Freitag, 19. Oktober 2018

Freitags-Füller # 108



Es ist bereits Herbst und wir haben immer noch angenehmes Wetter. Das nutzen mein Mann und ich aus und verbringen noch ein paar Tage an der Ostsee. Wir haben heute Hochzeitstag und das feiern wir mit dieser Kurzreise.  


 

Immer wieder kommt ein neuer Freitag ... und damit der Freitagsfüller! 

 

Dies ist ein Projekt von Barbara von  Scrap-Impulse

Ein kleiner Lückentext zum Ausfüllen.

 

1. Ich rieche hier an der Ostsee den Geruch nach Meer und Fisch. Auch wenn mir der Duft von Parfüm eigentlich lieber ist, gehört das einfach zum Meer dazu.

 

2. Ich versuche mich beweglich und fit zu halten und es ist mir auch wichtig, hilfsbereit zu sein. 

 

3. Ich sehe gerne das bunt gefärbte Blätterwerk der Bäume im Herbst und kann mich auch über Tiere in der Natur freuen.

 

4. Ich höre sehr gut, was nicht immer ein Vorteil ist, denn mich stört Lärm sehr.

 

5. Ich trage als Sternzeichen Zwilling häufig zwei Seelen in meiner Brust, das kann auch schon mal schwierig in der Entscheidungsfähigkeit sein.

 

6. Ich esse gerne Fisch, Gemüse und Kuchen, aber auch Obst und die Bouletten meiner Mutter.

 

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf ein wunderbares Essen zu zweit, mit Kerzenlicht und einem Glas Wein zum Anstoßen auf viele gemeinsame schöne Jahre mit meinem Mann, morgen habe ich einen Strandspaziergang und das Erkunden der Umgebung geplant und Sonntag möchte ich erst noch ein wenig die Gegend genießen und dann die Heimreise antreten.

 

Wie sehen eure Pläne für die nächsten Tage aus?  

Ich wünsche ein schönes Wochenende!

Eure Sommerlese

Mittwoch, 17. Oktober 2018

Vier Pfoten für ein Weihnachtswunder - Petra Schier

Diese winterliche Lektüre bietet eine reizende Liebes- und Familiengeschichte, die den Zauber der Weihnacht in den Fokus rückt.


Der Roman "Vier Pfoten für ein Weihnachtswunder" ist ein weiteres Werk aus der beliebten Weihnachtsreihe mit Hund von Autorin Petra Schier, der im MIRA Taschenbuchverlag erscheint.

Bald ist Weihnachten und diese Zeit hasst Laura. Gerade jetzt scheitert ihre Beziehung und sie nimmt auf dem Land eine neue Stelle in einem Familienhotel an und landet prompt in vollkommen weihnachtlicher Dekoration und Stimmung. Die Familie ist nett, aber chaotisch und besonders Lizzie, ein flauschiger Westie, hat es ihr angetan und der Sohn des Chefs ist auch nicht zu verachten.
Santa Claus und das Christkind haben sich vorgenommen, ihren guten Ruf auf der Erde wiederzubeleben, zuviele Menschen sind inzwischen zu Weihnachtshassern geworden. Ihre Engel und Elfen erarbeiten einen Plan und sie haben sich Laura ausgesucht. Was ist in ihrem Leben vorgefallen, dass sie sich so gegen weihnachtliche Gefühle und Stimmungen sträubt?



Wer die weihnachtliche Hundereihe von Petra Schier kennt, wird sie lieben und sich auch schon auf diesen neuen Band freuen. Mir ging es jedenfalls so und ich durfte in eine verschneite, romantische Weihnachtsatmosphäre eintauchen und eine romantische Liebesgeschichte erleben. 


Dieser Roman ist süß, zuckersüß, doch es ist kein kitschig, schnulziges Buch, sondern eine einnehmende Geschichte mit liebenswerten und sympathischen Figuren, die zu einer herzlichen und aufgeschlossenen Familie gehören und die ihre neue Mitarbeiterin Laura mit offenen Armen empfangen. Lauras Gefühle sind damit überfordert, denn sie hat keine Familie und wurde im Heim groß.

Petra Schier erzählt in einem lebhaft, mitreißenden Stil, man folgt ihr durch die Handlung auf Erden und in den Himmel.

