Montag, 18. Juni 2018

Mord im Olivenhain - Ranka Nikolic

Ein interessanter Fall mit sympathischen Ermittlern 

 

Der Krimi "Mord im Olivenhain" von Ranka Nikolic ist der zweite Teil einer Reihe um die Kommissarin Sandra Horvat aus dem Blanvalet Verlag.

Kroatien: nahe Rijeka wurde auf seinem Anwesen der bekannte Wunderheiler Damjan ermordet aufgefunden. Sandra Horvat und ihr Team beginnen zu ermitteln, wobei es viele Personen in Damjans Umfeld zu befragen gilt. Der Wunderheiler hat sich mit seinen falschen Versprechungen nicht nur Freunde gemacht und es gab sogar einen Toten. Doch er war auch ein Wohltäter, einige Bewohner durften kostenlos auf Damjans Anwesen wohnen. 
Sandra hält nichts von Handauflegen oder anderen wundersamen Heilmethoden, daher sieht sie den Fall mit kritischen Augen. Als sie erfährt, dass ein Patient unter Damjans Heilungsversuchen verstarb, wird ihr klar, dass auch Rache das Motiv sein kann. Die Ermittlungen gestalten sich umfangreich und recht schwierig, zusätzlich sorgt noch ihre komplizierte Beziehung mit Kollege Sedlar für Verwirrung. 


Bei diesem Krimi musste ich mich erst einmal an die für mich recht ungewohnten Namen gewöhnen. Es gibt aber vorab ein hilfreiches Personenregister und nach einer Weile hat man die Figuren deutlich vor Augen. Das liegt auch an der guten und ausführlichen Charakterisierung der Figuren durch die Autorin.

Das Team um Sandra Horvat arbeitet gemeinsam Hand in Hand, die Befragungen sind sehr aufwändig und die Verdächtigenliste sehr lang. Da kommt reichlich Arbeit auf die Polizisten zu, eine Hilfe ist auch der neue Kollege in der Gruppe, Danijel Sedlar, der Sandra recht sympathisch ist.
Sedlar ist so etwas wie ein Querdenker, er stellt häufig die entscheidenden Fragen, dennoch ist es für den Leser schwierig, selbst mitzuraten. Zu undeutlich sind die Verbindungen der Personen und zu unklar ihr Verhältnis zu Damjan.

Die Darstellung der kroatischen Landschaft ist ausgesprochen stimmungsvoll und macht auch klar, dass Glaubensfragen hier durchaus noch eine Rolle spielen.

Das Team arbeitet eng zusammen, stets sorgen Dialoge für kleine Witzeleien oder Reibereien, die Stimmung ist meistens recht locker und man kann so die Figuren gut kennenlernen.
Auch die Familie von Sandra spielt eine unterhaltsame Rolle, die den Krimi gut auflockert. Es erstaunt, dass Sandras Mutter bei ihr putzt, die Wäsche macht und bügelt, obwohl sie doch längst erwachsen ist. 

Falsche Versprechen, unbändiger Hass oder die Gier nach dem großen Geld? Die Lösung findet Sandra heraus, der Weg dahin ist spannend und durch den Lokalkolorit und die Ermittlungstruppe interessant gemacht. 


Wen viele kroatische Namen nicht abschrecken, sollte sich diesen Krimi zu Gemüte führen. Als Urlaubslektüre für Kroatien zur Einstimmung auf jeden Fall geeignet.
 

***Herzlichen Dank an den Blanvalet Verlag und an das Bloggerportal für dieses Rezensionsexemplar!***


                          




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Montagsfrage # 77


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Immer wieder am Montag veröffentlicht Buchfresserchen eine Frage auf ihrem Blog, die man dann innerhalb von 7 Tagen beantworten kann. 

 

Welche/n Autor/in würdest du gerne mal treffen?


Eigentlich gibt es da einige, ich interessiere mich für Menschen, lerne gerne neue Leute kennen und da machen Autoren keine Ausnahme. Was ich nicht so mag, sind große Veranstaltungen, dort lernt man die Autoren sicherlich nicht richtig kennen. Es ist eine Art Show, bei denen sie wohl kaum ihre Persönlichkeit zeigen werden.

Ehe ich nun endlose Aufzählungen anstelle, werde ich diejenigen erwähnen, die mir auf Anhieb einfallen und mit denen ich auch online verbunden bin. 

Bereits kennengelernt habe ich Claudia Winter und Andrea Russo auf der Buchmesse in Leipzig. Beides total einnehmende Frauen, mit denen man sofort auf einer Wellenlänge ist und sich ihnen so nahe wie "alten" Freundinnen fühlt. Beide schreiben tolle Romane, die mich einfach begeistern.

Mit Ulrike Busch besteht schon lange ein intensiver Mailkontakt. Wir müssten uns auch endlich mal in natura sehen, die Krimis von ihr habe ich fast alle gelesen und an ihr gefällt mir, dass sie ihre Leserinnen auch stets an ihrer Schreibtätigkeit und den dazugehörigen Problemen teilhaben lässt.
Bisher hat ein echtes Treffen noch nicht stattgefunden, aber irgendwann wird das schon noch klappen. 

Weiterhin möchte ich Maria W. Peter, Franca Bloom, Mina Teichert und Susanna Ernst erwähnen, auch ihre Romane gefallen mir ausgesprochen gut. 

Mit anderen Worten, ich bin ziemlich offen für alle Autoren, bin natürlich umso interessierter, wenn mir auch die Bücher gefallen und meinen Vorzugs-Genres entsprechen.

Wen möchtet ihr gerne treffen? 


Der zauberhafte Trödelladen - Manuela Inusa

Ein weiterer Wohlfühlroman


"Der zauberhafte Trödelladen" ist der dritte Teil der Reihe Valerie Lane von Manuela Inusa aus dem Blanvalet Verlag.


Es geht weiter zu den Bewohnerinnen der einzigartigen Valerie Lane. 

In diesem Band lernen wir Ruby näher kennen, die mit ihrem Vater zusammen lebt und den Antiquitätenladen ihrer verstorbenen Mutter weiterführt. Eigentlich möchte Ruby viel lieber Bücher verkaufen, doch sie führt das Erbe ihrer Mutter klaglos weiter, auch wenn sich das Geschäft kaum noch rentiert. 


