Donnerstag, 24. Mai 2018

Der König der purpurnen Stadt - Rebecca Gablé

Ein unterhaltsamer Roman über Londons Kaufleute im Mittelalter  


Im Jahr 2002 erschien der Roman "Der König der purpurnen Stadt" von der Königin der historischen Romane Rebecca Gablé im Bastei Lübbe Verlag.


London im Jahr 1330: Nach dem Tod seiner Mutter geht der achtzehnjährige Jonah Durham bei seinem Cousin Rupert in dessen Tuchladen in die Lehre. Dort hat er einen schweren Stand, denn Rupert ist gewalttätig und zu Jonah oft ungerecht. Einzig seine Großmutter Cecilia schenkt ihm etwas Zuneigung. Jonah möchte ein erfolgreicher Tuchhändlerwerden, doch dazu muss er in der elitären Londoner Tuchhändlergilde aufgenommen werden. Als er König Edward und seiner Frau, Königin Philippa begegnet, kommt er seinem Traum näher. Er wird Hoflieferant und der jüngste Kaufmann in der Gilde. Gemeinsam mit Königin Philippa revolutioniert er den Londoner Tuchhandel. Mit seinem Erfolg erntet er auch Neid und wird zum Opfer von Intrigen. 



Diesen historischen Roman lässt die Autorin wieder im Mittelalter in England spielen, doch dieses Mal ist kein Adliger der Protagonist, sondern ein Kaufmann und Wollhändler aus London. Jonah Durham ist eine Figur, mit der man sich auf eine abenteuerliche Reise machen kann, denn sein Erfolg im Beruf, sein Aufstieg in die elitäre Tuchhändlergilde ist seinen Neidern ein Dorn im Auge. Er muss einiges einstecken, bis er diesen Aufstieg geschafft hat und auch danach hat er einige Feinde. Seine Liebe zur Königin Philippa macht die Sachen um einiges schwerer als es schon der Fall ist. 
Auch dieser Roman ist der Autorin wunderbar gelungen, das London des 14. Jahrhunderts und das damalige Kaufmannsleben zeichnet sich als Kopfkino ab und die Hauptfigur Jonah hat mit seinem Lebenswandel einige Intrigen und Abenteuer zu bestehen, die mit Liebe, Leid und Freud beim Leser für gute Unterhaltung sorgen.

Es entsteht ein guter Einblick in die Gebräuche der Zünfte und Gilden und das Leben des Mittelstands wird hier authentisch nachempfunden. Aus dieser Sicht hat man eine neue Perspektive auf die Adelsherren, den König und die Ritter und lernt die politische und gesellschaftliche Struktur Londons kennen. Anhand einiger weiblicher Charaktere verdeutlicht die Autorin gezielt die Rolle der Frau im Mittelalter mit ihrer unterwürfigen Stellung, sie zeigt die vorherrschende Gewalt und Unterdrückung, jedoch ohne diese Rolle zu stark zu dramatisieren. Die Darstellung von Königin Philippa gefällt mir ausgesprochen gut, denn sie weiß sich trotz der Abhängigkeit von ihrem Mann durchaus geschickt und mit intelligenten Schachzügen zu wehren und ihre Interessen durchzusetzen.

Es ist die Kunst der Autorin, ihren Charakteren Leben einzuhauchen und man kann sich gut in die Figuren hineinversetzten und ihr Handeln nachvollziehen, wenn auch nicht billigen. Mir erschien die Hauptfigur Jonah mit seinen negativen Zügen zwar nicht unbedingt als Sympathieträger, doch er wird damit auch glaubhaft. Gegen die anderen Romane fehlt es der Geschichte insgesamt ein wenig an Spannung.  

Doch auch dieser Roman ist wieder gut recherchiert und hat reichlich Unterhaltungspotential. 
Obwohl hier einige Figuren aus anderen Bänden eingebunden werden, ist dieser Roman eine eigenständige Geschichte.

Am Ende lösen sich die Intrigen und Bosheiten von Jonahs Neidern und Gegner in Wohlgefallen auf, was einem Roman dieser Art einen guten Abschluss verpasst. 


In diesem Roman taucht Rebecca Gablé ins Tuchhändler-Milieu ein und bringt mit stimmiger Hintergrund-Zeichnung eine interssante Geschichte zu Papier, die mit ihren bisherigen Romanen vielleicht nicht ganz mithalten kann, aber dennoch für gute Leseunterhaltung sorgt. 




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Bücher der Autorin:

 

Dienstag, 22. Mai 2018

Das Grab unter Zedern

Brutale Morde in der Provence



Remy Eyssen hat mit "Das Grab unter Zedern" seinen vierten Provence-Krimi um Dr. Leon Ritter geschrieben, der im Ullstein Verlag erscheint.


Der deutsche Rechtsmediziner Leon Ritter lebt inzwischen mit Isabelle Morell, Capitaine der Polizei von Le Lavandou und ihrer Tochter zusammen. Aus Mangel an Beweisen wird ein vermeintlicher Kindermörder aus dem Gefängnis entlassen und ganz Le Lavandou steht Kopf. In dieser aufgeladenen Atmosphäre wird ein Toter am Strand gefunden. Der Mörder scheint klar zu sein, aber Rechtsmediziner Dr. Leon Ritter glaubt nicht an die einfache Variante. 



