Samstag, 16. Februar 2019

Strandbudenzauber - Ella Danz


Ein solider und sehr unterhaltsamer Krimi, bei dem besonders das Essen einen hohen Stellenwert einnimmt.


Zum zehnten Mal lässt Autorin Ella Danz ihren fränkischen Kommissar Georg Angermüller in ihrem neuen Krimi "Strandbudenzauber" ermitteln. Die Krimireihe erscheint im Gmeiner Verlag.

Der fränkische Kommissar Georg Angermüller hat eine berufliche Auszeit genommen, doch schon nach ein paar Wochen Müßiggang macht sich gähnende Langeweile breit. Erfreut nimmt er deshalb das Angebot seiner Freundin Derya an für ihre Freundin Wiebke undercover zu arbeiten. Wiebke führt das gut gehende Restaurant "Die alte Strandbude" direkt am Ostseestrand mit exquisiter Küche. Doch ein Unbekannter stört sich an ihrem Erfolg und sabotiert sie. Angermüller tritt als Kellner auf und will den Bösewicht enttarnen. Als es nebenan beim Italiener einen Mordfall gibt, sieht sich Georg seinen Kollegen vom K1 gegenüber. Eine missliche Situation.


Angermüller möchte er die Sabotagefälle in Wiebkes Restaurant aufklären, sein Kellnerjob ist dafür die beste Tarnung. Er fühlt sich hier an der Lübecker Bucht rundum wohl, Polettes Küche sei Dank und auch Wiebke wird ihm sympathisch. Als ein Mord geschieht, zeigt sich, das Georg mit ganzer Seele Polizist ist und sich trotz Auszeit sofort ans Ermitteln macht. 

Bei diesem Krimi sorgt ein unaufgeregter Erzählstil und eine ruhige Handlung für eine entspannte Atmosphäre. Hier stehen mehr die mitmenschlichen Beziehungen und die Sorge um die Angriffe auf die Strandbude im Vordergrund und es geht recht beschaulich und gelassen zu. Verfolgungsjagden und blutige Szenen wird man hier nicht finden. Der Mordfall wird eher zweitrangig geschildert, mehr Aufmerksamkeit bekommen die persönlichen Sorgen und Probleme der Figuren und natürlich die Genusswelt von Polette. Dank der von ihr gezauberten Gerichte wünscht man sich ständig in ihr kleines Restaurant. Auch Georg Angermüller fühlt sich hier wohl und wird kulinarisch gut umsorgt. Da stört es ihn wenig, wenn er ein wenig in der Strandbude" mitarbeiten muss.


Wer gerne kocht, findet am Ende die Rezepte für die leiblichen Genüsse aus der Handlung des Buches zum Nachkochen. Tante Illes Ostseetorte, Geschmorte Ochsenbäckchen und Steirisches Apfelhuhn oder doch lieber Tafelspitz, da hat man die Qual der Wahl. 

In diesem Krimi habe ich die unterhaltsame Stimmung genossen, ich fühlte mich mit den Köstlichkeiten in der Strandbude sehr wohl und habe mitgeraten, wer hinter der Sabotage und dem Mord stecken könnte.  



Ein solider Krimi, der sich im Mittelteil etwas zieht, aber ansonsten gut unterhalten hat.  


***Vielen Dank an den Gmeiner Verlag für die Überlassung eines Rezensionsexemplars!***



Dick aufgetragen: Neue Ideen für belegte Brote - Trine Hahnemann

Köstlich belegte Brote für jeden Tag

Es lebe das belegte Brot! 


Trine Hahnemann stellt in ihrem Buch "Dick aufgetragen" über 60 Rezepte für Stullen, Schnitten, Sandwiches, Vesperbrot und Pausenbrote vor. Das Buch erscheint im Bassermann Verlag.


Man nehme ein kerniges Brot, etwas Butter und kröne das Ganze mit einem köstlichen Belag. Das darf auch gern dick aufgetragen sein. Man kann es mit Fleisch, Fisch, Käse, Gemüse oder Gewürzpasten kombinieren, die Auswahl ist groß. Das gute alte Butterbrot hat noch lange nicht ausgedient. Ob als Frühstück oder als kalorienhaltige Mittagsmahlzeit, mit einem Brot wird man nicht nur satt, es ist vor allem so ungemein vielfältig durch die Wahl des Belags.


Auch wenn Kohlenhydrate zur Zeit sehr im Verruf stehen, Brot kommt nicht aus der Mode und ist vom täglichen Esstisch nicht wegzudenken. Dank der vielen verschiedenen Brotsorten, ob mit knuspriger Körnerkruste oder mit saftigem Inhalt, werden Brote nie langweilig. 

Trine Hahnemann legt in ihrem Buch ihren Schwerpunkt allerdings nicht so sehr auf die Art des Brotes, sondern auf den Belag. Denn da gibt es so viele Möglichkeiten, die in ihrer Zubereitungszeit und Kalorienzahl variieren oder aber auch mal schlichte Resteverwertung sein können.
Sie stellt uns 60 Rezepte vor, die für jeden Geschmack etwas anbieten.

Dieses Buch ist sehr handlich, hübsch und anschaulich bebildert, zu (fast) allen Rezepten gibt es ein Foto. Jedes Rezept beginnt mit einer kurzen Anmerkung der Autorin zu Besonderheiten mit Angabe der Personenzahl, es folgt die Zutatenliste und dann die Erklärung der Zubereitung. 
Mit diesem Buch kann man ohne Probleme in der Küche arbeiten. 
Auf Kalorienangaben und einer Gesamtzubereitungszeit wird hier verzichtet. Die Zeit kann man sich selbst aus der Zubereitung errechnen. 

Der Aufbau der Rezepte erfolgt ohne erkennbare Einordnung der Zutaten. Die "Stullen" werden der Reihe nach ohne Sortierung vorgestellt, dort gibt es herzhaften Belag, kreative Dipps und leckere und raffinierte Kombinationen. Alle hier versammelten "belegten Brote" sorgen für Abwechslung!