Diese Orte wechseln sich miteinander ab, das Vorhaben der Himmelsfiguren zielt auf Laura ab, sie bekommt extra viel winterliche Stimmung geboten. So findet sie Gefallen an der duftenden Weihnachtsbäckerei mit der Familie, dem Besuch auf einem Weihnachtsmarkt mit funkelnden Lichtern und der fröhlichen Stimmung und der glitzernde Schnee hat auch seine besondere Wirkung auf sie. Da könnte etwas magischer Sternenstaub im Spiel sein, denn Laura ist auf einmal empfänglich für diese besondere Zeit. So wie sie taucht man ebenfalls in diese zauberhaft schöne winterliche Gemütlichkeit, genießt den selbstgemachten Kakao (ein Rezept gibt es dazu im Buch) und verfolgt voller Erwartung die sich anbahnende Liebesgeschichte zwischen Laura und Justus. Sollte das Vorhaben der Himmelsfiguren erfolgreich verlaufen? 

Wem das noch nicht reicht, der bekommt aus Lizzies Hundesicht noch andere, manchmal lustige Einsichten geschildert. Hundefreunde werden begeistert sein und dieses weiße Hündchen lieben.



Als winterliche Lektüre bietet dieses Buch eine reizende Liebes- und Familiengeschichte, die den Zauber der Weihnacht in den Fokus rückt. Es sorgt für eine wunderbare Einstimmung auf Weihnachten, indem es die winterlichen Freuden zeigt und den Leser auf das Fest einstimmt.


***Vielen herzlichen Dank an HarperCollins für die Übersendung dieses Reziexemplars!***


Aus der Buchreihe: 

Schier, Petra - Vier Pfoten am Strand

Montag, 15. Oktober 2018

Grenzgänger - Mechthild Borrmann

Konnte mich mitreißen, ging mir zu Herzen und war so fesselnd wie dramatisch. Unbedingt lesen!

Von Recht und Gerechtigkeit



Der Roman "Grenzgänger" von Mechtild Borrmann dreht sich um Heimkinder in den 50er und 60er Jahren. Das Buch erscheint am 01.10.2018 im Droemer Verlag.

Aachen 1970: In diesem Jahr steht Henni, Ende dreißig, verheiratet und zweifache Mutter, angeklagt des Mordes und der Brandstiftung mit Todesfolgen vor Gericht. Ihre Jugendfreundin Elsa kann die Anschuldigungen nicht glauben und besucht die Prozeßverhandlungen regelmäßig. Ein Jurastudent möchte über diesen Prozeß eine Seminararbeit schreiben und befragt Elsa nach den Hintergründen.  Elsa erzählt ihm von Henni, ihren Familienverhältnissen und der schwierigen Zeit nach dem Krieg. Die Menschen versuchten mit Kaffee-Schmuggel über das Große Venn ihre Haushaltskasse etwas aufzubessern. Auch Henni brachte damit ihre drei Geschwister und ihren Vater über die Runden. Doch sie wurde gefasst und landete in einer Besserungsanstalt.
 

Dieser Roman spielt in der Deutschen Nachkriegszeit ab 1945 und führt bis in die 70er Jahre hinein.

Es offenbahrt sich eine belastende Geschichte um die Familie Schöning, die in einem kleinen Dorf an der deutsch-belgischen Grenze lebt. Der Vater ist aus dem Krieg zurückgekehrt und ist nicht mehr der Alte, die Mutter verstirbt früh und Henni übernimmt mit gerade mal 17 Jahren die Verantwortung für die Geschwister und die Ernährung der Familie. Sie macht beim Kaffeeschmuggel mit, die Einkünfte braucht sie dringend. Sie führt andere Schmuggler durch die Route mitten durch das gefährliche Moor. 
Es kommt zu einem tragischen Ereignis, Hennies Schwester begleitet sie und wird von Zöllnern erschossen. Ihr Vater macht Hennie dafür verantwortlich und sie landet in einer Besserungsansatalt. 

Die Vorgänge sind sehr bedrückend geschildert, das gezeigte Elend in den Kinderheimen spiegelt grausame Unmenschlichkeit wider und ich war beim Lesen sehr betroffen und konnte das Buch einfach nicht aus der Hand legen. 

Die Einblicke in Hennies Vergangenheit bringen immer mehr Klarheit. Elsa ist von Hennies Unschuld überzeugt und tut alles, um die Wahrheit ans Licht zu bringen. 
Doch das ist nicht so leicht, es gibt einige Umstände, die der Gerechtigkeit nicht zum Sieg verhelfen. 

