Mittwoch, 20. Mai 2026

Es fährt ein Buch durchs ABC - Karsten Teich

Eine humorvolle und lehrreiche Reise durch das ABC

Im Tulipan Verlag erscheint das Bilderbuch Es fährt ein Bus durchs ABC von Karsten Teich.  

Ein Busfahrer mit blauer Mütze und farblich passender Jacke fährt seine abenteuerliche Tour über Stock und Stein durchs Buchstabenland und sammelt unterschiedliche Tiere und krasse Figuren ein, die bei ihm mitfahren wollen. Den Anfang macht der Alligator mit Antenne, auf dessen Rücken Amsel, Auerhahn und Auerhenne sitzen. Weiter geht es mit dem Bär und dem Barsch mit Bügelbrett, danach folgen Cowboys, Dackel und eine Elefantengruppe. Die reisen sogar mit einem Eimer Erbsensuppe. Na, ob das man gut geht und ob wohl alle Tiere in den Bus passen? Und dann stellt sich ja auch noch die Frage, wohin die Reise überhaupt geht?


 

Die vierzeiligen Texte sind toll gereimt und auch für kleinere Kinder gut verständlich. Inhaltlich dreht es sich humorvoll um den jeweiligen Buchstaben, nebenbei wird die abenteuerliche Fahrstrecke mit ihren Besonderheiten beschrieben, doch im Vordergrund stehen die speziellen mitreisenden Fahrgäste. Es geht durch einen Wald, der Bus stürzt sogar in einen See aus Apfelmus und fährt durch einen tiefen Tunnel. Und am Ende wartet eine wunderbare Überraschung auf die Mitreisenden, die auch Kindern Freude bereitet.

Es ist ein großes Vergnügen, die unverwechselbaren Illustrationen von Karsten Teich anzusehen und die dazugehörigen gereimten Texte vorzulesen.  



 

Die farbenfrohen und witzigen Illustrationen sind der Hit, denn sie wecken die Fantasie. Neben den im Text genannten Figuren kann man bei den Abbildungen weitere Dinge mit den jeweiligen Buchstaben entdecken. Die Texte lassen sich gut vorlesen und die lustigen Details machen das Buch schnell zum Lieblingsbuch. Es bietet Kindern spielerisch einen Zugang zur Welt des ABC. Die gemeinsame Vorlesezeit fördert Nähe und erweitert die sprachliche Ausdrucksfähigkeit.

Eine fantasievolle Reise durch das ABC mit humorvollen Reimen und lustigen Figuren und Tieren!   

 

***Herzlichen Dank an das Bloggerportal für dieses Rezensionsexemplar!***  

 



Dienstag, 19. Mai 2026

Heimatsommer - Petra Durst-Benning

Heimat ist da, wo sich die Seele wohlfühlt!  

Bei Blanvalet erscheint der Roman Heimatsommer von Petra Durst-Benning.

Fleur liebt ihre Heimat Goldberg, doch als ihre Mutter Helene stirbt, droht die Zunkunft des Weinortes auf der Kippe zu stehen. Gemeinsam mit ihrer besten Freundin Eleonore macht Fleur Pläne, um Goldberg wieder in der Weinwelt zu etablieren und Gäste anzulocken, die Geld in die knappen Kassen spülen.  In Zum Glück kehrt Jean-Claude, Koch und Weltenbummler aus der Ferne zurück in die Heimat und bringt weitere Ideen ein.  


 

Der Roman spielt im deutschen Remstal im fiktiven Städtchen Goldberg, wo viele Bewohner vom Weinbau leben. Allgemein geht der Weinkonsum zurück, viele kleine Winzer können die entstandenen Kosten nicht mehr mit ihrem Umsatz decken und hören auf. Dieses Schicksal teilen auch die Winzer in Goldberg. Als Jean-Claude sein Heimatdorf besucht, trauert er um Helene, die die beste Freundin seiner Mutter war. Seit seiner Kindheit verbindet ihn viel mit Helene, wo er mit seiner Schwester Eleonore und Helenes Tochter Fleur gemeinsam Zeit verbrachte. Seine Schwester kennt als Landrätin die Probleme des Ortes und entwickelt die Idee des "Rebenbebens". Dahinter steckt der Plan, dass alle Bewohner mithelfen. sollen, um bis in den Spätherbst Maßnahmen zu ergreifen, um den Ort zu neuer Blüte zu verhelfen.  

