Mittwoch, 24. Juni 2026

Giftige Blüten - Luca Ventura

Krimivergnügen vom Feinsten

"Giftige Blüten" aus dem Diogenes Verlag ist der 7. Band der Capri-Krimireihe von Luca Ventura.

Lina Verde ist angehende Parfümeurin und benötigt für ihren Duft noch die besondere Blütenessenz einer seltenen Orchidee, die sie an den steilen Hängen von Capri sucht. Wenig später wird von Touristenführer Zeno leblos aufgefunden, der behauptet, er wäre mit Lina verlobt. Das ist fragwürdig, denn auf Nachfragen kann er kaum nähere Angaben zu der jungen Frau machen. Zeno ist als Lügner verschrien und für Rizzi und Cirillo sofort verdächtig. 

 



Auf Capri tauchen wir dieses Mal in die Welt der Düfte ein, wo sich Rizzi und Cirillo einem Fall widmen, der einige Fragen aufwirft. Die erste Aussage der Pathologie geht von einem Genickbruch als Todesursache aus, der auch die Folge eines Unfalls sein könnte. Doch der Instinkt der Ermittler sagt etwas anderes. Agente Rizzi und Cirillo sind ein eingespieltes Ermittlerduo, die ihre Theorien zum aktuellen Fall hartnäckig verfolgen und mit ihren Alleingängen ihren Vorgesetzten Lombardi zur Weißglut bringen.

Die Geschichte baut sich nach und nach auf und lässt Einblicke in das Leben der Verdächtigen und der Familie der Toten zu. Wir tauchen in die Welt der Parfümeure ein und erfahren, wie die Essenzen aus den Blüten entstehen und wie sehr dieser Markt von großen Erfolgen getrieben ist. 

Während Rizzi und Cirillo zu ihren Befragungen über die Insel streifen und aus berufliche Ausflüge nach Neapel unternehmen, erlebt man die frühlingshafte Natur dieser Gegend Italiens und bekommt Lust auf einen Urlaub auf der wunderschönen Insel. Zur Urlaubsstimmung passt der bildhaft angenehme Schreibstil perfekt und unterhält mit den gut gezeichneten und sehr lebendigen Figuren ohne dass Langeweile aufkommt. Ich habe das Buch in kürzester Zeit durchgelesen und wurde am Ende mit der Auflösung überrascht.  

Während Zeno den ersten Platz als Verdächtiger erhält, bringen neue Hinweise neue Verdachtsmomente mit sich und neue Spuren führen zu interessanten Wendungen im Fall. Hier gibt es einige Charaktere, die etwas verbergen und nicht mit offenen Karten spielen.  

Durch die Mischung von spannender Ermittlung, italienischem Flair und eingebautem Privatleben Rizzis und Cirillos ist dieser Band wieder rundum gelungen. Die gezeigten Probleme mit den Vorgesetzten, die  willkürliche Führung von Mitarbeiter:innen im Polizeiapparat und die Alleingänge der beiden Ermittler sorgen für interessante Szenen. Erst im Erfolgsfall ist ein Agente ein gewünschter Mitarbeiter.  

Rundum gelungener Krimi mit interessantem Fall, vielschichtigen Charakteren und einem schönem Setting. 

***Herzlichen Dank an den Diogenes Verlag für dieses Rezensionsexemplar!*** 

                                    

Dienstag, 23. Juni 2026

Sturm über Christiansø - Michael Kobr

Ein guter Mix aus Umweltthemen, liebenswerten Figuren und reichlich Bornholm-Flair!

Im Goldmann Verlag erscheint mit "Sturm über Christiansø" der vierte Band der Bornholm-Krimireihe von Michael Kobr.

Es ist Herbst auf Bornholm, Kommissar Lennart Ipsen hat seine neue Wohnung bezogen und genießt das Leben auf der Insel. Er plant ein Essen mit Kollegen und Freunden und einen Segeltörn mit seiner Tochter Ida, zuvor muss er jedoch erst mal seinen Segelschein machen und die Prüfungen stehen bald an. Da kommt ihm ein neuer Fall in die Quere.  
Auf Christiansøist die Umweltaktivistin Anna Steen-berg verschwunden und als Lennart auf der Insel ankommt, sitzt er wegen eines Sturms dort fest. Die Umweltaktivisten stellen sich gegen die Errichtung eines Windparks vor der Küste Bornholms.
  


In diesem Band werden die aktuellen Themen Umweltschutz und erneuerbare Energien aufgegriffen und die verschiedenen Gründe von Unterstützern und Gegnern aufgezeigt. 