"Leon war zurück ... auf dem Wanderweg, der an Rosmarin- und Ginsterbüschen vorbeiführte, an Sträuchern von Zistrosen und wildem Wacholder. Die heiße Luft war gesättigt vom Duft nach Thymian und Salbei. Gelegentlich huschte der Schatten einer Möwe über den Pfad, die im Aufwind über der Felskante segelte. Es hatte wirklich etwas von einem Garten Eden hier oben." Zitat Seite 48   

Dr. Leon Ritter fühlt sich wohl in seiner zweiten Heimat, er frühstückt seinen Kaffee wie ein echter Franzose im Bistro, spielt Boule, was ihm eine Menge Informationen einbringt und hat mit Isabelle und Lilou eine neue Familie gewonnen. Doch nun bekommt er einen neuen, recht unprofessionellen  Kollegen, Dr. Bodin und prompt startet dieser ein Machtgerangel. Auch mit dem Polizeichef Zerna und den Beamten aus Toulon gibt es Schwierigkeiten. Doch Ritter ist wortgewandt und weiß sich durchaus zu wehren, was für amüsante Bemerkungen sorgt.

Als Paul Simon, der angeblich der Mörder seiner eigenen Tochter Amelie sein soll, aus Mangel an Beweisen frei kommt, wird er von der Bevölkerung angefeindet und bedroht. Seine Lehrtätigkeit hat er verloren und bekommt einem Hilfsjob im Supermarkt.
Eine männliche Leiche am Strand sorgt für neue Aufregung in Le Lavandou. Leons Ermittlungen führen ihn auf die Insel Porquerolles, es bleibt nicht bei einer Leiche und scheinbar ist der Täter von damals wieder am Werk. Die Beamten wollen der Sache nicht weiter nachgehen, also startet Leon zu einigen Alleingängen. 

Auch dieser Band besticht durch die wunderbare Beschreibung der Atmosphäre in der Provence, von Le Lavendou und der vorgelagerten Insel Porquerolles. Fast bildhaft führt uns der Autor das Leben auf der Insel vor Augen, man erlebt Sturm und Bootsfahren und die schöne Natur. Ein wenig fehlen mir die kulinarischen Köstlichkeiten dieser Gegend, die in den ersten Bänden besonders  hervorgehoben wurden. 

Von den Charakteren her ist Leon Ritter wieder gut dargestellt, menschlich und manchmal etwas launisch und häufig in Alleingängen unterwegs. Auch Isabelle und Lilou sind natürlich und liebenswerte Frauen, über deren Wiedersehen ich mich gefreut haben. Es gibt einige Kinderfiguren, die schreckliche Dinge erleben, Grausamkeiten werden jedoch nicht detailgenau beschrieben und so ist auch dieser Krimi wieder relativ unblutig.

Dennoch konnte der 4. Band nicht die hohen Erwartungen erfüllen, die ich an ihn aufgrund der sehr guten Vorbände hatte. Es ist ein solider Krimi mit einem guten Prolog und einem sehr spannenden Ende, aber der Mittelteil zog sich manchmal in die Länge, es gab einige Dinge, die für die Handlung nicht relevant waren und den Heldenauftritt der Protagonisten finde ich reichlich überzogen. Warum Ritter sich auf einmal gegen Kollegen und Chef behaupten muss, kann ich nicht nachvollziehen. Und dadurch wird er zum Einzelkämpfer gemacht und bekommt die coole Heldenrolle zugeschrieben. Das ist leider nicht der Leon Ritter, den ich in den Vorbänden so mochte.

Vom Spannungsbogen her war auch ein zwischenzeitliches Absacken zu spüren, die vielen Personen und Befragungen ließen bei mir kein Mitraten nach dem Täter zu, die Personen konnte ich dazu nicht richtig einschätzen und ihre Anzahl hat mich doch überfordert. 

 
"Das Grab unter Zedern" hat ein Setting, das Urlaubslaune weckt, die Handlung hätte etwas gestrafft werden können und Ritter war mir zuviel Held als Rechtsmediziner. Dennoch werde ich die Reihe weiter verfolgen.




***Herzlichen Dank an den Verlag und an Vorablesen für die Übersendung dieses Buches!***




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Bücher der Reihe: 


Band 2: Schwarzer Lavendel

Montag, 21. Mai 2018

Azurblau für zwei - Emma Sternberg

Dieser romantische Urlaubsroman bringt Sommerstimmung und lässt mich nach Capri träumen


Mit "Azurblau für zwei" erscheint nach ihrem Bestseller "Fünf am Meer" ein neuer Roman von Emma Sternberg im Heyne Verlag.

Isas Lebensinhalte lösen sich gerade mehr oder weniger in nichts auf. Ihr Freund hat sich von ihr getrennt und erwartet mit seiner neuen Freundin Zwillinge, ihr Job ist futsch, denn die Buchhandlung ihrer Chefin wird geschlossen und ihre Freundinnen haben mit ihren Kindern zu tun. Da hilft das Schicksal persönlich nach und Isa findet eine Anzeige, in der eine persönliche Assistentin für eine Autorin gesucht wird. Das Tolle daran, die Stelle ist auf Capri. Isa bewirbt sich und... bekommt den Job, samt Urlaubsfeeling und der Chance auf eine wunderbare Zeit auf Capri. 






