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Dienstag, 25. Juli 2017

Keine Konkurrenz für Mma Ramotswe - Alexander McCall Smith

Lockere Unterhaltung mit afrikanischem Flair! 

"Keine Konkurrenz für Mma Ramotswe" ist das vierte Buch über die No.1 Ladies Detective Agency von Alexander McCall Smith. (Werbung)


                                Keine Konkurrenz für Mma Ramotswe


Dieser Roman ist eine besonderes Lesevergnügen. 

Denn die Detektivin Mma Ramotswe ist sehr sympathisch, stets löst sie ihre Fälle auf eine sehr menschliche und liebenswürdige Art. Sie vermittelt in normalen Alltagsdingen, kümmert sich um Jugendsünden oder ein sitzengelassenes Mädchen. Auch einen Ehemann auf Abwegen bringt sie wieder auf die richtige Spur. 

Hier werden eher alte Sünden gebüßt oder bezahlt, als echte Straftaten ermittelt. So versucht Mma Ramotswe zwischen den Parteien zu vermitteln. Sie benötigt auch keine Waffen oder Abhörgeräte, sie arbeitet mit ihrem normalen Menschenverstand und hat das Herz am rechten Fleck.
Ihr Privatleben verbringt sie mit ihrem
Verlobten Mr. Matakoni und ihren zwei Pflegekindern.   



Das Leben in Botswana ist bunt, wild und lebhaft und als eine weitere Detektei durch den machohaften Mr. Butelesi eröffnet wird, geht das bunte Treiben weiter. Konkurrenz belebt das Geschäft, von wegen, für
Mma. Ramotswe gilt das nicht. Eine lockere Unterhaltung aus Botswana mit Einblicken in die kulturellen Gegebenheiten.  




Donnerstag, 20. April 2017

Grätenschlank - Ute Haese

Zwischen Schampus und Fischbulette


"Grätenschlank" heißt der vierte Band der Küsten Krimi Reihe von Ute Haese um ihre Privatermittlerin Hanna Hemlokk. Dieser Krimi erschien 2014 im Emons Verlag. [Werbung nach § 2 Nr. 5 TMG]

Die schöne Daphne Merkenthal starb während einer Betriebsfeier
der "FettKillerKompagnie" durch einen Champagnersäbel. War es
wirklich nur ein Unfall, der dort im Herrenhaus Hollbakken geschah? Zweifellos ein mysteriöser Fall für Hanna Hemlokk, die selbst ernannte Privatdetektivin und Liebesgeschichtenautorin aus dem hohen Norden. 





"Mit dem richtigen Trommelfeuer an Marketing lässt sich eben alles verkaufen. Auch ein Fettzellenkillergel mit integriertem Hautstraffungsmodul für die jung gebliebene Frau im allerbesten Alter." Zitat Seite 64

Dieser Krimi hat mich anfangs mit seinen kauzigen Figuren, vielen humorvoll bissigen Sprüchen und lockeren Wortspielen sehr für sich eingenommen. Miss Private Eye Hanna Hemlokk ist eine ganz besondere Frau, deren Gedanken man dank innerer Monologe gut mitverfolgen kann. Sie ist häufig ironisch und zeigt ihre Sicht auf hormongesteuerte Männer, diätsüchtige Frauen und andere Unsympathen.

Hinter der Story steckt die ausgefallene Idee, ein weibliches Opfer auf einer Betriebsfeier des FKK durch einen Champagnersäbel umbringen zu lassen. Ob Unfall oder Mord, das muss erst noch geprüft werden.
Die Ermittlungen führen Hanna in das Herrenhaus Hollbakken, in dem sich die FettKillerKompagnie getroffen hat. Es geht jedoch nicht nur um Gewichtsprobleme, sondern auch um andere Vorlieben, die die Teilnehmer hier ausüben.
Ich musste häufig schmunzeln, denn die Autorin legt ihren Figuren schon sehr amüsante Worte in den Mund. Im Ganzen wurde das aber schliesslich auch ermüdend und einfach zuviel des Guten. Ein paar weniger Geschwätzigkeiten bei den Befragungen hätten der Handlung gut getan.

Bei den Charakteren ist eine breite Palette aller Wesenszüge vertreten, ob Dandy, Callboy, blonde Hausfrau oder fürsorgliche Eltern, alles ist vertreten.  
Die Krimiermittlung glänzt nicht durch hohe Spannung oder schwierige Täterfindung, dafür erlebt man aber die Schleswig-Holsteinische Gegend aus nächster Nähe mit, Ostsee, Fischbrötchen, Tee und Bootstour inbegriffen.

