Montag, 20. September 2021

Madame Exupéry und die Sterne des Himmels - Sophie Villard

Wer fliegt, kommt den Sternen nah

Im Penguin Verlag erscheint Sophie Villards Roman "Madame Exupéry und die Sterne des Himmels".

Paris 1930: Die Mittelamerikanerin Consuelo lernt nach dem Tod ihres ersten Manns, dem Maler  Enrique Carrillo, auf einer Party den französischen Adligen Antoine de Saint-Exupéry kennen, beide verlieben sich auf Anhieb. Consuelo ist Malerin und wird zur Muse Antoines, der als Pilot und Schriftsteller arbeitet. Aus seiner Liebe zu Consuela entsteht die Geschichte »Der kleine Prinz«. Consuelo ist die empfindliche, geliebte Rose, die der Prinz (Antoine) mit der Glasglocke schützen möchte und an die er stets und überall denkt, ob in der Sahara oder auf einem fremden Planeten. Dieses Buch wurde weltberühmt, weil es eine übergroße Liebe liegt, doch die Wahrheit sieht anders aus. Consuelo litt unter Antoines Untreue und wollte selbst als Künstlerin anerkannt werden. 1944 machte sich Antoine zu seinem letzten Aufklärungsflug über das Mittelmeer auf. 

 




"Der kleine Prinz" wurde von Antoine de Saint-Exupéry auf Long Island verfasst. Die herzergreifende Geschichte spiegelt die turbulente Liebesgeschichte des Ehepaars wieder, deren Leben quer über den Erdball führte und in der Antoine seine Gedanken versinnbildlicht. 

Consuela stammt aus Venezuela und wird auf einer Kaffeeplantage groß, sie träumt von einem Studium der Malerei, heiratet den adligen Franzosen und landet in einem Leben, dessen Probleme durch finanzielle Probleme, Flugzeugabstürze und Geliebte ihres Mannes nur schwer zu ertragen war. Es ist ein Auf und Ab der Gefühle, immer wieder verzeiht Consuela ihrem Mann, fest davon überzeugt, das er immer zu ihr zurückkehrt, wie es der kleine Prinz seiner Rose versprochen hat. Doch kurz vor Kriegsende muss sie Antoine gehen lassen, er wird Aufklärungspilot und will seinem Land dienen. Es wird ein Abschied auf immer.

Durch diese Geschichte wird man dank des wunderbar flüssigen, emotionalen und lebendig wirkenden Schreibstils Sophie Villards förmlich getragen. Ergriffen von Consuelas Schicksal, von den anfänglich wunderbaren Liebesbriefen ihres Mannes, ihren enttäuschenden Erebnissen und Sorgen in ihrer Ehe nimmt man großen Anteil an ihrer Person, ohne sie je persönlich gekannt zu haben. Man fühlt und leidet mit ihr, reist durch die Welt, wird enttäuscht und kehrt dennoch wieder an Antoines Seite zurück. Antoine ist ein rastloser, eigenwilliger und sprunghafter Charakter, er entscheidet über Consuelos Kopf hinweg und macht auch vor Untreue nicht halt. 

Casablanca, Paris, El Salvador, New York, Marseille, die vielen Ortswechsel zeigen die Rastlosigkeit Antoine de Saint-Exupérys. Die wechselnden Erzähl- und Zeitsprünge bringen abwechslungsreiche Spannung in den Roman und man kann sich der fesselnden Wirkung kaum entziehen. 

Sophie Villard lässt uns einen eindringlichen Blick werfen auf die Hintergründe und wahren Gegebenheiten im Leben Consuelos. Aus der unsterblichen großen Liebe wurde eine tragische Beziehung mit vielen Schattenseiten, Consuelo hatte sich ihr Leben anders vorgestellt. Am Ende ging aus dieser Ehe als positives Ergebnis die Geschichte des kleinen Prinzen hervor und kündet von der Liebe, die man mit dem Herzen sieht.  

