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Montag, 12. Februar 2024

Faule Fische fängt man nicht - Christiane Franke/Cornelia Kuhnert

Kurzweilig und unterhaltsam geht die Reihe weiter

 
"Faule Fische fängt man nicht" ist der 11. Band der Ostfriesen-Krimi-Reihe von Christiane Franke und Cornelia Kuhnert, die im Rowohlt Verlag erscheint. 
 
Frühling in Neuharlingersiel: Übernachtung mit Frühstück, kombiniert mit einem Malkurs, das ist das neue Angebort auf dem Steffens-Hof. Als die Teilnehmer ihr Lieblingsbild vorstellen, zeigt das Bild von Karin Müller viel Ähnlichkeit mit einem Gemälde von Van Gogh. Es gehört Karins betagter Oma und die ist keine Kunstsammlerin. Doch Kursleiter Conrad hält das Bild für ein Original. Am nächsten Tag ist Karin tot, sie wurde ermordet und als auch Conrad stirbt, schrillen bei Rosa, Rudi und Henner die Alarmglocken. Das kann kein Zufall sein. 


 
Eingefleischte Fans dieser Krimireihe wissen, das hier ein charmantes Ermittlungs-Trio sein "Unwesen" treibt. Henner erfährt als Postbote viel Tratsch und Rosa erfährt durch die Frauen vom Häkelclub oder beim Friseur jede Menge Klatsch. Da findet sich häufig eine Spur zu ihren Ermittlungen, an die Dorfpolizist Rudi nicht so offiziell gerät. Gemeinsam kombinieren sie die Hintergründe, vor ihnen ist kein Täter sicher. Das weiß auch Schnepel, der sich mit seiner unangenehmen Art mal wieder überall unbeliebt macht. 
 
Der Erzählstil ist leicht und locker und immer wieder mit einer Prise Humor gewürzt. Und das pfiffige Trio sorgt mit seinem Handeln immer wieder für Wohlfühlmomente beim Tee trinken nach ostfriesischer Art, aber auch für spannende Ermittlungs-Hinweise, die der Fallaufklärung dienen. Und so finden sie doch mehr über die Tatverdächtigen heraus, als denen lieb ist.
   
Wie gewohnt ist Mudder Steffens Küche wieder der gesellige Treffpunkt für viele Gespräche, aber auch für die Gäste des Malkurses. Man kann sich dort nur wohl fühlen, denn die Stimmung ist wunderbar familiär, kulinarisch und voller lebensnaher Atmosphäre. Am liebsten würde ich auch einen Malkurs mit Frühstück buchen und den Rosinenzopf mit Orangenmarmelade probieren. Mudder Steffens legendäre Gerichte werden in allen Bänden immer wieder appetitmachend erwähnt, sei es Brathering und Bratkartoffeln oder Glühweinbraten mit polnischen Klössen. Am Ende des Buches gibt es einige Rezepte zum Nachkochen/-backen. 

Der Täter wurde dann meiner Meinung nach dann etwas zu unerwartet aus dem Hut gezaubert, daher ziehe ich einen Stern ab. Die kurzweilige Lektüre hat mich mit dem interessanten Fall rund um das Thema Kunst - Original oder Fälschung wieder gut unterhalten. Das liebenswerte Trio ist für mich schon lange Kult und auch die Rezepte für lokale Spezialitäten gehören einfach zum Krimi dazu. 
 
Ein kurzweiliger Regionalkrimi mit ostfriesischem Charme, viel Ratespaß und jeder Menge kulinarischen Appetitmachern.  
 
***Herzlichen Dank an den Rowohlt Verlag für dieses Rezensionsexemplar!*** 

 

Sonntag, 8. März 2020

Krabbenkuss mit Schuss - Christiane Franke und Cornelia Kuhnert

Urlaubsmäßiger Ostfriesen-Krimi 

Alpakas, Ostfriesentee und kulinarische Spezialitäten 


Krabbenkuss mit Schuss ist der 7. Band einer Krimireihe vom Autorenduo Christiane Franke & Cornelia Kuhnert. Der Regionalkrimi spielt in Ostfriesland und erscheint im Rowohlt Verlag.  

Rosa sieht sich für ihre Schulklasse einem Alpakahof an und es wäre nicht Rosa, wenn sie nicht wieder über einen Toten stolpern würde. Es ist der Mann der Hofbesitzerin, der tot am Ende einer Treppe liegt. Fremdverschulden oder Unfall?



