Dienstag, 30. April 2019

Lesemonat April 2019


Der April zeigte sich mit Sonne, Regen und etwas Hagel, ganz wie man es von ihm kennt. Es ist auch im Buchhandel eine sehr wandelbare Zeit, denn jetzt fluten immer mehr Urlaubsbücher die Buchtische und Ladentheken.





Durch die Buchmesse habe ich im April reichlich Buchnachschub bekommen. Gelesen habe ich waren viele Bücher und die meisten sind im 4- bis 5-Sterne-Bereich angesiedelt. Insgesamt habe ich 24 Bücher gelesen und dieses Mal führen die Romane mit 8 Büchern, danach folgen die Krimis mit 5 Büchern. Es war kein einziger Flop dabei.
 
Meine Highlights im April 2019 sind die Sachbücher über den Fuchs namens Ayla und über die Pumas in Patagonien. Die perfekten Tierbilder und Naturaufnahmen haben mich schlicht und einfach umgehauen.  
Aber auch die Romane "Herzkur" und "Das Heinrich-Problem" möchte ich hier hervorheben. Von den beiden Autorinnen möchte ich gern weitere Romane lesen.    

Auf Instagram kann man mich übrigens auch finden. Wie schnell man sich an eine zusätzliche social media gewöhnen kann, ist echt erstaunlich! 
Sommerlese Insta 

Monatsübersicht nach Genres

Krimi:                        5
Thriller:                      2
Roman:                      8
Histor. Roman:            2
Hörbuch:                    0
Kochbuch:                  2
Sachbuch:                  3       
Kinderbuch:                2
Jugendbuch:               0
Biografie:                   0

 

 Buchtipps im April: 

 

Zara und Zoë - Rache in Marseille von Alexander Oetker 

Das Heinrich-Problem von Alexandra Holenstein 
Der Rosengarten am Meer von Nele Jacobsen
Der Gutshof im Alten Land von Micaela Jary   

Pumaland von Ingo Arndt 

Herzkur von Julia Greve

Party-Ideen mit Blätterteig von Guillaume Marinette

Ayla-ungewöhnliche Freundschaft mit einem Fuchs von Silje Elin Matnisdal

Picasso im Barberini Museum vom Prestel Verlag

Das Museum der Insekten von François Lasserre

 

Die meistgeklickten Blogbeiträge waren diesen Monat: 

 

- Unboxing der Glossy-Box April

- Ostergewinnspiel (läuft übrigens noch bis zum 4.5.)   

- Jahreszeitenlesetipps Winter 

Das hat mich echt verwundert! Leute, es ist fast Sommer! 

- Das Heinrichproblem von Alexandra Holenstein

  




Das Osterfest war dieses Mal vom Wetter als auch von meinen Eindrücken und Erlebnissen einfach nur wunderschön. Und gefärbte Eier schmecken doch irgendwie besser! :-)

 

Bei mir geht es im Mai weiter mit neuem Lesestoff und einigen Geburtstagen! 

Ich wünsche euch einen schönen, lesereichen und eindrucksvollen Mai! 


Liebe Grüße und eine schöne Lesezeit,

eure Sommerlese!

Montag, 29. April 2019

Das Leuchten jenes Sommers - Nikola Scott

Spannend, berührend und emotional zeigt dieser Frauenroman verschiedene Facetten der Liebe auf. 


Nikola Scotts Roman "Das Leuchten jenes Sommers" erscheint am 16.4.2019 im ROWOHLT Wunderlich Verlag.
 
Cornwall im Sommer 1939: 
Abgeschieden liegt das Anwesen Summerhill, dort lebt die junge Madeleine, genannt Maddy, gemeinsam mit ihrer Tante und ihrer älteren Schwester Georgiana. Maddy verlor ihre Mutter schon sehr früh und wurde Zeugin des tragischen Unfalls ihres Vaters von den Klippen der Küste. Georgina ist wie eine Mutter für Maddy und wird von ihr nach einer langen Europareise sehnsüchtig erwartet. Doch sie hat sich völlig verändert und bringt auch noch ihren Freund Victor mit, den Maddy nicht ausstehen kann.
Siebzig Jahre später führt ein Auftrag die junge Fotografin Chloe nach Summerhill. Sie soll eine Autorin porträtieren, die berühmt für ihre Kinderbücher war. Bei dieser Autorin handelt es sich um Maddy, die ihre Geheimnisse aus der Vergangenheit immer noch mit sich herum trägt.  



