Dienstag, 19. November 2019

Die Frauen von Skagen - Stina Lund

Auf den Spuren der Künstler in Skagen



Der eindrucksvoll und mit viel Gefühl geschriebene Künstlerroman "Die Frauen von Skagen" von Stina Lund erscheint bei Rowohlt Polaris.

Skagen, Ende des 19. Jahrhunderts: Die junge Asta ist im Haushalt der Triepckes als Gesellschafterin für Tochter Marie angestellt. Als diese dem Maler Peder Severin Krøyer Modell steht, ist das der Beginn einer Liebes- und Schicksalsgeschichte, die nicht nur Maries und Astas Leben, sondern die Geschichte der Kunst Europas prägen wird.

Vibeke soll die Farbenfabrik ihres Vaters übernehmen - doch ihr Herz gehört der Kunst. Im dänischen Skagen nimmt sie ein Studium der Malerei auf. Dort entdeckt sie ein Bild, von dem sie glaubt, es sei ein unbekanntes Werk der von ihr verehrten Malerin Marie Krøyer. Zusammen mit dem charismatischen Thore will sie mehr herausfinden.  



In den 1880er-Jahren erlebte die Künstlerkolonie in Skagen mit Künstlern aus Dänemark, Norwegen und Schweden ihre Blütezeit. Peder Severin Krøyer, Anna und Michael Ancher, Holger Drachmann und andere lebten und arbeiteten hier zusammen und schufen einen neuen Stil, der realistischer sein sollte als die früherer Kunstformen. Das besondere Licht am Meer und die Szenen aus dem Leben der örtlichen Bevölkerung wurden in der Freiluftmalerei zum Ausdruck dieser Kunstepoche.


In diesem großartigen Liebes- und Künstlerroman hält sich Stina Lund an die biografischen Fakten und lässt ihre Fantasie dort spielen, wo es Freiräume gibt. Sie stattet ihre Geschichte mit Details aus und lässt sie dadurch lebendig werden. Das Leben der Künstlerinnen wird so zu einer spannenden Romanbiografie, bei der man die Gefühle und künstlerischen Ambitionen gern verfolgt. Marie und auch Asta lernen bei Krøyer ihre künstlerischen Techniken. Das Zusammenleben geht nicht ohne Seitensprünge, Neid und Eifersucht ab, Krøyer vereinnahmt Marie als Ehefrau, gönnt ihr keinen Erfolg mit ihren Gemälden. Trotzdem entwickelt sich eine Dreiecksgeschichte.

Die Gegenwartsgeschichte um Vibeke ist ebenfalls perfekt erzählt, aber sie erscheint mir gegen die Künstlerkoloniegeschichte nicht ganz so ausdrucksstark. Sie hat für mich mehr den Sinn, den Bezug zur Gegenwart zu erstellen. Vibeke hat wie Marie ebenfalls den Wunsch, Kunst zu studieren und zieht nach Skagen. Dort trifft sie auf Thore, der ihr zur Seite steht. Sie ist hin und hergerissen zwischen ihrem Wunsch zu malen und dem Wunsch ihres Vaters, sein Farbengeschäft weiterzuführen.

Die beiden Handlungsstränge fügen sich zu einer wunderbaren Geschichte. Man beginnt zu lesen und begleitet diese interessanten Figuren durchs Leben. In der Künstlerkolonie versuchen die Maler ihre Bilder für geplante Ausstellungen zu erstellen. Es ist eine bewegende Zeit, auch für Marie, die immer etwas verzagt ist und viel auf die Meinung ihres Ehemanns Sören gibt, den sie als Maler verehrt und als Frau "gehorcht". Asta ist da schon viel emanzipierter, doch ihr fehlen die finanziellen Mittel. Mit ihrer Heirat gelingt ihr eine Grundsicherung, ihre Gefühle holt sie sich woanders. 

Stina Lund versteht es, Emotionen und Gefühle, künstlerisches Handeln, Zeitgeist und ihre historischen Persönlichkeiten lebendig werden zu lassen. Die erzählte Gegenwartsstory bringt noch mehr Einblicke in die Künstlerkolonie und verknüpft so geschickt die Zeitebenen.

Ein emotionaler und eindrucksvoll erzählter Roman nicht nur für Kunstinteressierte!  