Nach vielen Romanen von Petra Durst-Benning habe ich mich erfreut ans Lesen gemacht. Aus verschiedenen Perspektiven werden die unterschiedlichen Charaktere vorgestellt und zeigen den Wandel der Gemeinschaft und das vermeintliche Winzersterben des Ortes an

Die Geschichte spielt in der fiktiven Kleinstadt Goldberg im Remstal in Baden-Württemberg, einem idyllischen Ort mit rund 13000 Einwohnern, umgeben von Weinbergen, die oft seit Generationen von Familien bewirtschaftet werden. Fleur liebt ihre Heimat und ist überzeugt, dass es keinen schöneren Ort gibt als Goldberg. Doch als ihre Mutter Helene stirbt, gerät vieles ins Wanken und auch die Zukunft des Weinortes scheint plötzlich unsicher.

Gemeinsam mit ihrer besten Freundin Eleonore möchte Fleur nicht tatenlos zusehen und setzt alles daran, Goldberg wieder zum Blühen zu bringen. Neue Hoffnung keimt auf, als Jean-Claude in seine Heimat zurückkehrt. Der Sohn von Agnes, die sich noch immer um den Familienweinberg kümmert, hat ursprünglich Winzer gelernt, sich später aber für den Beruf des Kochs entschieden und ist als Weltenbummler um die Welt gezogen. Als sich die Situation der Winzer im Ort zunehmend verschlechtert und die Stelle des Kellermeisters frei wird, ruhen viele Hoffnungen auf ihm. Doch die Frage bleibt: Ist Jean-Claude bereit, seine Freiheit aufzugeben und sich auf eine Zukunft in Goldberg einzulassen? 

Ich habe einiges über die Weinherstellung, über die Pflege der Stöcke und über die Entalkoholisierung von Weinen gelernt. Sehr deutlich kommen die Probleme der Winzer und die Abwanderung aus kleinen Gemeinden deutlich zur Sprache und die Bewohner von Goldberg gehen dagegen aktiv dagegen an. Das habe ich bewundert, doch leider habe ich in diesem Roman den Wohlfühlcharakter anderer Reihen von Petra Durst-Benning nicht so intensiv gespürt und eher vermisst. 

Es gibt zahlreiche Charaktere, die neuen Wind in die Aktionen rund um das Rebenbeben bringen, um den Ort bekannt zu machen und als Weinort wiederzubeleben. Diese Idee hat mir gut gefallen und ich habe die Belange und Gedanken der Hauptprotagonisten gespannt mitverfolgt, konnte mit ihnen mitfühlen, war aber nicht so eng mit ihnen verbunden wie ich es mir gewünscht hätte. Irgendwie ist der Funke in diesem Buch nicht so sehr auf mich übergesprungen. Beim Lesen hatte ich die spezielle Romantik von Goldberg und seiner idyllischen Kulisse vor Augen. Ich wäre gern bei der "Mittsommernacht im Weinberg" mit einem kühlen Glas Wein und kleinen Snacks dabei gewesen und habe mich für die Goldberger gefreut, dass ihre Arbeit, die sie in die verschiedenen Projekte gesteckt haben, auch erfolgreich waren. 

Für mich ist "Heimatsommer" ein schöner Unterhaltungsroman, der zeigt, dass Menschen etwas bewegen können, wenn sie gemeinsam an einem Strang ziehen. Für sommerlichen Genuss sorgen die angehängten Rezepte und als Urlaubsanreiz dienen die vielen schönen Landschaftsbilder der Weinberge und Rosenstöcke.  

