Montag, 22. Oktober 2018

Neuzugänge Oktober 2018


Hallo ihr Lieben! 


Jetzt war ich mal drei Tage nicht zu Hause und schon quillt der Briefkasten über, bzw. meine Nachbarinnen haben für mich ein paar Buchsendungen annehmen müssen. Vielen Dank mal an dieser Stelle! Die Bücher zeige ich euch heute nur mit dem jeweiligen Cover. Mehr Zeit ist heute einfach nicht. Es scheint eine lesereiche Woche zu werden, aber schaut selbst.









Den Verlagen Penguin, Digital Publishers, Wunderlich aus dem Hause Rowohlt, Blanvalet und Aufbau danke ich sehr für diese tollen Bücher. Ich bemühe mich, alle mit der nötigen Aufmerksamkeit zu lesen und sie auch in einer Rezension dementsprechend zu würdigen. 

Eine schöne Woche,
eure Sommerlese! (im Herbstmodus)
 

Montagsfrage # 85



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Die heutige Montagsfrage von Antonia von Lauter & Leiser ist folgende Frage: 



Leihst du Bücher aus Bibliotheken aus? 

 

Diese Frage muss ich jetzt ganz anders beantworten als es vor ein paar Jahren getan hätte. 

Früher Ja, heute Nein!

Ich finde Büchereien wunderbar. In meiner Schulzeit war ich regelmäßig in meiner kleinen Stadtbibliothek, denn ich hatte gar nicht soviel Taschengeld, um alle Bücher selbst kaufen zu können. Später an der Uni war ich in der Uni-Bibliothek ein häufiger Gast, allerdings waren das meistens Fachbücher.

Als ich Mutter geworden bin, habe ich bei uns im Stadtteil in einer Kinder-Kirchenbücherei mitgearbeitet. Während ich die Ausleihe gemacht habe, durften sich meine Kinder selbst Bücher anschauen und für Zuhause aussuchen. 
Das war eine ziemliche Schlepperei, denn es kam immer einiges zusammen. :-)

Ich habe mir meine Bücher meistens gekauft oder mit Freundinnen oder in der Familie getauscht, allerdings konnte ich damals auch nicht soviel lesen wie jetzt, Familie und Job ließen gar nicht die Zeit zu.

Seit meinem Start bei Lovelybooks habe ich für Leserunden Freiexemplare gewonnen, das war der Beginn meiner neu erwachten Leseleidenschaft. Und mit meinem eigenen Blog ging dann der ganz große Wahnsinn los und heute bin ich in der großartigen Lage, mir bei den Verlagen Wunschbücher anzufordern oder auf die Anfragen und Angebote der Mitarbeiter mir Bücher auszusuchen, die ich gern lesen und rezensieren möchte.

Diese Achtung und Anerkennung von Seiten der Verlage genieße ich sehr, auch wenn es langsam in einen Vollzeitjob ausartet. Die Bücherei darf ich jedenfalls nicht zusätzlich betreten, das wäre für mich das Ende jeglicher freien Zeit.  


Wie sieht es bei euch aus?

Sonntag, 21. Oktober 2018

Lügen. Nichts als Lügen - Helen Callaghan

Kein echter Psychothriller und hat mich nicht überzeugt 


"Lügen. Nichts als Lügen" ist ein Psychothriller von Helen Callaghan, der als deutsche Übersetzung am 01.10.2018 im Knaur Verlag erscheint. 


Sophia erlebt gerade einen heißen Flirt, als sie einen ängstlich klingenden Anruf ihrer Mutter Nina bekommt. Sie möchte bitte nach Hause kommen. Doch Sophia nimmt das nicht ernst, denn zu häufig hat ihre Mutter schon überreagiert. Hinterher bereut sich das zutiefst, denn was sie danach erwartet, hätte sie sich in den schlimmsten Albträumen nicht vorstellen können. Ihre Mutter findet sie erhängt an einem Baum vor und ihren Vater blutüberströmt und ohne Bewusstsein. Was ist hier geschehen und wer hat diese braven und friedlichen Menschen auf dem Gewissen?


