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Freitag, 11. Juli 2025

Bretonische Versuchungen - Jean-Luc Bannalec

Der Schmelz von Schokolade

 
"Bretonische Versuchungen" ist Kommissar Dupins vierzehnter Fall, der Krimi von Jean-Luc Bannalec erscheint bei Kiepenheuer & Witsch. 
 
Kommissar Dupin versucht unter der Anleitung eines Coaches seine Angst vor dem Meer zu überwinden. Er hat bereits einen Fuß auf das schwankende Boot gestellt, da kommt ihm der Anruf seiner Kollegen völlig gelegen, die zu einem neuen Fall zitieren. Es gab einen Leichenfund gefunden, die Tote war Mitinhaberin einer Confiserie und steckt in einem Bottich voll flüssiger Schokolade. Dupin und Nolwenn untersuchen den grausamen Tod und forschen im Umfeld der Confiserie, die für ihre erstklassigen Schokoladen bekannt ist. 
 

 

Der neue Fall für Kommissar Dupin ist sehr ungewöhnlich, mit Nolwenn an seiner Seite und dem Team im Hintergrund führen ihn die Ermittlungen zu einer Traditionsconfiserie in Concarneau. Nachdem ein Unfall ausgeschlossen werden kann, steht die Mordaufklärung an erster Stelle. Aber wo liegt das Motiv? Gab es Streitigkeiten in der Firma oder hat der Fund von Kokain damit zu tun? Hatten die geschäftsführenden Geschwister der Confisserie untereinander Probleme?

Der Krimi startet sehr ungewöhnlich mit dem Leichenfund, danach folgt die Ermittlung von Dupin und Nolwenn. Ihre Spurensuche führt sie per Auto entlang der Küste bis nach Bayonne im Baskenland. Auch die Kollegen Riwal, Kadeg und Le Menn bekommen ihren Platz in der Geschichte und alle Personen werden sehr authentisch und mit ihren persönlichen Eigenarten dargestellt. Nolwenn verlässt mal ihren Schreibtisch und nimmt eine Rolle als ausführende Ermittlerin ein.

Bei diesem Krimi erfährt man sehr viel über die Rohstoffe, die Herstellung und das Geheimnis von Bretonischer Schokolade und Dupin erhält allerlei Informationen über die speziellen Geheimnisse von Schokolade. Sehr interessant fand ich die unterschiedlichen Forschungsansätze in Bezug auf die Schmelzfähigkeit und die besonderen Geschmackszutaten der Schokolade. 

In dieser Reihe erlebt man nicht nur eine entspannte Sichtweise auf die Urlaubsregion mit atmosphärischen Landschaftsbeschreibungen, Bannalec informiert zusätzlich über regionale Eigenheiten der Bretagne, die die Gegend näher beleuchten, den Leser mit Wissen versorgen und dem Krimi einfach inhaltliche Tiefe verleihen. Natürlich darf eine Prise von Kulinarik nicht fehlen, die gehört einfach zu der Reihe dazu.  

Der Fall ist nicht so leicht zu durchschauen, ein paar Wendungen bzw. neue Leichen zeigen dann aber doch die entscheidende Richtung an. Bei einer fesselnden Verfolgungsjagd stellt Dupin den Täter und man darf sich als Leserin entspannt zurück lehnen. Mal wieder ein Fall gelöst!

Kommissar Dupin ermittelt mit gewohntem Charme und lässt uns dabei die Region mit ihren Köstlichkeiten miterleben und kennen lernen. Ein spannender und sehr atmosphärischer Fall für Liebhaber der Bretagne und von Schokolade! 
 
***Herzlichen Dank an den Kiwi Verlag für dieses Rezensionsexemplar!*** 
 

 
  • Bannalec, Jean-Luc - Bretonische Verhältnisse
  • Bannalec, Jean-Luc - Bretonisches Leuchten 6   
  • Bannalec, Jean-Luc - Bretonisches Vermächtnis 8
  • Bannalec, Jean-Luc - Bretonischer Ruhm 12  
  • Bannalec, Jean-Luc - Bretonische Versuchungen 14 
  • Dienstag, 4. Februar 2025

    Bretonischer Ruhm - Jean-Luc Bannalec

    Honeymoon mit Wein, Weib und Mordermittlung!