Während Eiersalat und Salami noch ganz gewöhnlich klingen, bringen Rote-Bete-Salat und der Mix aus Tomate, Avocado und Hüttenkäse schon etwas mehr Kreativität aufs Brot. Auch fürs Auge! Käse- und Eiervariationen lassen auch Klassiker mal wieder in einem neuen Licht erscheinen.

Brot mit Spiegelei ist eine der schnellsten und immer leckeren Mittagessen. Der gedünstete Spinat sorgt für Vitaminschub. Waldorfsalat ist ein Klassiker, der irgendwie in Vergessenheit geraten ist, doch nicht mit diesem Rezept.





Ich zähle man einige Rezepte auf, damit man einen Eindruck bekommt: 

Hüttenkäse mit Gemüse, Hähnchen und Pesto oder Hähnchen mit Minz-Erbsenpüree.
Schinken und Rührei auf dänische Art. 

Makrelenpaté und Bratfisch mit Remoulade sind deftig und sättigend.
Hummus und Tomaten passen auch wunderbar auf Brot und sind dazu noch vegetarisch.

Lachs und Krabben sind für mich die Highlights des Buches. Die gehen immer.

Rahmpilze auf Toast, nicht nur im Herbst zur Pilzzeit köstlich.
Schweinebauch mit Äpfeln ist nicht nur eine deftige Sache, es ist auch ein skandinavisches Weihnachtsessen.

Unter der Rubrik: Besonderes für obendrauf stellt die Autorin auch gezuckerte Johannisbeeren und Rhabarberkompott vor. Außerdem einige Varianten von selbst gemachter Mayonnaise, Meerrettichcreme und Senfgemüse. 

Ein nach Zutaten geordnetes alphabetisches Register schliesst das Buch ab. 

Wenn man diese Rezepte anschaut, erkennt man wie wandlungsfähig Brotbelag sein kann und wie sehr ein Brot ein eigenständiges Gericht darstellt. Es eignet sich für das Büro als Frühstück oder Mittagsmahlzeit, für die Einladung von guten Freunden oder als Partyfood oder zur Vesper. Je nachdem, für welchen Anlass, wieviel Zeit man für die Zubereitung investieren kann oder wie die Geschmacksvorlieben sind, findet man hier vielfältige Möglichkeiten für eine Mahlzeit mit Brot und einem köstlichen Belag. Mit relativ kleinem Aufwand lassen sich so auch Reste aus dem Kühlschrank schnell verarbeiten und aufbrauchen

Diese Kreationen sind nicht alle neu, trotzdem zeigen sie das breite Spektrum des belegten Brotes, ob deftig, pikant, exklusiv und raffiniert bis hin zu ungewöhnlichen Kombinationen. Es lebe das belegte Brot! 


***Herzlichen Dank an den Bassermann Verlag und das Bloggerportal für dieses Kochbuch-Rezensionsexemplar!***






Freitag, 15. Februar 2019

Schau mal, wie es wächst! - Emilie Vast

Wunderschön illustriert und absolut lehrreich 


Das bebilderte Sachbuch "Schau mal, wie es wächst!" von Emilie Vast aus dem Knesebeck Verlag erscheint am 21.2.2019. Die Übersetzung stammt von Sarah Pasquay.


Pflanzen können ganz schön abenteuerlustig und reisefreudig sein. Dieses detailreich illustrierte Sachbuch zeigt Kindern, wie die Verbreitung verschiedener Pflanzen abläuft. Wenn man beobachtet, wie Pflanzen sich fortpflanzen, entdeckt man die vielfältigsten Möglichkeiten und erkennt, welche raffinierten und unterschiedlichen Methoden in der Natur angewandt werden. Fliegende Löwenzahnblüten kennt jedes Kind als Pusteblume, doch es gibt noch viele andere Möglichkeiten, man muss sie nur entdecken und kennenlernen.




Da ist von hüpfenden, schwimmenden und fliegenden Pflanzen die Rede. Einige Gruppen haben die gleiche Idee. So bedienen sich manche Pflanzen der Schleudermethode, ihre Samen bilden sich in Kapseln, die bei Reife platzen und dann wie bei einer Sprengung weit weggeschleudert werden. 
So machen es die Veilchen, der Waldsauerklee und das Große Springkraut.


Wieder andere nutzen die Klettenmethode. Das Labkraut und die Mäuse-Gerste hat an seinen Samen Widerhaken, die an Tieren hängen bleiben und weitergetragen werden. Echte Kletten halt!
 
Andere Pflanzen wie die Weinrebe, Mistel, Kirsche, Apfel und Elsbeere locken Tiere mit ihren fleischigen Früchten zum Fressen der Samen an. Die unverdauten Kerne oder Steine werden von den Tieren wieder ausgeschieden und so können diese Pflanzen weite Reisen unternehmen.


Wirklich sehr anschaulich und durch die hübschen scherenschnittartigen Bilder mit farbigen Elementen verlockt dieses Sachbuch zum Durchblättern und macht Lernen damit ganz einfach. Einige Vorgänge oder Pflanzenteile wie Kastanien und Eicheln beispielsweise werden Kinder bereits kennen. Dieses Buch weckt das Interesse auch für die anderen Pflanzen und ihre Verbreitung. 

Dieses Buch richtet sich an Kinder im Alter von 5 - 7 Jahren und schon allein beim Durchblättern wecken die hübschen Bilder ihr Interesse. Denn beim Anblick von leuchtenden Erdbeeren, glänzenden Kastanien, herrlichen Pusteblumen und wunderschönen Seerosen möchte man doch wissen, welche Kunststücke diese Pflanzen beherrschen.

Denn die Pflanzenwelt hat viele Methoden, sich auszubreiten. Durch die Luft wie mit Pollen und Samen, durch Ausleger wie bei Erdbeerpflanzen, es gibt viele weitere Möglichkeiten, die hier illustrativ und verspielt und sehr übersichtlich vorgestellt werden.


