Mittwoch, 28. Februar 2018

Lesemonat Februar 2018



Im Februar habe ich insgesamt 17 Bücher gelesen.  

 

Nachdem bisher ja noch gar nicht so richtig Winter war, kam der Februar noch mal so richtig mit knackigen Minus-Temperaturen und Schneegestöber daher. Privat hatte ich einiges um die Ohren, von Arztterminen, schönen Treffen mit der Familie bis hin zum Auszug meines Sohnes. Während meine Lesezeit eher knapp war, nahm der Büchernachschub kaum ein Ende. Hoffentlich bleibt nicht alles auf meinem SuB hängen, denn es sind wirklich schöne Bücher, die ich alle zeitig lesen möchte. 
Die von mir mitgemachten Challenges bin ich schon einmal recht gut angegangen, die 20er Marke als Monatsleseziel konnte ich aber nicht knacken. 
Egal, es ist ja kein Muss! 


Was habe ich also im Februar gelesen und welche Genres sind das hauptsächlich? 
Dieses Mal gewinnen mal wieder haushoch die Romane mit 10 Titeln vor allen anderen Genres. Ansonsten finden sich keine überragenden Spitzen.


Die Genre - Übersicht: 

Krimi:                      2
Thriller:                    2
Roman:                   10
Histor. Roman:          0
Hörbuch:                  0
Kochbuch:                0
Sachbuch:                1       
Kinderbuch:              1
Jugendbuch:             0
Biografie:                  1

 

Was mich am meisten freut, von diesen 17 Büchern habe ich sogar 5 Bücher mit 5 Sternen bewertet. Ich sehe allerdings auch kleinere Makel oder persönliche Empfindungen inzwischen nicht mehr ganz so streng und runde bei 4.5 auch immer auf.

 
Hier sind die Spitzenreiter mit 5 Sternen:

 

- Falsche Austern  Rezi

- Kühn hat Ärger Rezi

- Rote Kirschen, schwarze Kirschen Rezi

- Libellenschwestern Rezi

- Mit Hanna nach Havanna Rezi 

   

Im Februar habe ich 28 Beiträge gepostet. Mittlerweile nehme ich nicht mehr an jeder Aktionen bei der Montagsfrage oder dem TopTenThursday teil. Manche Fragen sind einfach nicht mein Ding und ich passe mit meinen Lesevorlieben auch nicht in jedes Schema.

Aber scheinbar ist das kein Hindernis für meine Leser. Ich habe inzwischen sagenhafte 201 Follower! Wow, herzlichen Dank an euch! 

 
Was wäre ich ohne euch, ohne all die interessanten Kommentare, ohne die anhänglichen Leser! Ich habe ja im Januar bei Erreichen der 200 Follower-Marke eine Verlosung versprochen, die werde ich bald starten. 

 

Wie sah euer Lesemonat im Februar aus? Welche Highlights habt ihr gelesen? Fahrt ihr zu Buchmesse, vielleicht sehen wir uns ja dort! Ich habe mir schon mal auf Anraten der lieben Angela von Literaturgarten Visitenkarten  anfertigen lassen. 

 

Jetzt freue ich mich auf den Frühling und tolle Bücher im März, sowie auf die Buchmesse in Leipzig.  

Liebe Grüße

Eure Sommerlese!

   

Mit Hanna nach Havanna - Theresia Graw

Ein stimmungsvoller Road-Trip auf Kuba


Theresia Graw führt ihre Leser mit ihrem Roman "Mit Hanna nach Havanna" auf eine Reise nach Kuba. Das Buch erscheint im Blanvalet Verlag.
(Werbung)
 
Katrin ist Moderatorin bei einem TV-Sender, sie ist intelligent, etwas überstrebsam und möchte alles immer nach Plan ablaufen lassen. Doch dann kommt der große Schock, ihre Sendung wird wegen zu geringer Einschaltquoten einer Kollegin übergeben. Dafür soll Katrin ein Senioren-Magazin übernehmen. Dieses Klientel klingt nach Stützstrümpfen und medizinischen Ratschlägen, aber Katrin fügt sich ergeben ihrem Schicksal. Bis ein Brief einer älteren Dame, Hanna, sie zu einer Reise nach Kuba aufbrechen lässt. Gemeinsam wollen sie Hannas große Liebe suchen. Katrin sagt zu, denn sie erhofft für ihren Reisebericht, einen angesehenen Journalistenpreis zu erhalten.