     
    Im Kiwi Verlag schickt Autor Jean-Luc Bannalec seinen Kommissar Dupin mit Bretonischer Ruhm  zum 12. Mal ins Rennen. 

    Kommissar Dupin reist mit seiner Claire an die Loire, um dort ihre Flitterwochen zu verleben. Ihre Tour führt zu verschiedenen Weingütern, sie möchten die Landschaft und den lukullischen Genuss von Speisen und erlesenen Weinen genießen. Nach der ersten Weinprobe, erfahren sie vom Tod eines bekannten Winzers, dem Ex-Mann von Claires Freundin Cécile. Diese hofft auf Dupins Einsatz in dem Fall und schon wird aus dem romantischen Honeymoon eine aufregende Mordermittlung.
     
     

     
    Die Krimireihe schätze ich für die schönen Beschreibungen von Land und Leuten und für die kulinarischen Einblicke in die französische Lebensart. In diesem Fall geht es in die Welt der Winzer, wo Geschäftsleute sich mit Weinliebhabern und eigensinnigen Gutsbesitzern ein Stelldichein geben. 
    Dupin genießt die freien Tage mit seiner frisch angetrauten Claire, sie wollen sich mit den wunderbaren  Weinen vertraut machen, die an der Loire gekeltert werden. Wie man es schon erwartet hat, wird die romantische Idylle durch einen Mordfall gestört und dieses Mal ist es nicht Dupin, der unbedingt ermitteln möchte, Claire und ihre Freundin Cécile überreden ihn zur Mitarbeit. Die Zuständigkeit liegt nicht bei Dupin, so muss er undercover nachforschen. Das scheint jemandem nicht zu gefallen, denn Dupin wird bedroht. Und es gibt auch Verdachtsmomente gegen Cécile, spielt sie ein falsches Spiel?
     
    Die Krimihandlung ist gut durchdacht, es gibt mehrere Personen, die als Verdächtige in Frage kommen könnten, der Konkurrenzdruck im Winzergewerbe ist ein hartes Geschäft. Nach dem ersten Mord sorgen weitere kriminelle Handlungen dafür, das die Lage noch undurchsichtiger wird. Trotzdem nimmt die Spannung nur gemächlich Fahrt auf und endet wenigstens mit einem gefährlichen Showdown.   

    Dafür sorgen die genussvollen Ausflüge in die Welt der Weine mit köstlichen Speisen einfach für eine gut Atmophäre und machen Appetit und Lust auf eine Reise in diese schöne Gegend Frankreichs. 
     
    Leider kommen die Kollegen aus Dupins Polizeistelle Nollwenn, Riwal und Kadeg dieses Mal einfach zu kurz, ihr gemeinschaftliches Miteinander macht häufig den Reiz des Krimis aus. 

    In diesem Krimi erleben wir die französische Kultur und Lebensart, sowie die unterschiedlichen Interessen innerhalb der Geschäftswelt der Winzer. Es wird viel Wissenswertes über die Weine der Loire berichtet, wer spezielle Weinkunde betreiben möchte, sollte diesen Krimi lesen. Ich wurde gut und genussvoll unterhalten und runde die 3,5 Sterne gerne auf!

     
     
     ***Herzlichen Dank an den Kiwi Verlag für dieses Rezensionsexemplar!***


     
  • Bannalec, Jean-Luc - Bretonische Verhältnisse
  • Bannalec, Jean-Luc - Bretonisches Leuchten 6   
  • Bannalec, Jean-Luc - Bretonisches Vermächtnis 8
  • Bannalec, Jean-Luc - Bretonischer Ruhm 12  
  • Bannalec, Jean-Luc - Bretonische Versuchungen 14 

  • Dienstag, 30. Mai 2023

    Bretonisch mit Sturm - Gabriela Kasperski

    Eine bretonische Hochzeit mit Hindernissen

    "Bretonisch mit Sturm" ist ein weiterer Kriminalroman aus der Reihe um Tereza Berger von Gabriela Kasperski, der im Emons Verlag erscheint.  

