Freitag, 31. Juli 2026

Lesemonat Juli 2026

 






Nach der sommerlichen Hitze Ende Juni startete der Juli recht angenehm und es regnete auch hin und wieder. Die Rosen waren verblüht, die Vegetation explodierte mit viel frischem Grün und die Nächte waren angenehm frisch zum Schlafen. Doch der Sommer hatte nur ein wenig Pause eingelegt und Ende des Monats stieg das Thermometer wieder auf 34-37 °C und war damit an vereinzelten Tagen wieder sommerlich heiß. Es war öfter möglich, draußen auf der Terrasse zu lesen, ich habe mit meinem Mann reichlich Eis gegessen und gekaufte saftige Aprikosen zu Marmelade verarbeitet.    

 

Weil mein Buchvorrat ziemlich aufgelesen war, konnte ich mal wieder ein paar Rezensionsexemplare anfragen. In diesem Monat hatte ich das Gefühl, richtig viel gelesen zu haben, doch der Schein trügte, es wurden gerade mal 9 Bücher. Doch im Grunde muss ich noch eines hinzuzählen, wo ich die Rezension erst am Erscheinungstag online stellen kann. 

Auch wenn ich mit der Anzahl nicht an andere sehr gute Monate heranreiche, bin ich damit ganz zufrieden. Es waren sogar drei 5-Sterne-Bücher dabei und leider auch eines, das ich mit zwei Sternen bewertet habe, weil es mich von der Sprache her sehr enttäuscht hat.   


Was lag sonst noch an? 
 
Zu meinem Geburtstag habe ich eine Grilleinladung geschenkt bekommen, die im Juli an einem schönen Abend eingelöst wurde. Bei Salat, Rippchen (schon ewig nicht mehr gegessen) und Grillgut haben wir es uns gut gehen lassen. Dann hatte ich noch Treffen mit einzelnen Freundinnen und mal mit Leuten aus der Chortruppe, wo wir uns bei leckerem Essen, Getränken (ein Aperol und ansonsten alkoholfreie Getränke :-) gemütlich ausgetauscht haben. An diesem Tag war es sehr heiß und mir grauste erst vor der Hitze, doch die ging wunderbar in einen lauen Sommerabend über. 

💦🌿🌞🌸💦🌿🌞🌸💦🌿🌞🌸💦🌿🌞🌸💦🌿🌞🌸💦🌿🌞🌸

 

Monatsübersicht nach Genres 9:

Krimi:                      3
Thriller:                    0 
Roman:                    4
Histor. Roman:          1 
Kochbuch:                0
Sachbuch:                1     
Kinderbuch:              0
Biografie:                  0
Sonstige:                  0


💦🌿🌞🌸💦🌿🌞🌸💦🌿🌞🌸💦🌿🌞🌸💦🌿🌞🌸💦🌿🌞🌸

  • Ist doch schön hier - Miriam Burdelski                         4⭐
  • Tschikago - Alexandra Stahl                                             2⭐
  • Zuagroast - Martina Parker                                               4⭐   
  • Querfeldein - Alex Capus                                                 5⭐
  • Tea Time - Ingrid Noll                                                          5⭐ 
  • Dabei waren wir uns immer so nah-Jette Kötschau 3⭐
  • Sturmland - Miriam Georg                                                  4⭐
  • Henri Matisse: Meisterwerke - Anne Sefrioui              5⭐  
  • Rufmord, Rache und Rosé - Sophie Hénaff                  4⭐
  •  
      

    💦🌿🌞🌸💦🌿🌞🌸💦🌿🌞🌸💦🌿🌞🌸💦🌿🌞🌸💦🌿🌞🌸

     

    Meine Buchlieblinge im Juli:     

    Querfeldein - Alex Capus
                   
     
                                              
     
    Querfeldein ist ein wunderbar geschriebener, sehr atmosphärischer Roman, in dem historische Fakten in eine besondere Familiengeschichte eingebunden werden. Die Figuren haben mich vollkommen begeistert, mitgerissen und nicht wieder losgelassen. Meine eindringliche Leseempfehlung! 
     
