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Freitag, 6. November 2026

Der Baum - Tommie Goerz

Berührendes Buch über das Leben 

Im Piper Verlag erscheint Tommie Goerz letztes Buch Der Baum. 

Michel Gruber ist in vierter Generation Wirt vom alten Dorfgasthaus "Der Baum", er ist ein Einzelgänger und wollte nie Wirt werden. Zu düster war seine Kindheit im Baum, wo sich die alten Männern ihrer Trübsal entledigten und von alten Geschichten erzählten. Wo sich die erzürnten Frauen über die Abwesenheit ihrer Männer und das versoffene Geld ärgerten. Vor diesem Leben wollte Michel fliehen, warum hat er dann sein Leben dem Wirtshaus gewidmet?


 

Dieses Buch ist ein Abschied von Tommie Goerz, es berührt mit einer traurigen Geschichte und geht ans Herz.

Mit diesem leise erzähltes Buch habe ich mir bewusst Zeit gelassen, um der Geschichte ausreichend Raum zum Wirken zu lassen. Tommie Goerz schreibt leise und unaufgeregt und lässt Michel zögerlich sein Leben Revue passieren. Beinah mühsam bringt er Erinnerungen an die Vergangenheit ans Licht, es fällt ihm nicht leicht und doch möchte er es endlich loswerden, die verpassten Chancen, belastende Erlebnisse, die Schuld und die erzwungene Pflicht, die ihn an den Baum bindet. Wir erfahren von den düsteren Seiten eines Lebens, das in einer Zeit spielt, in der das Gasthaus die Verbindung von Heimat und Zusammenhalt bedeutete. 

Michel litt unter dem gewalttätigen Vater, er fand Zuflucht bei seinem Opa in der Schankstube. Später trifft er seine große Liebe Berta, es kommt zu einem Bruch mit seinem Vater und Michel verlässt das Dorf. Als er später zurückkehrt, übernimmt er den Baum und niemand spricht über die Gründe.   

Diese Geschichte ist so leise und doch so tiefgründig, sie ist traurig und lässt uns darüber nachdenken, was ein Leben ausmacht und welches Glück wichtig ist.     

Ein leise erzähltes Buch, das in die Tiefe blickt und Lebensschicksale sichtbar macht!  

***Herzlichen Dank an den Piper Verlag für dieses Rezensionsexemplar!***  


Im Schnee 

Freitag, 30. Oktober 2026

Der Zauber der kleinen Dinge - Beate Maly

Eine warmherzige Erzählung um die Erfindung der Schneekugel

Im Blanvalet Verlag erscheint der historische Roman Der Zauber der kleinen Dinge von Beate Maly.  

Wien, 1900: Die Zuckerbäckerin Charlotte Geiger fertigt kunstvolle Marzipanfiguren in der familieneigenen Bäckerei und liebt diese Arbeit über alles. Im Winter erfährt sie von ihrem Vater, dass er die Backstube verkaufen will und ist verzweifelt, denn als unverheiratete Frau darf sie kein Gewerbe ausüben und auch nicht in einem anderen Betrieb arbeiten. Als Gouvernante soll sie im Haushalt ihrer Schwester arbeiten, deren fünf Kinder betreuen und als unverheiratete Frau soll ihr Erbe auf ihre  Schwester und deren Mann übergehen. So hat sich Charlotte ihre Zukunft nicht vorgestellt und kämpft für ihre Ziele!  


 

Beate Maly erzählt eine märchenhaft anmutende Geschichte, die uns ins verschneite Wien des Jahres 1900 zurück versetzt. Sie verknüpft die reale Erfindung der Wiener Schneekugel mit der emotionalen Geschichte ihrer mutigen Protagonistin Charlotte, die sich den Zwängen ihrer Zeit widersetzt und tapfer für ihr eigenes Glück kämpft. 

In diesem Buch werden die verschiedenen Schauplätze im winterlichen Wien atmosphärisch spürbar beschrieben, wir tauchen ein in das verschneite, kalte Wien und erleben die damals herrschende Kluft zwischen Arm und Reich. Die köstlichen Backwaren der Geigers waren für wohlhabende Wiener erschwinglich, aber viele Menschen lebten von der Hand in den Mund und dazu gehört auch der Mechaniker und Erfinder Erwin Perzy, der chirurgische Instrumente herstellt und auf neue Aufträge wartet. In seinem kleinen Haus experimentiert er an einer Schusterkugel, hat aber keinen Erfolg. 

Eines Tages findet Erwin den kleinen Waisenjungen Rudi mit seinem Hund Stoppel in seinem Schuppen, er floh aus dem Waisenhaus, in dem er nach dem Tod seiner Mutter gelebt hatte. Die Nonnen behandeln ihn schlecht und Stoppel wollen sie töten. Rudi flieht und findet bei Erwin einen trockenen Platz zum Schlafen.

Der Erzählstil liest sich flüssig und durch die bildhafte Szenerie Wiens sehr schön atmosphärisch. Die Geschichte entwickelt einen Lesesog, weil man sich für Charlotte, Rudi und Erwin wünscht, dass alles im Guten endet. Die Zeichnung der Charaktere ist facettenreich, Beate Maly teilt ihre Figuren in gute und böse Menschen ein und lässt ihre liebevoll agierenden Protagonisten so einige Schwierigkeiten überwinden. Für emotionale Momente sorgt die sich anbahnende Liebesgeschichte und Rudis Schicksal hat mich auch sehr gerührt. Das Schicksal unverheirateter Frauen in dieser Zeit bedeutete eine rechtliche Unmündigkeit, die mich unglaublich empört hat. 

In diesem Roman wird erst sehr strikt in Gut und Böse eingeteilt und dann machen plötzlich einige Figuren einen recht unrealistischen Wandel durch, was für die Handlung recht schön ist, für mein Empfinden aber sehr konstruiert wirkt.

Dieser anrührende Roman erzählt vom Zauber der Schneekugel und der Weihnachtszeit und bildet das gesellschaftliche Leben um 1900 gut sichtbar ab. 

 

 ***Herzlichen Dank an das Bloggerportal und den Blanvalet Verlag für das Rezensionsexemplar!***


 

Montag, 26. Oktober 2026

Ein und Alles - Martin Suter

Ein tiefsinniger Mix aus Liebesgeschichte, Krimi und Phänomenen des Bewusstseins

Im Diogenes Verlag erscheint der neue Roman Ein und Alles von Martin Suter.

Eines Abends kommt Milas Mann Sascha nicht nach Hause. Sie macht sich Sorgen und bekommt am nächsten Tag Besuch von der Polizisten, die ihr mitteilen, dass in Saschas Firma Geld veruntreut wurde. Sie bringen Sascha damit in Verbindung und befragen Mila, die als Verdächtige gilt. Nun geht Mila selbst einigen mysteriösen  Hinweisen nach, die sie bis in den Südpazifik führen.

  

 

"Eben noch hatte zwischen allen Alltagssorgen immer ein bisschen Licht durchgeschimmert, in allem Schweren doch immer wieder eine Spur Leichtigkeit gelegen. Aber dann war auf einen Schlag alles ernst geworden. Ein undurchdringliches Grau hatte sich schwer auf das Leben und die Welt gelegt."  Zitat S. 77

Für feinsinnigen Formulierungen wie in dem erwähnten Zitat schätze ich die Literatur von Martin Suter. 