Mit all seiner Ausdruckskraft und Tiefe hat mich dieser Roman sehr beeindruckt, ich konnte mit Consuelo mitfühlen, habe ihre Weggenossen kennengelernt, ihren Leidensdruck im Auf und Ab ihrer Ehe erlebt und ihr Handeln gespannt verfolgen können.  

Dieser eindringlich berührende Roman hat mir die Entstehungsgeschichte von "Der kleine Prinz" im historischen Kontext vorgeführt und lässt die Geschichte nun in einem anderen Licht erscheinen. Eine empfehlenswerte historische Liebesgeschichte, die die Grundlage bildete für eines der berühmtesten Bücher der Welt. Absolute Leseempfehlung!

 

***Herzlichen Dank an die Autorin und den Aufbau Verlag für das Rezensionsexemplar!***


 - Peggy Guggenheim und der Traum vom Glück - Sophie Villard

Meine Märchenwelt - Silvia Schröer

Ein Muss für Märchenfreunde

Bekannte Märchen in Kurzform zum Hören, Mitmachen und Nachspielen

Silvia Schröer stellt in "Meine Märchenwelt" zehn bekannte Märchen zum Vorlesen und Mitmachen vor. Das Bilderbuch mit Illustrationen von Katja Jäger erscheint im Penguin Junior Verlag.  

Der Wissensschatz alter Märchen gehört einfach in jede Generation, hier werden zehn beliebte Märchen neu erzählt und es finden sich zu jeder Geschichte kreative Do it yourself-Ideen, damit man tiefer in die Märchenwelt abtauchen kann. Die Ideen lassen sich gut bei Kindergeburtstagen anwenden oder einfach mal am Wochenende als schöne Beschäftigung.


Die zehn Märchen sind alles bekannte Stücke wie Schneewittchen, Frau Holle, Rapunzel, Der Froschkönig, Prinzessin auf der Erbse. Alle Märchen werden sehr verständlich und in Kurzform erzählt, damit bieten sie sich als Gutenacht-Geschichte förmlich an. Aufgepeppt wird das Ganze durch tolle Spiel- und Bastelideen und Rezepte, die man mit seinen Kindern nachmachen kann. Diese Ideen lassen sich auch prima beim nächsten Kindergeburtstag einbauen. 




 

Absolut kindgerecht verständlich wird immer ein Märchen auf einer Doppelseite in Kurzlänge erzählt, danach schließen sich verschiedene Spiel- und Bastelideen an, die an das spezielle Märchen thematisch angepasst sind und die Inhalte spielerisch aufgreifen. Es gibt Ideen für einzelne Kinder oder für ganze Gruppen.  

Wer möchte nicht gerne mal Aschenputtel sein und wie sie Erbsen aussortieren oder wenigstens die Schuhanprobe nachspielen? Oder für den Froschkönig-Teich bunte Papier-Seerosen basteln und Badewannenfarbe herstellen? Schön ist auch das Basteln einer Krone für kleine Prinzessinnen und das Spiel mit der Erbse. Es braucht nicht sehr viele Materialien und der Spielspaß kann schnell starten.

An Rezepten gibt es eine Bastelanleitung für ein Knusperhaus, für Sterntaler-Kekse und einen Rapunzel-Salat. Das schmeckt allen Kindern und besonders, wenn sie dabei geholfen haben.

Aussagekräftig und wunderschön anzusehen sind die farbenfrohen Bilder von Katja Jäger. Sie machen das Buch zum Lieblingsbuch meines kleinen Lesekindes. 

Dieses wunderbare Märchen-Bilderbuch sorgt für Vorlesespaß und die bunten Do it yourself-Ideen lässt Kinderherzen höher schlagen. Ein Freizeitvergnügen für die ganze Familie! 

 

***Herzlichen Dank an das Bloggerportal und an Penguin Junior Verlag!***

 


Sonntag, 19. September 2021

Wochenrückblick KW 37/2021




Was habe ich diese Woche eigentlich gemacht?