Dieses Buch beginnt in der Vergangenheit im Jahr 1939 mit der Geschichte der jungen Maddy. Während sich der Zweite Weltkrieg anbahnt, freut sich Maddy auf die Rückkehr ihrer Schwester Georgiana und beobachtet ein abstürzendes Flugzeug, dass während eines Manövers über den naheliegenden Klippen abstürzt. Sofort springen ihr die grauenvollen Bilder vom Tod ihres Vaters ins Gedächtnis.
Der zweite Handlungsstrang spielt 70 Jahre später, als Chloe nach Summerhill reist, um Maddy zu fotografieren. Ihr Mann Aiden hält nichts von der Berufstätigkeit seiner Frau und scheint Chloe in jeder Hinsicht zu bevormunden. Auch in die Betreuung von Chloes kranken Bruder Danny mischt er sich ein. Chloe ist schwanger, doch trotz der freudigen Nachricht, versucht sie Abstand zwischen sich und ihren Mann zu bringen und reist nach Summerhill.

"Das Leuchten jenes Sommers" ist ein Roman über das Schicksal zweier Frauen und ein sie verbindendes Geheimnis. Durch die Zeitsprünge erlebt man die verschiedenen Zeiten mit und versteht, welche Ziele und Wünsche den Figuren zugeschrieben werden.  
Neben einigen nicht so schönen Momenten, gibt es viele emotionale und hoffnungsvolle Erlebnissen, die nachdenklich stimmen und dem Buch einen tieferen Sinn verleihen.

Bei diesem Roman erlebt man betroffen, wie Chloe von ihrem unsympathischen Mann bevormundet und eingeengt wird. Mit dem Fotoauftrag scheint sie sich von seinem Einfluss befreien zu wollen und gleichzeitig sorgt ihr Besuch bei Maddy für die Verknüpfung der unterschiedlichen Handlungsstränge. Zwischen Chloes und Maddys Leben gibt es Parallelen, die sie näher miteinander verbinden. Während die Handlung verhältnisweise ruhig erzählt wird, ahnt man, dass sich etwas Bedrohliches anbahnt und verfolgt die Vorgänge deshalb gespannt bis zu ihrem auflösenden Ende.

Die sehr unterschiedliche angelegten Charaktere agieren vor der großartigen Kulisse der wunderschönen Landschaft Cornwalls. Auch muss man einfach den eingängigen und flüssigen Schreibstil der Autorin und ihre Fähigkeit zur lebendigen Charakterbeschreibung loben. Neben Maddy wurde mir auch Chloe sehr sympathisch und ich konnte während des Lesens nicht nur in ihre Figuren eintauchen, sondern auch mit ihnen miterleben und mitfühlen. Den Nebenfiguren wird ebenfalls reichlich Raum zur Entfaltung gegeben. Die männlichen Rollen sorgen in diesem Roman für die Abgründe, in die sie Frauen durch die Liebe stürzen können. Wenn Liebe einengt, gängelt oder verletzt, schadet sie und nur die uneigennützige Liebe, die wohlwollende ist die Liebe, die den Menschen gut tut. 

Es ist ein atmosphärischer Roman, der mich durch die Zeitwechsel und die beschriebenen Themen sehr beeindruckt hat. Der aufzeigt, wie sich Mütter für ihre Kinder eine bessere Zukunft erhoffen, dafür selbst auf eigene Wünsche verzichten und wie schon Kinder ein Rollenbild aufgedrückt bekommen können, von welchem sie zeitlebens geprägt werden. Auch psychische Gewalt wird hier thematisiert und es wird gezeigt, wie sich Menschen in dieser emotionalen Abhängigkeit verhalten.

Liebe kann viele Kräfte, Ausprägungen und Wirkungen haben. In diesem Roman zeigt Nikola Scott dass es sich lohnt, die eigenen Wünsche zu verfolgen und auch in einer Beziehung eigenständig zu bleiben.

Für alle Leserinnen, die ein Buch über die Liebe und ihre Ausprägungen suchen, kann ich diesen Roman sehr empfehlen. Es zeigt Beziehungen in der Ehe, die Liebe in der Familie und eine interessante Grundgeschichte, die sich wunderbar liest.


***Diesen Roman habe ich als Leseexemplar auf der Buchmesse in Leipzig 2019 bekommen.***




Sonntag, 28. April 2019

Wochenrückblick KW 17/2019



Was habe ich diese Woche eigentlich gemacht?  