Sachbücher für Kinder müssen optisch ansprechend gestaltet sein, kindgerechte Texte enthalten und durch Bilder lernen lassen. Bei diesem hübschen Buch trifft das alles zu.

Spielerisch und mit stimmungsvollen Texten wird hier Kindern sehr ausdrucksstark Wissen vermittelt und das Interesse für die Pflanzenwelt und ganz allgemein für die Natur geweckt. Nur was man liebt, möchte man entdecken und auch schützen. 
Dieses Sachbuch ist ein schöner Ausflug in die Welt der Pflanzen und gleichzeitig absolut lehrreich. 


 ***Vielen herzlichen Dank an den Knesebeck Verlag für dieses wunderschöne Belegexemplar!***




Freitags-Füller # 125





Findet ihr nicht auch, dass Frühling in der Luft liegt. Dabei ist immer noch Februar, ein früher richtig kalter Wintermonat. Mal sehen, wie das jetzt weitergeht, die Sonne ist jedenfalls herrlich und sogar Fensterputzen macht wieder ein wenig Spaß! Die schöne Hortensie ist bei mir eingezogen, daran erfreue ich mich jetzt jeden Tag.

   
           

 

Immer wieder kommt ein neuer Freitag ... und damit der Freitagsfüller! 

 

Dies ist ein Projekt von Barbara von  Scrap-Impulse

Ein kleiner Lückentext zum Ausfüllen.

 

1. Komm mit mir heute ins Ballett, möchte ich euch zurufen. Denn meine Vorfreude auf das Stück "Nevermore" ist schon sehr groß. 

 

2. Der Winter war hier fast ohne Schnee bisher und daher gar nicht so richtig winterlich in diesem Jahr.

 

3. Glück ist ein kurzer Genuss, aber eine lange Erinnerung. Man sollte daher jeden Glücksgenuss so richtig auskosten, auch im Nachhinein.

 

4. In Ausnahmesituationen kann man schon einmal unüberlegt handeln, da sind viele Menschen geschockt und verwirrt.

 

5. Ich warte auf die erfreuliche Mitteilung meiner Freundin, dass ihr Enkelkind geboren ist.

 

6. Bittenden Kinderaugen kann ich sehr schwer widerstehen. 

 

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf das Ballett Nevermore von Jörg Mannes: Ein Abend für Edgar Allan Poe, morgen habe ich noch nichts besonderes geplant und Sonntag möchte ich das schöne sonnige Wetter bei einem Spaziergang genießen und so richtig auskosten.


     

Ein schönes Wochenende wünscht

Eure Sommerlese!

 

Donnerstag, 14. Februar 2019

Wenn Martha tanzt - Tom Saller

Ausdrucksvoller und interessanter Debütroman, bei dem die Vergangenheit und die Bauhaus-Zeit zum Leben erweckt werden.


Im List Verlag erschien am 9.3.2018 Tom Sallers Roman "Wenn Martha tanzt".


Thomas Wetzlaff findet in den Hinterlassenschaften seiner Großmutter, Hedi Wetzlaff, ein altes Tagebuch. Es enthält die interessante Geschichte von Martha Wetzlaff, seiner Urgroßmutter. Diese wächst in Türnow im Pommern auf, anders als die Familie besitzt sie kein musikalisches Talent, doch sie kann Musik in geometrischen Formen fühlen und tanzen. In Weimar erhält sie im Bauhaus bei Walter Gropius eine Ausbildung, wird Tänzerin und trifft viele Künstler, die sich auch in ihrem Tagebuch verewigen. Dieses Buch wird bei Sotheby´s in New York zu einem enormen Betrag versteigert. Die Käuferin bittet Thomas Wetzlaff um einen Kontaktbesuch und dort erfährt er die Hintergründe und Wahrheit über seine Familie. 



Tom Saller erzählt diese Familiengeschichte in zwei Handlungsebenen. Die aktuelle dreht sich um Thomas Wetzlaff und seine Reise nach New York, die andere bringt Licht ins Dunkel des Lebens seiner Urgroßmutter Martha ab 1900.

Das Tagebuch enthält eine Geschichte, die mit Marthas Geburt im Jahr 1900 beginnt und die damit endet, als sie 1945 für immer verschwand und ihre Tochter Hedi zurückließ. Thomas Wetzlaff hat sie also nie gekannt und auch nie etwas durch seine Großmutter von dieser Martha erfahren. Das Bindeglied zu diesem Tagebuch sind besondere Briefe, die erst die genauen Verbindungen der Hintergründe offenlegen. Gemeinsam mit der Käuferin des Tagebuchs kann Thomas das Geheimnis enthüllen.

Durch Marthas Lebensweg landet man nach ihrer glücklichen Kindheit in Pommern direkt in der Zeit der Weimarer Republik und bekommt einen genauen Eindruck über die Entwicklung des Bauhauses und der damaligen Kunstszene und dem allmählichen Erstarken der Nationalsozialisten. Dabei benutzt Saller eine Sprache, die uns in kurzen, fast abgehackten Sätzen die Ereignisse schildert. Das wirkt fast wie Informationen aus den Nachrichten und man hängt gebannt an den einzelnen Sätzen. Durch diese Sachlichkeit erfährt man zwar die Gegebenheiten und Vorgänge, lernt aber die Person Martha nur ungenau kennen. Die Charakterzüge sind erkennbar, ihre Gedanken und Gefühle bleiben geheimnisvoll und verblassen vor der umtriebigen und besonderen Zeit. Nicht nur die Kunst änderte sich, auch die Lebenstile der Menschen.  

An diesem Roman haben mir neben dem besonderen und ausdrucksstarken Schreibstil die wechselnden Erzählperspektiven gut gefallen. Mit den erhellenden Einblicken in die Kunstszene, durch die Lebensumstände und Zeitschilderungen konnte ich mich wie bei einer Zeitreise zu den Orten des Geschehens führen lassen und erlebte die Atmosphäre des Bauhauses authentisch mit. Es ist Aufbruch in ein anderes Zeitalter mit neuen Kunstformen, bei dem auch Frauen ihren Stellenwert in der Kunst erhielten. Doch mit der Schliessung des Bauhauses durch die Nationalsozialisten wurde dieser emanzipatorische Schritt wieder zunichte gemacht.  

