Eine Liebesgeschichte mit Höhen und Tiefen
Im Insel Verlag erscheint Kristin Vegos Debütroman Spät am Tag.
Die Schriftstellerin Johanne ist Anfang dreißig, als sie sich nach einer gescheiterten Ehe auf der Suche nach Ruhe und einem Neuanfang auf dem Land ein Zimmer mietet. Sie wohnt bei dem Tischler Mikael, der dort mit seiner Frau Sofia und Tochter Maren lebt und ahnt noch nicht, dass dieser Ortswechsel ihr Leben maßgeblich verändern wird.
Kristin Vego lässt uns in die Gefühlswelt von Johanne blicken, sie beschreibt den Umzug aufs Land, den Umgang mit den Mitbewohnern und die aufkommenden Gefühle zu Mikael und das beglückende Gefühl, mitten in der Natur zu leben. Siebzehn Jahre später ist Mikael gestorben und wir erfahren in Rückblicken, wie sich Johannes Leben entwickelt hat, was sie auf melancholische Weise in Worte fasst. Inzwischen lebt sie allein in dem Haus, was in den dazwischen liegenden Jahren passiert ist, wird in Schnipseln der Erinnerung beschrieben. Das Wichtigste ist die Liebe, von der sie in der Erinnerung zehrt und die Johanne an diesen Ort fesselt.
Dieses Buch liest sich durch den traurigen Unterton recht melancholisch. Die Handlung beschreibt Johannes Leben und ihre Beziehung mit Mikael, den Lebensalltag mit seiner Tochter Maren, die Johanne ans Herz wächst und mit der Ex-Frau Sofia, die keine umgängliche Person ist. Wie verhält man sich in so einer Personenkonstellation?
Die Tage vergehen, das Leben zieht vorüber und Johanne erzählt nur bestimmte Erinnerungen, die ihr in den Sinn kommen. Nebenher wird die Landschaft in den schönsten Bildern beschrieben, die man einfach nur genießen kann. Auch das Zeitempfinden und der Ablauf von Tag und Nacht werden thematisiert. Hinter diesen Schilderungen fällt die persönliche Vergänglichkeit ins Gewicht und man wird gewahr, welche geringe Bedeutung jeder einzelne Mensch im Ablauf der Zeiten ausmacht.
Der flüssige Schreibstil hat mit gefallen, doch die bruchstückhaft anmutenden Erinnerungen und Erlebnisse aus Höhen und Tiefen einer Beziehung habe ich nicht als Zeichen einer großen Liebe verstanden. Für mich wirkte die Geschichte nicht wie aus einem Guß, sondern eine Aneinanderreihung von Fragmenten verschiedener Erlebnisse. Dafür habe ich es genossen, wie wunderbar Kristin Vego die jeweilige Stimmung der Jahreszeiten eingefangen hat.
Wenn eine Liebe auch nach dem Tod fortbesteht, ist die Erinnerung daran immer noch präsent.
Dieses Buch beschreibt Erinnerungen an das Leben und die Liebe, versetzt mit schönen Landschaftsbildern und jahreszeitlichen Stimmungen.
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