Dienstag, 16. Juni 2026

Tage am Fluss - Jochen Mariss

Ein nachdenklich machendes Buch! 

 
Im Kiwi Verlag erscheint Jochen Mariss Roman Tage am Fluss
 
Sara Harmsen betreibt die Fähre ihrer Vorfahren und lebt zurückgezogen in einem abgelegenen Haus am Fluss mit Hündin Luna, Schafen und Hühnern. Vom Dorf Erlengrund setzt sie einen verletzten jungen Mann über, den Klimaaktivisten Leon. Sie versorgt seine Wunden und lässt ihn bei sich wohnen. Die Gemeinschaft erweicht ihre mühsam errichteten Mauern. Sie erzählen sich ihre persönlichen Sorgen und ihr Vertrauen lässt sie wieder dem Leben mit Mut begegnen. 


Sara und Leon teilen viele gemeinsame Interessen, sie mögen Tiere, lieben die Natur und sorgen sich um unsere Erde. Beide treffen sich zufällig und gehen eine Zweckgemeinschaft ein. Als Saras Existenz als Fährfrau bedroht ist, wenden sie sich gegen eine geplante Brücke, was Anfeindungen der Dorfgemeinschaft zur Folge hat. Zu allem Übel tritt der Fluss über die Ufer und zeigt, wie sehr Umweltschutz nötig ist.    


 
Der "Grüne Mond" ist Saras einsamer Rückzugsort, eine abgeschiedene, idyllische Oase inmitten der Natur am See, wo Sara von dem Fährgeld und den Produkten ihrer Hühner und des Gartens lebt. An diesen Sehnsuchtsort flieht sie vor den dunklen Schatten ihrer Vergangenheit. Als sie den jungen Klimaaktivisten Leon verletzt bei sich aufnimmt, stoßen zwei menschliche Gegensätze aufeinander. Leon ist jung und jemand, der von seinen Zukunftsängsten getrieben ist und Nähe sucht, während die um Jahrzehnte ältere Sara autark und  menschlichen Kontakten so gut es geht aus dem Weg geht. Ihr kleiner Fährbetrieb, der Garten, ihre Tiere und ihr Haus sind ihr Lebensinhalt. Vehement wehrt sie sich gegen den Verkauf ihres Grundstücks, wo der Bau einer Brücke geplant ist und den Wegfall ihrer Fähre bedeutet. 
 
Sara und Leon tragen ihre persönlichen Wunden und Schuldgefühle mit sich. Leon übernimmt anfallende Arbeiten und macht sich nützlich, beide nähern sich an und es entsteht gegenseitiges Vertrauen. Und Sara erkennt immer mehr, wie wohltuend menschliche Kontakte sein können und auch Leon profitiert von den gemeinsamen Gesprächen. Der Wunsch für ein umweltbewusstes Leben eint sie und lässt sie nach vorne blicken.  
 
Der ruhige und in einfacher Sprache erzählte Roman zeigt die Probleme menschlicher Schicksale auf und bringt Umweltschutzthemen mit ein. Die Naturszenen habe ich als entschleunigend und wohltuend empfunden. Saras einsames Leben als Fährfrau mit Hund, Schafen und Hühnern als Ersatz menschlicher Freundschaften. Sie lebt als Einsiedlerin, die vor den Schuldgefühlen und Traumata ihrer familiären Vergangenheit geflohen ist. Leon lebt als Sohn eines reichen Vaters und engagiert sich für den Klimaschutz. Zufällig ist es sein Vater, der an der Stelle von Saras Fähre eine Brücke bauen will. Ein Prestigeobjekt, das finanzielle Gründe hat. Das war mir doch etwas weit hergeholt. Nebenbei erfahren wir einiges über die Klimaaktivisten, die sich als Waldbesetzer gegen Abholzung wehren. Sehr eindeutig zeigt sich die bedrohliche Klimaveränderung beispielhaft am Wasserstand des Flusses. Insgesamt finde ich die Themen gut eingebaut und empfehle das Buch allen, die sich mit Klimaveränderung und den Irrungen des Lebens auseinandersetzen wollen.  

Den Roman habe ich als nachdenklich machende Unterhaltung empfunden. 