Etwas störend finde ich, dass Martha von ihrem toten Bruder Heinz begleitet wird, er ist ihr Engel und irgendwie hält sie mit ihm eine dauerhafte Verbindung, die der Geschichte einen unnötigen mystischen Eindruck verleiht.

Seinen gebührenden Abschluß findet der Roman mit der Offenlegung der wahren Geschichte von Martha und Hedi. Hier schliesst sich ein Kreis, von dem man manches ahnte, aber die Zusammenhänge nicht klar sehen konnte. Mit dieser Auflösung zeigt Saller, wie Frauen in dieser Zeit ungewöhnliche Wege gehen mussten, auch wenn ihr Herz ihnen andere vorschlug. Man kann sich gut vorstellen, dass sich diese Geschichte wirklich so abgespielt haben könnte. Das Leben schreibt schliesslich selbst die besten Geschichten. 


Mit diesem lesenswerten Roman macht man nicht nur eine Zeitreise in die Bauhaus-Kunstszene, man entdeckt durch ein Tagebuch verschlungene Lebenswege, wie sie das Leben selbst schreibt. 


***Vielen Dank für diesen Roman, den ich bei Lovelybooks gewonnen habe!***



100 Fakten, an denen du erkennst, ob du zu viel liest





Auf Steffis Blog habe ich diesen interessanten Beitrag gesehen. Als Vielleser fühle ich mich natürlich gleich angesprochen und habe gleich mal das Ganze aus meiner Sicht mitgemacht. Ihr dürft dreimal raten, ob die Mehrzahl zutrifft? Natürlich sind einige Fakten schon etwas überspitzt, aber spaßeshalber auch wieder ok. 
Macht doch selbst mal diesen Check, es ist ganz unterhaltsam! Viel Spaß!

Meine Zustimmungen habe ich farbig gehalten. 


1. Du hast mehr Bücher als Schuhe.
2. In allen Buchhandlungen der Umgebung bist du mit den Buchhändlern per „Du".
3. In deinem Kalender sind die Erscheinungsdaten neuer Bücher rot markiert.
4. Leipziger und Frankfurter Buchmesse kommen für dich Nationalfeiertagen gleich.
5. Wenn du dich vor der Schule entscheiden musst ob du dein Mathebuch oder deinen neuen Roman mitnimmst, nimmst du den Roman.
6. Du kennst dich in der Bücherei besser aus, als die Bibliothekarinnen.
7. Deine Familie hört oft die Worte „Ich lese gerade, also lasst mich!!!"
8. Du bist ständig geistesabwesend und weißt nicht was dein Gegenüber gerade noch zu dir gesagt hat, weil du mit den Gedanken noch in deinem neuen Lieblingsbuch steckst.
9. Wenn du durch eine Buchhandlung wanderst, murmelst du vor dich hin: „Das hab´ ich schon. Und das hab´ ich schon. Das auch…"
10. Du weißt genau, wo alle deine Bücher hingehören und merkst sofort, wenn eines fehlt. Sogar wenn das Buch weg ist und der Umschlag noch steht.  

11. Du besuchst mehr als nur eine Buchhandlung, denn wenn du nur in eine gehen würdest, wärst du jeden Tag dort – und das ist ja peinlich!
12. Namen merkst du dir so: „Meggie, wie das Mädchen aus Tintenherz", „Harry, wie Harry Potter." oder „Gideon, wie die männliche Hauptperson aus Rubinrot."
13. Viele Leute fragen dich verwirrt, woher du so viel verrücktes Zeug weißt.
14. Wenn 13. eintritt, murmelst du ein „Das habe ich irgendwo gelesen", obwohl du genau weißt, wie das Buch heißt in dem du es gelesen hast.
15. Wenn du dich zwischen einem Bett und einem neuen Bücherregal entscheiden musst, nimmst du das Regal. Wo sollen denn sonst deine Bücher stehen?
16. Wenn du alle deine Bücher aufeinander stapelst, kannst du problemlos deine Decke abstützen.
17. Du kannst überall lesen: Im Zug; im Bus, auch stehend, wenn es sein muss, auf der Straße, in der Schule, im Café um die Ecke, auf dem Laufband;…
18. Du kannst immer lesen: Morgens, vor der Arbeit oder Schule, während dem Essen, während dem Gehen, im Dunkeln, mitten in der Nacht, …
19. Wenn du umziehst, brauchst du mindestens 3 starke Männer, die deine Bücherkisten tragen – und selbst die sind danach fix und fertig!
20. Dein Leben ist nicht in Jahre, sondern in Kapitel unterteilt.

21. Du hast immer mindestens ein Buch unter dem Kopfkissen. (Neben dem Kissen)
22. Dein Partner murrt ständig: „Mach das Licht aus und schlaf endlich." und du ignorierst es.
23. Du hast immer ein Buch in deiner Tasche.
24. Wenn dich jemand fragt, was du dir zum Geburtstag/ zu Weihnachten/ zum Jahrestag wünschst, antwortest du: „Ein Buch!"
25. Es ist schon mal vorgekommen, dass du ein Buch zweimal besessen hast.
26. Es gibt Bücher, die du eigentlich auswendig kannst, sie aber dennoch immer wieder lesen musst.
27. Du kennst die aktuelle Bestsellerliste auswendig.
28. Du hast mindestens die Top 10 aus der aktuellen Bestsellerliste in deinem Regal stehen.
29. Wenn dich jemand nach deinen Hobbies fragt, antwortest du: „Lesen". Andere Hobbies hast du zwar, doch lesen ist dein Leben und da erwähnst due die anderen Hobbys nicht.
30. Du fragst dich gerade erschrocken, wann in dieser Liste endlich mal etwas kommt, das nicht auf dich zutrifft.

