Sommerleses Bücherkiste
Bücher, Rezensionen und mehr...
Freitag, 29. Mai 2026
Schlafende Vulkane - Michael Hjorth/ Bjarni Thorsson
Mittwoch, 27. Mai 2026
Hilf den Tierkindern - Nico Sternbaum
Allerliebstes Mitmachbuch für die Kleinsten!
Bei Penguin Junior erscheint Nico Sternbaums Pappbilderbuch Hilf den Tierkindern für Kinder ab 18 Monaten.
Das Katzenbaby Lara friert und sucht seine Eltern. Kannst du ihm helfen? Du musst einfach nur Miauen, dann geht es Lara wieder besser.
Das handliche Format passt perfekt in Kinderhände und die dicken Pappseiten verzeihen einiges. Im Buch werden Gefühle vorgestellt, die kleine Kinder bereits kennen. Durch ihre Mithilfe beim Kitzeln, Streicheln oder Hüpfen bringen sie fünf unterschiedliche Tiere dazu, wieder glücklich zu sein. Das ist nicht nur ein schönes Gefühl, sondern auch ein Lerneffekt, das man auf Menschen oder Tiere achtet, wie es ihnen geht. Und ganz nebenbei lernen sie auch die Tiere kennen.
Die zuckersüßen Illustrationen der kleinen Tiere sind naturgetreu und der Text fordert Kinder mit verständlichen Ansagen auf, mit ihrer Aktion den Tieren zu helfen. Sie müssen mit dem Kopf wackeln, den Bauch eines Tieres streicheln oder auf ein Tier tippen. Das macht Spaß, vor allem, wenn es den Tieren danach besser geht.
Sehr schön erkennbar ist die Mimik der Tiere, die von einem traurigen Blick in einen fröhlichen Ausdruck wechseln. Da freuen sich die Kinder gleich mit und fangen das Buch gleich noch einmal von vorne an.
Ein schönes Mitmachbuch mit süßen Tierabbildungen!
***Herzlichen Dank an das Bloggerportal für diesem Rezensionsexemplar!***
Brombeerblaue Tage - Simone Veenstra
Ein entschleunigender Wohlfühlroman!
Bei Rowohlt Wunderlich erscheint der Roman Blaubeerblaue Tage von Simone Veenstra.
Landschaftsarchitektin Elisa und ihr Vater Henk haben sich entfremdet, nun bittet Henk sie um Unterstützung, da er ins Krankenhaus muss. Elisa reist von Berlin nach Rügen und freundet sich schnell mit Henks Hund an. Doch die Wohnsituation hat ihre Tücken, es gibt kein fließend Wasser und schon gar kein Internet. Das erschwert Elisas Arbeit enorm. Und überhaupt weiß sie gar nicht viel über ihren Vater, der nun am Herzen operiert werden muss.
Der Roman hat mich mit der warmherzigen Atmosphäre schnell in seinen Bann gezogen, die Geschichte entführt mich an die Ostsee und in einen Garten, der abseits der hektischen Großstadt seine eigene Reize entwickelt. Mit der Zeit lernt man die Figuren besser kennen und kommt ihnen nahe wie alten Bekannten. Besonders gut gefallen haben mir die vielen Beschreibungen von Pflanzen, Bäumen und Blumen, die in Henks verwildertem Garten wachsen und die auch in Elisas Leben eine entscheidende Rolle spielen. Ich hatte das Gefühl, einen Spaziergang durch diesen geheimen Garten zu machen und habe die Verbindung zur Natur genossen.
Die Charaktere finde ich sehr authentisch, Simone Veenstra zeichnet sie mit liebevollen Facetten und ich habe sie gerne wie alte Bekannte begleitet. Elisas Lebensweg ändert sich durch die enger werdende Beziehung zu ihrem Vater, sie erkennt, dass ihr bisheriger Job nicht das ist, was sie sich fürs Leben wünscht. In dem Haus ihres Vaters ist sie nicht ständig erreichbar und sieht in der Ruhe und dem engen Bezug zur Natur einen neuen Weg. Viele Dinge waren zwischen Elisa und ihrem Vater unausgesprochen, erst durch seine Krankheit nähern sie sich wieder an und Elisa übernimmt die Aufgabe der sorgenden Tochter.
Dieser leise erzählte Roman mit der entschleunigenden Wirkung der Natur hat mich im Inneren bewegt.
***Herzlichen Dank an den Rowohlt Verlag für dieses Rezensionsexemplar!***
Montag, 25. Mai 2026
Fünf Tage im Licht - Rhiannon Lucy Cosslett
Ein polarisierender Roman!
Bei Rowohlt erscheint Rhiannon Lucy Cossletts Roman "Fünf Tage im Licht".