In ihrem Laden Ruby´s Antiques bietet Ruby alte, kostbare und auch ausgefallene Dinge an, die sie liebevoll auf Flohmärkten aufstöbert, einkauft, restauriert und dann wieder in ihrem Laden ausstellt. Doch die Kundschaft bleibt immer mehr aus und Ruby hat immer mehr finanzielle Sorgen. Denn sie versorgt auch noch ihren etwas merkwürdigen Vater. Ruby muss an ihren Laden etwas ändern und beschließt einen Neustart mit alten Büchern und seltenen Erstausgaben, bei dem sie von ihren Freundinnen untersützt wird. 
Das Besondere an ihrem Laden ist auch, dass hier die Namensgeberin der Valerie Lane gewohnt hat. Unter alten Dielenbrettern findet Ruby Tagebücher von Valerie Bonham.

Interessant fand ich die Einblicke in das Leben von Valerie Bonham. Hier hatte ich mir noch mehr Verbindung zu Ruby erhofft. 
Als Ruby sich mit dem Obdachlosen Gary anfreundet, führt sie auch die Tatsache zusammen, dass sie beide eine geheimnisvolle Vergangenheit besitzen. Sollte Ruby mit Gary jemanden gefunden haben, der an ihre Seite passt?

Ruby ist ein sehr liebenswürdiger und bescheidener Charakter, sie hat es mit ihrem Vater nicht leicht und geht doch liebevoll mit ihm um, egal welches Chaos er auch anrichtet.


Ich habe mich wieder wohlgefühlt in der Valerie Lane, habe gern an Rubys Leben und der bedingungslosen Freundschaft der Nachbarinnen teilgenommen, aber mir fehlt etwas mehr Dramatik und besondere Spannung.


Wieder ist dieser Band ein Wohlfühlroman mit romantischen Gefühlen, freundschaftlicher Zusammengehörigkeit, Restaurierungs-Tipps und einem Schuß Liebe. Wer einmal in diese Reihe hineingelesen hat, der möchte sie auch gern weiter verfolgen.




***Herzlichen Dank an den Blanvalet Verlag und an das Bloggerportal für dieses Rezensionsexemplar!***


                          



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Die Bände der Valerie Lane Reihe:  

1. Der kleine Teeladen zum Glück 
2. Die Chocolaterie der Träume
3. Der zauberhafte Trödelladen
4. Das wunderbare Wollparadies (erscheint am 17. September 2018)

 

Sonntag, 17. Juni 2018

Möwenalarm - Sina Beerwald


Leichter Gute-Laune-Krimi aus Möwensicht mit Spaßfaktor

Die Lizenz zum Brüten
 
Der Sylt-Krimi "Möwenalarm" von Sina Beerwald ist der zweite Band der Reihe von 2015 aus dem Emons Verlag.


Ahoi ist nun der neue Scheff einer kleinen Möwenbande bei einem Sushi-Stand auf Sylt. Seine Verlobte Suzette hat ihn gerade geheiratet und möchte nun ihr neues Nest beziehen. Doch was ist das? Das Nest ist bereits belegt, mit einem Menschenbaby. Ahoi und seine Bande können erneut auf Ermittlungsflug gehen.



Nachdem Ahoi gerade seinen "Jungmöwenabschied" gefeiert hat und nun seiner Suzette die Treue versprochen hat, gibt es natürlich wieder einige Komplikationen, wie man es von ihm bereits aus dem ersten Band gewohnt ist. Das Fest artet reichlich aus, die "Fuss-Ringe" werden auf den letzten Drücker zur Trauung eingeflogen und dann liegt da auch noch ein Säugling in Ahois Nest. 


Damit ist Ahois Bande erneut gefragt, sie nehmen die Erkundigungen auf und suchen die Eltern des kleinen "Windeldings". Dabei kommen sie einer Entführung auf die Spur, die auch die Polizei auf Sylt beschäftigt. Aber erstmal muss der kleine Schreihals mit Nahrung und frischen Windeln versorgt werden. Das ist auch für die pfiffigen Möwen eine besondere Herausforderung.


Dieser Band knüpft nahtlos an den ersten Band der Reihe "Mordsmöwen" an. Wer die Figuren kennt, weiß, dass es wieder reichlich lustige Szenen und humorvollen Wortwitz aus Möwensicht zu erwarten gibt. Es gibt inzwischen einige Veränderungen bei der Truppe, so unterstützen jetzt ein Storch und "Frau Spatz" als neue Freundin von Alki die Gruppe. 

 


Sina Beerwald merkt man ihre Vorliebe für die schöne Nordsee-Insel Sylt an, denn sie bringt einige Schauplätze und das besondere Flair der Insel gelungen in ihren Krimi mit ein. Auch ihre gefiederten Freunde zeichnet sie erneut mit einigen speziellen Merkmalen in puncto Stärken und Schwächen  menschlichen Figuren in nichts nachstehen. Es geht sogar um recht menschliche Probleme wie Alkoholsucht und Pubertät. Man darf sich auf gute Unterhaltung freuen.  

Auch wenn die Grundlage natürlich eher Spaßcharakter besitzt, so nimmt man den Möwen durch die menschlichen Züge alles ab. Selbst das für Möwen unübliche Windelwechseln wird hier geschickt gelöst. 
Wie die Möwen dieses Baby endlich wieder zu seinen Eltern zurückführen, sorgt für reichlich Lese- und Krimispaß. Und die Auflösung hat am Ende noch eine ganz besondere Überraschung parat, mehr möchte ich hier natürlich nicht verraten.

Ein echter Gute-Laune-Krimi aus Möwensicht, der neben der humorvollen Unterhaltung auch reichlich Urlaubsflair einfließen lässt. Ein Urlaubskrimi für die freien Tage am Meer!
 
 

Freitag, 15. Juni 2018

Der große Zahnputztag im Zoo - Sophie Schoenwald

Zahnputzspaß im Zoo

 Das Bilderbuch "Der große Zahnputztag im Zoo" von Sophie Schoenwald erscheint im Boje Verlag. Die Illustrationen stammen von Günther Jakobs.