31. Deine Mutter drohte dir mindestens einmal alle deine Bücher aus dem Zimmer zu räumen, wenn du nicht endlich das Licht ausmachst und schläfst – und du erwiderst, dass du sehen willst, wie sie 500 Romane aus deinem Zimmer schleppt.
32. Deine Bücher liegen überall herum, weil einfach nicht genug Platz für alle da ist. Selbst wenn du das Regal bis zum Limit vollstopfst.
33. Dein Bücherregal ist nach einem ganz bestimmten System geordnet, welches dir ermöglicht alle Bücher sofort zu finden.
34. Du hast mindestens drei Lieblingsgenres.
35. In deinem Bücherregal ist jedes nur erdenkliche Genre vertreten.
36. Wenn du auf einen Geburtstag/ eine Hochzeit eingeladen bist, schenkst du auf alle Fälle ein Buch.
37. Du würdest gern mal ein Buch veröffentlichen.
38. Derjenige, der dich beim Lesen stört, ist Staatsfeind Nummer eins. 
39. Wer eins deiner Bücher bekleckst, verknickt, verdreckt, einreist oder sonst irgendwie beschädigt, gehört deiner Meinung nach exekutiert. Man geht immerhin auch sorgsam mit ausgeliehen Sachen um.
40. Du kannst gleichzeitig Lesen und Gehen.

41. In der Schule wirst du nie erwischt, wenn du unter dem Tisch heimlich liest. Beim Spicken aber fliegst du sofort auf.
42. Du liebst jede Jahreszeit, denn im Frühling und im Sommer kann man draußen lesen und im Herbst und im Winter kann man es sich drinnen bequem machen und lesen. Daher auch mein Blogger-Name SOMMERLESE! :-)
43. Du kaufst dir mindestens 3 Bücher im Monat. (obwohl ich mir jeden Monat vornehme, einen Stop einzulegen)
44. Du brauchst nie länger als eine Woche für ein gutes Buch
45. Dein Geld geht für folgende Dinge drauf: Bücher, Strom (für die Leselampe), Essen (kleine Lesesnacks).
46. Wenn du Wörter hörst wie „das Einzigste" und „zwei Fensters" bekommst du Schüttelfrost.
47. Du weißt, dass die Vergangenheitsform von „backen" „buk" lautet.
48. Du kannst problemlos Synonyme für alles finden.
49. Wenn jemand ein Wort nicht kennt, kannst du es auf jeden Fall erklären.
50. Du weißt: Bücher sind immer besser als ihre Verfilmungen.

51. Büchern, die alle anderen toll finden, stehst du kritisch gegenüber.
52. Trotz 51. liest du alles, was du in die Finger kriegst.
53. Du bist schon des Öfteren auf einem Buch aufgewacht.
54. Du besitzt ein Buch, das du noch nicht gelesen hast. Aber du hebst es auf – falls du mal nichts mehr zum Lesen im Haus hast. (Es sind wohl eher über 50)
55. Bücher sind deiner Meinung nach 100x besser als E-Books.
56. Du besitzt trotzdem ein E-Book – aus Platzgründen.
57. Du hast eine Liste im Kopf, welche Figuren du gern aus ihren Büchern lesen würdest.
58. Es ist für dich kein Problem, Zitate bestimmten Autoren oder Büchern zuzuordnen.
59. 57. erinnert dich an die Tintenreihe – du hast soeben beschlossen, sie mal wieder zu lesen.
60. Bei folgendem Satz willst du am Liebsten eine Schlägerei anzetteln: „Du kannst das Harry Potter Buch noch nicht gelesen haben, denn der Film ist noch gar nicht draußen."
 
61. Lesezeichen gehen bei dir grundsätzlich immer in den Büchern verloren.
62. Du kannst nächtelang durchlesen.
63. Für Notfälle hast du immer eine Taschenlampe parat. So kannst du auch lesen, wenn der Strom ausfällt.
64. Du besitzt noch dein liebstes Kinderbuch und hütest es wie einen Schatz.
65. Der Duft von frischer Druckerschwärze ist einer deiner Lieblingsgerüche.
66. Ein Tag, an dem du nicht gelesen hast, ist ein verlorener Tag.
67. Wenn du ein Buch bestellst, wirst du nicht mehr nach deinem Namen gefragt, den kennt der Verkäufer nämlich schon.
68. Selbstverständlich hast du schon mal beim Lesen geweint.
69. Du hast keine Probleme damit, 68. zu zugeben.
70. Menschen, die nicht lesen, findest du blöd. (Würde ich offiziell aber nicht zugeben!)
 
71. Du weinst manchmal an besonders schönen Stellen in Büchern, weil du dich so für die Figur freust.
72. Es gibt Namen, die für immer in deinem Kopf verknüpft sind: Bella & Edward, Cassia & Ky, Clary & Jace, Harry & Ginny, …
73. Die oben genannten Namen kommen dir alle bekannt vor.
74. Du fragst dich immer noch, wann endlich etwas kommt, das nicht auf dich zutrifft.
75. Einer deiner größten Wünsche ist es, mal in einer riesigen Buchhandlung eingesperrt zu werden.
76. Wenn du am Bahnhof „Kings Cross" in London bist, versuchst du heimlich, ob es Gleis 9 3/4 nicht doch gibt.
77. Du behandelst deine Bücher besser, als manche Menschen – denn die Bücher haben deine Zuneigung verdient.
78. Es gibt mindestens ein Buch, das du abgrundtief hasst.
79. Du hast, als du noch klein warst so getan als könntest du lesen.
80. Du misshandelst alles als Lesezeichen: Briefumschläge, Kassenzettel, Papierschnipsel, Finger, Verpackungen aller Art, Kuscheltiere, …

81. Du hast mindestens 2 Verlage/ Autoren bei Facebook mit „Gefällt mir“ markiert.
82. Dein Motto: „Ich kann alles lesen, aber nicht alles essen!"
83. Es gibt Bücher, die du schon auf Englisch gelesen hast, weil du die deutsche Übersetzung nicht abwarten konntest.
84. Von deinen Büchern sprichst du wie von guten Freunden.
85. Du könntest deine Freunde stundenlang über deinen aktuellen Lesestoff bequatschen.
86. Ab und zu geht deine Fantasie mit dir durch.
87. Für dich gibt es das nicht: „Keine Zeit zum Lesen".
88. Neue Bücher versetzen dich in Hochstimmung.
89. Gern würdest du mal die Orte bereisen, an denen deine Romanhelden waren.
90. Autoren sind für dich mit Gottheiten gleich zu setzen.