Ein paar Sonnenphasen gab es ja in der letzten Woche, aber man merkt doch deutlich, dass der Herbst schon fast zum Greifen nah ist. Jetzt wird es Zeit für warme Pullis und lange Hosen und auch eine dickere Jacke kann man wieder hervorholen. Unsere Heizung haben wir aber noch nicht wieder angestellt, wenn mir am Abend zu frisch wird, nehme ich einfach eine Kuscheldecke.   


Gesehen:  

Dokumentation über Mazedonien  


Gelesen:  
 

Getan: 
 
Reiseanmeldung: Wir fahren noch ein paar Tage an den Niederrhein.
 
Gefreut:  
  
Über neue Buchpost von Sophie Villard 


 
Gegessen:
 
Diese Woche haben wir einige Termine gehabt und viel erledigt und waren auch häufig auswärts essen. Wo wir schon unterwegs waren, boten sich einige Restaurants beim Vorbeifahren an und das haben wir ausgenutzt. Wer weiß, wie lange wir noch draußen essen können? 

Griechisches Essen mit meiner Mutter (Foto); Bunter Salatteller mit Ei und gekochtem Schinken; Toast Hawai; Spätzle mit Käse-Sauce; Pizza Inferno mit Tomatensuppe (leckerer Mittagstisch bei Toscanini); Tapas Teller beim Lieblingspanier; Bayerische Weißwurst mit Kartoffeln und Erbsen-Möhren (war mit Sauerkraut geplant, aber die Möhren wollte ich aufbrauchen);


 




Gedacht: 

Jetzt kommen die ersten Weihnachts- und Winterbücher auf den Markt, ich habe aus dem Knesebeckverlag auch schon eines erhalten. Es trägt den Titel: "Wir warten auf Weihnachten mit den schönen Wintergeschichten aus aller Welt" und ist eher ein winterliches Märchenbuch.  

Gefeiert:

Keine Feier 
 
Geärgert: 

Wir können nicht allein die ganze Welt retten? Der Klimaschutz und der Erhalt der Natur samt Ressourcen geht die ganze Welt etwas an. Hier müssten alle Länder an einem Strang ziehen, doch davon sind wir weit entfernt.  

Gekauft:

Bettlaken und Handtücher


Geklickt:

Die Gegend am Niederrhein
karminrot-blog.de Ich nehme an der Linkparty teil.

Ich wünsche euch eine schöne Woche,

Eure Sommerlese


Samstag, 18. September 2021

Jahreszeitenlesetipps für den Herbst


                 
  


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Das ist eine Idee von Meine Welt voller Welten und Der Duft von Büchern und Kaffee, eine schöne Aktion und ich nehme gerne daran teil.

Meine Herbst-Beiträge findet ihr hier:

Herbsttipps 2017    

Herbsttipps 2018

Herbsttipps 2019

Herbsttipps 2020

Der Herbst ist fast da und damit die letzten wärmenden Sonnenstrahlen, raschelndes Laub und bunt gefärbte Blätter, glänzende Kastanien und natürlich eine gemütliche Lesezeit, wenn es abends immer früher dunkel wird! 

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Was lest ihr so im Herbst, ich lese ja querbeet alle möglichen Genres. Auffallend ist jedoch, zu dieser Jahreszeit erscheinen natürlich einige Wohlfühlromane, die von Liebe und Freundschaft erzählen und ganz besonders viele Thriller, das Mörderische und Gruselige passt ja gut zu den dunklen Abenden und den Herbstnebeln.

Was wäre also die richtige Lektüre für lange Abende?

Meiner Meinung nach passt sehr gut die Familiensaga "Die Hebamme" des norwegischen Autors Edvard Hoem aus dem Urachverlag in diese Jahreszeit. 