Von Theresia Graw kenne ich bereits alle Bücher. Dieses neue Buch von ihr mit dem wunderschönen Flamingo-Cover musste ich natürlich auch lesen.
"Mit Hanna nach Havanna" ist eine humorvolle Geschichte über zwei völlig verschiedene Frauen. Katrin, die eine jung, etwas verkniffen und langweilig und die andere, Hanna, fast 80, trinkfest, unternehmungslustig und lebensfroh. Gemeinsam reisen sie im rosa Cadillac durch Kuba auf der Suche nach Julius, Hannas großer Liebe von vor 60 Jahren.

Wie sich zwischen den beiden Frauen trotz des Altersunterschiedes und ihrer verschiedenen Charaktere eine Freundschaft entwickelt, ist besonders schön zu lesen. Katrin ist mit ihrer negativen und kritischen Art schon ein besonderer Fall. Salsa, Cuba Libre und tropische Temperaturen in der Karibik? Das ist nicht ihr Fall, sie hat nur ihre berufliche Anerkennung vor Augen, aber dank ihrer abenteuerlichen Reise durch Kuba entwickelt sie ein neues Wertegefühl. Sie erlebt, wie man auch ungeplante Ereignisse überwinden kann und nur den Mut entwickeln muss, sie auch anzugehen. Hanna ist ein Genussmensch und mit ihrer unverwüstlich guten Laune und ihrem lebensfrohen Tatendrang bringt sie Katrin dazu, über ihren Schatten zu springen, auch mal unvernünftig zu sein und schliesslich zu erkennen, welche Dinge im Leben wirklich wichtig sind.

Wunderschön zu lesen sind die Landschaftsbeschreibungen des bunten Lebens auf Kuba, mit all den historisch gewachsenen Schwierigkeiten und den dennoch lebensfrohen und temperamentvollen Kubanern macht es Lust auf eine Urlaubsreise auf den Spuren Hemingways und das eigene Erleben von Salsa-Abenden und Mojitos beim Sonnenuntergang. Neben all der Urlaubsromantik werden aber auch die Probleme der Kubaner angerissen. Es wird deutlich, wie sie trotz ihrer Armut und der sozialen Probleme die Freude am Leben nicht verlieren und ihre Insel und das Leben lieben. Auch wenn es hier an vielem fehlt, die Menschen helfen sich gegenseitig und machen das Beste aus der Situation.

Dank Theresia Graws locker, flüssigem Schreibstil kann man gar nicht anders als durch das Buch zu fliegen, immer mit dem Gefühl, bei diesem Roadtrip direkt dabei zu sein. Gemeinsam quält man sich mit dem rosa Cadillac durch die maroden Strassen, erlebt die zauberhaften Flamingos, rollt Zigarren und trinkt einen Cuba Libre vor einem kitschig schönen Sonnenuntergang. Es ist ein authentisch wirkendes Bild von Kuba, dem man sich hier entspannt hingeben kann. 

Man muss dieses Buch einfach geniessen, auch wenn man einige Dinge vorhersehen kann. 

"Mit Hanna nach Havanna" war für mich ein wunderbarer Ausflug in die Karibik, eine unterhaltsame Gute-Laune-Geschichte, die mit kubanischer Lebensfreude gespickt ist und für schöne Lesestunden gesorgt hat. Mal wieder hat mich Theresia Graw mit ihrer Story begeistert.  


***Herzlichen Dank für dieses Rezensionsexemplar, das ich vom Blanvalet Verlag über das Bloggerportal erhalten habe! Es war ein Lesegenuss!***




 

Kopfsache schlank - M. Reddy/ I. Zachenhofer

Informativ, aufschlussreich, aber als Buch schwierig zu beurteilen. 

