Donnerstag, 26. Februar 2026

Der Tote auf ÖlandKriminalroman von Agneta Sjöberg

Hat mich leider nicht gefesselt!

Im Gmeiner Verlag erschien 2024 der Kriminalroman Der Tote auf Öland von Agneta Sjöberg.

Touristen finden auf der schwedischen Insel Öland einen grausigen Leichenfund. Die nackte männliche Leiche hat Schnitte im Gesicht und wurde offensichtlich Opfer eines Gewaltverbrechens. Deshalb übernehmen die Kommissare Luna Bofink und Alban Larsson die Ermittlungen. Als innerhalb weniger Tage vier weitere Menschen sterben, ist klar, dass es sich um einen Serienmörder handeln muss. 


Mit diesem Krimi habe ich mich sehr schwer getan und ziemlich durch gequält. 

Der Erzählstil ist zwar flüssig, aber die kurzen Sätze wirken teilweise wie abgehackt, dafür mochte ich die vielen Dialoge, die für eine stimmige und lebendige Atmosphäre sorgen. Ich finde die Idee mit dem Thema Menschenhandel durchaus passend für einen Thriller und die gezeigten Szenen sind Beispiele für die brutale Kriminalität in diesem Bereich.  

Die Handlung enthält sehr viele Protagonisten und wird aus verschiedenen Sichtweisen erzählt, das sorgt für Verständnisprobleme und man muss sich sehr konzentrieren, um die verschiedenen Personen richtig einordnen zu können.  

Die Hauptfiguren Luna und Alban wirken leider gar nicht wie professionelle Kommissare. Viel mehr sind sie oft ratlos und mit den zahlreichen Leichen einfach überfordert. Als Team wachsen sie trotz vieler Reibereien etwas zusammen, auf mich persönlich machen sie beide keinen sympathischen Eindruck.  

Ich habe mich bemüht, den roten Faden im Dickicht der fragwürdigen Rückblenden mit Menschentransporten und den Einblicken in eine Sekte zu finden. Das ist mir leider nicht gelungen und ich habe das Ganze erst bei der Auflösung am Ende verstanden. Vielleicht lag es an der Vielzahl an Nebenfiguren oder an einem für mich sichtbaren Motiv für die Morde. Ein paar Spannungsmomente sind durchaus vorhanden, insgesamt war dieser Krimi für mich eher anstrengend und hat mich nicht gefesselt. 

Dieser Schweden-Krimi hat mich leider nicht überzeugen können! 

 

                                      

Mittwoch, 25. Februar 2026

Von der Wurzel bis zum Wipfel - Charlotte Guillain/ Rồng Phạm

Eine Erlebnisreise durch die Schichten zweier Wälder
 
Im Prestel Verlag erscheint das Sachbilderbuch Von der Wurzel bis zum Wipfel von Charlotte Guillain mit Illustrationen von Rồng Phạm für Kinder ab fünf Jahren.
 
Wälder sind lebendige Ökosysteme und sehr tier- und pflanzenreich. Beim Spaziergang durch den Wald hört man alle möglichen Geräusche verschiedener Tiere und sieht unterschiedlichen Bewuchs mit Farnen, Pilzen, Bäumen und Sträuchern, sowie zahlreichem Totholz. In jeder Schicht des Waldes gibt es Tiere und Pflanzen zu entdecken, von den Pilznetzwerken und Tierhöhlen unter der Erde, zu den Waldbodenbewohnern, über Eidechsen, Ranken und Käfer in den Stämmen bis in die Höhen der Baumwipfel.
 



 
 
Mit kindgerechten Erklärungen und liebevollen Illustrationen stellt dieses Bilderbuch die Tier- und Pflanzenwelt zweier Wälder dar. Dabei wird auf der einen Leporello-Seite der Amazonas-Regenwald vorgestellt und auf der Rückseite gibt es die Darstellung eines gemäßigten Waldes in Nordamerika zu sehen. Auf beiden Seiten bekommt man einen anschaulichen Einblick, wer die verschiedenen Schichten unterhalb, bzw. oberhalb der Erde bis in die Höhe der Baumspitzen bewohnt und welche unterschiedlichen Pflanzen oder Baumteile in diesen Ebenen zu finden sind. 
 



 
 
Das Leporello ist eindrucksvolle 2,50 m lang und bietet damit viel Anschauungsmaterial für mehrere Kinder. Die kurzen Texte informieren über viele biologische Fakten und führen Kinder spielerisch an das Ökosystem Wald heran. Es gibt viel zu entdecken und es ist erstaunlich, wie viel Leben sich dort verbirgt und welchen Nutzen Tiere und Pflanzen von ihrem speziellen Lebensraum Wald geboten bekommen.  
 