Im Zoo bleiben die Besucher aus, denn es liegt ein merkwürdiger Gestank in der Luft. Zoodirektor Alfred Ungestüm fällt der Grund dafür auf, keines der Tiere putzt seine Zähne. Das muss sich ändern, er führt einen Zahnputztag im Zoo ein und der Igel Ignaz Pfefferminz bekommt die waghalsige Aufgabe, mit seinem Rücken den Tieren an die Zähne gehen. Ignaz ist eifrig bei der Sache, er schrubbt, poliert und putzt und erlebt dabei sein größtes Abenteuer. Denn es geht nicht nur hoch hinauf wie bei Frau Giraffe, er wagt sich sogar in den Löwenkäfig oder ins Maul vom weißen Hai Wilhelm.  




Eine erfrischende Geschichte übers Zähneputzen ‑ zum Lachen, Staunen und Mitfiebern. So abenteuerlich wie Karius und Baktus!

In diesem Bilderbuch geht es Karius und Baktus an den Kragen. Kinder bekommen humorvoll und spielerisch gezeigt, wie wichtig Zähneputzen ist. Die "Igelbürste" ist der Hit und sorgt für lustige Szenen. Für mich ist der Zahnputzigel Ignaz der Held der Geschichte.


Die Bilder machen Spaß und lassen Kinder den Sinn hinter der Geschichte schnell verstehen.
Auch für Erwachsene sind die Bilder niedlich anzusehen. Besonders die witzigen Einsätze von Igel Ignaz sind unheimlich lustig gemacht. 
Kinder sehen die Wichtigkeit vielleicht so eher ein, als wenn die Eltern immer nur tagtäglich darauf drängen. Ein beiliegendes Poster zeigt das ideale Zähneputzen. 

Die humorvollen Bilder bringen neben einiger Situationskomik auch die besonderen Charaktere der Tiere gut heraus. Besonders die gefährlichen Einsätze von Ignaz zum Beispiel im Löwenmaul sorgen bei Kindern für Aufregung.

Dieses Bilderbuch ist gut geeignet für Zahnputzmuffel ab 4 Jahren und alle, die gern mal lachen möchten. Die Botschaft kommt deutlich rüber, tägliches Zähneputzen ist wichtig. 



                             

Mordsmöwen - Sina Beerwald

Ein Syltkrimi der tierischen Art, auf jeden Fall ein Mordsspaß!


Sylt, die Insel der Möwen

Die Autorin Sina Beerwald hat eine Krimireihe geschrieben, bei der Möwen auf Sylt ermitteln. Den Auftakt der Reihe macht das Buch "Mordsmöwen". Die Reihe erscheint im Emons Verlag.


Ahoi ist nicht nur irgendeine Möwe, er ist die Spähermöwe der Gurkentruppe auf Sylt. Ihre Nahrung sucht die Truppe nicht wie es Möwen von Natur aus auf dem Meer tun. Die räuberische Möwenbande versorgt sich, indem sie am Crêpesstand von Knut den menschlichen Käufern gewitzt die leckeren Crêpes abgreift. Kinder verschonen sie dabei, ist sicher eine Art von Welpenschutz. Doch eines Tages bleibt der Stand von Knut geschlossen, die Möwentruppe hat ein Nahrungsproblem, sie beginnen auf ihre spezielle Möwenweise zu ermitteln.  


Dieser Möwenkrimi ist äußerst gelungen! Die Möwencharaktere tragen sehr menschliche Züge, denn ihre Probleme erscheinen sehr echt und ihre Sorgen werden sehr liebevoll beschrieben. Man sieht beim Lesen die Figuren bildhaft genau vor sich und erlebt die Insel Sylt aus Sicht dieser Vögel. Dabei wird mit Humor nicht gespart. 

Die Möwentruppe ist gut organisiert, die Insel ist in verschiedene Reviere aufgeteilt und da gönnt keine Möwe der anderen Truppe auch nur einen Fitzel. Ahoi ist verliebt in Suzette, eine süße Möwendame, doch auch andere Möwen haben ein Auge auf die Zuckermöwe geworfen. So gibt es den etwas zwielichtigen, aber stinkreichen Mogulis, der Suzette mit Kostbarkeiten nur so überhäuft. Dagegen ist Ahoi ein armer Schlucker, der nur seine reine Liebe anzubieten hat. 


Es ist ein humorvoller Genuss, wie man hier die Gurkentruppe und ihre Ermittlungsergebnisse miterleben kann. Gerade die tierische Sichtweise macht das Buch so außergewöhnlich. Nach und nach finden die Freunde Informationen um das Verschwinden ihres Freundes Knut heraus und spielen diese der örtlichen Polizei zu. Im Grunde läuft der Krimi logisch und spannend wie einer in der Menschenwelt ab, das macht die Sache so reizvoll und zu einem echten Lesevergnügen. Es liest sich total lustig, weil gerade menschliche Sprüche nach Möwenart abgewandelt werden. Statt der Soko gibt es hier die Schoko, klar, dass der Crêpesstand hier der Mittelpunkt der Möwenwelt ist.

Wussten sie zum Beispiel, dass Kampen als "die teuerste Nistmeile Deutschlands" gilt? Hier gibt es viele auf die Möwen zugeschnittenen Begriffe über die man echt lachen kann. Auch ist es witzig, dass die Möwen der Insel inzwischen kaum noch in der Lage sind, sich selbst zu versorgen. Wie man Fische fängt, müssen sie erst wieder lernen. Dafür lernt der Leser tolle Wortspiele aus Möwensicht. Wenn man statt Schmerzensgeld Schmerzensheringe zahlt oder wenn die Post per Taube und Eilfeder übermittelt wird, ist man in der Möwenwelt angekommen. Die garstigste Waffe der Möwen wird übrigens auch in diesem Buch auf Bösewichte abgeschossen, die Möwenschiete.


Sina Beerwald bringt mit ihrem flüssigen Schreibstil und den wortwitzigen Besonderheiten aus tierischer Sicht den Leser auf die Seite der Möwen. Irgendwann verwischen die Unterschiede zwischen Mensch und Tier regelrecht und es gibt reichlich lustige Szenen zu entdecken. Sogar die Inselprominenz mit Kegelrobbe Willi oder die Möwenprominenz mit Möwe Jonathan geben hier Gastauftritte.
Der Krimi an sich ist interessant aufgebaut, die Auflösung wirklich eine Überraschung. 