***Herzlichen Dank an den Rowohlt Verlag für dieses Rezensionsexemplar!***



Blogtour - Tannenduft mit Todesfolge von Tatjana Kruse

Wenn die Besinnlichkeit zuviel wird, lies die Krimis von Tatjana Kruse


In der Woche vom 18. – 22. November werden Tatjana Kruses 16 kriminell komische Weihnachtskrimis jeden Tag auf einem anderen Blog vorgestellt, besprochen oder in Interviews mit der Autorin thematisiert. Und gewinnen könnt ihr auch drei signierte Exemplare von „Tannenduft mit Todesfolge".

Also bleibt dran an der Tour, erratet das Lösungswort und versucht euer Glück! Es lohnt sich! Hier findet ihr die Tourdaten: BLOGTOUR HAYMON

 

Schwarz-humorige Weihnachtsgeschichten von der Königin der Krimödie  

Wenn im Advent die Plätzchenbackerei beginnt, die Kerzen glimmen, die heißen Bratäpfel herrlich duften und man gesellige Stunden mit der Familie verbringt, kommt Freude auf. Meistens jedenfalls, denn nicht immer verläuft die Stimmung ja harmonisch und friedlich- häufig ist das Weihnachtsfest in vielen Familien ein Zeitpunkt für Zank und Streit. Die stressige Vorweihnachtszeit in vollen Kaufhäusern, die nervige Geschenkesucherei, die vorherige Dekoration des vorher gut geputzten Heims und die überaus schwierige Menüplanung, die alle Vorlieben der familiären Vegetarier, Veganer und Fleischliebhaber möglichst zufriedenstellen soll, macht sich spätestens beim feudalen Festessen bei der Gastgeberin Luft und es droht ein weihnachtlicher Kleinkrieg vom Feinsten. 

Ich entspanne deshalb gern mit einer böse angehauchten "weihnachtlichen" Krimikurzgeschichte und erhalte mir so die innere Balance für die Zeit mit meinen Lieben! Diese Lektüre macht einfach Spaß und ich kann damit Dampf ablassen und gehe ruhig und entspannt durch die Feiertage. Denn ich habe dank der mörderischen Ideen von Tatjana Kruse nun doch noch immer ein Ass im Ärmel. :-)
  
Allgemein sind Krimis ja unterschiedlicher Ausprägung, mal ist der Ermittler genial, mal die Ermittlung spannend oder sie enthalten Ratespaß oder lesen sich durch regionalen Bezug auch sehr ortsbeschreibend und anschaulich.


Was aber die Krimis von Tatjana Kruse und besonders "Tannenduft mit Todesfolge" auszeichnet und über alle anderen erhebt, ist der einzigartige schwarze Humor der Autorin, der sich in all ihren Büchern wiederfindet. Stets lässt sie besondere Pointen einfließen, die den Leser böse überraschen und damit auch erheitern. Da kann der Mörder ganz schrecklich hinterhältige Absichten haben und noch so grausam zuschlagen, die Autorin bringt immer wieder skurrile Gedanken und lustige Wortspielereien ins Spiel, sodass man über die Vorgänge kichern muss oder die auftretenden Pointen sogar zu Lachsalven hinreißen. Von ernstem Krimi kann man da nicht mehr sprechen, aber das will man auch gar nicht, denn wo Tatjana Kruse draufsteht, muss auch eine mörderisch-komische Geschichte drin sein.

Frau Kruse krust mit ihren mörderisch-lustigen Pointen durch die Krimiwelt, bekannt sind ihre Krimis rund um den stickenden schwäbischen Ex-Kommissar Seifferheld und die schillernde Operndiva Pauline Miller. Hier hat sie Charaktere erschaffen, die man so schnell nicht mehr vergessen wird. Diese Figuren sind im vorliegenden Buch aber nicht zu finden, dafür jede Menge andere Bösewichter und Halunken, die zur Weihnachtszeit ihr Unwesen treiben.

Wer jedoch in der stressigen Weihnachtszeit nicht die Muße für ein ganzes Buch hat (wage ich zu bezweifeln), der sollte sich mal die Krimigeschichten von Tatjana Kruse ansehen. Hier gibt es 16 appetitliche Krimi-Häppchen für die kurze Mittagspause, die herrlich gegen den Weihnachtsblues und nach dem Einkaufswahnsinn in der Adventszeit für Entspannung sorgen. 

Locker-werden-durch-Humor, das klappt meistens gut und um so beschwingter kann man sich dann wieder dem Weihnachtstrubel aussetzen.