   
                             

Dieser großartige und feinfühlig erzählte Roman bringt uns das harte Leben einer Hebamme und vielfachen Mutter in Norwegen um 1830 näher. Wir erleben die Schwierigkeiten, die sich ihr durch alte Traditionen und Vorurteile in den Weg stellten, aber auch von ihrem Kampf, ihrer Familie ein Überleben zu sichern. Damals keine einfache Sache ohne soziale Absicherung und dann noch mit über 10 Kindern. Ich habe diesen Roman verschlungen, es ist für mich ein echter Buchschatz!

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Natürlich darf ein Kochbuch-Vorschlag nicht fehlen! Im Bassermann Verlag erscheint "Kartoffelsalat - Die besten Rezepte - klassisch, innovativ, gut! 34 neue und traditionelle Variationen" von Luise Lilienthal.  

Mal ehrlich: Eigentlich sind Kartoffelsalate immer lecker und passen zu allen Jahreszeiten. Hier gibt es mal ein Buch mit alten und neuen Rezepten, wie man den Salat zubereiten kann. Auch als Geschenk finde ich das Buch toll, denn für 7,99 Euro kann man nicht viel falsch machen.

                          

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Und hier ist noch ein Tipp für alle, die es gern humorvoll und doch spannend mögen: 

David Safiers Roman "Miss Merkel: Mord in der Uckermark". 

                              

Angela Merkel geht ja nach der nächsten Bundestags-Wahl in Rente, so wie im Buch als Hobby-Detektivin könnte man sich ihr weiteres Leben gut vorstellen. Ich kann euch versprechen, es wird lustig und sehr unterhaltsam. Auch Angelas Mann und ihr Personenschützer kommen zu Wort und Angela hat sogar einen Hund, einen Mops namens Putin. Na, wenn das mal nicht ein spannender Rentenbeginn ist, dann weiß ich ja auch nicht!

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Einen wunderbaren Herbst wünscht euch,

Eure Sommerlese!

 

Wenn die Stille schreit - Roman Klementovic

In der Kürze liegt die Würze!

Absolut spannend und voller beklemmender Situationen und Gänsehautmomente

Im Gmeiner Verlag erscheint der Kurz-Thriller "Wenn die Stille schreit" von Roman Klementovic.

Obwohl ein Schneesturm wütet, fährt Tim mitten in der Nacht von seiner Arbeit nach Hause zu seiner Frau Nathalie. Gerade haben sie noch miteinander telefoniert, sie will wach bleiben, bis er sicher zurück gekehrt ist. Doch dann findet Tim das Haus verlassen vor, der Strom ist ausgefallen und er tappt im Dunkeln durch das Haus, um Natalie zu suchen. In ihm keimt ein ungeheuerlicher Verdacht auf, denn erst vor ein paar Tagen sind zwei Gewaltverbrecher aus einer Anstalt geflohen. Diese Nachricht hat Tim und Natalie sehr beunruhigt. Und nun ist seine Frau verschwunden. Wo kann sie nur sein?

 

Als ich das schmale Büchlein sah, hätte ich mir nicht vorstellen können, so eine packende Gänsehaut-Story geboten zu bekommen. Doch in der Kürze liegt die Würze!

Wir erleben Tim während seiner schwierigen Fahrt über schneeverwehte Straßen, er braucht Stunden in der Dunkelheit und der Sturm wütet noch weiter. Als er seine Frau nicht im Haus antrifft, überkommt ihn panische Angst, ihr könnte etwas zugestoßen sein, was mit den entlaufenen Mördern zusammen hängen könnte. Es treten noch zwei weiteren Figuren in die Handlung ein, die die Spannung noch verstärken. Sind das die vermeintlichen Mörder oder friedliche Leute?

Ich konnte bei diesem Thriller wirklich Gänsehaut entwickeln. Roman Klementovic hat ein Händchen für gruselige Szenen und schickt seine Leserschaft gezielt auf Fährten, die dann wieder in eine andere Richtung wechseln. Die ganze Zeit bangt man gemeinsam mit Tim um einen guten Ausgang der Geschichte und erlebt am Ende eine besondere Wendung. 