Einfach ein tierisch lustiger Lesespaß mit Krimispannung und Lokalkolorit von Sylt. Wer die Urlaubsinsel kennt, sollte sich diesen spasshaften Krimi beim nächsten Urlaub gönnen und wird danach auf die Möwen eine völlig andere Sichtweise haben.


                                  

Freitags-Füller # 90

 

Willkommen im Juni!
Der Sommer war ja jetzt eigentlich schon bereits im Mai. Viele Pflanzen standen dort schon in vollster Blüte, ich bewundere immer wieder die wunderschöne Farbenpracht und Vielfalt. Für unseren Urlaub an der See gab es nicht ganz so warme Tage, aber auch dort lässt sich die Sonne ab und zu blicken. Wer hier schon einmal war, hat sicher auch die herrlichen Rosen gesehen, die Sonne und Wind so richtig zu genießen scheinen, so üppig wachsen sie hier.







    

 

Immer wieder kommt ein neuer Freitag ... und damit der Freitagsfüller! 

 

Dies ist ein Projekt von Barbara von  Scrap-Impulse

Ein kleiner Lückentext zum Ausfüllen.

 

1. Heute kann ich endlich mal wieder bei Sonne aufs Watt schauen und nicht nur frieren.

 

2. Regen, Sturm und Wind gehören nun einmal zur Nordsee im Sommer dazu, auch wenn es nervt.

 

3. Die Fußball-Weltmeisterschaft interessiert mich nicht, aber sie spielen ja auch ohne mich.

 

4. Die wärmende Fleecejacke behalte ich an der See lieber an, bei Sonne wird sie dann ganz langsam ausgezogen.

 

5.  Es dauert keine 10 Minuten und ich bin auf dem Holzsteg auf dem Weg zum Meer.

 

6. Selbst gepulte Nordsee-Krabben esse ich total gerne und jede einzelne mit Genuss.


7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf ein tolles Essen in einem Fischrestaurant, morgen habe ich einen Abschiedsspaziergang von meiner geliebten Nordsee geplant und Sonntag möchte ich in Ruhe wieder zu Hause ankommen. 

 

Welche Pläne habt ihr für die nächsten Tage? 

Liebe Grüße!

Donnerstag, 14. Juni 2018

Tiere an Strand und Küste - Eva-Maria Dreyer

Eine informative Entdeckungsreise an der Küste


Das wunderschön illustrierte Sachbuch für Kinder "Tiere an Strand und Küste" von Dr. Eva-Maria Dreyer erscheint seit 2016 im Kosmos Verlag
Das Lesealter wird ab 8 Jahren empfohlen. Das Buch ist als laminierter Pappband gebunden, enthält 24 Farbfotos, 48 Farbzeichnungen auf insgesamt 64 Seiten und kostet 12,99 Euro. 



Kleine Krebse krabbeln im Schlamm, Schnecken malen geheimnisvolle Spuren in den Sand, draußen auf der Sandbank kommen Seehundbabys zur Welt und über allen schweben kreischend die Seemöwen auf der Suche nach Futter. Am Strand gibt es zu jeder Jahreszeit Neues zu entdecken und Spannendes zu erleben. Auf zur Entdeckungsreise an Strand und Küste!

Dieses Buch ist eine Mischung aus Bilderbuch und lehrhaftem Sachbuch aus Naturkunde bzw. Zoologie. Es stellt mit seinen wunderschönen Illustrationen Tiere von der Küste, aus dem Watt oder dem Meer vor. Ob Schnecken, Krebse, Seehundbabys oder Möwen, diese Tiere von der Küste werden Kinder in der Natur sehen und können sie hier näher kennen lernen.

Wer mit seinen Kindern Urlaub an der See macht, möchte ihnen auch die Tiere an der Küste näher bringen. Dieses wunderschöne Buch enthält niedliche Zeichnungen und stellt mit wissenswerten Inhalten Kindern diese Tiere und ihre Besonderheiten vor. So macht lernen Spaß!

Dabei sind die Illustrationen wirklich wunderbar gelungen und machen auch Erwachsenen Freude. Die dazugehörigen Texte sind kindgerecht und gut verständlich und zeigen die natürlichen Lebensbedingungen und den Lebensraum der Tiere auf.
Es ist ein Buch, das nicht nur die Kinder lieben werden und es weckt bei Kindern Interesse für die Zusammenhänge des Ökosystems Meer.


Dieses Buch ist Bilderbuch und sachkundlicher Ratgeber in einem, eine geeignete Lektüre für Regentage im Urlaub an der See oder einfach nur so zum Anschauen und Informieren. Nur was man kennt, möchte man schützen! 


                              

Mittwoch, 13. Juni 2018

Jeden Tag ein bisschen Meer - Katharina Jensen

Eine gefühlvolle Lektüre über Verlust und eine neue Liebe auf Rügen 


Katharina Jensens neuer Roman aus dem Heyne Verlag heißt "Jeden Tag ein bisschen Meer".

Linda liebt ihre Heimat Rügen, das Meer und ihre kleine Pension "Nordwind", die sie mit viel Herzblut führt. Sie hat einen Freund, Markus, lebt aber nicht mit ihm zusammen. Irgendetwas fehlt an ihrer Beziehung. Als ihr Gast Paul ankommt, den sie von früheren Aufenthalten kennt, fällt ihr seine Veränderung auf. Bisher reiste er mit seiner Frau Paula, beide waren ein Herz und eine Seele. Doch nun ist Paul völlig in sich gekehrt und wirkt tieftraurig. Linda versucht Paul etwas aufzumuntern und geniesst seine Gesellschaft immer mehr. Kann das Meer alle Wunden heilen?  





