Freitag, 20. September 2019

Freitags-Füller # 155

 

                                                   


Seit zwei Tagen ist der Nordseeurlaub schon wieder Vergangenheit. Wir haben uns gut erholt und alle unseren liebsten Ziele angesteuert. Nun muss ich wieder lange von diesen schönen Bildern zehren. Das Wochenende soll ja noch einmal richtig schön werden, wunderbar, denn da steigt das Gemeindefest und es ist viel schöner, wenn draußen viel stattfinden kann. 




 

Immer wieder kommt ein neuer Freitag ... und damit der Freitagsfüller! 

 

Dies ist ein Projekt von Barbara von  Scrap-Impulse

Ein kleiner Lückentext zum Ausfüllen.

 

1. Es gibt Zufälle, da könnte man an Zauberei oder zumindest Schicksalsfügung glauben.

 

2. Die Rückreise aus dem Urlaub dauerte durch Baustellen wieder eine Weile länger als es sein nötig.

 

3. Bei manchen Filmen habe ich schon viel gelacht.

 

4. Meine Familie ist nicht sehr groß. 

 

5. Langsam aber sicher geht es jetzt in den kühlen Herbst über, das bedeutet: Bald gibt es wieder kalte Füße.

 

6. Die erste Kürbissuppe werde ich bald kochen und dann wie üblich mit Ingwer, Kokosmilch und Chili zubereiten.

 

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf eine Probe vom Gospelchor, morgen habe ich ein paar Stunden im Garten werkeln geplant und Sonntag findet unser Gemeindefest statt, wo ich die Gewinne der Tombola ausgeben werde, Kuchen und Bratwurst essen und mit meinem Chor einen Auftritt haben werde.

 

Ein tolles Wochenende wünsche ich euch,

  eure Sommerlese 🌞🌷

Donnerstag, 19. September 2019

Die Zeit der Töchter - Katja Maybach

Ein aufwühlender, authentisch erzählter Roman, der noch lange nachklingt.


"Die Zeit der Töchter" ist die Fortsetzung von "Die Stunden unserer Mütter" von Autorin Katja Maybach. Der Roman erscheint ab September 2019 im Knaur Verlag.
 
1950er Jahre in München. Maria und Vivien haben sich nach dem Krieg für Flüchtlinge aus dem Osten eingesetzt und ebenfalls für die "Besatzungskinder". Deshalb werden sie immer wieder angefeindet. Tochter Anna zieht zu ihrer Cousine Antonia und wird Schauspielerin, beide Frauen organisieren heimlich ein Treffen mit den von ihren Müttern geretteten Frauen. Während der Vorbereitungen werden sie mit Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz konfrontiert, besonders als eine Frau auftaucht, die die Mutter eines kleinen Sohnes mit dunkler Hautfarbe ist. 



Katja Maybach hat diesen sehr ergreifenden Roman als Folgeband zu "Die Stunde der Mütter" geschrieben und damit die Mütter-Töchter-Dilogie abgeschlossen. Man kann diesen Roman auch ohne Vorkenntnisse des ersten Titels wunderbar lesen. 
Die Handlung zeigt die Jahre von 1957 bis 1959, es herrscht wieder Frieden in Deutschland, die Menschen erleben das Wirtschaftswachstum und können wieder aufatmen. Aber leider nicht alle Menschen, denn Vertriebene und Mischlinge werden angefeindet, verhöhnt und ausgegrenzt. Aktueller kann dieses Thema kaum gewählt werden. Damit hält Katja Maybach unserer heutigen Gesellschaft den Spiegel vor und zeigt die Parallelen zur derzeitigen Rechtsradikalität und Intoleranz auf. 

Sie lässt starke, emanzipierte Frauenfiguren agieren, die sich mutig entgegen aller Widerstände für ihre Mitmenschen einsetzen. Dabei lässt sie kein Leid und Ungerechtigkeit aus und zeigt viele emotionale Zustände, die sehr berühren. Ich konnte von Anfang an direkt in die Handlung eintauchen und habe die verschiedenen Figuren gut mitverfolgen können, weil sie kapitelweise abgehandelt werden. So ist die personelle Zuordnung gut verständlich.

Die Themen sind vielfältiger Art, da geht es um Einsamkeit, um Verzweiflung und Angst, aber auch um junge Liebe. Besonders berührend fand ich das Schicksal von Veronikas Sohn Daniel, der von einem Freund träumt und von der Wiederkehr seines Vaters. Wie sehr ein unschuldiges Kind unter Missgunst und Gemeinheit von anderen Kindern leiden muss, ist nur schwer zu ertragen.

