Unterhaltsames Krimi-Debüt mit Humor und Lokalkolorit!
Im Gmeiner Verlag erscheint mit Zuagroast der Auftakt der Gartenkrimireihe von Martina Parker.
Architekt Paul und seine Frau Eva ziehen als Zuagroaste ins Südburgenland, dort gibt es billiges Bauland und Paul wittert lukrative Geschäfte. Auch die Journalistin Vera zieht mit ihrer Tochter aufs Land in das geerbte Haus ihrer Großmutter.
Durch den schwarzen Humor und dem Frust auf Männer hat mich der Krimi
ein wenig an die Bücher von Ingrid Noll erinnert. Martina Parker
schreibt sehr unterhaltsam, lebendig und humorvoll und lässt ihre
vielseitigen Charaktere so rasant agieren, dass man von der Geschichte
sofort eingefangen wird.
Eva wird von ihrem Ehemann Paul unterdrückt und möchte endlich aus dieser Ehe ausbrechen. Als sie Vera kennenlernt, freunden sie sich an. Vera ist auch gerade hinzugezogen, arbeitet als Journalistin und kämpft in ihrem Garten gegen viele Nacktschnecken an. Beide Frauen treten in den Klub der Grünen Daumen ein, den Johanna als Gründerin leitet. Johanna kenne sich in Flora und Fauna gut aus und teilt ihr Wissen mit ihren Klubkameradinnen, die bei
jedem Treffen auch mit zubereiteten Köstlichkeiten verwöhnt werden und
Tipps und Workshops zur Verwendung der Pflanzen wie beispielsweise Seifen und Tees
erhalten. Diese Szenen habe ich genossen und wäre gern
selbst dabei gewesen. Gut gefallen haben mir auch die informativen Kapitelanfänge mit Wissenswertem aus Flora und Fauna. Das erfreut alle Freunde der Natur und man lernt noch einige überraschende Fakten hinzu.
Bei der Vorstellung und charakterlichen Ausstattung ihrer Figuren hat Martina Parker echtes Talent bewiesen, hier findet man alle Arten von Menschen aus Gottes Garten: fiese, naive, unterwürfige, tierliebe, hilfsbereite, neugierige, hinterwäldlerische, schrullige, lustgesteuerte und gestörte Personen, die der Geschichte ihre besondere Würze verleihen.
Das Lokalkolorit verdeutlichen auch diverse Ausdrücke im Dialekt der südburgenländischen Sprache, die nur zum Teil im angehängten Glossar übersetzt werden. Ich war überrascht, dass es so gewaltige Sprachunterschiede zum Deutschen gibt, hatte das Meiste aber durchaus sinngemäß verstanden.
Bei "Zuagroast" erfolgt der Kriminalfall erst recht spät, die Story ist mäßig spannend, der große Unterhaltungswert überwiegt jedoch. Ein Krimi, bei dem man das Opfer nicht bemitleidet und am Ende den Täter irgendwie verstehen kann.
Ein kurzweiliger Auftakt der Reihe!
***Herzlichen Dank an dieses Geschenk vom Gmeiner Verlag und der Autorin!***
Parker, Martina - Zuagroast 1Parker, Martina - Ausg´stochenParker, Martina - Eintunkt