    Buchhändlerin Tereza Berger reist mit Commissaire Gabriel Mahon zu einer Hochzeit nach Ouessant, der westlichsten Insel Frankreichs. Die Hochzeitsvorbereitungen werden allerdings von einigen Hindernissen begleitet. Das fängt schon mit einem Sturm an, mit einigen toten Vögeln, die an den Klippen gefunden werden und schliesslich wird auch noch der Bräutigam vermisst. Was läuft hier? Und was haben die Proteste gegen den geplanten Windpark mit dem Ganzen zu tun? Tereza hat alle Hände voll zu tun, um die Dinge aufzuklären! 


    Der vierte Band beginnt mit einer stürmischen Anreise Terezas auf das sturmumtoste Archipel Ouessant im Atlantik. Tereza soll Gabriel Mahon zu einer Hochzeitsfeier begleiten, doch schon bald ist sie in Dinge verwickelt, die eine romantische Hochzeit nicht zulassen. Doch als begeisterte Hobbydetektivin stürzt sie sich in die Ermittlungen und findet einige merkwürdige Dinge heraus, die in Verbindung zu einem alten Buch stehen, dass eine Geschichte um das Schiff "Drummond Castle" um 1896 erzählt. Die Novelle trägt den Titel "Reise in die Hölle" und ist am Ende der Schlüssel für die Vorgänge auf Ouessant. 

    Dieses Mal spielt der Krimi auf der von der Außenwelt abgeschnittenen Insel Ouessant im Atlantik. Dort wird mit erschwerenden Wetterbedingungen eine bedrohliche Atmosphäre kreiert, es herrscht Sturm. Und auch unter den Bewohnern Ouessants herrscht kein friedliches Stimmungsbild, kaum angekommen erlebt Tereza die gegnerischen Lager bei den Hochzeitsvorbereitungen des Paares Sean und Nathalie. Sean ist Inselbewohner, während Nathalie für eine Firma arbeitet, die auf der Insel Windkraftanlagen bauen soll, was bei den meisten Bewohnern und besonders bei ihrem Schwiegervater Patrick auf Ablehnung stößt. Und dann sorgt ein Sturm mit Stromausfall für ein beängstigendes Hintergrundszenario, der noch von einigen gruselig anmutenden Vogelfunden getoppt wird. Die tot aufgespiessten Vögel wurden mit Fahnen der Windkraftgegner in Szene gesetzt. Wer könnte dahinter stecken? Hängt der offen ausgetragene Streit zwischen Patrick und Loic Martin, dem Chef der Windkraftfirma, damit zusammen? Tags darauf ist Loic tot und Nathalie verdächtigt Patrick und stürzt sich in die Ermittlungen. Doch die Inselbewohner sind wortkarg und verschlossen, Fremde sind für sie mit Vorsicht zu genießen. Aber Tereza findet interessante Dinge über die Insel heraus und auch über die Leuchttürme, die seit jeher die Seeleute vor den gefährlichen Klippen warnen sollten. Vor der Küste sank 1896 die "Drummond Castle", wovon die Novelle erzählt, die Tereza von Mahon erhalten hat. In der Geschichte ist auch von einer Schmuckschatulle die Rede, die der englischen Königin Victoria gehört haben soll. Sind hier Strandräuber in den Besitz der Schatulle geraten und warum verschwindet der Bräutigam auf einmal?
     