Bei diesem sehr einfühlsam geschriebenen Buch war ich sehr betroffen, die ergreifenden Schicksale der Figuren gingen mir sehr nahe. Es ist dennoch kein negatives Buch, es zeigt die Botschaft zur Hilfe und Akzeptanz auf und deshalb sollte man es lesen.

Mir gefällt der fesselnde Schreibstil von Katja Maybach, die ihre Figuren sehr lebendig ausarbeitet und auch die Nebenfiguren zu wichtigen Bestandteilen ihrer Geschichte werden lässt. Der Zeitgeist und die damaligen Lebensumstände wirken sehr authentisch und man kann sich gut in die Zeit hineinversetzen.
Diesen aufwühlenden Roman werde ich so schnell nicht vergessen, von meiner Seite aus eine klare Leseempfehlung!
 


***Herzlichen Dank an den Knaur Verlag für die Bereitstellung dieses berührenden Buches!***

Witzvorlagen - Michi Brezel

Der vielversprechende Zeichner Michi Brezel startet durch

 

Dieses Buch sorgt für gute Laune und ist toll zum Verschenken.

Am 1. Oktober erscheint im Holzbaum Verlag das Buch "Witzvorlagen" von Michi Brezel.


Der Dresdner Michi Brezel - einer der vielversprechendsten Zeichner zurzeit - präsentiert in seinem Debütwerk Cartoons über Kerzen die kurz vorm Burnout stehen, Neujahrsvorsätze von rauchenden Vulkanen, Schnecken, die sich aus ihrem Haus ausgesperrt haben und anderes schräges Zeug.

In diesem Cartoonbücherlein geht es um schräge Dinge wie den waghalsigen Raketenstart eines Hamsters, um die Neujahrsvorsätze eines Vulkans oder um Mond und Erde, die wenigstens zu Silvester mal anstoßen wollen. Wenn sie schon immer einmal wissen wollten, was es bei der Schwarzen Witwe am Festtag zu essen gibt, Michi Brezel hat es humorvoll zu Papier gebracht.wie den waghalsigen Raketenstart eines Hamsters, um die Neujahrsvorsätze eines Vulkans oder um Mond und Erde, die wenigstens zu Silvester mal anstoßen wollen. Wenn sie schon immer einmal wissen wollten, was es bei der Schwarzen Witwe am Festtag zu essen gibt, Michi Brezel hat es humorvoll zu Papier gebracht. 

Michi Brezels 45 Cartoons haben Texte mit treffenden Bemerkungen, manchmal etwas anzüglich, flapsig frech und häufig recht skurril. Die Bilder dazu sind eindeutig, unmissverständlich und überzeugend. Seinen speziellen Zeichenstil mit den flaschen- oder eiförmigen Köpfen muss man einfach mögen. 

Mir hat dieses Bücherlein ein Lächeln ins Gesicht gezaubert und ich werde es an jemanden mit Sinn für Humor verschenken.

Wer ein kleines Geschenk für humorvolle Empfänger sucht, ist mit diesem witzigen Cartoon-Büchlein auf der sicheren Seite. Als kleine Aufmerksamkeit wird es ganz sicher für gute Laune sorgen. 


***Herzlichen Dank an den Holzbaum Verlag für dieses Rezensionsexemplar!***



Mittwoch, 18. September 2019

Wochenrückblick KW 37/2019

Was habe ich diese Woche eigentlich gemacht? 

Urlaub! Und zwar für eine gute Woche sind wir nun schon in Sankt Peter-Ording, das Wetter hat uns keinen Strich durch die Rechnung gemacht und wir haben wieder viel unternehmen können. In unserer kleinen Wohnung fühlen wir uns wie Zuhause, eigentlich braucht man gar nicht mehr Wohnraum.
Am Wochenende wird es immer ziemlich voll, viele Tagesgäste fallen dann wie die Heuschrecken über den kleinen Ort her. Da muss man einfach weg vom Strand, an die Deiche mit den Schafen, dort ist es menschenleer.

Gesehen:   

Den hübschen Keramikmarkt in Friedrichstadt und eine Vorstellung verschiedener Trachten aus Schleswig-Holstein. Außerdem ein großes Angebot an Blumenzwiebeln und Pflanzen.
     



 
Gehört: 

Musik beim Soul-Kitchen-Festival, besonders toll und mitreißend fand ich Nite-Club und One-Million. Die Weather Girls wirkten leider nicht so stimmgewaltig wie erhofft. 