Auch im siebten Band sorgt das originelle Dreiergespann Rosa, Rudi und Henner wieder für heitere Unterhaltung und spannende Ermittlungen. Wer die Reihe kennt, freut man sich auf ein Wiedersehen mit den Figuren und ihren speziellen Charakteren. Aber auch für Neulinge der Buchreihe ist ein Einstieg mit diesem Buch möglich, alle Figuren werden in einem Personenregister vorgestellt.

 
Diese Krimireihe macht einfach Spaß, weil die Charaktere mit herb friesischer Art angelegt sind und Rosa immer das richtige Gespür für die richtige Fährte hat und somit zur Lösung des Falls beiträgt.

Christiane Franke und Cornelia Kuhnert erzählen wieder lebendig mit viel Schwung, ihre liebenswert beschriebenen Figuren bringen echten Ostfriesen-Charme in die Geschichte und sorgen für gute Unterhaltung. 


Was mir bei dieser Reihe so gut gefällt ist der Lokalkolorit, der durch die Landschaftsbeschreibungen und die kulinarischen Besonderheiten der friesischen Küche wie bei Mudder Steffens wunderbar zur Geltung kommt.

Die Handlung wird durch Wendungen und Ermittlungsirrläufer spannend gestaltet, dem Leser eröffnen sich einige mögliche Verdächtige. Natürlich läuft die Ermittlung und Verfolgung nicht so rasant ab wie in einem amerikanischen Krimi, denn in Ostfriesland ticken die Uhren noch langsam und bedächtig. Aber die gute Unterhaltung ist auf jeden Fall garantiert und erhält schon allein durch die Szenerien vom Alpakahof, von der Teemanufaktur und dem Tortenclub, und natürlich Rosas neuer Dating-Bekanntschaft einen lesenswerten Charakter.   

In gewisser Weise kann man bei dieser Krimireihe auch von Genusskrimi sprechen, denn was im Buch verspeist wird, wird im Anhang mit ein paar schöne Rezepte vorgestellt. Ob der landestypische Weißkohleintopf, Thunfischpizza, Eierlikör oder verschiedenen Torten und Kuchen, wie Trüffeltorte und ostfriesischen Napfkuchen, die Rezepte verführen zum Nachahmen. 


Ein amüsanter Küsten-Krimi mit dem herben Charme der Ostfriesen und ein echtes Lesevergnügen für den Strandkorb. Ich hatte jedenfalls meinen Lesespaß und freue mich auf weitere Bände der Reihe. 


***Herzlichen Dank an den Rowohlt Verlag für dieses Leseexemplar!*** 



Mittwoch, 3. April 2019

Zum Teufel mit den fiesen Friesen - C. Franke/C. Kuhnert

Ostfriesenkrimi mit unterhaltsamer Mörderjagd  


"Zum Teufel mit den fiesen Friesen" ist der 6. Band der Ostfriesenkrimireihe von Christiane Franke/Cornelia Kuhnert. Die Reihe erscheint im Rowohlt Verlag. 


In Neuharlingersiel geht ein Todesschütze um! Erst wird Tjark Ukena auf seinem Motorrad erwischt und kurze Zeit später trifft eine tödliche Kugel die Bloggerin und Kitesurferin Antje. Die Polizei in Wittmund hält den Täter für einen Irren und bittet Dorfpolizist Rudi, nach Verdächtigen und Fremden Ausschau zu halten. Dabei hat Rudi gerade Besuch seines verschollen geglaubten Vaters bekommen. Familie muss warten. Natürlich sind Lehrerin Rosa und Postbote Henner wieder mit von der Partie und sie können sogar einen weiteren Mord verhindern.




Auf das Wiedersehen mit der lustigen Truppe um Rudi, Briefträger Henner und Hobbyermittlerin Rosa habe ich mich richtig gefreut. 

Als ein Motoradfahrer angeschossen und dabei getötet wird und kurz darauf eine Kitesurferin gezielt beim Kiten erschossen wird, ist es vorbei mit der Ruhe im idyllischen Neuharlingersiel. Wo liegt das Motiv und wer schießt so geübt, dass ein einziger Schuß auch trifft?
Die Ermittlungen laufen an und natürlich nimmt Rudi, der Dorfpolizist wieder seine Freunde Rosa und Henner mit ins Boot. Denn mit ihren privaten Befragungen schauen sie häufig hinter die Kulissen und bringen so die nötigen Bausteine zur Täterfindung zusammen.

