Sonntag, 28. Juni 2026

Wochenrückblick KW 26/2026

 











 Was war in dieser Woche los?

 
Nach einer wunderschönen Urlaubswoche an der Nordsee sind wir wieder in der Heimat und müssen mit der Hitze von 39 Grad klarkommen. Da sehne ich mich direkt zurück nach einem erfrischenden Bad im Meer und dem anhaltenden Effekt der Abkühlung. Zwischen 17 und 19 Grad war die Wassertemperatur, einfach herrlich! 
 

Es war ein Glücksgriff, dass wir die Woche zu diesem Zeitpunkt gebucht haben, es war dort bei weitem nicht so heiß wie im Binnenland und an einem Abend habe ich sogar trotz Fleecejacke gefroren. An unserem letzten Tag wurde es dann auch am Meer warm, was bei 29 Grad und 80 % Luftfeuchtigkeit auch nicht ohne ist. 

An unserem Rückreisetag ging es zu einer tollen Location in Blankenese, wo die Feier anlässlich der 70. Geburtstage von Freundem stattgefunden hat. Der Tag war wunderschön, das Essen lecker,. nur die Hitze hat uns leider allen zugesetzt und wir konnten die Außenbereiche der Süllbecker Seeterrassen nicht nutzen. Drinnen war es definitv angenehmer!

Gesehen:   
 
Nachrichten
Sonnenuntergänge

Gelesen:   


  • Der vergessene Wald - Sharon Gosling         3⭐
  • Giftige Blüten - Luca Ventura                              5⭐
  • Sturm über Christiansø - Michael Kobr           4⭐

  • Getan:  
     
    Spazierengänge an der Wasserkante am Meer, Radfahren, Lesen, Rezensionen schreiben, Telefonate geführt, Sonnenuntergänge angesehen, Schwimmen im Meer und den Wochenmarkt in Sankt Peter-Ording besucht. 
     
     
    Gefreut:    
     
    Über Buchpost vom Bloggerportal, dieser Krimi sprach mich an und lag während in der Post! 
     



      
    Gegessen: 

    Lammschmorbraten mit Rotkohl (schmeckt bei frischen Temperaturen um die 19 Grad am Meer wunderbar); Pellkartoffeln mit Heringssalaten; Flusskrebsschwänze mit Sweet Chilisauce und Baguette; Salatteller und vom Mann Seelachs und Kartoffelspalten abbekommen (ein Salat war mir bei der Wärme genug und die Portion Seelachs war einfach zu viel); Bismarkhering mit Pellkartoffel und Gurkenbeilage; Anti Pasti, Saibling mit Gemüse und Tiramisu/Panna Cotta (Süllberg Terrassen Blankenese);




    Flusskrebsschwänze

    Tai-Penne mit Garnelen vom Mann 






    Gedacht:        

    Jetzt ist das erste Halbjahr auch schon wieder rum. "Mann, oh Mann", ging das schnell! Noch mal sechs Monate und wir feiern Silvester!

    Gefeiert: 

    Urlaub an der Nordsee: Immer wieder schön!

    Geärgert: 

    Dass beim Baden im Meer keine hohen Wellen zum Brandungsbaden da waren. In den Wellen macht das Schwimmen einfach mehr Spaß!

    Gekauft:  

    Aprikosen, Blaubeeren, Tomaten, Bismark-Hering, Kirschen

    Geklickt: 

    Wegen der sommerlichen Hitze ständig Temperaturen und zum Baden den Gezeitenkalender (Ebbe oder Flut) angesehen. 
     

    Kommt durch die Hitze der Woche!

    Liebe Grüße,

    Eure Sommerlese 

    Donnerstag, 25. Juni 2026

    Der vergessene Wald - Sharon Gosling

    Problembaustelle mit schöner Atmosphäre im Wald

    Im Dumont Verlag erscheint Sharon Goslings Roman Der vergessene Wald.

    Saskia Tilbury-Martin verbrachte im Grenzgebiet zwischen England und Schottland als Kind viel Zeit mit ihrem Vater, die Ruine von Schloss Gair war ein häufig angesteuerter Punkt und inmitten des Waldes lernte sie die Natur kennen und lieben. Nach dem Tod des Vaters kauft sie Schloss Gair und das umliegende Land mit einem Wald. Sie möchte die verfallene Ruine erhalten und vor dem Verfall retten. Ganz besonders am Herzen liegt ihr die alte Eiche in Innenhof, die bei Baumaßnahmen total im Wege steht, aber stehen bleiben soll. Saskia zieht in ein Tiny House und nimmt den Bauleiter Owen unter Vertrag. Für ihn ist Saskia eine überzogene Großstädterin und ihr Plan ein utopisches Unterfangen. Doch er braucht den Job und muss sich ihren Wünschen fügen. Gemeinsam stellen sie sich den Hindernissen und sehen in dem Projekt einen persönlichen Neuanfang.