Im Prolog werden wir Zeuge wie ein Matrose von einem Containerschiff ein geheimnisvolles Päckchen ins Meer wirft. Danach geht es mit Lennarts Leben weiter, er müsste endlich für seine nahende Segelprüfung lernen, kann sich aber gar nicht aufraffen. Doch ein neuer Fall nimmt seine Zeit in Anspruch. Dazu reist er auf die Erbseninseln, die Michael Kobr mit vielen interessanten Aspekten um Landschaft und Leute näher vorstellt. 

Die Erläuterungen über Vor- und Nachteile der Windparks sind sehr aufschlussreich und es wird klar, dass die Kontroverse nicht nur mit Worten ausgetragen wird. Große Spannung kommt hier noch nicht auf, dafür sorgen die sympathischen Figuren und einige humorvollen Szenen um Lennarts Vater Karl für gute Unterhaltung. Der Krimi lebt von Lennarts Privatleben und von der malerisch schönen Atmosphäre auf den Erbseninseln und den Witterungsbedingungen bei Sturm.

Wie gewohnt führt Michael Kobrs flüssiger Schreibstil locker und gut durch die Handlung und es kommt keine Langeweile auf. Durch die bildhaften Landschaftsbeschreibungen hat man einen guten Eindruck von den kleinen Inseln und beim Lesen kommen automatisch Urlaubsgefühle auf. Der Fall enthält einige überraschende Wendungen und ängt mit verschiedenen Motiven zusammen, Neid und Hass sorgen auch bei den Bewohnern der Erbseninseln für Gründe, die kriminelle Energie freisetzen. Bei diesem Band gefällt mir der familiäre Aspekt mit den Kochkünsten von Lennard Ipsen, der eingebaute Humor und das aktuelle Thema des Falls war dieses Mal wieder sehr spannend. 

"Sturm über Christiansø" ist ein unterhaltsamer und entspannter Krimi mit humorvollen Szenen, der die Entwicklung der Charaktere weiter begleitet.  

***Herzlichen Dank an das Bloggerportal und den Goldmann Verlag für das Rezensionsexemplar!***  

 


Sonntag, 21. Juni 2026

Wochenrückblick KW 25/2026

 









 Was war in dieser Woche los?

 
Nach der kühlen Vorwoche stieg das Thermometer rasant nach oben und erreichte 34 ° C. Auch wenn ich letzte Woche noch über die Kälte gemeckert habe, diese Hitze war mir schon wieder fast zuviel des Guten. 
 
Es war ein großer Zufall, dass ich mit meiner Mutter im Garten des Seniorenheims sitzend eine tolle Beobachtung gemacht habe. Über uns flogen zahlreiche Schwalben hinweg und ein großer Greifvogel, mit Schwingen, die eindeutig keinem Bussard zuzuordnen waren. Ich tippte auf einen Adler, der vielleicht im Weltvogelpark Walsrode entwischt sein könnte. Doch in Wahrheit war es ein Gänsegeier, der an dem Tag bei Hannover ein Nest mit jungen Störchen geplündert hat. Das stand am nächsten Tag in der Zeitung und in einem Artikel von NABU wurde berichtet, dass Gänsegeier seit 150 Jahren erstmals wieder in mehreren Gebieten Deutschlands gesehen wurden. 
Es war also eine Besonderheit den Geier tatsächlich gesehen zu haben. Um die Storchenkinder tat es mir sehr leid, aber so ist die Natur halt! 
 
Gesehen:   
 
Inas Nacht mit Marleen Lohse und Sebastian Pufpaff
Mord bei Nordwest 

Gelesen:   


  • Der Club der Unbeugsamen - Kathryn Stockett            5⭐
  • Wirf einen Schatten - Elena                                          4⭐
  • Tage am Fluss - Jochen Mariss                                 3⭐
  •  

    Getan:  
     
    Lesen, Rezensionen schreiben, Besuche bei meiner Mutter, Chor-Probe, Koffer packen, Gartenarbeit, Telefonate mit Tante und Freundinnen geführt, verschiedene Ecken im Haus aufräumen und mal wieder ausmisten. 
     
     
    Gefreut:    
     
    Diese Woche gab schöne Buchpost vom Bloggerportal, den Krimi habe ich schon angefangen und er gefällt mir gut.  
     