Als Abschluss wird an die Leser eine Aufforderung gerichtet, wieso Bäume unbedingt geschützt werden müssen, damit die Tier- und Pflanzenwelt erhalten wird. Außerdem gibt es eine Übersicht über die verschiedenen Schichten des Waldes, die sich vom Waldboden bis in die Höhen der Urwaldriesen erstreckt. 
 
Wälder sind faszinierende Ökosysteme, die Säugetieren, Vögeln und zahlreichen Insekten und Amphibien einen Lebensraum bieten. Ein wundervolles Leporello-Sachbilderbuch zum Entdecken, Lernen und Staunen!
 
***Herzlichen Dank an das Bloggerportal und den Prestel Verlag für dieses Rezensionsexemplar!***
 
 

Dienstag, 24. Februar 2026

Matjes al dente - C. Franke/C. Kuhnert

Comfort Reading mit Küstenflair 

 
Der Ostfriesen-Krimi Matjes al dente von Christiane Franke und Cornelia Kuhnert erscheint im Rowohlt Verlag. Es ist der 13. Band der Reihe um Henner, Rudi und Rosa.  
 
Als Postbote Henner während seiner Postrunde Tjalda, die Veranstalterin für Seebestattungen, erschossen auf ihrem Schiff gefunden hat, geht die schlimme Nachricht wie ein Lauffeuer durch ganz Neuharlingersiel. Und dabei heißt ihr Schiff auch noch ausgerechnet «Meeresglück».
 
Die Kripo Wittmund tippt auf einen Mafia-Mord, weil Tjaldas Mann Italiener ist und auch noch Mitglied im Hanf-Verein. Sollte das organisierte Verbrechen sich nun auch schon im beschaulichen Neuharlingersiel angesiedelt haben?  
 


 
Lehrerin Rosa Moll möchte ihre Sommerferien genießen und hat sich zu einem Kitesurfing-Kurs angemeldet. Dort lernt sie einen netten Mann kennen und ignoriert erstmal die Ermittlungen. Aber als Henner verdächtigt wird, mischt sie gemeinsam mit Rudi wieder munter bei der Spurensuche mit.    
 
Wie gewohnt schaffen es die beiden Autorinnen, mich in die lieb gewonnene Gemeinschaft der Figuren einzubeziehen und mit Wortwitz, reichlich Lokalkolorit und leckerer Küche gut zu unterhalten. 
 
Dieses Mal thematisieren die Autorinnen Seebestattungen, die aktuell hoch im Kurs stehen und in der Bestattungsbranche boomen. Sie bringen auch die Hanf-Vereine mit ins Spiel und informieren über die Anbau-Bedingungen. Wer kifft, macht sich schon mal verdächtig. Oder hatte die italienische Mafia durch eventuelle Drogengeschäften etwa noch eine Rechnung offen? Es bleibt spannend, weil man die Hintergründe für den Mord nicht sofort erkennen kann. Als weitere Morde geschehen, ist Eile geboten. 
 
Ich habe das Trio gerne bei ihren gemeinsamen Aktionen begleitet, hätte mich über eine Einladung bei Mudder Steffens zum Mittagessen gefreut und amüsierte mich über den Wichtigtuer Kommissar Schnepel. Dieser Krimi bietet trotz der vielen Morde eine Wohlfühlatmosphäre, bei der man gut abschalten kann.  
Meiner Meinung nach hätte es noch ein wenig mehr Spannungsmomente geben können. 
 
Wer die Reihe noch nicht kennt, findet am Ende des Buches eine Übersicht der genannten Personen aufgelistet und dazu noch einige Rezepte der erwähnten Spezialtitäten.  
 
Ein humorvoller Regionalkrimi mit großem Unterhaltungswert und liebenswerten Figuren.
 
***Herzlichen Dank an den Rowohlt Verlag für dieses Rezensionsexemplar!***
 

 

Sonntag, 22. Februar 2026

Jenny Meier legt seltsame Eier - Rachel Emily/Paul Delaney

 Auf dem Hühnerhof ist mächtig was los!  
 
Im Schneiderbuch Verlag erscheint Rachel Emilys Bilderbuch Jenny Meier legt seltsame Eier für Kinder ab vier Jahren.  
  