Emma Sternberg ist ein Garant für romantische Romane, das hat sie in ihrem Bestseller "Fünf am Meer" bereits bewiesen. 

Auch diese Geschichte beginnt mit einer Frau, die am Tiefpunkt ihres Lebens angekommen ist und dringend eine neue Lebensaufgabe sucht. Isa ist mir sofort sympathisch und ich habe die Reise ihres Lebens gern mitverfolgt. Sie lernt auf Capri ihre Auftraggeberin, die 75 jährige glamouröse Mitzi kennen und soll ihr beim Schreiben ihrer Memoiren helfen. Es ist nicht so sehr der Schreibvorgang, der beide Frauen verbindet. es geht mehr um Mitzis Erinnerungen, denen sie sich nach und nach gemeinsam annähern, denn die Erinnungen sind für Mitzi auch mit Enttäuschungen und melancholischen Gefühlen verbunden. Vielleicht möchte sie einfach nur eine Person an ihrer Seite haben, um die Gedanken an ihre Vergangenheit nicht allein durchleben zu müssen. 

Isa kommt auf Capri an und findet alles wunderschön. Das azurblaue Wasser, Rosmarin und Oleander, der grellgelb blühende Ginster und über allem der wunderbare Duft von Jasmin und die typischen Zitronenbäume. So findet man sich beim Lesen direkt auf Capri wieder und mit den erwähnten kulinarischen Köstlichkeiten wird das italienische Flair spürbar gemacht.
Auf dieser wunderschönen Insel kann sich Isa ja nur wohl fühlen und ihr Leben bekommt Lebensfreude und neuen Schwung zurück. Sie lernt neue Freunde kennen, verliebt sich und entwickelt sich während ihres Aufenthaltes von einer unsicheren zu einer selbstbewussten Frau, deren Geschichte man gern mitverfolgt. Auch die anfangs unnahbar erscheinende Autorin Mitzi Hauptmann wird lockerer und öffnet sich Isa immer mehr. Beide werden zu Freundinnen, bei denen Isa hilft, die Vergangenheit zu verarbeiten und Mitzi bei Isa die Augen für den vor ihr liegenden Lebensweg öffnet.

Mit dem Kennenlernen der Figuren Mitzi, Massimo und Luca erlebt man den Roman hautnah mit, ihre Charaktere werden schnell vertraut. Die Geschichte ist romantisch, mit einem Hauch Kitsch, der aber gut dazu passt. Denn diese zauberhafte Landschaft und die Menschen mit ihrem besonderen Sinn für die Familie sorgen für Wohlfühlstimmung.

Der Schreibstil ist gewohnt flüssig und mit reichlich bildhaften Elementen kommt die Stimmung auch beim Leser an. Die Schönheit der Insel und die Besonderheiten von Mitzis Haus und anderen Schauplätzen und Ereignissen werden wunderbar eingefangen. Durch eingebaute italienische Floskeln bringt dieser Roman fühlbar Urlaubsstimmung mit sich.

Eine romantische Geschichte zum Abtauchen, die mit viel Urlaubsflair für schöne Lesestunden und reichlich Fernweh sorgt. 


***Herzlichen Dank für dieses Rezensionsexemplar aus dem Heyne Verlag!***




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Bücher der Autorin: 

Fünf am Meer

Samstag, 19. Mai 2018

Kluftinger - Klüpfel/Kobr

Auch wenn ich ein Fan von Opa Klufti bin, so ist dies leider nicht der stärkste Band der Reihe.


"Kluftinger" von Volker Klüpfel und Michael Kobr ist der 10. Band der Krimireihe aus dem Ullstein-Verlag

An Allerheiligen begleitet Kommissar Kluftinger seine Familie mit den neuen Enkelkind auf dem Friedhof und entdeckt zu seinem großen Schrecken auf einem Grab ein Holzkreuz mit seinem Namen. Ist das nur ein schlechter Scherz oder hat es jemand wirklich auf ihn abgesehen? Die Familie und die Kollegen sind alarmiert und Klufti begibt sich auf eine Gedankenreise in seine Vergangenheit. 


Ich bin bekennender Fan des granteligen Kommissars aus dem Allgäu und finde die Reihe einfach hervorragend. In diesem Band lernt man den Kommissar noch besser kennen, besondere Umstände einer Morddrohung sorgen für eine Gedankenreise in die Vergangenheit Kluftis. 

Denn Klufti versucht, dahinter zu kommen, wer es auf ihn abgesehen haben könnte und lässt dazu verschiedene Phasen seines Lebens Revue passieren. Wer könnte aus einem alten Fall noch so einen Haß auf sich geladen haben, um ihm nach seinen Leben zu trachten?

Dank der Rückblenden erfährt der Leser einige private Details wie seinen lange als Geheimnis gehüteten Namen, den er nur zu gern verschweigt. Nun wissen wir, wie die Vorstellung seiner Erika  bei seinen Eltern vonstatten ging und wie er gemeinsam mit seiner Jugend-Clique ein schreckliches Erlebnis hatte, das für ihn das prägende Schlüsselerlebnis für seinen Berufswunsch wurde. 
Aber auch die familiären Erlebnisse der Gegenwart mit seinem ihm doch sehr ähnlichen Vater und mit seinem Enkelkind gehören für mich zu den besten Stellen des Buches, denn sie sind machen es zu einem humoristischen Lesevergnügen. 
Hier möchte ich den Autokauf, die Einschlafszene mit dem Enkelkind und das Hüten des Hundes erwähnen, die mich sehr zum lachen gebracht haben. So kennt und liebt man Klufti. Er ist und bleibt ein Familienmensch, dem seine Lieben am wichtigsten sind, auch wenn er das so nie offen zugeben würde. 