Die Künstlerin Sophie verbringt mit drei Freundinnen fünf Tage auf der griechischen Insel Sifnos, sie feiern den Junggesellenabschied ihrer Freundin Helena, die Partner reisen später an. Sophie genießt die sommerliche Auszeit von ihrem Freund Greg, der sie mit seinem Kinderwunsch unter Druck setzt. Morgens geht sie im Meer schwimmen und lernt den Griechen Ky kennen, der von Anfang an eine große Anziehungskraft auf sie ausübt. Sie beginnen eine leidenschaftliche Affäre, die Sophie aus ihrer Bahn wirft. Sophie malt ein Aktporträt ihrer Freundin Alessia und bringt darin auch ihre aufgewühlten Gefühle unter.
Dieses Buch spielt als Sommerroman vor der schönen Kulisse der griechischen Insel Sifnos. Doch es geht um die Themen Feminismus, Freundschaft, Kunst, Liebe und eine verbotene Affäre.
Die Freundinnen entstammen verschiedenen Gesellschaftsschichten und haben unterschiedliche Ansichten, die zu Streit führen. Protagonistin Sophie befindet sich in einem inneren Konflikt, weil sie ihre Freiheit nicht aufgeben will und ihre Kunst mit einem Kind nicht ausleben kann.
Bei diesem Buch bin ich zwiegespalten und kann die Vor- und Nachteile an mehreren Positionen fest machen. Die Sprache hat mich sehr gepackt, sie ist emotional tief gehend, die Figuren werden charakterlich durchleuchtet und ich fand die in die Handlung eingeschobenen Texte zu Malerinnen und ihren Gemälden sehr interessant. Neben der Beschreibung der Abbildung wird auch ein Blick auf die Künstlerin und die Aussage des Werkes geworfen, es geht darin um den Ausdruck von feminisischer Kunst und häufig auch um die sexuelle Wirkung der Gemälde, die nackte Frauen zeigen.
Ich-Erzählerin Sophie ist keine sympathische Figur, sie wirkt empathielos, selbstbezogen und lustgesteuert und scheint sich in ihrer Rolle als Künstlerin und Frau noch nicht gefunden zu haben. Sie denkt über eine eventuelle Mutterrolle nach, kann sich aber nicht vorstellen, wie sie das mit ihrer Tätigkeit als Künstlerin vereinbaren soll. Und mit ihrem Freund Greg erst recht nicht. Dabei hat er viele Vorteile, die sie auch erkennt, aber nicht akzeptieren will. Ihre Affäre mit dem Griechen Ky zeigt, dass sie ihm völlig erlegen ist und schon fast eine fanatische Leidenschaft an den Tag legt. Von Liebe oder tiefer gehenden Gefühlen ist nie die Rede, nur die Lust spielt eine Rolle. Damit wirkt sie nicht gerade wie eine Frau, die es mit ihren Gefühlen ernst meint.
Doch sie lernt mit der Zeit, am Ende des Romans sagt sie:
"Anfangs hatte ich anstelle meiner Kreativität nur eine große Leere empfunden, bis ich diese Leere als einen rohen, intensiven Quell der Gefühle erkannte, der sich in künstlerisches Schaffen kanalisieren ließ. " Zitat S. 285
Für mich schlug diese Erkenntnis aber dennoch nicht in Sympathie für die Protagonistin um. Dennoch habe ich den Roman interessiert gelesen und mochte besonders das Ende.
Ein feministischer Roman, der mit seinem Inhalt polarisiert und zum Nachdenken anregt!
***Herzlichen Dank an den Rowohlt Verlag für dieses Rezensionsexemplar!***
Sonntag, 24. Mai 2026
Tödliche Hallig - Hendrik Berg
Fesselnder Krimi mit Wattenmeer- und Hallig-Atmosphäre
Im Goldmann Verlag erscheint mit Tödliche Hallig von Hendrik Berg der 12. Band der Nordsee-Krimireihe.
Im nordfriesichen Wattenmeer wird vor der Hallig Süderoog eine männliche Leiche gefunden. Theo Krumme und seine Kollegin Pat aus Husum untersuchen den Fall. Wer ist der Mann, wurde er angespült oder hier ermordet? Theo befragt die Bewohner der Hallig, ein junges Paar und eine Gruppe von Archäologiestudenten, die hier nach alten Schiffsspuren suchen.
Direkt im Wattenmeer liegt einsam die Hallig Süderoog, die zur Gemeinde Pellworm gehört. Wer hier abgeschieden lebt, ist von den Gezeiten abhängig, nur umgeben von Wasser und den Geräuschen der Vögel und des Meeres. So einsam zu leben, ist nicht einfach und manchmal wohl auch beängstigend, wenn Stürme toben und die Wellen über die Hallig steigen. Hendrik Berg hat diese spezielle Stimmung gut eingefangen und in seinen Krimi eingewoben.