 

 ***Herzlichen Dank an den Blanvalet Verlag und das Bloggerportal für das Rezensionsexemplar!*** 


 
  • Durst-Benning, Petra - Kräuter der Provinz
  • Durst-Benning, Petra - Das Weihnachtsdorf 2
  • Durst-Benning, Petra - Die Blütensammlerin 3  
  • Durst-Benning, Petra - Spätsommerliebe 4
  • Durst-Benning, Petra - Die Fotografin - Am Anfang des Weges 1 
  • Durst-Benning, Petra - Die Fotografin - Die Zeit der Entscheidung 2
  • Durst-Benning, Petra - Die Fotografin - Die Welt von morgen 3   
  • Durst-Benning, Petra - Die Fotografin - Die Stunde der Sehnsucht4
  • Durst-Benning, Petra - Die Fotografin - Das Ende der Stille 5  
  • Durst-Benning, Petra - Die Köchin 1
  • Durst-Benning, Petra - Heimatsommer 
  • Sonntag, 17. Mai 2026

    Wochenrückblick KW 20/2026

     





     Was war in dieser Woche los?

     
    Der Wonnemonat Mai zeigt sich noch recht kühl, aber überall sehr grün und bunt mit vielen Farbtupfern in der Natur. Ich musste endlich mal wieder meinen geliebten Berggarten besuchen und war voller Freude über die üppige Vegetation und die vielen Blüten überall. Besuch im Berggarten: Mai
     
    Diese Woche hatte meine Mutter Geburtstag und es wurde für sie nicht langweilig, denn sie bekam reichlich Besuch. Ich habe zugesehen, dass sich ihre 16 Besucher auf sieben Tage verteilten, dazu kamen noch Telefonanrufe mit Glückwünschen. Das hat sie sehr gefreut, es machte sie aber nachdenklich, in welcher Situation sie sich gerade befindet. Die Woche über war sie gut drauf, nun kippt die Stimmung wieder. 
     
     
    Gesehen:   
     
    Let´s Dance: Ich hatte befürchtet, dass Jan rausfliegen würde. Schade, er ist ein toller Tänzer, aber so läuft die Sendung. 
     

    Gelesen:   

  • Zwei Frauen - Katja Maybach                                                            4⭐
  • Der Geschmack von Sommer und Karamell - Anne Barns    5⭐
  • Yesteryear - Caro Claire Burke                                                          5⭐
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    Getan:  
     
    Lesen, Bloggen, Rezensionen schreiben, Muttertagsbesuch meiner Kinder, meine Mutter mehrfach besucht, Chor-Probe, beim Optiker Sehtest gemacht und neue Lesebrille bestellt, Let´s Dance gesehen, Besuch von meinem Bruder mit Frau und von meiner Tante und Onkel, Besuch im Berggarten. 
     
     
    Gefreut:    
     
    Über Buchpost:  
     
    Ich bedanke mich beim Team Bloggerportal für die angefragten Titel. Ich freue mich schon sehr darauf! 
     



      
    Gegessen: 

    Spargel mit Schinken und Salzkartoffeln; Spargelsuppe; Schweinefilet mit Pilz-Sauce und Kartoffeln; Nudeln mit Champignon-Schinken-Sauce; bunter Salatteller mit Ei und Thunfisch; Chili con Carne mit Reis 2x; Leber mit Zwiebeln und Pommes; 




    Gedacht:        

    Es ist sehr schwierig, auf die Stimmungsschwankungen und Vorwürfe ruhig und ausgleichend zu reagieren, die aus der Verwirrtheit meiner Mutter stets auf mich abzielen, obwohl ich mich am meisten um sie kümmere.

    Gefeiert: 

    Zum Muttertag besuchten mich meine Kinder, zu meiner Freude! 

    Geärgert: 

    Über Krieg und Gewalt, die scheinbar nicht enden wollen. 

    Gekauft:  

    Spargel, Lebensmittel, Kaffeevorrat 

    Geklickt: 

    Nachrichten 
     

    Ich wünsche euch eine schöne Woche! 

    Herzliche Grüße,

    Eure Sommerlese 

    Samstag, 16. Mai 2026

    Zwei Frauen - Katja Maybach

    Der Kampf für die Gleichberechtigung beginnt!  

    Im Piper Verlag erscheint der Roman Zwei Frauen von Katja Maybach.  