    In diesem Krimi werden viele Fragen aufgeworfen, die die Sicht auf die wirklichen Vorgänge erschweren. Vom Thema her, ist die Geschichte spannend und sehr interessant, aber leider auch nicht so leicht zu durchschauen, weil viele Faktoren hineinspielen. Unterschwellig sorgen keltische Sagengestalten und eine geheimnisvolle Novelle für ein mystisches Flair, das ich in Krimis nicht sehr schätze. Neben dem aktuellen Geschehen auf der Insel hat man immer wieder Einblicke in Szenen der Novelle, die sich mir erst am Ende erschlossen hat. 
    Besser gefallen mir die authentischen Szenen, in denen die Naturgewalten in Form von Stürmen über die Insel toben und für Unheil und Zerstörung sorgen. Mich hat es beim Lesen ordentlich gegruselt und auch die vielen Verdächtigen haben für eine ungemütliche Grundsituation gesorgt. Von Wohlfühlen war hier für mich keine Möglichkeit. Tereza mischt sich mal wieder völlig angstfrei ins Getümmel, setzt selbt bei diesen widrigen Wetterextremen ihr Leben aufs Spiel und untersucht die gegensetzlichen Meinungen in Bezug auf den Windparkanlagenbau. Gabriela Kasperski versteht es, die zwischenmenschlichen Beziehungen der wortkargen Bewohner und der Zugereisten ins rechte Licht zu rücken und sie authentisch darzustellen. Und die bildhaft beschriebene Landschaft erweckt einen besonderen Eindruck dieser Insel, deren Leuchttürme und Strandabschnitte ich gerne einmal besuchen würde. Allerdings ohne Sturm!

    Ein rätselhafter, atmosphärischer Krimi, der mit keltischen Symbolen und einer stürmischen Kulisse für unheilvolle Szenarien sorgt. 
     

    ***Herzlichen Dank an den Emons Verlag für dieses Rezensionsexemplar!***


                              

    Montag, 14. Dezember 2020

    Der Kommissar und der Teufel von Port Blanc - Maria Dries

    Solider Krimi mit schönem Frankreichflair, aber nicht so spannend.

    "Der Kommissar und der Teufel von Port Blanc" von Maria Dries erscheint im Aufbau Verlag und ist der 12. Band einer Krimireihe. 

    Eingeschlossen hinter einer Mauer findet man bei Sanierungsarbeiten in einer alten Abtei vier Frauenskelette. Die Spur eines dort gefundenen Medaillons führt zu Caroline Vernier, deren Enkelin vor zwei Jahren spurlos verschwunden ist. Ein Privatdetektiv bearbeitet den Fall, nimmt sich dann aber das Leben, deshalb wird Philippe Lagarde mit den Ermittlungen betraut. Der Polizist Jacques Bayrou unterstützt ihn, allerdings sehr halbherzig, hat er etwas mit der Sache zu tun?


     

    Autorin Maria Dries schickt ihren Commissaire Philippe Lagarde zum Ermitteln an die Côte du Goëlo in der Bretagne. Dort wartet ein Cold Case auf ihn und er unterstützt die Polizei vor Ort. Allerdings merkt man dem Polizisten Jacques Bayrou an, dass er nicht so sehr an dem Fall interessiert ist. Oder täuscht er Desinteresse vor?

    Ein Medaillon bringt eine wichtige Spur und Lagarde findet heraus, dass die vier Frauen recht jung waren, alle leicht geistig behindert waren und in einem Heim lebten. Als sie vermisst wurden, hat sich die Polizei damals nicht so recht dafür interessiert, man nahm an, sie seien ausgerissen. Unverständlich, weil ja die staatliche Führsorge zuständig war.

    Bei diesem Krimi verfolgt man die Ermittlungen, erlebt das französische Leben und die gute Küche und erfährt in einzelnen Häppchen immer mehr Details über die toten Frauen. Warum man die Spuren der Vermissten früher nicht aufgedeckt hat, fand ich recht fragwürdig. Die Befragungen unter Lagarde decken einiges auf, die Tätersuche gestaltet sich aber nicht so spannend. Erst als noch eine weitere junge Frau vermisst wird, wird der Zeitdruck spürbar. 