Wenn ich für Interesse an diesen Kurzgeschichten gesorgt habe, freut mich das und auch ein paar Gewinner können sich freuen. Denn diese Blogtour ist so angelegt, dass die tägliche Fragen zu einem Lösungswort führen. Das könnte für Euch der Schlüssel zum Gewinn eines Buches sein. Also besucht alle fünf teilnehmenden Blogs und findet das Lösungswort!

Meine FRAGE lautet: 

Wie lautet der Anfangsbuchstabe des bekannten Weihnachtsliedes mit der Endung:

"..., du fröhliche!"

Viel Spaß bei der Blogtour!  

Sonntag, 17. November 2019

60 Mal Mama - Vera Pein

Ein Herz für Kinder


Das Buch "60 Mal Mama" handelt von der Pflegemutter Vera Pein und wurde geschrieben von ihn und Shirley Michaela Seul. Die romanhafte Biografie erscheint im Knaur Verlag.

Die wahre Geschichte einer sechzigfachen Pflegemutter, die mit dem Jugendamt zusammenarbeitet und Kindern Liebe und Geborgenheit schenkt. Vera Pein ist eine beeindruckende Frau, die spürt, was Kinder brauchen und sie darin unterstützt, starke Persönlichkeiten zu werden.
 


"Ich möchte meinen Kindern Flügel verleihen, damit sie selbst fliegen können. Zwischendurch können sie immer wieder gern bei mir, bei uns landen." Zitat Seite 194

Gewalt, Flucht oder Verwahrlosung sind Tagesthemen in den Nachrichten, die Leidtragenden sind häufig Kinder, die hilflos diesen Problemen ausgesetzt sind. Wenn Kinder ihre Mutter brauchen, aber ihre eigene nicht ausreichend für sie da sein kann, ist die Möglichkeit einer Pflegemutter die beste Sache der Welt. Diesen Kindern muss man einfach Wärme und Geborgenheit schenken und sie aus dieser für sie schwierigen Situation auffangen. Dafür sucht das Jugendheim Pflegefamilien und Pflegemütter. Vera Pein ist so eine Pflegemutter, sie hat in über dreißig Jahren die Erfahrung mit 60 Schützlingen gemacht und erzählt in diesem Buch ihre negativen und positiven Erlebnisse, ihre Gedanken und die Nöte und Probleme, die sie mit den Behörden oder den Eltern der Kinder erfahren hat. Sie wollte ihre Mutterliebe auch für Pflegekinder ausüben, dabei half ihr das Gespür dafür, was in den Kindern vorging und im Buch erklärt sie an praktischen Beispielen, wie sie die Ängste und Verzweiflung ihrer Schützlinge überwinden konnte und auf die kindlichen Bedürfnisse einging.

Dieses Buch liest sich sehr aufschlussreich, bewegend und interessant. Man merkt Vera Pein ihre Liebe für Kinder an, sie setzt sich für ihre Schützlinge ein und versucht, für sie das Bestmögliche zu erreichen. Manchmal bleiben die Kinder nur für kurze Zeit bei ihr, selbst dann räumt sie den leiblichen oder Adoptiveltern die vorrangigen Rechte ein und hängt sich nicht unnötig an die Kinder, sondern gibt ihnen Flügel.
Man unterscheidet zwischen Bereitschaftspflege, Kurz-, Lang- und Vollzeitpflege, die Gründe für die Vergabe in Pflegefamilien sind vielseitig, die Zahlung der Aufwandsentschädigung von den Jugendämtern klar geregelt. Je nach Alter des Kindes fliessen etliche Euro, ein lukratives Geschäft für Mehrfachpflegende und das bietet auch kriminellen Machenschaften Platz. Die Überprüfung durch Sozialarbeiter ist daher wichtig, vor allem für das Kindeswohl. Zu den gesetzlichen Vorgaben der Überprüfung hätte ich gern etwas mehr gelesen. Es wurde nur am Rande erwähnt.

Insgesamt hat mich dieses Buch berührt, mir gezeigt, wie wichtig doch eine enge Bezugsperson oder Familie mit viel Wärme und Geborgenheit für Kinder ist.  
Man kann dieser Frau nur mit Achtung begegnen, ihr Leben ist auf alle Fälle durch die vielen Kinderherzen reicher geworden. 


***Herzlichen Dank an den Knaur Verlag für dieses Rezensionsexemplar!***



Wochenrückblick KW 46/2019

Was habe ich diese Woche eigentlich gemacht?