                               
 

"Sophia, du bist die Weltseele. Du bist göttliche Weisheit, hineingezwängt in einen sterblichen Traumzustand, eine Art Dornröschenschlaf." Zitat Seite 349 

In diesem Buch vereinen sich Familiendrama, eine Sekte mit Hippieverhalten und ein Kriminalfall, der das Leben von Sophia auf den Kopf stellt. Nichts von dem was ihre Eltern ihr vorgelebt haben, stimmt, alles ist Lüge gewesen und erst jetzt erfährt sie durch dieses schreckliche Ereignis davon.
Die Thematik finde ich äußerst spannend, Sophia findet nähere Informationen über ihre Eltern in versteckten Notizbücher, darin offenbahrt sich eine Sektenzugehörigkeit ihrer Mutter. Davon hatte Sophia keine Ahnung und immer mehr taucht sie in die Vergangenheit ihrer Mutter ein. Entsetzen und Fassungslosigkeit machen sich bei ihr breit. An den von der Polizei vermuteten Selbstmord glaubt Sophia nicht.


Diese Geschichte beginnt außerordentlich dramatisch, doch dann entwickelt sich die Handlung mehr und mehr als Familiendrama, in dem Sophias Mutter Nina die Hauptrolle einnimmt. Ihr Leben in den 80er Jahren in der Sekte "Morningstar" wird nach und nach sichtbar. Der Anführer Aaron Kessler ist ein ehemaliges Rockband-Mitglied und Nina verfällt ihm vom ersten Moment an. Sie ist eine junge, schüchterne und beeinflussbare Person und damit ein geeignetes Opfer für Aaron. Drogen, Alkohol und Sex gehören zum Lebensstil der Kommunen-Anhänger und Nina lässt sich darauf ein. Es geht um Bewusstseinserweiterung, das Leben als Ganzes ohne individuelle Persönlichkeit und dem Gehorchen des Gurus. Man fühlt sich an die Bhagwan-Kommunen in Indien erinnert.


Die Figuren werden bis auf Sophia, Nina und Aaron nicht sehr deutlich gezeichnet. Es wird hinter die Kulissen der Sekte geschaut, einige Erlebnisse Ninas überraschen und man bekommt einen Eindruck, wie schnell Abhängigkeiten entstehen können.
Die Ermittlung des Todesfalls macht sich die Polizei sehr leicht, sie glaubt an einen Suizid, ein Familiendrama und so bleibt es Sophia überlassen, selbst ermitteln. Dafür benötigt sie nur die Notizbücher ihrer Mutter, die Wahrheit ist dort verborgen. 


Die Rahmenhandlung und der Schreibstil haben mir gefallen, die Ausarbeitung hat jedoch einige Längen und die Vorgänge, die einen Psychothriller rechtfertigen würden, haben mir ebenfalls gefehlt. 




Dieser Thriller hat die Qualität eines Dramas, nicht mehr und nicht weniger. Das Thema Sektenzugehörigkeit und Abhängigkeit werden hier gut aufgezeigt, die Spannung bleibt aber etwas auf der Strecke.


***Vielen Dank an den Knaur Verlag für die Übersendung dieses Rezensionsexemplars!***
 
                   

Samstag, 20. Oktober 2018

Leise rieselt das Glück - Debbie Macomber

Eine romantische Liebesgeschichte, die sehr vorhersehbar ist. 



Das Weihnachtsglück gibt´s Online 


Der weihnachtliche Roman "Leise rieselt das Glück" von Debbie Macomber erscheint im Oktober 2018 im Blanvalet Verlag.

 


Merry arbeitet als Zeitarbeitskraft in der Datenverarbeitung, ihr Chef sorgt nicht gerade für ein positives Betriebsklima. Sie ist dagegen eine absolut liebenswürdige Person und tut alles, damit es in ihrer geliebten Familie gut läuft. Denn sie haben es nicht einfach, die Mutter hat MS, ihr Bruder Patrick das Down-Syndrom und der Vater ist beruflich ständig unterwegs, doch es geht dort harmonisch zu und man fühlt sich bei ihnen wohl. Nun soll Merry endlich auch mal ihr eigenes Glück finden und sie wird heimlich bei einer Online-Dating-Plattform angemeldet. Als Foto muss der Familienhund herhalten.


