Hatte nicht den Tiefgang, der die Psyche des Täters ausleuchtet
"Angels: Meine Rache währt ewig" ist der fünfte Band der New Orleans-Reihe von Lisa Jackson. Dieser Band erschien 2009 im Knaur Verlag.(Werbung)
Kristi Bentz kehrt, nachdem sie sich von einem versuchten Mordanschlag erholt hat, wieder an ihr College zurück. Ihr
Vater, Detective Rick Bentz, ist beunruhigt, denn dort sind vier
Studentinnen spurlos verschwunden. Kristi zieht zufällig in das Zimmer eines der verschwundenen Mädchen ein. Überraschenderweise trifft sie ihre erste große Liebe wieder, Jay Mc Knight. Er ist inzwischen Dozent für Kriminologie und geht mit Kristi, als angehende Krimiautorin berufsneugierig, auf Spurensuche. Es geht das Gerücht, das eine blutrünstige Vampirsekte auf dem Campus ihr Unwesen treibt. Die Spuren führen zu Dr.
Grotto, der in dem College Vampyrismus-Seminare abhält...
Angels ist bereits der fünfte Band der Reihe, ich habe kein Vorwissen und konnte trotzdem gut in die Handlung eintauchen.
Inhaltlich dreht sich die Handlung um Vampirismus, ein Thema, das mir überhaupt nicht liegt. Doch bei diesem Buch ist es nicht sehr fantasymäßig angelegt und vom Gruselfaktor ist es nicht zu grausam. Trotz meiner Vorbehalte wurde ich spannend unterhalten und auch wenn die Motive mir etwas unglaubwürdig erscheinen, so konnte ich sie doch als unwirkliches Stilmittel akzeptieren.
Neben der stürmischen Liebesgeschichte von Kristi und Jay geht man mit ihnen auf Tätersuche nach den verschwundenen Studentinnen des Colleges. Und schon bald wird deutlich, dass Kristi als Opfer ausgewählt ist.
Ich frage mich zwar, wer Kurse in Vampirismus an seriösen Colleges anbietet, aber auch das nehme ich mal so hin. Mich hat interessiert, weshalb die Mädchen verschwunden sind und warum sie Opfer wurden.
Als Kristi ebenfalls auf der Opferliste steht, wird die Sache sehr spannend. Es gibt allerdings viele Nebencharaktere und ein paar Längen, das Buch ist über 550 Seiten stark und hätte durchaus kürzer sein können. Aber mit einigen Wendungen bringt die Autorin überraschende Momente ein und auch wenn einige Dinge unglaubwürdig sind, lässt man sich davon nicht vom Lesen abhalten.
Ich habe mich z. B. gefragt, warum Kristi einen Psychopathen gerade überlebt hat und sich nun wieder in Gefahr begibt.
Überhaupt wird die Psyche des Täters völlig ausser Acht gelassen. Seine Motive werden nicht richtig ausgelotet.
Lisa Jackson lässt den Spannungsbogen gekonnt durch zwei Handlungsstränge stetig anwachsen. Diese wechseln zwischen Kristi und dem Mörder ab und man ist aus der Sicht des Mörders immer vorab informiert. Der Schreibstil ist flüssig, die Liebesszenen sind der romantische Part und die Vampire bringen den notwendigen Thrill in die Story.
Dieses Buch ist auf jeden Fall eine etwas gruselige Lektüre mit viel Blut und einer spannenden Verfolgung. Ich vergebe 3 Sterne, weil mir die psychologischen Einblicke gefehlt haben.
Persönliche Einblicke, verletzte Gefühle und trotzdem eine Mut machende und bereichernde Lektüre auch für nicht Getrennte
In "Frau gönnt sich ja sonst nichts" lässt und Autorin Marie Matisek teilhaben an ihrer eigenen privaten Trennungsgeschichte. Das Buch erscheint 2018 im Knaur Verlag und trägt den vielsagenden Untertitel "Wie sich die Trennung von meinem Mann unverhofft als Glücksfall erwies". (Werbung)
Marie Matisek beschreibt in ihrem Memoir, wie aus der verlassenen,
gestressten Ehefrau und Mutter eine attraktive, lebenslustige 50-Jährige
wird, die einen Neuanfang wagt.