     
                                   

     

    Schwarzer Humor vom Feinsten und ein richtig unterhaltsames Krimi-Kunstwerk. Wer schwarzen Humor liebt, ist mit dem Buch bestens bedient!       

    💦🌿🌞🌸💦🌿🌞🌸💦🌿🌞🌸💦🌿🌞🌸💦🌿🌞🌸💦🌿🌞🌸

     

    Die meistgeklickten Blogbeiträge im Juli:

    Bei den Top-Ten-Thursday-Themen habe ich an zwei Aufgaben mitgemacht, eine weitere hat mich auch interessiert, die habe ich aber zugunsten einer neuen Rezension lieber ausgelassen. 
    Die Wochenrückblicke erstelle ich weiterhin regelmäßig und finde sie auch als Ersatz für private Tagebucheintragungen sehr hilfreich. 
     
     
    Insgesamt habe ich 16 Posts erstellt und meinem Blog folgen zwei neue Follower, es sind nun 247.
       
     
    Auf meinem Instagram Account steigt die Anzahl der Follower weiter an, ich  freue ich mich über den Anstieg von 2334 im Vormonat auf 2350 Ende Juli.    
     
     

    Beliebte Posts: 

    Hier habe ich mich sehr gewundert, denn ausgerechnet ein winterliches Rezept zu einem Kartoffelauflauf wurde häufig angesehen.  

    Kartoffelauflauf

                                  

     

      💦🌿🌞🌸💦🌿🌞🌸💦🌿🌞🌸💦🌿🌞🌸💦🌿🌞🌸💦🌿🌞🌸

    Im August habe ich zwei ärztliche Untersuchungstermine, freue mich auf unser alljährliches Straßenfest und den Start der Chorproben nach einer langen Sommerpause. 

     

    Ich wünsche euch einen schönen August!

    Liebe Grüße 

    Eure Sommerlese!❤️

    Donnerstag, 30. Juli 2026

    Ist doch schön hier - Miriam Burdelski

    Bewegende Reise zu den Spuren der Vergangenheit

    Der Roman Ist doch schön hier von Miriam Burdelski erscheint im Blessing Verlag. 

    Drei Generationen von Frauen leben unter einem Dach. Liesel wurde von ihrer Oma Emmi groß gezogen, die sich rührend um sie kümmerte, während ihre Mutter Melanie eher unselbständig war und kaum Gedanken an das eigene Kind verschwendete. Inzwischen ist Emmi dement und lebt in einem Seniorenheim. Liesel ist 19 Jahre alt und überlegt, was sie mit ihrem Leben anfangen soll, doch zuerst möchte sie mehr über die Wurzeln ihrer Familie und über Emmis Vergangenheit und deren Flucht aus Ostpreußen herausfinden. Gemeinsam mit ihrer Oma und dem polnischen Altenpfleger Jascha unternehmen sie einen Roadtrip in Emmis alte Heimat, die nicht ganz glatt läuft, aber doch viele Erkenntnisse mit sich bringt. 


     

    "Heimat ist kein Ort auf der Landkarte, Heimat sind die Menschen, die bleiben." Zitat

    In diesem Roman haben mich die Beschreibungen über Emmis Demenz sehr berührt. Diese Krankheit verändert Menschen und oft lassen sie ihre Ängste an denjenigen aus, die sich doch am meisten lieben. Miriam Burdelski lässt uns die Tragik der Krankheit nachspüren, doch sie lässt auch humorvolle Töne einfließen und zeigt, wie geschickt Pfleger Jascha mit den Emotionen und Bemerkungen der dementen Emni umgehen kann.

    Es hat mich interessiert, wie die Reise der drei Figuren abläuft, ob sich Emmi an Dinge in der alten Heimat erinnern kann und was Liesel mit dem Wissen über ihre Familienwurzeln anfangen kann. Es stellt sich heraus, dass Emmi und auch Melanie ihre Tochter ohne Mann aufgezogen haben und Liesel entdeckt Schuldgefühle, weil sie schon sehr früh ihre eigene Mutter als unzuverlässig abgestempelt hat. 