Mit ein paar Sonnenphasen hat uns der November die letzten Tage doch noch verwöhnt, ein paar Blätter waren noch wegzuharken und ansonsten hatte ich eine bunte Woche voller besonderer Erlebnisse, aber auch einen mißglückten Besuch bei meiner Mutter wegen eines defekten Reifens. Das wird heute erfolgreicher nachgeholt. Gegen die dunklen Tage hilft von nun an ein wohlduftendes Votivlicht. Und auch meine Rose muss ich euch noch einmal zeigen, die Blütedauer finde ich einfach grandios.



Gesehen:   

TV: "Eine Klasse für sich", eigentlich ein interessantes Thema, Handlung sehr vorhersehbar und allenfalls gute Unterhaltung durch die guten Schauspieler. 
DVD: Einer für alle, alles im Eimer: sehr lustig, wenn auch reichlich übertrieben. 
 

Gehört: 

Radiogedudel

Gelesen:
Getan: 

Gesungen bei einer Goldenen Hochzeit. Kerzen gezogen, Kaffee und Kuchen genossen und im Garten Laub geharkt und für meine Blogtour zu Tannenduft mit Todesfolge den Post entworfen und mit dem Verlag abgestimmt.
  
Gegessen: 
  
Nudelpfanne mit Gemüse und Schafskäse; veganer Milchreis mit Mandelmilch und Zimtzucker (Nach dem Rezept von Süß & happy); Tagliatelle mit Tomatensauce und Lachs; Grünkohl mit Bregenwurst und Salzkartoffeln; Philadelphia-Mandarinen-Torte; Hühnersuppe; Pizza Tomate-Mozzarella

                                                               

Gedacht: 

Die Ersatzreifen waren doch früher in jedem Auto Standard, eigentlich doch viel wichtiger als jeder andere heute enthaltene technische Schnickschnack. :-(

Gefeiert:  
 
Bei einer Goldenen Hochzeit mit dem Gospelchor gesungen. Wir haben nicht mit gefeiert, aber es ist ja ein feierlicher Anlass!
 

Gestaunt: 

Die Zeit rast, in zwei Wochen ist schon der erste Advent!
 
Gefreut: 

Über ein tolles Buchpaket vom Droemer Knaur Verlag:  

Über meine November-Glossybox:


Geärgert:  

Über unsere missglückten Sonntagsfahrt zu meiner Mutter, wir hatten Reifenprobleme, kamen aber heil zu Hause an und der Reifen ist inzwischen auch erneuert.
                    
Gekauft:

Eine kuschelige Wärmflasche, die kann ich bald wieder gut gebrauchen. 

Geklickt:

Nichts besonderes 
 

Ich wünsche euch eine schöne Woche,

Eure Sommerlese

Samstag, 16. November 2019

Als Jesus zur Welt kam - Margot Käßmann

Moderne Erzählung von Jesus Geburt für Kinder


Das Bilderbuch "Als Jesus zur Welt kam" von Autorin Margot Käßmann und Illustratorin Stefanie Scharnberg erscheint bei bene!, einem Imprint vom Droemer Knaur Verlag.

Margot Käßmann erzählt die biblische Weihnachtsgeschichte in aktueller Sprache von heute für Kinder ab 5 Jahren.  


Gottes Sohn Jesus, war wie seine Eltern ein Mensch. Die Geschichte seiner Geburt ist wohl die meisterzählte in der Christenheit. Doch wie würde die Geschichte in heutiger Zeit aussehen?

Die biblische Geschichte von Maria und Josef und der Geburt von Jesus ist für kleine Kinder nicht so richtig verständlich. Margot Käßmann macht in ihrer modernen Fassung Kindern klar, worum es beim Weihnachtsfest geht. 

In dieser Erzählung ist Josef ein junger Mann, den seine schwangere Frau Maria zu einer weiten Reise nach Bethlehem begleiten muss. Die Strecke ist weit, die Menschen weisen beide ab und nur in einem Stall bekommen sie Herberge. Dort wird Jesus geboren und viele Menschen kommen, um ihn zu begrüßen, ihren Heiland. 
Kinder erkennen, das Jesus ein Kind wie sie war und das er von seinen Eltern geliebt wurde. Sie wissen, wie schön es ist, eine glückliche Familie zu haben, wo Mama und Papa sie lieben.    
Der Name Jesus bedeutet Gott ist Hilfe und weil der beschwerliche Weg nach Bethlehem unter Gottes Schutz geglückt ist, nennen Maria und Josef ihr Kind Jesus. 