Merry steckt ihre eigenen Wünsche zurück und deshalb wünscht man ihr auch ein ganz besonderes Weihnachtswunder und das große Liebesglück. Das ist auch der Grund weshalb dieser Roman zum Weiterlesen einlädt, denn eigentlich ist es ja sehr vorhersehbar, wie das Ganze endet.

Natürlich findet Merry einen Mann über das Internet. Natürlich verliebt sie sich in ihn und dann ist es ausgerechnet ihr verhasster Chef. Doch ganz so übel wie er immer gibt ist er gar nicht, er entwickelt sich im Laufe der Online-Gespräche zu einem ganz netten Kerl. Er ist auf einmal gar kein Weihnachtsmuffel mehr, denn Merry öffnet ihm nicht nur die Augen, sondern auch sein Herz.


Dieser Roman zeigt eine romantisch, verzwickte Geschichte über den Chatverlauf einer Online-Bekanntschaft, bei dem sich Gefühle anbahnen und eine Verliebtheit entsteht. Beide Gesprächsteilnehmer harmonieren miteinander und finden Interesse an der anderen Person, ja sie entdecken sogar ihre gegenseitigen Gefühle füreinander. Die täglichen Chats bringen Abwechslung, Freude und sehnsüchtige Gefühle in ihr Leben. Beide sind einsam, doch die Online-Dates sorgen für neue Hoffnung auf den passenden Partner.

Der Schreibstil der Autorin hat mir sehr gut gefallen, er lässt sich wunderbar leicht und unkompliziert lesen. Man fliegt förmlich durch die Seiten.

Die Wechsel in der Erzählerperspektive zeigen abwechselnd mal Merrys Sicht und mal Jaysons, das sorgt nicht nur für Abwechslung, sondern man taucht dadurch in ihre Gefühls- und Gedankenwelt ein. Das Spiel mit der Identität beider Figuren nimmt dadurch einen interessanten und kurzweiligen Verlauf. Denn Beide sind sich beim Online-Chatten nicht sicher, wer sich dahinter verbirgt.
Als Leser weiß man aber mehr und freut sich auf das erlösende gegenseitige Erkennen der beiden Protagonisten.

Zum Ende hin wirkt alles etwas in die Länge gezogen, das Aufeinandertreffen gestaltet sich als ein etwas zähes und langwieriges Hin und Her. Die Geschichte bekommt durch den etwas begriffstutzigen Jayson und trotz der modernen Online-Chatterei einen etwas konservativen Beigeschmack. Dennoch habe ich die Handlung gern verfolgt.


Man kann diesen Roman wunderbar zur Entspannung lesen, bekommt eine Liebesgeschichte und gleichzeitig etwas Weihnachtsstimmung geboten. Ich vergebe 3 von 5 Sternen für das leise rieselnde Glück.



      
                                         


*** Ich möchte mich herzlich beim Bloggerportal und dem Blanvalet Verlag für das Rezensionsexemplar bedanken!***

Freitag, 19. Oktober 2018

Freitags-Füller # 108



Es ist bereits Herbst und wir haben immer noch angenehmes Wetter. Das nutzen mein Mann und ich aus und verbringen noch ein paar Tage an der Ostsee. Wir haben heute Hochzeitstag und das feiern wir mit dieser Kurzreise.  


 

Immer wieder kommt ein neuer Freitag ... und damit der Freitagsfüller! 

 

Dies ist ein Projekt von Barbara von  Scrap-Impulse

Ein kleiner Lückentext zum Ausfüllen.

 

1. Ich rieche hier an der Ostsee den Geruch nach Meer und Fisch. Auch wenn mir der Duft von Parfüm eigentlich lieber ist, gehört das einfach zum Meer dazu.

 

2. Ich versuche mich beweglich und fit zu halten und es ist mir auch wichtig, hilfsbereit zu sein. 

 

3. Ich sehe gerne das bunt gefärbte Blätterwerk der Bäume im Herbst und kann mich auch über Tiere in der Natur freuen.

 

4. Ich höre sehr gut, was nicht immer ein Vorteil ist, denn mich stört Lärm sehr.

 

5. Ich trage als Sternzeichen Zwilling häufig zwei Seelen in meiner Brust, das kann auch schon mal schwierig in der Entscheidungsfähigkeit sein.

