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Freitag, 10. Januar 2025

Mord im Himmelreich - Andreas Winkelmann

Ein bunter Mix aus schrägen Figuren, Humor und Klischees 

Im Knaur Verlag erscheint der Cosy Crime Mord im Himmelreich von Andreas Winkelmann.

Der ehemalige Schauspieler Björn Kupernikus beginnt seinen Ruhestand im Himmelreich, besser gesagt auf dem gleichnamigen Campingplatz. Kurz nach seiner Ankunft wird er zu einer Rettungsaktion eines Hundes gerufen, der mitten im See hilflos auf einem Paddleboard treibt. Als Kupernikus das Tier an Land gezogen hat, entdeckt er unter dem Board eine festgeschnallte Leiche. Wie hängt das wohl zusammen? 

Weil die Polizei an einen Unfall glaubt und Kupernikus schon immer von einer Rolle als Tatort-Kommissar träumte, stellt er eigene Nachforschungen an. Die Künstlerin Annabelle versorgt ihn mit dem nötigen Hintergrundwissen über die Bewohner und hat mit ihrer lebenslustigen Art einen guten Einfluss auf den etwas brummigen Björn. 


 

Seinen Ruhestand hat sich Björn Kupernikus nicht als Lebensretter eines Hundes vorgestellt. Doch nun ist seine Neugier geweckt und er möchte herausfinden, wer den Toten an das Board gebunden hat und welche Rolle dabei Hündin Pinguin spielt.  

Das Leben auf einem Campingplatz ist ein echter Mikrokosmos, jeder kennt jeden. Als Neuling hat es Björn da schwer und wird von Annabelle, die im benachbarten Örtchen wohnt, über die Bewohner aufgeklärt. Björn baut zu Annabelle schnell eine Bekanntschaft auf, ihre quirlige Lebensart tut ihm gut. Beide treffen sich zum Essen, trinken gemeinsam etwas und tauschen sich über den Fall aus, dabei wachsen sie immer mehr als Ermittlerteam zusammen.  

Die Figuren sind etwas überzogen, klischeehaft und nicht unbedingt sympathisch, ein großer Teil der Handlung dreht sich um das Leben auf dem Campingplatz am Schwielowsee. In dieser idyllischen Lage steigen gerade die Grundstückspreise in horrende Höhen, die Kosten seines Stellplatzes sind für Björn aber noch erschwinglich. 

Die Ermittlungen ziehen sich durch die vielen eingeführten Figuren in die Länge und so richtig spannend wird es leider nicht. Insgesamt bleibt das Krimiflair ziemlich auf der Strecke, es geht mehr um die ausgelassene Stimmung auf dem Campingplatz und um die persönlichen Beziehungen und Interessen der Bewohner. Ich mag humorvolle Bücher und ein paar Mal war der eingebaute Humor echt witzig, aber dann driftet der schale Wortwitz im Bereich von Namen dann doch in Klamauk über. 

Dieses Buch ist weder echter Krimi, dafür fehlen einfach entscheidende Spannungselemente, noch ein angenehmer Cosy Crime, da braucht es mehr als Essen und Trinken und ein niedliches Hundemädchen.  

Die Handlung zeigt die Interessen der Bewohner, die Krimispannung ist leider kaum vorhanden, aber der lockere Erzählstil und die schrägen Figuren mit ihrem klamaukigen Humor haben mich gut unterhalten.

***Herzlichen Dank an den Knaur Verlag für dieses Rezensionsexemplar!***

 

 
   

Samstag, 23. November 2024

Die Tote trug Diamanten - S. J. Bennett

Raffiniert gestrickter Krimi - für mich der Beste der Reihe! 

 
Im Knaur Verlag erscheint der 4. Teil der Krimireihe "Die Queen ermittelt" mit dem Titel "Die Tote trug Diamanten" von S J Bennett.
 
London 1957: Der skandalöse Mordfall an einer erdrosselten Escort-Dame in der Nähe des Buckingham Palace erregt das Aufsehen der Öffentlichkeit. Man munkelt, auch die High Society sei in den Fall involviert. Die Tote war nur in Unterwäsche gekleidet und trug auf dem Kopf eine kostbare Tiara auf dem Kopf und an ihrer Seite lag ein strangulierter Mann. 
Pikantes Detail an dem Fall ist, zur Mordzeit traf sich in dem Haus eine illustre Runde von Herren aus der High Society Londons und auch Prinz Philip war in dieser Nacht in der Nähe. Sein Alibi macht der Queen Sorgen, denn er war in der Nacht nicht in seinem Bett. Um Licht in diese heikle Angelegenheit zu bringen, benötigt Elizabeth eine Hilfe, die öffentlich für sie agieren soll. Sie stösst auf die engagierte und vertrauenswürdige Typistin Joan, die für sie die geheimen Ermittlungen diskret führen soll. 
 


 
Dieser Fall führt zurück ins Jahr 1957, die junge Queen absolviert die ersten Amtsgeschäfte ihrer Regentschaft und unternimmt Staatsbesuche nach Frankreich und Amerika, um die diplomatischen Beziehungen zwischen den Ländern zu intensivieren. Ihre Kinder sind noch klein, die Trennung von ihnen fällt Elizabeth immer wieder schwer, auch wenn sie weiß, dass sich die Angestellten und ihre Mutter, Queen Mum um sich kümmern. Aber noch mehr macht ihr zu schaffen, dass ein Maulwurf in ihren eigenen Reihen agieren könnte und wie weiß, dass Prinz Philips Alibi in dem Mordfall mit dem Escort-Mädchen nicht stimmt. Unter diesem persönlichen Interesse setzt sie die vertrauenswürdige Joan auf den Fall an, um die offenen Fragen nicht persönlich klären zu müssen.

Die Mordsituation ist heikel, der Fall lässt viele Fragen offen und Elizabeth ist besonders interessiert, weil auch Prinz Philip irgendwie in den Fall verstrickt ist. Wir lernen Joan kennen, die von den Herren in Elizabeths Büro angefeindet wird. Dank ihr bekommt die Queen Informationen rund um die Tat und setzt die einzelnen Puzzleteile geschickt zusammen und findet am Ende auch den Täter. 
 
S J Bennetts wunderbar flüssiger Erzählstil führt gut durch die Handlung und lässt uns an der interessanten Ermittlung des Falls teilhaben. Besondere Erwähnung verdienen meiner Meinung nach die intelligenten und den Personen und ihrem Umfeld angemessenen Dialoge.
 
