     
     
    Gegessen: 

    Rotbarsch in Eihülle auf Blattspinat mit Kartoffeln 2x; Bismark-Brötchen; Nordseekrabben mit Rührei und Pellkartoffeln; Nudeln mit Tomaten-Hack-Sauce 2x; Spanferkel mit viel Kruste und Krautsalat; Rhabarber-Baiser;
      




     

    Gedacht:        

    Der Linksruck in Berlin wird für noch mehr Chaos sorgen als es die Stadt jetzt schon verkraften muss! 

    Gefeiert: 

    Eine letzte schöne Urlaubswoche 

    Geärgert: 

    Über die rücksichtslose E-Bike-Fahrer ohne Kenntnis einiger Verkehrsregeln.

    Gekauft:  

    Socken für den Mann und zwei Langarmshirts, quasi im Vorbeigehen. Diese Shirts liebe ich im Herbst und Winter für den Zwiebellook unter einer Jacke.
     

    Geklickt: 

    Regenradar und Wettervorhersagen 
     

    Liebe Grüße euch von der Ostsee,

    Eure Sommerlese 

    Freitag, 25. September 2026

    Das Seebad am Nordseestrand - Regine Kölpin

    Ein fesselnder Blick ins historische Wangerooge

    Regine Kölpins historischer Roman Das Seebad am Nordseestrand erscheint im Piper Verlag.  

    Wangerooge, 1829: Bernhardine Westings Mann ist wenig begeistert als er zum Badekommissar von Wangerooge ernannt wird, seine Frau dafür umso mehr. Sie möchte aus der Insel ein exkulsives Seebad machen und macht sich voller Tatkraft an die neue Aufgabe. Allerdings muss sie ihr Vorhaben gegen die ablehnende Haltung einiger Insulaner durchsetzen, während andere erkennen, dass hier neue Arbeitsplätze entstehen und lohnende Einnahmen durch Kurgäste winken. 

                                 

    Beeke Tammen ist Insulanerin aus einfachen Verhältnissen, ihr Vater hat sie Okko, dem Sohn des Lehrers versprochen, doch Beeke träumt von einer Heirat mit ihrem Jugendfreund Edo, was ihre Eltern ablehnen. Mit dem Antritt des neuen Badekommissars bietet sich für Beeke die Chance, dort eine Anstellung zu bekommen. Sie hat Glück und arbeitet in der Küche. Sie hofft mit ihrem Verdienst nicht länger auf eine Verheiratung angewiesen zu sein. 

    Mit erzählerischer Leichtigkeit zeichnet Regine Kölpin ein anschauliches Bild des damaligen Lebens auf Wangerooge, sodaß man wie bei einer Zeitreise die Schauplätze und gesellschaftlichen Strukturen erleben kann. Figuren wie Beeke und Bernhardine sind mir schnell ans Herz gewachsen und ich war gefesselt, die bewegenden Schicksale der beiden Frauen zu begleiten und zu erleben, wie sich beide Frauen gegen ihre persönlichen Widersacher behaupten müssen. In Beekes Fall entsetzten mich besonders die übergriffige Gewalt durch Männer, die die junge Frau in eine ausweglose Situation gebracht haben, aber nicht für ihr Verhalten zur Rechenschaft gezogen wurden. Statt dessen hatten stets die Frauen als Gefallene einen schlechten Stand. 

    Die Schilderung der Maßnahmen zum Ausbau Wangerooges als modernes Seebad habe ich interessiert verfolgt. Man musste den reichen Bürgern und Kleinadel schon etwas bieten, um sie auf den Geschmack der heilenden Seeluft zu bringen. Diese Aufgabe übernahm die reale Figur Bernhardine Westing, die Regine Kölpin sehr ausdrucksstark in ihre Geschichte einbindet und das Ganze mit einer glaubhaften historischen Nordsee-Atmosphäre einfängt. 