 

Abnehmen ist Kopfsache



Dr. med. Marion Reddy und Dr. med. Iris Zachenhofer sind Neurologinnen. Ihr gemeinsames Buch heißt "Kopfsache schlank", es erscheint im Goldmann Verlag.  (Werbung)



  
Eigentlich weiß jeder, dass Abnehmen allein durch die Art des Essens oder eine geringere Menge zu schaffen ist. Auch die Bewegung spielt eine große Rolle zur Verbrennung von Kalorien. Entscheidend ist die Willensstärke! Schafft man es, auf etwas zu verzichten oder das Lebensmittel mit der geringeren Kalorienzahl zu essen? Dann ist man auf dem richtigen Weg, hat man aber durch Gewohnheit, Stressfaktoren oder Unzufriedenheit Frust, dann wird man sicherlich diese Willensstärke nur schwer aufbringen. 

Was will uns dieses Buch also zu diesem Thema sagen? Können wir unser Gehirn dahingehend programmieren, dass wir abnehmen?
Die Antwort ist eindeutig "Nein". Aber das Gehirn und die Funktionen zu kennen, macht es einfacher, sich diesem Thema zu nähern und an seinen eigenen Gewohnheiten Fehler zu erkennen und sie dann anpacken zu können. 

Dieses Buch bringt auf unterhaltsame Weise medizinisches Fachwissen näher, zeigt Vorgänge im Gehirn und erklärt ablaufende Prozesse auf verständliche Art und Weise. Mit lebensnahen Beispielen aus dem Leben der Autorinnen wird hier Fachchinesisch klar gezeigt. So gesehen ist es eigentlich kein reines Sachbuch.

Zu den Inhalten: wer weiß schon, welche Programme im Gehirn ablaufen, die uns bei all den guten Vorsätzen zum Abnehmen scheitern lassen. 
Die Sache ist komplexer als man glaubt, nicht nur guter Schlaf und Zufriedenheit sind wichtig, auch bestimmte Hormone und ein funktionierender Blutzuckerspiegel. Gerade dieser lässt uns nicht bis zur nächsten Mahlzeit warten, sondern zu kleinen Snacks greifen. Ein fataler Fehler, den man vielleicht mit dem Hintergrundwissen dieses Buches umgehen kann, weil man die Falle kennt. 

Für mich war dieses Buch kein Versuch um abzunehmen, sondern mich hat interessiert, inwiefern das Gehirn unser Essverhalten steuert und wie man dort ansetzen kann.


Hunger ist für den Körper ein Zeichen von Stress. Im Gehirn wird z. B. beim Essen das Belohungshormon Dopamin freigesetzt, dieses baut das Stresshormon Cortisol ab. Das Ziel des Körpers ist also, Nahrung zu bekommen. Diese ist entscheidend für den Blutzuckerspiegel, geht der nach schnellem Anstieg in den Keller, haben wir Heißhunger. Es gibt aber Nahrungsmittel, die einen geringen glykämischen Index haben, die den Blutzuckerspiegel relativ konstant halten können. Die Folge wäre: die Hungerattacken werden geringer. 

Im Buch gibt es eine Liste von Lebensmitteln mit niedrigem glykämischen Index.
Stellt man seine Nahrung daraufhin um, ist das im Grunde eine Umstellung auch der alten Muster im Gehirn. 

Wir brauchen Dopamin, fehlt die Gabe durch die hochglykämische Nahrung, so müssen wir andere Wege finden, das Dopamin ausgeschüttet wird. 


Statt im Essen gibt es weitere Dopaminquellen. Diese erzeugen wir auch durch sportliche Betätigung, durch positive Erlebnisse wie in der Natur, bei der Musik, bei schönen Dingen oder in einer Wohlfühlatmosphäre in der eigenen Wohnung. 

"Je mehr wir eine Mahlzeit inszenieren, desto intensiver kann die Dopaminausschüttung ausfallen." Zitat S. 120 


Fachwort: Verhaltensverstärkung, wenn Dinge Spaß machen, wiederholen wir sie eher.

Abnehmen durch Wohlfühlen wird sicherlich einfacher zu bewerkstelligen sein, als durch Verzicht und Frusthungern. 

Dieses Buch klärt auf über unsere Essgewohnheiten, erklärt die medizinischen Hintergründe und Fakten und gibt einige Beispiele zum eigenen Gebrauch. Die interessanten Einblicke klären auf über unser Gehirn, ob man dank dieser Erkenntnisse wirklich abnehmen kann, steht noch zu beweisen. 