"Ach Paula, warum hast du mich verlassen? Ich fühle mich so verloren. Wie ein Blatt, das von Baum gefallen ist und mit dem der Wind nun macht, was er will." Zitat Seite 322 

In diesem Roman verarbeitet Paul den Verlust seiner geliebten Frau Paula, indem er ihr in Briefen seine Gedanken mitteilt. Er reist nach Rügen, früher ein beliebtes gemeinsames Ziel aus glücklichen Tagen. Dort versucht er seine Trauer zu verarbeiten, doch es will ihm nur schwer gelingen. Doch dann begegnet ihm Linda, die alles dransetzt, Paul aufzumuntern und ihm den Aufenthalt so schön wie möglich zu machen. Dabei geht sie offen und gut gelaunt mit ihm um und überschüttet ihn nicht mit Mitleid. Beide unternehmen einiges auf der schönen Insel Rügen und fühlen sich wohl miteinander, was sie beide nicht wahrhaben wollen. Denn Linda hat ihren Markus, der ihr einen Verlobungsring schenkt. 

Die Tage am Meer, die gemeinsamen Ausflüge aus der to-do-Liste Lindas macht man als Leser gern mit. Ob man sich ein wenig auf Rügen auskennt oder nicht, gemeinsam mit den Protagonisten entdeckt man einige Ziele und taucht in die Kulisse gern mit ein.

Es geht bei diesem Roman jedoch nicht nur um die schöne Landschaft der Insel Rügen. Es geht um die Trauerverarbeitung eines Witwers und um eine junge Frau, die lernt, endlich auf ihr Herz zu hören. 
Diese Verlust-Gefühle und Gedanken bringt die Autorin mit wunderschönen Stimmungsbildern dem Leser nahe. Es sind die emotionalen Briefe von Paul an Paula und die besonderen Momente zwischen Linda und Paul, die so sehr berühren, das man zutiefst mitempfindet und vor Rührung beinah Tränen in den Augen hat. Dank der Spaziergänge und Gespräche mit Linda vor der endlosen Weite des Meeres kann Paul endlich von Paula loslassen und er öffnet sich für Linda. Auch wenn das keine Überraschung ist, sorgt diese Lektüre für eine schöne Lesezeit und man genießt besonders die herzergreifenden Briefe Pauls.
Katharina Jensen macht mit ihrem wunderschönen bildhaften Schreibstil diesen Roman zu einem Genuss für Herz und Sinne.

Mit reichlich eingestreutem Lokalkolorit der Insel Rügen sorgt sie für eine stimmungsvolle Kulisse. Man lernt verschiedene Orte und wunderschöne Strände kennen, die nicht zu den allseits bekannten gehören, riecht die frische Meerluft, hört das Rauschen der Wellen am Strand und würde am liebsten alle Orte selbst erkunden. Als Urlaubslektüre für Rügenreisende eignet sich das Buch sehr. 

Ich kann diesen Roman nur allen Lesern ans Herz legen, die Rügen lieben oder aber eine gefühlvolle Lektüre für den Urlaub oder den Balkon suchen. 


***Herzlichen Dank für dieses Leseexemplar an den Heyne Verlag und an das Bloggerportal Randomhouse!***



                 

                              


                 

Dienstag, 12. Juni 2018

Schwarzes Watt - Hendrik Berg

Fesselnder Nordsee-Krimi mit mystischen Elementen


"Schwarzes Watt" ist der vierte Band von Hendrik Bergs Nordsee-Krimireihe, die im Goldmann Verlag erscheint.  

Ina Maurer macht gerade mit ihrer Familie Urlaub in St. Peter-Ording. Als sie den vermeintlichen Mörder ihrer Schwester Nelly wiedererkennt, ist sie außer sich vor Wut und Verzweiflung und zeigt ihn bei der Polizei an. Kommissar Theo Krumme aus Husum geht der Spur nach und findet den Mann, es ist der beliebte und angesehene Pastor im Ort. Hat er etwas mit dem Mordfall vor 20 Jahren am Elbstrand zu tun?



Dieser Krimi kann unabhängig von den Vorbänden gelesen werden.  
Man wird durch verschiedene Handlungsstränge in den Fall eingeführt und bekommt einen echten Urlaubs-Krimi geboten. Es geht um eine spannende Mordermittlung, aber auch um die wunderschöne Gegend auf Eiderstedt an der Nordsee, die durch Wattwanderung, Haubarg und Urlaubsflair angenehm bildhaft untermalt wird. 
Was steckt hinter dem mysteriösen Mordfall vor 20 Jahren? 

Wenn man sich erst einmal in die wechselnden Handlungsstränge etwas eingelesen hat, kann man den Krimi kaum wieder beiseite legen und wird mitgenommen auf eine fesselnde Mördersuche vor nordfriesischer Kulisse. 

Ein Nebenstrang erzählt eine mystische Geschichte um eine Figur, die 1634 gelebt hat und Menschen verfolgt, die jungen Mädchen oder Frauen Böses angetan haben. Gerade die historischen Vorgänge fand ich sehr interessant und sie bewirkten eine düstere, unheimliche Atmosphäre, auch wenn Mystik mir sonst widerstrebt. Hier jedoch sorgte diese Übersinnlichkeit für eine besondere Stimmung.


Die Charaktere, allen voran Krumme und seine Mitarbeiterin Patrizia, haben mir gut gefallen. Der Autor schafft es, sie lebendig, authentisch und vor allem mit einigen Einblicken in ihr Privatleben auch unterhaltsam darzustellen. Erwähnen möchte ich auch den Hund Watson, der für einige besondere Erlebnisse sorgt, die dem Krimi eine humorvolle Note verleihen.


Hendrik Bergs Schreibstil ist flüssig und angenehm zu lesen, man sieht die Personen, Schauplätze und Vorgänge vor dem inneren Auge wie in einem Film und kann bei der Ermittlung besonders mit Ina Maurer mitfühlen. Wie schrecklich muss sie sich gefühlt haben, als sie den Mörder ihrer Schwester wiedererkannt hat? Als ihr niemand Glauben schenkt, versucht sie selbst, ihn zu stellen. 


"Schwarzes Watt" sorgt mit den Charakteren und dem Küstenflair für fesselnde Unterhaltung. Die Reihe kann man prima als Urlaubslektüre an der Nordsee nutzen. Ich hatte spannende Krimilesezeit damit. 


***Herzlichen Dank an den Goldmann Verlag und an das Bloggerportal für dieses Rezensionsexemplar!***


                          


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Stadt der Steine - Xiaolu Gu

Dieser Roman lässt uns China und seine Menschen besser verstehen. Fesselnd, aufwühlend und sehr intensiv geschrieben.