Aber von der kriminellen Handlung her gesehen hebt sich dieser Krimi entscheidend von den bisherigen ab. Die Spannung ist nur unterschwellig vorhanden, man versucht, einen bestimmten Täter hinter dieser Drohung auszumachen und ist dazu nicht in der Lage. Zu difus tauchen die möglichen Verdächtigen z.B. aus dem Schutzpatron-Fall auf und man kann sich keinen Reim darauf machen.  

Auch wenn dieser Krimi flüssig zu lesen ist, er den gewohnten Humor beeinhaltet und mit den persönlichen Beziehungen des Kommissars gut unterhält, der entscheidende Funke hat gefehlt. Genau wie der Kommissar irrt man durch ein verwirrendes Durcheinander und kann die Bedrohung nicht real erfassen. Es geht in einen Geheimgang in der Kirche, man sieht die verbrannte Leiche einer Lehrerin auftauchen und erhält mit dem Hinweis auf den Monstranz-Fall auch keine erhellende Lösung. Ganz im Gegenteil, es entstehen gleich mehrere Punkte, die für einen neuen Band die Grundlage bilden können. So endet das Buch auch mit einem neuen Cliffhanger, das Geschlecht und der Name des Enkelkindes ist ebenfalls noch ein Geheimnis, dass dieses Buch nicht aufgedeckt hat. 


Der als Jubiläumsband hochgelobte Krimi ist meiner Meinung nach in der Reihe der Krimi mit der geringsten Spannung und konnte mich nicht überzeugen. Doch als Klufti-Fan werde ich diese Reihe weiter verfolgen und freue mich auf Folgebände, denn die sind uns bei dem Ausgang wohl sicher.
 


***Herzlichen Dank an den Ullstein Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!** 




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Bücher der Kluftinger-Reihe:   

Freitag, 18. Mai 2018

Freitags-Füller # 88






    

 

Immer wieder kommt ein neuer Freitag ... und damit der Freitagsfüller! 

 

Dies ist ein Projekt von Barbara von  Scrap-Impulse

Ein kleiner Lückentext zum Ausfüllen.

 

1. Endlich haben wir hier mal etwas Regen gehabt. Es war dringend nötig, weil überall gelber Pollenstaub lag und es bestimmt über 4 Wochen nicht geregnet hat.

 

2. Nun kann man mal wieder luftige Sandalen anziehen, ich liebe Sneaker und offene Schuhe an meinen Füßen.

 

3. Wenn wir Glück haben, wird die DSGVO kleine Blogs nicht zu sehr verfolgen.

 

4. Das Musical Cats wollte ich immer schon sehen, aber ich habe es noch nicht geschafft.

 

5. Egal ob die Politiker der Weltmächte durchknallen, die Menschen der jeweiligen Bevölkerung sind diejenigen, die die Folgen ausbaden müssen.

 

6. Spargel kann ich zur Zeit nicht widerstehen.


7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf ein bißchen Singen beim Chor, morgen habe ich einkaufen und einige Vorbereitungen geplant und Sonntag möchte ich meine Mutter besuchen.

 

Welche Pläne habt ihr für die nächsten Tage? 

Liebe Grüße!


Donnerstag, 17. Mai 2018

Das Leben ist ein Seidenkleid - Tanja Wekwerth

Dieses Buch ist ein Traum, es beschreibt die Freundschaft und die magische Welt der Stoffe.


Der Roman "Das Leben ist ein Seidenkleid" von Autorin Tanja Wekwerth erscheint 2018 im HarperCollins Verlag.

Maja ist Schneiderin und liebt Stoffe und Schnitte und überhaupt Kleidung, denn ein Kleid kann ein Leben verändern, sagt sie. Als Verkäuferin und Änderungsschneiderin ist ihr Talent eigentlich vergeudet und sie hat noch einen Zweitjob, bei dem sie alte Menschen mit Essen beliefert. So lernt sie auch den älteren Herren Leo kennen und dank ihrer liebenswürdigen Art freunden sie sich an. Er ermutigt Maja, ihren Traum vom Nähen ihrer wunderbaren Entwürfe von Mänteln, Röcken und Kleidern wahr werden zu lassen. Dafür darf sie sich Inspirationen im Näh- und Ankleidezimmer seiner verstorbenen Frau Luise holen. Und als Maja Leos Enkel kennen lernt, merkt sie, dass Lebensträume keinem Schnittmuster folgen.


 
"Mode gibt mit die Möglichkeit, meiner Stimmung Ausdruck zu verleihen, im Einklang zu sein mit meinen inneren Werten, mich der Welt zu zeigen, so wie ich mich fühle: verletzlich, mutig, fröhlich oder traurig." Zitat Seite 53

Ein Kleid aus champagnerfarbener Seide 
 
Wenn man Stoffe und Kleider liebt, sollte man sich dieses Buch näher ansehen. Dieses Buch ist ein Traum, es dreht sich um die magische Welt der Stoffe, der Mode und des Geschmacks. Ich habe es angefangen und konnte nicht mehr aufhören zu lesen. Es ist romantisch, ein wenig altmodisch und doch voller Stil und Humor. Leicht und doch stilvoll!