***Herzlichen Dank an den Kiwi Verlag und an Vorablesen für dieses Prämienbuch!*** 

                                  

Sonntag, 14. Juni 2026

Wochenrückblick KW 24/2026




Rosen als Geschenk von der Nachbarin 


 Was war in dieser Woche los?

 
 
Das Wetter lässt gerade wirklich zu wünschen übrig, es ist kalt, regnerisch, sehr windig und irgendwie gar kein Sommer! Zum Glück war bei jedem Besuch bei meiner Mutter ein Besuch ins Grüne möglich und sie konnte frische Luft und ein wenig Sonne tanken.  
Gefühlt habe ich die ganze Woche etwas vorgehabt und die Abende wurden lang wegen neuer Buchpost.  
 
 
Gesehen:   
 
Mord mit Aussicht (Wiederholung, aber trotzdem wieder spannend)
Mord bei Nordwest 

Gelesen:   

  • Vega Varg – Das Schweigen der Insel - Åsa Hellberg   5⭐
  • Zeit der Schwalben - Nikola Scott                                         5⭐
  •  

     

    Getan:  
     
    Lesen, Rezensionen schreiben, Besuche bei meiner Mutter, Chor-Probe, Clubfeier beim Chor ausgegeben, T-Shirts sortiert (farblich geordnet mag ich es am liebsten) Hausputz, Aprikosenkuchen gebacken, Nachbarfeier mit Grillen und Planung des Straßenfesttermins, Telefonate mit Freundinnen geführt, Dinge meiner Mutter erledigt.
     
     
    Gefreut:    
     
    Über schöne Buchpost vom Dumont Verlag und vom Bloggerportal. Vega Varg habe ich gleich mal an zwei Tagen durchgelesen. Toller Krimiauftakt!
     



      
    Gegessen: 

    Spaghetti mit Buttergemüse und Parmesan; Kohlrabigemüse mit Kartoffeln und Schweinesteak; überbackenes Gyros in Metaxasauce und Pommes; Salatteller; Blumenkohl mit Pellkartoffeln (für den Mann mit Resten von seinem Grillteller) und einmal mit Bratkartoffeln; Bulgursalat, Aprikosenkuchen mit Mandelkruste.













    Gedacht:        

    Vom Sommer ist bis auf das üppige Grün in der Natur weiterhin wenig zu merken. Es könnte jetzt mal wieder wärmer werden, denn statt kurzer Kleidung trage ich gerade wieder Fleecejacke, lange Hose und Socken. 

    Gefeiert: 

    Beim Chor mit einem Chorfreund eine Geburtstagsrunde ausgegeben. Datteldip, Brot, Käse, Getränke und das übliche Gedöns! 

    Geärgert: 

    Was geschieht denn gerade mit der Buchcommunity? Nach Wasliestdu? hat auch noch die Lesejury ins Gras gebissen und schliesst seine Seite für immer. Es wird eindeutig trister und eintöniger! Hoffentlich ist das nicht das Ende von Buchseiten.

    Gekauft:  

    Obst, Gemüse, Bratwürstchen und Senf für das Nachbarschaftstreffen.

    Geklickt: 

    WetterApps und Regenradar  
     

    Habt einen schönen Sonntag! 

    Herzliche Grüße,

    Eure Sommerlese 

    Samstag, 13. Juni 2026

    Vega Varg – Das Schweigen der Insel - Åsa Hellberg

    Komplexer Skandinavien-Krimi mit vielen Beziehungen

    Im Heyne Verlag erscheint der Auftaktband Das Schweigen der Insel von Åsa Hellberg.  

    Die ruhige Insel Südkoster an der schwedischen Westküste befindet sich nahe der norwegischen Grenze. Der Leichenfund eines jungen Mannes erschüttert die Bewohner, denn er war einer von ihnen. Polizistin Vega Varg, die in Nordkoster wohnt, übernimmt den Fall und tragischerweise kennt sie den Toten seit er ein kleiner Junge war. Er war der Spielgefährte ihrer beiden Söhne, die heute auch bei der Polizei arbeiten und gemeinsam mit Vega auf Spurensuche gehen. Kurz darauf verschwindet eine norwegische Zeugin, deshalb wird Vegas bester Freund und Kollege Leopold Posse aus Oslo hinzugezogen. Bei den Ermittlungen ergeben sich Parallelen zu einem Cold Case aus 1998, als Vegas Mann Peter getötet wurde.  