    1912: Als Hannahs Vater stirbt, ist sie 22 Jahre alt, ihr Bruder verzichtet auf den Hof und überschreibt ihn ihr, was im Dorf als Skandal gehandelt wird. Doch darum schert sich die selbstbewusste Hannah nicht und trotz allen Anfeindungen. Sie lernt Julie kennen, die mit dem Notar verheiratet ist, der die Formalitäten der Überschreibung regelt. Julie führt ein privilegiertes Leben, ganz anders als Hannah und ist fasziniert von Hannahs Mut als Frau einen Hof zu führen und von ihrer Eigenständigkeit. Beide Frauen werden zu engen Freundinnen und unterstützen sich in unterschiedlichen Lebensabschnitten bei Freud und Leid oder in Krieg und Frieden.  


     

    Wer schon einmal einen Roman von Katja Maybach gelesen hat, weiß, dass sie sich durch einen einnehmenden Erzählstil auszeichnen. Das ist auch bei diesem Buch der Fall, die fesselnde Story sorgt für unterhaltsame und spannende Lesezeit, denn die beiden Frauen erleben in der von Männern dominierten Welt ihrer Zeit persönliche Einschränkungen, sie sollen sich fügen und ihre Rolle als Frau ausfüllen. 

    Die Geschichte handelt von zwei Frauen aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Während Hannah nach dem Tod ihres verhassten Vaters die schwere Arbeit auf ihrem Hof als Chance ergreift, um frei zu leben und sich unabhängig zu machen, lässt sich Julie von ihren Dienstmädchen bedienen und lebt in einem reichen Haushalt. Doch dafür büßt sie ihre persönliche Freiheit ein, denn sie muss sich ihrem Mannes fügen, der für sie entscheidet und dem sie zu Willen sein muss. Wie sehr sie dieser Zustand beeinflusst und krank macht, ahnt sie bei ihrer Eheschließung noch nicht. 

    Im Laufe der Handlung erleben wir, wie die enge Freundschaft beide Frauen prägt und sie gegenseitig verbindet. In dieser Zeit erstarken die Stimmen mutiger Frauen, die für Gleichberechtigung kämpfen und es ihren Vorkämpferinnen aus England nachmachen. Und Hannah und Julie kämpfen gegen ihre eigenen Schwierigkeiten und schicksalshaften Erlebnisse an.  

    In der Geschichte wird der Alltag und das Leben der Frauen beschrieben. Ich mochte es, wie die Autorin  uns die Mode dieser Zeit detailreich vor Augen führt, dafür hat sie ein besonderes Händchen. 

    Es gilt für beide Frauen einiges durch zu stehen, beide werden schwanger, doch unter verschiedenen Vorraussetzungen. Gefesselt habe ich ihre Lebenswege und Entschlüsse mitverfolgt und konnte mich in beide Frauen gut hineinfühlen. Ihre jeweilige Lage wird verständlich beschrieben, mit dem Krieg gehen alte Sicherheiten verloren, ihr Leben ist schwieriger geworden. Es ist bewegend zu sehen, wie sich beide Frauen entwickeln.

    Eine Freundschaft, die über gesellschaftliche Grenzen hinaus reicht und Mut macht für eigene Entscheidungen! 

      

    ***Herzlichen Dank an den Piper Verlag für dieses Rezensionsexemplar!***

     


    Besuch im Berggarten: Mai

     




     
    Im Wonnemonat Mai grünt und blüht es überall, dass es eine wahre Pracht ist!
    Nun ist es schon wieder fast zwei Wochen her, dass ich meinen letzten Spaziergang im Berggarten gemacht habe und seitdem hat sich alles noch wieder erstaunlich verändert. So frisch und unterschiedlich grün wuchernd, üppig blühend und mit Bäumen voller Blätter hat der Garten einen ganz besonderen Charme, der an einen verwunschenen Garten erinnert. Auf den Wegen ändert sich andauernd der Blickwinkel auf neue blühende Ecken, ließ mich innehalten und ständig mein Handy zücken, um diesen Eindruck fest zu halten. 
     
    Schon kurz nach dem Eingang sah ich die üppigen Alliumblüten, die wohl zu Hunderten als Zwiebel in die Erde gesteckt wurden. 
     
     
    Ein Weg des Gartens führt in den Rhododendron-Hain, der zur Zeit einer Farbexplosion gleicht und Rhododendren in allen erdenklichen Farben zeigt. 
     