      
    Gegessen: 

    Thunfisch mit Hummersauce und Pommes; Currywurst mit Pommes; Spaghetti mit Tomatensauce und Parmesan; Bulgursalat mit Hirtenkäse; Pellkartoffeln mit Hering Hausfrauenart; Erbsen-Möhrengemüse mit Frühkartoffeln und Wiener Würstchen ; Seelachs gebraten mit Kartoffelspalten und Salstbeilage.











    Gedacht:        

    Ende der Woche kam die Hitze mit Macht, es wurden bis zu 34 Grad und dabei habe ich letzte Woche noch bei 15 Grad gefroren. Diese Temperaturunterschiede sind schon krass und ich freue mich auf angenehme Temperaturen an der Nordsee. Der Zeitpunkt für einen Urlaub könnte nicht besser sein. 

    Gefeiert: 

    Keine Feier

    Geärgert: 

    Dieses Jahr ist mein Chor zu einem Auftritt auf der jährlich stattfindenden Fête de la Musique in Hannover eingeladen und ich bin nicht vor Ort. Schade! 

    Gekauft:  

    Kirsche, Honigmelone 

    Geklickt: 

    Aufgrund der sommerlichen Hitze immer wieder WetterApps und Regenradar angesehen. 
     

    Habt eine schöne Woche!

    Herzliche Grüße,

    Eure Sommerlese 




    Freitag, 19. Juni 2026

    Der Club der Unbeugsamen - Kathryn Stockett

    Ein großartiger Roman über Mut und Solidarität von Frauen 

    Der Roman Der Club der Unbeugsamen von Kathryn Stockett erscheint im btb Verlag.  

    Oxford, Mississippi, 1933: Die Weltwirtschaftskrise hat die Menschen fest im Griff und bringt arme und reiche Leute gleichermaßen in Not. Drei Frauen treffen in einer Kleinstadt aufeinander, müssen ihr Leben neu ordnen und sich Gedanken über ihre Zukunft machen. Dabei gilt es neue Wege einzuschlagen und ihre Ziele mit Mut, Ideenreichtum und der Kraft der Verzweifelten zu erkämpfen, auch wenn dabei gewisse Grenzen überschritten werden. 



     

    Es ist stets ein Zeichen von herausragender Qualität und schriftstellerischer Begabung, wenn mich ein Wälzer von über 800 Seiten so sehr packt, dass ich mich an keiner Stelle gelangweilt und ihn binnen kürzester Zeit ausgelesen habe. "Der Club der Unbeugsamen" ist so ein Roman, bei dem ich wollte, dass er nicht endet. So sehr hat mich die Geschichte und der Zusammenhalt der Frauen gefesselt, begeistert und tief berührt. 

    Was für eine kraftvolle Sprache und was für lebendige, tief ausgelotete Charaktere, die ich alle bildhaft nah vor Augen hatte! Eindrucksvoll, direkt und schonungslos, emotional anrührend und mit dem Mut derjenigen ausgestattet, die nichts zu verlieren haben. 

    Meg wurde von ihrer Mutter verlassen und landet im Waisenhaus von Lafayette County in Oxford. als 11-jährige gehört sie zu den ältesten Mädchen und hat wenig Chancen, adoptiert zu werden. Besonders schlimm ist die Schikane durch die Leiterin des Waisenhauses, die sie in einem schimmeligen Raum von den anderen Kindern absondert.  
    Birdie arbeitet als Buchhalterin und lebt mit ihrer Mutter und ihrer Großmutter im Mississippi-Delta. Um die finanzielle Not zu verbessern, fährt sie nach Oxford zu ihrer jüngeren und reich verheirateten Schwester Frances und erhofft sich von ihr Unterstützung. Frances engagiert sich als Freiwillige im Waisenhaus und Birdie übernimmt kurzfristig die Buchhaltung. Dabei lernt sie Meg kennen und versucht, deren Lage zu verbessern.  
    Doch Birdie erkennt, auch unter den Reichen macht die Finanzkrise nicht halt und sie lernt Charlie kennen, die ein bestimmtes Ziel verfolgt, mit allen Mitteln und dem nötigen Wissen. Gemeinsam nehmen die Frauen den Kampf für ihre Rechte und ihre Freiheit auf.