 

6. Ich esse gerne Fisch, Gemüse und Kuchen, aber auch Obst und die Bouletten meiner Mutter.

 

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf ein wunderbares Essen zu zweit, mit Kerzenlicht und einem Glas Wein zum Anstoßen auf viele gemeinsame schöne Jahre mit meinem Mann, morgen habe ich einen Strandspaziergang und das Erkunden der Umgebung geplant und Sonntag möchte ich erst noch ein wenig die Gegend genießen und dann die Heimreise antreten.

 

Wie sehen eure Pläne für die nächsten Tage aus?  

Ich wünsche ein schönes Wochenende!

Eure Sommerlese

Mittwoch, 17. Oktober 2018

Vier Pfoten für ein Weihnachtswunder - Petra Schier

Diese winterliche Lektüre bietet eine reizende Liebes- und Familiengeschichte, die den Zauber der Weihnacht in den Fokus rückt.


Der Roman "Vier Pfoten für ein Weihnachtswunder" ist ein weiteres Werk aus der beliebten Weihnachtsreihe mit Hund von Autorin Petra Schier, der im MIRA Taschenbuchverlag erscheint.

Bald ist Weihnachten und diese Zeit hasst Laura. Gerade jetzt scheitert ihre Beziehung und sie nimmt auf dem Land eine neue Stelle in einem Familienhotel an und landet prompt in vollkommen weihnachtlicher Dekoration und Stimmung. Die Familie ist nett, aber chaotisch und besonders Lizzie, ein flauschiger Westie, hat es ihr angetan und der Sohn des Chefs ist auch nicht zu verachten.
Santa Claus und das Christkind haben sich vorgenommen, ihren guten Ruf auf der Erde wiederzubeleben, zuviele Menschen sind inzwischen zu Weihnachtshassern geworden. Ihre Engel und Elfen erarbeiten einen Plan und sie haben sich Laura ausgesucht. Was ist in ihrem Leben vorgefallen, dass sie sich so gegen weihnachtliche Gefühle und Stimmungen sträubt?



Wer die weihnachtliche Hundereihe von Petra Schier kennt, wird sie lieben und sich auch schon auf diesen neuen Band freuen. Mir ging es jedenfalls so und ich durfte in eine verschneite, romantische Weihnachtsatmosphäre eintauchen und eine romantische Liebesgeschichte erleben. 


Dieser Roman ist süß, zuckersüß, doch es ist kein kitschig, schnulziges Buch, sondern eine einnehmende Geschichte mit liebenswerten und sympathischen Figuren, die zu einer herzlichen und aufgeschlossenen Familie gehören und die ihre neue Mitarbeiterin Laura mit offenen Armen empfangen. Lauras Gefühle sind damit überfordert, denn sie hat keine Familie und wurde im Heim groß.

Petra Schier erzählt in einem lebhaft, mitreißenden Stil, man folgt ihr durch die Handlung auf Erden und in den Himmel.

Diese Orte wechseln sich miteinander ab, das Vorhaben der Himmelsfiguren zielt auf Laura ab, sie bekommt extra viel winterliche Stimmung geboten. So findet sie Gefallen an der duftenden Weihnachtsbäckerei mit der Familie, dem Besuch auf einem Weihnachtsmarkt mit funkelnden Lichtern und der fröhlichen Stimmung und der glitzernde Schnee hat auch seine besondere Wirkung auf sie. Da könnte etwas magischer Sternenstaub im Spiel sein, denn Laura ist auf einmal empfänglich für diese besondere Zeit. So wie sie taucht man ebenfalls in diese zauberhaft schöne winterliche Gemütlichkeit, genießt den selbstgemachten Kakao (ein Rezept gibt es dazu im Buch) und verfolgt voller Erwartung die sich anbahnende Liebesgeschichte zwischen Laura und Justus. Sollte das Vorhaben der Himmelsfiguren erfolgreich verlaufen? 

Wem das noch nicht reicht, der bekommt aus Lizzies Hundesicht noch andere, manchmal lustige Einsichten geschildert. Hundefreunde werden begeistert sein und dieses weiße Hündchen lieben.