Dieses Buch ist wunderschön geschrieben, man gleitet mit der jungen Maja durch ihre Welt der Stoffe und Kleider. Ihr Arbeitsalltag im Kaufhaus ist alles andere als toll, ihre Kollegin Hanneliese ist ein Besen, die ihren Kundinnen jeden Schund verkauft, dafür ist ihr jede Lüge recht. Maja ist anders, für sie hat ein Kleidungsstück eine Seele, bei dem Trägerin und Kleid füreinander gemacht sein müssen. Alles muss stimmen. Als sie Leo kennen lernt, den charmanten älteren Herren mit dem traumhaften Nähzimmer seiner verstorbenen Frau, freunden sie sich an und Leo ermutigt Maja zum Nähen ihrer Entwürfe. Maja wünscht sich einen Mann, der genauso ist wie Leo, nur 60 Jahre jünger. 

Es geht natürlich nicht nur um Freundschaft, sondern auch um Liebe. Doch die entwickelt sich eher im Hintergrund und so genießt man beim Lesen die Atmosphäre der zauberhaft beschriebenen Welt der Stoffe, der Mode und des Nähens. Denn es ist anfangs nur ein Traum, aber Maja verwirklicht ihn sich allmählich und das mitzuerleben bringt richtige Wohlfühlstimmung. Wenn man Träume hat, sollte man sie auch umsetzen. 
 
Die Charaktere sind allesamt liebevoll und stimmig beschrieben, es gibt fiese und gute Figuren, die wunderbar mit ihren Charakterzügen unterhalten. Gerade die fiesen sorgen für heitere Belustigung. 
Folgt man der Handlung, ist manches vorhersehbar, doch bei diesem Roman stört das überhaupt nicht. Mit den zauberhaften Figuren träumt man sich in eine andere Welt und wäre gern mit der reizenden Maja befreundet.

Maja auf ihrem Weg zu begleiten, hat mir Spaß gemacht und schöne Lesezeit geschenkt. Ihre Emotionen gingen direkt auf mich über und man konnte sie nicht dagegen wehren. So fiebert man mit, wie sie ihren Traum umsetzt und ihr Leben verändert. 
 
 In diesem Buch geht es um die Verwirklichung eines Lebenstraums. Es geht um Freundschaft, Liebe und um Mode. Ein romantisches, ganz zauberhaftes Buch voller Gefühle zum Wohlfühlen! 
 
 
***Vielen herzlichen Dank an den HarperCollins Verlag für dieses Rezieexemplar!***



 

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Mittwoch, 16. Mai 2018

Der Mut zur Freiheit - Katja Maybach

Ein fesselnder Roman über starke Frauenfiguren, emotional und mit interessanter historischer Einbindung. 


Der neue Roman von Katja Maybach trägt den Titel "Der Mut zur Freiheit" und erscheint im Knaur Verlag.

1947 Madrid: Die drei Frauen Margarita Serrano, deren Tochter Valentina und Enkelin Olivia leben zur Zeit Francos in Madrid. Alle drei haben keine Männer, das ist im katholischen Spanien unüblich und äußerst verpönt und alle drei kämpfen gegen die herrschenden Vorurteile ihrer Zeit. 
Margarita wurde früh schwanger, hoffte auf eine Ehe, wurde enttäuscht und von ihrer streng gläubigen Familie verstoßen, sie musste ihre Tochter allein groß ziehen. Ihre Tante Leonora gab ihr eine neue Heimat. Doch auch den anderen Frauen wurde ihre Liebe zum Verhängnis. Valentina liebt einen verheirateten Mann, Olivia liebt einen Stierkämpfer, dabei ist sie Aktivistin im Kampf gegen den grausamen Sport. Meint es das Schicksal doch noch gut mit den Serrano-Frauen?


Die Liebe, die nicht sein darf

Dieser Roman hat mich von Anfang bis Ende gefesselt. Er spielt im katholischen Spanien während der Diktatur Francos, in einer Zeit, als Frauen nicht selbstbestimmt leben durften und ihr Handeln vom Vater oder Ehemann bestimmt wurde. Selbst einer Berufsausübung musste der Mann der Familie zustimmen. Die Serrano-Frauen sind durch ihr Schicksal anders, sie erkämpfen sich ihren Weg gegen die gesellschaftlichen Konventionen, weg von der Knute des Mannes und leben ein zielbestimmtes und freies Leben. Doch das hat auch seinen Preis, ohne männliche Hilfe und Schutz sind sie Außenseiter in der Gesellschaft und werden gedemütigt und geächtet. Doch die Frauen sind stark, sie lassen sich nicht unterkriegen und gehen ihren Weg.

Während Margarita sehr erfolgreich eine Kette von Großwäschereien aufzieht, beweist auch ihre Tochter Valentina sich im Berufsleben und Olivia wird eine gefeierte Tänzerin im Rampenlicht der Öffentlichkeit.   
Sie leben unter einem Dach, ihre Liebschaften verbergen sie vor den anderen. Doch eines ist den Serrano-Frauen gemein, sie haben kein Glück in der Liebe und ihre Liebe trifft immer die falschen Männer. So verliebt sich Olivia als engagierte Tierschützerin in einen bekannten Stierkämpfer, auch diese Liebe steht unter keinem guten Stern.
 