Kinder werden in dieser Geschichte ein Kind sehen, das wie sie selbst von den Eltern geliebt wird. Und sie sehen auch flüchtende Menschen, aber auch helfende und fürsorgliche, die Maria und Josef mit einem Obdach und Nahrung unterstützen. Auch die heiligen drei Könige treten auf.

So kann man die Weihnachtsgeschichte auf moderne Weise in die heutige Zeit transportieren und Kindern die Bedeutung des Weihnachtsfestes und Jesus Geburt verständlich erklären.  

Die Texte sind für Kinder gut verständlich, es wird nicht nur trocken erzählt, sondern mit einigen Beschreibungen die Story aufgelockert und damit unterhaltsam gemacht. 
Die Bilder sind schön bunt, dank der sichtbaren Mimik erkennt man die Emotionen der Figuren und kann die Geschichte so besser verfolgen. 


Die Bibelszene von Christi Geburt wird hier auf moderne Art kindgerecht und zeitgemäß erzählt. Diese Sprache ist der Zugang zu einer Geschichte, die wohl zu den am meisten erzählten auf der ganzen Welt gehören. Weihnachten, das Fest der Liebe wird hier anschaulich aufgezeigt. 

***Herzlichen Dank an den Droemer Knaur Verlag für dieses Rezensionsexemplar!***



Der kleine Waschbär wartet auf Weihnachten - Lea Käßmann

Versetzt in Weihnachtsstimmung 


Ein wunderschönes Bilderbuch, das den Sinn des Weihnachtsfestes erklärt

Das Bilderbuch "Der kleine Waschbär wartet auf Weihnachten" wurde geschrieben von Lea Käßmann, für die Illustrationen sorgte Jana Walczyk. Es erscheint bei bene!, einem Imprint von Droemer Knaur und eignet sich zum Vorlesen für Kinder ab 2 Jahren.

Es geht auf Weihnachten zu und alle Tiere im Wald sind beschäftigt mit ihren Vorbereitungen. Alle sind ganz aufgeregt, denn schliesslich ist es das schönste Fest im Jahr. Da werden Kekse gebacken, der Tannenbaum geholt und Geschenke gesucht. Nur der kleine Waschbär bereitet sich anders als die anderen Tiere auf Weihnachten vor. Er wartet in Ruhe ab und als er eine Sternschnuppe vorbeifliegen sieht, erinnert ihn das an den Stern, der damals Jesus Geburt angezeigt hat. Diese Geschichte muss er den Tieren unbedingt erzählen. 

Die Geschichte vom kleinen Waschbären ist allerliebst erzählt. Lea Käßmann zeigt die Hektik der Vorweihnachtszeit, die auch bei den Tieren im Wald anzutreffen ist. Genau wie bei den Menschen. Die Texte sind anschaulich und gut verständlich, auch schon für kleine Kinder. Sie erfahren hier den wahren Grund für das Weihnachtsfest, das Warten auf die Geburt Jesus.  





Mich hat besonders die Fülle an wunderschönen Bildern bezaubert, die Tiere und Landschaften traumhaft schön wiedergeben. Es gibt auch einige Kleinigkeiten, die Kinder beim Betrachten entdecken können und die das Buch zu einem beliebten Vorlesebuch machen. 

Kinder werden dieses Buch wegen der Bilder lieben und sich noch mehr auf Weihnachten freuen, besser kann man religiöse Inhalte und weihnachtliche Vorfreude nicht vermitteln.

***Herzlichen Dank an den Droemer Knaur Verlag für dieses Rezensionsexemplar!*** 
 

Athen - Das Kochbuch - Elissavet Patrikiou

Ein gelungener Blick hinter die Kulissen von Athen, auch kulinarisch gesehen.

 

Im Südwest Verlag erscheint eine wunderschöne Buchausgabe mit dem Titel "Athen - Das Kochbuch". Die Autorin und Fotografin Elissavet Patrikiou zeigt uns die Metropole Athen mit entsprechenden Restauranttipps und passenden Rezepten. 