 
Gelesen:

Getan: 

Urlaub, ganz einfach! :-) 
Spazieren, Rad fahren, Klönen, Stricken, Lesen, Bummeln und Essen und die Aussicht genießen.
    
  
Gegessen: 

Echt viel, muss aber auch mal sein!
Seelachs gegrillt mit Salat und Kartoffelwedges (erstes Urlaubsessen!); Asiatisches Gemüse-Chop-Suey mit Reis; gebratene Scholle mit Kartoffelsalat (so lecker und richtig viel); Lammschmorbraten mit Rotkohl und Kartoffeln; Pellkartoffeln mit Rucola-Tomaten-Salat und Nordseekrabben (selbst ist die Frau); Pizza Margherita; Bratfisch mit Salat und Pommes; Kuchen auch noch...
                                      


Gedacht: 

Wie schnell hier an der Küste das Wetter umschlagen kann, gestern noch schönster Sonnenschein und heute schon wieder stürmische Böen. 

Gefreut:  
 
Auf die letzten Urlaubstage. 
Über tolle Versuche für Kinder, schöne Aquarien und diese herzallerliebste Robbe (natürlich nicht lebend) im Nationalparkhaus von Sankt Peter-Ording 




Gestaunt: 

Über die vielen hübschen Kirchen wie hier in Tönning.


Geärgert:  

Musste mein Stricktuch wieder aufribbeln, weil es am Hals wie ein Ballon saß und trotzdem nicht mehr zu knoten ging.


Gewünscht:   

Keine Wünsche offen!
 
Gekauft:  

Eine wunderschöne Keramiktasse auf dem Markt in Friedrichstadt, da konnte ich einfach nicht widerstehen und freue mich schon auf die heimische Nutzung jeden Tag.  

 
                                  

Geklickt:

Webcams und Informationsseiten über die Orte hier an der See.
 

Ich wünsche euch eine schöne September-Woche,

Eure Sommerlese

Montag, 16. September 2019

Der Stalker von List - Ulrike Busch

Ein unterhaltsamer und echter Nordseeurlaubskrimi!


"Der Stalker von List" von Autorin Ulrike Busch ist ein weiterer Fall für die Kommissare der Kripo Wattenmeer. Der 7. Krimi der Reihe erscheint im August 2019 bei BoD – Books on Demand.


Der tote Lennart Feddersen wird am Strand des Lister Ellenbogens auf Sylt gefunden und schnell weiß man, hier liegt ein Fremdverschulden vor. Lennart Feddersen ist der Adoptivsohn einer angesehenen, wohlhabenden Sylter Familie und wurde wegen seiner Stalking-Eskapaden gegen die berühmte Autorin Marete de Buhr mit einem gerichtlich angeordneten Näherungsverbot belegt. Doch wer sollte sich an dem berüchtigten Stalker vergriffen haben, mit wem hatte er an seinem letzten Lebtag noch Kontakt am Strand? Danach verließ Lennart die Insel und nun findet man ihn tot am Strand wieder. Was ist hier vorgefallen und welches Motiv hatte der Täter?

"Sie (Marete) kann nett sein. Aber wenn sie es drauf angelegt hat, kann sie wie die Schiffsschraube sein, die die Quallen schreddert." Zitat Seite 82

Auch wenn es hier um eine Krimireihe geht, kann man jeden Band unäbhängig von den Vorgängerbänden lesen, man erhält genügend Informationen, um die Figuren näher kennenzulernen. Allerdings sorgt gerade dieser Reihencharakter für interessante Weiterentwicklung der Charaktere. 
 
In diesem Buch führt uns Ulrike Busch auf die Nordseeinsel Sylt, genauer gesagt nach List.
Es geht um einen Stalker, der nach langer Abwesenheit wieder nach Sylt zurückgekehrt ist und seiner Traumfrau immer noch näher kommen will. Doch ehe er ihr weiter auf die Pelle rücken kann, wird er ermordet am Strand aufgefunden. Motive gibt es einige, doch wer ist zu so einer brutalen Tat fähig?

Stalking, wie das ein Leben der betroffenen Menschen belasten kann, wird hier deutlich. 
Wie immer in Ulrike Buschs Krimis finden sich auch hier viele Verdächtige, die als Täter in Frage kommen könnten und damit ergibt sich auch für den Leser die Möglichkeit, selbst den Täter ausfindig zu machen. Motive finden sich in diesem konkreten Fall wie Sand am Meer, sodaß die beiden Ermittler Kuno Knudsen und Arne Zander einige Personen befragen müssen, um den wahren Täter zu enttarnen. Dabei vermuten sie ein sogar ein Aufeinandertreffen zwischen dem unnachgiebigen Verfolger und der Schriftstellerin. Doch wie sollen sie an nähere Informationen gelangen?