Als winterliche Lektüre bietet dieses Buch eine reizende Liebes- und Familiengeschichte, die den Zauber der Weihnacht in den Fokus rückt. Es sorgt für eine wunderbare Einstimmung auf Weihnachten, indem es die winterlichen Freuden zeigt und den Leser auf das Fest einstimmt.


***Vielen herzlichen Dank an HarperCollins für die Übersendung dieses Reziexemplars!***


Aus der Buchreihe: 

Schier, Petra - Vier Pfoten am Strand

Montag, 15. Oktober 2018

Grenzgänger - Mechthild Borrmann

Konnte mich mitreißen, ging mir zu Herzen und war so fesselnd wie dramatisch. Unbedingt lesen!

Von Recht und Gerechtigkeit



Der Roman "Grenzgänger" von Mechtild Borrmann dreht sich um Heimkinder in den 50er und 60er Jahren. Das Buch erscheint am 01.10.2018 im Droemer Verlag.

Aachen 1970: In diesem Jahr steht Henni, Ende dreißig, verheiratet und zweifache Mutter, angeklagt des Mordes und der Brandstiftung mit Todesfolgen vor Gericht. Ihre Jugendfreundin Elsa kann die Anschuldigungen nicht glauben und besucht die Prozeßverhandlungen regelmäßig. Ein Jurastudent möchte über diesen Prozeß eine Seminararbeit schreiben und befragt Elsa nach den Hintergründen.  Elsa erzählt ihm von Henni, ihren Familienverhältnissen und der schwierigen Zeit nach dem Krieg. Die Menschen versuchten mit Kaffee-Schmuggel über das Große Venn ihre Haushaltskasse etwas aufzubessern. Auch Henni brachte damit ihre drei Geschwister und ihren Vater über die Runden. Doch sie wurde gefasst und landete in einer Besserungsanstalt.
 

Dieser Roman spielt in der Deutschen Nachkriegszeit ab 1945 und führt bis in die 70er Jahre hinein.

Es offenbahrt sich eine belastende Geschichte um die Familie Schöning, die in einem kleinen Dorf an der deutsch-belgischen Grenze lebt. Der Vater ist aus dem Krieg zurückgekehrt und ist nicht mehr der Alte, die Mutter verstirbt früh und Henni übernimmt mit gerade mal 17 Jahren die Verantwortung für die Geschwister und die Ernährung der Familie. Sie macht beim Kaffeeschmuggel mit, die Einkünfte braucht sie dringend. Sie führt andere Schmuggler durch die Route mitten durch das gefährliche Moor. 
Es kommt zu einem tragischen Ereignis, Hennies Schwester begleitet sie und wird von Zöllnern erschossen. Ihr Vater macht Hennie dafür verantwortlich und sie landet in einer Besserungsansatalt. 

Die Vorgänge sind sehr bedrückend geschildert, das gezeigte Elend in den Kinderheimen spiegelt grausame Unmenschlichkeit wider und ich war beim Lesen sehr betroffen und konnte das Buch einfach nicht aus der Hand legen. 

Die Einblicke in Hennies Vergangenheit bringen immer mehr Klarheit. Elsa ist von Hennies Unschuld überzeugt und tut alles, um die Wahrheit ans Licht zu bringen. 
Doch das ist nicht so leicht, es gibt einige Umstände, die der Gerechtigkeit nicht zum Sieg verhelfen. 

Mechtild Borrmanns klare und präzise Sprache zeigt die Ereignisse so realistisch auf, dass man in den Sog dieser Geschichte gerät und von ihr gefangen wird. 
Die gefühlslose Grausamkeit, die hier den Kindern im Heim geschieht, das empfindungslos Verhalten des Vaters und anderen Erziehungsbeauftragten ist zutiefst verstörend zu lesen und geht sehr ans Herz. Und doch gibt es immer wieder kleine Hoffnungsschimmer, mit denen man die Figuren mit Bangen begleitet. 

"Grenzgänger" hat mich nicht nur während des Lesens im Griff gehabt, es wirkt auch noch darüber hinaus lange nach.

Recht ist nicht Gerechtigkeit, wenn die Wahrheit nicht gesiegt hat.