In diesem Band geht es um den Umweltschutz im weitesten Sinne, es geht um die Häuptlinge der Ostfriesen und um eine neu gegründete Partei, die sich für den Erhalt der Natur einsetzt und den Bau eines geplanten Windparks verhindern will. Ihr Gegner ist ein lokaler Landesherr, der mit der Anlage richtig viel Geld verdienen will.

Die Todesfälle häufen sich und man begleitet das muntere Ermittlertrio Rudi, Henner und Rosa gern bei ihren Nachforschungen und bei ihren Versuchen, weitere Morde zu verhindern. Es gibt viele Verdächtige und doch hatte ich von Anfang an den richtigen Riecher, auch wenn das Motiv mir erst am Schluss glaubhaft erklärt wurde. Doch die Raterei ist durch einige Wendungen und fragwürdige Figuren ein echter Spaß, den man sich nicht entgehen lassen sollte.

Als unterhaltsame personelle Weiterentwicklung führen die Autorinnen in diesem Band den verschollen geglaubten Vater von Rudi ein. Der kommt gleich mit zwei Töchtern aus Kanada angereist und findet unerwarteterweise eine Familie vor. 

Christiane Franke und Cornelia Kuhnert erzählen auch diesen Krimi wieder mit viel Schwung und die lebendig und liebenswürdig beschriebenen Figuren bringen Charme in die Geschichte und sorgen für gute Unterhaltung. 

Was mir bei dieser Reihe so gut gefällt ist der Lokalkolorit, der durch die kulinarischen Besonderheiten der friesischen Küche bei Mudder Steffens, den überall gegenwärtigen Tee und die authentisch beschriebene Landschaft wunderbar zur Geltung kommt. Am Ende des Buches gibt es ein Personenregister für Neueinsteiger und natürlich werden auch ein paar original friesische Rezepte aus Mudder Steffens Küche vorgestellt. Eingelegte Bratheringe, Labskaus und Rührei mit Krabben sind mit dabei. 



"Zum Teufel mit den fiesen Friesen" ist lebendig und leicht geschrieben, die originellen Charaktere unterhalten und man kann munter miträtseln, wer denn nun der Todesschütze sein könnte. Ein toller Frühjahrskrimi für den Urlaub an der Nordsee oder für den eigenen Balkon. 


***Herzlichen Dank an den Rowohlt Verlag für dieses Rezensionsexemplar!*** 



Dienstag, 3. April 2018

Mordsfinale - Ulrike Busch

Wieder ein gelungener Krimi der beliebten Reihe!


Mit "Mordsfinale" hat Autorin Ulrike Busch den mittlerweile 5. Teil ihrer Ostfrieslandkrimireihe geschrieben, die im Klarant Verlag erscheint.


Als im friedlichen Greetsiel in der Seniorenresidenz Haus Friesenglück eine ältere Dame verstirbt, versucht die Heimleitung, diesen Todesfall als Unfall zu deklarieren. Zuviel negative Reklame ist für ein Haus dieser Art nicht gerade ein Aushängeschild. Angeblich verstarb sie in der Badewanne durch einen Föhn und beging Selbstmord. Als Fenna Stern und Tammo Anders von der Kripo Greetsiel von dem Fall erfahren, finden sie einige Unstimmigkeiten. Klar wird jedoch, dieses war nicht der erste rätselhafte Tod im Haus Friesenglück. Doch wer hat für den Tod ein Motiv? Ist es die Konkurrenz eines benachbarten Hauses für Senioren oder sogar eine Mitarbeiterin, die hier Schicksal spielen möchte?




Ulrike Busch hat mich mit diesem Band wieder angenehm unterhalten und ich konnte gut miträtseln, wer denn nun der Täter sein könnte.
Fenna Stern und Tammo Anders sind nicht nur beruflich ein Paar, ihre Hochzeit steht bald an, Fenna plant die Flitterwochen und möchte Tammo mit ihrem Ziel überraschen, als sie zu dem mysteriösen Tod einer Altenheimbewohnerin gerufen werden. 