     


    Es ist immer ein Genuss wie facettenreich und warmherzig Sharon Gosling ihre Figuren ausstattet und ihnen Leben einhaucht. Sie haben eigene Konflikte, Gefühle, Wünsche und Gedanken an die Zukunft. Saskia möchte die Schlossruine Gair inmitten eines Waldes wieder aufbauen und eine alte Eiche retten. Owens Ehe ist zerbrochen und um seiner Tochter etwas bieten zu können, übernimmt er die Bauleitung von Gair. Die Protagonisten haben eine schwierige Aufgabe, denn ihnen werden von allen Seiten Steine in den Weg ihres Projekts gelegt. Das verleiht der Geschichte reichlich Abwechslung und die Idylle des Waldes und die geheimnisvolle Ruine bieten eine Kulisse, die mich mit ihrer Ruhe und schönen Natureindrücken beim Lesen zum Innehalten angeregt haben und für Entschleunigung sorgen.  

    "Der vergessene Wald" zeigt, welche Hindernisse es bei der Durchsetzung von Bauprojekten geben kann. Kaum ist ein Problem überwunden, verhindert das nächste die Fortsetzung der Baumaßnahmen. Für mich hätten es ein paar Widrigkeiten weniger sein können. Zwischen Owen und Saskia entsteht trotzt der Anfeindungen der Gegnern des Schlossaufbaus und ihrer anfänglichen Abneigung ein angenehmes Miteinander, sie lernen sich besser kennen und vielleicht entsteht noch mehr. In dieser Geschichte werden Zukunftsträume auf besondere Weise miteinander verbunden und gezeigt, wie ein Leben im Einklang mit der Natur gehen kann.

    Über der Geschichte liegt die Botschaft an die Leser:innen, nicht vorschnell über andere Menschen zu urteilen, wenn man die Hintergründe nicht kennt. Saskia ist sehr hilfsbereit und mitfühlend, sie versucht zu verhandeln und Lösungen mit den Beteiligten zu finden. Das hat mir imponiert, ihr Festhalten an diesem uferlosen Bauprojekt war für mich allerdings etwas naiv. 

    Insgesamt wurde ich gut unterhalten und bin gern in dem schönen Wald abgetaucht, doch im Großen und Ganzen kam dieser Roman nicht ganz an die anderen Bücher der Autorin heran. 

    ***Herzlichen Dank an den Dumont Verlag für dieses Rezensionsexemplar!*** 

     

     
  • Gosling, Sharon - Lighthouse Bookshop
  • Gosling, Sharon - Forgotten Garden
  • Gosling, Sharon - Der alte Apfelgarten  
  • Gosling, Sharon - Der vergessene Wald
  • Mittwoch, 24. Juni 2026

    Giftige Blüten - Luca Ventura

    Krimivergnügen vom Feinsten

    "Giftige Blüten" aus dem Diogenes Verlag ist der 7. Band der Capri-Krimireihe von Luca Ventura.

    Lina Verde ist angehende Parfümeurin und benötigt für ihren Duft noch die besondere Blütenessenz einer seltenen Orchidee, die sie an den steilen Hängen von Capri sucht. Wenig später wird von Touristenführer Zeno leblos aufgefunden, der behauptet, er wäre mit Lina verlobt. Das ist fragwürdig, denn auf Nachfragen kann er kaum nähere Angaben zu der jungen Frau machen. Zeno ist als Lügner verschrien und für Rizzi und Cirillo sofort verdächtig. 

     



    Auf Capri tauchen wir dieses Mal in die Welt der Düfte ein, wo sich Rizzi und Cirillo einem Fall widmen, der einige Fragen aufwirft. Die erste Aussage der Pathologie geht von einem Genickbruch als Todesursache aus, der auch die Folge eines Unfalls sein könnte. Doch der Instinkt der Ermittler sagt etwas anderes. Agente Rizzi und Cirillo sind ein eingespieltes Ermittlerduo, die ihre Theorien zum aktuellen Fall hartnäckig verfolgen und mit ihren Alleingängen ihren Vorgesetzten Lombardi zur Weißglut bringen.