Mechtild Borrmanns klare und präzise Sprache zeigt die Ereignisse so realistisch auf, dass man in den Sog dieser Geschichte gerät und von ihr gefangen wird. 
Die gefühlslose Grausamkeit, die hier den Kindern im Heim geschieht, das empfindungslos Verhalten des Vaters und anderen Erziehungsbeauftragten ist zutiefst verstörend zu lesen und geht sehr ans Herz. Und doch gibt es immer wieder kleine Hoffnungsschimmer, mit denen man die Figuren mit Bangen begleitet. 

"Grenzgänger" hat mich nicht nur während des Lesens im Griff gehabt, es wirkt auch noch darüber hinaus lange nach.

Recht ist nicht Gerechtigkeit, wenn die Wahrheit nicht gesiegt hat.


Dieser Roman ist mitreißend und vollkommen fesselnd. Er enthüllt eine ergreifende Geschichte, die mit einer Kriminalhandlung die Nachkriegszeit zum Leben erweckt und für Erschütterung beim Leser sorgt. Uneingeschränkte Leseempfehlung für dieses Buch!



***Ich danke dem Droemer Verlag ganz herzlich für dieses Rezensionsexemplar!*** 




Montagsfrage # 84


                                  Scan (verschoben)



Die heutige Montagsfrage von Antonia von Lauter & Leiser  heißt heute:

Schreibst du überwiegend Rezensionen über Bücher, die dir gefallen, oder auch über Bücher, die dir nicht gefallen?


Das ist eine interessante Frage! Immer wieder glauben einige Blogkritiker, dass Blogger für ihre gelesenen Bücher stets Werbung machen und deshalb alle Bücher positiv bewerten und kaum Kritik üben. 

Ja, solche unkritischen Blogger mag es geben, manche vergeben nie eine negative Kritik. Das ist bei mir nicht so, wenn mich ein Buch enttäuscht, mache ich das kund und möchte damit anderen Lesern eher von diesem Buch abraten. Ehrlichkeit und die offene eigene Meinung sind für mich sehr wichtig.

Kritik finde ich wichtig. Ich möchte auch auf meine Probleme mit dem entsprechenden Buch hinweisen und damit anderen Lesern die Möglichkeit geben, einzuschätzen, ob es etwas für sie sein könnte. Von anderen Ergüssen über literarische Verbiegungen hat man als Otto-Normal-Verbraucher nichts.


Wer meinen Blog kennt, weiß, dass ich über alle Bücher, die mir in die Hände fallen, eine Rezension schreibe.
Ich möchte das gern komplett haben. Auch wenn meinen Lesern klar ist, dass meine Besprechungen nicht die eines Literaturkritikers sind, so wollen sie doch von mir wissen, ob mir das Buch gefallen hat oder was mich daran gestört hat. 
Meistens habe ich an den Büchern nicht sehr viel auszusetzen, ich gebe aber meine bemängelten Probleme in der Rezi offen an. Damit ist wohl allen geholfen, den Lesern und auch den Autoren, wenn sie die Mängel denn beseitigen wollen. 

Nun mag man sagen, wer nur positive Bewertungen abgibt, dem kann man nicht glauben. Meine Bücher suche ich mir selbst aus, kaufe sie oder bekomme sie von Verlagen angeboten. Natürlich spielt da mein Geschmack eine Rolle und ich wähle nur die Lektüre, die mir zusagt. Jeden literarischen Erguss möchte ich auch nicht lesen, die Bücher lehne ich von vornherein ab. 

Und meine ehrliche Meinung gebe ich offen zu, auch wenn ich mit Kritik vielleicht bei manchen Leuten anecke, ich stehe dazu. In letzter Zeit habe ich die Best-Bewertung häufig vergeben, wie gesagt, ich suche mir die Lektüre selbst aus. 
Allerdings sehe ich die Bewertung auch locker als vor einigen Jahren, manchmal reicht es ja aus, wenn man die negative Kritik in der Rezi nett verpackt und nicht dafür sofort 3 Sterne abzieht. Trotzdem vergebe ich ab und zu auch mal 2- oder 3- Sterne, denn ich bin dann schon sehr ehrlich.