    In kleinen Einschüben gibt der Täter seine Gedanken preis, dennoch bleibt ein Mitraten von Seiten des Lesers aber durchgängig schwierig. Und am Ende weiß man auch wieso, erst dann taucht der Täter in Erscheinung. So etwas schätze ich an Krimis gar nicht. 

    Rein vom schön zu lesenden, flüssigen Erzählstil her, habe ich den Krimi gern verfolgt. Für das nötige Frankreich-Flair sorgen schöne Landschaftsbeschreibungen und besonders die Szenen, die in Restaurants spielen. Lagarde geht gerne und häufig essen und wählt dann auch immer ganze Menüs, die dem Leser mit allen Gängen aufgezählt werden. 

    Etwas mehr Spannung hätte dem Krimi gut getan, dafür ist das Flair Frankreichs durchgängig spürbar.

    ***Vielen Dank an den Aufbau Verlag für dieses Rezensionsexemplar!*** 



    Samstag, 20. Juni 2020

    Bretonisch mit Meerblick - Gabriela Kasperski

    Solider Urlaubskrimi mit dem Flair der Bretagne 

     
    Der Krimi "Bretonisch mit Meerblick" wurde von Gabriela Kasperski geschrieben und erscheint im Emons Verlag. 

    Tereza Berger erbt ein Haus im Westen der Bretagne, im Fischerdorf Camaret-sur-Mer. Eigentlich wollte sie das Haus verkaufen, doch sie verfällt dem Charme dieses etwas in die Jahre gekommenen Hauses. Dort möchte sie ihre eigene Buchhandlung eröffnen. Es gibt Tote und als eine weitere Leiche gefunden wird, verdächtigt man Tereza des Mordes. Sie scheint hier nicht erwünscht zu sein, was ihren Kampfgeist umso mehr anstachelt.

     


    Dieser Krimi startet recht gemächlich, die Handlung wirkt nächst eher wie ein Roman, doch im Zuge der Ermittlungen entwickelt sich eine Grundspannung, die am Ende in einem rasanten Showdown gipfelt. 

    Durch den eingängigen Schreibstil lässt sich das Buch gut lesen, etliche Dialogen und situationsbeschreibende Stimmungsbilder lassen den Leser auf unterhaltsame Weise die Örtlichkeiten erleben und in die Handlung eintauchen. Es gibt einige Verdächtige, die man zunächst als Täter vermutet, dank einiger geschickter Wendungen muss man diese These aber wieder verwerfen. Als mögliche Motive kommen Eifersucht, Neid und finanzielle Gier in Frage und somit kämen fast alle  Bewohner als Täter in Betracht. Das zeigt sich auch in den Differenzen zwischen Kapuzenträgern und einer Frauenbewegung, die ständig für Zündstoff sorgen.

    Die Charaktere sind vielfältig ausgeschmückt, man kann ihre Eigenarten gut erkennen und bekommt ein buntes Menschenbild geliefert, bei dem auch die Lebensgewohnheiten der Bretonen deutlich werden. Tereza ist eine ungeduldige Person mit einer Vorliebe für bretonische Schokolade, sie ist etwas chaotisch und irgendwie kam ich ihr nicht näher. Ihre Ortsansiedlung ist von einigen Bewohnern nicht erwünscht, das wird immer wieder klar gemacht. Sie entwickelt sich zur Hobby-Detektivin und man merkt, wie sie sich in die Sache hinein kniet. Es gibt viele Fakten, die lange für sich allein stehen, ehe alles zu einem eindeutigen Bild zusammen passt. 
    Mit einer bildhaften Darstellung der Schauplätze erzeugt die Autorin eine authentische Atmosphäre und man fühlt sich wie in der Bretagne.

    Die Geschichte erzählt auch von einer keltischen Sage, die in Verbindung mit der besonderen Strömung "Morwen" in der Bretagne bekannt ist. Angeblich fängt die Strömung alle 100 Jahre drei Männer.  


    Gabriela Kasperskis Krimi "Bretonisch mit Meerblick" ist ein spannendes Lesevergnügen, den ich gern als Urlaubskrimi empfehle, am besten gleich mit einer Tafel Schokolade mit Fleur de Sel.