 


Gesehen:  

Den Kinofilm "Doktor Knock - ein Arzt mit gewissen Nebenwirkungen"
 
Gelesen:

Puma Land - Ingo Arndt 
Schäfchenwolkenhimmel - Gabriella Engelmann  
Der Gutshof im Alten Land - Micaela Jary 
Die Fotografin - Die Zeit der Entscheidung - Petra Durst-Benning
 

Getan:  
Gefunden: am Ostermontag noch Ostereier *im Restaurant unter der Serviette:-) 
"Geturnt": Krankengymnastik für mein Knie  
Getroffen: mit Nachbarn einen Film geschaut
Geschnitten: Haare von meiner Friseurin 
Gesungen: auf unserer Chor-Freizeit in Loccum


Gegessen: 
Spargel mit Schinken und Salzkartoffeln; Souvlaki mit Metaxasauce und kretanischen Kartoffeln (Foto); Brathähnchen mit Krautsalat; Kartoffelsalat mit Fischstäbchen und Gemüse; chinesische Tofu-Gemüsepfanne mit Reis; Salatteller mit Shrimps und Dinkelbrötchen; Putencurry mit Reis

Getrunken:  

Jede Menge Wasser, Kaffee und verschiedene Tees, Alster, Apfelsaft, Apérol Spritz, Weisswein

Gedacht: 

Wie schnell die Zeit vergeht, jetzt ist der Mai schon wieder fast erreicht. 

Gefreut:
 

Über eine Einladung zum Essen und Filmabend von unseren Nachbarn 
Über einen Krimi-Gewinn bei Lovelybooks

Gestaunt:  

Über meine Duschgele und Kosmetikprodukte, da muss ich dringend mal aufräumen und altes wegwerfen.

 
Geärgert:   

Über die vielen Pollen überall * Hust, Schnief, Putz-wie-wild...

Gewünscht:   

Neue Sandalen, ich weiß nur noch nicht so recht wie die aussehen sollen.
 
Gekauft: 

Drogerieartikel, eine neue weiße Hose, Erdbeeren
 
Geklickt:

Einige Blogbeiträge, denen ich folge und Instagram-Bilder über dies und das. Rezeptvorschläge zu kretanischen Kartoffeln wie auf dem Foto.

 

 



Ich wünsche euch eine angenehme Woche und einen schönen 1. Mai

Eure Sommerlese

 

Freitag, 26. April 2019

Die Fotografin - Die Zeit der Entscheidung - P. Durst-Benning

Sehr unterhaltsam, konnte mich nicht so mitreißen und überzeugen wie der erste Band.   



Der historische Roman "Die Fotografin - Die Zeit der Entscheidung" ist der zweite Band der Reihe von Petra Durst-Benning aus dem Blanvalet Verlag.

Die Wanderfotografin Mimi Reventlow lebt seit einiger Zeit in der kleinen Leinenweberstadt Laichingen und pflegt ihren kranken Onkel Josef. Mit ihrer herzlichen Art gelingt es ihr, die Sympathie der Dorfbewohner zu erobern und Freundschaften zu schliessen. Als es im Dorf zu einer Katastrophe kommt, sorgen ihre wunderschönen Fotografien für viele Menschen als Trost. Auch Mimi hat Probleme, sie liebt einen Weber, das darf allerdings niemand wissen. Außerdem ist der Besitzer der Weberei gegen sie voreingenommen. Als die Weber gegen ihr hartes Los aufbegehren, steht Mimi plötzlich auch beruflich vor einer Herausforderung. Wie wird sich ihr Leben entwickeln?




Nachdem ich den ersten Band der Reihe begeistert verschlungen habe, wollte ich unbedingt wissen, wie es mit Mimi und ihrem Leben als Fotografin weitergeht.
 Der zweite Band beginnt genau am Ende des letzten Bandes, beim Pfingstmarkt. Mimi führt nun ihrem Onkel nicht nur den Haushalt, er benötigt auch ihre Pflege. Doch sie verzagt nicht, setzt sich für ihre Mitmenschen ein und verliebt sich in einen Weber. Doch diese Liebe muss geheim bleiben, kann Mimi das auf Dauer ertragen? 

Die Autorin hat es wieder geschafft, ihren Figuren echtes Leben einzuhauchen, sodass man sie sich gut vorstellen kann. 
Leider plätschert die Geschichte etwas vor sich hin und an Mimi hat mich etwas gestört, so selbstbewusst und innovativ sie auch beruflich als Fotografin auftritt, so blauäugig und naiv sieht sie ihre Liebe.