Wie seht ihr das, seid ihr kritische Rezensenten oder lobt ihr Bücher, weil ihr vielleicht die Autoren mögt und ihnen jede erdenkliche Werbung zuteil werden lassen wollt?

Für euch eine schöne Woche, 
Eure Sommerlese! 

Sonntag, 14. Oktober 2018

Ein Ort für unsere Träume - Kristin Harmel


Ein tragischer und emotional mitreißender Roman


"Ein Ort für unsere Träume" ist der neue Roman von Kristin Harmel. Er erscheint im Oktober 2018 im Blanvalet Verlag.

New York 1939: Ruby ist Amerikanerin, lernt den Franzosen Marcel kennen und beide verlieben sich sofort ineinander, sie heiraten und ziehen nach Paris. Frankreich steht unter deutscher Besatzung und die Lebensbedingungen sind schwierig. Auch die Ehe mit Marcel ist nicht unkompliziert, er scheint vor Ruby etwas zu verbergen. Die einzige Freundin Rubys ist die jüdische Nachbarstochter Charlotte. Als Marcel sein Leben im Krieg verliert, bricht für Ruby eine Welt zusammen. Doch sie überwindet ihre Trauer tapfer und entwickelt neuen Lebenswillen und arbeitet für die Resistance. Eine ganz besondere Begegnung mit einem jungen Mann verändert ihr Leben erneut.  


"Aber wenn wir die Finsternis besiegen wollen, müssen wir selbst den Weg zum Licht finden. Wir müssen unserem Herzen folgen und die Gefahr annehmen." Zitat von Charlotte Seite 282 


Wieder einmal hat Kristin Harmel einen tragisch, berührenden Roman über die Liebe geschrieben. 
Ihre Figuren sind mit der Amerikanerin Ruby und der Jüdin Charlotte interessant gewählt und gut gezeichnet. Beide arbeiten für die Resistance in Paris mit. Zunächst versteckt Ruby etliche alliierte Piloten in einem Wandschrank und führt sie Fluchthelfern zu. Sie verliebt sich in einen britischen Piloten, der durch ihre Hilfe fliehen kann. Charlottes Eltern wurden als Juden deportiert, sie findet Unterschlupf bei Ruby.

Kristin Harmels Geschichte ist von den schwierigen Bedingungen des Krieges durchdrungen. Die Menschen halten sich mit Essensrationen am Leben, die Judenverfolgung findet auch in Paris statt und die Menschen leben voller Misstrauen und Angst.

Man leidet unweigerlich mit Ruby und ihren Verlusten mit, erlebt ihre neu erwachende Hilfsbereitschaft und ihren Mut und ihre Sorge um die jüdische Freundin Charlotte. Bei dieser Geschichte erlebt man die ganze Bandbreite von Emotionen hautnah mit. Liebe, Trauer, Fassungslosigkeit, Wut und Verzweiflung brechen sich hier Bahn und schwappen auf den Leser über.

Die Geschichte der mutigen Ruby wird von Hoffnung getragen, von Liebe und von ihrer Kampfbereitschaft für das Gute und für die Menschlichkeit. Während sie alliierte Piloten aus Frankreich schmuggelt, hofft sie auf ein Lebenszeichen und ein Wiedersehen mit Thomas. Ihre zweite große Liebe ihres Lebens. Die Bilder von den Mohnfeldern in ihrer amerikanischen Heimat werden zum alles überspannenden Thema, das auch Thomas nie vergisst.

Kristin Harmel hat die Gabe, emotionale Geschichte zu erfinden und ihre Charaktere sehr genau und authentisch zu zeichnen. Die Liebesgeschichte vor diesem dramatischen Kriegshintergrund ist wie ein Hoffnungsschimmer in dieser düsteren Zeit. Wieder ist es der Autorin gelungen, mich mit ihrem gefühlvollen Schreibstil an die Geschichte zu fesseln und mit den Figuren gemeinsam mitzufiebern, zu hoffen, zu leiden und zu lieben. Man taucht regelrecht in diese Zeit ein und erlebt alles hautnah mit. 

Dieses Buch zeigt eine bewegende Geschichte, die sich um Liebe, um Menschlichkeit und um die Resistance-Bewegung in Frankreich während des Zweiten Weltkriegs dreht.

Mit hat der Roman sehr gut gefallen, ich vergebe gerne eine volle Leseempfehlung für diese tragische und authentisch erzählte Geschichte.