Dieser packend geschriebene Kurz-Thriller hält einige Überraschungen und gruselige Momente bereit. 4,5 Sterne runde ich gerne auf.

 

***Herzlichen Dank an den Gmeiner Verlag für dieses Rezensionsexemplar!***



Freitag, 17. September 2021

Freitags-Füller # 256


 

Bei einem Besuch im Blumenladen konnte ich bei der lachsfarbenen Rose nicht widerstehen, sie war auf 1,50 Euro herunter gesetzt und bekommt bei mir noch eine Chance auf der Terrasse. Der Regen hat ihr die letzten Tage nicht geschadet, vielleicht habe ich ja Glück und kann sie noch etwas länger genießen. 

 


 

Immer wieder kommt ein neuer Freitag ... und damit der Freitagsfüller! 

Dies ist ein kleiner Lückentext zum Ausfüllen von Barbara von  Scrap-Impulse.


1.  Ich bin stolz, nein, das bin ich einfach nicht, denn dieses Wort wirkt überheblich, hochmütig und vermessen. 

 

2. Ein Nordfenster ist definitiv nicht der richtige Platz für die allermeisten Pflanzen. Schade!

 

3.  Um den Hals trage ich meistens meine Silberkette von Lapponia, definitiv ein Lieblingsschmuckstück. 


4. Die ganzen Reality-Soaps sind mir einfach zuviel Drama.


5. Gestern abend lief mal wieder nur Blödsinn im TV, da lobe ich mir die vielen schönen Bücher.

 

6. Sommerblumen liebe ich genauso wie alle Herbstblumen.

 

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf ein Telefonat mit einer Freundin, morgen habe ich geplant, noch ein wenig in die Natur zu streifen und Sonntag gibt es bei uns Bayerische Kost: Weißwurst mit Sauerkraut und süßem Senf. 

 

Euch allen ein wunderschönes Wochenende!

Viele liebe Grüße,

Eure Sommerlese

Donnerstag, 16. September 2021

Montags bei Monica - Clare Pooley

Eine schöne Geschichte, wie sich Menschen näher kommen

Clare Pooleys Debütroman "Montag bei Monica" erscheint im Goldmann Verlag.


Monica findet in ihrem Café das Notizbuch von Julian, dem Künstler, ein älterer, etwas exzentrischer Herr, der an seiner Einsamkeit leidet. Sie liest seine Zeilen und ist von seinen beschriebenen Gedanken und Gefühlen so berührt, dass sie sich auf die Suche nach ihm macht und ihm helfen will. Sie findet Julian und organisiert einen Kunstkurs, der Julians Leben wieder einen Sinn gibt. Doch zuvor schreibt sie ihre eigenen Wünsche ins Büchlein und schickt es weiter, bis es schließlich sechs Menschen zusammenführt, die sich im Café treffen und kennenlernen und zu Freunden werden. Aber werden sich auch Monicas Wünsche erfüllen? 



Jedes Kapitel wird aus der Sicht einer Person geschrieben, man lernt alle Figuren immer besser kennen und kommt ihnen näher. Die ständigen Wechsel bringen stets neuen Schwung in die Geschichte, man bangt, hofft und freut sich mit ihnen und wird durch den eingängigen Erzählstil gut unterhalten. Allerdings haben die Stories auch einige Längen, man muss sich auf die oft sehr ausführlich beschriebenen Vorgänge der Personen einlassen.