    Die Geschichte baut sich nach und nach auf und lässt Einblicke in das Leben der Verdächtigen und der Familie der Toten zu. Wir tauchen in die Welt der Parfümeure ein und erfahren, wie die Essenzen aus den Blüten entstehen und wie sehr dieser Markt von großen Erfolgen getrieben ist. 

    Während Rizzi und Cirillo zu ihren Befragungen über die Insel streifen und aus berufliche Ausflüge nach Neapel unternehmen, erlebt man die frühlingshafte Natur dieser Gegend Italiens und bekommt Lust auf einen Urlaub auf der wunderschönen Insel. Zur Urlaubsstimmung passt der bildhaft angenehme Schreibstil perfekt und unterhält mit den gut gezeichneten und sehr lebendigen Figuren ohne dass Langeweile aufkommt. Ich habe das Buch in kürzester Zeit durchgelesen und wurde am Ende mit der Auflösung überrascht.  

    Während Zeno den ersten Platz als Verdächtiger erhält, bringen neue Hinweise neue Verdachtsmomente mit sich und neue Spuren führen zu interessanten Wendungen im Fall. Hier gibt es einige Charaktere, die etwas verbergen und nicht mit offenen Karten spielen.  

    Durch die Mischung von spannender Ermittlung, italienischem Flair und eingebautem Privatleben Rizzis und Cirillos ist dieser Band wieder rundum gelungen. Die gezeigten Probleme mit den Vorgesetzten, die  willkürliche Führung von Mitarbeiter:innen im Polizeiapparat und die Alleingänge der beiden Ermittler sorgen für interessante Szenen. Erst im Erfolgsfall ist ein Agente ein gewünschter Mitarbeiter.  

    Rundum gelungener Krimi mit interessantem Fall, vielschichtigen Charakteren und einem schönem Setting. 

    ***Herzlichen Dank an den Diogenes Verlag für dieses Rezensionsexemplar!*** 

                                        

    Dienstag, 23. Juni 2026

    Sturm über Christiansø - Michael Kobr

    Ein guter Mix aus Umweltthemen, liebenswerten Figuren und reichlich Bornholm-Flair!

    Im Goldmann Verlag erscheint mit "Sturm über Christiansø" der vierte Band der Bornholm-Krimireihe von Michael Kobr.

    Es ist Herbst auf Bornholm, Kommissar Lennart Ipsen hat seine neue Wohnung bezogen und genießt das Leben auf der Insel. Er plant ein Essen mit Kollegen und Freunden und einen Segeltörn mit seiner Tochter Ida, zuvor muss er jedoch erst mal seinen Segelschein machen und die Prüfungen stehen bald an. Da kommt ihm ein neuer Fall in die Quere.  
    Auf Christiansøist die Umweltaktivistin Anna Steen-berg verschwunden und als Lennart auf der Insel ankommt, sitzt er wegen eines Sturms dort fest. Die Umweltaktivisten stellen sich gegen die Errichtung eines Windparks vor der Küste Bornholms.
      


    In diesem Band werden die aktuellen Themen Umweltschutz und erneuerbare Energien aufgegriffen und die verschiedenen Gründe von Unterstützern und Gegnern aufgezeigt. 

    Im Prolog werden wir Zeuge wie ein Matrose von einem Containerschiff ein geheimnisvolles Päckchen ins Meer wirft. Danach geht es mit Lennarts Leben weiter, er müsste endlich für seine nahende Segelprüfung lernen, kann sich aber gar nicht aufraffen. Doch ein neuer Fall nimmt seine Zeit in Anspruch. Dazu reist er auf die Erbseninseln, die Michael Kobr mit vielen interessanten Aspekten um Landschaft und Leute näher vorstellt. 

    Die Erläuterungen über Vor- und Nachteile der Windparks sind sehr aufschlussreich und es wird klar, dass die Kontroverse nicht nur mit Worten ausgetragen wird. Große Spannung kommt hier noch nicht auf, dafür sorgen die sympathischen Figuren und einige humorvollen Szenen um Lennarts Vater Karl für gute Unterhaltung. Der Krimi lebt von Lennarts Privatleben und von der malerisch schönen Atmosphäre auf den Erbseninseln und den Witterungsbedingungen bei Sturm.

    Wie gewohnt führt Michael Kobrs flüssiger Schreibstil locker und gut durch die Handlung und es kommt keine Langeweile auf. Durch die bildhaften Landschaftsbeschreibungen hat man einen guten Eindruck von den kleinen Inseln und beim Lesen kommen automatisch Urlaubsgefühle auf. Der Fall enthält einige überraschende Wendungen und ängt mit verschiedenen Motiven zusammen, Neid und Hass sorgen auch bei den Bewohnern der Erbseninseln für Gründe, die kriminelle Energie freisetzen. Bei diesem Band gefällt mir der familiäre Aspekt mit den Kochkünsten von Lennard Ipsen, der eingebaute Humor und das aktuelle Thema des Falls war dieses Mal wieder sehr spannend. 