Athen ist das Reiseziel vieler Touristen und neben den antiken Sehenswürdigkeiten bietet die Stadt reichlich Gastronomie und Stadtteile, die mit ihrer speziellen Subkultur einen Besuch wert sind. 
Von Nachbarschaftsküche bis zur Spitzen-Küche ist hier alles vertreten, Elissavet Patrikiou stellt uns ihre Lieblingslokale vor und lässt auch den Schriftsteller Petros Markaris den Stadtteil Monastiraki vorstellen, Giorgianna und Nikos präsentieren die Küchengeheimnisse ihres Sternelokals "Funky Gourmet" und mit der Schauspielerin Georgina sitzt sie bei Fava und Saganaki im Stadtteil Exarchia.

Dieses Buch präsentiert uns ein interessantes Bild Athens, fernab der üblichen Touristenpfade. Es zeigt die besonderen Ecken und Teile der Stadt durch eindrucksvolle Bilder und stellt die Bewohner vor, und bringt uns mit über 70 landestypischen Rezepten die griechische Küche näher. 

Hier werden verschiedene Stadtteile und ihre Bewohner vorgestellt und Besonderheiten erklärt, dabei Tipps für Lokale und Einkaufsläden gegeben und griechische Gerichte mit wunderbaren Rezepten vorgestellt. Es gibt die auch hierzulande beliebten Dolmades me Arni (Gefüllte Weinblätter mit Lamm), aber auch besondere Spezialitäten, die man gleich mit den entsprechenden Adressen in Athen verbinden kann. Wie wäre es mal mit Midia al la Katharina (Muscheln a la Katharina), Lavraki se efimerida (Wolfsbarsch in Zeitungspapier), Kalamari skares me sesti patatosalata (Gegrillter Tintenfisch auf warmer Kartoffelcreme)? 

Für Urlauber ist Griechenland und besonders Athen neben den antiken Stätten auch mit dem speziellen Lebensgefühl der Gastfreundschaft verbunden und damit, die Seele baumeln zu lassen. Wie schön und entspannend ist es, in einer Taverne zu sitzen, ein leckeres landestypisches Gericht zu verspeisen, dazu ein griechischer Landwein und das Leben einfach mal zu genießen. 
Genauso zeigt uns die Autorin mit ihren Stadteinblicken in tollen Fotos die verschiedenen Ecken Athens und stellt Szenetreffs und unbekannte Teile dieser Metropole vor. Es startet beim Omonia Platz mit der Metrostation, dann geht es nach Pangrati, ins Einwandererviertel mit seiner Kunstszene,  Elissavet bringt uns ins ältestes Viertel der Stadt Plaka, mit antiken Häusern und kleinen Gässchen und entführt uns auf die Halbinsel Methana. So lernt man die Stadt mit den Augen einer Einheimischen kennen und lieben.

Überall trifft die Autorin Menschen, lässt sie zu Wort kommen und ihre Lebensträume erzählen, ihre Arbeit vorstellen oder ihre Gerichte für sich sprechen, wie bei der Food-Bloggerin Gogo. 


Mit fotografisch toll in Szene gesetzten Gerichten präsentiert sie die passenden Rezepte und lockt den Leser, die Köstlichkeiten nachzukochen. 

Was wäre die griechische Küche ohne dicke Bohnen in Tomatensauce? Oder mögen sie lieber Muscheln im Sud mit Fenchel, Sellerie und Knoblauch, gefüllte Weinblätter mit Lammhack, Zucchinisalat und Möhrensalat, gefüllte Bulgurbällchen, Citrus-Tarte? Oder doch lieber Huhn Chef Vaios: Ein sehr leckeres Rezept mit Thymian, Honig, Tomaten, Kapern und Oliven. 
Oder mein Favorit, Langusten mit Zaubersauce, einfach köstlich!


Die Gerichte sind überwiegend einfach, benötigen wenige Zutaten und punkten genau damit. Es gibt authentische griechische Gerichte, aber auch welche mit den Einflüssen der vielfältigen Bewohner dieses Schmelztiegels. 

Für Urlauber, die Athen ihr nächstes Reiseziel nennen oder alle diejenigen, die sich etwas griechisches Urlaubsflair ins Haus holen wollen, kann ich dieses Buch sehr empfehlen. Es zeigt auf stylische und moderne Weise die Stadtansichten und bringt uns mit leckeren Rezepten die griechische Küche näher. Liebe geht durch den Magen, besonders in Griechenland! 


***Herzlichen Dank an den Südwestverlag und das Bloggerportal für dieses Rezensionsexemplar!***