Es wird schnell klar, dass die Mitarbeiter im Seniorenheim den Todesfall als Selbstmord hinstellen wollen. Doch Fenna und Tammo merken einige Unregelmäßigkeiten und gehen der Sache in gewohnt routinierter Art nach. 
Mit dieser Thematik, die relativ hilflose alte Menschen in den Mittelpunkt einer Todesreihe rückt, macht Ulrike Busch auf ein Problem aufmerksam. Sie zielt damit auf die gegenwärtige schlechte Situation von Pflegebedürftigen und ihren teilweise unausgebildeten oder überforderten Helfern ab. 
Wie kann man sich im Alter sicher fühlen, wenn selbst auf die Pflegekräfte kein Verlass ist?

Mich hat die Geschichte schnell gefangen genommen, die Spannung hält sich dauerhaft und die Charaktere sind wieder sehr unterhaltsam. Die Ermittler recherchieren, obwohl ein Heimarzt einen normalen Tod attestiert hat. Eine gruselige Vorstellung, die mich den Krimi noch gebannter verfolgen ließ. 

Neben der interessanten Mordaufklärung sorgt die Autorin mit dem verliebten Paar Fenna und Tammo für eine weitere unterhaltsame Szenerie. Diese Ermittler sind ganz normale Menschen und somit fühlt man sich ihnen auch nahe.
Die Autorin schreibt gewohnt flüssig und die Dialoge sorgen für lebhafte und gut nachvollziehbare Atmosphäre. Dank der agierenden Ermittlern ist man ständig auf dem Laufenden.

 
Dieser Krimi ist wieder eine runde Sache und sorgt mit der aktuell gehaltenen Story für viel Spannung beim Lesen.



***Dieses Buch wurde mir durch Ulrike Busch zur Verfügung gestellt! Herzlichen Dank dafür!***





[Werbung] Ich möchte darauf hinweisen, dass ich für diesen Beitrag nicht bezahlt wurde und ihn aus freien Stücken veröffentliche.

Die komplette Reihe der Ostfrieslandkrimis:

Samstag, 4. November 2017

Mordsschwestern - Ulrike Busch

Dieser spannende Fall hat mir einen Mordsratespaß bereitet!


Der Ostfrieslandkrimi "Mordsschwestern" ist der bereits der 4. Band der Kripo Greetsiel mit den Ermittlern Fenna Stern und Tammo Anders aus der Feder der Autorin Ulrike Busch. Die Krimireihe erscheint im Klarant Verlag.[Werbung nach § 2 Nr. 5 TMG]

In Greetsiel soll die Beerdigung von Max Feddersen durchgeführt werden, doch die muss verschoben werden, denn die Spusi hat genau dieses Grab als Tatort gesperrt. Am Grabstein der alteingessenen Familie Feddersen lehnt eine Tote, es ist Suse Perk, Leiterin des Museums für ostfriesische Kunst und Kultur. Zufälligerweise war sie die Freundin von Max Frau Martha, ebenfalls eine begeisterte Kunstsammlerin. Besteht dort eine Verbindung zum Täter? 
Bei den drei Schwestern Urte, Dorit und Leni entbrennt ein verbitterter Streit um das Erbe, zu welchen Schritten sind die Schwestern fähig? 



"Ihr schreckt beide vor nichts zurück. Ihr seid schon Mordsschwestern." Zitat Seite 68

Diese Krimireihe von Ulrike Busch ist mir von Beginn an bekannt und ich mag ihre authentischen Krimis aus Ostfriesland sehr. Auch wenn dieser Krimis fast unblutig ist, hat er mich doch mit den unterschiedlichen Figuren und Tatvorgängen gefesselt. Der Lokalkolorit um Greetsiel ist als schöne Hintergrundkulisse geschildert und man bekommt beim Anblick des hübschen Coverbildes sofort Lust auf einen Kurzurlaub an der Nordsee.

Wenn man die Reihe verfolgt hat, freut man sich über die beiden sympathischen Ermittler Fenna und Tammo. Sie sind inzwischen verlobt und planen ihre Hochzeitsreise. Doch beruflich hält sie der Mord an Suse Perk auf Trab und weitere Todesfälle sorgen für überraschende Spannung beim Leser. 

Die Krimihandlung ist absolut realistisch, gut durchdacht und logisch aufgebaut und wird durch das Privatleben der Ermittler unterhaltsam aufgefüllt. Was mir aber am besten gefällt, ist der eingefügte Lokalkolorit und die Möglichkeit, hier selbst gut mitraten zu können. Es macht einfach einen Mordsspaß, dem Täter beim Lesen auf die Schliche zu kommen. In diesem Fall gab es etliche Verdächtige und einige Wendungen sorgten für spannende Verdachtsänderungen.