Sehr lebendig und von der Charakterzeichnung her absolut glaubhaft werden familiäre Gespräche geführt, die die Queen mit ihrem Ehemann Prinz Philip, mit ihrer Mutter und Schwester, sowie mit Angestellten und Vertrauten führt. Dadurch erfährt man Details aus dem Leben am Hofe und entdeckt, das auch unter engsten Vertrauten Intrigen und eigene Interessen die Menschen umtreiben.  
 
Joan arbeitet im Schreibbüro der Queen, damit ist sie eigentlich unterfordert, denn im Krieg war sie für den Geheimdienst aktiv und nimmt gerne die Gelegenheit an, als die Queen ihr die neue Aufgabe anbietet.
 
Die undurchsichtige Situation der Herrenrunde und die Beteiligung des MI5 hat mich den ganzen Krimi über beschäftigt und es ist schwierig, die Figuren zu durchschauen. Aus der Erzählung geht hervor, wie sich die Queen immer mehr an ihre öffentlichen Aufgaben heran wagt und dabei ihre Rolle als Mutter immer mehr in den Hintergrund gedrängt wird. Zu ihren Empfängen trägt sie Juwelen und teure Designerroben, die die Autorin auch bildhaft beschreibt. 
 
Sehr aufschlussreich baut die Autorin das Zeitgeschehen mit in die Geschichte ein und lässt die politischen und gesellschaftlichen Ereignisse sichtbar werden. Und sie lässt ihre Leser gemeinsam mit der Queen einen Auftritt der Jazz-Größe Duke Ellington miterleben, den die Queen zeitlebens gern gehört hat.

In diesem raffiniert gestrickten Krimi entwickelt sich eine spannende Suche nach dem Täter und ganz nebenbei erhält man Einblick in das royale Leben der jungen Queen. Für mich der beste Band der Reihe! 
 
 ***Herzlichen Dank an den Droemer Knaur Verlag für dieses Rezensionsexemplar!*** 
 

Sonntag, 26. Mai 2024

Bertha Benz und die Straße der Träume - Alexander Schwarz

Bertha Benz - Die erste Autofahrerin
 
Alexander Schwarz´ historischer Romans "Bertha Benz und die Straße der Träume" erscheint im Knaur Verlag.
 
Als Bertha Ringer den Ingenieur Carl Benz kennen lernt, weiß sie instinktiv, das ist der Mann, den sie heiraten will. Auch Carl verliebt sich in Bertha und hält um ihre Hand an, doch es gibt noch einige Hürden, die beide überwinden müssen, ehe sie heiraten können. Carl ist ein Erfinder, er träumt von einem selbstfahrenden Auto und brennt für diese Vision. Damit steckt er auch Bertha an, die viel Zeit in der Werkstatt verbringt, um mehr über Motoren zu wissen. Als Carl endlich einen Prototyp gebaut hat, möchte er den Wagen noch weiter perfektionieren. Doch die tatkräftige Bertha hat genug von Schulden und aufgeschobenen Chancen und startet 1888 gemeinsam mit ihren beiden Söhnen im Prototypen die Jungfernfahrt von Mannheim nach Pforzheim und stellt damit die Weichen für ihre eigene und die Zukunft des Automobils.

 

 

"Wir Frauen haben durchaus Mittel, uns zu wehren, auch als Ehefrauen, jedenfalls hoffe ich das." Zitat S. 56 
 
Die Protagonistin in diesem fiktiven Roman von Alexander Schwarz ist Bertha Benz (1849-1944), die als starke Frau hinter ihrem Mann Carl Benz, dem Erfinder und Konstrukteur des ersten selbstfahrenden Wagens, die Geschicke der Familie lenkte. 
Bertha wächst als Tochter eines Schreiners auf, der sich für seinen Betrieb männliche Nachkommen wünscht, dabei muss er feststellen, dass sich Bertha für die Arbeit in der Werkstatt interessiert.  
 
Die Ehe mit Carl kann Bertha nach langem Ringen durchsetzen und bringt neben ihrer Mitgift auch ihr vorgezogenes Erbe in die Entwicklung von Carls Visionen ein. Die Familie wächst, aber auch die Schulden werden mehr, denn Carl ist einfach kein Unternehmer. Bertha übernimmt die Buchhaltung und dank ihrer energischen und anpackenden Art kommt es dann endlich zu der Jungfernfahrt mit dem Prototypen. 

Frauen sind in dieser Zeit nicht selbstbestimmt und haben auch in der Ehe ihren vorbestimmten Platz einzunehmen. Doch Bertha sieht das anders und wächst im Laufe ihrer Ehe über die angestammten Rechte hinaus. Sie erweist sich als starke Persönlichkeit, die mehr von Unternehmertum und Finanzen versteht als ihr Mann, der als Visionist eher im technischen Bereich unterwegs ist.

Es war mir eine Freude, mehr über Bertha Benz Leben zu erfahren, ihre starke Persönlichkeit zu spüren und ihren Werdegang und die Erfindung der ersten selbstfahrenden Kutsche mitzuerleben. Interessanterweise lässt Alexander Schwarz in seinen Roman einige technische Fakten einfließen und macht auch den Zeitgeist sichtbar, indem er die Skepsis der Menschen vor dieser technischen Entwicklung aufzeigt.
Alexander Schwarz hat eine flüssige Erzählweise, der man gut folgen kann und bringt uns mit bildhaften Beschreibungen diese Zeit näher. Seine Figuren haben eigene Ecken und Kanten und so wird man unterhaltsam auf eine Reise in die Vergangenheit mitgenommen, die mit der Entwicklung des ersten Automobils vor allen den Blick auf die Frau hinter den Erfinder Carl Benz lenkt. 
 
Im dritten Kapitel widmet sich der Autor intensiv den Abenteuern der ersten Autofahrt, die Bertha vor ihrem Mann verheimlicht und die ihr einiges abverlangt. Mutig und entschlossen stellt sie sich den Problemen und überzeugt die Kritiker, indem sie ihnen zeigt, dass man 120 Kilometer mit diesem Fahrzeug fahren kann. 
Für meinen Geschmack ist diese Fahrt zu ausführlich beschrieben und auch die Widrigkeiten sind für mich nicht so interessant wie die beiden Kapitel vorher.

Die Story um Bertha Benz, ihre Familie und den Einblick in die damalige Zeit finde ich gelungen und recht spannend. Es wird deutlich gemacht, dass sich auch Mädchen für Technik interessieren und als Unternehmerin Erfolg haben können.

Ein zeitbeschreibender und interessanter Roman, der die technische Entwicklung des ersten Automobils begleitet und die treibende Kraft Bertha Benz hinter dem Erfinder Carl in den Vordergrund stellt.
 