Man erfährt einiges über die technische Entwicklung der Abzüge, über das Retuschieren der Fotos, aber auch über die Veränderung der Fotografie im Allgemeinen. Fotos wurden früher immer zu bestimmten Lebensphasen gemacht, Geburten, Hochzeiten oder Konfirmationen waren ein beliebter Anlass. Kinder wurden dabei wie kleine Erwachsene ausstaffiert, dementsprechend mussten sie auch mit ernsten Mienen posieren. Das änderte sich im Laufe der Zeit, im Buch führt Mimi diesen Wandel ein. Damit wird sie zu einer positiven Figur im Dorf, sie merkt, wo sie helfen kann und wenn es nur durch ihre überzeugenden Fotos ist.

In Laichingen auf der Schwäbischen Alb hat die Leinenweberei Tradition. Reich werden konnten damit allerdings nur die Besitzer der Webereien. Die einfachen Arbeiter hatten keine großen Ausweichmöglichkeiten, sie mussten sich den Forderungen der Webereibesitzer fügen. Im Roman zeigt die Autorin die harten Arbeitsbedingungen deutlich auf, man kann sich lebhaft vorstellen, wie hart die Weber früher am Webstuhl gearbeitet haben, von bis zu 12 Stunden ist im Buch die Rede. Die Frauen verdienten ein Zubrot mit Näharbeiten und zogen ihre Lebensmittel auf dem Feld. Aus Tradition wurden die Söhne ebenfalls Weber wie ihre Vorväter. Doch im Buch zeigt sich ein Wandel, die Jugend möchte aus diesem Einerlei ausbrechen und etwas neues beginnen.
 


Dieser Roman hat mich wieder gut unterhalten, der gewohnt eingängige und wunderbare Schreibstil der Autorin sorgt für flüssiges Lesen und Erleben des Alltags der einfachen Leute. Allerdings war die Handlung nicht so spannend wie beim ersten Band. Ich hatte mehr Wendungen erwartet und auch Mimi hat sich meiner Meinung nach nicht wie erhofft genügend weiter entwickelt. 


Besonders gut gefallen hat mir das Nachwort der Autorin, dort wird erklärt, was Fiktion und was Wahrheit im Roman ausmacht und die zeitlichen Bezüge kommen auch zur Sprache. Schon allein deshalb bin ich auf den nächsten Band der Reihe sehr gespannt. 


***Vielen Dank an den Blanvalet Verlag und das Bloggerportal für dieses Rezensionsexemplar!*** 






Durst-Benning, Petra - Die Fotografin - Am Anfang des Weges 1 

Freitags-Füller # 134

 



Das Osterfest liegt nun wieder hinter uns, die gefärbten Ostereier sind aufgegessen, die Schokoeier jedoch noch nicht. Eis passt im Moment irgendwie besser und das Wetter lädt weiterhin ein, draußen zu lesen und das mache ich zur Zeit zur Genüge. Trotz einem großen Stapel auf dem Leseregal habe ich wieder der Verlockung nicht widerstehen können und auf Anfragen mir die Bücher zuschicken lassen.
 


 

Immer wieder kommt ein neuer Freitag ... und damit der Freitagsfüller! 

 

Dies ist ein Projekt von Barbara von  Scrap-Impulse

Ein kleiner Lückentext zum Ausfüllen.

 

1. Ich warte auf ein gewonnenes Aquarell von Andrea Russo, von einer Verlosung auf Facebook. Da bin ich schon sehr gespannt, welche Ansicht es wohl zeigt. 

 

2. Wenn ich etwas anfange, dann mache ich das auch sehr sorgfältig.

 

3. Drei Dinge auf meinem Tisch: Kaffeetasse, Bücherstapel, Brillenetuis und noch vieles mehr.


4. Unser neuer Nachbarhund ist noch sehr übermütig.

 

5. Was macht eigentlich der Weihnachtsmann im Sommer?  :-) Mir fiel zu dazu leider nichts anderes ein.

 

6. Habe ich bereits im Supermarkt gesehen, war aber nur als Kilo zu kaufen und sah auch nicht sonderlich frisch aus, er schmeckt doch am besten direkt aus dem Garten, der Rhabarber.