     

    In diesem Krimi lernen wir Vega kennen, eine Frau Anfang 60, die mitten im Leben steht und sich nicht um ihr Erscheinungsbild schert. Nach dem Tod ihres Mannes hat sie ihre drei Kinder allein groß gezogen und nun arbeitet sie Seite an Seite mit ihren Söhnen bei der Polizei. Nur ihre Tochter Moa macht ihr Sorgen. Das Familienleben spielt in diesem Buch eine große Rolle und verleiht der Handlung eine angenehme Atmosphäre, die in wohltuendem Kontrast zu den Mordermittlungen steht. Leopold ist ein eigenwilliger Typ, der Patenonkel von Moa und mit Vega freundschaftlich verbunden. 

    Beide kennen sich schon lange und wissen um ihre jeweiligen Stärken und Schwächen, die sie sinnvoll einsetzen, je nachdem was die Befragungen erfordern. Als Tatverdächtige kommen zahlreiche Personen in Frage, der gewalttätige Vater des Toten, aber auch eine Gruppe von norwegischen Immobilienmaklern, die zu einem Teambuilding-Seminar auf die Insel gereist sind und den Toten gefunden haben. Sie versuchen ihren Drogenkonsum und leidenschaftliche Affären zu verbergen, die Vega und Leopold aber schliesslich herausfinden. 

    Åsa Hellbergs schlichter, aber nahbarer Erzählstil hat mich schnell gepackt und mir nicht nur die Landschaft und die Witterungsverhältnisse eindrücklich näher gebracht, sondern mich auch tief in den Fall hineingezogen. Einige Personen versuchen etwas zu verbergen, es gibt Rückblenden in die Vergangenheit, die den Tod von Vegas Mann Peter erklären und und Vegas familiäres Leben näher bringen. Diese Erkenntnisse sorgen für zusätzliche Brisanz, doch mehr möchte ich nicht verraten.  

    Ich versuchte, den Mörder ausfindig zu machen, doch verschiedene Wendungen und neue Fälle sorgen für ein verwirrendes Bild und das wahre Mordmotiv bleibt bis zum Ende verborgen. Ich war gespannt, wie der Cold Case mit dem neuen Fall zusammen hängt und ob Vega den Täter kennt und freue mich jetzt schon auf den Folgeband.

    Ein gelungener Krimiauftakt mit einem interessanten Ermittlerduo, packenden Wendungen und  nordischem Setting. 

     

    ***Herzlichen Dank an das Bloggerportal für dieses Rezensionsexemplar!*** 

     



    Montag, 8. Juni 2026

    Zeit der Schwalben - Nikola Scott

    Ein berührender, fesselnder und tragischer Roman 

     
    Bei Rowohlt Wunderlich erscheint der Roman Zeit der Schwalben von Nikola Scott.  

    Am ersten Todestag von Elizabeth Harington trifft sich ihre Familie, um sich gegenseitig Halt zu geben. Denn der Unfalltod hinterlässt eine große Wunde bei den drei Kindern, besonders Adele trauert sehr. Da erhält sie einen merkwürdigen Anruf, der eigentlich ihrer Mutter gilt und wo von neuen Spuren die Rede ist. Und dann steht eine Frau an der Tür, die behauptet, sie sei ebenfalls eine Tochter der verunglückten Elizabeth. Wie kann das sein und hat die Fremde recht? Adele will mehr über ihre reservierte Mutter erfahren und über die junge Frau, die vorgibt, ihre Schwester zu sein. Beide Frauen versuchen mehr über Elizabeths Vergangenheit zu erfahren und ihr Gemeinmis aufzuklären.  

     


    Aus den Perspektiven von Mutter und Tochter tauchen wir in die Geschichte ein. Einmal von der siebzehnjährigen Elizabeth, die in ihrem Tagebuch ihre schicksalshaften Erlebnisse festhält und einmal von der vierzigjährigen Adele, die versucht, einen bestimmten Lebensabschnitt ihrer Mutter zu rekonstruieren. Beide Zeitstränge werden abwechselnd erzählt und enthüllen immer mehr Hintergründe zu der schicksalsträchtigen Zeit, die Elizabeths Leben durcheinander gewürfelt hat. 