Auch bei diesem Roman hat Katja Maybach starke Frauenfiguren in eine historisch schwierige Zeit gestellt und die Charaktere auf eine fesselnde Weise gezeigt. Sie beherrscht es wunderbar, solche Frauenschicksale darzustellen, die trotz aller Schwierigkeiten ihren Weg gehen und den Problemen ihrer Zeit trotzen. Die Serrano-Frauen sind voller Willenskraft und Mut und verbiegen sich nicht vor den herrschenden gesellschaftlichen Konventionen. Sie gehen ihren Weg, entscheiden selbst und sind frei von männlicher Vormundschaft, ein Frauenbild, das zur Zeit Francos in Spanien schon als anstössig galt. Diese schwierige Situation macht es umso interessanter, die Entwicklung der Frauen zu verfolgen und sich in ihr Leben hineinzudenken. 

Wie sich im streng katholischen Spanien die Emanzipation erst spät, langsam, aber stetig entwickelt hat, kann man anhand dieses Buches gut nachvollziehen. Der Autorin sind die Figurendarstellungen eindrucksvoll authentisch gelungen. Einfühlsam und dramatisch erscheinen die Schicksalsschläge für die Serrano-Frauen und das weiß die Autorin auf berührende und einfühlsame Weise in Worte zu fassen. 

Mich hat der bildhafte und wunderbar flüssige Schreibstil mit den dramatischen Wendungen an das Buch gefesselt und ich wurde in die Geschichte förmlich hineingesogen. Die Schauplätze und den Zeitgeist erlebt man authentisch und politisch genau mit. Die Begeisterung der Bevölkerung für Stierkämpfe, das Leben im Alltag und in der Wäscherei, in den Bars und Restaurants, alles lebt und man ist mitten drin. Dazu noch die Überwachung durch die Geheimpolizei Francos und den Auftritt der geliebten Evita Perón lassen die damalige Zeit mit all seinen Ansichten wiederaufleben.   


Es ist ein fesselnder und unterhaltsamer Roman über den Sieg der Liebe über alle Bräuche und Konventionen hinweg. Es lohnt sich, den schwierigen Weg für die Liebe einzuschlagen.

Dieser gefühlvolle und außergewöhnliche Roman erhält meine vollste Leseempfehlung, denn er ist wunderbar geschrieben und zeitlich gut recherchiert.


***Herzlichen Dank an den Knaur Verlag für die Bereitstellung dieses tollen Buches!***
 


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Bücher der Autorin:   
Dem Himmel entgegen

Dienstag, 15. Mai 2018

Neuzugänge # 77


Während meiner Abwesenheit erreichten mich wieder einige schöne neue Bücher. Ich stelle sie heute mal kurz vor. Es sind einige romantische Romane für Frauen dabei und zwei Krimis, aber auch ein Roman, der nach Spanien in die Zeit der Franco-Ära führt. Diesen Roman lese ich bereits fleißig und die Rezensionen lassen hoffentlich nicht lange auf sich warten.
 

In "Hortensiensommer" von Ulrike Sosnitza aus dem Heyne Verlag geht es um Trauerbewältigung. Die Protagonistin gilt als "Blumenflüsterin" und ihre Kundn lassen sich von ihr im malerischen Sommerhausen die kahlen Gärten in duftende Paradiese verwandeln.

"Das Leben ist ein Seidenkleid" von Tanja Wekwerth erscheint im Harper Collins Verlag. Klappentext: Ein Kleid kann ein Leben verändern, sagt Maja. Jede Nacht sitzt sie allein an ihrer Nähmaschine und zaubert bestickte Mäntel oder raffinierte Röcke – die kaum jemand zu Gesicht bekommt. Dazu fehlt ihr der Mut. Bis sie sich mit Leonhard anfreundet, einem sanftmütigen älteren Herrn. 

"Der kleine Brautladen am Strand" von Jane Linfoot ist ein MIRA Taschenbuch, indem es ins bezaubernde Cornwall geht.
Dort erfüllt Poppy an der Strandpromende als Hochzeitsplanerin die Wünsche ihrer Bräute. Ob nun ein traumhaftes Kleid oder die beste Hochzeitstorte, sie weiß, was Bräute wünschen. Doch als sie für ihre beste Freundin alles organisieren soll, bricht das Chaos aus. Wie geht diese Geschichte aus? 


"Der Mut zur Freiheit" von Katja Maybach aus dem Knaur Verlag führt in die schwierige Franco-Zeit nach Spanien. Dort erleben wir die drei Frauen der Familie Serrano, die ihren Lebensweg bewusst ohne Männer führen und dennoch sehr erfolgreich sind. Doch die Liebe ihres Lebens haben sie alle noch nicht gefunden. 

"Schwarzes Watt" von Hendrik Berg ist ein Krimi aus dem Hause Goldmann. 
Ina macht mit ihrer Familie Urlaub an der Nordsee, als sie den Mörder ihrer Schwester sieht. Der Mord liegt schon 20 Jahre zurück, doch Ina ist sich diemal 100prozentig sicher, denn Mann wieder erkannt zu haben. 
 