    Ich mochte die anrührende Herzlichkeit, die Emmi ihrer Enkeltochter Liesel schenkte, aber ihrer eigenen Tochter verwehrte. Die Gründe werden im Laufe der Handlung deutlich. Jascha war eine besondere Figur, in gewisser Weise ein Mittler zwischen den Familienmitgliedern.    
     
    Der flüssige und lebendige Erzählstil von Miriam Burdelski hat mich gut durch die Geschichte geführt und sie stellte mir die Protagonisten und ihre Lebenswege sehr berührend vor, sodass ich ihnen sehr nahe kam.  

    Die Reise in die ehemalige Provinz Ostpreußen bringt Antworten auf die offenen Fragen, die Emmi nicht mehr beantworten kann. Und sie verändert Liesels Sichtweise auf ihre eigene Familie und bringt auch noch unerwartete Überraschungen mit sich. 

    In diesem Roman geht es um schwerwiegende Themen wie Demenz, Depression, alte Familiengeheimnisse und enge Familienbande, die zeigen, wie Generationen füreinander einstehen. Das Ganze wird nicht belastend erzählt, sondern mit einer Spur von Leichtigkeit und Selbstverständlichkeit, die mir gut gefallen hat.   

    Eine bewegende Geschichte über eine alte Heimat, Flucht und vom Erinnern und Loslassen!  

    ***Herzlichen Dank an das Bloggerportal und den Blessing Verlag für das Rezensionsexemplar!***  

     

     

     

     

    Mittwoch, 29. Juli 2026

    Tschikago - Alexandra Stahl

    Ein besonderer Blick aufs Älterwerden! 

    Im Claassen Verlag erscheint Alexandra Stahls Roman Tschikago.  

    Nach der Trennung ihrer Eltern wohnte die Autorin als Kind in der Nähe ihrer Großeltern in Unterfranken, wo sie viel Zeit verbrachte. Beide waren wie Hund und Katze und stritten regelmäßig über die Macken des anderen Partners. Die Oma fütterte alle streunenden Katzen aus der Nachbarschaft und überall standen Futternäpfe im Weg, die den Großvater ins Stolpern brachten. Er war Elektriker und sammelte alle Arten von Kabeln, Steckdosen und Elektroschrott, was wiederum die Oma störte. Dennoch hielten sie ganze siebenundfünfzig Jahren miteinander aus.


     

    Das Buch ist in drei Kapitel unterteilt und beginnt mit dem Teil "Frankfurt ist schlimmer als Chicago". Mit unterhaltsamen. liebenswerten und manchmal auch skurrilen Beschreibungen tauchen wir in die glückliche Zeit der Autorin mit ihren Großeltern ein. Der eingebundene Dialekt vermittelt heimatliche Gefühle und vermittelt die famliliäre Eingebundenheit, dazu kommt eine Prise Humor, die alles auflockert. Diesen Teil habe ich wegen seiner Lebendigkeit sehr gerne gelesen und konnte mich gut in die Schilderung einfühlen und auch die zunehmende Demenz des Großvaters einschätzen. 

    Im zweiten Teil "Waren Sie schon mal im Internet?" erleben wir die Gespräche mit Senioren in einem Berliner Pflegeheim, wo Alexandra Stahl als Ehrenamtlliche eine Biografiegruppe anleitet. In diesen Teil habe ich einiges über die Bewohner erfahren, die sich auf ihre eigene Weise erinnern, miteinander reden oder ihre Gedanken ungefiltert zum Ausdruck bringen. Im Berliner Dialekt wirken die Gesprächsfragmente absolut echt und haben mich an eigene Gespräche mit Senior:innen erinnert. Doch wenn man diese Personen nicht persönlich kennt, führt so eine Schilderung häufig ins Leere. Im dritten Kapitel "Winken bis zum Schluss" bezieht die Autorin Stellung zu verschiedenen Themen und lässt unterschiedliche Aspekte einfließen, bei denen mir der rote Faden gefehlt hat. 