     











    Das Orchideenhaus habe ich mir dieses Mal verkniffen, denn zur Zeit gibt es ja draußen genug zu sehen. Die Pfingstrosen habe ich auch nicht angesteuert, die werde ich euch noch zeigen, wenn sie in voller Blüte stehen. 
    Ich wünsche euch allen einen schönen Mai!  

     
     

    Der Geschmack von Sommer und Karamell - Anne Barns

    Ein liebenswerter Sommer-Wohlfühlroman zum Genießen! 

     
    Anne Barns Roman Der Geschmack von Sommer und Karamell spielt auf Amrum und erscheint im Rowohlt Verlag.  
     
    Die Illustratorin Ella begleitet ihre Oma Henny nach Amrum, wo sie in ihrer Jugend eine schöne Zeit verbracht hat. Nachdem Ellas beste Freundin den Kontakt abgebrochen hat, fehlt es ihr an Ideen für ihre Zeichnungen. Da ist ein Ortswechsel sicher genau das Richtige. Henny hat ein kleines Haus hinter den Dünen gemietet und erzählt Ella aus ihrer Vergangenheit. Es geht um eine unzertrennliche Frauenfreundschaft, um die erste Liebe und jede Menge leckerer Friesenwaffeln. Ella genießt die Zeit auf der Insel und fühlt sich plötzlich wieder frei und voller Lebensfreude. Das könnte auch an dem wortkargen Vogelkundler Jonte liegen, der ihr immer wieder über den Weg läuft.  
     


     
    Die Geschichte erzählt von Ellas und Hennys Urlaub auf Amrum, begleitet von Wind und Wellen, von Inseldialekt und Traditionen und von Liebe und Trauer. Man kann wunderschön in die Erzählung versinken und erfährt in Rückblenden mehr über Hennys Jugend und ihre Zeit auf der Insel. 
    Die Charaktere werden alle liebenswert, lebendig und nahbar dargestellt und so werden sie beim Lesen zu Menschen, die man schon länger zu kennen scheint.  
     
    Vor der bildhaft beschriebenen Kulisse von Dünen, Vogelgezwitscher und Meeresbrise können nicht nur Ella und ihre Oma entspannen, auch bei mir sprang beim Lesen der Wohlfühlmodus an und ich fühlte mich im Urlaubsmodus und hatte eine wunderschöne Lesezeit. Die Themen bezieht Anne Barns aus dem wahren Leben, es geht um die Liebe, um Freundschaft, alte Geheimnisse und Erinnerungen an die Vergangenheit. Auch auf alten Beziehungen kann man neu aufbauen.  
     
    Anne Barns unvergleichlich schöner und bildhafter Erzählstil kommt auch in diesem Roman wieder zum Tragen. Sie beschreibt die Landschaft, das Meer und die Charaktere so authentisch und liebenswert, dass man sich in die Geschichte hineinfühlt und sie einfach im Wohlfühlmodus weglesen kann. Ella liebt Karamell und Oma führt sie in die friesische Waffel-Bäckerei ein, beide genießen ihren Urlaub mit allen Sinnen. Dabei werden die Backergebnisse so köstlich beschrieben, dass ich sofort die Rezepte im Anhang studiert habe, um gleich mal mit ein paar Waffeln loszulegen. 
    Interessant ist auch, das auf der Insel noch von einigen Einheimischen das Amrumer Friesisch, das sogenannte Öömrang, gesprochen wird. Anne Barns baut geschickt einige Begriffe des Dialekts in die Dialoge ein, die auch erklärt werden oder ersichtlich sind, sodass man sich in das Flair der Insel hineinfühlen kann. 
     
    Ein liebenswert erzählter Schmöker mit Amrum-Flair, einer Prise Liebe und süßen Appetitanregern!
     
    ***Herzlichen Dank an den Rowohlt Verlag für dieses Rezensionsexemplar!*** 
     

     
     
  • Barns, Anne - Honigduft und Meeresbrise
  • Barns, Anne - Bratapfel am Meer  
  • Barns, Anne - Drei Schwestern am Meer
  • Barns, Anne - Kirschkuchen am Meer  
  • Barns, Anne - Eisblütenwinter
  • Barns, Anne - Bernsteinsommer   
  • Barns, Anne - Wo du mich findest
  • Barns, Anne - Der Geschmack von Sommer und Karamell  
  • Dienstag, 12. Mai 2026

    Yesteryear - Caro Claire Burke

    Ein fesselndes Highlight!  