    Nikola Scott hat einen lebendigen und einnehmenden Erzählstil, der mich immer mehr in die Geschichte hineingezogen hat. Die Handlung baut sich um ihre Figuren auf, denn es gilt Familiengeheimnis aufzuklären, das erschreckende Dinge ans Licht bringt. Dieses Buch ist einfach ein fesselnder Schmöker, den ich innerhalb weniger Tage durchgelesen habe. 

    Als 1958 Elizabeths Mutter im Sterben liegt, schicht sie ihr Vater den Sommer über zu Freunden nach Sussex. Sie verlebt eine unbeschwerte Zeit mit jungen Leuten und verliebt sich. 

    Adele, genannt Addie ist Bäckerin in London. Ihre Mutter Elizabeth hat zu ihr ein kühles und distanziertes Verhältnis und zieht die jüngere Tochter Venetia vor. Doch das hat auch einen tieferen Grund, der sich erst im Laufe der Geschichte heraus kristallisiert. Denn Elizabeth wurde schwanger und stand plötzlich alleine da. Später heiratete sie einen Mann, der auch für Addie ein echter Vater wurde. Doch dann kam ihr Todestag, der alle erschütterte. Elizabeth wurde überfahren.

    Während Addie und ihre Schwester Phoebe sich auf die Spuren in die Vergangenheit begeben,wird deutlich, wie gut sie sich verstehen. Und das hat einen Grund. 

    In dieser Geschichte wird ein trauriges Kapitel von ledigen, schwangeren Frauen behandelt, das mich sehr erschüttert hat. Offiziell wurden über den Kopf der jungen Frauen hinweg wohltätige Entscheidungen zugunsten der Babies getroffen, die wahren Gefühle der Mütter kümmerten niemand.

    Eine fesselnde und großartig geschriebene Familiengeschichte, die mich emotional berührt hat und eine tragische Entscheidung offenbart.  



     

    Sonntag, 7. Juni 2026

    Wochenrückblick KW 23/2026

     












     Was war in dieser Woche los?

     
     
    Wie schnell ist denn diese Woche vergangen? Es ging los mit der Nachfeier meines Geburtstags im Familienkreis, meine Schwiegertochter hat mir als Überraschung einen leckeren Marmorkuchen gebacken. Danach gab es jeden Tag irgendwelche Besorgungen zu machen und ich begleitete meine Mutter zum Bingo spielen, wo sie zweimal gewonnen hat. Das hat sie total gefreut und sie hat danach immer wieder davon gesprochen. Es ist schön zu sehen, wie man mit solchen Spielen Freude bereiten kann und die Bewohner gemeinsam etwas zu lachen haben. 
     
     
    Gesehen:   
     
    Let´s Dance Promispecial (tolle Tanzdarbietungen, Choreografien und Kostüme)
    Mord bei Nordwest 

    Gelesen:   

     

  • Die Riesinnen - Hannah Häffner                                                     5⭐
  • Drei Wasserschweine tauchen ab - M. Bär und...                   5⭐
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    Getan:  
     
    Lesen, Blogposts und Rezensionen schreiben, Besuche bei meiner Mutter, Chor-Probe, Geburtstagsfeier mit Familie, Geburtstagsparty vom Chor, aufräumen, Hosen und ein paar Dinge aussortiert, Aprikosenmarmelade gekocht, draußen gelesen, Riesenmenge Couscous-Salat zubereitet (die 7 l Schüssel war voll).  
     
     
    Gefreut:    
     
    Über ganz viel Buchpost vom Diogenes Verlag. Vielen Dank, liebe Susanne! 
     

     
    Über meine schönen Geburtstagsgeschenke: eine rosa Hortensie und eine rosa Rose, exklusives Serum, Handseife und Duschgel von Rituals, eine Kette: Bernsteinherz am Silberreif und Sanddornmarmelade aus Rügen.




      
    Gegessen: 

    Antipasti und Pizza Prosciutto; Putenfrikadellen mit Blumenkohl und Kartoffeln 2x; Eierpfannkuchen mit Aprikosenmarmelade; Paprika-Pilz-Curry indisch mit Reis und einmal mit Couscous-Salat; Grillparty mit vielen Salaten und leckeren Desserts.