Montag, 26. Februar 2018

Blogger Recognition Award

                   
                           

        
Die Awards geben sich gerade wieder die Türklinke in die Hand und ich wurde auch nominiert. Dieses Mal für den Blogger Recognition Award von der lieben Kerstin von Seehases Lesewelt. Vielen Dank, liebe Kerstin! Ich freue mich sehr!

Bei dem Blogger Recognition Award geht es darum, mehr Aufmerksamkeit für die unterschiedlichen Blogs zu erlangen. Damit man von dieser Aktion etwas mitnehmen kann, gibt es Ratschläge für neue Blogger und man erfährt, wie der jeweilige Blogbetreiber zum Bloggen gekommen ist.


Die Regeln:

  1. Bedanke dich bei demjenigen, der dich nominiert hat und verlinke ihn.
  2. Schreibe einen Beitrag, um deinen Award zu präsentieren.
  3. Erzähle kurz, wie du mit dem Bloggen angefangen hast.
  4. Gib zwei Ratschläge für neue Blogger.
  5. Nominiere (15) andere Blogger für diesen Award.
  6. Kommentiere auf den nominierten Blogs, lass die jeweiligen Personen wissen, dass du sie nominiert hast, und verlinke deinen Beitrag zum Award
Dann möchte ich doch gleich mal anfangen:

Erzähle kurz, wie du mit dem Bloggen angefangen hast:

Für mein Hobby und eine entsprechende Buchauswahl war ich schon lange als Leserin auf verschiedenen Blogs unterwegs. Mein Interesse war geweckt und eines Tages wollte ich einfach nur mal sehen, wie wohl mein persönlicher Blog so im Falle eines Falles aussehen würde. Also habe ich einen Probestart getätigt und das Ganze gefiel mir auch optisch. Als ich dann nach kurzer Zeit sogar schon einige Leser hatte, die mir positives Feedback gegeben haben, blieb ich dabei. 



Gib zwei Ratschläge für neue Blogger:

Überlege dir deine Ziele, fordere dich nur in kleinen Schritten und plane am Anfang nicht zu viele Zugriffs- und Folgemöglichkeiten ein, es wird dich sonst vielleicht überfordern. Konzentriere dich zunächst auf ein Thema, vielleicht nur Rezensionen oder nur Interviews von Autoren oder Buchvorstellungen. 
Ich baue inzwischen gern man etwas über eine Reise oder über Kochrezepte ein, meiner Meinung nach lockert das Ganze dadurch auf und der Blog wird individueller. 

Ein Blog muss allmählich wachsen, dazu braucht man Zeit und gute Rezis mit schönen Fotos. Wenn du mit Herzblut dabei bist, merken das auch die Leser. Daher kann ich noch den Tipp geben, möglichst auf die Kommentare deiner Leser zu antworten. Es kann für Leser ganz schön frustrierend sein, wenn Kommentare einfach so für sich dastehen. Der individuelle Ausstausch macht den besonderen Zusammenhalt unter Blogger und Lesern aus. Wobei man es ja in lange Diskussionen ausarten lassen muss. Aber eine Antwort sollte schon möglich sein. 

Ich nominiere die nachfolgenden Blogs:

Meine kleine Welt 

Weltenwanderer 

World of books and dreams

Prettytigers Bücherregal

In the prime time of life 

Dufttrunken Beitrag zum Blogger Recognition Award

Leseblick 

Zauberhafte Bücherwelten

Charleens Traumbibliothek 

Buchverzückt 
 
Papier- und Tintenwelten 
 


Ich nominiere mal 11 Blogger, schon diese Zahl finde ich reichlich übertrieben und hoffe, mein Beitrag hat euch gefallen und einige der Nominierten finden Zeit und Interesse an dieser Aktion mitzumachen! Mitmachen dürfen natürlich auch alle, die hier noch nicht aufgeführt sind. Ich füge sie gerne noch ein. 