***Herzlichen Dank an den Knaur Verlag für dieses Rezensionsexemplar!***

 


 

Donnerstag, 3. September 2020

More Myself - Mehr ich selbst - Alicia Keys/Michelle Burford

Die inspirierende Biografie über eine starke und erfolgreiche Frau, die für Rassengleichheit eintritt und nicht den Geschlechterklischees genügen will.


Im Knaur Verlag erscheint die Biografie "More Myself - Mehr ich selbst" von Alicia Keys, die von Michelle Burford geschrieben wurde.

Alicia Keys ist als Sängerin und Ausnahmekünstlerin bekannt, sie gewann legendäre Preise und hat beruflich große Erfolge gefeiert. Doch hinter dieser funkelnden Bühnenpräsenz gibt es auch Schattenseiten im Leben der Künstlerin.  




Man kennt die tollen Klavierkompositionen und die wunderbare Ausnahmestimme von Alicia Keys, sie ist ihr Markenzeichen. Musikalisch feierte sie große Erfolge, sie ist 15fache Grammygewinnerin und hatte doch im Privatleben mit einigen Dingen zu kämpfen. In ihrer Autobiografie schildert sie ziemlich offen ihre Erfolge und ihre Niederlagen auf ihrem bisherigen Lebensweg. 

Sehr zu schaffen machte ihr die schwierige Beziehung zu ihrem Vater. Lange versuchte sie, es jedem recht zu machen und den gesellschaftlichen Anforderungen an weibliche Perfektion zu genügen. Mit ihrer Karriere begann der Zweifel an sich selbst, an ihrem eigenen Wert und diesen Fragen hat sie nachgespürt und ihren eigenen Weg mit Natürlichkeit, Familienleben und dem Mut zur Ehrlichkeit gefunden.
 
Bei Frauen im Pop-Geschäft geht es häufig um mehr als nur um gute Musik. Nach dem Motto: Sex sells wird die Weiblichkeit häufig in den Vordergrund gerückt.

Alicia Keys ist eine moderne, starke und unabhängige Frau, die für ihre Natürlichkeit bekannt ist. Sie stellte sich bewusst gegen eine Darstellung, die mit Körperlichkeit zu tun hat. Dafür kann man sie nur bewundern und sie zum Vorbild nehmen. Ebenfalls tritt sie als farbige Frau für den Kampf der Gleichberechtigung ein und versucht so, die Akzeptanz vieler schwarzer Frauen in Amerika zu verbessern. Auch wenn die meisten Frauen eher mit anderen an sie gestellten Erwartungen zu kämpfen haben, wird der Weg von Alicia sie bewegen, sich über ihre Rolle und ihren Wert Gedanken zu machen. Wer bin ich wirklich? Doch sind wir auch mutig genug, unser Leben nach unseren Wünschen zu leben? 

In diesem Buch gibt es viele interessante Fakten und Erlebnisse über Musik und Privatleben. Die Themen werden aber nicht durchgängig mit einem roten Faden geschrieben, die Autorin springt in ihren Schilderungen hin und her. Scheinbar wurden diesem Buch Interviews zugrunde gelegt, die auch viel Reklame der Musiktitel enthält. Mir haben auf alle Fälle ein paar Fotos der Sängerin gefehlt.

 
Ein interessanter Blick hinter die Kulisse der Pop-Ikone und eine inspirierende Lektüre, die zeigt, dass sich Frauen nicht unterordnen müssen und mit jeder Hautfarbe und ohne die Inszenierung ihrer Weiblichkeit ein wertvoller Mensch sein können. Der bewegende Lebensweg Alicias, für Fans ein Muss.


***Vielen Dank an den Knaur Verlag für diese Biografie!***



Dienstag, 3. März 2020

Comisaria Fiol - Lucia de la Vega

Ein typischer Urlaubskrimi mit ausgewogener Mischung aus Spannung und Unterhaltungscharakter 


Comisaria Fiol und der Tod im Tramuntana-Gebirge bildet den Auftakt der Krimireihe von Lucia de la Vega. Das Buch erscheint im Knaur Verlag. 

Ex-Kommissarin Marie Lindner zieht gemeinsam mit ihrem Mann Andreas nach Mallorca. Dort möchte Marie ein traumatisches Erlebnis hinter sich lassen und einen Neuanfang starten. In einer alten Finca im Tramuntana-Gebirge möchten sie ein Landhotel eröffnen. Während Marie und Andreas mit dem Umbau zu tun haben, beschäftigt sich Comisaria Silvia Fiol mit der Aufklärung eines grausamen Verbrechens. Eine schwedische Touristin wurde tot an den Strand gespült.



Bei diesem Krimi bekommt man eine spannende Story mit Mordaufklärung geboten und gleichzeitig lernt man auch das Leben auf der Baleareninsel näher kennen. Die Suche führt in das unterirdische Höhlen- und Grottensystem rund um Sa Calobra und Puerto de Sóller, welches von Schmugglern in der Franco-Diktatur rege genutzt wurde.
  
Dieser Krimi liest sich wunderbar leicht weg und den Figuren folgt man gerne. Maries Probleme aus der Vergangenheit werden näher beleuchtet und ich hatte Mitleid mit ihr. Mit ihrem Mann Andreas hat sie einen verlässlichen Charakter an ihrer Seite und damit gute Chancen, sich auf Mallorca gut einleben und wohlfühlen zu können. Die Hotelidee ist das gemeinsam gesteckte Ziel gesteckt, das es nun anzugehen gilt. Doch vorher haben sie noch unter dem unbekannten Täter zu leiden, der in Marie sein ideales Opfer sieht. Wie es zur Geiselnahme kommen konnte, fand ich sehr spannend geschildert. 
Eingeschobene Kapitel aus der Täterperspektive lassen tief blicken, man erkennt die vorliegenden psychischen Probleme, kann aber keine Person aus der Handlung zuordnen. Dieser Mensch trägt ein Gefahrenpotential mit sich herum und es wird schnell klar, er wird erst ruhen, bis er sein letztes Opfer gefunden hat. Dadurch kommt es zu einigen fesselnden Stellen, die die Spannungskurve auf einem dauerhaften Mittelmaß halten. 


Ein urlaubsmäßiger Mallorca-Krimi, der sich unangestrengt lesen lässt und gleichzeitig für spannende Unterhaltung sorgt. 


***Herzlichen Dank an den Droemer Knauer Verlag für dieses Rezensionsexemplar!***


Montag, 2. März 2020

Die Strandvilla - Sina Beerwald

Ein atmosphärisch schöner und nostalgischer Insel-Roman


Auf die Insel Sylt führt der neue Roman "Die Strandvilla" von Autorin Sina Beerwald, das Buch erscheint im Knaur Verlag.

