Ein großartiger Roman über Mut und Solidarität von Frauen
Der Roman Der Club der Unbeugsamen von Kathryn Stockett erscheint im btb Verlag.
Oxford, Mississippi, 1933: Die Weltwirtschaftskrise hat die Menschen fest im Griff und bringt arme und reiche Leute gleichermaßen in Not. Drei Frauen treffen in einer Kleinstadt aufeinander, müssen ihr Leben neu ordnen und sich Gedanken über ihre Zukunft machen. Dabei gilt es neue Wege einzuschlagen und ihre Ziele mit Mut, Ideenreichtum und der Kraft der Verzweifelten zu erkämpfen, auch wenn dabei gewisse Grenzen überschritten werden.
Es ist stets ein Zeichen von herausragender Qualität und schriftstellerischer Begabung, wenn mich ein Wälzer von über 800 Seiten so sehr packt, dass ich mich an keiner Stelle gelangweilt und ihn binnen kürzester Zeit ausgelesen habe. "Der Club der Unbeugsamen" ist so ein Roman, bei dem ich wollte, dass er nicht endet. So sehr hat mich die Geschichte und der Zusammenhalt der Frauen gefesselt, begeistert und tief berührt.
Was für eine kraftvolle Sprache und was für lebendige, tief ausgelotete Charaktere, die ich alle bildhaft nah vor Augen hatte! Eindrucksvoll, direkt und schonungslos, emotional anrührend und mit dem Mut derjenigen ausgestattet, die nichts zu verlieren haben.
Meg wurde von ihrer Mutter verlassen und landet im Waisenhaus von Lafayette County in Oxford. als 11-jährige gehört sie zu den ältesten Mädchen und hat wenig Chancen, adoptiert
zu werden. Besonders schlimm ist die Schikane durch die Leiterin des Waisenhauses, die sie in einem schimmeligen Raum von den anderen Kindern absondert.
Birdie arbeitet als Buchhalterin und lebt mit ihrer Mutter und ihrer Großmutter
im Mississippi-Delta. Um die finanzielle Not zu verbessern, fährt sie nach Oxford zu ihrer jüngeren und reich verheirateten Schwester Frances und erhofft sich von ihr Unterstützung. Frances engagiert sich als Freiwillige im Waisenhaus und Birdie übernimmt kurzfristig die Buchhaltung. Dabei lernt sie Meg kennen und versucht, deren Lage zu verbessern.
Doch Birdie erkennt, auch unter den Reichen macht die Finanzkrise nicht halt und sie lernt Charlie kennen, die ein bestimmtes Ziel verfolgt, mit allen Mitteln und dem nötigen Wissen. Gemeinsam nehmen die Frauen den Kampf für ihre Rechte und ihre Freiheit auf.
Kathryn Stockett hat sich einem schwierigen Kapitel der amerikanischen Geschichte gewidmet. Auf der Grundlage der wirtschaftlichen Krise von 1933 flechtet sie Themen wie Armut, Adoption, Zwangssterilisierung von Frauen, Rassentrennung, Prohibition und Homosexualität auf eine so eindringliche Weise in ihren Roman, die tief berührt und fesselt und mich als Leserin hoffen ließ, dass es ein gutes Ende gibt. Trotz der Fülle der Themen, verschiedener Handlungsorte und der mit äußerster Deutlichkeit gezeigten Missstände gibt es einen roten Faden, der durch die Geschichte führt und absolut unterhaltsam zu lesen ist. Die Geschichte erhält durch die gut gezeichneten Charaktere eine lebendige Atmosphäre und wird von humorvollen Dialogen aufgelockert. Gegen ihre Not stehen die Frauen zueinander, überwinden gesellschaftliche Schranken und kämpfen für ihre Freiheit.
Die Hauptfiguren Birdie, Charlie und Meg haben mich gedanklich in die sommerliche Hitze der Südstaaten versetzt und ich konnte mir die Sorgen der Menschen und das Leben in dieser Gegend gut vorstellen. Die Zeiten standen schlecht für Gerechtigkeit und Gleichberechtigung und mussten erst noch solidarisch mit Mut, Tricks und Raffinessen erkämpft werden. Diese Werte sind ein hohes Gut, das wir uns weiter erkämpfen und bewahren müssen.
"Der Club der Unbeugsamen" ist ein großartiger, mitreißender Roman, der mich mit den herzlichen Figuren und ihrem Zusammenhalt gut unterhalten hat. Kathryn Stockett schreibt klug und humorvoll und haucht ihren Figuren echtes Leben ein. Der Roman ist ein weiteres Sommer-Highlight in meinem Lese-Sommer!
***Herzlichen Dank an den btb Verlag für das Rezensionsexemplar!***






