    Im Heyne Verlag erscheint der Roman Yesteryear von Caro Claire Burke. Für die hervorragende Übersetzung sind Dietlind Falk und Lisa Rögeböhn verantwortlich.   

    Natalie Heller Mills lebt ihren Traum als Tradwife, sie besitzt eine wunderbare Farm, hat sechs wunderschöne Kinder und als Mann den Sohn eines einflussreichen Politikers, der im Cowboyoutfit eine gute Figur abgibt. Natalie scheint alles in ihrem Leben richtig zu machen, egal ob Sauerteig, Hühnerhaltung oder Kindererziehung. Deshalb folgen ihr Millionen Menschen in den sozialen Medien, die die heile Welt von Natalies Videos lieben und ihre beworbenen Produkte reihenweise kaufen. Es gibt allerdings auch Hater und hinter der Fassade der Traumwelt brodeln Skandale. In Wahrheit ist Natalies Mann ein Nichtsnutz, um die Kinder kümmern sich Nannys und die Arbeit auf der Farm wird von angestellten Arbeitern erledigt. Und Natalie fragt sich, wie es wohl wäre, wenn sie ihr vorgetäuschtes Leben ohne diese Hilfe führen müsste.




     

    Zu Beginn erleben wir Natalies heile Welt als christlich geprägte Farmbesitzerin und Vielfachmutter, in der ihr alles gelingt und sie ihre Follower täglich mit idyllischen Videos unterhält und begeistert. Eines Tages findet sich Natalie in einer Welt der Pioniere ohne Strom und Kanalisation wieder und ihr bisheriges Leben scheint verschwunden zu sein. Sie muss sich um ihre Kinder kümmern und selbst den Haushalt erledigen. Was ist hier geschehen? Ich war sehr gespannt auf die Hintergründe und total überrascht, wie sehr mich diese Geschichte gepackt und nicht mehr losgelassen hat. 

    Die genauen Gründe der Veränderung werden immer nur angedeutet und als neuer Einblick in die Vergangenheit und gegenwärtige Zeit beschrieben. Warum musste Natalie ihre heile Welt verlassen, was ist geschehen und wie konnte sie ihren Followern die Wahrheit verheimlichen? 

    Sprachlich gefällt mir der Roman hervorragend, ich zolle den Übersetzerinnen meine volle Anerkennung wie sie für jede schroffe Äußerung die passende Beschreibung gefunden haben. 

    Caro Claire Burke ist es gelungen, Natalies verschiedenen Lebenswelten miteinander zu verweben, dass man zwischen ihnen eintauchen und zwischen den Zeiten hin und her springen kann. Die Geschichte hat mich Roman bis zum Schluss gefesselt. Im Laufe der Handlung kommen immer mehr Steinchen zum Vorschein, die die Realität und die Skandale hinter der heilen Farmwelt Stück für Stück aufdecken.  
    Lange Zeit konnte ich mir keinen Reim darauf machen, was wirklich passiert ist. Ich habe Natalies Gedanken gelauscht und am Ende war die Wahrheit nicht das, was ich erwartet habe. Sie ist eine Figur, die vielschichtig angelegt ist und Charakterzüge hat, die nicht sympathisch sind. Sie verstellt sich vor anderen Menschen, was wir Leserinnen durch ihre Gedanken mitbekommen.  

    Die Rolle einer Tradwife wird hier offen beäugt, die kritischen Fragen kommen den Leserinnen ganz von allein. Caro Clair Burke bringt hier viele Themen unter, es geht um das Patriarchat, um religiösen Extremismus, um Gewalt in der Ehe und um eine Frau, die das klassische Rollenbild anscheinend leben will, egal welche negativen Folgen das mit sich bringt. Dieses Bild von Tradwifes wird in den sozialen Medien offen propagiert, besonders in den USA. 

    "Yesteryear" macht nachdenklich, ohne belehrend zu sein und ist für mich ein echtes Highlight. Ein fesselnder Roman, der das perfekte Tradwife-Leben demontiert! 

      

     ***Herzlichen Dank an den Heyne Verlag und das Bloggerportal für das Rezensionsexemplar!***