Der Roman "Stadt der Steine" der chinesischen Autorin Xiaolu Guo erschien bereits 2005. 2018 wird er im Knaus Verlag neu aufgelegt. 

Stadt der Steine

 
Die junge Chinesin Coral Jiang lebt mit ihrem Freund Red in einem Wolkenkratzer mitten in der Millionenstadt Beijing. Eines Tages erhält sie ein Paket ohne Absender, darin befindet sich ein getrockneter Aal. Schon der Geruch erinnert sie an ihre Kindheit in der kleinen Fischersiedlung, die Stadt der Steine. Mit Macht kommen Gefühle, Erinnerungen und tief vergrabene Erlebnisse in ihr hoch, die sie damals dazu brachten, diesen Ort für immer zu verlassen. 


Die Stadt der Steine ist ein ursprüngliches Fischerdorf am ostchinesischen Meer in dem gewaltige Taifune für Verwüstungen sorgen, wo die Menschen wortkarg und mit wenig Schulwissen ihr karges, hartes Leben als Fischer fristen und die althergebrachten Traditionen gelebt werden. Wo nur die Geburten der Söhne etwas zählen und Zwangsheiraten und Vergewaltigungen an der Tagesordnung sind.
Mit kurzen, prägnanten und sehr aufwühlenden Sätzen zeichnet die Autorin ein nachdenklich machendes Bild dieses Ortes, stellvertretend für die vielen anderen ländlichen Gebiete Chinas. Als Waise wächst Coral eher geduldet als geliebt bei ihren Großeltern auf. In einem Haus, indem statt Lachen und Leben, Einsamkeit, Wortlosigkeit und Gewalt regierte.

Die Geschichte von Coral wird nicht immer vollständig beschrieben, manche Dinge muss sich der Leser aus dem Kontext heraus denken. Doch gerade das macht das Buch so dramatisch und eindringlich. Gewalt und scheinbar lieblose Familienbande haben ihre Spuren auch in Corals Leben hinterlassen. Sie hat es geschafft, die Schatten ihrer Vergangenheit aus ihrem Leben zu verbannen, doch der nach alter Tradition der Stadt, gesalzene, getrocknete Aal bringt alle Gefühle wieder zurück.

Mit diesem Roman gewinnt man ungeahnte Einblicke in Chinas Traditionen, Lebensbedingungen und den Wandel zur Moderne. Mit dem Aal kommen auch bei Coral die Erinnerungen, die sie solange unterdrückt hat, zurück. Schlimme Erlebnisse, sexuelle Gewalt und große Armut.

Man ist beim Lesen sehr betroffen und wird nachdenklich, denn dieser bildgewaltige Roman hinterlässt seine Spuren. Ein sehr zu empfehlender Roman über das traditionelle China und das Leben in den modernen Großstädten Chinas.


  
***Herzlichen Dank für dieses ergreifende Buch, das ich aus dem Knaus Verlag über das Bloggerportal Randomhouse erhalten habe!***



Es war einmal im Fernen Osten - Xiaolu Guo

Montag, 11. Juni 2018

Ein zufälliger Irrtum über die Liebe - Brianna Wolfson

Ein berührender Roman, dessen Perspektive zeigt, wie Kinder bestimmte Situationen empfinden.


Der Roman "Ein zufälliger Irrtum über die Liebe" von Brianna Wolfson erscheint im HarperCollinsVerlag.

Pizza im Baumhaus, tanzen zu Prince, die Welt durch eine lilafarbene Brille betrachten – all das ist für die kleine Willow Liebe. Es sind die Stunden, die sie mit ihrer lebenslustigen Mutter Rosie genossen hat. Doch seit sich die Eltern getrennt haben und Rosie in ihrer eigenen Dunkelheit verschwindet, steht Willow vor einem Rätsel: Ist die Liebe nur ein zufälliger Irrtum oder zeigt sie sich auch noch in anderen Farben?


"Liebe ist launisch wie Mondlicht." Zitat

Bei diesem Roman konnte ich richtig eintauchen in die Seele des Mädchens Willow Thorpe.

Willow ist ein elfjähriges Mädchen, die viel über das Leben, über Glück und die Liebe nachdenkt. Nach der Scheidung ihrer Eltern wohnt Willow und ihr kleiner Bruder Asher abwechselnd bei ihrer Mutter Rosie und ihrem Vater Rex. Immer wenn sie mit ihrer Mutter zusammen ist, sprüht sie vor Glück. Während ihr die Zeit, die sie bei ihrem Vater Rex verbringt, immer schwierig vorkommt. Bei Rex gelten strenge Regeln, die Tage beim Vater erscheinen Willow daher wie Hürden, die sie nehmen muss. Immer redet er mit ihr im Kommandoton, nie nimmt er sie in den Arm oder interessiert sich wirklich für ihre Gefühle.

Ihre Mutter Rosie dagegen ist genauso verrückt und unangepasst wie ihre Tochter und lebt ihr Leben ohne Konventionen. Doch die Depressionen von Rosie nehmen zu, sie ist tablettenabhängig und es kommt, wie es kommen muss, die Kinder brauchen ihren Vater mehr denn je.

Die Autorin zeigt aus verschiedenen Sichtweisen und durch Rückblenden in die Vergangenheit Einblicke in das Leben der Familie Thorpe. Vom Kennenlernen der Eltern, vom Heiratsantrag, der Schwangerschaft und Geburt und schliesslich von der Scheidung, die für Willow so schwierig nachzuvollziehen ist.

Bei diesem Roman wurde ich vom Schicksal der kleinen Willow sehr ergriffen. Betroffen erlebt man mit, wie Willow in der Schule zur Außenseiterin wird, sieht die ständigen Hänseleien und erkennt, wie Willow sich mit ihrer lila Brille ihr Leben schön färbt. Auch das Leben mit ihrem Vater muss sie erst noch begreifen lernen. 

Der leicht eingängige Schreibstil und die kurzen Kapitel sorgen für einen schnellen Lesefluss, dabei ist die Thematik, die im Roman angesprochen wird alles andere als leicht. Mit der Suchterkrankung und der Depression der Mutter werden hier ernste Themen angesprochen, die aus Kindersicht betrachtet werden. Willow erkennt natürlich nicht die Erkrankung der Mutter und die Probleme, die sich daraus ergeben. Die emotionale Sichtweise und die berührende Schilderung von Willows Gedanken sorgen für ein intensives Leseerlebnis, bei dem es um die Liebe innerhalb von Familien geht. Es hat mich sehr ergriffen und das nicht nur durch die traurigen Szenen. 