"Ein und Alles" ist eine Mischung aus Kriminalroman und Beziehungsgeschichte, die ich mit anhaltender Spannung verfolgt habe. Und ich war neugierig, ob Mila vielleicht doch mehr vom Verschwinden ihres Mannes weiß als sie vorgibt. Als Ehefrau ist sie ebenfalls verdächtig und muss neben der Suche nach ihrem verschwundenen Mann auch ihre Unschuld beweisen. In einem Wald spürt Mila ihren Mann in einer Phase von übernatürlichem Bewusstsein auf. Solche Szenen wirken auf mich immer sehr befremdlich, genauso wie die merkwürdigen handschriftlichen Notizen, die wie aus dem Nichts bei Mila auftauchen. Solche abstrakten Vorgänge erscheinen mir unrealistisch und dennoch habe ich weiter gelesen und bin den rätselhaften Spuren an der Seite von Mila und und ihrer Patentante Brigitte gefolgt.   

Der Erzählstil Suters ist bildhaft, wortgewandt und lässt sich flüssig lesen und auch die Handlung hat mich gut unterhalten. In diesem Buch lässt Suter einen Quantenphysiker zu Wort kommen, der sich über rätselhafte Phänomene auslässt und darüber, was das Bewusstsein mit Eingebungen zu tun haben könnte. Ein durchaus interessantes Thema, doch das muss man mögen. 

Wo verschwimmen Realität, Wahrheit und unterbewusstes Wunschdenken? Wer sich mit diesen Themen befassen möchte, dem kann ich "Ein und Alles" wärmstens empfehlen.  

 

***Herzlichen Dank an den Diogenes Verlag für dieses Rezensionsexemplar!***

 

Suter, Martin - Wut und Liebe  

Mittwoch, 14. Oktober 2026

Rauhnachttage - Ina Bhatter

Einfach nur magisch schön zu lesen! 

Rauhnachttage ist der zweite Roman von Ina Bhatter der im Kiepenheuer & Witsch Verlag erscheint.

Nach dem Tod ihres besten Freundes Felix gerät das Leben der jungen Ärztin Luise ins Wanken. Um zur Ruhe zu kommen, verbringt sie die Feiertage zwischen Weihnachten und Silvester in der Wohnung ihrer Freundin Linh, die am Meer liegt. Linh hat für Luise einen Plan mit Aufgaben vorbereitet, der sie mittels bestimmter Rituale durch die zwölf Tage der Rauhnächte führen soll. Doch als Wissenschaftlerin steht Luise diesen uralten Winterritualen eher abweisend gegenüber. Kann sie sich darauf einlassen und werden diese Tage und Nächte etwas bewirken? 


 

"Die Rauhnächte wollen uns daran erinnern, diese Phase des Rückzugs zu nutzen, um innezuhalten, neue Kraft zu schöpfen und uns so auf das neue Jahr vorzubereiten." Zitat S. 74 

Luise hat Linhs Angebot angenommen und macht eine Auszeit über die Feiertage in der Wohnung am Meer. Als sie die Aufgaben bezüglich der Rauhnächte entdeckt, ist sie zunächst sehr skeptisch, denn in ihrer wissenschaftliche Denkweise kann sie mit dem Ausräuchern und dem Verbrennen von Wünschen nicht viel anfangen. Doch sie lässt sich auf dieses Experiment ein und entdeckt einen neuen Blick auf bestimmte Vorgänge, die ihr helfen, loszulassen und über Erlebtes eine andere Perspektive wahrzunehmen.  

Dieses kleine, aber feine Buch ist wie eine Anleitung für die Zeit der Rauhnächte und es ist mir leicht gefallen, mich an Luises Seite auf die Rituale der Rauhnächte einzulassen und zu erleben, wie sie innehält, ihre Ängste und Sorgen reflektiert und sie annimmt, wieder Glück spüren kann und neue Hoffnung schöpft und ihr Lebensmut wieder erwacht. Altes abstreifen und sich dem Neuen hinwenden und dabei sich selbst und anderen Fehler vergeben, das ist für mich die Quintessens aus dieser Geschichte. Es war für mich ein besonderes Lesevergnügen, denn Luises Erfahrungen sind so nachfühlbar, authentisch und nahe geschildert, dass ich das Gefühl hatte, die Vorgänge alle mitzuerleben. Besonders die Naturschilderungen habe ich genossen und fühlte mich dem Meer sehr nahe. 

Der Erzählstil von Ina Bhatter ist einfach nur schön zu lesen, sie schreibt bildhaft und informativ. Dabei verknüpft sie Luises Geschichte mit den Riten der Rauhnächte und zeigt fühlbar auf, wie die einzelnen Tage/Nächte Luises Bewusstsein erweitern und sie wieder Glück und Zuversicht entwickelt, trotz aller Traumata, die sie mit sich trägt. Gleichzeitig werden Themen wie Langlebigkeit und der Umgang mit Kranken diskutiert, die zum Nachdenken anregen. 

Dieses Buch ist für mich ein interessantes Leseerlebnis, weil es mir die Rituale der Rauhnächte näher brachte und sich beim Leben ein befreiendes Gefühl breit machte, das von Hoffnung und Zuversicht erzählt.  

 

***Herzlichen Dank an den Kiwi Verlag für dieses Überraschungsbuch!***  

 

  • Bhatter, Ina - Drei Tage im Schnee 
  • Bhatter, Ina - Rauhnachttage  
  • Sonntag, 11. Oktober 2026

    Wolkenberührpunkt - Christoph Kramer

    Eher als Jugendroman geeignet! 

    Christoph Kramers zweiter Roman Wolkenberührpunkt erscheint bei Kiepenheuer & Witsch.  

    Nachdem Christoph Kramers seine Fussballkarriere bei Borussia Mönchengladbach an den Nagel gehängt hat, schreibt er sein erstes Buch "Das Leben fing im Sommer an". In einer Buchhandlung trifft er auf Roman, der dieses Buch kauft und ihm aus seinem Leben erzählt. Romans Schicksal lässt Kramer nicht los und er erzählt von dessen Enttäuschungen im Leben, von der Suche nach dem eigenen Glück und Themen, die Kramer mit Erfahrungen aus dem eigenen Leben verbindet. 



    "Lieber Fussball, meine große Liebe. Lebe wohl! Mein ganzes Leben warst du immer bei mir. Hast mich weinen und lachen lass. Feiern und fluchen. ... Ich werde nie traurig sein, dass du vorbei bist. Sondern immer glücklich, stolz und dankbar, dass ich dich leben durfte. Danke!" Zitat Seit 277   

    Roman und Christoph begegnen sich und es prallen zwei Welten aufeinander, denn die Leben der Männer verliefen und entwickelten sich völlig unterschiedlich. 

    Da ist der junge Chris, der in einem liebevollen Elternhaus umsorgt aufwächst, dessen sportliches Talent gefördert wird und eine erfolgreiche Fussballkarriere ihm das weitere Leben finanziell absichert. Und da ist Roman, der adoptiert wurde und schon früh die Orientierung an ein geordnetes Leben verloren hat. 