Der Ermittler Theo Krumme ist ein sympathischer und angenehmer Mensch, der seine Arbeit einfühlsam und mit der nötigen Ruhe erledigt. Mit seiner Kollegin Pat ist er ein eingespieltes Team, die sich gut ergänzen. Der flüssige Erzählstil Hendrik Bergs lässt sich sehr gut lesen, die Figuren werden vor dem Hintergrung der Nordsee-Atmosphäre mit den Gezeiten der Nordsee vorgestellt und man kann sich gut in die Handlung hineinfühlen. Für gruselige Stimmung sorgt die alte Legende um den dunklen Nickels, der aus dem Meer steigt und Menschen holt. Einige Figuren scheinen mit ihren fiesen Charakterzügen direkte Nachfahren dieses Nickels zu sein. Deshalb vermischt sich im wabernden Nebel öfter Legende und Wahrheit.
Wochenrückblick KW 21/2026
Was war in dieser Woche los?
Gelesen:
Gedacht:
Das Erdbeerfest im Seniorenheim meiner Mutter würde liebevoll vorbereitet. Zu Kaffee und Erdbeerkuchen gab es noch Erdbeer-Bowle und ein Alleinunterhalter verbreitete an der Gitarre mit seinen Liedern gute Stimmung. Es wurde geschunkelt und auch mitgesungen, eine schöne Abwechslung im normalen eintönigen Alltag.Gefeiert:
Den bunten Nachmittag beim Erdbeerfest begleitet.
Dass mir auf Insta eine Autorin nach einer drei-Sterne-Rezension entfolgt ist. Merke ich mir und sie verliert damit viele Karma-Punkte!
Gekauft:
Geklickt:
Ich wünsche euch ein schönes Pfingstwochenende!
Herzliche Grüße,
Eure Sommerlese
Freitag, 22. Mai 2026
Windjammer - Gisa Pauly
Mamma Carlotta ist Kult!
Im Piper Verlag erscheint mit Windjammer der 20. Band der Reihe um Mamma Carlotta von Gisa Pauly.
Mamma Carlottas Stammkneipe feiert 20. Geburtstag, doch so richtig Zeit zum Mitfeiern hat sie leider nicht, denn Ehepaar Lünnemann glaubt ihr verschwundenes Kind wiedererkannt zu haben, das vor fünf Jahren im Babyalter verschwand. Das berührt Carlottas Herz ganz besonders und auch ihr Schwiegersohn Kriminalhauptkommissar Erik Wolf kümmert sich um den Fall, wird aber in eine Mordermittlung hineingezogen. Ein Bildhauer ist getötet worden und anscheinend hatte er einige Geheimnisse zu verbergen.
Wer die Reihe kennt, weiß, dass man mit der vorwitzigen und lebensbejahenden Carlotta viel erleben kann und neben ihren kulinarischen Köstlichkeiten auch Krimispannung und Humor erwarten darf.
Ich habe mich auf ein Wiedersehen mit Carlotta und ihrer Familie auf Sylt gefreut und auf ihre wunderbaren Gerichte, mit denen sie sie verwöhnt.
Dieses Mal darf Carlotta sogar offiziell bei den Ermittlungen um den verschwundenen Jungen mithelfen. Natürlich mischt sie auch im Fall den toten Bildhauers mit und versucht gleichzeitig, es ihrer Familie und ihren Freunden recht zu machen. Der charmante Gastwirt Giovanni versucht sein Glück bei Carlotta, was ihrem Enkel Felix total missfällt, der bei Giovanni eine Kochausbildung erhält. Und Tove Griess, Wirt der Käptn’s Kajüte, möchte Carlotta gerne für sein 20-jähriges Jubiläum anheuern. Es wird nicht langweilig und die quirlige Italienerin ist mit vollem Engagement bei der Sache.
Durch die parallel laufenden Handlungsstränge wird man über die Ergebnisse der Ermittlungen informiert und in einem rasanten Tempo in Carlottas private Erlebnisse eingebunden. Verschiedene Perspektiven und Szenenwechsel sorgen für Spannung und die personellen Verwicklungen bringen einige Verdachtsmomente mit sich.
Wie gewohnt sorgt Carlottas italienische Küche sehr als Appetitanreger und wer Lust auf so ein Gericht bekommt, kann die Rezepte im Anhang nachkochen.
Die temperamentvolle Italienerin ermittelt mit ganz viel Herz auf Sylt! Schönes Nordsee-Flair, italienische Küche und ein kniffliger Fall sorgen für gute Unterhaltung.
***Herzlichen Dank an den Piper Verlag für dieses Rezensionsexemplar!***


