    "Sturm über Christiansø" ist ein unterhaltsamer und entspannter Krimi mit humorvollen Szenen, der die Entwicklung der Charaktere weiter begleitet.  

    ***Herzlichen Dank an das Bloggerportal und den Goldmann Verlag für das Rezensionsexemplar!***  

     


    Sonntag, 21. Juni 2026

    Wochenrückblick KW 25/2026

     









     Was war in dieser Woche los?

     
    Nach der kühlen Vorwoche stieg das Thermometer rasant nach oben und erreichte 34 ° C. Auch wenn ich letzte Woche noch über die Kälte gemeckert habe, diese Hitze war mir schon wieder fast zuviel des Guten. 
     
    Es war ein großer Zufall, dass ich mit meiner Mutter im Garten des Seniorenheims sitzend eine tolle Beobachtung gemacht habe. Über uns flogen zahlreiche Schwalben hinweg und ein großer Greifvogel, mit Schwingen, die eindeutig keinem Bussard zuzuordnen waren. Ich tippte auf einen Adler, der vielleicht im Weltvogelpark Walsrode entwischt sein könnte. Doch in Wahrheit war es ein Gänsegeier, der an dem Tag bei Hannover ein Nest mit jungen Störchen geplündert hat. Das stand am nächsten Tag in der Zeitung und in einem Artikel von NABU wurde berichtet, dass Gänsegeier seit 150 Jahren erstmals wieder in mehreren Gebieten Deutschlands gesehen wurden. 
    Es war also eine Besonderheit den Geier tatsächlich gesehen zu haben. Um die Storchenkinder tat es mir sehr leid, aber so ist die Natur halt! 
     
    Gesehen:   
     
    Inas Nacht mit Marleen Lohse und Sebastian Pufpaff
    Mord bei Nordwest 

    Gelesen:   


  • Der Club der Unbeugsamen - Kathryn Stockett            5⭐
  • Wirf einen Schatten - Elena                                          4⭐
  • Tage am Fluss - Jochen Mariss                                 3⭐
  •  

    Getan:  
     
    Lesen, Rezensionen schreiben, Besuche bei meiner Mutter, Chor-Probe, Koffer packen, Gartenarbeit, Telefonate mit Tante und Freundinnen geführt, verschiedene Ecken im Haus aufräumen und mal wieder ausmisten. 
     
     
    Gefreut:    
     
    Diese Woche gab schöne Buchpost vom Bloggerportal, den Krimi habe ich schon angefangen und er gefällt mir gut.  
     


      
    Gegessen: 

    Thunfisch mit Hummersauce und Pommes; Currywurst mit Pommes; Spaghetti mit Tomatensauce und Parmesan; Bulgursalat mit Hirtenkäse; Pellkartoffeln mit Hering Hausfrauenart; Erbsen-Möhrengemüse mit Frühkartoffeln und Wiener Würstchen ; Seelachs gebraten mit Kartoffelspalten und Salstbeilage.











    Gedacht:        

    Ende der Woche kam die Hitze mit Macht, es wurden bis zu 34 Grad und dabei habe ich letzte Woche noch bei 15 Grad gefroren. Diese Temperaturunterschiede sind schon krass und ich freue mich auf angenehme Temperaturen an der Nordsee. Der Zeitpunkt für einen Urlaub könnte nicht besser sein. 

    Gefeiert: 

    Keine Feier

    Geärgert: 

    Dieses Jahr ist mein Chor zu einem Auftritt auf der jährlich stattfindenden Fête de la Musique in Hannover eingeladen und ich bin nicht vor Ort. Schade! 

    Gekauft:  

    Kirsche, Honigmelone 

    Geklickt: 

    Aufgrund der sommerlichen Hitze immer wieder WetterApps und Regenradar angesehen. 
     

    Habt eine schöne Woche!

    Herzliche Grüße,

    Eure Sommerlese 




    Freitag, 19. Juni 2026

    Der Club der Unbeugsamen - Kathryn Stockett

    Ein großartiger Roman über Mut und Solidarität von Frauen 

    Der Roman Der Club der Unbeugsamen von Kathryn Stockett erscheint im btb Verlag.  