Sylt 1913: Nach dem Tod ihres Mannes Peter steht Moiken Jacobsen mit ihrer 15-jährigen Tochter Emma plötzlich vor dem Nichts und muss ihr Haus verlassen. Doch sie hat Glück und findet als Konditorin einen Job im eleganten Hotel Strandvilla. Der Hotelbesitzer Theodor von Lengenfeldt hat ein Auge auf sie geworfen. Doch dann begegnet Moiken in Westerland auch dem Fotografen Boy Lassen wieder und Erinnerungen und Gefühle kochen hoch. 


In diesem Buch entführt uns Sina Beerwald zu den Anfängen des Tourismus auf Sylt. Die ersten Hotels entstehen für reiche Gäste, aber die Menschen auf Sylt leben teilweise noch unter ärmlichen Bedingungen. So geht es auch Moiken und ihrer Tochter Emma, die nach dem Tod des Seemanns Peters nur ihre paar Habseligkeiten ihr eigen nennen können.
Dank ihrer Fähigkeiten als Konditorin fabriziert Moiken im mondänen Hotel Strandvilla herrliche Törtchen, Aprikosen-Schiffchen, Muschelkekse und Pralinen und fällt dem Hotelier Theodor von Lengenfeldt positiv auf. Ein stillgelegter Dünenpavillon weckt in ihr den Wunsch, dort ein Strand-Café mit ihren Köstlichkeiten zu eröffnen. Durch die anschaulichen Backszenen und die leckeren Konditorwaren bekommt man beim Lesen wirklich Lust zu naschen.

Von Anfang an schafft es die Autorin, mich mit ihrem wunderbar flüssigen Schreibstil in die Story hineinzuziehen und diese Zeit vor Kriegsbeginn in authentisch wirkender Stimmung mitzuerleben.
Besonders real wirken die Beschreibungen der Orte auf der Insel und lassen die Kirche St. Severin, das Rauschen des Meeres und die alten Kapitänshäuser vor meinem inneren Auge erscheinen. Immer wieder entstehen beim Lesen bunte Bilder von Ausritten in Munkmarsch, vom Biikebrennen oden vom Ausblick des Leuchtturms in Hörnum und von Badeszenen in züchtigen Badeanzügen am Strand.
Auch von der Handlung her hat mich diese Geschichte gepackt, weil neben Moikens Lebensweg auch die drohende politische Situation des ersten Weltkrieges und der beginnende Tourismus auf der Nordseeinsel interessant in die Story eingearbeitet wurden. Gleichzeitig bekommt man ein genaues Rollenverständnis von Frauen zu dieser Zeit geliefert, neben Arbeitskraft und Mutterrolle ist die Frau die Zierde des Mannes, eigene Berufstätigkeit wird ihnen aber nicht zugestanden.  

Als Charakter hat mich die sympathische Moiken sofort begeistert, sie wird als tatkräftige Frau beschrieben, die sich allen Schicksalsschlägen zum Trotz zu behaupten weiß. Ihre Mutterrolle nimmt sie sehr streng wahr und das hat auch ihre Tochter Emma zu spüren. Bei beiden Frauen kann man ihre Gefühle und Träume miterleben, aber auch Tiefschläge und Enttäuschungen. 

Von den Männern gefällt mir Boy am besten, er wirkt liebenswert, aufgeschlossen und nimmt sich nicht so wichtig wie sein Kontrahent Theodor mit seinem Kaiser-Wilhelm-Bart. Dieser braucht eine Frau als Vorzeigeobjekt und für einen Stammhalter, ansonsten ist er sehr bestimmend und unangenehm.

Mir haben die Dialoge gut gefallen, die immer auch Emotionen und Ereignisse gut darstellen. Insgesamt wurde die Romantik genau im richtigen Maß eingebaut und bekam keine kitschige Schlagseite.  

Im Anhang erwähnt die Autorin historische Personen, die im Roman eine kleine Rolle spielen dürfen und erläutert die Zusammenhänge mit dem Zeitgeschehen auf der Insel. Auch die Erfindung der ersten Diesel-Fahrzeuge und ihres Motor-Erfinders kann man hier miterleben.
Es ist erstaunlich, wie sehr der Tourismus den Syltern Wohlstand und Reichtum gebracht hat und wie einfach und bescheiden ein Leben als Fischer dagegen war. 

Dieser Roman sorgt mit dem landschaftlichen Flair und der interessanten und spannungsreichen Familiengeschichte für angenehme Lesestunden. Man kann sich wunderbar in die Zeit hineinversetzen und erlebt eine Story, die hoffentlich bald weiter geführt wird.


***Herzlichen Dank an den DroemerKnaur Verlag für dieses Rezensionsexemplar!***




Freitag, 28. Februar 2020

Zu wahr, um schön zu sein - Gabriella Engelmann

Heiterer Neustart im Wind des Lebens


Im Knaur Verlag erscheint der neue Roman "Zu wahr, um schön zu sein" von Gabriella Engelmann. 

Caro Oldendorff erfährt ausgerechnet am Tag ihrer Silberhochzeit vom Aus der Ehe. Doch ein Unglück ist meistens nicht lange allein, ihren Job verliert sie auch noch und ihr Sohn Felix hat der Polizei Rede und Antwort zu stehen. Und zu allem Chaos hat ihre Hippie-Mutter nur nervige Kalendersprüche parat.



Unterhaltsam leicht und locker und mit einer heiteren Grundnote erzählt Gabriella Engelmann von einem Eheaus und einem Neustart der Mittvierzigerin Caro. Punktgenau zu der von Caro geplanten Silberhochzeitsfeier gibt ihr Mann seine Homosexualität zu. Caros bisherige Welt zerbricht von einem auf den anderen Moment. Glücklicherweise ist ihre Freundin Sylvia sofort zur Stelle und unterstützt Caro mit einer Kurzzeitunterkunft. Auch die Lotsenwitwe Hedwig ist mit ihrer Lebenserfahrung eine echte Stütze. So mit reichlich Lebensenergie und mutmachenden Tipps versorgt, gelingt es Caro, sich als Kapitänin ihres Lebens zu behaupten und die Richtung selbst zu bestimmen. Daran können auch die Probleme mit ihrem Sohn nichts ändern oder als plötzlich ihr Mann wieder auf der Matte steht. Es wird turbulent und man kann mit Caro gut mitfühlen. Sie findet sogar einen neuen Draht zu ihrer recht ungewöhnlichen Mutter, die das Wort auf der Zunge führt und eine herrliches Original abgibt.

In diesem Roman kann man herrlich schmunzeln, gerade weil manche Dinge schon recht überzogen und reichlich chaotisch passieren. Doch gerade das ist der spezielle Clou an dieser Geschichte.
Die Handlung ist durch die lebensnah geschilderten Charaktere gut mitzuerleben, es gibt einige Überraschungen und Fehlgriffe, die perfekt unterhalten.   