    Es hat mich interessiert, welche Wege Personen mit unterschiedlichen Entwicklungen in ihrem Leben einschlagen und was ihr Aufeinandertreffen auslöst. Außerdem war ich nach dem ersten Roman von Chris Kramer darauf gespannt, inwieweit sich sein Erzählstil entwickelt hat. 

    Sprachlich hat er dazugelernt, er erzählt verständlich und empathisch von Gefühlen und fängt bestimmte Situationen nachfühlbar ein. Dennoch hatte ich öfter mal den Eindruck, dass mir etwas in einfachen Worten erklärt wird, was mir bereits bewusst ist. Das betrifft den Bereich wo es um Privilegien geht und ich denke mal, das könnte eher im Segment der Jugendliteratur so vermittelt werden. 

    Diese Coming-of-Age-Geschichte umfasst die Themen Suche nach der eigenen Identität, Liebe und familiäres Umfeld und vergleicht dabei zwei Leben miteinander, die sehr unterschiedliche Ausgangsvoraussetzungen bieten. Eigentlich hatte ich eine Geschichte erwartet, in der sich Roman und Chris annähern. Die Kernfrage danach, was echtes Glück bedeutet wurde mit dem "Wolkenberührpunkt" gut eingefangen. 

    Chris Kramer setzt die Eindrücke zu Roman in Beziehung zu seinem eigenen Leben und berichtet, was er selbst erlebt hat. Das wird mehrfach als Stilmittel genutzt und war mir insgesamt zu häufig eingesetzt und hat meinen Lesefluss ziemlich unterbrochen. Auf Dauer fand ich manche Passagen auch eher langatmig und es entwickelte leider keinen Lesesog. Allerdings gehöre ich auch zur Altersgruppe, die weit über das Jugendalter hinaus geht.   

    Dieses Buch ist definitiv etwas für die junge Leserschaft, die sich einem Entwicklungsroman eher verbunden fühlen. Coming-of-Age-Geschichte, die gut als Jugendroman funktioniert

    ***Herzlichen Dank an den Kiepenheuer & Witsch Verlag für dieses Überraschungsbuch!***   

     


    Samstag, 3. Oktober 2026

    Winterfunkeln in London - Anna Liebig

    Ein richtig schöner Winterroman!  

    Bei Blanvalet erscheint der Roman Winterfunkeln in London von Anna Liebig (Nicole Steyer).  

    Als Emmi von einem Besuch ihrer Eltern in Japan wieder in ihr Zuhause in Wiesbaden zurück gekehrt ist, findet sie zwei unerwartete Nachrichten vor. Eine ist von ihrem Freund, die andere ist eine Einladung von einer Frau namens Amanda, die in London ein altes Boutique-Hotel besitzt. Sie behauptet, Emmis leibliche Mutter zu sein und bittet sie um Unterstützung bei der Wiedereröffnung des Hotels. Emmi möchte Klarheit und reist nach London. Dort lernt sie viele neue Freunde und Nachbarn kennen, die gemeinsam dem Hotel zu neuem Glanz verhelfen. Und dann ist da noch ein ganz besonderer Mann, der ihr Herz berührt.  


     

    In diesem Roman taucht man in den wunderschönen Stadtteil Marylebone im winterlichen London ein, erlebt ein gemütliches Hotel im viktorianischen Stil, genießt Scones zur Tea Time, besucht den Weihnachtsmarkt und wärmt sich am knisternden Kaminfeuer. Das winterliche Setting beschreibt Anna Liebig so bildhaft und liebevoll, dass bei mir direkt Weihnachtsstimmung aufkam und ich hätte gern von den vielen Menüs probiert, die hier so köstlich geschildert werden. 

    Gemeinsam mit Emmi will Amanda das Hotel in einen vermietbaren Zustand bringen, es gibt viele Aufgaben zu erledigen, außerdem müssen sie Mitarbeiter einstellen und wollen zur Weihnachtszeit neu eröffnen. Emmi bringt ihre Kochfähigkeiten ein und zum Glück kennt Amanda genug Leute, die als Handwerker und helfende Hände mit anpacken. Wenn man diesen Roman liest, ist man gefangen in einer Welt, in der sich die Menschen gegenseitig achten, unterstützen und ihr Projekt vorantreiben. Das ist sicher nicht ganz realistisch und manche Vorhaben laufen dann wirklich sehr glatt, aber so eine heile Welt des menschlichen Miteinanders ist einfach mal schön zu lesen. Nebenbei läuft eine romantische Liebesgeschichte, die sich nicht in den Vordergrund drängt und auf einen Neubeginn hin deutet. 

    Für mich ist dieses Buch eine wohltuende Auszeit in London, die zum Träumen von winterlicher Atmosphäre verführt.

    ***Herzlichen Dank an Penguin Bücher für das Rezensionsexemplar!*** 

  • Liebig, Anna - Frau Glück und die Winterlichter
  • Liebig, Anna - Winterfunkeln in London 
  • Lieder, Susanne -Astrid Lindgren 

  • Dienstag, 22. September 2026

    Ein ganz normales Wunder - Woody Brown

    Von Mensch zu Mensch!

    Der Roman Ein ganz normales Wunder von Woody Brown erscheint im Kiepenheuer & Witsch Verlag.  

    Hinweis: Woody Brown schrieb Geschichte als erster nicht-sprechender autistischer Absolvent der University of California. Sein Roman ist ein literarisches Ereignis.  

    Walter ist Autist und hat dank seiner Mutter gelernt, sich mittels einer Buchstabentafel verständlich zu machen. Das ist nicht nur ein langer Lernprozess, der zeitaufwändig und nur durch Fachpersonal zu erreichen ist. Als Walters Vater verstirbt, geht die Mutter wieder arbeiten und Walter kommt in eine Tagestätte für Menschen und erlebt den Alltag mit Menschen diverser Behinderungen wie Zerebralparese und Autismus. Dank seiner sensiblen Sichtweise nimmt er als Beobachter die verschiedenen Schicksale wahr und kann sie einschätzen.  

     



    Woody Brown stellt uns auf spezielle Weise seine Bekannten und Betreuer vor und beleuchtet deren Gefühle, Reaktionen und Handlungen. Das geschieht mal mit einer recht einfachen Sprache im Umgangston junger Menschen und dann wieder sehr emotional und empathisch, sodass ich diesen Menschen sehr nahe gekommen bin und oft darüber nachdenken musste, wie schnell man durch Vorurteile andere Menschen unterschätzen kann. Viele Szenen haben mich berührt und mir gezeigt, wie schwierig es für manche Menschen ist, sich ihren Mitmenschen anzunähern und ihr äußeres Verhalten ihrem inneren Bewusstsein und Wünschen anzupassen. Die einzelnen Episoden öffnen den Blick auf die Welt der Autisten, bewirken ein besseres Verständnis für ihr Verhalten und regen zum Nachdenken an.

    Meine entscheidende Kritik an diesem Buch ist die Tatsache, dass es sich hier nicht um einen Roman mit einem durchgeplanten Plot handelt, der mit Spannungsaufbau und einer durchgängigen Entwicklung der Hauptfigur einher geht. Es ist eher eine Sammlung einzelner Szenen aus dem Leben verschiedener Personen, über die Protagonist berichten möchte. So bildet sich aus den verschiedenen Einzelteilen zwar ein Gesamteindruck, aber keine runde Geschichte. Trotzdem bin ich dem Autoren für diese Schilderungen dankbar und kann mir kaum vorstellen, wie er ohne zu sprechen zu diesem Buch fähig war. 