    Kathryn Stockett hat sich einem schwierigen Kapitel der amerikanischen Geschichte gewidmet. Auf der Grundlage der wirtschaftlichen Krise von 1933 flechtet sie Themen wie Armut, Adoption, Zwangssterilisierung von Frauen, Rassentrennung, Prohibition und Homosexualität auf eine so eindringliche Weise in ihren Roman, die tief berührt und fesselt und mich als Leserin hoffen ließ, dass es ein gutes Ende gibt. Trotz der Fülle der Themen, verschiedener Handlungsorte und der mit äußerster Deutlichkeit gezeigten Missstände gibt es einen roten Faden, der durch die Geschichte führt und absolut unterhaltsam zu lesen ist. Die Geschichte erhält durch die gut gezeichneten Charaktere eine lebendige Atmosphäre und wird von humorvollen Dialogen aufgelockert. Gegen ihre Not stehen die Frauen zueinander, überwinden gesellschaftliche Schranken und kämpfen für ihre Freiheit.

    Die Hauptfiguren Birdie, Charlie und Meg haben mich gedanklich in die sommerliche Hitze der Südstaaten versetzt und ich konnte mir die Sorgen der Menschen und das Leben in dieser Gegend gut vorstellen. Die Zeiten standen schlecht für Gerechtigkeit und Gleichberechtigung und mussten erst noch solidarisch mit Mut, Tricks und Raffinessen erkämpft werden. Diese Werte sind ein hohes Gut, das wir uns weiter erkämpfen und bewahren müssen. 

     
    "Der Club der Unbeugsamen" ist ein großartiger, mitreißender Roman, der mich mit den herzlichen Figuren und ihrem Zusammenhalt gut unterhalten hat. Kathryn Stockett schreibt klug und humorvoll und haucht ihren Figuren echtes Leben ein. Der Roman ist ein weiteres Sommer-Highlight in meinem Lese-Sommer! 

     

    ***Herzlichen Dank an den btb Verlag für das Rezensionsexemplar!***


     

    Mittwoch, 17. Juni 2026

    Wirf einen Schatten - Elena

    Stell dich deinem Schatten!
     
    Im Diogenes Verlag erscheint Elena Fischers Roman Wirf einen Schatten.  

    Nachdem seine Frau Lis ihn mit dem gemeinsamen Sohn im Sommer verlassen hat, beschließt Jaseph an Heiligabend 1963, seinem Leben ein Ende zu setzen. Er schreibt eine Liste und Abschiedsbriefe und holt sein Gewehr. Doch dann steht Birdie an seiner Tür und braucht Hilfe. Joseph lässt von seinem Vorhaben ab und nimmt Birdie bei sich auf.    

     


    Elena Fischers Roman spielt in den 60er Jahren auf dem Land. Protagonist Joseph ist ein schweigsamer Landwirt, der ohne sein Leben in Frage zu stellen, pflichtbewusst seine Arbeit macht und es einfach nicht gewohnt ist, über Gefühle nachzudenken oder darüber zu reden. Als seine Frau Lis mit dem Alltag des eintönigen Landlebens nicht klar kommt und mit dem gemeinsamen Sohn Samuel in die Stadt zieht, lässt sie Joseph verstört zurück. Die Einsamkeit macht ihm zu schaffen und er kann Lis Beweggründe nicht verstehen. Sein einziger Halt ist Ada, die ältere Schwester von Lis, die weiterhin losen Kontakt zu Joseph hält. Dann steht eines Tages die 20-jährige Birdie vor seiner Tür, sie sieht krank aus und floh vor ihrer Familie. Joseph nimmt Birdie in seinem Haus auf und versorgt sie. Durch sie und Ada findet er einen Weg, sich wieder mit dem Leben zu arrangieren. 

    Die in ruhigem Tempo erzählte eingängige Geschichte lässt sich flüssig und interessant lesen. Nach und nach lernen wir Josephs Charakter kennen und erfahren in Rückblenden mehr über diesen schweigsamen Mann und über das Scheitern seiner Ehe. Joseph ist kein Mann vieler Worte, er hatte eine harte Kindheit, leidet unter dem Verlust seines Bruders und kennt nur die Arbeit auf dem Hof, die ihn ausfüllt und die er nie in Frage gestellt hat. Das Schreikind Samuel wird zu einer Herausforderung der Eltern und Lis fehlt einfach Zeit mit ihrem Partner und für sich. Sehr stimmig werden die Jahreszeiten beschrieben und man erkennt, wie sie das Leben und die Aufgaben auf dem Hof bestimmen.  
    Als Birdie bei Joseph ankommt, ist sie gerade mal 20, damals noch nicht volljährig und abhängig von dem Willen ihrer Eltern. Ihre persönliche Notlage erkennt Joseph und versucht mit Adas Hilfe, Birdie zu einem selbstbestimmen Leben zu verhelfen. 
     