Atmosphärisch schön setzt Gabriella Engelmann wiederholt die Stadt Hamburg mit der Elphi und anderen Locations so gut in Szene, daß man dorthin am liebsten sofort eine Kurzreise unternehmen möchte. 

Einziger Kritikpunkt meinerseits ist der häufige Griff zum Alkohol, auch wenn der dadurch verursachte Absturz Caros von der Kaimauer zu einem besonderen Erlebnis wird. 


Eine humorvolle Unterhaltungslektüre, die zeigt, das Frauen sehr gut ihr Leben selbst bestimmen und ihrem Weg eine neue Richtung geben können. 


***Herzlichen Dank an den Knaur Verlag und Vorablesen für dieses Rezensionsexemplar!***



Sonntag, 2. Februar 2020

Eigentlich wollte ich mich selbst entfalten - Mimi Fiedler

Heitere Story zum Schmunzeln über Alterserscheinungen bei Frauen


Schauspielerin Mimi Fiedlers Buch heißt "Eigentlich wollte ich mich selbst entfalten", es erscheint im Knaur Verlag.

Wäsche knittert, genauso macht es die Haut, wenn man älter wird. Doch was bei der Wäsche glatt gebügelt werden kann, muss man bei seiner Haut entweder gelassen annehmen oder operieren. Mimi Fiedler ist 44 und bekommt mit ihren Alterungserscheinungen fast eine Krise. Denn eigentlich will sie sich noch einen Mann angeln, wie soll das mit Cellulite und Altersflecken gehen?


Wenn das Alter seine Spuren hinterlässt und auch optischen Tribut von Frauen fordert, hilft entweder selbstbewußte Gelassenheit mit Stolz auf das gelebte Leben oder sich in die Hände von Schönheitsdocs zu begeben.
Was Mimi Fiedler hier zum Besten gibt, sind kleine, lustige Stories aus ihrem Leben (oder auch nicht?), die ihren persönlichen Bezug zu Lachfältchen, Cellulite, Altersflecken, starker Körperbehaarung und den ersten grauen Haaren erklärt. Man darf gespannt sein auf persönliche Erlebnisse, Schuhkäufe, Peinlichkeiten und besondere Problemzonen, die viele Frauen ihr eigen nennen.
Mir hat es gefallen, wie humorvoll Mimi scheinbar offen und ehrlich und mit einem Augenzwinkern von ihren Problemzonen berichtet, vom Leben mit ihren Freundinnen und vom Traum eines neuen Mannes. 
 
Das Buch liest sich wie ein mit Witzen aufgepepptes Plauderstündchen mit der besten Freundin. Nur das mir die Schauspielerin Mimi Fiedler gar nicht bekannt war. Also habe ich recherchiert und herausgefunden, dass sie kroatische Wurzeln hat, mehrfach verlobt war und seit letztem Jahr auch verheiratet ist. Nach einer Brustoperation hatte sie einen in der Männerwelt sicher beliebten Auftritt in einem Erotikmagazin. Ich habe die Ehrlichkeit Mimis bewundert, mit ihr bei einigen Peinlichkeiten gelitten und mich in sie hineingefühlt.
Der Erzählstil hat mir sehr gut gefallen, die Szenen waren teilweise wie in "Sex and the City" und die Cellulite-Dellen in ihrer Erklärung um Zentimeter tiefer beschrieben als in Wirklichkeit zu sehen.

Beim Lesen konnte ich häufig schmunzeln, den mutmachenden Effekt des Erzählten fand ich super, nur mit der abschliessenden Dankesrede auf den Schönheitsoperateur verpuffte der Effekt leider auch sofort wieder. Man kann ihr als Schauspielerin nicht übel nehmen, dass sie sich Schönheits-Ops unterzieht, das ist etwas, was ich ihr persönlich zugestehe. Aber damit verfehlt sie den Aufruf an andere Frauen, zu ihrem alternden Körper und ihrer Persönlichkeit zu stehen. 

Es lebe das Alter und deshalb sollte man jede Lachfalte feiern. Wer damit Probleme hat, kann sich ja in Mimi Fiedlers Buch die nötigen Tipps holen. 


***Vielen Dank an den Knaur Verlag für dieses Rezensionsexemplar!***  



Montag, 20. Januar 2020

Annika Rose und die Logik der Liebe - Tracey Garvis Graves

Eine ganz zauberhafte Liebesgeschichte, die mich immer mehr in ihren Bann gezogen hat. 



Tracey Garvis Graves Roman "Annika Rose und die Logik der Liebe" erscheint im Knaur Verlag.  

"Du bist der Ketchup in meinem Leben." Zitat Seite 134

Annika Rose liebt Bücher und arbeitet als Bibliothekarin in Chicago. Als sie nach 10 Jahren ihrem Schachpartner und Ex-Freund Jonathan wieder begegnet, verspricht Annika, ihn anzurufen. Doch Jonathan weiß aus Erfahrung, dass Annika mit zwischenmenschlichen Kontakten so ihre Probleme hat. Sie scheut Menschenansammlungen und begibt sich ungern in unbekannte Situationen. Alles soll möglichst in gleichen Bahnen ablaufen, denn Annika ist Autistin. Werden sie wieder zueinander finden und was ist damals geschehen?


Die Geschichte wird aus den Sichtweisen der beiden Protagonisten Annika und Jonathan heraus erzählt und wechselt zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit vor zehn Jahren hin und her. Ihr Start an der Uni war für Annika sehr schwierig, dank ihrer empathischen Mitbewohnerin Janice, der Arbeit in der Tierklinik und ihrer Teilnahme am Schachclub konnte sie sich aber dort eine gewisse Routine erarbeiten und die Zeit auch aushalten. Schon allein der Wechsel ihres Schachpartners von Eric zu Jonathan war für sie eine innerliche Zerreißprobe. Es ist schwer für sie, angemessen auf zwischenmenschliche Kontakte zu reagieren und es verlangt ihr einiges ab, andere Menschen zu treffen.

Es wird deutlich, dass sich Annika in therapeutischer Behandlung befindet, um soziale Kontakte richtig einschätzen und passend darauf reagieren zu können. Die Story hat mich beim Lesen immer mehr mitgezogen. Je länger ich las, desto besser konnte ich Annika und ihr eigenartiges Verhalten verstehen und desto mehr erschloss sich mir ihre Welt und ihre besondere Art der Wahrnehmung ihrer Mitmenschen. Auch Jonathans Handeln und sein Bemühen um einen angemessenen Umgang mit seiner Annika ist berührend mitzuerleben.