Für das Mordmotiv spielen kostbare Kunstgegenstände eine große Rolle, in diesem Fall geht es um altes handbemaltes Teegeschirr von einer ostfriesischen bekannten Künstlerin. Diese seltenen Unikate sorgen für Streit unter den raffgierigen Erben von Max Feddersen. Im Verlauf der Handlung lernt man die Geschwister alle näher kennen und kann sich ein Bild ihrer Charaktere machen. 


Wieder einmal konnte Ulrike Busch mich mit ihrem Buch begeistern und am Ende auch überraschen. Daher kann ich diesen Krimi allen Ostfrieslandfans absolut empfehlen.

***Herzlichen Dank an Ulrike Busch für das Leseexemplar, ich bin wieder gern mit nach Ostfriesland gereist!***




Die Reihe im Überblick:
 
1. - Tod am Deich klick
2. - Mordskuss klick
3. - Mordsleben Klick
4. - Mordsschwestern klick  

Mittwoch, 19. Juli 2017

Mordsleben. Ostfrieslandkrimi - Ulrike Busch

Ein echter Nordseeurlaubskrimi!


"Mordsleben" ist nach "Tod am Deich" und "Mordskuss" mittlerweile der dritte Band der Ostfrieslandkrimireihe "Kripo Greetsiel ermittelt" aus der Feder von Ulrike Busch. Die Reihe erscheint im Klarant Verlag. [Werbung nach § 2 Nr. 5 TMG]



Im beschaulichen Greetsiel erschüttert ein besonderer Vorfall die Gemüter. Die norddeutsche Schauspielerin Leonie Altinga wohnt nun wieder in ihrer Heimat und wurde Opfer eines Schusswechsels, den sie unverletzt überstanden hat. Doch kurz darauf werden weitere Personen zum Ziel perfider Anschläge. Die betroffenen Personen haben alle eine Verbindung zu Leonies Leben. Aber ist Leonie wirklich das Opfer oder rächt sie nur den Tod ihrer Tochter und ihres Mannes? Die Ermittler Tammo Anders und Fenna Stern stehen vor einem Rätsel, gelingt es ihnen hinter die Fassade der Diva zu schauen. 






"Ein Mordsleben, ja, das hatte ich", sagte sie mit zynischem Unterton. "Erst der Unfalltod meiner Tochter. Dann der Selbstmord meines Mannes. Letzte Woche die Schüsse auf mich. Mörderischer geht es kaum." Zitat Seite 94

Ich mag Ulrike Buschs Krimis, ihr Schreibstil liest sich angenehm leicht, ein wenig humorvoll und dadurch erfrischend lebensnah. Die Story ist gut durchdacht, mit geschickten Wendungen fesselt sie den Leser an ihr Werk. Mir gefallen besonders ihre Protagonisten, das Ermittlerteam Tammo Anders und Fenna Stern, die ich von den Vorgängerbänden her kenne und daher auf ihre weitere Entwicklung gespannt war. 


Die Kommissare Fenna und Tammo sind ein tolles Ermittlerteam und sie harmonieren nicht nur bei der Arbeit wunderbar, auch privat sind sie zusammengewachsen und nun offiziell ein Paar. Eigentlich wollen sie nur ihre Zweisamkeit geniessen und dann hält sie der Fall Leonie Altinga beruflich auf Trab. Während Tammo bei Befragungen eher direkt ist und forsch zur Sache kommt, geht Fenna sehr feinfühlig und behutsam auf die Personen ein. So ergänzen sie sich perfekt und kommen im Fall des Mordanschlags auf Leonie Altinga dem Täter gewieft auf die Spur.  
 

Der Kriminalfall dreht sich um die alternde Schauspielerin und Krimiautorin Leonie Altinga. Welche Person kann auf sie einen solchen Hass haben oder ist hier nur jemand auf ihr Erbe aus? 
Fenna und Tammo finden bei ihrer Ermittlung keine direkten Feinde, aber in der Autobiografie der Frau verbergen sich einige dunkle Geheimnisse, die die Autorin vor der Öffentlichkeit verborgen hat. Doch diese Frau ist schwer zu durchschauen, denn als Schauspielerin versteht sie ihr Gesicht zu wahren, ohne in ihr Inneres blicken zu lassen. Wer ist hier nun Opfer und wer Täter? Da sind auch noch die Schwester und ihr 40 jähriges Muttersöhnchen, sind die beiden auf Leonies Erbe aus? Es bleibt lange undurchschaubar und das erhöht die Spannung natürlich ungemein. Die Charaktere sind allesamt unterhaltsam und vielseitig gezeichnet und als Leser kann man bei diesem Krimi schön miträtseln. Eine fesselnde Ermittlung, die den Täter noch nicht erraten lässt, so liebe ich Krimis.