***Vielen herzlichen Dank für die Übersendung dieses Rezensionsexemplar an den Blanvalet Verlag!***




Coco Chanel - Nadine Sieger

Eine eindrucksvolle Biografie dieser emanzipierten Modeikone 


Nadine Sieger schrieb die Biografie "Coco Chanel", die im Herder Verlag 2018 erscheint. 

Coco Chanel hat das letzte Jahrhundert maßgeblich im Bereich der Mode geprägt, sie sorgte für Bewegungsfreiheit, entsorgte das Korsett und machte Ringelshirts, Matrosenhosen, das Kleine Schwarze und ihre legendären Tweed-Kostüme berühmt. Sie war eine Vorreiterin der Emanzipation durch ihre modische Revolution. 




"Jeder Entwurf entsteht aus dem Bauch heraus. ..Die Autodidaktin schneidet, drapiert, steckt fest, näht, probiert, trennt auf, ändert und fängt, wenn´s sein muss, wieder von vorne an. Dabei steckt immer eine qualmende Zigarette in ihrem Mundwinkel." Zitat Seite 63


Gabrielle, genannt Coco Chanel ist ein Phänomen. Ihr besonderer Ruf in der Modewelt erreicht nach dem Erfolg in Europa um 1913 auch ein Jahr später Amerika, denn sie verkauft den Frauen nicht nur Kleidung, sondern sie steht ein für ein emanzipiertes Frauenbild, frei und voller Selbstbewusstsein. Sie selbst ist ihre beste Werbung. 

Diese Biografie zeigt eine Frau, deren Name heute auf der ganzen Welt bekannt ist. Sie ist eine Legende, eine Frau, die für die Beseitigung der Korsetts sorgte und damit ein Zeichen setzte für die Befreiung der Frau. Ihre Jersey-Kostüme waren elegant, bequem und dennoch voller Eleganz und körperlicher Reize.
  
Das Leben von Coco war zwar ungezwungen und frei, aber nicht so glücklich, wie man vermuten könnte. Ihre große Liebe Arthur Boy Capel heiratet eine andere Frau, verstirbt einige Jahre später. Kurz darauf verstirbt auch Cocos zweite Schwester, die gleichzeitig ihre wichtigste Angestellte war. Cocos Trauer ist groß, ihre Gefühle sind am Boden zerstört.
Es ist die Bekannschaft einer Frau, die Coco wieder ins Leben zurückbringt. Marie Godebska, genannt Misia, hatte zwar wie Coco eine tragische Jugend, doch sie pflegt Kontakte zu Musikern, Künstlern und Dichtern und ihre lebenslustige abenteuerliche Art kommt bei Coco gut an.
Nun taucht auch Coco in die künstlerische Gesellschaft von Marcel Poust, Erik Satie und Pierre-Auguste Renoir und Pablo Picasso ein.
Dieser Lebensabschnitt hat Geschichte geschrieben, denn Coco trägt nun hauptsächlich Schwarz, die Farbe der Bediensteten und Witwen, die knallbunten Farben findet sie unmöglich und sie entwirft ihr berühmtes "Kleines Schwarze". Lediglich ein kleiner weißer Kragen darf dieses Kleid beizeiten schmücken. Das elegante, figurschmeichelnde Kleidungsstück hält seinen erfolgreichen Einzug in die Kleiderschränke der Welt und der legendäre Ruf ist geweckt.

Ernest Beaux ist der Parfümeur, der 1922 Coco Chanel seine 24 eigenen Duftkompositionen vorstellt. Coco wählt den Duft N° 5 und das bekannteste Parfüm der Welt ist geboren.

Nach Boys Tod hat Coco zahlreiche Affären, Strawinsky, Henri Bernstein und andere tauscht Coco nach und nach aus. Talent, Intelekt oder Genie zählt in ihren Augen etwas, aber auch Adelstitel sind nicht zu verachten.  

Der Lebensweg geht abenteuerlich, aber dennoch unverheiratet weiter. Coco kommt in der Schweiz zur Ruhe, ihre Lebensgefährten sterben nach und nach. Noch mit 70 Jahren plant sie ein Comeback. Christian Dior ist der neue Stern am Modehimmel. Coco steigt 1954 mit einer großen Kollektion wieder ins Modegeschäft ein. Ihre Kostüme werden von Reichen, Schönen und Bekannten in aller Welt getragen. Namen wie Jackie Kennedy und Audrey Hepburn verbindet man mit dieser Marke. Sie hat ein Weltimperium erschaffen.