"Die 20 Jahre unseres Familienlebens sind ein Juwel, und ich
möchte es jederzeit aus der Vitrine meines Herzens holen können, den
Staub herunterpusten und bewundern, wie es funkelt und glänzt... Glaube
an Trennung als Chance." Zitat Seite 59
Von Marie Matisek habe ich Sonnensegeln und Mirabellensommer gelesen und beide Bücher haben mir sehr gut gefallen. Auf ihr neues Werk war ich deshalb sehr gespannt, zumal sie darin persönliche Erfahrungen ihrer eigenen Trennung verarbeitet.
Ohne große Umschweife geht es sofort mit der Trennungsgeschichte los. Marie wird von ihrem Mann nach 20 Jahren Ehe für eine jüngere Frau verlassen. Zunächst fällt sie in eine Schockstarre voller Trauer, Selbstmitleid und Zukunftsängsten. Doch sie merkt schnell, dass sie damit nicht weiter kommt. Sie kennt die Gründe für die Trennung, auch sie selbst ist dafür mit verantwortlich und nun möchte sie ihrem Leben durch die Trennung neue Impulse geben, neue Chancen wahrnehmen und für sich selbst neue Ziele entwickeln. Lange Zeit hat sie neben ihrer schriftstellerischen Tätigkeit dem Familienleben ihr Hauptaugenmerk gewidmet.
Doch das Familienleben ist nicht immer einfach, es funktioniert nur, wenn man
zufrieden ist und nicht alle Rollen gleichzeitig spielen muss.
Mir ist die Situation der Autorin beim Lesen sehr nahe gegangen, auch die vielen Beispiele anderer Paare erscheinen mir sehr authentisch geschildert. Wie reagiert man als Frau auf eine Trennung, welche Fragen stellen sich dann für die Familie, die Kinder und das gemeinsame Hab und Gut? Wie kann man über den Dingen stehen, wenn man doch am Boden zerstört ist?
Marie Matisek hat aus ihrer Trennung das Beste gemacht, sie hat die Chance auf ein neues selbst bestimmtes Leben ergriffen und ihr bisheriges Leben als schöne Erfahrung mit in den nächsten Lebensabschnitt genommen. Kein Aufrechnen von Schuld, sondern den Blick frei machen für neue Möglichkeiten. Die Lage als Glücksfall annehmen! Das kann nicht jeder, bei vielen Paaren zehren Rosenkrieg und Rache an den Nerven der Beteiligten und die Kinder leiden und sogar die Haustiere.
Wenn man der Autorin jedoch durch ihr Buch folgt, bekommt man durch den leisen Humor und die positiven Rückblicke in die glückliche Zeit der Ehe ein Gefühl von Mut und Hoffnung. Und es ist auch für Menschen in einer glücklichen Partnerschaft eine echte Bereicherung, mal über das Glück im Leben nachzudenken und gutzuheißen, was man gerade eigentlich genießen sollte.
Bei der Lektüre gibt es einige humorvolle Szenen, bei denen ich schmunzeln musste. Mal geht Marie zu einer Singleparty oder aufs Oktoberfest, dann bucht sie sich zum bevorstehenden 50. Geburtstag eine Entspannungsreise nach Bali, bei der sie vorab die Wirkung der Wechseljahre durchmacht. Wie sich die von der Familie produzierten Wäscheberge anfühlen, wenn man
gut gelaunt aus dem Urlaub kommt, kann ich gut nachvollziehen. Auch die Treffen mit ihren Freunden lassen Einblicke zu, die man so oder ähnlich schon gehört hat.
Aber Marie befreit sich von der "Last" der Einrichtungsstörenfriede, sie entrümpelt Haus und Keller und das macht ihre Last nicht nur äußerlich weniger. Auch innerlich befreit sich sich von Ballast, aber sie behält die positiven Erinnerungen an die schöne Zeit dieser Ehe. Und das macht Mut und zeigt deutlich wie man auch mit solchen Situationen umgehen kann ohne Rachegelüste auszuleben.
Ich finde es mutig von Marie Matisek, hier ihre sehr persönliche Geschichte schonungslos der Öffentlichkeit vorzulegen. Doch dadurch bekommt man als Leser viele Ratschläge und Denkanstösse geliefert, die auch in funktionierenden Ehen durchaus mal überdacht werden sollten.
Nicht immer bedenkt man, wie es anderen Alleinerziehenden gehen könnte oder ist sich dessen bewusst, wie gut man es gerade hat.
Daher ist so ein Buch auch mal ein wichtiger Denkanstoss.
***Herzlichen Dank für dieses Rezensionsexemplar vom Knaur Verlag!***