    Die Geschichte ist berührend zu lesen, man kann sich gut in die Figuren hinein versetzen und aus dem schweigsamen Joseph wurde ich erst allmählich schlau. Sein Verhalten erklärt sich aus der Zeit, in der er groß wurde. Da stand die Arbeitspflicht des Hoflebens vor eigenen Interessen und in seinem Elternhaus hat er nicht gelernt, über Gefühle zu reden, geschweige denn, sie sich einzugestehen. Deshalb nahm er ganz selbstverständlich an, dass sich Lis einfach so ins Hofleben einfügt und eigene Wünsche zugunsten der Familie zurückstellt. Für Birdie ist es schwierig, sich von ihren Eltern zu lösen und eigene Wege zu gehen. Ich konnte mich gut einfühlen in die Sorgen und Nöte der Figuren und habe mir für Joseph gewünscht, dass er einen inneren Zugang zu seinen Gefühle findet und den Mut besitzt, sich endlich zu öffnen und nicht in Einsamkeit zu verharren. 
     
    Dieser ruhig erzählte Roman hat mir vor Augen geführt, wie äußere Einflüsse und Begegnungen Menschen prägen und dass es sich lohnt, aus Fehlern zu lernen und neue Wege einzuschlagen. Denn für das Glück im Leben sind wir alle selbst verantwortlich!  

    ***Herzlichen Dank an den Diogenes Verlag für dieses Rezensionsexemplar!***

     


     

    Dienstag, 16. Juni 2026

    Tage am Fluss - Jochen Mariss

    Ein nachdenklich machendes Buch! 

     
    Im Kiwi Verlag erscheint Jochen Mariss Roman Tage am Fluss
     
    Sara Harmsen betreibt die Fähre ihrer Vorfahren und lebt zurückgezogen in einem abgelegenen Haus am Fluss mit Hündin Luna, Schafen und Hühnern. Vom Dorf Erlengrund setzt sie einen verletzten jungen Mann über, den Klimaaktivisten Leon. Sie versorgt seine Wunden und lässt ihn bei sich wohnen. Die Gemeinschaft erweicht ihre mühsam errichteten Mauern. Sie erzählen sich ihre persönlichen Sorgen und ihr Vertrauen lässt sie wieder dem Leben mit Mut begegnen. 


    Sara und Leon teilen viele gemeinsame Interessen, sie mögen Tiere, lieben die Natur und sorgen sich um unsere Erde. Beide treffen sich zufällig und gehen eine Zweckgemeinschaft ein. Als Saras Existenz als Fährfrau bedroht ist, wenden sie sich gegen eine geplante Brücke, was Anfeindungen der Dorfgemeinschaft zur Folge hat. Zu allem Übel tritt der Fluss über die Ufer und zeigt, wie sehr Umweltschutz nötig ist.    


     
    Der "Grüne Mond" ist Saras einsamer Rückzugsort, eine abgeschiedene, idyllische Oase inmitten der Natur am See, wo Sara von dem Fährgeld und den Produkten ihrer Hühner und des Gartens lebt. An diesen Sehnsuchtsort flieht sie vor den dunklen Schatten ihrer Vergangenheit. Als sie den jungen Klimaaktivisten Leon verletzt bei sich aufnimmt, stoßen zwei menschliche Gegensätze aufeinander. Leon ist jung und jemand, der von seinen Zukunftsängsten getrieben ist und Nähe sucht, während die um Jahrzehnte ältere Sara autark und  menschlichen Kontakten so gut es geht aus dem Weg geht. Ihr kleiner Fährbetrieb, der Garten, ihre Tiere und ihr Haus sind ihr Lebensinhalt. Vehement wehrt sie sich gegen den Verkauf ihres Grundstücks, wo der Bau einer Brücke geplant ist und den Wegfall ihrer Fähre bedeutet. 
     
    Sara und Leon tragen ihre persönlichen Wunden und Schuldgefühle mit sich. Leon übernimmt anfallende Arbeiten und macht sich nützlich, beide nähern sich an und es entsteht gegenseitiges Vertrauen. Und Sara erkennt immer mehr, wie wohltuend menschliche Kontakte sein können und auch Leon profitiert von den gemeinsamen Gesprächen. Der Wunsch für ein umweltbewusstes Leben eint sie und lässt sie nach vorne blicken.  
     