"Ruhm ist Einsamkeit", ist ein Zitat von Coco. Sie stirbt 1971 und gestaltet vorher noch ihren eigenen Grabstein. 

Nadine Sieger hat mit dieser Biografie Einfühlsamkeit bewiesen, sie schreibt, als wäre sie Coco Chanel persönlich. Der Schreibstil liest sich interessant, abwechslungsreich, mondän und doch mit einem wunderbaren Gespür für die emotionalen Erlebnisse und Lebensmomente Coco Chanels.


Diese Biografie zeigt ein eindrucksvolles Bild dieser besonderen Persönlichkeit, die man mit zeitlosem Chic und besonderem Stilempfinden verbindet. Eine Modeikone von Weltruhm. Eine geniale Biografie, die dieser Frau ganz besonders gerecht wird.


***Herzlichen Dank an den Herder Verlag für dieses wunderbare Rezensionsexemplar!***


Samstag, 13. Oktober 2018

Der zauberhafte Eisladen - Heike Eva Schmidt


Ein zauberhaftes Kinderbuch mit dem Geschmack von Eis


Heike Eva Schmidt ist die Autorin des Kinderbuches "Der zauberhafte Eisladen" aus dem Boje Verlag.

Ellis Großvater Leonardo besitzt die beliebteste Eisdiele der Stadt. Dieses Eis ist ganz besonders, es hat magische Wirkung. Auch Elli hat scheinbar das Talent für die Herstellung in sich, denn sie kann Gefühle als farbigen Nebel sehen. Der Großvater will sie in der Eismagie ausbilden, Schritt für Schritt. Doch das ist natürlich Elli viel zu langsam und so mischt sie heimlich ein wildes Quatsch-Eis, durch welches ihre Mitschüler völlig durchdrehen. Dabei steht gerade eine Prüfung ihrer liebenswerten Lehrerin bevor. Es hilft nichts, Elli muss es ihrem Opa beichten, vielleicht kann er noch rechtzeitig helfen. 


Elli Sonntag zieht mit ihrer Familie und den drei Hühner in die Nähe von Opa Leonardos Eisdiele.  Ellis Großvater zaubert magisches Eis. Es verleiht Mut, Fröhlichkeit und spendet sogar Trost. Schon bald entdeckt Elli die besondere Gabe, die in ihrer Familie von ihrem Opa auf sie weitergegeben wurde.

Dieses Kinderbuch ist für die Altersklasse ab 8 Jahren gut geeignet. 
Magisches Eis möchte jedes Kind gerne essen und so ist es auch ein fantasievolles Thema zum Träumen und Miterleben.
Die Geschichte unterhält ganz wunderbar mit seinen liebenswerten und leicht sonderbaren Charakteren. Es sind die kleinen Details, wie zum Beispiel die Dachtiere, die für humorvolle Abwechslung sorgen. Doch nicht nur die Familienhühner sorgen für überraschende Vorgänge, auch die Familie ist recht turbulent und man fühlt beim Lesen eine angenehme Grundstimmung.
Kinder werden hier mit Schule und Familie bekannte Szenen ihres eigenen Lebens wiedererkennen.
Das Familiengeheimnis mit dem Magischen Eis ist natürlich der Hit des Buches.

Zum Selberlesen ist dieses Buch gut geeignet, es gibt aber recht lange Kapitel und einige schwierigere Worte, sowie italienische Begriffe. Lustige Bilder lockern die Texte ab und zu auf und dem Lesevergnügen steht nichts im Wege.

Es ist eine herrliche Vorstellung, dass Eis magische Wirkung enthält, die sich auf die Stimmung auswirken kann. Diese Fantasie passt mit den Wortwitzen, den komischen Vorgängen zusammen, die sich im Buch abspielen. Mir hat der Aspekt gefallen, wie hier Einfühlungsvermögen und Verantwortung eine große Rolle spielen.


Eine zuckersüße Geschichte über eine liebenswerte Familie und eine besondere, leider unrealistische Gabe. Für Kinder eine traumhafte Vorstellung und eine magische Welt mit leckerem Eis, die sich dort auftut.