    ***Vielen Dank an Buchcontact und den Emons Verlag für dieses Rezensionsexemplar!***



    Donnerstag, 9. Januar 2020

    Bretonisches Vermächtnis - Jean-Luc Bannalec

    Ein weiterer Urlaubs-Krimi von Bannalec und auch als Reiseführer wunderbar zu lesen


    In Band 8 "Bretonisches Vermächtnis" lässt Jean-Luc Bannalec seinen Kommissar in Concarneau  ermitteln, die Buchreihe erscheint bei Kiepenheuer & Witsch.

    In Concarneau, der blauen Stadt am Meer, feiern die Bretonen vor Pfingsten den Auftakt des Sommers. Kommissar Dupin möchte mit seiner Claire die Zeit genießen, doch der Tod von Docteur Chaboseau macht ihm einen Strich durch die Rechnung. Immerhin kann er sich durch diesen Arbeitseinsatz auch seine Schwiegereltern vom Leib halten. Es wird trotzdem eine schwere Zeit, denn Dupins Inspektoren und seine fähigste Kraft Nolwenn sind nicht im Dienst. Wer hatte es auf den Arzt abgesehen? Immerhin war er sehr einflussreich und hatte einen Namen als Kunstsammler und investierte auch in bretonische Brauereien und Fischkonservenfabriken. Noch während der Ermittlungen sorgt ein Anschlag für Aufregung in der Stadt. 



    Kommissar Dupin freut sich auf einen schönen Abend mit seiner Freundin Claire, doch leider sorgt ein Leichenfund direkt  vor seinem Lieblingsrestaurant für einen spontanen Arbeitseinsatz. Der Tote ist ein angesehener Arzt, Docteur Chaboseau. Dupin befragt dessen direktes Umfeld, seine Frau und seine Freunde, ein reicher Apotheker und ein Weinhändler, die mit dem Toten in viele Geschäfte investiert haben. 

    Leider muss Dupin für die Ermittlungen  auf sein gewohntes Team verzichten, besonders Nolwenn mit ihrem Scharfsinn und ihrer Kenntnis der Bewohner fehlt ihm sehr. Ein zweiter Toter und ein Anschlag auf die Werft des Ortes bringen Dupin an seine Grenzen. Er müht sich allein sehr, aber erst als sein Team aus dem Urlaub zurückkehrt, kommt etwas Licht in die Sache.  

    Während dieser Zeit sollte er eigentlich den Besuch seiner Schwiegereltern begleiten, doch die Arbeit hält ihn davon ab, was er nicht weiter bedauert. Komischerweise treffen diese ihn immer in Momenten an, wo er gerade eher eine ruhige Kugel schiebt und nicht emsig ermittelt. 
    Nebenbei lernt man einiges über die Stadt, sieht die wunderschöne Landschaft und bekommt die Spezialitäten der Region fast auf den eigenen Tisch. 

    Wer diese Reihe kennt, weiß, Jean-Luc Bannalec versetzt seine Leser durch seine schöne Landschaftsbeschreibungen direkt in die Bretagne. Das ist ihm auch dieses Mal wieder gut gelungen und seine Krimihandlung ist ein gekonntes Verwirrspiel, bei dem nicht nur viele Verdächtige auf Herz und Nieren befragt werden müssen, sondern auch noch Inhalte eines Simenon-Buches für den Fall von Bedeutung werden.
    Einen Verdacht hatte ich mehrfach, doch am Ende sorgt eine wichtige Erkenntnis für das betreffende Motiv und damit den Täter.   

    Was mich wiederholt zum Schmunzeln brachte, sind die Begegnungen Dupins mit seinen Schwiegereltern, die ihn in scheinbar müßigen Situationen antreffen, obwohl er ja angeblich einen Mordfall zu lösen hat. Im Grunde ist er ganz froh, ihnen durch seine Arbeit entgehen zu können und Claire weiß das auch zu gut. Seine bekannten Charaktere führt Bannalec so weiter, wie man sie bisher kennt und das verleiht ihnen einen Wiedererkennungswert.