Ulrike Buschs Krimis sind unblutig und dennoch sehr fesselnd zu lesen. Der Lokalkolorit um Greetsiel ist als schöne Hintergrundkulisse geschildert und man bekommt beim Anblick des hübschen Coverbildes sofort Lust auf einen Kurzurlaub an der Nordsee.


Dieser Krimi bescherte mir mit dem humorvollen Schreibstil schöne Lesestunden und in punkto Täterfrage hatte ich viel Spaß beim Rätseln. Ein perfekter Krimi für den Nordseeurlaub oder mit einer Tasse Ostfriesentee zuhause. 

***Dieses Buch wurde mir durch Ulrike Busch vom Klarant Verlag zur Verfügung gestellt! Herzlichen Dank dafür!*** 





 

Mittwoch, 17. Mai 2017

Mordskuss - Ulrike Busch

Statt Flirt und Liebe gibt es Eifersucht und Mord


"Mordskuss" ist der zweite Band der Ostfrieslandkrimireihe von Ulrike Busch. Der Krimi erscheint im Klarant Verlag. [Werbung nach § 2 Nr. 5 TMG]

Auch wenn das friesische Dorf Pilsum sehr beschaulich ist, gemordet wird auch dort. Direkt nebem dem Leuchtturm wird die Leiche einer attraktiven Frau gefunden, sie wurde brutal erdrosselt. Doch warum trägt sie auf ihrer Stirn einen Lippenstift-Abdruck in Form eines Kussmunds?
Tammo Anders und Fenna Stern von der Kripo Greetsiel bearbeiten den Fall und finden Spuren, die zum Hotel Friesenliebe führen. Dort treffen sich Partnersuchende aus der Region zwecks Kennenlernen. Ist der Täter unter den Hotelgästen zu finden? Schon bald geschieht der nächste Mord. Der Druck auf die Ermittler wächst.




Nach dem ersten Band "Tod am Deich" war ich gespannt, wie es mit dem Ermittlerteam Anders und Stern weitergeht.

Wieder gefällt mir Fenna Stern mit ihrer ruhigen Art recht gut, sie ist einfühlsam und geht bei ihren Befragungen sensibel vor. Sie verlässt sich aber auch auf den, wenn es sein muss, derben Ton ihres Kollegen Tammo, der schon mal ein Machtwort spricht und rüde Personen in die Schranken weist. Man merkt, wie sie sich privat immer sympathischer werden und näher zusammenwachsen. Tammo ist dabei schon etwas zurückhaltend, der Ostfriese in ihm ist halt nicht so feurig. Dazu passt gut der Hund Buddy, sozusagen als Dritter im Bunde. 

Zum Kriminalfall möchte ich anmerken, dass mir die Idee, aus einem Liebeshotel eine Mörderfalle zu machen, ausgesprochen gut gefällt. Da suchen Singles einen Lebenspartner und die große Liebe und finden eher Eifersucht, Zank und Hass.
In diesem Krimi gibt es zwar brutale Tathergänge, diese werden aber ziemlich unblutig geschildert.
Die meisten Charaktere finde ich sehr unterhaltsam und vielseitig, man kann sich gut in sie hineindenken und jeder für sich könnte ein Täter sein, soviel steht schon mal fest. Aber es gibt doch einige geschickte Schachzüge, die dann doch erst zum Ende eindeutig auf den Täter hinweisen.

Ulrike Buschs Schreibstil liest sich angenehm leicht und gängig und ihre Dialoge wirken sehr natürlich und lebensnah. Man kann der Handlung leicht folgen, die Personen sind gut gezeichnet und man kann sie gut einordnen.
Auch das Setting hat man durch einige stimmungsvolle Beschreibungen authentisch und gut vor Augen. Den regionalen Touch erhält die Story durch die tollen Cafés mit Friesentorte, Tee mit Kluntje, sowie den sagenhaften Krabben- und Fischbrötchen der Gegend. Da bekommt man richtig Urlaubssehnsucht nach der Nordsee.
Der Kussabdruck hat mich als einzige Sache etwas verwundert, denn dazu gehört schon etwas Überwindung, dem Opfer noch einen Kuss zu verpassen.  