    Für Töchter wie Beeke gab es früher keine großen Möglichkeiten, eigene Wege zu gehen. Sie hatten anfallende Aufgaben im Haushalt der Familie zu erledigen, auf die kleineren Geschwister aufzupassen und sich dem Diktat der Männer in eine Verheiratung zu fügen. Deshalb hat mich Beekes Lebensweg sehr gefesselt und ich war angetan, wie sie dank ihrer fleißigen und loyalen Art in Bernhadine eine Fürsprecherin gewinnt, die ihr mehrfach aus schwierigen Situationen heraushilft. Schon früh erkennt Bernhardine Beekes Potential und durch ihre Unterstützung entwickelt sie sich Beeke in eine selbstbewusste junge Frau, die keine Ehe ohne Liebe eingehen will.  

    Dieser historische Roman zeigt ein buntes Bild des Alltagslebens der damaligen Zeit mit den gesellschaftlichen Unterschieden und lässt uns zwei starke Protagonistinnen begleiten, die sich ihren Platz in der Männerwelt erkämpfen.  

    ***Herzlichen Dank an den Piper Verlag für dieses Rezensionsexemplar!*** 

                                        

    Dienstag, 22. September 2026

    Ein ganz normales Wunder - Woody Brown

    Von Mensch zu Mensch!

    Der Roman Ein ganz normales Wunder von Woody Brown erscheint im Kiepenheuer & Witsch Verlag.  

    Hinweis: Woody Brown schrieb Geschichte als erster nicht-sprechender autistischer Absolvent der University of California. Sein Roman ist ein literarisches Ereignis.  

    Walter ist Autist und hat dank seiner Mutter gelernt, sich mittels einer Buchstabentafel verständlich zu machen. Das ist nicht nur ein langer Lernprozess, der zeitaufwändig und nur durch Fachpersonal zu erreichen ist. Als Walters Vater verstirbt, geht die Mutter wieder arbeiten und Walter kommt in eine Tagestätte für Menschen und erlebt den Alltag mit Menschen diverser Behinderungen wie Zerebralparese und Autismus. Dank seiner sensiblen Sichtweise nimmt er als Beobachter die verschiedenen Schicksale wahr und kann sie einschätzen.  

     



    Woody Brown stellt uns auf spezielle Weise seine Bekannten und Betreuer vor und beleuchtet deren Gefühle, Reaktionen und Handlungen. Das geschieht mal mit einer recht einfachen Sprache im Umgangston junger Menschen und dann wieder sehr emotional und empathisch, sodass ich diesen Menschen sehr nahe gekommen bin und oft darüber nachdenken musste, wie schnell man durch Vorurteile andere Menschen unterschätzen kann. Viele Szenen haben mich berührt und mir gezeigt, wie schwierig es für manche Menschen ist, sich ihren Mitmenschen anzunähern und ihr äußeres Verhalten ihrem inneren Bewusstsein und Wünschen anzupassen. Die einzelnen Episoden öffnen den Blick auf die Welt der Autisten, bewirken ein besseres Verständnis für ihr Verhalten und regen zum Nachdenken an.

    Meine entscheidende Kritik an diesem Buch ist die Tatsache, dass es sich hier nicht um einen Roman mit einem durchgeplanten Plot handelt, der mit Spannungsaufbau und einer durchgängigen Entwicklung der Hauptfigur einher geht. Es ist eher eine Sammlung einzelner Szenen aus dem Leben verschiedener Personen, über die Protagonist berichten möchte. So bildet sich aus den verschiedenen Einzelteilen zwar ein Gesamteindruck, aber keine runde Geschichte. Trotzdem bin ich dem Autoren für diese Schilderungen dankbar und kann mir kaum vorstellen, wie er ohne zu sprechen zu diesem Buch fähig war. 

    Dieses Buch bringt den Lesern auf eindringliche Weise Themen wie Autismus, Inklusion und die Kommunikation zwischen Menschen näher und setzt damit Zeichen, um über die Situation der Betroffenen nachzudenken. Das Verhalten mancher Menschen ist nicht der Indikator dafür, was sie in ihrem Inneren bewegt. Woody Brown schlägt mit seinem Buch eine Brücke von Mensch zu Mensch!