    Oxford, Mississippi, 1933: Die Weltwirtschaftskrise hat die Menschen fest im Griff und bringt arme und reiche Leute gleichermaßen in Not. Drei Frauen treffen in einer Kleinstadt aufeinander, müssen ihr Leben neu ordnen und sich Gedanken über ihre Zukunft machen. Dabei gilt es neue Wege einzuschlagen und ihre Ziele mit Mut, Ideenreichtum und der Kraft der Verzweifelten zu erkämpfen, auch wenn dabei gewisse Grenzen überschritten werden. 



     

    Es ist stets ein Zeichen von herausragender Qualität und schriftstellerischer Begabung, wenn mich ein Wälzer von über 800 Seiten so sehr packt, dass ich mich an keiner Stelle gelangweilt und ihn binnen kürzester Zeit ausgelesen habe. "Der Club der Unbeugsamen" ist so ein Roman, bei dem ich wollte, dass er nicht endet. So sehr hat mich die Geschichte und der Zusammenhalt der Frauen gefesselt, begeistert und tief berührt. 

    Was für eine kraftvolle Sprache und was für lebendige, tief ausgelotete Charaktere, die ich alle bildhaft nah vor Augen hatte! Eindrucksvoll, direkt und schonungslos, emotional anrührend und mit dem Mut derjenigen ausgestattet, die nichts zu verlieren haben. 

    Meg wurde von ihrer Mutter verlassen und landet im Waisenhaus von Lafayette County in Oxford. als 11-jährige gehört sie zu den ältesten Mädchen und hat wenig Chancen, adoptiert zu werden. Besonders schlimm ist die Schikane durch die Leiterin des Waisenhauses, die sie in einem schimmeligen Raum von den anderen Kindern absondert.  
    Birdie arbeitet als Buchhalterin und lebt mit ihrer Mutter und ihrer Großmutter im Mississippi-Delta. Um die finanzielle Not zu verbessern, fährt sie nach Oxford zu ihrer jüngeren und reich verheirateten Schwester Frances und erhofft sich von ihr Unterstützung. Frances engagiert sich als Freiwillige im Waisenhaus und Birdie übernimmt kurzfristig die Buchhaltung. Dabei lernt sie Meg kennen und versucht, deren Lage zu verbessern.  
    Doch Birdie erkennt, auch unter den Reichen macht die Finanzkrise nicht halt und sie lernt Charlie kennen, die ein bestimmtes Ziel verfolgt, mit allen Mitteln und dem nötigen Wissen. Gemeinsam nehmen die Frauen den Kampf für ihre Rechte und ihre Freiheit auf.

    Kathryn Stockett hat sich einem schwierigen Kapitel der amerikanischen Geschichte gewidmet. Auf der Grundlage der wirtschaftlichen Krise von 1933 flechtet sie Themen wie Armut, Adoption, Zwangssterilisierung von Frauen, Rassentrennung, Prohibition und Homosexualität auf eine so eindringliche Weise in ihren Roman, die tief berührt und fesselt und mich als Leserin hoffen ließ, dass es ein gutes Ende gibt. Trotz der Fülle der Themen, verschiedener Handlungsorte und der mit äußerster Deutlichkeit gezeigten Missstände gibt es einen roten Faden, der durch die Geschichte führt und absolut unterhaltsam zu lesen ist. Die Geschichte erhält durch die gut gezeichneten Charaktere eine lebendige Atmosphäre und wird von humorvollen Dialogen aufgelockert. Gegen ihre Not stehen die Frauen zueinander, überwinden gesellschaftliche Schranken und kämpfen für ihre Freiheit.

    Die Hauptfiguren Birdie, Charlie und Meg haben mich gedanklich in die sommerliche Hitze der Südstaaten versetzt und ich konnte mir die Sorgen der Menschen und das Leben in dieser Gegend gut vorstellen. Die Zeiten standen schlecht für Gerechtigkeit und Gleichberechtigung und mussten erst noch solidarisch mit Mut, Tricks und Raffinessen erkämpft werden. Diese Werte sind ein hohes Gut, das wir uns weiter erkämpfen und bewahren müssen. 

     
    "Der Club der Unbeugsamen" ist ein großartiger, mitreißender Roman, der mich mit den herzlichen Figuren und ihrem Zusammenhalt gut unterhalten hat. Kathryn Stockett schreibt klug und humorvoll und haucht ihren Figuren echtes Leben ein. Der Roman ist ein weiteres Sommer-Highlight in meinem Lese-Sommer! 

     

    ***Herzlichen Dank an den btb Verlag für das Rezensionsexemplar!***