Im Ullsteinkrimi "Das Grab unter Zedern" führt der Autor Remy Eyssen seinen Ermittler Dr. Leon Ritter zum fünften Mal auf Verbrechersuche. Zu Beginn der Sommersaison wird ein vermeintlicher Kindermörder aus dem Gefängnis entlassen. Das Berufungsgericht in Toulon hat ihn aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Ganz Le Lavandou steht Kopf. In dieser aufgeladenen Atmosphäre wird ein Toter am Strand gefunden. Der Mörder scheint klar zu sein, aber Rechtsmediziner Dr. Leon Ritter glaubt nicht an die einfache Variante. 


Was sagt ihr zu diesen Büchern, kennt ihr Titel und bei welchem Buch würdet ihr sofort loslesen wollen? 

Liebe Grüße
Barbara


Die Inselgärtnerin - Sylvia Lott

Ein schöner Sommerroman mit Neuanfang in Florida! Wasserballett, Hemingway und Motown-Hits sorgen für das nötige Flair!


Sylvia Lott führt ihre Leser in ihrem neuen Roman "Die Inselgärtnerin" nach Florida. Das Buch erscheint im Blanvalet Verlag.

Florida, das bedeutet pastellbunte Strandhäuser, Delfine, Dünengärten, groovige Motown-Hits und dazu ein Stück erfrischende Limettentarte. Vor dieser Kulisse beginnt die Gartenarchitektin Sonja ihren Neuanfang im Süden der USA. Nach ihrer Trennung von ihrem Mann und dem Verlust ihres Jobs bringt ihr die Erbschaft eines Häuschens auf Dolphin Island den gewünschten Ortswechsel. Sie verlässt ihre Heimat im Oldenburger Land jedoch eigentlich nur, um sich das Erbe einmal näher anzusehen und es zu verkaufen. Auf Dolphin Island gefällt es ihr dann aber so gut, die Menschen sind freundlich und die Dünengärten fantastisch, dass sie beschließt, dort sesshaft zu werden.



Für Sonja beginnt in Florida auf Dophin Island ein neuer Lebensabschnitt. Zunächst plant sie dort nur einen Urlaub und den Verkauf des geerbten Hauses, doch dann findet sie Gefallen an Land und Leuten und hat mit ihrer Idee von umweltfreundlichen Dünengärten ein neues Ziel vor Augen. Hier könnte sie sich niederlassen und sich einen neuen Lebenstraum verwirklichen. Durch die offene Art der Amerikaner findet sie schnell neue Freunde und lernt Stormy, Nick Winslow kennen und den Lebenskünstler Sam, einen alten Bekannten ihrer Tante Sandy. Gemeinsam planen sie eine Veranstaltung mit flotten Motown-Hits der sechziger Jahre. Aus der deutschen Sonja wird Sunny, unternehmungslustig und voller Lebensfreude.

Sylvia Lott hat für ihre Figuren das nötige Feingefühl, sie zeigt sie so genau, dass man sie persönlich zu kennen meint. Gerade die Veränderung von Sonja sorgt für Anteilnahme an ihrer Person und ich konnte mich gut in die Handlung des Romans fallen lassen. Dank Sunny hat man den Blick auf Pflanzen und Botanik, auf Umweltbewusstsein und die Probleme vor Ort gerichtet.  

Bei diesem Roman nimmt mich natürlich die wunderbar geschilderte Atmosphäre dieser Urlaubsregion mit seiner landschaftlichen Schönheit gefangen. Wer selbst einmal dort war, wird vieles wiedererkennen, das türkisblaue Meer, die springenden Delfine und die offene Lebensart der Menschen. Mit einigen musikalischen Top-Hits und den eindringlich geschilderten TV-Auftritten von Esther Williams sorgt Sylvia Lott für das passende Hintergrundflair des amerikanischen Traums in ihrem Roman. Doch es werden auch die Auswirkungen von Hurricans und Folgen von Klimaveränderungen nicht verschwiegen. 
Sonja macht mit ihrem Ortswechsel nicht nur charakterlich eine Veränderung zu einer offeneren Person mit neuen Zielen durch, sie nimmt auch einen anderen Namen an. Als Sunny öffnet sie sich ihrem neuen Leben mit dem Wunsch, hier in Florida auch beruflich neu zu beginnen. Der Umgang mit ihren neuen Freunden tut ihr gut, sie fühlt sich wieder wohl und fasst neuen Lebensmut. Es hat mich interessiert, ob oder wie sie sich gegen die Interessenten für ihr Haus und Grundstück durchsetzen würde.

Sunny findet auch durch einige Briefe einen Zugang zur Vergangenheit ihrer Tante Sandy, die zum Wasserballett der legendären Esther Williams gehörte. Diese Einblicke und der Hemingway- Lookalike-Contest machen den Roman zu einer interessanten Lektüre und spiegeln das amerikanische Lebensgefühl wieder.
 
Für die richtige Stimmung beim Lesen sorgt eine Playlist vieler bekannter Motown-Hits mit R&B, Soul-Songs und Pophits. Die Liste findet man am Ende des Buches, ebenso wie das Rezept für die landestypische Key Lime Pie.

Dieser Roman verbreitet Urlaubsgefühl und macht durch den flüssigen Schreibstil und die eingebauten Musikhits richtig Spaß. Es ist eine sommerliche Lektüre für unterhaltsame Stunden, ein Blick auf Floridas Botanik oder einfach nur ein wunderbares Buch.