    ***Herzlichen Dank an den Kiepenheuer & Witsch Verlag für das Rezensionsexemplar!***

                                              

    Montag, 21. September 2026

    Die Weihnachtsfähre - Janne Mommsen

    Stille Nacht an Bord

    Im Rowohlt Verlag erscheint Janne Mommsens Nordseeroman Die Weihnachtsfähre.

    Heiligabend 1990: Einige Fahrgäste haben in Dagebüll die letzte Fähre nach Föhr verpasst, doch der ebenfalls gestrandete Innenministers spielt seinen Einfluss aus und so legt eine Sonder-Fähre an, um die Menschen noch pünktlich zum Weihnachtsfest auf die Insel zu bringen. Die Fahrgäste sind ein bunter Mix an Personen: der Minister, die gebürtige Föhrerin Beeke, die alleinerziehende Maria mit ihren beiden Kindern, Florian und Sandra aus Hamburg, ein Oberstaatsanwalt mit seiner Frau, sowie der Weihnachtsmann und der Pastor, die zur Ausübung ihrer weihnachtlichen Aufgaben dringend erwartet werden. Obwohl die schlechte Witterung ungemütlich ist, kommt die Fähre problemlos voran, bis sie plötzlich im Schlick fest sitzt. Damit zerplatzt der Traum vom gemütlichen Weihnachtsfest auf der Insel und die Reisenden müssen Weihnachten an Bord verbringen.

     

    Janne Mommsen startet seine Geschichte romantisch unter der tropischen Sonne einer karibischen Insel, dort lebt die Föhrerin Beeke seit einem halben Jahr und genießt das Nichtstun, sowie Land und Leute. Aber je näher Weihnachten rückt, umso mehr sehnt Beeke sich nach ihrer rauen Heimat Föhr, wo um diese Zeit die Nordsee tobt und ein eisiger Wind weht und die Menschen in ihren gemütlichen Reethäusern die Adventszeit verleben.

    Mommens Inselliebe macht sich in den schönen Landschaftsbeschreibungen und der norddeutschen Mentalität der Bewohner bemerkbar und ich bin in eine warmherzige Geschichte eingetaucht, wo die Nordseewellen, Ebbe und Flut und der Zusammenhalt der Insulaner spürbar wurde. 

    Während die Reisegäste auf dem Fährschiff festsitzen und sich zusammen raufen müssen, um Heiligabend friedlich verleben zu können, herrscht auch auf Föhr der Ausnahmezustand. Der Pastor und das köstliche Catering sind an Bord der Fähre und so muss jemand anderes für die Predigt im Friesendom gefunden werden und Ersatzessen für die große Heiligabendparty heran geschafft werden. Inselpolizist Ralf ist nun gefordert und sorgt mit seiner Auswahl für humorvolle Szenen. 

    Das Buch liest sich wunderbar flüssig und es entsteht eine kurzweilige Geschichte mit einigen Widrigkeiten, in die ich gespannt eingetaucht bin. 

    Auf dem Schiff kommt es noch zu weiteren Problemen, doch da sich die Menschen hilfreich unterstützen, ist am Ende der weihnachtliche Friede wieder hergestellt. Und diese friedliche Eintracht mit menschlicher Warmherzigkeit ist die echte Botschaft von Weihnachten.  

    Eine wunderbar warmherzige Weihnachtsgeschichte mit Nordseefeeling, die für eine gemütliche Lesezeit in der Adventszeit bestens geeignet ist. 

    ***Herzlichen Dank an den Rowohlt Verlag für dieses Rezensionsexemplar!***

                                                        

     
  • Mommsen, Janne - Die kleine Inselbuchhandlung
  • Mommsen, Janne - Die Bücherinsel  
  • Mommsen, Janne - Friesensommer
  • Mommsen, Janne - Mein wunderbarer Küstenchor 
  • Mommsen, Janne - Oma dreht auf 3  
  • Mommsen. Janne - Ein Fest im kleinen Friesencafé
  • Mommsen, Janne - Das Licht in den Wellen 
  • Mommsen, Janne - Das Salz in der Luft  
  • Mommsen, Janne - Die Weihnachtsfähre 
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