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Sonntag, 18. Februar 2024

Rügentod - Sylvia Frank

Dunkle Spuren der Vergangenheit

Der Krimi "Rügentod" von Sylvia Frank erscheint im Aufbau Verlag. Der Name gehört dem Autorenehepaar Sylvia Vandermeer und Frank Meierewert.

Rügen in den zwanziger Jahren: Dorothee von Stresow ist erfolgreiche Krimiautorin und lebt in Berlin. Nun kehrt sie anlässlich einer Schulfeier zurück auf die Insel Rügen, seit dem Tod ihrer Eltern beim Brand auf ihrem Gutshof war Dorothee nicht mehr hier. Sie trifft ihre alte Schulfreundin Margarethe, die ihr am nächsten Tag neue Erkenntnisse über den damaligen Brand mitteilen möchte. Doch bevor es dazu kommt, stirbt Margarethe durch einen Anschlag. Hier möchte jemand verhindern, dass Dorothee etwas über die Brandnacht erfährt. Doch Dorothee lässt sich nicht einschüchtern und nimmt mit dem Tierarzt Albert Badrow die Ermittlungen auf. Dabei genießt sie die Zeit mit dem Sohn ihres früheren Verwalters, weil sie schon als Mädchen in ihn verliebt war.  



Die Geschichte spielt in den 20er Jahren, damals war Rügen bereits ein mondänes Seebad und die Gesellschaft in unterschiedliche Klassen aufgeteilt. Dorothee ist eine selbstbewusste Frau mit einem klaren Verstand, sie fährt Auto und ist für ihre Zeit ziemlich emanzipiert. Nun möchte sie endlich das Rätsel um den Tod ihrer Eltern lösen dieser Verlust und die Unaufgeklärtheit der Umstände lasten ihr schon lange auf der Seele. Sie mischt sich ungefragt in die Ermittlungen, was der Kommissar häufig einfach so hinnimmt. 

Der Erzählstil wirkte auf mich nicht sehr flüssig und die Dialoge recht steif, womit vielleicht versucht wurde, die Sprache der Zeit nachzuempfinden. Außerdem läuft die Handlung ohne große Überraschungen und mit häufigen Situationsbeschreibungen ab, wobei die Täterverfolgung etwas in den Hintergrund tritt und dem Krimi dadurch die Spannung nimmt.
Die Charaktere werden insgesamt recht grob beschrieben, aber Dorothee bekommt mehr Facetten und scheint als Frau weit ihrer Zeit voraus zu sein. Denn sie ist unverheiratet und recht forsch, fährt Auto und bringt die Ermittlungen auf eigene Faust voran, ohne irgendwo anzuecken. Das wirkt etwas übertrieben und sehr emanzipiert. Durch dieses Verhalten und den fehlenden Einblick in ihre Gedanken kam sie mir nicht sehr nahe.
Ich fand es ungewöhnlich, dass Handlungen der Jagd und etwas über Wölfe in die Story eingebunden wurden. Doch das hat die Geschichte für mich auch nicht spannender gemacht, ganz im Gegenteil. Die einzelnen Ermittlungsteile fügen sich am Ende stimmig zu einem Ganzen, aber mich konnte die Handlung nicht überzeugen.
 
Insgesamt eher ein durchwachsener Krimi, der mich nicht vollständig überzeugen konnte und von dem ich mehr Spannung erwartet habe.

***Herzlichen Dank an den Aufbau Verlag für dieses Rezensionsexemplar!*** 

 


Freitag, 19. Mai 2017

Deichmord - Katharina Peters

Zu viele Beziehungsverflechtungen machen dem Krimi zu schaffen

"Deichmord" ist der sechste Teil der Rügen-Krimi-Reihe von Autorin Katharina Peters. Die Reihe erscheint im Aufbau Verlag. [Werbung nach § 2 Nr. 5 TMG]


Auf Rügen stehen die belieben Störtebeker-Festspiele an, ein Touristenmagnet erster Güte. Die Polizei ist jedoch in Alarmbereitschaft, denn eine Terrorwarnung scheint dieses Ereignis zu überschatten. Doch die Ermittlungen verlaufen im Sand. Kommissarin Romy Beccare stößt bei ihren Nachforschungen auf mysteröse Vermisstenfälle von zwei jungen Frauen, die beide im Gästehaus Magold in Ralswiek gewohnt haben. Wollte mit diesem Terrorhinweis nur jemand die Polizei zum Ermitteln in genau diesen Fällen anhalten? Romy findet noch mehr Details, die in der Vergangenheit einfach nicht weiter verfolgt wurden. 