Eure Sommerlese




Samstag, 24. Februar 2018

Kühn hat Ärger - Jan Weiler

Tiefsinnige Mischung aus Krimi, Satire und Gesellschaftsroman mit Midlife-Krise


Jan Weiler führt seine Reihe um Ermittler Martin Kühn mit seinem neuen Roman "Kühn hat Ärger" in die zweite Runde. Die Reihe erscheint im Piper Verlag. (Werbung)

Jeder neue Tag kann gut werden und bringt neue Chancen. In letzter Zeit hat Martin Kühn aber eher  wenig gute Tage. Von seinem Burnout hat er sich gerade erholt, da kriselt es in seiner Ehe mit Susanne. Aber auch mit seinem Kollegen gibt es Rivalitäten und die Arbeit beginnt gleich mit einem Mord an Amir, einem jungen Libanesen. Das grausam zugerichtete Opfer war der Freund Julia van Houtens, Tochter aus gutem Hause. Kühn ist ein einfacher Polizist und sieht sich durch die Ermittlungen mit der Welt der Reichen und Wohltätigen konfrontiert. Hat diese Familie etwas gegen Amir gehabt?  

   
Martin Kühn wohnt mit seiner Familie im Außenbezirk von München, auf der Weberhöhe, dort stand früher eine Munitionsfabrik. Er ist Hauptkommissar und Berufspendler aus Kostengründen. Seine Sicht auf die Dinge und die Welt an sich hat manchmal schon philosphische Züge. Das macht diesen Roman so besonders.
Zu Beginn muss man sich ein wenig einlesen, kann sich dann aber schnell auf Kühn einstellen und ich muss sagen, ich habe seine Sichtweise sehr genossen. 

Sein neuer Ermittlungsfall dreht sich um Amir, ein kleinkrimineller Jugendlicher mit libanesischer Herkunft, der sich Hals über Kopf in Julia van Houten verliebt hat. Julia stammt aus einer reichen Familie, eine Verbindung zwischen beiden scheint schwierig und erinnert sehr an Romeo und Julia. Doch die Familie scheint offen, sie nehmen Amir freundschaftlich auf, fahren mit ihm in Urlaub. 

Warum und von wem wurde Amir dann ermordet, brutal erschlagen und in der Gosse liegen gelassen?
Kühn setzt seine ganze Arbeitskraft in diesen Fall, obwohl er gerade privat einige Probleme bewältigen muss. Auch sein Arzt macht ihm eine unangenehme Diagnose über seine Prostata. 

Aber Kühn ist ein ganz besonderer Mensch, er philosophiert gern über alles und jeden. Die Ermittlung mit seinem Kollegen Steierer ist eher nebengeordnet. Es sind mehr die Milieuzeichnungen, die interessieren. Zunächst hat Kühn eine etwas sarkastische Sichtweise auf die Welt der Reichen. Aber er fühlt sich auch angezogen von dem Leben dieser Neureichen, denn die rechtsradikalen Aktivitäten in seiner persönlichen Nachbarschaft nerven ihn zunehmend.

Weilers Schreibweise kann man hier nicht als humoristisch benennen, sondern sie ist eher eine satirische Betrachtung des Lebens aus Kühns Sicht. Selbst beim Arztbesuch empfindet man die Bissigkeit seiner Bemerkungen und merkt ihm seine Unsicherheit in dieser Lebensphase deutlich an.
Wer sinniert schon über Tag und Nacht und denkt über den Blick auf die Welt aus der Weltraumperspektive nach? Genau das macht Kühn und damit ist er auch ein wenig gefangen in seinem tiefsinnigen, philosophisch wirkenden Gedankengut.

Jan Weiler benutzt seinen Kühn, um bissige Hiebe auf die Gesellschaft zu verteilen. Und das gelingt ihm recht unterhaltsam und durch die Krimianteile auch spannend. Aber auch Kühns Leben interessiert den Leser, er ist anders als andere Kommissare. Seine inneren Monologe offenbahren ihn und seine Lebenskrise. Mich hat diese Sichtweise sehr beeindruckt und der Roman hat mich mit den aktuellen gesellschaftspolitischen Themen sehr überrascht.
Die Schilderung der Ehe finde ich ein wenig klischeemäßig, aber sie passt zu Kühn.  Ich mag Kühn als Eigenbrötler und als Ermittler mit interessanten Verhörmethoden. Er hat eine besondere Gabe, in seinen Verhören die Menschen zu den entscheidenden Aussagen zu bringen. Dabei gewinnt man auch Einblicke in den Täter und seine niederen Beweggründe.

Bei diesem Roman kommt zu der satirischen Ader eine Menge aktuelle Themen, der Tiefsinn und die Krimihandlung bildet den geeigneten Rahmen. Es ist ein vielseitiges Buch und bietet für jeden Leser etwas. Mir hat die Kombination von allem sehr zugesagt. 