 
Mit diesem Krimi träumt man sich trotz der Morde nach Ostfriesland. Es ist interessant zu sehen, wie die Ermittler sich auch privat näher kommen und zu welchen Gefühlen Menschen bei der Partnersuche fähig sein können.  



***Herzlichen Dank an Ulrike Busch für die Übersendung eines Reziexemplares! Sie erfreut mich immer wieder mit ihren Büchern, aber auch mit ihren amüsanten Mails!***


Montag, 13. März 2017

Tod am Deich - Ulrike Busch

Mit ihrem Ostfrieslandkrimi "Tod am Deich" startet Autorin Ulrike Busch ihre neue Krimireihe "Kripo Greetsiel ermittelt", die im Klarant Verlag erscheint. [Werbung]


Greetsiel ist ein malerisch wirkender, ostfriesischer Ort an der Nordsee mit vielen Touristen und da passt ein Mord eigentlich nicht ins Bild. Als jedoch Hauptkommissar Tammo Anders mit Hund und Fahrrad unterwegs ist, entdeckt er den toten Teehändler Petersen in einem Entwässerungsgraben am Deich und die beschauliche Idylle bekommt Risse. Da sich herausstellt, dass hier ein Gewaltverbrechen vorliegt, geht er der Sache gemeinsam mit seiner neuen Kollegin Fenna Stern nach.




Dieser Krimi deckt einige Dinge auf, die mit der Vergangenheit zu tun haben. Der Dorfrowdy und Fiesling Enno Duwe hat vor 20 Jahren einigen Bewohnern Greetsiels großen Ärger bereitet, zog dann aber weg und taucht nun unverhofft und unmittelbar zum Mord wieder auf. Es scheinen noch mehrere Personen nicht gut auf ihn zu sprechen zu sein. Sind da noch Rechnungen offen, die mit dem Mordfall zu tun haben? 

Auch für Tammo, der ja als Kommissar eigentlich objektiv bleiben sollte, ist Enno der Hauptverdächtige Nr. 1. Ein Glück, das die toughe Fenna Stern ihn nun beruflich unterstützt, sie hat mit dem alten Dorfzwist nichts am Hut. Sie sorgt für den distanzierten Durchblick im Dorfzwist und hat sozusagen von außen den Blick auf das Geschehene.
  
Dank Ulrike Buschs genauer Charakter-Beschreibungen sind mir die Kommissare schnell vertraut und auch sympathisch. Im Polizeidienst stellen sich die Beiden schnell aufeinander ein und Fenna besitzt die Gabe, bei Befragungen zwischen den Zeilen lesen zu können und dann gleich nachzuhaken. Sie ist hat mehr Einfühlungsvermögen als Tammo, stellt intuitiv die richtigen Fragen stellt und kann Situationen gut einschätzen. Tammo wirkt dagegen eher etwas unüberlegt und unbeholfen, aber seine Orts- und Einwohnerkenntnisse geben ihm natürlich einen Heimvorteil. 

Bei diesem Krimi kann man gut mitraten und ist als Leser dank der umfassenden Befragungen auch immer gut informiert. Dabei sorgen einige Wendungen für unvorhergesehene Dinge, die das Täterbild immer wieder in ein anderes Licht rücken. Die Dialoge sind sehr umfangreich, man hat das Gefühl, hier einen Film ablaufen zu sehen. Weniger Gespräche und mehr Andeutungen hätten meiner Meinung nach die Sache rätselhafter aussehen lassen und auch die Spannungskurve erhöht. Am Ende gibt es dann noch einen spannenden Countdown, der diesem Cosy-Krimi eine spektakuläre Note verleiht. 

Wie es in Ostfriesland und speziell in Greetsiel so aussieht, erfährt man nicht sehr ausführlich. Aber es geht in der Handlung häufig in die Natur und ins Watt, auch wird im Buch jede Menge Ostfriesentee getrunken. Wenngleich Tammo nach Feierabend wohl lieber einen Rioja dem Tee vorzieht. Ein wenig vermisse ich die friesische Küche mit Krabben und Schwarzbrot, sowie die Friesentorte, die mich immer sehr für diese Gegend einnimmt. 