    Alexandra Stahl beschreibt Themen wie Jugend, Alter, Erinnerung und Vergessen und den Verlust von geliebten Menschen. Dabei taucht sie in die eigene Familie ein und erzählt aus ihrer ehrenamtlichen Biografiegruppe im Seniorenheim, wo die teilnehmenden Senioren aus ihrer Vergangenheit erzählen und alle an ihrem Leben teilhaben lassen. Die Gedankenwelt der Figuren, die Erlebnisse und ihre Sorgen und Ängste werden aus nächster Nähe aufgezeigt und man kann anhand ihrer Dialoge erkennen, was sie erlebt haben, wie sie sich fühlen und was sie umtreibt. Diese Geschichten machen gelebtes Leben sichtbar und sind Zeugen der Achtung von diesen Menschen und ihren Schicksalen. 

    Mein großer Kritikpunkt ist der merkwürdige Erzählstil, der meinen Lesefluss behindert hat und durch den ich das Buch am liebsten abgebrochen hätte. Viele Sätze sind einfach nur abgehackt oder werden in einzelnen Fragmenten aneinandergereiht. Manche kurze Aussagen entsprechen sicherlich dem Ausdrucksvermögen der Senior:innen, die Autorin hätte sich insgesamt aber ruhig in flüssigerer Form ausdrücken können. 

    Von diesem Buch hatte ich mir mehr versprochen, der fragmentarische Erzählstil liegt mir überhaupt nicht und die drei Teile verbunden sich leider nicht zu einer echten Einheit. Es war für mich leider eine Enttäuschung!

     

    ***Herzlichen Dank an den Claassen Verlag und an Vorablesen für dieses Prämienbuch!*** 

     

                                          

    Sonntag, 26. Juli 2026

    Wochenrückblick KW 30/2026

     






     Was war in dieser Woche los?

     
    Ich hatte reichlich Unterhaltung in dieser Woche, war beim Gedächtnistraining im Seniorenheim mit dabei, traf mich mit einer Freundin in einem Restaurant, genoss mit meinem Mann die Einladung zum Grillen bei Freunden und habe mich um Post und zwei Nachbargärten gekümmert. Diese Woche war es nicht so warm, dafür aber sehr windig und da trocknen Töpfe und Erde gleichermaßen schnell aus. Um meiner Nachbarin ihre Schwemme an Zucchinis abzunehmen, sollte ich entstehende Früchte ernten. Doch das Wachstum hält sich entgegen aller Erwartungen zurück. Die erste Zucchini (Foto) ist noch ganz klein, die beobachte ich mal, wie schnell sie wächst. Es ist zu erwarten, dass sie sich damit Zeit lässt, damit die Dame des Hauses sie nächste Woche persönlich ernten kann. Aber warten wir mal ab.
     
    Meine aktuellen Rezensionsexemplare sind alle erledigt und da ging es mal an den bei mir doch recht kleinen SuB. Ich habe einen Gartenkrimi aus dem Regal geholt, der mir vor knapp einem Jahr als Geschenk zugesandt wurde.  
     
     
    Gesehen:   
     
    „Oh la la: Wer ahnt denn sowas?“ - Sommerkino: Endlich mal wieder etwas zum Lachen!

    Gelesen:   

     

  • Zuagroast - Martina Parker                  4⭐
  • Querfeldein - Alex Capus                      5⭐

  •  
    Getan:  
     
    Gelesen, eingekauft, Blumen und Pflanzen gegossen, lecker gegessen und getrunken, meine Mutter besucht, mit ihr wie jedes Mal Kreuzworträtsel gelöst und im Garten gesessen, Haushalt und Wäsche erledigt.
     
     
    Gefreut:    
     

    Diese Woche bekam ich für meine Punkte auf Vorablesen den Roman "Tschikago" von Alexandra Stahl aus dem Claassen Verlag zugeschickt. Ich bin darauf sehr gespannt!