***Herzlichen Dank an den Blanvalet Verlag und das Bloggerportal Randomhouse für dieses Reziexemplar!***




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Montag, 14. Mai 2018

Totensonntag - Andreas Föhr

Absolut intelligente und spannungsreiche Story mit Humor und interessanten Figuren


"Totensonntag" ist der fünfte Band der Krimireihe von Andreas Föhr. Dieses Buch erschien 2013 im Knaur Verlag.

1992 gibt es zum Ende der Saison ein Abschlussbesäufnis auf einer Berghütte am Tegernsee. Kreuthner freut sich schon darauf, bekommt aber einen Inhaftierten zum Bewachen aufs Auge gedrückt. Kurzentschlossen nimmt er ihn mit, die Sache läuft aus dem Ruder und es gibt eine Entführung mit Schusswechsel. Der Geiselnehmer gibt einen Hinweis zu einer versteckten Leiche, der Clemens Wallner und Kreuthner schliesslich nachgehen. Sie finden ein Skelett in einer Kapelle in einem edelsteinbesetzten Sarg, warum musste die Frau sterben und wer hat ihr dieses Grab geschaffen? 



Wenn die Vergangenheit ihre Schatten wirft

Dies ist der fünfte Fall der beiden Ermittler, eigentlich ist es jedoch ihr erster gemeinsamer Fall, der hier vorgestellt wird. Denn hier treffen Wallner und Kreuthner zum ersten Mal aufeinander. Beide sind völlig gegensätzliche Charaktere. Wallner ist jung, recht bieder, voller Prinzipien und absolut gesetzestreu, Kreuthner ein Draufgänger, mit illegalen Methoden, die jeglicher Polizeiarbeit widersprechen und dennoch ein sympathischerTyp, dem alle Mittel recht sind, wenn es zur Aufdeckung von Kriminalfällen geht. 
Aus ihrer Zusammenarbeit heraus ergeben sich Reibeflächen, die für Dramatik und auch für Komik sorgen. Kriminelle Vorgehensweisen der Polizei gerät hier schon zu einer Lachnummer und führt letzten Endes auch noch zum Erfolg in der Verbrechensbekämpfung, jedoch muss Wallner alle Mühe aufbringen, hier eine entsprechende Gesetzeskonformität zu beweisen.

Der vorliegende Fall führt ins Jahr 1945 zurück, es geht um Judenverfolgung und die Überwachung einer Gefangenengruppe an den letzten Kriegstagen. Eine junge Frau wurde ermordet, die Hintergründe liegen jedoch nicht klar zutage.
Die Ermittlung beginnt jedoch erst 1992 mit dem Hinweis auf den Sarg mit der Frauenleiche. 
Andreas Föhr gelingt es hervorragende beide Handlungsstränge nebeneinander zu erzählen und damit dem Leser die entsprechenden Einblicke zu gewähren.

Bei diesem Schreibstil fliegt man nur so durch die Handlung, der Spannungsaufbau ist ebenfalls perfekt und am Ende gibt es noch einen echten Showdown. Mit reichlichen Wendungen und unvorhersehbaren Ereignissen werden Tatverdächtige entdeckt und ihre Motive untersucht. Die Ermittlungen sind sehr interessant mitzuverfolgen. 

Mir haben besonders Wallner und Kreuthner gut gefallen, ihre charakterlichen Gegensätze sorgen für Ereignisse, die einfach humorvoll sind. Die Variante guter Cop und böser Cop bringen die Bösen hinter Gitter ist eben eine spezielle Art von Verbrechensbekämpfung.

Doch dieser Krimi bietet durch die vorgegebene Handlungszeit im Jahr 1945 auch für viel Dramatik und Tragik. Das schwierige Schicksal von Frieda Jonas schildert Andreas Föhr sehr mitfühlend und die Willkür der damaligen Soldaten wird sehr deutlich gemacht.


Dieser Krimi ist überragend gut, ein Highlight durch die speziellen Figuren und die interessante Handlung mit Verbindung zur SS-Zeit. Die besonderen Aktionen von Kreuthner sorgen für humorvolle und spannungsreiche Unterhaltung und die Einblicke in diese schwierige Phase deutscher Geschichte ermahnen eindrücklich. Besser kann kein Krimi gestrickt sein.






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Krimireihe von Andreas Föhr:

1. Der Prinzessinnenmörder
2. Schafkopf
3. Karwoche
4. Schwarze Piste
5. Totensonntag

6. Wolfsschlucht
7. Schwarzwasser

Sonntag, 13. Mai 2018

Urlaubsbilder

Ciao, ihr Lieben!

Wie vielleicht einige von euch mitbekommen haben, habe ich Urlaub gemacht, es ging auf die wunderschöne Insel Ischia in der Bucht von Neapel. Um euch ein wenig an den schönen Eindrücken teilhaben zu lassen, kommen hier mal ein paar Eindrücke, die ich unkommentiert lasse. Wir haben die Insel bei Regen, Saharawind und Sonne erlebt und wieder viel gesehen. Manche Aufnahmen sind bei bedecktem Himmel entstanden, daher wirken einige Bilder auch etwas trist. Aber so ist das nun mal und dort freuen sich die Menschen auch über die Bewässerung von oben, die Landwirtschaft braucht es und die Blumen gedeihen umso prächtiger. Man sagt nicht von ungefähr: Ischia, die grüne Insel. 

Viel Spaß beim Anschauen der Bilder!