Sehr einfühlsam beschreibt die Autorin Szenen, die voll von Liebe und Verständnis, aber auch voll von offenen Fragen sind. Die Freundschaft an der Uni, ihre Schachwettbewerbe, romantische Stunden und schliesslich kommen auch dramatische Dinge ans Licht. Man erlebt Annikas Sichtweise mit allen Emotionen einer Liebe und sieht auch Jonathans Bemühungen um ihr Wohlergehen. Sie verlieben sich auch nach 10 Jahren wieder ineinander und kommen sich immer näher. Doch was damals geschah, muss geklärt werden, sonst hat ihre Liebe keinen Bestand. Annika ist dazu aber nicht bereit, erst im Laufe des Romanes öffnet sie sich nicht nur ihrem Leben, sondern auch dem Leser.  

Dieser Roman hat mich von Anfang an ergriffen und dann immer mehr gepackt, ich war in einer besonderen Liebesgeschichte gefangen, die ich so schnell nicht vergessen werde.

Ein wunderbar einfühlsam erzählter Roman um Liebe und Verständnis, der meine Sichtweise bezüglich Autismus auf eine höhere Ebene gerückt hat. 



***Herzlichen Dank an den Droemer Knaur Verlag für dieses Rezensionsexemplar!***




Donnerstag, 16. Januar 2020

Yoga for EveryBody - Inge Schöps

Anschauliches Sachbuch für einen guten Einstieg in Yoga-Übungen


Inge Schöps stellt in ihrem Buch "Yoga for EveryBody" 33 wirksame Übungen vor gegen Schmerzen und Verspanntheit in Schultern und Nacken. Der Yoga-Ratgeber erscheint im Knaur Verlag.

Die erfahrene Yoga-Lehrerin Inge Schöps zeigt in Wort und Bild einfache Yogaübungen: Gerade im Schulter- und Nackenbereich leiden viele Menschen an Schmerzen und Verspannungen. Sitzende Tätigkeiten vor dem Computer oder andere Belastungen im Arbeits- und Privatleben sorgen für Fehlhaltungen und Daueranspannung. 



Nach einer ausführlichen Einleitung und interessanten Erklärungen zum Zusammenspiel von Wirbelsäule, Nacken und Schultern, widmet sie sich dem Praxisteil und zeigt 33 Asanas.
Diese sind als einzelne Übungen zu bestimmten Beschwerden angelegt, aber auch als komplettes Yoga-Programm geeignet.

Folgende Symptome lassen sich mit diesem Yoga-Programm behandeln:
- chronisch verspannte Muskulatur 
- Frozen Shoulder 
- geringes Atemvolumen 
- Impingement Syndrom 
- Kopfschmerzen 
- Muskuläre Dysbalance 
- Schmerzen in der Halswirbelsäule 

Grundsätzlich folgt das Konzept zwei Prinzipien:                            
 1. Stärkung und Stabilisierung der Schulter-/Nackenpartie                          
 2. Entspannung und Dehnung        
                            
Die Auswahl der Asanas ist ausgewogen und ergibt im Ganzen eine komplette Yoga-Stunde. Dabei werden alle Körperregionen gleichermaßen angesprochen und in Kraft, Ausdauer und Flexibilität geübt.        

Anhand der Übungsbeschreibungen und der beigefügten Bilder kann man recht gut erkennen, wie die Übungen durchgeführt werden sollen. 
Allerdings sollten solche Yoga-Übungen unter fachlicher Anleitung durchgeführt werden. Wenn man bereits Yoga-Kurse zu diesem Thema erfolgreich absolviert hat, steht einer eigenen Übung nichts im Wege. Einen Grundkurs für die Grundbegriffe und besonderen Haltungsvarianten sollte man besser besucht haben. 

Hier im Buch werden zu den Übungen auch die Fachbegriffe aus der Yoga-Sprache benutzt, als Beispiel möchte ich den gestützen Kopfstand anführen, der auf Sanskrit (oder was auch immer) Salamba Shirshasana heißt. Mich hat sowohl der Name als auch die durchgeführte Übung völlig überfordert, das Buch richtet sich scheinbar auch an Fachleute aus dem Yogabereich. 

Gut durchzuführen und für mich wirklich gut nachzumachen erachte ich die Übungen im Praxisteil 3 zur Dehnung von Schultern und Nacken. Schon dafür allein lohnt sich dieses Buch, alles andere sollte man sich unter Anleitung erst einmal zeigen lassen. Um die Übungen dann zuhause regelmäßig zu üben, sind die Fotosequenzen sinnvolle Hilfe und Anschauungsmaterial. 

Anschauliches Sachbuch, das einen Yoga-Lehrer nicht ersetzt, aber die Übungen als gute Hilfestellung vorstellt.   


***Vielen Dank an den Knaur Verlag für dieses Rezensionsexemplar!***

 

Samstag, 11. Januar 2020

Die Farben der Queen - Sali Hughes

Toller Bilderband über die Queen und ihre farbenfrohe Garderobe

Ein Fest der Farben

Der Bildband "Die Farben der Queen" von Sali Hughes erscheint im Knaur Verlag. 

Sali Hughes ist Journalistin, Moderatorin und Sprecherin. Unter anderem war sie für die Grazia, den Observer, die Vogue, die Elle und den Stylist tätig.


Ehe es mit dem nach Farben geordneten Bildteil beginnt, gibt es ein interessantes Vorwort der Autorin zu den Lieferanten bei Hofe, warum die Queen keine Hosen trägt, was sie mit ihrer Kleidung ausdrücken kann und wie sie sich stets dem öffentlichen Protokoll mit Kopfbedeckung, Orden oder Schmuck entsprechend ausstaffiert. Auch Mutmaßungen über den Inhalt ihrer Handtasche und über ihre Angewohnheit, stets Handschuhe zu tragen, erfährt man etwas. Was ich bisher für persönlichen Geschmack und Farbenvorliebe hielt, ist bewusst eingesetzt, denn die Queen muss in Menschenmengen sofort zu erkennen sein. Bei ihrer Körpergröße macht eine Knallfarbe doch einen großen Effekt aus.
Wenn man sich die Schnitte und farbenfrohen Outfits der Queen ansieht, merkt man, dass sie ihrem Stil treu bleibt. Sie ist in gewisser Weise eine Fashion-Ikone, die keine Trends setzt oder mit ihrer Kleidung andere Frauen zum Nachmachen inspiriert. Und doch beeindruckt ihr zeitlos, eleganter Kleidungstil mit klassischer Linie.
Es ist ein nach Farben geordneter Querschnitt durch die Garderobe von Queen Elizabeth II., die sie zu verschiedenen Anlässen in ihrem royalen Leben, aber auch in ihrer Kindheit trug. Die Bilder zeigen sie bei Paraden der Streitkräfte, bei ihrer und Hochzeiten in ihrer Familie und zu Staatsempfängen in Europa oder dem Commonwealth.  