Dieser Roman handelt von Scheidungskindern und führt berührend vor Augen, wie Kinder diese Situation erleben. Ein betroffen machender Roman, über den es nachzudenken gilt. 




                        

Möwenherz - Karen Bojsen

Ein Urlaubsroman, der informativ ist und wunderbar unterhält.


"Möwenherz" ist der zweite Roman der Autorin Katrin Burseg unter ihrem Pseudonym Karen Bojsen. Im Diana Verlag erscheint das Buch im Juli 2018.


Ebba sorgt für den reibungslosen Ablauf der Termine des Stargeigers Jona Bennett und reist mit ihm um die ganze Welt. Doch Jona ist irgendwie ausgebrannt und hat Probleme. Als Ebba vom Tod ihrer Großmutter erfährt, nimmt sie Jona einfach mit an die Nordseeküste. Sie zeigt ihm ihr Erbe, ein altes altes Kapitänshaus samt Museum. Jona findet Gefallen am Museum, während Ebba vor ihrer Vergangenheit zu fliehen versucht. Beide nähern sich an und als Finn auftaucht, Ebbas große Liebe aus Kindertagen, ist das Gefühlschaos komplett. 




Zitat zum Schlachten der Wale: "Die Farten ins Eis, die Strapazen, die gefährliche Jagd, die Unsicherheit, ob man je wieder nach Hause kommt." Seite 185

In diesem Roman geht es um einiges, um die Karriere, die Musik, die Liebe, die Heimat und die Natur. Mit all diesen Themen ist der Roman jedoch nicht überladen, wie man glauben könnte. Karen Bojsen verbindet mit ihrer unterhaltsamen Geschichte all das zu einem einzigen geschlossenen Ganzen, dem man gespannt folgt.

Ebba und Stargeiger Jona brechen aus ihrer geplanten Tournée aus, um der Beerdigung von Ebbas Großmutter beizuwohnen. Das ist einerseits ein trauriger Abschied, doch irgendwie kommen beide an der Nordsee zur Ruhe. Der Stress der Tournée fällt langsam von ihnen ab, sie nehmen die Gezeiten wahr, entdecken die Langsamkeit zurück und fragen sich nach dem Sinn ihres Lebens. Dabei kommen sie sich auch näher, doch dann taucht Finn, die frühere Jugendliebe Ebbas auf. Die Liebesthematik ist eröffnet, aber Ebba muss sich in ihrer Heimat auch ihrer eigenen Vergangenheit stellen.   

Dort verstarb ihre Großmutter neben einem gestrandeten Wal, ist das ein Wink des Schicksals? Von hier aus gingen die Walfänger und auch Ebbas Großvater auf ihre weiten und gefährlichen Fangfahrten bis nach Spitzbergen. Es ist jedenfalls ein Zeichen für die Verbundenheit der Großmutter mit dem Meer.

Und wieder ist dieser Roman von Karen Bojsen so ganz nach meinem Geschmack. Im letzten Buch ging es um die Seepferdchen, jetzt werden Wale, der Walfang der Friesen und das Wattenmeer zum Inhalt gemacht. Die informativen Einblicke in die Natur sind scheinbar das Markenzeichen dieser Autorin und damit hat sie mich auch auf eine besondere Reise mitgenommen.

Mir ist es immer wichtig, wenn Romane sich nicht nur oberflächlich um Liebesdinge drehen oder Gefühle beschreiben. Es sollte schon noch ein wenig mehr Tiefgang durch andere Themen enthalten sein. Das ist hier der Fall, denn Karen Bojsen zeigt die friesische Walfangtradition, die Verknüpfung mit den holländischen Walfängern und wie heutzutage diese riesigen Meeressäuger an unseren Küsten stranden.
An der Nordseeküste ist in den letzten Jahren eine dramatische Entwicklung von Walsterben zu beobachten. Die Ursachen sind in der zunehmenden Verschmutzung der Meere zu finden, die Tiere verhungern oder können ihre üblichen Wanderrouten nicht mehr genau orten.

Nur mal zur Info: Ein 15 Tonnen schwerer Pottwal braucht täglich rund 450 Kilogramm fettreiche Nahrung in Form von Tintenfischen, Seeteufel, Kabeljau, Wittling und Seehase. Die gestrandeten Wale sind teilweise sogar verhungert und der Grund liegt in Fischnetzen, Plastikresten und Kunststoffmüll, die man in ihren Mägen gefunden hat.

Dieser Roman hat durch den schönen, bildhaften und einnehmenden Schreibstil Karen Bojsens eine besondere Anziehungskraft auf mich ausgeübt. 
Die Figuren sind treffend und genau charakterisiert, sie wirken sehr lebendig und sympathisch. Dabei werden die Schwächen und Schwierigkeiten gut herausgearbeitet, die unterhaltende Seite kommt aber auch nicht zu kurz und die Einblicke in das Leben der Walfänger sorgen für besondere Eindrücke.




Insgesamt konnte mich dieser Roman richtig mitreißen und auch die Nordseeatmosphäre hat mich gepackt. "Möwenherz" bringt besondere Einblicke in die Natur, schöne und nachdenklich machende. Wenn wir unsere Welt lieben, sollten wir die Meere schützen.



***Herzlichen Dank für dieses Leseexemplar an den Diana Verlag und an das Bloggerportal Randomhouse!***



Bojsen, Karen - Im Herzen das Meer

                              

Sonntag, 10. Juni 2018

Neuzugänge # 79

 

Es sind wieder Buchneuerscheinungen bei mir eingetroffen, auf die ich mich zum Teil beim Bloggerportal Randomhouse beworben habe. 



Freitag, 8. Juni 2018

Finger, Hut und Teufelsbrut - Tatjana Kruse

Eine herrlich lustige Reihe mit einer durchgeknallten Familie


"Finger, Hut und Teufelsbrut" ist der dritte Teil von Tatjana Kruses Krimireihe um den stickenden Kommissar Seifferheld aus Schwäbisch Hall. Der Krimi erschien 2012 im Knaur Verlag.