Neuzugänge # 74

Reicher Büchersegen 


In der letzten Woche habe ich einen dermaßen reichen Büchersegen erhalten, dass nicht nur der Briefträger schwer zu schleppen hatte, sondern dass ich auf einen umfangreichen Post verzichten wollte. Aber auf den Wunsch einer einzelnen Dame hin, (ich meine damit Marion von Buchlieblinge, die ich hiermit herzlich grüße!) gebe ich mir nun doch einen Ruck und zeige einfach mal die Zusammenfassung der letzten Neuzugänge im Regal. 

Dieser Segen ist Fluch zugleich! Auf die jeweilige Inhaltsangabe werde ich mal aus Zeitgründen verzichten, ich muss ja die Bücher auch alle noch lesen. :-)

Einige Bücher sind für die Blanvalet Challenge dabei. 
Es reise "Mit Hanna nach Havanna" und ich ziehe mit "Die Herzensammlerin" in ein ganz besonderes Hotel, das "Happy Scheidung" heißt.


Aus dem Knauss Verlag verfolge ich mit "Es war einmal im Fernen Osten" wie die Protagonistin Xiaolu vom Osten Chinas in den Westen nach London zieht. 

Ich denke mich schlank mit "Kopfsache schlank", jedenfalls verspricht der Titel solche Wunder! :-)  
 
Und voller Freude habe ich den ersehnten Eberhofer-Krimi Band 9 "Kaiserschmarrndrama" aus einer Verlosung bei Lovelybooks erhalten und kann endlich miterleben, welches Drama sich bei Franz, seinem Sohn, Sushi und der Oma abspielt.

Durch ein unverhofftes Tauschgeschäft habe ich jetzt "Olga" und den "König Lennard..." in meinem Besitz.


Und hier sind noch zwei Nachzügler aus dem Aufbau Verlag. Dank meines Gewinnes "Die Nachtigal" bei einer Buchverlosung, die länger auf sich warten ließ, spendierte der Verlag zusätzlich noch den zweiten Roman von Kristin Hannah, "Die andere Schwester". Mit 624 und 528 Seiten durchaus keine Bücher, die man eben mal so wegliest. Ihr seht also, ich habe zu tun! 




Welche Bücher kennt ihr davon oder möchtet sie auch noch lesen? 


[Werbung] Da ich Buch-Cover mit einer Verlinkung zu Amazon einbaue und aus Überzeugung gerne Verlage, Autoren etc. verlinke, kennzeichne ich diesen Beitrag als Werbung. Ich möchte jedoch darauf hinweisen, dass ich für diesen Beitrag nicht bezahlt wurde und ihn aus freien Stücken veröffentliche.

Freitag, 23. Februar 2018

König Lennard oder Sommer ist dann, wann wir wollen -Timm Milan

Fantasie ist ja ganz schön, aber das sind schon keine Streiche mehr

 

"König Lennard oder Sommer ist dann, wann wir wollen" heißt das Kinderbuch von Timm Milan aus dem Thienemann Verlag. Diese Geschwistergeschichten richten sich an Jungen und Mädchen ab 8 Jahren.(Werbung)


Lana und ihr großer Bruder Lennard sind ein Herz und eine Seele. Sie halten zusammen und mit Lennard ist es nie langweilig. Denn sein Markenzeichen, die goldene Krone hat 10 bunte Edelsteine und die haben ganz bestimmt magische Kräfte. Denn sie verleihen Lennard die tollsten Einfälle. Die sind immer richtig lustig und meistens auch ganz schön verrückt. 





In diesem Buch geht es um die Geschwister Lana und Lennard, sie halten zusammen wie Pech und Schwefel und kommen auf jede Menge freche Einfälle. 
In 10 Kapiteln mit großer Schrift und einigen schwarz-weißen Illustrationen geht es hier um den Zusammenhalt zwischen Geschwistern. Aber es geht auch um verrückte Streiche, die den Kindern Spaß machen und die zu ihren Spielen dazugehören. 
Oder ist doch nur die Krone schuld? Schliesslich sorgt doch die magische Krone für Lennards Ideenreichtum und jede Menge Unsinn der Kinder. 