    Dieses Buch bringt den Lesern auf eindringliche Weise Themen wie Autismus, Inklusion und die Kommunikation zwischen Menschen näher und setzt damit Zeichen, um über die Situation der Betroffenen nachzudenken. Das Verhalten mancher Menschen ist nicht der Indikator dafür, was sie in ihrem Inneren bewegt. Woody Brown schlägt mit seinem Buch eine Brücke von Mensch zu Mensch!

    ***Herzlichen Dank an den Kiepenheuer & Witsch Verlag für das Rezensionsexemplar!***

                                              

    Montag, 21. September 2026

    Die Weihnachtsfähre - Janne Mommsen

    Stille Nacht an Bord

    Im Rowohlt Verlag erscheint Janne Mommsens Nordseeroman Die Weihnachtsfähre.

    Heiligabend 1990: Einige Fahrgäste haben in Dagebüll die letzte Fähre nach Föhr verpasst, doch der ebenfalls gestrandete Innenministers spielt seinen Einfluss aus und so legt eine Sonder-Fähre an, um die Menschen noch pünktlich zum Weihnachtsfest auf die Insel zu bringen. Die Fahrgäste sind ein bunter Mix an Personen: der Minister, die gebürtige Föhrerin Beeke, die alleinerziehende Maria mit ihren beiden Kindern, Florian und Sandra aus Hamburg, ein Oberstaatsanwalt mit seiner Frau, sowie der Weihnachtsmann und der Pastor, die zur Ausübung ihrer weihnachtlichen Aufgaben dringend erwartet werden. Obwohl die schlechte Witterung ungemütlich ist, kommt die Fähre problemlos voran, bis sie plötzlich im Schlick fest sitzt. Damit zerplatzt der Traum vom gemütlichen Weihnachtsfest auf der Insel und die Reisenden müssen Weihnachten an Bord verbringen.

     

    Janne Mommsen startet seine Geschichte romantisch unter der tropischen Sonne einer karibischen Insel, dort lebt die Föhrerin Beeke seit einem halben Jahr und genießt das Nichtstun, sowie Land und Leute. Aber je näher Weihnachten rückt, umso mehr sehnt Beeke sich nach ihrer rauen Heimat Föhr, wo um diese Zeit die Nordsee tobt und ein eisiger Wind weht und die Menschen in ihren gemütlichen Reethäusern die Adventszeit verleben.

    Mommens Inselliebe macht sich in den schönen Landschaftsbeschreibungen und der norddeutschen Mentalität der Bewohner bemerkbar und ich bin in eine warmherzige Geschichte eingetaucht, wo die Nordseewellen, Ebbe und Flut und der Zusammenhalt der Insulaner spürbar wurde. 

    Während die Reisegäste auf dem Fährschiff festsitzen und sich zusammen raufen müssen, um Heiligabend friedlich verleben zu können, herrscht auch auf Föhr der Ausnahmezustand. Der Pastor und das köstliche Catering sind an Bord der Fähre und so muss jemand anderes für die Predigt im Friesendom gefunden werden und Ersatzessen für die große Heiligabendparty heran geschafft werden. Inselpolizist Ralf ist nun gefordert und sorgt mit seiner Auswahl für humorvolle Szenen. 

    Das Buch liest sich wunderbar flüssig und es entsteht eine kurzweilige Geschichte mit einigen Widrigkeiten, in die ich gespannt eingetaucht bin. 

    Auf dem Schiff kommt es noch zu weiteren Problemen, doch da sich die Menschen hilfreich unterstützen, ist am Ende der weihnachtliche Friede wieder hergestellt. Und diese friedliche Eintracht mit menschlicher Warmherzigkeit ist die echte Botschaft von Weihnachten.  

    Eine wunderbar warmherzige Weihnachtsgeschichte mit Nordseefeeling, die für eine gemütliche Lesezeit in der Adventszeit bestens geeignet ist. 

    ***Herzlichen Dank an den Rowohlt Verlag für dieses Rezensionsexemplar!***

                                                        

     
  • Mommsen, Janne - Die kleine Inselbuchhandlung
  • Mommsen, Janne - Die Bücherinsel  
  • Mommsen, Janne - Friesensommer
  • Mommsen, Janne - Mein wunderbarer Küstenchor 
  • Mommsen, Janne - Oma dreht auf 3  
  • Mommsen. Janne - Ein Fest im kleinen Friesencafé
  • Mommsen, Janne - Das Licht in den Wellen 
  • Mommsen, Janne - Das Salz in der Luft  
  • Mommsen, Janne - Die Weihnachtsfähre 
  •                                                     

    Mittwoch, 16. September 2026

    Offene See - Benjamin Myers

    Ein literarischer Coming-of-Age-Roman mit atmosphärischen Naturbeschreibungen 

    Im Dumont Verlag erschien 2021 Benjamin Myers Roman Offene See. 

    Der junge Robert hat seinen Schulabschluss in der Tasche, möchte die Natur und das Meer sehen und weiß, er will nicht wie seine Vorfahren im Bergwerk arbeiten. Deshalb unternimmt er eine Wanderung entlang der englischen Küste. Unterwegs lernt er Dulcie kennen, eine schrullige ältere Frau, die den erschöpften Robert bei sich aufnimmt, für ihn Hummer und Brennnesseltee kocht und damit seine Geschmackssinne für neue Erfahrungen öffnet und ihm einige Denkanstösse mitgibt. Zwischen ihnen entsteht eine Freundschaft, sie begegnen sich mit einer tiefen Verbundenheit und tauschen sich über Politik, Literatur und das Leben in der Natur aus. Als Robert in Dulcies verfallenem Atelier ein Manuskript entdeckt, öffnet ihm das den Weg zur Literatur. 

     


    "Es erinnert daran, dass nichts von Dauer ist. Alles ist im Fluss. Und die Natur trägt immer den Sieg davon." Zitat S. 265  

    In diesem Buch geht es um Gespräche über Werte, um die Schönheit der Natur und deren Wandel innerhalb eines Jahres, als auch im Laufe der Zeiten. Wir erleben eine wunderschöne sommerliche Atmosphäre und die Kraft einer besonderen Freundschaft, die dem jungen Robert seinen Weg ins Leben weist und ihn für die Literatur begeistert. 

    Benjamin Myers hat ein sprachliches Talent, das einfach einzigartig ist. Wunderbar einfühlsam fängt er spezielle Stimmungen und Beobachtungen in der Natur ein, die ich sehr genossen habe. An einige seiner nicht enden wollenden Kettensätze musste ich mich erst gewöhnen, hier mal ein Teil so eines Satzes:

    "Vor diesen Häusern sah ich alte, handgefertigte Hummerreusen, manche halb verwittert, ausgefranste Taurollen, Blumentöpfe, in denen Kräuter wie Petersilie, Schnittlauch und Thymian wuchsen, Treibholz, vom Meer zu abstrakten länglichen und rundlichen Formen geschliffen, und überall lagen diese mundgeblasenen Schwimmkörperkugeln aus buntem Glas, die in der Sonne glänzten..." Zitat S. 128 

    Die Gespräche zwischen Dulcie und Robert kreisen um das Leben, sie führt ihn an Literatur heran und erzählt von Krieg und Verfolgung und darüber, welche Auswirkungen Kriege auf die Menschen haben. In diesen Szenen konnte ich das Erzählte zwar nachvollziehen, fand es aber sehr negativ behaftet. 