Im Grunde muss ich sagen, das Buch lebt durch die liebevoll beschriebenen, realistisch wirkenden Charaktere, alle haben eigene Schicksale, Sorgen und Eigenarten, sind unterschiedlichen Alters und Geschlechts und doch eint sie eines besonders, die Einsamkeit und damit eine Unzufriedenheit mit ihrem Leben. Das Buch bringt sie miteinander in Kontakt und verändert ihr Leben. Sie begegnen sich, sind achtsam, passen aufeinander auf und wollen sich gegenseitig unterstützen. Eine Win-Win-Situation für alle, wie in einer gut funktionierenden Familie. Hier bekommen Menschlichkeit, Freundschaft und Nächstenliebe eine Plattform, die wildfremde Menschen zusammenführt und ihren Leben neuen Zusammenhalt und Sinn geben. Die Geschichte sorgt bei mir für Empathie für die Figuren und sie zeigt, welche verbindende Wirkung das geschriebene Wort eines kleinen Notizbuches haben kann. Manchmal müssen sich Menschen ihre Sorgen und Nöte anvertrauen und kommen dadurch nicht nur in Kontakt, sondern bauen sich ein neues soziales Umfeld auf. 
  

Eine herzerwärmende Geschichte, die verschiedene Personen zusammenführt und mit ihren Treffen und Erlebnissen einfach berührt. Für mich 3,5 Sterne, die ich gerne aufrunde.

***Herzlichen Dank an den Goldmann Verlag für dieses Rezensionsexemplar!***



Mittwoch, 15. September 2021

Wo die wilden Väter wohnen - Björn Kern

Amüsante Verhaltensbibel über das Landleben und seine Tücken

Im Knaur Verlag erscheint Björn Kerns Buch "Wo die wilden Väter wohnen"

Das Landleben lockt mit seiner Natur-Idylle viele Städter an, diesen Traum erfüllte sich auch Björn Kern und zog mit seiner Familie von Berlin aus ihrer Etagenwohnung aufs Land und erlebt dort einen echten Kulturschock. So einfach ist das Leben auf dem Land doch nicht, es erfordert so manche Fähigkeit. Auf einige Unsäglichkeiten war Björn nicht vorbereitet, so wie die Belästigung durch Mücken, oder die ewige Warterei auf den Überlandbuch und wie erweckt man eigentlich einen toten Fisch wieder zum Leben? Es ist nicht einfach, ein Landvater zu sein, das muss auch Björn Kern entdecken. Aber am Ende fühlt er sich dort auch wohl.    



"So ein Kind ist etwas Wunderbares. Es dient als Ausrede, all die Dinge zu kaufen, die man ohne Kind natürlich niemals kaufen würde." Zitat Seite 67

Björn Kern nimmt uns mit aufs Land, von nun an sind überfüllte Spielplätze Vergangenheit und seine Tochter Sophie kann sich hier in der Natur austoben. Gemeinsam erleben wir Vater und Tochter bei ihren kleinen und großen Herausforderungen des Landlebens und man muss einfach schmunzeln, wenn man sieht wie einiges ganz anders läuft als erhofft. Doch Björn nimmt die Herausforderung an einen gestandener Landvater an. Schon allein um seine Tochter Sophie zufrieden zu sehen. Die muss Schwimmen lernen, möchte jetzt endlich ein eigenes Tier haben und natürlich Freunde finden. 

Das Einleben ist nicht leicht, glücklicherweise steht häufig der knurrig wirkende märkische Nachbar am Gartenzaun und hilft Björn mit seinen in stoischer Ruhe dargebrachten Ratschlägen und gibt im Dialekt seine besonderen Lebensweisheiten auf spöttische Weise zum Besten. In der Ruhe liegt die Kraft, so ist seine Devise.

Der Erzählstil ist absolut flüssig und lebendig, die Anekdoten werden humorvoll in kurzen Kapiteln erzählt und zeigen, wie sich die Familie auf dem Land einlebt. Der Einblick in die Erlebnisse der Familie reicht von den ersten Angelversuchen (was macht man mit dem gefangenen Fisch?), dem eigenen Gemüseanbau (klappt nicht besonders), der Anschaffung eines Katers (ist ziemlich überdreht und hält die ganze Familie auf Trab), über Geburtstagfeier der Tochter (endet im Matsch) bis hin zum Warten auf die öffentlichen Verkehrsmittel (Busverkehr ohne Bus ist eigentlich nix). 