"Jenny Meier legt seltsame Eier ... mit wunderschönen Flecken" und ihre Kolleginnen legen auch wahre Kunstwerke, die sich sehen lassen können. Die Eier haben Streifen, Glitzer oder Farbtupfer und sind einfach ein Hingucker. Allerdings wissen die Hühner, dass sie in diesem Bilderbuch vorkommen und haben alle etwas geflunkert. Doch dann ist plötzlich Tatkraft gefordert als Gefahr über dem Hühnerstall auftaucht und die Hennen zeigen, was wirklich in ihnen steckt.
 



Bei dieser Geschichte werden Kinder zum Reimen angeleitet und beim Betrachten der kunterbunten und originellen Hühnerbilder gibt es viel anzusehen und zu entdecken. 
Wenn Hühner solche Namen wie Susi Gundelpfau und Gitti Schwipp-Schweifen tragen, sorgt das für Aufmerksamkeit und ist einfach speziell und besonders. Da glaubt man den Hennen unbesehen, dass ihre Eier auch nicht nur weiß oder braun sind, sondern spezielle Farben und Ausprägungen haben. 
 


 
Nachdem die Flunkereien der Hühnerdamen aufgeflogen sind, gibt es noch ein aufregendes Abenteuer zu bestehen, bei dem die Hühner zeigen, was in ihnen steckt. Die Besonderheiten stecken also nicht im Aussehen der Eier, sondern an den Fähigkeiten der einzelnen gefiederten Hühnchen. Und gemeinsam sind sie stark gegen ihre Feinde, so wie ganz normale Hühner auch! 

Hier darf gelacht, gereimt und gestaunt werden und das Buch macht einfach Freude!
 
Ein humorvoller Bilderbuchspaß zu Ostern für die ganze Familie! 
 
***Herzlichen Dank an den Schneiderbuch Verlag für dieses Rezensionsexemplar!***
 

 

Wochenrückblick KW 08/2026

 






 Was war in dieser Woche los?

 
Der Regen prasselt schon die ganze Nacht an die Fenster und es scheint auch nicht mehr aufzuhören. Die Woche über schwankte das Wetter zwischen winterlich mit Schnee und Tauphasen. An drei Tagen war es zeitweise trocken und schneefrei, genau passend, dass ich mit meiner Mutter einen kleinen Spaziergang machen konnte. Mal an der frischen Luft zu sein, sich die Beine zu vertreten und mal etwas anderes sehen haben ihr und auch mir gut getan. Es war auch schön, mit ihr die Rosenmontagsfeier mitzuerleben, bei der die verkleideten Betreuer richtig fröhliche Laune verbreitet haben.Ich habe das Gefühl, dass meine Mutter sich langsam an das Prozedere im Seniorenheim gewöhnt. Aber sie baut auch immer mehr ab.  

 
Gelesen habe ich eine Menge, der ungefragt zugeschickte Roman Real Americans hat über 500 Seiten und ich hatte schon Bedenken, ob ich ihn überhaupt lesen würde. Doch dann einmal angefangen, las er sich gut weg. Das ist immer so eine Sache mit Buchboxen, bei denen man gar nicht weiß, ob es dem eigenen Lesegeschmack entspricht. Dieses Mal hat es geklappt! 
 
Es geht auf die Buchmesse zu, deshalb habe ich mal mit Sabine von Buchmomente telefoniert und mit Tanja von Nichtohnebuch. Bin schon sehr gespannt auf die Autoren und Autorinnen, Lesungen und Verlags-Treffen in diesem Jahr.  


Gesehen:   
 
Eiskunstlauf der Paare, aber leider die Gala verpasst!
 

Gelesen:   

  • Real Americans - Rachel Khong                                           4⭐
  • Das Salz in der Luft - Janne Mommsen                            4⭐
  • Wenn die Kraniche nach Süden ziehen - Lisa Ridzén  4⭐
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    Getan:  
     
    Viel gelesen, Rezensionen geschrieben, gebloggt, beinah tägliche Besuche im Seniorenheim mit drei Spaziergängen, Chorprobe, Urlaub gebucht und Termine für die Buchmesse in den Kalender eingetragen. 
     
    Gefreut:    
     
    Über drei Kinderbuchzugänge vom Bloggerportal und vom Schneider Verlag. Vorn "Jenny Meier legt seltsame Eier" gibt es heute noch die Rezension. Die anderen beiden Bücher sind noch nicht offiziell erschienen.  
     