    Das Aufeinandertreffen von Dulcie und Robert ist für beide ein Gücksfall. Sie genießt die Geselligkeit mit einem Menschen und nimmt ihn so wie er ist. Sie lenkt ihn mit ihren Gesprächen, fördert sein Interesse für Literatur und kocht ihm köstliche Gerichte, für die der junge Mann sich mit der Erledigung von Arbeiten in Haus und Garten revanchiert. Aus der menschlichen Zuwendung entwickelt sich eine selbstver-ständliche Freundschaft, die in ihrem weiteren Leben noch Bestand hat. 

    "Offenes Meer" ist ein poetisches Buch für die Sinne, mit komplexem, tiefgründigem Inhalt und wunderschönen Landschafts- und Meerbeschreibungen, die mich tief berührt haben. 

     

                                       

     

    Mittwoch, 9. September 2026

    Die drei Farben der Liebe - Sophie Haydock

    Die drei starken Frauen hinter Henri Matisse

     
    Im Hoffmann & Campe Verlag erscheint Sophie Haydocks Roman Die drei Farben der Liebe.   

    Im Leben des berühmten Malers Henri Matisse gab es drei Frauen, die eine besondere Rolle in seinem Leben gespielt haben: Amélie als langjährige Ehefrau des Künstlers war die unterstützende Kraft zu Beginn seiner künstlerischen Laufbahn. Die russische Lydia war seine Muse und spätere Geliebte und Marguerite, die Tochter.


     

    In Sophie Haydocks packenden Roman bin ich tief eingetaucht. Sie beschreibt die Lebensumstände der Frauen und des Künstlers sehr einfühlsam und zeigt den herrschenden Zeitgeist auf nachvollziehbare Weise. Ich habe erfahren, was der Einfluss der Frauen im Leben des Künstlers Henri Matisse für seine Kunst bedeutet haben. 

    Henri Matisse lebte für seine Kunst und das bis zu seinem Ende. Vielleicht wäre er nie so erfolgreich gewesen, wenn es in seinem Leben nicht starke Frauen gegeben hätte, die in auf seinem Lebensweg und bei der künstlerischen Laufbahn in großem Maße unterstützt hätten. Diese drei Frauen hat er geliebt, jede auf seine eigene Weise. Die große Liebe zu seiner Frau Amélie, die väterliche Liebe zu seiner Tochter Marguerite und die späte Verbindung zu seiner russischen Assistentin Lydia.

    Sophie Haydock stellt uns in ihrem Roman die Lebensumstände des Künstlers Matisse vor, die Schwierigkeiten und zahlreichen Versuche, von seiner Kunst leben zu können, die Einflüsse des Krieges auf die Familie und den Blick auf die Liebe, die Entscheidungen erfordert und zeigt, was Menschen bereit zu tun sind, wenn sie lieben.  

    Das Buch ist kein Liebesroman im herkömmlichen Sinne, auch wenn die Liebe das tragende Element der Geschichte ist. Es ist eine Kombination von künstlerischer Entwicklung, verschiedenen Lebensbedingungen und Schicksalen vor dem authentischen Hintergrund der beiden Weltkriege und macht sehr greifbar die Schrecken der Gewalt und Verfolgung deutlich. Mitglieder von Matisse Familie schlossen sich der Résistance an und kämpften für ihre Mitmenschen. 

    Die Darstellung der Figuren mit ihren charakterlichen Zügen zeigt die Hoffnungen, Fehler und Realitäten im Leben jeder einzelnen Person. Die Schilderung erfolgt in einer gewissen sachlichen Betrachtungsweise, die mich als Leserin informiert, emotional aber nicht ganz so stark involviert. Das erlaubt es, allen drei Frauen eine neutrale Sichtweise entgegen zu bringen und sie verstehen zu wollen. 

    Dieser mitreißende Roman bildet vor dem historischen Hintergrund Henri Matisse künstlerische Laufbahn und die unterschiedlichen Facetten der Liebe ab. Ein interessanter Blick auf die Frauen und das persönliche Umfeld hinter dem Künstler, dass die Entstehungsgeschichte seiner Werke neu überdenken lässt.    

    ***Herzlichen Dank an den Hoffmann & Campe Verlag für dieses Rezensionsexemplar!***


     

     

    Montag, 7. September 2026

    Wo das Feuerkraut blüht - Ulrika Lagerlöf

    Eine atmosphärische Fortsetzung der Reihe

       
    Wo das Feuerkraut blüht ist der zweite Band der Norrland-Reihe von Ulrika Lagerlöf, die im Gutkind Verlag erscheint.   
     
    1949, Nordschweden: Siv lebt zusammen mit ihrem Sohn Nils und ihrem Mann John, ist aber unglücklich und einsam in ihrer Ehe und kann ihre unerfüllte Liebe zu dem Sámi Nila nicht vergessen. In den Wäldern kommt es zu einem schrecklichen Waldbrand und Siv trifft eine Entscheidung, die alles in ihrem Leben verändern wird. 
     
    2022: Eva kehrt mit ihrem Sohn Vilgot in ihr Heimatdorf zurück und arbeitet in der Forstverwaltung. Vilgot kämpft mit Umweltaktivistin Fanny gegen die Abholzung der Wälder. 



     
    Der Roman knüpft an den Vorgängerband an und wir treffen erneut auf bekannte Figuren. Die Geschichte spielt in zwei Zeitebenen und wechselt zwischen 1949 und 2022 hin und her. Sivs Perspektive beschreibt ihre Ehe und ihr Leben in der Vergangenheit und wir erfahren auch, wie sehr ihr Sohn Nils unter Ausgrenzung und Gewalt von Mitschülern leiden muss. Denn das Gerücht, dass er nicht Johns leiblicher Sohn ist, macht unter den Bewohnern die Runde. 
    In der Gegenwart spielt Evas Geschichte, aus Sehnsucht nach ihrer alten Heimat kehrt sie zurück und macht sich auf die Suche nach der Geschichte ihrer Großmutter Siv. Zwischen der die Wälder  ausbeutenden Forstwirtschaft und den Umweltaktivisten in Djupsele kommt es zu Konflikten, wodurch Eva beruflich und privat zwischen den beiden Seiten steht. Der Ärger mit ihrem Sohn ist vorprogrammiert. 
     
    Es kommt zu einem verheerenden Waldbrand, der Menschen, Tiere und Pflanzen bedroht und den Figuren im Roman verschiedene Entscheidungen abverlangt. Die Natur spielt in dieser Geschichte eine entscheidende Rolle und so erfährt man von einer Pflanze, die der verbrannten Erde genug Energie abtrotzt und wunderschöne purpurne Blüten trägt. Es ist das Feuerkraut, eine Pflanze, die Hoffnung sät, indem sie in verbrannter Erde noch wachsen kann. Dieser Hoffnungsschimmer ist die Botschaft für die gesamte Geschichte, in der es um verlorene Liebe geht, um Generationenkonflikt, um den Erhalt der Wälder und um die Rechte der Sámi.
     