    Der ruhige und in einfacher Sprache erzählte Roman zeigt die Probleme menschlicher Schicksale auf und bringt Umweltschutzthemen mit ein. Die Naturszenen habe ich als entschleunigend und wohltuend empfunden. Saras einsames Leben als Fährfrau mit Hund, Schafen und Hühnern als Ersatz menschlicher Freundschaften. Sie lebt als Einsiedlerin, die vor den Schuldgefühlen und Traumata ihrer familiären Vergangenheit geflohen ist. Leon lebt als Sohn eines reichen Vaters und engagiert sich für den Klimaschutz. Zufällig ist es sein Vater, der an der Stelle von Saras Fähre eine Brücke bauen will. Ein Prestigeobjekt, das finanzielle Gründe hat. Das war mir doch etwas weit hergeholt. Nebenbei erfahren wir einiges über die Klimaaktivisten, die sich als Waldbesetzer gegen Abholzung wehren. Sehr eindeutig zeigt sich die bedrohliche Klimaveränderung beispielhaft am Wasserstand des Flusses. Insgesamt finde ich die Themen gut eingebaut und empfehle das Buch allen, die sich mit Klimaveränderung und den Irrungen des Lebens auseinandersetzen wollen.  

    Den Roman habe ich als nachdenklich machende Unterhaltung empfunden. 

    ***Herzlichen Dank an den Kiwi Verlag und an Vorablesen für dieses Prämienbuch!*** 

                                      

    Sonntag, 14. Juni 2026

    Wochenrückblick KW 24/2026




    Rosen als Geschenk von der Nachbarin 


     Was war in dieser Woche los?

     
     
    Das Wetter lässt gerade wirklich zu wünschen übrig, es ist kalt, regnerisch, sehr windig und irgendwie gar kein Sommer! Zum Glück war bei jedem Besuch bei meiner Mutter ein Besuch ins Grüne möglich und sie konnte frische Luft und ein wenig Sonne tanken.  
    Gefühlt habe ich die ganze Woche etwas vorgehabt und die Abende wurden lang wegen neuer Buchpost.  
     
     
    Gesehen:   
     
    Mord mit Aussicht (Wiederholung, aber trotzdem wieder spannend)
    Mord bei Nordwest 

    Gelesen:   

  • Vega Varg – Das Schweigen der Insel - Åsa Hellberg   5⭐
  • Zeit der Schwalben - Nikola Scott                                         5⭐
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    Getan:  
     
    Lesen, Rezensionen schreiben, Besuche bei meiner Mutter, Chor-Probe, Clubfeier beim Chor ausgegeben, T-Shirts sortiert (farblich geordnet mag ich es am liebsten) Hausputz, Aprikosenkuchen gebacken, Nachbarfeier mit Grillen und Planung des Straßenfesttermins, Telefonate mit Freundinnen geführt, Dinge meiner Mutter erledigt.
     
     
    Gefreut:    
     
    Über schöne Buchpost vom Dumont Verlag und vom Bloggerportal. Vega Varg habe ich gleich mal an zwei Tagen durchgelesen. Toller Krimiauftakt!
     



      
    Gegessen: 

    Spaghetti mit Buttergemüse und Parmesan; Kohlrabigemüse mit Kartoffeln und Schweinesteak; überbackenes Gyros in Metaxasauce und Pommes; Salatteller; Blumenkohl mit Pellkartoffeln (für den Mann mit Resten von seinem Grillteller) und einmal mit Bratkartoffeln; Bulgursalat, Aprikosenkuchen mit Mandelkruste.













    Gedacht:        

    Vom Sommer ist bis auf das üppige Grün in der Natur weiterhin wenig zu merken. Es könnte jetzt mal wieder wärmer werden, denn statt kurzer Kleidung trage ich gerade wieder Fleecejacke, lange Hose und Socken. 

    Gefeiert: 

    Beim Chor mit einem Chorfreund eine Geburtstagsrunde ausgegeben. Datteldip, Brot, Käse, Getränke und das übliche Gedöns! 

    Geärgert: 

    Was geschieht denn gerade mit der Buchcommunity? Nach Wasliestdu? hat auch noch die Lesejury ins Gras gebissen und schliesst seine Seite für immer. Es wird eindeutig trister und eintöniger! Hoffentlich ist das nicht das Ende von Buchseiten.

    Gekauft:  

    Obst, Gemüse, Bratwürstchen und Senf für das Nachbarschaftstreffen.

    Geklickt: 

    WetterApps und Regenradar  
     

    Habt einen schönen Sonntag! 

    Herzliche Grüße,

    Eure Sommerlese