Mir haben die unnötigen Nebenhandlungen in Form von Schildkrötenentführung oder Mordversuch durch eine Gräte in einer Fischbulette ein wenig die Lust am Buch genommen, auch wenn ich es eigentlich gern gelesen habe.


 
Als Strandkorblektüre kann ich dieses Buch mit hohen Unterhaltungswert und reichlich Humor empfehlen, als reiner Krimi jedoch eher zu schräg.  



Mittwoch, 22. März 2017

Hopsgegangen - Erwin Kohl

Tolle Charaktere, ein humorvoll, ironischer Schreibstil und die regionale Stimmung auf dem Campingplatz sorgen für gute Unterhaltung.


Der Regionalkrimi "Hopsgegangen" ist der zweite Band um Privatdetektiv Jukas Born von Autor Erwin Kohl. Der Krimi spielt am Niederrhein und erscheint im Bastei Lübbe Verlag. [Werbung]

Lukas Born ist Privatdetektiv und hat endlich einen lukrativen Fall an Land gezogen. Doch als er seine Auftraggeberin Natascha Feldmann mit ihrem Informanten treffen will, findet er die leblose Natascha am Boden liegend vor. Lukas selbst wird niedergeschlagen. Als er wieder zu sich kommt, ist Natascha verschwunden, deshalb glaubt die Polizei auch nicht an ein Verbrechen. Lukas hingegen schon und so stellt er Nachforschungen an. Schnell steht fest, dass ihn sein Bauchgefühl nicht getäuscht hat und er steckt mitten in einer großen Sache. 




"Zwei Kaninchen sind damit beschäftigt, ihre Art zu erhalten. Morgens um halb fünf. Julia hätte mir was anderes erzählt." Zitat S. 17

Dieser Krimi ist mal etwas anders als die üblichen Regionalkrimis. Ich wurde dank des herrlich humorvollen Erzählstils mit den ironischen Bemerkungen vom Protagonisten gut unterhalten. Die kurzen Kapitel und die spannend aufgebaute Handlung haben mich durch die Seiten fliegen lassen.

Lukas ist ein spezieller Typ, als suspendierter Kommissar seiner Beamtenbesoldung enthoben, lebt er nun relativ mittellos mit seinem Hund Manolo auf einem Campingplatz am Rhein. Er ist spezialisiert auf Alleingänge und daher prädestiniert für den Job als Privatdetektiv. Allerdings hat er mit seiner Ex-Frau eine kompetente Kollegin bei der Kripo und die Beiden schieben sich die Ermittlungsinfos gegenseitig zu.
Natascha Feldmann ist Journalistin und lockt Lukas mit einem lukrativen Auftrag. Sie hat Einblicke in die Machenschaften der Pharmaindustrie und Lukas soll sich dort mal genauer umsehen.
Als sie spurlos verschwindet, ist Lukas Interesse geweckt und er stürzt sich in den Fall. 
Schnell gerät er mit seinen Ermittlungen in ein Dickicht von skrupellosen Medikamentenhändler, die aus dem Ost-Block gefälschte Medikamente in den Markt schleusen und so billigend die gesundheitlichen Folgen für die Patienten in Kauf nehmen. Hauptsache, der Rubel rollt! Hier bereichern sich diverse im medizinischen Bereich tätigen Berufszweige, vom Pharmavertreter, über den Arzt bis in die Pharmaindustrie. 
Neben der Krimihandlung und dem Medikamentenskandal finde ich auch das eingebaute Privatleben des Ermittlers ganz unterhaltsam. Es lockert die Geschichte abwechslungsreich auf und bietet den nötigen Ausgleich zum Krimifall. Dabei bietet die authentische Kulisse auf dem Campingplatz echtes Regionalflair und die dort ansässigen Bewohner und ihr Campingleben passen einfach wunderbar dazu. 

Der Countdown am Ende sorgt für eine Überraschung und gibt dem Krimi ein Spannungserlebnis der besonderen Art.


Wer mal wieder einen lockeren Krimi mit etwas Ironie, humorvollen Bemerkungen und interessanten Charakteren lesen will, wird mit Hopsgegangen sicher gut unterhalten.