91. Du kannst ein paar Brocken Elbisch.
92. Bei jedem Spiegel fragst du dich, ob er vielleicht ein Portal in eine andere Welt ist.
93. Du besitzt eine überdurchschnittliche Allgemeinbildung, und weißt über alles irgendwas.
94. Beim Lesen hast du dich schon mal verletzt.
95. Du brauchst keinen Yoga-Kurs, denn beim Lesen probierst du die abenteuerlichsten Positionen aus um es bequem zu haben.
96. Leute, die keine Bücher besitzen sind dir unheimlich. Du hast richtig Angst vor ihnen.
97. Ständig erlebst du Momente in deinem Leben, die dich an Szenen aus Büchern erinnern.
98. Bücher sind dein Statussymbol.
99. Die Bakerstreet in London & Orte wie Forks sind für dich Pilgerstädte.
100. Auf dieser Liste trifft erschreckend viel auf dich zu. Aber es stört dich nicht im Geringsten, nein – du bist stolz darauf!

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Bei 56 Fakten konnte ich nickend zustimmen, manche sind etwas überspitzt, doch im Grunde ganz witzig gemacht. 

Wie viele Fakten treffen auf dich zu? 

 

Dienstag, 12. Februar 2019

Auch Killer haben Karies - Isabella Archan

Überraschend skurriler und kurzweiliger Krimi mit reichlich Wortwitz


"Auch Killer haben Karies" ist bereits der zweite Krimi von Isabella Archan um ihre Zahnärztin Dr. Leocardia Kardiff. Dieser Krimi erschien 2017 im Emons Verlag.

So hatte sich Dr. Leocardia Kardiff, Zahnärztin mit Spritzenphobie, ihr vielversprechendes Rendezvous mit Hauptkommissar Jakob Zimmer eigentlich nicht vorgestellt. Als sie beide gemütlich beim Brunch zusammensitzen, stört eine Leiche ihre Idylle. Fällt ihnen sprichwörtlich vor die Füße.  Und als sich der vermeintliche Unfall als Mord herausstellt und aus der Toten ein Mann wird, ist Leos Neugierde nicht mehr aufzuhalten. 



Bei diesem Krimi lerne ich die etwas chaotische, aber liebenswürdige Zahnärztin Leo Kardiff kennen, den ersten Band der Reihe kenne ich leider nicht. Doch ich habe mit den Figuren und der Handlung keine Verständnisprobleme gehabt. 
Doch nun zum Handlungsverlauf. Leo hat reichlich in ihrer Zahnarztpraxis zu tun, ihre beiden pubertären Zwillinge nerven privat und für eine Romanze mit Jakob wäre sie eigentlich endlich bereit, doch dann platzt ein Mordfall in ihr Date. Leos Neugierde ist geweckt und so steckt sie mitten in einer eigenen Ermittlung, natürlich wird sie von Jakob immer mit den neuesten Infos zum Fall versorgt. Kurz nach dem Mord treffen mehrere Notfall-Patienten ein, die alle irgendwie mit dem Fall in Verbindung stehen. Zufall oder nicht, man kann sich vorstellen, dass sich hierunter auch der Täter befinden könnte.  

Der Leser wird aus Leos Perspektive über ihre Erlebnisse und ihr fantasievolles "Kopfkino" informiert und gut unterhalten. Leo besitzt Wortwitz, eine unsägliche Spritzenphobie und Sehnsucht nach einem liebenden Partner an ihrer Seite. Da würde als Krimi jedoch auf Dauer langweilig wirken, deshalb gibt es interessanterweise auch Einschübe aus der Sicht des Täters. Das sorgt für spannendes Mitraten und doch bringt Isabella Archan mit raffinierten Wendungen immer wieder neue Verdächtige ins Rennen. Es wird nicht langweilig. 

Für den besonderen Clou sorgen die bunt gemischten Charaktere. Sie wechseln von Normalos bis hin zu schrägen Typen und die Autorin hat hier vielfältig und gut skizziert und so wird man wunderbar unterhalten durch besondere Gewohnheiten, teils skurrile Eigenschaften oder einfach auch nur mit kölschem oder österreichischem Dialekt. Der Spaßfaktor kommt in diesem Krimi ebenfalls voll zur Geltung. Das bezieht sich auch auf die Reaktionen und Absonderlichkeiten wegen der Spritzen-Phobie von Leo. Wie sie so reagiert, haut zwar nicht die Patienten vom Behandlungsstuhl, aber als Leser ist man immer wieder überrascht.
 Dafür ist die Krimihandlung an sich nicht besonders spektakulär, der Mord mutet etwas übertrieben sonderbar an. Wie die Figuren allerdings untereinander verbunden sind, erscheint immer wieder raffiniert durchdacht. Auch die abschließende Ermittlung bringt eine eingängige Erklärung mit sich, die ziemlich schlüssig ist.   

Isabella Archan bringt mit ihrem erfrischenden Erzählstil und ihrem Blick für das Menschliche ein ständiges Bilderkino und einen fesselnden und doch humorvoll unterhaltenden Krimi zu Papier, der sich wunderbar lesen lässt, wobei sie die Spannung beständig auf einem guten Mittelmaß hochhält. Nachdem man den ersten Fenstersturz gerade verdaut hat, gibt es noch eine weitere Leiche, sodaß man weiter nach dem Täter rätseln kann. 