    Atmosphärisch und mit flüssiger Erzählweise führt Ulrika Lagerlöf durch ihren Roman, beschreibt wunderschöne Naturschilderungen und erzählt die Geschichte ihrer beiden starken Protagonistinnen, die die Suche nach dem persönlichen Glück verbindet  Die Figuren werden sehr lebendig beschrieben und lassen einen Blick in ihre Gefühlswelt zu. Daneben erfährt man vom Alltag in Nordschweden, wobei mich der Part aus der Vergangenheit besonders interessiert hat. Im Laufe der Handlung kommt Eva Sivs Geheimnis zur Zeit des Waldbrandes im Jahr 1950 auf die Schliche, über das sie zeitlebens geschwiegen hat. Sie kann sich gut in diese Konfliktsituation hinein versetzen und versteht Sivs Handeln.  
     
    Dieser Roman beeinhaltet ernste, wichtige Themen des Lebens, dazu gehören die Unterdrückung und Vertreibung der Sámi, es geht um Mobbing unter Kindern und um den verantwortungslosen, gewinnbringenden Umgang mit der Natur. Im Inneren geht es aber um die geheimnisvolle Familiegeschichte, die die Lebenswege von Siv und Eva nachzeichnet und zeigt, was beide über Jahrzehnte unsichtbar miteinander verbindet. 

    Emotional gesehen hat mich Sivs Perspektive mehr erreicht als die etwas sachlicher geschilderte Story Evas. Die atmosphärische Schilderung der Natur mit ihren Wäldern und Tieren und die schneereichen Winter bilden einen passenden Rahmen zu der Geschichte. 

    Eine atmosphärische Fortsetzung der Reihe, in der es um Entscheidungen des Lebens und den Erhalt der nordischen Wälder geht. 

    ***Herzlichen Dank an den Gutkind Verlag für dieses Rezensionsexemplar!*** 

     


     
    Wo die Moltebeeren leuchten 1

    Freitag, 4. September 2026

    Guten Morgen, schönes Wetter heute - Tanja Kokoska

    Wenn aus Fremden Freunde werden! 

    Bei DTV erscheint der Roman Guten Morgen, schönes Wetter heute von Tanja Kokoska.

    Irgendwo in einer großen Stadt liegt die Siedlung "Am Kastanienbaum" mit Bewohnern aller Gesellschaftsschichten und unterschiedlicher Herkunft, die sich täglich begegnen, aber nicht so richtig kennen. Als der Baggerfahrer Paco bei der Erdarbeiten eine Weltkriegsbombe entdeckt, muss diese entschärft und geräumt werden. Dazu sollen alle umliegenden Bewohner ihre Wohnung verlassen und in einer Turnhalle ausharren bis die Gefahr gebannt ist. 

     

    Dieser schön erzählte Gesellschaftsroman handelt von Freundschaft, Familie und Nachbarn, die durch die Evakuierung einer Bombenräumung zusammen kommen und sich besser kennen lernen. 

    Vorgestellt werden verschiedene Bewohner mit ihren persönlichen Problemen, Träumen, Zwängen und Wünschen, die Tür an Tür wohnen und sich dennoch eher fremd sind. Die Bewohner stammen aus allen Gesellschaftsschichten, da gibt es die auffällig tätowierte Ina, sie ist alleinerziehende Mutter des fast erwachsenen Henry, der sie sehr selbstständig unterstützt. In der Siedlung gibt es eine Kneipe, die Samy betreibt. Herr Bello trägt gerne Frauenkleider und findet endlich den Mut, diese auch auf der Straße zu tragen. Frau Aslan macht anderen Menschen mit Gedichten eine Freude, die sie ihnen heimlich unterjubelt, dabei ist sie selbst noch auf der Suche nach ihrem eigenen Glück. Die Thailänderin Anh arbeitet zwangsweise illegal in einem Nagelstudio, sie hat gar keine andere Chance.  

    Wann ist das Leben in einer Siedlung lebenswert? Dazu gehört ein gewisser Wohlstand, aber auch die friedliche Koexistenz von Menschen verschiedener Religionen, Kulturen oder Lebensformen. Aber was noch viel mehr zählt, sind Menschlichkeit, Nähe und gegenseitige Unterstützung, die soziales Miteinander ausmachen. 

    Dieses Buch regt an, über Einsamkeit, Nachbarschaft und Menschlichkeit nachzudenken. Es zeigt, wie Menschen durch eine Ausnahmesituation enger zusammen rücken und aufeinander zugehen können und wie aus unbekannten Nachbarn Bekannte werden. Was wäre es für eine friedliche Welt, wenn menschliches Miteinander so empathisch gelebt würde! 

    Ein warmherziger Roman über das, was Menschen miteinander verbindet und sie enger zusammen rücken lässt.   

    ***Herzlichen Dank an den DTV für dieses Rezensionsexemplar!***


     

     

    Montag, 31. August 2026

    Die Flussfrau - Tanja Weber

    Die beeindruckende Geschichte einer Binnenschifferin 

    Der Roman Die Flussfrau von Tanja Weber erscheitn im Ullstein Verlag. 

    Anneliese, genannt Lis, wird als Bauerstochter auf dem Land groß, sie hat drei Brüder und kennt den harten Arbeitsalltag auf dem Hof. Nachdem die Nazis den Vater und zwei Brüder in den Krieg geschickt haben, packt Lis kräftig mit an. Als der Zweite Weltkrieg beendet ist, kehrt der Vater versehrt zurück und plant Lis mit einem anderen Bauern zu verheiraten. Doch zum Glück trifft Lis auf Horst, einen Binnenschiffer, den sie ihren Eltern als "Ersatz" vorstellt. Das Wasser war schon immer ihr Element, deshalb freut sie sich auf ein Leben auf dem Fluss oder Kanal. 


     

    Tanja Weber lässt uns mit diesem Buch verschiedene Zeiten in einem deutschen Dorf durchleben und zu Lande und zu Wasser eintauchen. Sie beschreibt Lis bescheidenes Leben mit all seinen Höhen und Tiefen von Kindesbeinen an bis zu ihrem Tod. Als Kind kennt sie das arbeitsreiche Leben auf dem Bauernhof und wir erfahren vom düsteren Einfluss während der NS-Zeit und von der Not der Nachkriegsjahre, wir tauchen ein in das beengte Leben auf einem Schiff, das Ware über Kanäle, Schleusen und Flüsse transportiert. Und wir erleben eine starke Frau, die nach dem Tod ihres Mannes sein Schiff weiterfahren will, das Kapitänspatent erwirbt und sich damit in der Männerdomäne behauptet und ein selbstbestimmtes Leben führt. Zwischen all den schwierigen Lebensmomenten holt sich Lis Kraft und Ablenkung beim Schwimmen und Betrachten der Flora und Fauna zu verschiedenen Jahreszeiten. Diese wunderschönen Naturbeschreibungen habe ich als Leserin als Ruhepole zum Atemholen genossen und erfreute mich daran. 