    Die Auflösung des Falles hat mich am Ende sehr überrascht, denn unter den vielen Verdächtigen war es wirklich schwer, das Motiv selbst zu bestimmen.

    Dieser geschickt konstruierte Krimi konnte mich mit seiner Urlaubsstimmung durch die stimmungsvolle Beschreibung der Gegend und einem interessanten Fall gut unterhalten. 



  • Bannalec, Jean-Luc - Bretonische Verhältnisse
  • Bannalec, Jean-Luc - Bretonisches Leuchten 6   
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  • Bannalec, Jean-Luc - Bretonische Versuchungen 14 
  • Donnerstag, 27. Juli 2017

    Bretonisches Leuchten - Jean-Luc Bannalec

    Wie Urlaub an der französischen Küste der Bretagne


    Der Krimi "Bretonisches Leuchten" ist Jean-Luc Bannalecs sechster Fall um Kommissar Dupin. Die Reihe erscheint bei Kiepenheuer & Witsch. (Werbung)


    Es sind Sommerferien und George Dupin reist mit seiner Freundin Claire nach Trégastel an die berühmte Rosa Granitküste. Zwei Wochen ausspannen, die Seele baumeln lassen, beide haben Urlaub dringend nötig. Es ist dort wunderschön, das Wetter ist herrlich warm und dennoch kann Dupin nicht den ganzen Tag am Strand liegen. Als eine Frau vermisst wird und kurz darauf auch noch eine Tote entdeckt wird, bekommt Dupin wieder gute Laune, denn damit ergeben sich jede Menge Möglichkeiten für aufregende Ermittlungen. 





    "Der "Weiße Strand" galt als einer der schönsten Strände der Bretagne. An beiden Seiten des Zipfels flaches, klares, helles Meer in karibischen Farbabstufungen: kristallines Hellblau zunächst, dann Smaragdgrün, später Türkis, allmählich Grünblau und dann ...Tiefblau. Zitat Seite 163


    Genau für diese Beschreibungen liebe ich dieses Buch. Aber auch die logisch aufgebaute Krimihandlung muss sich nicht verstecken. Es geht zwar recht ruhig zu, aber es ist ja auch Hochsommer und Urlaub und da kommt man auch mit Ruhe ans Ziel. Dupins Ermittlungen machen Spaß, überall hat er seine geheimen Quellen, die ihn auf den neuesten Stand der offiziellen Ermittlungen bringen. Selbst der Gastwirt und der Frisör mischen mit. 

    George Dupin macht Urlaub und soll nur faul am Strand liegen, nein, das Nichtstun liegt ihm einfach nicht. Er braucht Abwechslung und da kommen die beiden Fälle, die mit dem Steinbruch zusammen hängen, ja genau im richtigen Moment, um dem Urlaub doch noch ein wenig Abenteuer zu verleihen. Ein neues Clairefontaine muss her, für seine Notizen aus den Befragungen. Der ansässige Kommissar und Nolwenn ahnen seine Aktivität und versuchen Dupin an den Ermittlungen zu hindern.

    Was mir besonders ein Schmunzeln ins Gesicht zauberte, sind die Versuche von George und Claire, ihre geheime Arbeit in den Ferien voreinander geheim zu halten. Es ist sehr amüsant, wie sie jede erdenkliche Möglichkeit für berufliche Dinge nutzen und die Arbeit scheinbar brauchen.

    Nebenbei liegen sie zusammen am Strand, bestaunen die Felsformationen, unternehmen Spaziergänge am Meer und geniessen ihr gemeinsames Abendessen: stets gibt es ein mehrgängiges Menue aus der bretonischen Küche mit dem passendem Wein. Da kommt man schon mal ins Träumen und auch die wunderschönen, etwas ausschweifenden Landschaftsbeschreibungen gehören zwar nicht in einen Spannungsroman, hier in diesem Ferien-Krimi jedoch passen sie ganz wunderbar. Sie bringen regelrecht Urlaubsgefühle mit und runden die Geschichte stimmig ab.