Man kann bei den Szenen häufig lachen und dank der bildhaften Beschreibung läuft beim Lesen ein buntes Kopfkino ab. So wird man gut und locker unterhalten und freut sich, wenn so manche heikle Situation glücklich endet.  

Ein amüsanter Einblick mit selbstironischer Reflektion auf das Leben auf dem Lande. Gute Unterhaltung mit humorvollen Szenen für Städter, die das Land lockt!  

 

***Herzlichen Dank an den Droemer Knaur Verlag für dieses Rezensionsexemplar!***


Kern, Björn - Im Freien - Abenteuer vor der Tür 

Dienstag, 14. September 2021

Die Schwestern vom Ku'damm: Ein neuer Morgen - Brigitte Riebe

Wunderbarer Abschluss der Familiengeschichte  

The Swinging Sixties

Der vierte Teil der erfolgreichen Ku'damm-Reihe von Bestsellerautorin Brigitte Riebe trägt den Titel "Die Schwestern vom Ku'damm: Ein neuer Morgen" erscheint im Wunderlich/Rowohlt Verlag und führt in die Swinging Sixties.

Berlin 1966: Der wirtschaftliche Aufschwung weckt einen neuen Zeitge. Das macht sich auch im geteilten Berlin bemerkbar, die Gesellschaft verändert sich, die Jugend geht auf die Straße, der Musikstil und die Mode ändern sich gewaltig, es gibt laute Beats und kurze Miniröcke in knallbunten Farben. Auch die Schwestern Thalheim möchten diesen Mode-Trend anbieten, jetzt gilt es, ihren rückständigen Vater zu überzeugen. Wie schon ihre Mutter Ruth ist nun auch Miriam Feldmann Chefdesignerin im Modekaufhaus. Ihrer kleine Familie bekommt unerwarteten Zuwachs, wie wird Adoptivtochter Jenny darauf reagieren?
 



Die Töchter von Friedrich Thalheim heißen Silvie, Rike, Flori und Miri und halten seit Jahren dem Modehaus der Familie die Treue. Dabei wünschte sich der Patriarch Friedrich eigentlich einen Sohn. Im vierten Band der Reihe stellt Brigitte Riebe nun Miriam Feldmann in den Mittelpunkt, sie wurde als uneheliche Tochter von Friedrich Thalheim in der Familie aufgenommen und arbeitet nun als Chefdesignerin im Kaufhaus. Sie kennt die neuen Modetrends, nun muss sie Friedrich davon überzeugen, die Wünsche der Frauen nach Minikleidern und schreienden Farben auch anzubieten. Sie ist glücklich mit ihrem Mann und ihrer adoptierten Tochter Jenny, als sie mit über 40 ihr erstes leibliches Kind erwartet, stellt das ihr Leben auf den Kopf. Und sie trifft nach langer Zeit auf einen Mann, den sie aus der Kriegszeit kennt.

Auf diesen Band habe ich schon hingefiebert, als ich erfuhr, das sich ein weiterer Teil der geplanten Trilogie anschließen würde. 

Der Roman spielt zwischen 1966 - 1971. Im Prolog blicken wir zurück ins Jahr 1933, Miriam wuchs als Kind einer jüdischen Angestellten der Thalheims auf, 33 Jahre später ist sie anerkanntes Mitglied der Familie. Sie arbeitet im Modehaus und hat mit dem Restaurantbesitzer Schani und Adoptivtochter Jenny ihr großes Glück gefunden. Doch es ziehen auch dunkle Wolken über Miris Leben, denn wir erfahren Dinge aus der Vergangenheit, die sie wieder einholt, als sie einen alten Bekannten wiedertrifft. Lange Zeit musste sie sich unter dem Naziregime auf entlegenen Bauernhöfen oder in Lauben verstecken, immer mit der Angst im Nacken, entdeckt und deportiert zu werden. Nun hat die starke Miri aber ganz andere Probleme, ihr Baby ist ein Schreikind und raubt ihr den letzten Nerv und ihre Tochter Jenny reagiert mit trotziger Eifersucht und rebelliert. Sie trifft einen alten Bekannten wieder, der sie wieder erdet und langsam kann sie ihrer Familie von diesen schrecklichen Erlebnissen erzählen. So vielseitig die Charaktere der Familie auch sein mögen, am Ende halten sie zusammen.