    Flüssig und mit sprachlicher Sicherheit unterhält und fesselt Tanja Weber mich mit Lis Geschichte und zeigt eine starke Frau, die tief in ihrem Inneren ein Geheimnis verbirgt. Weber beschreibt die Emotionen eher sachlich und ohne Idealisierung und macht sie trotzdem fühlbar. Lis hat zahlreiche Hürden, Enttäuschungen und Verluste zu überwinden, dennoch verzagt sie nie und bleibt sich treu, indem sie weiter macht. 

    Die Handlung führt quer durch die deutsche Geschichte und zeigt wie Frauen sich ihren selbstbestimmten Weg erkämpfen mussten. Das Buch ist dennoch nicht melancholisch oder bedrückend, ganz im Gegenteil, hier werden Freundschaften und die Glücksmomente im Leben gefeiert und das gefällt mir besonders gut an dieser Geschichte. Ich vergebe 4,5 Sterne für diesen Roman, die ich gerne aufrunde!


    ***Herzlichen Dank an den Ullstein Verlag für das Rezensionsexemplar!*** 


     

    Samstag, 29. August 2026

    Die Bernsteinfischerin - Lisa Quentin

    Ein berührender Roman mit Tiefgang

    Die Bernsteinfischerin von Lisa Quentin erscheint bei Ruetten & Loening.

    Ostpreußen, im Zweiten Weltkrieg: Ebba geht als Kind mit ihrem Vater zum Bernsteinfischen und ist fasziniert von den Steinen und ihren Einschlüssen, genau wir ihr Freund Leo. Doch dann sorgt der Krieg dafür, dass ihre Familie an die Lübecker Ostseeküste fliehen muss und sie nur die Chance hat, in der Pension ihrer Eltern zu arbeiten.  Später trifft sie Leo wieder und zeigt ihm ihre Werke, die sie aus angeschwemmtem Material des Meeres gefertigt hat.  

    Frankfurt: Julika ist 26 und Doktorandin im Bereich der Mineralogie und hat sich auf Bernstein spezialisiert. Sie erhält einen besonderen Stein mit einem eingeschlossenen Insekt und möchte mehr Fakten über den Fundort und das damalige Klima herausfinden und trifft auf Ebba, die ihr aus ihrem Leben erzählt. Aus wissenschaftlichem Ansatz wird eine Reise, die Julika auch über sich nachdenken lässt. 


     

    In diesen Roman bin ich gespannt eingetaucht und konnte mich kaum davon lösen, so sehr hat mich die jeweilige Geschichte der beiden Protagonistinnen gepackt. Beide Frauen sind in ihrem Leben gefangen, beide leben zurückgezogen, haben persönliche Verluste erlitten und können sich nicht so frei entfalten, wie sie es gerne hätten, beide lieben Bernstein. Als junge Frau muss Ebba zum Lebensunterhalt der Familie beitragen und in der Ferienpension mitarbeiten, dabei würde sie sich viel lieber ihrer Kunst widmen. Julika fühlt sich für ihre erkrankte Mutter zuständig, sie verzichtet gänzlich auf Freizeitaktivitäten und stürzt sich in ihr Studienfach. Für die Nachforschungen nach einem Bernsteinfund begibt sie sich auf eine Reise an die Ostsee und trifft auf Ebba. Beide Frauen verbindet mehr als sie zunächst vermuten.

    Lisa Quentin hat einen einnehmenden und wortreichen Erzählstil, dem ich gerne gefolgt bin. Sie beschreibt die verschiedenen Szenen stimmig und so, dass man Gefühle, Reaktionen und Handlungen gut nachvollziehen kann. Zeitlich lassen sich die Handlungsebenen gut unterscheiden, Ebbas Perspektive reicht von der Vergangenheit bis in die Gegenwart, Julikas Erlebnisse werden aus der Ich-Perspektive dargestellt, sodass man ihr sehr nahe kommt.  

    Es geht um zwei Frauen aus unterschiedlichen Zeiten, die durch familiäres Leid in der Familie gefangen sind, dort ihren Platz einnehmen und auf freie Entfaltung und persönliche Selbstverwirklichung verzichten. Doch beide Frauen entwickeln sich und warten auf ihre Chance. 

    Der Roman wurde interessant aufgelockert durch Einblicke in die Bernsteinfischerei und Forschung, sowie die Entwicklung des Tourismus an der Ostsee. Hier verbinden sich zwei Geschichten zu einer und lassen uns nachdenklich werden über Freud und Leid, über verpasste Chancen und neue Ziele.  

    Die Bernsteinfischerin zeigt auf berührende Weise viele Facetten des Lebens und macht Mut, den eigenen Weg zu gehen. Ein wunderbarer, tiefgründiger Roman, der mir schöne Lesestunden geschenkt hat und mir viel über Bernstein erzählt hat. 

    ***Herzlichen Dank an den Aufbau Verlag für dieses Rezensionsexemplar!***

     


     

    Freitag, 28. August 2026

    Das große Eis - Sonja Sophie Kreis

    Verwirrende Geschichte im arktischem Eis

     
    Der Roman Das große Eis von Sonja Sophie Kreis erscheint bei Rowohlt Berlin. 
     
    Annas deutsch-schweizer Familie stammt vom Bodensee, ihr Bruder Alex lebt zurückgezogen auf Grönland, denn ihn faszinieren das Eis und die Einsamkeit der Arktis. Als Erbe ihrer verstorbenen Eltern möchte Anna Alex ein Gemälde bringen, an dem er sehr hing. Auf der Suche nach Alex erlebt Anna das ewige Eis und deckt Geheimnisse ihrer Familie auf. Dazu gehören die Kriegserfahrungen mit Nazis und verschiedene familiäre Krisen. 
     

     
     
    Dieser Roman hat es mir nicht leicht gemacht und ich habe ernsthaft ans Abbrechen gedacht. Es geht um eine Familie mit interessanten Charakteren, die mir trotz näherer Einblicke nicht sehr nahe kamen. Die Geschichten sind durcheinander gewürfelt, werden aus verschiedenen Sichtweise erzählt, es gibt zeitliche Sprünge zwischen Vergangenheit und Gegenwart, sowie verschiedenene Kapitel, die ich beim Lesen einfach nicht gut einordnen konnte. 
    Sprachlich hat mir das Buch gefallen, besonders fasziniert haben mich die Beschreibungen von Eis und Schnee in der Arktis, wie es die Inuit seit Urzeiten kennen und vielfach unterscheiden. Sie differenzieren Packeis, Meereis, Süßwassereis, geschmolzener Schnee und Eisberge, weil jede Variante eine spezielle Dichte und eventuell Gefahr bedeutet. 
    Für die Figuren hätte ich mir ein Personenregister gewünscht, um mich besser zurechtzufinden und eine chronologische Erzählweise hätte der Geschichte einen besseren Fluss verliehen. 
     
    Die Familiengeschichte bildet sich Stück für Stück aus Erinnerungen und Erlebtem heraus. Dabei haben einige Figuren ihr persönliches Päckchen zu tragen und leiden unter ihren seelischen Wunden.  

    Die wechselnden Schauplätze zwischen dem Bodensee und Grönland bilden einen eisigen Hintergrund, vor dem Krieg, Naziverfolgung und Fremdheit besonders deutlich werden. 