     
      
    Gegessen: 

    Pizza; Hack-Gemüse-Pfanne mit Gabelspaghetti 3x; Currywurst mit Reis; Tortelloni mit Spinat; Kürbissuppe mit Rosenkohl und Hack-Klößchen; Schokopudding mit Sahne (schon Ewigkeiten nicht mehr gegessen, weil Pudding mit Hafermilch nicht schmeckt. Nun mal wieder die Variante mit Kuhmilch gemacht.); 










    Gedacht:                                                                         

    Es ist immer auffälliger, wie politisch manche NGOs agieren. Da sollte man deren staatliche Finanzierung stoppen, denn es geht gegen die Demokratie und ist parteibezogen oder von bestimmten Ideologien gesteuert.  

    Gefeiert: 

    Rosenmontagsfeier mit meiner Mutter im Seniorenheim  

    Geärgert: 

    Wenn selbst schon Jugendliche zu Messerangreifern werden, läuft etwas gewaltig schief im Land.   

    Gekauft:  

    Lebensmittel und eine Kalanchoe (Flammendes Käthchen) für meine Mutter  

    Geklickt: 

    Urlaubsunterkünfte gecheckt und für den Sommer gebucht.  
     

    Ich wünsche euch allen eine gute Woche! 

    Herzliche Grüße,

    Eure Sommerlese 

    Samstag, 21. Februar 2026

    Real Americans - Rachel Khong

    Dieser Familien- und Gesellschaftsroman bietet Denkanstöße

    Der Bestseller Roman Real Americans von Rachel Khong erscheint im Kiepenheuer & Witsch Verlag. 

    Lily Chen wurde als Tochter chinesischer Einwanderer in Amerika geboren und hat es an die Universität geschafft. Sie arbeitet als Praktikantin in einem Medienunternhemen und lernt auf einer Feier Matthew kennen, der ihr einen Fernseher schenkt und ihr einen  luxusriösen Ausflug spendiert. Er ist der Erbe eines Pharmaimperiums, Lily kann sich mit diesem Reichtum nicht gut arrangieren. Aber Matthew ist ein charmanter und herzensguter Mensch und umsorgt Lily auf liebevolle Weise. So kommt es, dass sie sich verlieben, heiraten und ein Kind bekommen. 21 Jahre später lebt Lilys mit ihrem Sohn Nick auf einer abgelegenen Insel. Nick möchte mehr über seinen Vater wissen und als er nach ihm sucht, entdeckt er Geheimnisse, die alles verändern.



     

    Rachel Khong erzählt von einer Liebe zwischen zwei Nationen und von einem Sohn, der seinen Vater nicht kennt und mehr über ihn erfahren möchte. 

    Real Americans ist in drei Teile aufgesplittet, die jeweils aus der Perspektive von Lily, ihrem Sohn Nick und ihrer Mutter Mei erzählen. Der Roman dreht sich darum, was die Nationalität eines Menschen bedeutet und mit ihm macht. Wie hängt unsere Freiheit und unser Leben von der Familie und den Genen ab und wie steht es um Rassismus und Ausgrenzung im modernen Amerika? Und dann spielt noch die Wissenschaftsethik eine entscheidende Rolle. 

    Jeder Teil lässt uns in die Geschichte der einzelnen Protagonisten eintauchen und mehr über ihr Leben in China und in den USA erfahren. Es ist Rachel Khong gut gelungen, die Teile eigenständig zu erzählen und das Ganze am Ende perfekt miteinander zu verknüpfen und das Geheimnis zu lüften. Bestimmte Entscheidungen Meis kann man erst dann verstehen, wenn man ihre erschütternde Geschichte erfährt. 

    Mei wächst im kommunistischen China Maos auf und erlebt mit, wie Regime-Kritiker verhaftet werden. Sie möchte Wissenschaftlerin sein, flieht vor derKulturrevolution und wandert nach Amerika aus. Dort wird ihre Tochter Lily geboren und schafft es an die Universität. Chinesisch spricht Lily nicht, ihr Sohn Nick ist Halbamerikaner und seine chinesischen Wurzeln sieht man ihm nicht an. Alle drei haben den Wunsch frei zu leben, sind aber den Umständen entsprechend eingeschränkt. 

    Rachel Khong erzählt vom Traum der Einwanderer, die alles dafür tun, um als Amerikaner zu gelten und dazu zu gehören. Ihre Charaktere lernen wir gut kennen und doch bleiben sie für mich auf eine bestimmte Weise unnahbar und distanziert. Die etwas nüchterne Erzählweise hat mir gut gefallen, insgesamt wird es aber streckenweise doch etwas langatmig und ich habe echte Emotionen vermisst. Am interessantesten erschien mir Meis Geschichte, während Nick am lebendigsten geschildert wurde.   