 

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf einen netten Filmabend bei unseren Nachbarn, morgen (habe) fahre ich mit meinen Mitsängerinnen und Sängern vom "Vocal Club" auf Chorfreizeit nach Loccum (geplant) und Sonntag werde ich dort bis zum Nachmittag das Singen und die Gemeinschaft der anderen genießen.



Ein schönes Wochenende und immer ein tolles Buch zur Hand,

eure Sommerlese 

 

Donnerstag, 25. April 2019

Der Gutshof im Alten Land - Micaela Jary

Diese bewegende Familiensaga aus dem Alten Land hat mich von Anfang bis Ende gefesselt.

    

Micaela Jarys historischer Roman "Der Gutshof im Alten Land" erschien im August 2018 im Goldmann Verlag.

Im Frühling 1919 liegt der Gutshofbesitzer Edzard von Voss im Sterben. Da seine Söhne wahrscheinlich im Krieg gefallen sind, versucht sein raffgieriger Neffe Roland, den Hof durch eine Hochzeit mit Edzards Tochter Finja in seinen Besitz zu bringen. Doch plötzlich taucht Clemens auf, ein Bekannter und optischer Doppelgänger von Finjas Bruder Lennart. Caroline von Voss nutzt diese Chance und gibt Clemens als ihren Sohn aus. Was zunächst wie eine rettende Idee aussieht, ist aber in Wahrheit ein Lügengebilde, welches mehrfach aufzufliegen droht. Kann diese Scharade aufrechterhalten werden?


Micaela Jary versetzt ihre Leser in ihren Romanen gern ins vergangene Jahrhundert, dieser historische Roman führt auf einen Gutshof im Alten Land.  
Zu diesem Roman gibt es die Vorgeschichte der Familie von Voss als Ebook, für das bessere Verständnis der Charaktere empfehle ich es sehr, es ist aber nicht zwingend erforderlich.

Die Geschichte dreht sich um die Familie von Voss. Der Hoferbe Lennart ist im Krieg verschollen, sein Bruder Gerrit ist als Journalist nach Amerika ausgewandert. Weil ihr Vater und Gutsbesitzer im Sterben liegt, versucht seine Frau alles zu unternehmen, um das Gut in der Familie zu halten. Dafür ist sie sogar bereit zu einer Lüge. Diese sorgt für dauerhafte Spannung und Dramatik, weil sie immer wieder zu verschiedenen Gelegenheiten aufzufliegen droht. Lennarts Doppelgänger Clemens ist kriegsmüde und macht das Spiel mit, diese neue Heimat nimmt er gern an. Besonders spannend macht es die Tatsache, dass sich beide Männer zwar ähnlich sehen, aber beide völlig unterschiedliche Charaktere haben. 

In diesem Roman erlebt man mit den hervorragend und sehr unterschiedlich gezeichneten Charakteren deren Lebensumstände, Wünsche, Träume und Nöte mit und nimmt daran gefesselt teil. 
Finja, die statt einer Heirat eher eine Laufbahn als Tierärztin anstrebt, fällt zur damaligen Zeit schon einmal völlig aus dem gewohnten Rahmen. Und auch die Humanmedizinerin Christine, ist eine Frauenfigur, die die Emanzipation im Roman aufzeigt. Finjas Mutter Caroline sieht eher die gesellschaftliche Stellung als Maß aller Dinge und ist dafür sogar zu einer Lüge bereit. Andere Frauen wünschen sich ebenfalls gesellschaftlichen Aufstieg, zu welchem Preis erfährt man im Verlauf der Geschichte. 

Die Autorin schreibt in einem sehr einnehmenden und flüssigen Erzählstil, sie baut ständig kleine Cliffhanger ein, die mich gezwungen haben, weiter zu lesen. Die Kulisse des Alten Landes erlebt man ebenso wie das Leben in Hamburg zu Beginn des letzten Jahrhunderts. Dort gab es schon mehr Reichtum als im Alten Land, die Kleidung der Frauen war eher schick als praktisch. 

Im Handlungsverlauf kommt es mehrfach zu kleinen Überraschungen, sodass man wirklich gut unterhalten wird.  

Diese sehr lebendig erzählte Familiensaga lässt am Ende noch einige Dinge offen, vielleicht kann man daraus schließen, dass es einen Folgeband geben wird.


"Der Gutshof im Alten Land" hat mich gefesselt, bildhaft in diese besondere Zeit und Gegend hineinversetzt und dazu noch wunderbar unterhalten. Was will man mehr von einem historischen Roman? 