Siegfried Seifferheld, Kommissar a.D., ist nach einem Unfall nicht mehr im Dienst. Inzwischen hatte er sein Coming-Out als leidenschaftlicher Sticker und freut sich, nun über sein Hobby eine Radiosendung moderieren zu dürfen. In seinem Leben ist es alles andere als ruhig, denn er lebt in einem Haushalt mit lauter Frauen. Als er von einer jungen Inderin erfährt, dass der indische Kulturattaché entführt werden soll, fängt er sofort an zu ermitteln.
Dieses Mal geht es undercover in einen indischen Kochkurs.




Von dieser Slapstick-Krimi-Reihe kenne ich die ersten beiden Bände und auch hier konnte ich wieder viel lachen und wurde gut unterhalten. 
Wie es in dieser Krimireihe üblich ist, setzt Tatjana Kruse auf einen kniffligen Krimifall, bei dem sie ihre ausgesprochen skurrilen Figuren unterhaltsam einsetzt und die Familiengeschichte eher im Vordergrund steht. Wer hier nicht lachen kann, dem ist auch nicht zu helfen. 
Die Grundlage für die amüsanten Charaktere bildet die Familie von Siegfried Seifferheld, allesamt Frauen mit Besonderheiten. Auch in diesem Band ist Siggis Freundin MaC total eifersüchtig, Schwester Irmgard ist inzwischen mit einem Pastor verheiratet, der jedoch gerade allein auf eine Afrikamission reist (und unter einem Flatulenz-Problem leidet), Tochter und Nichte sind gerade junge Mütter und haben so ihre Probleme und Hund Onis ist immer noch verliebt in seinen rosa Teddy und er ist neben Siggi der einzige männliche Bewohner.  
Diese Familie ist schon reichlich durchgeknallt, aber gerade ihre Besonderheiten machen sie so liebenswürdig und interessant. Tatjana Kruse hat hier Figuren erschaffen, wie man sie sich besser nicht hätte ausdenken können.

Ihrem flotten und eingängigen Schreibstil kann man wunderbar folgen und so ist das Buch auch schnell gelesen. Tatjana Kruse hat einfach ein Gen für die Komik und ihre eingebauten Sprüche und ihr enormer Sprachwitz sind zum Schreien komisch. Sogar die Kapitelüberschriften sorgen für Lacher und zeigen, worauf es im jeweiligen Kapitel geht.  

Die Krimihandlung ist eher Nebensache, aber auch sie sorgt für gute Unterhaltung und die Aufklärung bringt überraschende Informationen ans Licht. 
Grandiose Figuren, ein merkwürdiger Fall und eine reichlich skurrile Familie aus der schwäbischen Provinz sorgen wieder für viele Lacher. 

Diese Reihe lebt von ihren ausgefallenen skurrilen Charakteren und von der durchgängig eingebrachten Situationskomik. Wer gerne lustige Krimis liest, bei dem die Figuren im Vordergrund stehen, sollte diese Reihe mal näher ansehen.




Die Reihe hier auf dem Blog:

Donnerstag, 7. Juni 2018

Gemüseküche

Einfache und vielfältige Rezepte für Gemüsefreunde, jedoch nicht unbedingt  vegetarisch!

 

Dieses kleine handliche Buch über "Gemüseküche" erschien 2014 bei Naumann & Göbel.

Von Suppen über Salate bis zu vielfältigen anderen Leckereien gibt es hier Rezepte für alle Gemüsefans. Viele Gemüsevariationen und Zubereitungsarten je nach Jahreszeit.




Dieses Buch ist recht klein, liegt damit gut in der Hand und ist ziemlich günstig. Es bietet eine Vielzahl von tollen Rezepten, die jahreszeitlich aufgestellt werden.

Die Kochideen zeigen Gemüse in Form von Beilagen oder aber auch als Hauptgerichte in roher, gekochter oder auch gedünsteter Verarbeitung. An Auswahl fehlt es nicht, hier gibt es das richtige Rezept für jedes Gemüse und für jeden Geschmack.
Allerdings, und hier kommt meine größte Kritik an diesem Buch, wird hier auch Fisch und Fleisch in die Rezepte eingebaut. Wenn man den Buchtitel liest, könnte man vermuten, dass es sich hier um ein rein vegetarisches Kochbuch handelt. Das ist nicht der Fall, deshalb sollten Interessierte immer auch einen Blick ins Innere eines Buches werfen.

Die über 100 Rezepte nehmen mit dem passenden Foto jeweils eine Doppelseite ein, die Zutatenlisten sind überschaubar, nicht zu speziell und die Anleitungen sind recht einfach und erfolgen Schritt-für-Schritt. Die Anordnung erfolgt wie schon erwähnt nach den Jahreszeiten.

Frühling:
- Wildspargel mit Cocktailtomaten
- Zanderfilet mit Rucola und Kapern
- Möhrencremesupp

Sommer:
- Tortilla
- Tabbouleh mit Minze
- Lachssteak mit Fenchel: super lecker, aber wieder nicht vegetarisch.

 Herbst:
- Farfalle mit Steinpilzen
- Hackfleischpfanne mit Chinakohl
- Fenchelsalat mit frischen Feigen

Winter:
- Wirsingsuppe mit Kochwürstchen
- Chicorée-Schinken-Gratin
- Lauchkuchen mit Käse 
  


Gemüse ist wichtig in der Ernährung, es schmeckt und stckt voller Vitamine. Ich esse gerne Gemüse und das auch gern in Kombination mit Fleisch oder Fisch. Von daher habe ich hier einige verlockende Rezepte gefunden, die mich zum Nachkochen bewegen werden. Das Angebot der Gemüse ist jahreszeitlich bedingt und daher gefällt mir auch dieser Aufbau des Buches sehr. Denn die saisonfrischen Gemüse sind allen anderen vorzuziehen und das nicht nur aus ökologischen Gründen.



Dieses Buch ist ein Preishit, es enthält viele schmackhafte und gut nachzukochende Rezepte, die Lust auf die Gemüse der Saison machen. Für mich ein sehr guter Ratgeber, wenn man mal wieder nicht weiß was man kochen soll.