    Gedacht:        

    Das Wetter im Juni ist bisher ziemlich wechselhaft und auf der Gartenparty einer Chorsängerin blieb es überwiegend trocken, aber pünktlich zu unserer Gesangseinlage fing es an zu gießen. Unter den Pavillons konnte der Auftritt dann zum Glück doch noch stattfinden. 
    Ich hätte doch nicht so eine große Menge Couscous-Salat machen sollen, es blieb ein Rest, den ich nach dem Stehen in der Wärme wegwerfen musste.   

    Gefeiert: 

    Meinen Geburtstag mit meinen Kindern. 

    Geärgert: 

    Das EU-Parlament fordert höheres Budget in einer Höhe von über 2 Billionen Euro. Das stößt jedoch auf scharfen Widerstand von Nettozahlern wie Deutschland, die angesichts nationaler Sparzwänge eine Begrenzung fordern. Vielleicht sollten die Parlamentarier mal versuchen, mit dem zur Verfügung stehenden Geld auszukommen.

    Gekauft:  

    Aprikosen, Nektarinen, Bananen, Mini-Gurken, leckere Tomaten mit Aroma, Salat 

    Geklickt: 

    Neuerscheinungen bei Diogenes
     

    Ich wünsche euch einen schönen Sonntag! 

    Herzliche Grüße,

    Eure Sommerlese 

    Samstag, 6. Juni 2026

    Die Riesinnen - Hannah Häffner

    Mein Lesehighlight im Juni!

    Im Penguin Verlag erscheint Hannah Häffners Roman Die Riesinnen

    Das kleine Dorf Wittenmoos im Schwarzwald ist die Heimat der Riessberger Frauen, Großmutter, Tochter und Enkelin, die mit ihrer Größe und den kupferroten Haaren einfach auffallen und mit ihrem eigenwilligen Auftreten in der Dorfgemeinschaft als Außenseiterinnen gelten. Doch sie leben nun einmal hier und suchen ihre eigenen Wege, deren Grenzen eng gesteckt sind. Da ist Liese, die den Metzgersohn Bernhard heiratet, anstatt eines männlichen Stammhalters eine Tochter bekommt und stoisch, streng und arbeitssam die Metzgerei führt. Ihre Tochter Cora möchte aus der Enge des Dorfes ausbrechen und etwas erleben. Ihre Tochter Eva zieht für ein Studium in die Großstadt, erst dort erkennt sie, wie sehr sie den Wald liebt.



     

    "Sie liebt den Blick auf Wittenmoos, das oft genug so tut, als hätte es nie darum gebeten, geliebt zu werden. Dass sie nach Hause kommen kann, gibt ihr das Gefühl, fallen zu können, aber nicht zu tief, gerade so, das man den Schmerz noch aushält." Zitat S. 269 

    Dieser Roman ist etwas ganz Besonderes und hat mich von Anfang an in seinen Bann gezogen. Hannah Häffner erzählt wie das Leben dreier Generationen verläuft und sie verändert. Sie zeigt, wie das Leben bei der in den 1950er Jahren geborenen Liese enge Grenzen vorgibt und sie nach dem Tod ihres Mannes das Gefühl zermürbt, nicht frei zu sein, weil die Verantwortung für ihre Tochter im Vordergrund steht. Die eigenwillige Cora macht ihren Wunsch vom Fortgehen wahr, testet ihre eigenen Grenzen aus und als ihre Träume platzen, kehrt sie wieder zurück. Eva ist frei in ihrer Wahl, für sie zählt am Ende nur die Heimat und die Wurzeln, die sie im Schwarzwald als Kind schon gefestigt hat. 

    Es ist spannend und berührend zu lesen, was es mit Menschen macht, wenn Lebensträume sich zerschlagen und man weiter machen muss. Die Frauen sind starke Figuren, die ihr Leben ohne Männer meistern und sich auch nicht reinreden lassen. Nur die eigene Tochter ist der Mittelpunkt im Leben, der zählt. Dieses Verhältnis verändert sich in den Generationen, doch die tiefe Liebe zum Kind ist allen drei Frauen gemein.  

    Die Ausgestaltung der Charaktere ist Hannah Häffner auf eine feinfühlige und intensive Weise gelungen. Ihre Frauen sind starke und liebenswerte Personen mit Ecken und Kanten, die sich mutig den Gegebenheiten des Lebens anpassen und die Sehnsucht nach Freiheit und das Gefühl von Heimat in sich tragen.  