     
      
    Gegessen: 

    Gebratener Rotbarsch mit Kartoffeln und Salat; Blumenkohl, dazu Kasseler-Minutensteak und Kartoffeln mit selbstgemachter Remouladensauce; Kohlrabi in Rahmsauce mit Kartoffelpüree; Sushi; Spirelli-Nudeln mit Champignon-Hack-Sauce; Omelette mit Champignons; Chicken Bowl (BarCelona); Grillabend mit Rippchen, Steak, Couscous-Salat und Krautsalat; 







    Gedacht:        

    Entsetzlich, schon wieder hat ein psychisch Kranker Menschen in Berlin ein Attentat verübt. Sind das die uns versprochenen Fachkräfte?  

    Gefeiert: 

    Mein Geburtstagsgeschenk in Form einer Einladung zum Grillen bei Freunden eingelöst. In der Weinlaube konnten wir den Sommer so richtig genießen und bei Rippchen, Steaks und Bratwurst sowie Couscous-Salat haben wir es uns gut gehen lassen. 

    Geärgert: 

    Es ist eine Frechheit! In der Nähe von unserem Supermarkt stehen einige Glas- und Altkleidercontainer, vor denen Unbekannte mal wieder Mengen an Schrott, Sperrmüll und kaputtes Glas abgeladen haben. Ich frage mich allen Ernstes, wer einfach so seinen Haus- oder Sperrmüll dort ablädt! Und welche Strafen drohen denjenigen, wenn sie ertappt würden. Wahrscheinlich nur eine Ordnungswidrigkeit. 

    Gekauft:  

    Zutaten für einen Couscous-Salat und Einkauf in der Drogerie.  
     

    Geklickt: 

    Alles Mögliche ...
     

    Ich wünsche euch eine schöne Sommerwoche!

    Liebe Grüße,

    Eure Sommerlese 

    Samstag, 25. Juli 2026

    Zuagroast - Martina Parker

    Unterhaltsames Krimi-Debüt mit Humor und Lokalkolorit! 

    Im Gmeiner Verlag erscheint mit Zuagroast der Auftakt der Gartenkrimireihe von Martina Parker

    Architekt Paul und seine Frau Eva ziehen als Zuagroaste ins Südburgenland, dort gibt es billiges Bauland und Paul wittert lukrative Geschäfte. Auch die Journalistin Vera zieht mit ihrer Tochter aufs Land in das geerbte Haus ihrer Großmutter. 



     

    Durch den schwarzen Humor und dem Frust auf Männer hat mich der Krimi ein wenig an die Bücher von Ingrid Noll erinnert. Martina Parker schreibt sehr unterhaltsam, lebendig und humorvoll und lässt ihre vielseitigen Charaktere so rasant agieren, dass man von der Geschichte sofort eingefangen wird. 

    Eva wird von ihrem Ehemann Paul unterdrückt und möchte endlich aus dieser Ehe ausbrechen. Als sie Vera kennenlernt, freunden sie sich an. Vera ist auch gerade hinzugezogen, arbeitet als Journalistin und kämpft in ihrem Garten gegen viele Nacktschnecken an. Beide Frauen treten in den Klub der Grünen Daumen ein, den Johanna als Gründerin leitet. Johanna kenne sich in Flora und Fauna  gut aus und teilt ihr Wissen mit ihren Klubkameradinnen, die bei jedem Treffen auch mit zubereiteten Köstlichkeiten verwöhnt werden und Tipps und Workshops zur Verwendung der Pflanzen wie beispielsweise Seifen und Tees erhalten. Diese Szenen habe ich genossen und wäre gern selbst dabei gewesen. Gut gefallen haben mir auch die informativen Kapitelanfänge mit Wissenswertem aus Flora und Fauna. Das erfreut alle Freunde der Natur und man lernt noch einige überraschende Fakten hinzu. 