Brigitte Riebe kann einfach wunderbar schreiben und bringt flüssig, bildhaft anschaulich und mit viel historischem Hintergrund die Erlebnisse der Thalheims, das Alltagsleben und die Modewelt und Musikszene auf den Punkt, sodaß man direkt in die Zeit eintauchen kann und die Umbrüche der Zeit miterlebt. Die politischen Vorgänge und Veränderungen werden auch bei den Thalheims diskutiert, wie die Studentenbewegung, der Abtreibungsparagraf 218 und die Reformierung des Nichtehelichenrechts. Sehr interessant ist nebenbei gesagt auch der chronologische Abspann der Ereignisse in Berlin und der Welt zwischen 1966 und 1971. Die wichtigsten Ereignisse der Zeit hat man hier noch einmal wunderbar zusammengefasst vor Augen.

Ein wunderbares Lesevergnügen, das die Umbrüche der Zeit nachfühlbar beschreibt und den Kreis um die vier Schwestern nun abschließt. Über einen Folgeband der Kindeskinder freuen. Dieser Roman zeigt das Leben in den Swinging Sixties mit Politik, Modetrends und Musikgeschmack.

 

***Herzlichen Dank an den Rowohltverlag für dieses Rezensionsexemplar!***

 


Sonntag, 12. September 2021

Wochenrückblick KW 36/2021



Was habe ich diese Woche eigentlich gemacht?

Der Sommer ist noch einmal zurückgekehrt und das muss man jetzt noch einmal genießen. Viele Blumenbeete zeigen aber schon die herbstliche Färbung, ein Gefühl von Indian Summer kommt dabei auf. Ich mag diese herbstliche Farbenpracht, aber die wärmende Sonne kann ruhig noch ein wenig bleiben.   


Gesehen:  

Interessante Doku über den Handel mit Menschenaffen. Die Organisation CITIS (Washingtoner Artenschutzübereinkommenscheint) scheint aber keinen großen Einfluß auf das Handeln einiger korrupter Länder zu haben. Da kann man sich das Ganze auch sparen. 


Gelesen:  
 

Getan: 
 
Mal wieder das Haus gründlich auf Vordermann gebracht. So einige Spinnen hatten sich ihre Verstecke ausgesucht und sind jetzt heimatlos.
 
Gefreut:  
  
Über neue Bucherpost von Franka Michels (Autorin Regine Kölpin) vom DroemerKnaur Verlag mit leckerem Ostfriesentee
 
 
Gegessen:
 

Bunte Gemüsesuppe; es ist noch Suppe da; Fischstäbchen mit Möhren und Kartoffeln; Gulasch mit buntem Gemüse und Spätzle; Milchreis mit Kirsch- Grütze; Antipasti mit Ciabatta; Brokkoli-Kartoffel-Hack-Auflauf;







Gedacht: 

Es kann doch wohl nicht wahr sein, dass bei den Evakuierungsflügen aus Afghanistan abgeschobene Straftäter wieder gerettet wurden.

Gefeiert:

Keine Feier 
 
Geärgert:  

Ich finde es gut, dass Deutschland etwas für den Klimaschutz tun will. Doch was nützt zum Beispiel der Ausstieg aus der Kohlegewinnung, wenn gleichzeitig auf der Welt zig neue Kohlekraftwerke entstehen und wir auch noch Produkte aus diesen Ländern beziehen, bzw. von ihnen abhängig sind. 

Gekauft:

den üblichen Einkauf


Geklickt:

Die Verlags-Listen
 

Ich wünsche euch eine schöne Woche,

Eure Sommerlese