***Herzlichen Dank an den Goldmann Verlag und das Bloggerportal für dieses Rezensionsexemplar!***



Vorgeschichte zum Roman

Mittwoch, 24. April 2019

Schäfchenwolkenhimmel - Gabriella Engelmann


Ein herzerwärmender Inselroman, der Sehnsuchtsgefühle nach Föhr weckt.


In ihrem neuen Roman "Schäfchenwolkenhimmel" entführt uns die Autorin Gabriella Engelmann auf eine Insel in der Nordsee, nach Föhr. Der Roman erscheint im April 2019 im Knaur Verlag.  

Minnie wird beruflich auf eine Recherchereise nach Föhr geschickt, sie soll für eine TV Sendung über die Veränderungen auf der Insel Informationen und Interviewpartner gewinnen. Kaum riecht sie die herrlich salzige Seeluft und erlebt das sommerliche Inselflair, kommen wunderschöne Erinnerungen an ihre Kindheit bei ihrer verstorbenen Großmutter Rieke hoch. Als ihr der Zufall ein kleines Lämmchen in die Arme spielt, hängt sie ihr Herz nicht nur an die Insel. Wird sie diesen Sehnsuchtsort ohne Wehmut wieder verlassen können? 


Dieser Sommerroman spielt auf der Nordseeinsel Föhr. Minnie kehrt nach langer Zeit endlich mal wieder zurück nach Föhr, die Heimat ihrer Großmutter und Minnies Traumziel ihrer Kindheit. Ihr Arbeitgeber Travel TV plant eine Sendung über die veränderten Bedingungen auf dieser Urlaubsinsel und Minnie soll vorab Drehgenehmigungen und Interviewpartner festmachen. Sofort fühlt sie sich wieder wohl und heimisch auf der Insel und bekommt neben vielen menschlichen Kontakten zufällig auch ein kleines wolliges Lämmchen als Begleiter. Diese zuckersüße Freundschaft bindet Minnie noch mehr an Föhr, denn das Lämmchen sieht Minnie als Mutter an.
 
Mit ihrer warmherzigen und liebevoll erzählten Geschichte bringt Gabriella Engelmann ihre Leserinnen in Inselstimmung. Gemeinsam mit Minnie streift man über die Insel, erlebt die Wolken am blauen Himmel, die kreischenden Möwen und fühlt förmlich den Sand unter den Füßen. Auch das süße Lämmchen möchte man sofort auf den Arm nehmen. Es gibt auch eine Liebesgeschichte, eine Reise in die Familienvergangenheit und einen Neubeginn in Sachen Lebensplanung.

Auch wenn ich Föhr überhaupt nicht kenne, so habe ich mich auch gleich ein bißchen in diese zauberhafte Nordseeinsel verliebt. Ich erlebe die weiten Marschen, die kreischenden Möwen und die bodenständigen Tee trinkenden Menschen. Sie leben ihre Traditionen, sprechen noch Fering, das Föhrer Friesisch und tragen beim Maibaumfest stolz ihre hübschen Friesentrachten. Die ländliche Insel-Idylle bekommt jedoch durch die vielen Urlauber und Spekulationsgeschäfte auch ihre Risse. Wie auf Sylt finden Einheimische auf Föhr kaum noch bezahlbaren Wohnraum. 

Auch das Haus von Minnies Großmutter wurde nach ihrem Tod verkauft, nun versuchen die neuen Besitzer daraus einen Spekulationsgewinn zu erwirtschaften. Minnie trauert diesem Friesenhäuschen sehr hinterher, es hängen doch viele Erinnerungen daran. 

Es ist ein Wohlfühlbuch mit viel sommerlicher Nordsee-Stimmung, die Figuren sind gut gelungen und auch wenn die Geschichte ziemlich vorhersehbar ist, konnte sie mich doch wunderbar unterhalten. Am Ende verlocken noch einige friesische Backrezepte zum Ausprobieren, den Butterkuchen von Dörte möchte ich unbedingt auch mal backen. 


Dieser Inselroman ist eine absolute Wohlfühlgeschichte und zeigt neben dem Inselcharme Föhrs auch den Mut einer jungen Frau, sich von ihren Gefühlen leiten zu lassen und einen Neubeginn zu starten.  Schöne Sommerunterhaltung für den Strandkorb! 


***Herzlichen Dank an den Knaur Verlag für dieses Rezensionsexemplar mit schöner Nordseestimmung!***