Auf den ersten Blick mag ihr Unsinn ja noch lustig klingen, die Streiche sind aber sicherlich nicht alle witzig. Doch richtig böse wird den beiden Geschwistern eigentlich niemand so richtig. Sogar der neue Freund von Mama macht mit.  

Die Sahnetortenschlacht finde ich ja noch ganz lustig und sie macht auch nur eine große Ferkelei und keinen echten Schaden, aber die Böller im Schrank finde ich schon grenzwertig. Die Kinder kommen auf gefährliche Ideen und mir fehlt dazu einfach die Aufklärung und Warnung im Umgang mit Feuerwerkskörpern. 

Lanas und Lennards Mutter scheint sich jedoch keine Gedanken um die Sicherheit ihrer Kinder zu machen. Auch die Betitelung einer älteren Person mit "die Alte" finde ich grenzwertig und sehr negativ. Wie sollen Kinder lernen, älteren Menschen mit Respekt zu begegnen, wenn sie selbst in Büchern so abwertend benannt werden.

Mir erscheint es wichtig darauf hinzuweisen, dass dieses Buch unbedingt Gespräche zwischen Eltern und Kindern zum Gelesenen nötig macht. Denn die Krone und ihre Einfallssteigerung erkennen Kinder zwar, die Folgen aber vielleicht nicht immer. 


Dieses Buch finde ich nicht kindgerecht und die Streiche außerdem grenzwertig. Auch wenn ich den Schreibstil und die Bilder mochte, kann ich hier nur 2 Sterne vergeben.
 



Freitags-Füller # 78

   

 
    

 

Immer wieder kommt ein neuer Freitag ... und damit der Freitagsfüller! 

 

Dies ist ein Projekt von Barbara von  Scrap-Impulse

Ein kleiner Lückentext zum Ausfüllen.

 

1. Wir haben trotz der am Morgen schon singenden Amseln und den sich zeigenden Krokussen immer noch Winter, das merkt man besonders an den weiß bereiften Dächern und kalten Temperaturen sehr deutlich. 


2. Mein letzter Neuzugangspost war gerade erst online gegangen, da kamen schon die nächsten Bücher angeflogen, die werde ich aber nicht mehr alle zeigen.

 

3. Ich habe gerätselt was ich heute kochen soll, es sind noch gekochte Nudeln von gestern vorhanden, Brokkoli und Käse habe ich auch da. Damit sollte sich etwas leckeres zaubern lassen.


4. Gegenüber ihren Mitmenschen, ob nun alt oder mit Kinderwagen oder Gipsbein, sind die meisten Leute heute doch ein wenig ignorant.


 

5. Heute ist der Himmel schon etwas blau und ich hoffe, die Sonne zeigt sich auch wieder.

 

6. Ein Schälchen Chips war gestern mein Snack am Abend.  

 

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf eine schöne Chorprobe und hinterher Günter Jauch, morgen habe ich Wäsche waschen, einkaufen und Bloggen geplant und Sonntag möchte ich meine Tante und meinen Onkel gemeinsam mit meinem Mann besuchen.



Und welche Pläne habt ihr für das Wochenende gemacht? Wollt ihr noch Winter haben oder freut ihr euch schon wie ich auf den Frühling?

Liebe Grüße!

Donnerstag, 22. Februar 2018

Rote Kirschen, schwarze Kirschen - Sophie Duffy

Sehr einfühlsame und warmherzige Erzählung, mal zum Heulen und mal zum Lachen.



Die Frage nach dem "Verlassenwerden"  


Sophie Duffy schrieb mit "Rote Kirschen, schwarze Kirschen" 2013 ihr Debüt. Das Buch erscheint im Knaur Verlag. (Werbung)

Helena ist gerade mal 16 als sie mit ihrer frisch geborenen Tochter Philippa 1965 an die englische Riviera nach Torquay zieht. Dort wohnen sie bei Bob, der einen Süßwarenladen führt und bei Wink, einer alten liebenswürdigen, aber etwas schrulligen Dame. Nur sieben Jahre später verschwindet Helena ohne ein Wiedersehen spurlos. Philippa bleibt bei Bob und Wink und erkennt schon früh, dass Familie und Heimat nichts mit Verwandtschaft zu tun haben müssen. Ihr Leben ist geprägt vom Verlassenwerden, auch ihr Freund Lucas verschwindet aus ihrem Leben. 
                                  