Bei dieser Ermittlung kommen sich Tammo und Fenna näher und es ist nicht auszuschliessen, dass sie im weiteren Verlauf der Krimireihe ihre Beziehung noch enger knüpfen werden. 

Dieser toll geschriebene Ostfrieslandkrimi macht Lust auf eine neue Reihe! Ein interessantes Ermittlerteam, der Schauplatz im idyllischen Greetsiel und die Nähe zur Nordsee geben viele Möglichkeiten für weitere spannende Abenteuer.

***Herzlichen Dank an Ulrike Busch für dieses schöne Krimierlebnis! Es ist doch immer wieder eine Freude, Krimis von ihr zu lesen!***



Freitag, 15. Mai 2015

Der letzte Heuler - Christiane Franke & Cornelia Kuhnert

  Ostfriesisches Trio ermittelt wieder

 

Das Autorenduo Christiane Franke & Cornelia Kuhnert hat seinen zweiten Regionalkrimi geschrieben. "Der letzte Heuler" spielt in Ostfriesland und erscheint im "rororo Verlag".


Rosa lebt als Lehrerin in Neuharlingersiel und hat schon viele Freunde gefunden. Es ist Sommer und sie beginnt mit einem figurverbessernden Laufprogramm. Als sie so über den Deich joggt, entdeckt sie einen Heuler, der eventuell von seiner Mutter verlassen wurde. Sie will Hilfe bei der Tierärztin holen, findet aber statt dessen die Leiche deren Ehemanns.
Er wurde mit einer russischen Waffe erschossen, deshalb glaubt die Kripo Wittmund an einen Täter mit Ostwurzeln. Rosa, Polizist Rudi und Postbote Henner halten das für Blödsinn und nehmen auf ihre spezielle Weise die Ermittlungen auf. Das geht nicht immer korrekt zu, führt aber dennoch zum Ziel. 

Nach dem 1. Band "Krabbenbrot und Seemannstod" geht es schon wieder munter weiter mit dem originellen Dreiergespann: Rosa, Rudi und Henner. Und wieder sorgen sie mit ihren speziellen urigen Charakteren für heitere Unterhaltung mit regionalem Flair. Einzelne plattdeutsche Dialoge zeigen gut verständlich den Stil der typisch ostfriesischen Unterhaltung.

Besonders gut gelingt den Autorinnen in diesem Buch die Schilderung der Natur, die mit Heckenrosenduft , frischer salziger Luft und lauen Sommerabenden lockt und die Beschreibung der örtlichen Köstlichkeiten wie frische Kutterscholle, Bratkartoffeln mit Krabben, Majestopf und Ostfriesentorte. Das macht echt Appetit und verlockt zu einem Kurzurlaub an der Nordsee. 
Auch Rosas Ausflug mit ihrer Schulklasse in die Aufzuchtstation der Seehunde verleiht der Geschichte den entsprechenden Regionalcharakter.

Dieser Krimi macht einfach Spaß, weil die Charaktere überaus humorvoll angelegt sind und auch ihre Ermittlungsmethoden nicht immer normal erscheinen. Rosa ist da eine ganz spezielle Person, die sich gern einmischt, überall dabei sein möchte und sich bei Männerabenden ziemlich aufdringlich einlädt. Doch es kann ihr niemand böse sein und so erfährt sie mit ihrer Neugier doch den einen oder anderen entscheidenden Hinweis zur Lösung des Falles.

Die Handlung wird durch Wendungen und Ermittlungsirrläufer interessant gestaltet und der Leser kann munter mitraten. Nun läuft das natürlich nicht so rasant ab wie in einem amerikanischen Krimi, in Ostfriesland ticken die Uhren halt noch langsam und bedächtig. Aber die gute Unterhaltung ist auf jeden Fall garantiert und erhält schon allein durch die Szenerien von Campingplatz mit Dixiklos, Fischereigenossenschaft und Dorfkneipenidylle einen unnachahmlich friesischen Touch.   

Wer die Nordsee liebt, gern Krimis mit regionalem Bezug liest und eine humorvolle Unterhaltung sucht, ist mit "Der letzte Heuler" gut beraten. Ein Krimi, der wirklich Spaß macht und ein originelles Ermittlertrio besitzt, das richtig süchtig macht auf nachfolgende Bände.