Hinter den Outfits der Queen steckt jede Menge Planung und Vorarbeit, denn es muss bedacht werden, wo sie auftritt, wen sie trifft, zu welcher Zeit am Tage, in welchem religiösen Hintergrund ihr Besuch stattfindet und was sie mit ihren gewählten Farben der Outfits aussagen möchte.
Dabei lassen sie natürlich die Regularien der königlichen Etiquette erkennen, auch bestimmter Lieblingsschmuck, der immer wieder auftaucht und Vorlieben für spezielle Marken, die Absatzhöhe der Schuhe oder Kopfbedeckungen werden sichtbar.
Die Queen ist eine zeitlose Kultfigur und Ikone, die seit zehn Dekaden die Titelblätter der Illustrierten ziert. Auch ist mir keine Frau bekannt, der so gut alle Farben stehen und die trotz ihres Alters auch  Neonfarben beeindruckend gut tragen kann.
 
Diese besondere Biografie zeigt in beeindruckenden Bildern und leuchtenden Farben Outfits und Lieblingskleider der Queen. Solange wie Queen Elizabeth II. konnte sich bisher keine Frau erfolgreich auf den Titelseiten behaupten.


***Herzlichen Dank an den Knaur Verlag für dieses Rezensionsexemplar!***




Donnerstag, 19. September 2019

Die Zeit der Töchter - Katja Maybach

Ein aufwühlender, authentisch erzählter Roman, der noch lange nachklingt.


"Die Zeit der Töchter" ist die Fortsetzung von "Die Stunden unserer Mütter" von Autorin Katja Maybach. Der Roman erscheint ab September 2019 im Knaur Verlag.
 
1950er Jahre in München. Maria und Vivien haben sich nach dem Krieg für Flüchtlinge aus dem Osten eingesetzt und ebenfalls für die "Besatzungskinder". Deshalb werden sie angefeindet. Tochter Anna zieht zu ihrer Cousine Antonia und wird Schauspielerin, beide Frauen organisieren heimlich ein Treffen mit den von ihren Müttern geretteten Frauen. Während der Vorbereitungen werden sie mit Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz konfrontiert, besonders als eine Frau auftaucht, die die Mutter eines kleinen Sohnes mit dunkler Hautfarbe ist. 



Katja Maybach hat diesen sehr ergreifenden Roman als Folgeband zu "Die Stunde der Mütter" geschrieben und damit die Mütter-Töchter-Dilogie abgeschlossen. Man kann diesen Roman auch ohne Vorkenntnisse des ersten Titels wunderbar lesen. 
Die Handlung zeigt die Jahre von 1957 bis 1959, es herrscht wieder Frieden in Deutschland, die Menschen erleben das Wirtschaftswachstum und können wieder aufatmen. Aber leider nicht alle Menschen, denn Vertriebene und Mischlinge werden angefeindet, verhöhnt und ausgegrenzt. Aktueller kann dieses Thema kaum gewählt werden. Damit hält Katja Maybach unserer heutigen Gesellschaft den Spiegel vor und zeigt die Parallelen zur derzeitigen Rechtsradikalität und Intoleranz auf. 

Sie lässt starke, emanzipierte Frauenfiguren agieren, die sich mutig entgegen aller Widerstände für ihre Mitmenschen einsetzen. Dabei lässt sie kein Leid und Ungerechtigkeit aus und zeigt viele emotionale Zustände, die sehr berühren. Ich konnte von Anfang an direkt in die Handlung eintauchen und habe die verschiedenen Figuren gut mitverfolgen können, weil sie kapitelweise abgehandelt werden. So ist die personelle Zuordnung gut verständlich.

Die Themen sind vielfältiger Art, da geht es um Einsamkeit, um Verzweiflung und Angst, aber auch um junge Liebe. Besonders berührend fand ich das Schicksal von Veronikas Sohn Daniel, der von einem Freund träumt und von der Wiederkehr seines Vaters. Wie sehr ein unschuldiges Kind unter Missgunst und Gemeinheit von anderen Kindern leiden muss, ist nur schwer zu ertragen.

Bei diesem sehr einfühlsam geschriebenen Buch war ich sehr betroffen, die ergreifenden Schicksale der Figuren gingen mir sehr nahe. Es ist dennoch kein negatives Buch, es zeigt die Botschaft zur Hilfe und Akzeptanz auf und deshalb sollte man es lesen.

Mir gefällt der fesselnde Schreibstil von Katja Maybach, die ihre Figuren sehr lebendig ausarbeitet und auch die Nebenfiguren zu wichtigen Bestandteilen ihrer Geschichte werden lässt. Der Zeitgeist und die damaligen Lebensumstände wirken sehr authentisch und man kann sich gut in die Zeit hineinversetzen.

Diesen aufwühlenden Roman werde ich so schnell nicht vergessen, von meiner Seite aus eine klare Leseempfehlung!
 


***Herzlichen Dank an den Knaur Verlag für die Bereitstellung dieses berührenden Buches!***


Dienstag, 27. August 2019

Muss ich jetzt sterben? - Dr. C. Kelly und Dr. M. Eisenberg

Gehört wie die Hausapotheke in jeden Haushalt dazu


Das medizinische Nachschlagewerk "Muss ich jetzt sterben?" von Dr. C. Kelly und Dr. M. Eisenberg richtet sich nicht nur an Hypochoner. Das Sachbuch erscheint bei Knaur MensSana.

Als Ärzte beraten Dr. Kelly und Dr. Eisenberg täglich Patienten bei ihren gesundheitlichen Beschwerden, sie behandeln sie und viele Menschen stellen ihnen die Frage: Muss ich jetzt sterben? Welche Symptome schaden der eigenen Gesundheit, welche kann man ignorieren und bei welchen schrillen sofort die Alarmglocken? Gemeinsam mit einem Expertenteam geben die Autoren dem Hypochonder und anderen Interessierten nützliche Ratschlägen zur Entscheidung an die Hand. Ruhig abwarten, den Hausarzt konsultieren oder sofort die Notaufnahme aufsuchen? Das Nachschlagewerk enthält alle gängigen Krankheitssymptome und zeigt die richtigen Wege auf. 