    Zwischen Schnee und Eis fühlte ich mich bei dieser Geschichte wie in einem Film, der mir den Inhalt nicht wirklich offen legt.  
     
    ***Herzlichen Dank an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar!*** 
     

     

    Mittwoch, 26. August 2026

    Ein weites Leben - M. L. Stedman

    Einfach ein großartiges Leseerlebnis! 

    Der Roman Ein weites Leben von M. L. Stedman erscheint bei Blanvalet. 

    1958: Auf der entlegenen Schaffarm Meredith Downs im trockenen Westen Australiens lebt die Familie der MacBrides. Ihr tägliches Leben ist geprägt von harter Arbeit, weiten Fahrten zu den Schafherden, extreme Trockenheit und Hitze und dem ständigen Kampf gegen die Naturgewalten im australischen Outback. Vater Phil kümmert sich um die Farm und den Verkauf von Wolle und Tieren, Mutter Lorna um den Haushalt und ihre Kinder Warren, Rosie und Matthew. Ein tragischer Unfall reißt eine große Lücke in die Familie und verändert die Familie von Grundauf.


     

    "Wir glauben, zu wissen, wer wir sind und dass wir jeden Morgen, wenn wir die Augen aufschlagen, mehr oder weniger dieselbe Person sind. Doch so wie selbst ein Felsen nach und nach verwittert, werden auch wir vom Lauf der Zeit und von dem, was wir erleben, geformt und verändert, bis wir diese Welt schliesslich verlassen..." Zitat S. 86 

    Bei manchen Büchern weiß man schon nach dem ersten Kapitel, dass es ein ganz besonderes und echtes Leseerlebnis sein wird. Dies ist so ein Roman, den ich in ungewöhnlich langsamem Tempo gelesen habe, um die Geschichte möglichst lange auszukosten. Die schicksalshafte Geschichte der Familie hat mich tief berührt, ich bin eingetaucht in das australische Outback und lernte viel über die Arbeit mit Schafen und welche Risiken der Markt für Wolle birgt.  

    Der Familienroman startet 1958 und zeigt das abgeschiedene, aber zufriedene Leben der MacBrides inmitten ihrer Schaffarm. Dann geschieht ein tragischer Unfall dessen Folgen das weitere Leben der Familie maßgeblich beeinflusst und mich immer tiefer in die Geschichte hinein gezogen hat. Vater und Sohn Warren versterben bei dem Unfall, während Sohn Matt schwerverletzt und mit Folgen seiner Kopfverletzung überlebt. Von nun an übernehmen Lorna und Rosie für die Farm Verantwortung.  

    Die Zeit vergeht und in den 60er Jahren suchen Bergbauunternehmen nach Rohstoffen unter der Erde, die den Farmern nicht gehört. Dadurch stoßen weitere Figuren ins Handlungsgeschehen, lernen die Familie kennen und sorgen für herzzerreißende Momente, aber auch für Glück und Freundschaft.   

    Ganze zehn Jahre hat die Autorin an diesem Werk gearbeitet und besondere Schicksale, Familienglück, Tragödien und Naturschilderungen in einer bildhaften, flüssigen Sprache zu einem großartigen Ganzen verknüpft. Die Zeichnung der Charaktere mit ihren jeweiligen Eigenarten, die Abgründe der menschlichen Psyche und die persönliche Entwicklung der Figuren sind der Autorin ganz hervorragend gelungen. Sie schildert absolut nachvollziehbar und völlig wertungsfrei die Gefühle und Emotionen wie Hass, Schuld und Vergebung, sodass mir die Personen sehr vertraut wurden und ich Anteil nahm an den Leben von Lorna, Rosie, Matt und Andy und weiteren Nebenfiguren. Der kleine Andy hat in diesem Buch eine tragende Rolle, er hält die Familie zusammen und übernimmt  

    Ein großartiger Roman über eine vom Schicksal gebeutelte Familie, die uns das Leben im trockenen Westen Australiens vor Augen hält.  

    ***Herzlichen Dank an das Bloggerportal für dieses Rezensionsexemplar!***



    Montag, 24. August 2026

    Herbstleuchten über dem Möwenhof - Frida Jacobsen

    Warmherziger Roman für herbstliche Wohlfühl-Lesezeit!  

     
    Der Roman Herbstleuchten über dem Möwenhof von Frida Jacobsen ist der Folgeband von Sommerhimmel über dem Möwenhof und erscheint im Aufbau Taschenbuch Verlag. 
     
    Ole Paulsen ist Koch aus Leidenschaft und betreibt sein Pfahlrestaurant Strandkrabbe in St. Peter-Ording. Die Gäste besuchen lieber die Konkurrenz und Oles Geschäfte laufen schlecht. Neben den finanziellen Sorgen treiben ihn auch private Sorgen um. Doch dann verändert seine Teilname an einer Fernsehkochshow sein Leben und er verliert sein Herz an Allegra.  
     

     
     
    Ole hat finanzielle Sorgen, sein Restaurant läuft schlecht und um das Geschäft zu retten, stellt er seine privaten Interessen zurück. Als er sein Zuhause verliert, bietet ihm sein Freund Henning auf dem Möwenhof eine Unterkunft an. Er möchte Oles Glück etwas nachhelfen und meldet ihn zu einem Casting bei einer Fernsehkochshow in Hamburg an. Allerdings müssen die Kandidaten eine Familie haben und mit ihren Kindern kochen, doch dafür bekommt Ole von Henning eine Ersatz-Familie gestellt. 

    Bei der Kochshow trifft Ole auf Allegra und zwischen beiden sind sofort Gefühle vorhanden. Aber einen Familienvater sucht Allegra eher nicht und Ole kann ihr nicht die Wahrheit sagen, weil sonst seine Teilnahme an der Kochshow erledigt ist.   

    Mit humorvollen Szenen und atmosphärisch schönen Beschreibungen der Natur nimmt uns Frida Jacobsen mit an die Nordsee nach Sankt Peter-Ording und sorgt dafür, dass man beim Lesen gedanklich das Rauschen des Meeres hört und genussvoll mitten in diese Urlaubsgegend eintauchen kann. Der Erzählstil ist stimmungsvoll, bildhaft und zeigt auf lebendige Weise das Leben der Menschen auf dem Möwenhof. Die Figuren sind liebevoll gezeichnet und wirken alle sehr sympathisch, sodass man am liebsten gleich auch dort einziehen möchte. Es gibt einige humorvolle Momente, über die ich schmunzeln musste und die Kinder sind mir mit ihrer lebensechten Art ans Herz gewachsen. 
     
    Es geht um Freundschaft, um Liebe und Vertrauen und darum, was Familie ausmacht. Ganz nebenbei bekommt man viele kulinarische Genüsse vor die Nase gesetzt, die Appetit machten und die Küche an der Nordsee gut abbilden. 
     
     
    Die Geschichte könnte sich genau so im echten Leben abspielen und lässt sich schön lesen. Ein kurzweiliger, warmherzig erzählter Roman für herbstliche Lesestunden, bei dem man die liebenswerten Figuren und die wunderschöne Nordsee einfach nur genießen kann.  
     
     
    ***Herzlichen Dank an die Autorin für die Übersendung des Rezensionsexemplars!***