Bildergebnis für Rote Kirschen, schwarze Kirschen


In dieser
Coming-of-Age-Erzählung um schwierige Lebensphasen, um ein Mädchen namens Philippa auf der Suche nach Liebe, Geborgenheit und festen Bezugspersonen. Es ist eine Lebensreise, die durch die Jahre 1965 bis 2007 führt und dabei nicht nur Philippas Erlebnisse schildert, sondern auch eine Zeitreise durch England bedeutet. Als Leser nimmt man auch Teil am Geschehen des englischen Königshauses, wie an der Hochzeit von Charles und Diana.

Philippa erzählt in erster Linie ihrem neugeborenen Baby ihre ganz persönliche Lebensgeschichte, während wir als Leser ihr dabei gebannt folgen. Es wird schnell klar, Philippa hat schon einiges in ihrem Leben erlebt, geht noch immer der Frage nach dem Verlassenwerden durch ihre Mutter Helena nach und versucht es jetzt, selbst in die Mutterrolle geschlüpft, zu verstehen. 


Bei dieser Erzählung wird die Distanz zwischen Protagonistin und Leser vollkommen getilgt, man ist sofort gefangen von den emotional gezeichneten Figuren und lebt, liebt und leidet automatisch mit Philippa mit.
Die Sprache ist ziemlich einfach gehalten, aber es gibt immer wieder Sätze, die sehr berühren und nahe gehen und die man gern mehrfach liest. Auch sieht man sich schnell in der Rolle des Kindes Philippa, die im Süßwarenladen ein wahres Paradies vorfindet. 

"Zitronenbrausebonbons, saure Drops, Anisstäbchen, Karamelbonbons und all die anderen Sorten, deren Namen ich noch nicht lesen kann, deren Formen und Farben und Düfte ich aber auswendig kenne." Zitat

Ihren Lebensalltag vom Kleinkind bis zur erwachsenen Frau mit Schule, Freundinnen, Studium und der Vorliebe für die Königsfamilie erlebt man hautnah mit. Man folgt ihr gern durch ihr bewegtes Leben, unternimmt eine Zeitreise auch ins englische Königshaus, lacht und weint mit Philippa, sieht sie glücklich mit ihren Freunden und auch traurig, als zwischen Bob und Helena nicht das Elternpaar wird, wie sie sich erhofft. Und man ist gespannt auf weitere Details aus ihrem Leben, wie sie zur späten Mutter wurde, wie sie im Gegensatz zu Helena mit der Mutterrolle umgehen mag. Warum Helena sie nicht zu sich geholt hat? Die Lösung all dieser ungelösten Fragen scheint in einer rätselhaften Zeitkapsel verborgen zu sein, die erst nach der Geburt des ersten Kindes von Philippa geöffnet werden darf.


Dieses Buch hat mich sehr berührt, es ist charmant und humorvoll, aber auch recht traurig, aber nie hoffnungslos. Schon der Umstand von Philippas Baby zu wissen, macht irgendwie glücklich. Sophie Duffy versteht es, ihre Leser in diese bewegende Familiengeschichte hineinzuziehen und ein wenig englisches Flair zu verbreiten. In ihren Figuren zeigt sie einen geübten Blick auf das Menschliche, auf die Fehler, die Hoffnungen, die Sorgen und die Liebe der Menschen.
Diese liebevoll gezeichneten Figuren haben es mir angetan, ich habe sie alle bildhaft vor mir gesehen und ich mochte Bob, Wink und teilweise auch Philippa und habe schon früh einige Wahrheiten geahnt und sie herbei gesehnt. 


Dieser berührende und auch tiefsinnige Roman ist toll zu lesen, er ist humorvoll und doch auch traurig. Er zeigt, welche verworrenen Wege das Leben bieten kann und was Glück ausmacht. 
Das Leben ist nicht geradeaus, es geht über Höhen und Tiefen, sie zu durchwandern ist das Ziel des Lebens.


Eine Empfehlung für Freunde von romantischen, aber auch lebensnahen Geschichten, die das Leben mit unterschiedlichen Facetten schreibt. 

***Herzlichen Dank für dieses e-book aus dem Knaur Verlag! Ich hatte wunderbare Lesezeit damit.***