"Auch Killer haben Karies" ist ein skurriler Kriminalroman, der mit seiner liebenswerten Protagonistin und anderen besonderen Figuren gut unterhält und auch spannungsmäßig einiges zu bieten hat. Hier erfährt man ebenfalls, was man mit einer Spritze doch alles erreichen kann. 



***Vielen Dank für diesen Krimi, den ich von der Autorin erhalten habe!***




 

Montag, 11. Februar 2019

Regenbogenfisch, komm hilf mir - Marcus Pfister

Ein Aufruf zu Toleranz und freier Meinungsäußerung


"Regenbogenfisch, komm hilf mir" ist das zweite Bilderbuch der Reihe von Marcus Pfister aus dem NordSüd Verlag.

Ein kleiner Fisch hat seinen Schwarm verloren und möchte bei der Gruppe der schillernden Fisch bleiben. Der Zackenbarsch duldet keine Fremdlinge im eigenen Schwarm und der Regenbogenfisch traut sich nicht zu widersprechen. Als aber ein Räuberfisch auftaucht und der kleine Fisch ihm allein ausgeliefert ist, nimmt der Regenbogenfisch seinen Mut zusammen und eilt dem kleinen Fisch zu Hilfe. 





Auch dieses Buch ist wieder allerliebst anzusehen, durch die harmonischen Farben und die Glitzereffekte verlockt es zum Ansehen und Vorlesen. 

Der Regenbogenfisch lebt mit seinem Schwarm in einer beschützenden Felsspalte im Riff . Als ein kleiner fremder Fisch bei den Glitzerfischen bleiben möchte, ist die Gruppe ablehnend und sie überlassen ihn allein seinem Schicksal. Dieses Misstrauen verwundert den Regenbogenfisch, er traut sich jedoch nicht, etwas dagegen zu sagen. Aber als Gefahr droht, schwimmt er dem Kleinen zu Hilfe. 

Dieses Buch ruft zu Toleranz und Hilfsbereitschaft auf. Hier wird Kindern klar gezeigt, dass Andersartigkeit und Fremdheit auch überwunden werden kann. Der Einzelne, in diesem Fall der kleine Fisch, kann nichts für seine Individualität und fühlt sich in einer Gruppe natürlich auch sicherer und wohler. Natürlich greift der Regenbogenfisch helfend ein, als ein Räuberfisch auftaucht und alle und ganz besonders den Kleinen bedroht.
Man kann auch mal seine eigene Meinung äußern, auch wenn es der Allgemeinheit vielleicht nicht gefällt. 


Marcus Pfister ist hiermit ein wunderbares Kinderbuch mit schönen Bildern gelungen, das zu Toleranz und der eigenen Meinungsäußerung aufruft. Ein Muss für jede Kitagruppe oder Grundschulklasse!



Der Regenbogenfisch - Marcus Pfister

Eines der schönsten Bilderbücher und auch noch sehr lehrreich für die Kleinen


Das wunderschöne Bilderbuch "Der Regenbogenfisch" von Marcus Pfister erschien im NordSüd Verlag 1992 und es war eines der erfolgreichsten Bücher im Kinderbuchbereich.

Der Regenbogenfisch ist einer der schönsten Fische im Meer, denn er hat einzigartig schillernde Glitzerschuppen. Aber was nützt all die Schönheit, wenn er so einsam ist? Als er seine Schuppen verschenkt, gewinnt er viele neue Freunde.   





Der Regenbogenfisch ist wunderschön anzusehen, es war das erste Buch, bei dem man mit hübschen und farbenfrohen Glitzerelementen gearbeitet hat. Schon allein daher ist der Fisch auch heute noch so beliebt.

Marcus Pfister erzählt darin eine Geschichte von einem wunderschönen Fisch, der aber sehr einsam ist. Weil der Regenbogenfisch aber ein mitfühlender und hilfsbereiter Fisch ist, verschenkt er einige seiner Glitzerschuppen und gewinnt dadurch viele neue Freunde.

Die Themen vom Teilen und von Solidarität untereinander kann man kleinen Kindern mit diesem Buch schnell und äußerst überzeugend verständlich machen. Schon allein darum lieben den Regenbogenfisch groß und klein. Mit Freundschaft geht alles besser und niemand möchte gern allein sein. Das verstehen auch Kindergartenkinder schon sehr gut.


Dieses Bilderbuch ist ewig aktuell und passt in jede neue Kindergeneration. Und der herrliche Glitzereffekt ist das besondere Erkennungsmerkmal dieses einzigartigen Fisches, der alle Herzen auch mit seinem Charakter bezaubert. 



Sonntag, 10. Februar 2019

Wochenrückblick KW 06/2019


Was habe ich diese Woche eigentlich gemacht?  

 


Gesehen:  Listen von Neuerscheinungen einiger Verlage, die neuen Frühlingsschaufenster in den Geschäften, wunderschöne Hortensien im Supermarkt.

Gelesen:  
Den Roman "Amundsens letzte Reise"
Die Krimi-Anthologie "Mörderischer Jakobsweg"
Das Sachbuch "Goodbye Zucker für jeden Tag"
Den Roman "Das Haus der roten Töchter"  
Das Kinderbuch "Der kleine Drache Kokosnuss feiert Weihnachten"
Das Kinderbuch "Wie sagt man eigentlich: Ich liebe dich"
Den Roman "Niemals ohne sie"  


Getan:  Gepflegt (den Göttergatten: komischer Virus mit Dauerschlafen und Bauchschmerzen), Gecheckt beim Hautscreening, Gesungen an drei Chorabenden, Geklönt beim Umtrunk mit Bekannten   


Gegessen:  Tortellini mit Spinat und Parmesan, Lamm mit grünen Bohnen, Pellkartoffeln mit Kräuterquark, Tafelspitz mit Bouillongemüse, Tomatensuppe mit Toastcroutons und Klösschen, bunter Salatteller mit Eisberg, Paprika, Tomate, Gurke, rote Bete und gekochtem Ei und meinen Spezial-Haussalat (aus Paprika-roten Bohnen-Mais-Gurke-Oliven-Schafskäse) mit Dinkelbrot


Getrunken: Jede Menge Wasser, grüner Tee und Kaffee, Hugo und Traubensaft
 

Gedacht: Was dieses Jahr wohl alles so mit sich bringt. 