    Bannalec hat mir mit diesem Krimi schöne, unterhaltsam fesselnde Lesestunden geschenkt und ich habe von der Bretagne geträumt. Mehr geht nicht, daher gibt es von mir 5 Sterne. 

                                                     

  • Bannalec, Jean-Luc - Bretonische Verhältnisse
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      Samstag, 16. April 2016

      Bretonische Verhältnisse - Jean-Luc Bannalec

      Die französische Antwort auf Inspector Brunetti!

      Jean-Luc Banalec schrieb mit Bretonische Verhältnisse den ersten Band einer Krimireihe um Kommissar Dupin. Das Buch erschien erstmals 2012 im Goldmann Verlag.


      Sommer in der Bretagne: 

      Im malerischen Künstlerdorf Pont Aven wird der 91-jährige Besitzer des traditionsreichen 'Hotel Central' erstochen im Restaurant aufgefunden. Kommissar Dupin, wurde vor einigen Jahren aus Paris hierher versetzt, übernimmt den Fall und stößt in der bretonischen Sommeridylle auf ungeahnte Abgründe ...







      In diesem Buch ticken die Uhren etwas langsamer als sonst. Man erlebt ein wenig Beschaulichkeit in dieser landschaftlich schönen Region und begleitet Dupin auf seinem Ermittlungsweg. Dabei wird schnell klar, dieser Kommissar ist anders, kauzig, eigenbrötlerisch, halt ein richtiger Einzelgänger. Er geht bei seinen Befragungen systematisch vor, untersucht genau, am liebsten ganz allein, dann kann er sich dem Fall richtig nähern und kommt der Sache am besten auf die Spur. Doch er ist durchaus sympathisch, seine Vorliebe für Café und seine Probleme mit Vorgesetzten zu kommunizieren machen ihn sehr menschlich. Seine Vorliebe für Spaziergänge in der bretonischen Natur bringen ihn auf die besten Ideen, behauptet Dupin. 

      Neue Erkenntnisse im Fall gibt er höchstens telefonisch an Kollegen weiter, sie fungieren nur als Handlanger. Doch seine Sekretärin Nolwenn unterstützt ihn, denn sie weiß, wie geschickt er in Verhören taktiert. Dort findet Dupin immer die richtigen Fragen, die sein Gegenüber in die Enge treiben.
      Er ist wie gesagt ein Einzelgänger, das mag man so einem Kommissar kaum glauben.

      Der Fall ist eine Mischung aus Familiengeheimnis, Einblick in die Mentalität der sturen Bretonen und die Kunstszene von Pont Aven, speziell die des Künstlers Gauguin. Für Kunstliebhaber ein tolles Thema und auf jeden Fall eine echte Liebeserklärung an die Bretagne.
      Besonders erwähnen möchte ich noch die im Roman erwähnte Schule von Pont-Aven zum Ende des 19. Jahrhunderts.
      Diese Künstlergruppierung um Paul Gauguin waren allesamt sogenannte "Freilichtmaler", deren Werke sich durch reine und leuchtende Farben auszeichneten. Die erwähnten Gemälde machen Lust auf einen Museumsbesuch. Den roten Faden bildet aber hier im Krimi der unbekannte verschwundene Gauguin.
       
      Die Handlung ist wunderbar eingebettet in herrliche Landschaftsschilderungen. Die Beschreibung des Meeres und der Geruch von Algen in der warmen Sommerluft wird fast spürbar.

      Es ist ein sommerlicher Urlaubskrimi, der bis zum Schluss spannend geschrieben ist und den Täter mitraten lässt. Allerdings nehmen die Verhöre einen Hauptteil des Buches ein. 

      Ein kurzweiliger, bedächtiger Krimi, der Einblicke in die wunderschöne Landschaft der Bretagne und in die Kunstwelt des 19. Jahrhunderts gibt.