    Die Erzählweise ist sehr besonders, poetisch, eindrücklich und intensiv rühren die Figuren an und machen diesen Roman so unvergesslich. Ganz wunderbar lässt die Autorin atmosphärische Bilder des Waldes und der Natur einfließen und fesselt mit ihren eindringlichen Figuren und ihren Geschichten. 

    Die Geschichte beschreibt Lebenswege, die sich um Heimat, Freiheit und Selbstbestimmung drehen. Stimmungsvoll, eindringlich und alltäglich, gerade das macht den besonderen Reiz aus! 

    Großartig geschrieben, atmosphärisch und eindringlich! Mein Lesehighlight im Juni! 


     

    Mittwoch, 3. Juni 2026

    Drei Wasserschweine tauchen ab - Matthäus Bär und Anika Voigt

    Humorvolle Abenteuer mit den Capybara

     
    "Drei Wasserschweine tauchen ab" ist der 3. Band der Wasserschwein-Reihe und erscheint im DTV. Es ist ein lustiges Tier-Abenteuer zum Vorlesen ab 6 Jahren. Der Autor ist Matthäus Bär und die Illustratorin Anika Voigt.
     
    Die drei Wasserschweine Emmy, Tristan und Raul sind liebenswerte Tiere, die sich für die Faultiermama auf die Suche nach ihrem Kind aufmachen. Dabei landen sie schliesslich auf einem Laster, der sie aus ihrer Zoo-Heimat in die Großstadt bringt und sie Menschen und echte Wildtiere treffen, die ihnen dort gefährlich nahe kommen. Doch das Schlimmste auf ihrer abenteuerlichen Reise ist ihr Hunger, denn die Fütterung im Zoo lief immer geregelt und ohne eigenes Zutun. Mutig überwinden sie die Hindernisse und bekommen Hilfe von Tieren der städtischen Wildnis.  
       

     
    "Abenteuerlust hin oder her, Wasserschweine brauchen vor allem: Gemütlichkeit! Sicherheit! Und gutes Fressen!" Zitat S. 37 
     
    !!!Capybara sind die größten lebenden Nagetiere, sie leben in Mittel- und Südamerika und ernähren sich von Pflanzen.!!!  
     
    Auf der Suche nach dem kleinen Faultierbaby fahren Emmy, Tristan und Raul als blinde Passagiere auf einem LKW, treffen unterwegs auf Schwäne, Raben und einen merkwürdigen Flamingo, der ihnen als schwimmendes Transporttier dient, bis sie im Reich des Bibers landen und später einen Menschen erschrecken. Sie machen sogar eine WildwasserfahrtMehr möchte ich nicht verraten, denn die bunten Abenteuer stecken voller Überraschungen und enthalten jede Menge wortwitzigen Humor. 
     
    Bei dieser Geschichte habe ich die neugierigen, mutigen und abenteuerlustigen Wasserschweine gerne begleitet, meinem Vorlesekind hat es ebenfalls gut gefallen und es war besonders von den mimikreichen Capybara angetan.  
     
    Die Capybara sind eine nette, sympathische Truppe, die zusammen hält und die man dank ihrer unterschiedlichen Charaktere gut auseinander halten kann. Die Geschichte wird einfach liebenswert und mit etwas Humor erzählt und bietet einige abenteuerliche Überraschungen, die man gut in den zahlreichen Illustrationen verfolgen kann. Für Kinder bietet die gelungene Mischung aus Text und Bildern ein echtes Lesevergnügen und die einzelnen Kapitel eignen sich hervorragend als abendliche Bettlektüre.  
     
    Obwohl die Capybara ihre Heimat im Zoo verlassen und sich in der Stadt unerwarteten Hindernissen stellen müssen, bleiben sie mutig und geben die Hoffnung nicht auf. Auf der Suche nach Francis hilft ihnen ein wenig ein glücklicher Umstand, doch trotzdem merkt man, dass sich Mut, Hilfsbereitschaft und Freundschaft auszahlen.  
     
    Ein gelungenes Buch, das ich gerne zum Vorlesen weiterempfehle! 
     
     
     
    ***Herzlichen Dank an DTV für das Rezensionsexemplar!***