Dieser Krimi führt wieder nach Stralsund und Umgebung und der regionale Aspekt wird vor allen Dingen in der Stimmung der Schauplätze am Meer und bei den kulinarischen Details aufgegriffen.

Die Idee mit der Terrorwarnung hat mich sofort interessiert, diese Thematik ist extrem brisant und ich hatte gleich hohe Erwartungen an das Buch. Wie dann die Handlung mit diesem Thema verknüpft wurde, ist zwar raffiniert, aber doch eher unspektakulär zu nennen. Die Familiendramen der Nachwendezeit sind das eigentliche Thema.

Es geht mit den Ermittlungen zu sehr in die Vergangenheit, dazu müssen unzählige Personen befragt werden, das macht das Ganze doch eher mühselig nachzuverfolgen. Erst langsam erkennt man immer mehr Verbindungen unter den Befragten. Wer mit wem in Beziehung stand und welche weiteren Verflechtungen unter den Figuren bestehen, ist echt mühselig zu behalten. Dazu kommen noch die reichlich vorhandenen Ermittler, die allerdings im Anhang näher beschrieben werden. Auch wenn ich konzentriert gelesen habe, so fühlte ich mich teilweise wie in einem Ratespiel und dabei geht natürlich die Spannung doch sehr verloren. Für mich wirkten die Mordfälle eher mit zu vielen Verbindungen zusammenkonstruiert.


Leider konnte mich "Deichmord" nicht vollständig überzeugen. Auch fehlt mir der inhaltliche Bezug zum Titel völlig.


 
 
 

Mittwoch, 12. April 2017

Hohes Tier - Nadja Quint

Tierische Probleme auf Rügen

"Hohes Tier" ist der zweite Band der Regionalkrimireihe um Lilo Gondorf von Autorin Nadja Quint. Die Krimireihe erscheint im btb Verlag. [Werbung]


Bei einer Razzia auf dem Anwesen eines ehemaligen Ministers werden unzählige Katzen entdeckt und schliesslich sogar eine Frauenleiche. Laut Obduktion liegt ein Selbstmord vor. Lilo Gondorf geht der Sache auf den Grund und ermittelt undercover sogar im Tierheim der Gegend. 

 



Dieser Krimi hat mir sehr gut gefallen, das Leben auf Rügen wird beschaulich und die Landschaft bildhaft schön gezeigt, die Protagonisten sind liebevoll gezeichnet und es geht um Tierhaltung bzw. gestörten Katzenwahn und Hundewelpenmafia.

Ich konnte gut in die Geschichte und die Gegend eintauchen und kann mir diesen Krimi auch gut als Urlaubslektüre vorstellen. Hier wird zwar ermittelt, aber immer aus einem Blickwinkel, der dank Lilo an der offiziellen Seite der Polizei vorbeigeht. Ihre Aktionen laden zu einem Schmunzeln ein und wie so häufig, hat sie auch Erfolg bei ihren Nachforschungen.
Die Ergebnisse teilt sie mit Oskar, ihrem biertrinkender Nachbarn und ebenfalls Expolizist, und mit ihrer Tochter Verena, die wie Lilo die Kommissarinnenlaufbahn eingeschlagen hat und in just dem Fall der Frauenleiche ermitteln muss.

Für Tierfreunde ist es traurig zu lesen, dass hier zahlreiche vernachlässigte Katzen aufgefunden werden und ebenso viel zu junge, mit Parasiten befallene Hundewelpen. Doch sie kommen in die Obhut des ansässigen Tierheims, in dem sich Ehrenamtliche und Angestellte um die Tiere kümmern. Wie die Arbeit dort verläuft, wird ausführlich geschildert.

Mit geschickten Wendungen und Einblicken in die mafiöse Struktur des Welpenhandels wird hier die Ermittlung zu der gefundenen Leiche verknüpft. Eigentlich ermittelt offiziell ja Verena, aber hinter den Kulissen zieht Lilo die Strippen der Ermittlung.

Der Erzählstil ist flüssig und liest sich sehr unterhaltsam, dabei gibt die gezeigte Inselatmosphäre den besonderen Wohlfühlcharakter. 

Es ist auch nett zu erleben, wie sich Lilo und Oskar auch privat immer näher kommen.


 

Ein atmosphärischer Rügenkrimi mit Wohlfühlcharakter, viel Spannung und einer logischen Aufklärung. Ich bin gespannt auf weitere Fälle für Lilo & Co.


***Herzlichen Dank an den Verlag für diesen Krimi, den ich beim Bloggerportal angefragt habe. ***