Die Ermittlungen sind abwechslungsreich, von einigen Dialogen der Ermittler unterhaltsam aufgefrischt und besonders der etwas schrullige Inselreporter Friedrich Fliegenfischer sorgt mit einer sich anbahnenden Freundschaft für Überraschung. 
Was mir immer gut gefällt, Ulrike Buschs Figuren entsprechen ganz normalen Menschen mit Ecken und Kanten und daher sind auch die Täter schwer zu entdecken.

Die Szenerie von Sylt hat man beim Lesen stets anschaulich vor Augen und wäre am liebsten- Mord hin oder her- ebenfalls gerne dort. Die Autorin hat mal wieder einen Urlaub zu Recherchezwecken genutzt, wie es scheint, denn sie bringt das Flair sichtbar rüber.

Wer gerne miträtselt und sich dem Lokalkolorit hingeben möchte, erhält mit diesem Krimi eine spannende Lektüre mit Nordseeflair.  
 

***Herzlichen Dank an die Autorin für dieses Leseexemplar!***





Kripo Wattenmeer: 
1. Der Pfauenfedernmord
2. Jaspers letzter Flirt
3. Flaschenpost für den Mörder
4. Mord auf der Hallig
5. Countdown in Westerland
6. Die Tote im Dünenhaus
7. Der Stalker von List 

Samstag, 14. September 2019

Die Schwestern vom Ku'damm: Wunderbare Zeiten - Brigitte Riebe

Ein wundervoller Familienroman mit zeitgenauer Schilderung 


"Wunderbare Zeiten" ist Teil 2 der packenden 50er-Jahre-Trilogie "Die Schwestern vom Ku'damm" von Bestseller-Autorin Brigitte Riebe. Der Roman erscheint im Rowohlt Wunderlich Verlag.


Berlin, 1952: Silvie Thalheim hat sich aus dem Geschäft des Kaufhauses am Ku'damm immer im Hintergrund gehalten, sie will lieber als Rundfunkredakteurin beim RIAS arbeiten und ihr Leben genießen. Während für ihre Schwester Rike das Kaufhaus an erster Stelle steht. In den Wirtschaftswunderjahren läuft das Geschäft wieder rund, jeder will Petticoats und Nylonstrümpfe besitzen. Silvies Zwillingsbruder kehrt aus dem Krieg zurück und soll das Kaufhaus leiten, er ist aber eher an durchfeierten Nächte interessiert. Als ein Konkurrent versucht, die Geschäfte der Thalheims zu schädigen, übernimmt Silvie Verantwortung für das Kaufhaus und ihre Familie.




"Cremeweiße Pikeeware, mit rosa, gelben, blauen oder wahlweise pistaziengrünen Streifen, als schicke Neckholder mit betonter Taille und schmalen Lackgürtelchen, alles so frisch und sommerlich..." Zitat Seite 179

Nach dem ersten Band dieser Familiengeschichte musste ich unbedingt wissen, wie es mit der Familie weitergeht. Die Personen waren mir ans Herz gewachsen und Brigitte Riebe ist einfach eine begnadete Erzählerin, die Zeitgeschehen und gesellschaftliches Leben wunderbar bildhaft darstellen kann. 

Die Familie Thalheim hat die schwierigen Jahre nach dem Krieg überstanden, die Wirtschaft läuft zu Hochtouren auf, es weht ein anderer Zeitgeist. Mit Elvis zieht der Rock´n Roll nach Deutschland, die Menschen haben wieder Lebensfreude und zeigen das auch mit ihrer Kleidung.
Die Thalheim-Kinder sind erwachsen und gehen ihre eigenen Wege. Während Rieke in eine reiche italienische Familie einheiratet und schwanger wird, macht Silvie beim Radio Karriere, sie verliebt sich und hat mit ihrem Geliebten so ihre Probleme. Gleichzeitig sorgt sie sich um ihren kriegsgebeutelten Zwillingsbruder Oskar, der die Geschäfte des Kaufhauses von seinem Vater übertragen bekommt und das Unternehmen aufs Schärfste gefährdet. Ihm sind Nachtleben und seine schnellen Wagen wichtiger als kaufmännisches Geschick. Die jüngste Tochter Flori entwickelt sich zu einer jungen Frau und probiert ihre Grenzen aus.