    Bei der Vorstellung und charakterlichen Ausstattung ihrer Figuren hat Martina Parker echtes Talent bewiesen, hier findet man alle Arten von Menschen aus Gottes Garten: fiese, naive, unterwürfige, tierliebe, hilfsbereite, neugierige, hinterwäldlerische, schrullige, lustgesteuerte und gestörte Personen, die der Geschichte ihre besondere Würze verleihen. 

    Das Lokalkolorit verdeutlichen auch diverse Ausdrücke im Dialekt der südburgenländischen Sprache, die nur zum Teil im angehängten Glossar übersetzt werden. Ich war überrascht, dass es so gewaltige Sprachunterschiede zum Deutschen gibt, hatte das Meiste aber durchaus sinngemäß verstanden.   


    Bei "Zuagroast" erfolgt der Kriminalfall erst recht spät, die Story ist mäßig spannend, der große Unterhaltungswert überwiegt jedoch. Ein Krimi, bei dem man das Opfer nicht bemitleidet und am Ende den Täter irgendwie verstehen kann. 

    Ein kurzweiliger Auftakt der Reihe!  

    ***Herzlichen Dank an dieses Geschenk vom Gmeiner Verlag und der Autorin!*** 

     


  • Parker, Martina - Zuagroast 1
  • Parker, Martina - Ausg´stochen
  • Parker, Martina - Eintunkt
  • Mittwoch, 22. Juli 2026

    Querfeldein - Alex Capus

    Ein wunderbares Lesevergnügen

    Alex Capus Roman Querfeldein erscheint im Hanser Verlag.  

    Die Geschichte spielt in einem Dorf namens Ramsen an der deutsch-schweizerischen Grenze, wo sich Händler und Schmuggler ihren Weg umtreiben. Dort baut Arnold tatkräftig seine Gasthof "zur Moskau" auf und betreibt damit seinen Lebenserwerb. Wir lernen den bodenständigen Arnold und seine wachsende Familie kennen, dazu die Dörfler und "Witzbolde" und tauchen ein in das anschauliche beschriebene Alltagslebene ein, das sich von einer ruhigen Phase angesichts der politischen Entwicklungen immer mehr verändert. Die Figuren werden sehr nahe beschrieben, es gibt heitere Szenen, aber einige Menschen werden von tragischen Erlebnissen nicht verschont. Das verleiht der Geschichte eine gewisse Würze, die dann am Ende mit der Erzählung eines speziellen Schicksals und der politischen Einflussnahme der Dörfler gipfelt. 


     

    Die Einbindung der historischen Personalie des Schmugglers und originalgetreuer Briefverkehr machen den Roman so eindringlich und außergewöhnlich und bezeugen die politischen und gesellschaftlichen Umwälzungen dieser Zeit.

    Alex Capus verleiht mit unnachahmlicher literarischer Ausdrucksfähigkeit seinen Figuren eine wunderbare Lebendigkeit und schildert ihre Charaktere mit eindringlicher Tiefe und unterschiedlichen Temperamenten. Wenn man dieses Buch liest, lernt man die Personen aus nächster Nähe kennen, erkennt ihre Wünsche an das Leben und ihre Vorlieben.   

    Capus schreibt in einem meisterhaft leicht klingenden Erzählstil, in dem ein zuweilen humorvoller Unterton mitschwingt. In unaufgeregter Weise begleitet er seine Figuren auf ihrem Lebensweg und baut geschickt historische Hintergründe in die fiktive Handlung ein, sodass sich neben den alltäglichen Dingen auch eine fesselnde Story entwickelt, in der die Menschen eine besondere Rolle zugewiesen bekommen und den Zeitgeist sichtbar machen. 

    Querfeldein ist ein wunderbar geschriebener, sehr atmosphärischer Roman, in dem historische Fakten in eine besondere Familiengeschichte eingebunden werden. Die Figuren haben mich vollkommen begeistert, mitgerissen und nicht wieder losgelassen. Meine eindringliche Leseempfehlung! 

    ***Herzlichen Dank an den Hanser Verlag und an Vorablesen für diesen Roman, den ich mir für meine Prämienpunkte eintauschen konnte!***