Gefreut: Über viele Buchzugänge, über das neue Sofa von meinem Sohn und über die Hortensien im Geschäft (davon hole ich mir eine am Montag :-)


Geärgert: Über rücksichtslose Bewohner in der Nachbarschaft, die mit ihrer lautstarken Unterhaltung im Freien nachts für unangehme und langwierige Beschallung sorgten. 


Gewünscht: Eine genaue Vorstellung über unseren Urlaub in diesem Jahr.  


Gekauft: Drogerie: Diverses, Essigreiniger und ein Makeup, Ananas, Kiwis und Weintrauben, Sonnenblumen- und Kürbiskerne für das Müsli 


Geklickt: Diverse Blogs, Facebook, Instagram, Youtube, Veranstaltungsseiten 


Ich wünsche euch eine schöne und stressfreie Woche! 

Eure Sommerlese

Samstag, 9. Februar 2019

Niemals ohne sie - Jocelyne Saucier

Ein sehr beeindruckendes und polarisierendes Buch


In "Niemals ohne sie" zeigt Jocelyne Saucier das Leben einer Großfamilie in Kanada. Der Roman erscheint am 11.3.2019 im Insel Verlag.


Die Cardinals ist keine gewöhnliche Familie. Sie sind genau 23 Personen und wohnen in der Bergbaustadt Norcoville in Quebec, dort entdeckt der Vater in einer stillgelegten Mine Zinkvorkommen. Das Ende ihrer Armut scheint nahe, jeder rechnet mit einem Anteil am Gewinn. Doch es kommt leider nicht zum finanziellen Erfolg für die Familie. Deshalb planen sie einen gewaltigen Befreiungsschlag, der jedoch zu einer Belastung für die ganze Familie wird.
 
"Wir hätten den Teufelskreis aus Schikanen, Demütigungen und Verrat, an den wir uns mittlerweile gewöhnt hatten, weiter ertragen können, und eines Tages hätten wir Norco verlassen, unversehrt, mit unseren Hofnungen im Gepäck, und hätten bekommen, was wir vom Leben forderten." Zitat Seite 108/109  



Die Familie Cardinal ist groß und beeindruckt allein schon von ihrer Anzahl her, bei ihnen steht die Gemeinschaft im Mittelpunkt. Dieser Roman zeigt aus der Sicht einzelner Geschwister eine Großfamilie, deren Kinder vom Freiheitsdrang erfüllt sind und wie ihre Hoffnung auf ein besseres Leben aussieht.
Die Charaktere werden mit Tauf- und Spitznamen vorgestellt, das macht es bei einer Kinderzahl von 21 ziemlich unüberschaubar. Doch man lernt die wesentlichen Figuren wie Geronimo, Matz, Angèle, Tommy und Magnum durch ihr Handeln ausführlich und genau kennen. 

Die Autorin zeigt ihre Wünsche, ihre Lebensbedingungen, wie sie sich trotz der Armut in ihrer Familien wohlfühlen. Jedes Kind unterliegt untereinander einer Hierarchie, nicht jeder findet ein Bett und sucht sich irgendwo im Haus einen Schlafplatz. Die Mutter ist ständig in der Küche bei ihren Töpfen zu finden, ob alle am Tisch sitzen, zählt sie bei jeder Mahlzeit. Und der Vater hegt und pflegt seine Dynamitstangen und sucht in den Minen den Claim seines Lebens. Doch der gewünschte Erfolg bleibt aus. Als die Mine stillgelegt wird, zersteuen sich die Cardinals in alle Welt und erst dreißig Jahre später, zur Ehrung ihres Vaters auf einer Bergbaukonferenz, kommen sie wieder in Norco zusammen. Der Zeitpunkt für die Wahrheit ist gekommen.
Diese Geschichte wird sehr ruhig erzählt, doch die prägnanten Sätze drücken Stimmungen und Erlebnisse aus und verleihen jede Menge Atmosphäre und sorgen damit für Fesselung an diese ungewöhnliche Familie. Die Cardinals sind wild und fast schon unberechenbar, denn ihr Hobby führt in den Berg, Sprengungen und die donnernden Explosion in ihrer Mine erfüllen sie mit Stolz.

Einzig Angèle ist anders, sie entdeckt bei einer Pflegefamile, den McDougalls die große weite Welt.  Welches Schicksal sie ereilt, wird im Roman zum inhaltgebenden Thema. Das ist das Ereignis, das die Familie auseinander reißt, ein unaussprechliches Unglück, das als Lüge über der Familie liegt wie ein gewaltiger Felsbrocken.  

Schon früh lässt die Autorin das schlimme Schicksal durchblicken, das macht neugierig und man verfolgt das Buch gespannt, bis am Ende alles genau aufgeklärt wird.
Mich hat bei dieser Geschichte beeindruckt, wie diese Familie erst von ihrem dunklen Geheimnis auseinander gerissen wurde und einzelne Personen damit umgingen.


Der Schreibstil von Jocelyne Saucier ist teilweise poetisch, aber immer bildhaft und atmosphärisch dicht. Die Naturbeschreibungen führen hier unter die Erde und zeigen die wilde Schönheit von Goldquarzfunden im Berg und die Besonderheit von Sprengungen. Das ist Ehrfurcht gebietend und anschaulich, aber auch etwas bedrückend. Denn trotz der ganzen Plackerei bleibt der Familie nicht viel zum Leben.

Dieses Buch fesselt, es polarisiert und lässt einen nicht los. Ein sehr beeindruckender und atmosphärischer Roman, der zeigt, wie diese ungewöhnliche Familie mit ihrem persönlichen Familien-Unglück umgeht.

***Herzlichen Dank an den Suhrkamp Verlag und an Vorablesen für dieses Leseexemplar!***