    Der Roman bietet viele Denkanstöße zu Fragen der Herkunft, der Identität und der Zugehörigkeit in einer modernen Gesellschaft. Aber noch mehr spielt die Frage nach den Grenzen der Wissenschaft für mich eine entscheidende Rolle. Wer sich mit den Fragen unserer Zeit auseinandersetzen möchte, ist mit dem Roman gut bedient. 

    Ein Familien- und Gesellschaftsroman über Herkunft, Identität und Wissenschaftsethik, der viele Denkanstöße liefert.  

    ***Herzlichen Dank an Kiwi für das Bloggerpaket!***

     


     

     

    Freitag, 20. Februar 2026

    Das Salz in der Luft - Janne Mommsen

    Ein bewegtes Leben 

    Die Fortsetzung von Das Licht in den Wellen ist der Roman Das Salz in der Luft von Janne Mommsen, beide Bücher erscheinen bei Rowohlt Polaris.   

    Mit 100 Jahren besucht Inge Martensen und Urenkelin Swantje New York, wohin sie als junge Frau übersiedelte. Nun möchte Inge ihrer Urenkelin die Stadt und die persönlichen Schauplätze ihrer Jugend zeigen und aus ihrem bewegten Leben erzählen. Damals wurde sie mit ihrem «magic potato salad» in Manhattan berühmt und erlebte schillernde Jahre. Sie verliebte sich, gründete eine Familie und musste viel überstehen als ihr Mann Hauke starb. Ende der 1970er-Jahre fand Inge die zweite Liebe ihres Lebens und ging mit ihrem Mann nach Sizilien. Diese Zeit war geprägt von Glück und vielen Emotionen. Nun möchte sie Swantje zu einem Start in New York ermutigen, denn vielleicht wird auch sie hier glücklich.   




    Die Fortsetzung der Föhrer Bauerntochter Inge habe ich herbei gesehnt und wurde mitgenommen in ein bewegtes Leben zwischen New York, Föhr und Sizilien. Janne Mommsen erzählt sehr lebendig und unterhaltsam und lässt uns intensiv in Inges Leben eintauchen.

    Während Swantje die quirlige Großstadt New York erlebt, hört sie Inges Lebensgeschichte, in der es um Aufbruch in eine neue Heimat geht und um Liebe, Glück und Trauer. 

    Damals fand Inge in New York ihr Glück und so wünscht sie es sich auch für Swantje. Wer sich eine neue Existenz aufbauen möchte, braucht Durchhaltevermögen, Mut und kreative Ideen. Diese Fähigkeiten besitzt Inge und auch Swantje mit ihrem Geschick für Mode, Schnitte und Trends hat es im Blut, das spürt Inge. Ihre Vorliebe für traditionelle Föhrer Trachten werden von Janne Mommsen sehr detailliert geschildert und ich habe die modernen Schnitte und verschiedenen Materialien und Farben bildhaft vor mir gesehen.  Das könnte Swantjes Chance auf eine neue Existenz sein, aber kann sie sich ein Leben in New York vorstellen?  

    Wir erleben den mühsamen Neustart Inges nach dem Tod ihres Mannes Hauke. Neben dem Verlust macht ihr das Geschäftliche des eigenen Restaurants große Sorgen, doch Inge gibt nicht auf und fängt von Neuem an. 

    Mit 100 Jahren möchte Inge noch einmal New York sehen. Ihre Weggefährten leben nicht mehr und für Inge wird es Zeit, sich einiges aus ihrem Leben von der Seele zu reden. Sie weiht Swantje in ein lange gehütetes Familiengeheimnis ein. 

    Ich habe bewundert, was für eine tatkräftige Frau Inge darstellt und wie sie es geschafft hat, ihre zweite Beziehung mit der örtlichen Trennung zwischen Föhr und Sizilien aufrecht zu halten. Für mich ist sie der Prototyp einer erfolgreichen Frau, die sich nie unterkriegen ließ und nach neuen Wegen suchte und dann sogar ihr persönliches Glück für ihren Sohn hinten angestellt hat. 

    Ein interessantes und ermutigendes Frauenschicksal mit Höhen und Tiefen und einer schön erzählten Kulisse dreier Schauplätze. 

     

    ***Herzlichen Dank an den Rowohlt Verlag für dieses Rezensionsexemplar!***

                          

  • Mommsen, Janne - Das Licht in den Wellen 
  • Mommsen, Janne - Das Salz in der Luft 
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