Blase und Darm: "Ihr Stuhl ist so hart wie die Pyramiden..." Zitat Seite 247 

Der Titel dieses medizinischen Nachschlagewerks lässt schon tief blicken: Krankheiten machen den Menschen Angst, da wird mancher schon vor lauter Angst zum Hypochonder.  
Fieber, Schweißausbrüche, Schmerzen, Blähungen, Übelkeit und Erbrechen sind Symptome, bei denen man als Patient nicht immer weiß, ob das schon Anzeichen ernster Krankheiten sein können. Dank vielfältiger Informationen rund um den Körper, seine Symptome und körperliche Schwachstellen gibt dieses Nachschlagewerk schnell Rat, Hilfe und Aufklärung. Zu einzelnen Problemen wie Husten, Kopf- und Halsschmerzen, Sehstörungen, Schwindel etc. wird umfassend  eingegangen und erklärt, ob es eine vom Arzt zu behandelnde Krankheit ist oder mit Hausmitteln dagegen vorgegangen werden kann.

Die Beschwerden und Schmerzen können äußerlicher oder innerlicher Art sein und verschiedene Körperteile betreffen.   

Folgende Bereiche des Körpers werden hier kapitelweise erläutert:

- Kopf und Nacken
- Brust und Rücken
- Bauch und Magen
- Weibliche Geschlechtsorgane
- Männliche Geschlechtsorgane
- Blase und Verdauungsorgane
- Arme und Beine
- Haut und Haar


Wenn man den eigenen Körper besser versteht, ist es leichter, gesundheitliche Probleme schneller einzuordnen. Die beiden Autoren, beide anerkannte Kardiologen und Dozenten, haben sich für einige Bereiche redaktionelle Hilfe von medizinischen Spezialisten der verschiedenen Fachgebiete hinzugeholt. Die Ärzte werden im Anhang näher vorgestellt.

Die Probleme werden offen und ehrlich beschrieben, dies geschieht jedoch sehr sachlich, gut verständlich und ohne ins lächerliche abzugleiten. Die fachlichen Ratschläge erscheinen mir als Laie sehr differenziert und dank der humorvollen Bemerkungen lässt sich dieses Buch auch sehr amüsant lesen. 

Einige Info-Boxen geben genauere Informationen um spezielle Themen wie Faktencheck Grippe, Schlafmittel, Schmerzmittel, Darmspiegelung, Mammografie, Niedriger Puls, Probiotika, Haarwuchsmittel, Harnverhalt und einige mehr. So kann man sich bei diesen Bereichen noch weiter einlesen und mehr Einblick erhalten. 

Dieses fachlich fundierte Nachschlagewerk ermöglicht eine schnelle Hilfe und Aufklärung über die betreffenden Symptome, zeigt weitere Handlungsmöglichkeiten auf und gibt sinnvolles Fachwissen weiter. Der humorvolle Ton sorgt gleichzeitig dafür, das man das Buch gut lesen kann. Hier werden "sie" gut beraten! 


***Herzlichen Dank an den Knaur Verlag für dieses Rezensionsexemplar!***


Montag, 12. August 2019

Das Alphabet des Herzens - James R. Doty

Inspirierende Ansätze, die man gut im Alltag anwenden kann

Alles ist möglich


Das Alphabet des Herzens ist ein Buch von James R. Doty, ein international renommierter Professor für Neurochirurgie an der Universität von Stanford, der für zahlreiche Nonprofit-Organisationen tätig ist und Wohltätigkeits- organisationen unterstützt. Das Buch trägt den erklärenden Untertitel "Die wahre Geschichte über einen, der sein Herz verlor und sich selbst fand" und erscheint im Juli 2019 bei Knaur MensSana. 


Als 12-jähriger Junge lernt James Doty in einem Laden für Zauberbedarf die liebenswürdige Ruth kennen, sie bringt ihn durch vier Übungen dazu, seine kühnsten Träume zu verwirklichen. Er befreit sich von dem Gefühl, Opfer seiner Lebensumstände zu sein, wird Chirurg, dringt in die Tiefen der Gehirnforschung vor und hat als Unternehmer immensen Erfolg.

Dieses Buch hat sprituelle Züge, es gibt biografische Einblicke in das Leben von James Doty und zeigt, wie man Achtsamkeit erlernen kann.

James Doty hat eine schwierige Kindheit hinter sich, der Vater war Alkoholiker, die Mutter litt unter Depressionen. In einem Laden für Zauberbedarf lernt er als Kind eine Frau namens Ruth kennen. Sie hilft ihm, die rätselhafte Verbindung zwischen Gehirn und Herz zu begreifen.


Die folgenden Methoden werden ausführlich beschrieben und erklärt:
1. Entspanne deinen Körper 
2. Zähme deinen Geist 
3. Öffne dein Herz
4. Formuliere eine klare Absicht

Dieses Buch liest sich einfach und sehr anschaulich, es zeigt Lebensepisoden des Autors, Schwierigkeiten in seiner Kindheit mit seiner Familie, aber auch mit Gleichaltigen und zeigt viele Ansätze, die man schon als philosophische Lehren ansehen kann. 
Das Buch ist aber auch sehr komplex, weil es viele Beispiele für das eigene Handeln und Verhalten aufzeigt.

Der erfolgreiche Neurochirurg und Freund des Dalai Lamas zeigt an seiner eigenen Geschichte, wie man an sich arbeiten kann und damit auch schwierige Zeiten zu akzeptieren lernt und so ohne negative Belastungen anderen Menschen gegenüber stehen kann. 
Wer nur die eigenen Wünsche im Leben verfolgt, wird es schwer mit anderen Menschen haben, wer an die Folgen seines Handelns denkt und dabei sein Herz für andere öffnet, wird glücklich werden und wird reich beschenkt. 


Es ist eine interessante Mischung aus ermutigendem Lebensbericht und Informationen zur heutigen Gehirnforschung. Doty gibt konkrete Anleitungen, wie er selbst sein Leben verändert hat und gleichzeitig auf Hirn und Herz gemeinsam zu hören lernte. 
Alles ist möglich. Man muss nur sein Herz öffnen und den Verstand sinnvoll nutzen. 


Im Grunde geht es um ein achtsam geführtes Leben, bei dem man sich bestimmte zwischenmenschliche Fähigkeiten aneignen und bewahren sollte. Diese sind folgende:
Mitgefühl, Würde, Gleichmut, Vergebung, Dankbarkeit, Bescheidenheit, Integrität, Gerechtigkeit, Güte, Liebe.


Dieses biografisch angehauchte Buch ermutigt, auf sein Herz zu hören und Achtsamkeit zu erlernen und zu leben. Ganz im Sinne des Dalai Lama. Für alle spirituell interessierten Leser ein wertvolles Buch. 


***Herzlichen Dank an den Knaur Verlag für dieses Rezensionsexemplar!***