Wir treffen auch die Jüdin Miriam wieder, sie ist der Familie weiterhin freundschaftlich verbunden.
Hier hat Brigitte Riebe erneut ihr Talent zur Ausabeitung der Charaktere perfekt eingesetzt und ihren Figuren fühlbar Leben eingehaucht. Das macht ihre Romane so unvergleichlich und gut zu lesen.

Neben den sehr lebendigen Zeitschilderungen schwappt das Lebensgefühl dieser Wachstumsjahre auf den Leser über. Die Modeszene wird mit Farben und Formen bunt gezeichnet, die politischen Veränderungen werden nachvollziehbar eingebunden und das Leben der Thalheims ist wieder sehr  unterhaltsam und interessant aufbereitet. 
Ich konnte wieder die Sorgen und Nöte der Familie, ob wirtschaftlicher oder emotionaler Art, gemeinsam miterleben und wusste das Zeitgeschehen durch die politischen Ereignisse gut einzuordnen.

Brigitte Riebe hat mich auch mit diesem Buch wieder vollkommen überzeugt und mitgenommen auf eine Reise in die 50er Jahre. Selten habe ich in einem Roman so viel politisches Zeitgeschehen, Lieder, Gedichte und Modebeispiele miterleben können, die ich zwar nicht persönlich, aber doch stellvertretend für diese Zeit erkennen konnte. Sie setzt das Lebensgefühl der Nachkriegsgeneration sehr überzeugend um und geht auch auf die besonderen Umstände der Teilung Deutschlands ein. 

 Eine wunderbare Fortsetzung dieser authentisch erzählten Buchreihe, die ich mit voller Überzeugung empfehlen möchte. Ich freue mich schon auf Band 3. 


***Herzlichen Dank an den Rowohlt Wunderlich Verlag und an Vorablesen für dieses Rezensionsexemplar!***


                                  


Riebe, Brigitte - Die Schwestern vom Ku'damm 1

Freitag, 13. September 2019

Buchstäblich Liebe - Ali Berg/Michelle Kalus

Ein amüsante und erfrischende Geschichte über die Liebe, Bücher und Freundschaft


Der Roman "Buchstäblich Liebe" von Ali Berg und Michelle Kalus erscheint im Blanvalet Verlag.

Frankie Rose ist leidenschaftliche Buchhändlerin, ihr Liebesleben sieht traurig aus und sie sucht ihre große Liebe, dazu wagt sie ein Experiment und verteilt ihre Lieblingsbücher samt ihrer E-Mail-Adresse in Zügen und U-Bahnen ihrer Heimatstadt mit der Bitte um ein Date. Sie hofft, dass gleicher Buchgeschmack auch andere verbindende Charakterzüge bedeutet, so sollte doch ein Traummann zu finden sein. Ihre neue Bekanntschaft Sunny passt leider gar nicht in dieses Beuteschema, nun hofft sie auf die Macht der Bücher.  



 
Von diesem Roman habe ich mir eine leichte Sommerlektüre erwartet und auch erhalten. Die Grundidee mit den verteilten Büchern klingt recht witzig, sie wird sehr überzeugend und mit viel Aufregung und Spaß umgesetzt.
Mir hat besonders der humorvolle Erzählstil gefallen, außerdem die witzig, chaotischen Szenen und die doch sehr sympathischen Charaktere. Einige Dates liefen zwar nach ähnlichem Muster ab und Frankie ist manchmal schon etwas sehr naiv oder eigenartig, doch das passt zu ihr.
 
Frankie Rose und ihre Freunde erleben einige schräge Dinge. Diese Erlebnisse sammelt Frankie auf ihrem Blog, dessen Einträge und folgenden Kommentare für realen Chatcharakter sorgen.

Die 53 Kapitel sind nach Büchern benannt, im Anhang werden alle Titel noch einmal mit Autor genannt und diese Aufzählung ist für mich das I-Tüpfelchen im Buch.
Man wird vom Verlauf der Geschichte nicht unbedingt total überrascht und die Story zieht sich etwas in die Länge, insgesamt ist der Roman recht vergnüglich und kurzweilig. Die Figuren sind etwas übertrieben, etwas nervig, das muss man aushalten können. 

Manchmal darf es auch nicht so tiefgründig sein, einfach nur so für´s Herz und zum Abschalten. Ich vergebe diesem Buch 3 Sterne. 

Ein netter Sommerroman mit einer amüsant-spritzigen Geschichte und besonderen Figuren, der nicht nur im Urlaub für unterhaltsame Lesestunden sorgt.


***Herzlichen Dank für diesen Buchgewinn an Thalia Limburg und an den Blanvalet Verlag!***