Dieser Roman ist mitreißend und vollkommen fesselnd. Er enthüllt eine ergreifende Geschichte, die mit einer Kriminalhandlung die Nachkriegszeit zum Leben erweckt und für Erschütterung beim Leser sorgt. Uneingeschränkte Leseempfehlung für dieses Buch!



***Ich danke dem Droemer Verlag ganz herzlich für dieses Rezensionsexemplar!*** 




Montagsfrage # 84


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Die heutige Montagsfrage von Antonia von Lauter & Leiser  heißt heute:

Schreibst du überwiegend Rezensionen über Bücher, die dir gefallen, oder auch über Bücher, die dir nicht gefallen?


Das ist eine interessante Frage! Immer wieder glauben einige Blogkritiker, dass Blogger für ihre gelesenen Bücher stets Werbung machen und deshalb alle Bücher positiv bewerten und kaum Kritik üben. 

Ja, solche unkritischen Blogger mag es geben, manche vergeben nie eine negative Kritik. Das ist bei mir nicht so, wenn mich ein Buch enttäuscht, mache ich das kund und möchte damit anderen Lesern eher von diesem Buch abraten. Ehrlichkeit und die offene eigene Meinung sind für mich sehr wichtig.

Kritik finde ich wichtig. Ich möchte auch auf meine Probleme mit dem entsprechenden Buch hinweisen und damit anderen Lesern die Möglichkeit geben, einzuschätzen, ob es etwas für sie sein könnte. Von anderen Ergüssen über literarische Verbiegungen hat man als Otto-Normal-Verbraucher nichts.


Wer meinen Blog kennt, weiß, dass ich über alle Bücher, die mir in die Hände fallen, eine Rezension schreibe.
Ich möchte das gern komplett haben. Auch wenn meinen Lesern klar ist, dass meine Besprechungen nicht die eines Literaturkritikers sind, so wollen sie doch von mir wissen, ob mir das Buch gefallen hat oder was mich daran gestört hat. 

 
Meistens habe ich an den Büchern nicht sehr viel auszusetzen, ich gebe aber meine bemängelten Probleme in der Rezi offen an. Damit ist wohl allen geholfen, den Lesern und auch den Autoren, wenn sie die Mängel denn beseitigen wollen. 

Nun mag man sagen, wer nur positive Bewertungen abgibt, dem kann man nicht glauben. Meine Bücher suche ich mir selbst aus, kaufe sie oder bekomme sie von Verlagen angeboten. Natürlich spielt da mein Geschmack eine Rolle und ich wähle nur die Lektüre, die mir zusagt. Jeden literarischen Erguss möchte ich auch nicht lesen, die Bücher lehne ich von vornherein ab. 

Und meine ehrliche Meinung gebe ich offen zu, auch wenn ich mit Kritik vielleicht bei manchen Leuten anecke, ich stehe dazu. In letzter Zeit habe ich die Best-Bewertung häufig vergeben, wie gesagt, ich suche mir die Lektüre selbst aus. 
Allerdings sehe ich die Bewertung auch locker als vor einigen Jahren, manchmal reicht es ja aus, wenn man die negative Kritik in der Rezi nett verpackt und nicht dafür sofort 3 Sterne abzieht. Trotzdem vergebe ich ab und zu auch mal 2- oder 3- Sterne, denn ich bin dann schon sehr ehrlich.

Wie seht ihr das, seid ihr kritische Rezensenten oder lobt ihr Bücher, weil ihr vielleicht die Autoren mögt und ihnen jede erdenkliche Werbung zuteil werden lassen wollt?

Für euch eine schöne Woche, 
Eure Sommerlese! 

Sonntag, 14. Oktober 2018

Ein Ort für unsere Träume - Kristin Harmel


Ein tragischer und emotional mitreißender Roman


"Ein Ort für unsere Träume" ist der neue Roman von Kristin Harmel. Er erscheint im Oktober 2018 im Blanvalet Verlag.

New York 1939: Ruby ist Amerikanerin, lernt den Franzosen Marcel kennen und beide verlieben sich sofort ineinander, sie heiraten und ziehen nach Paris. Frankreich steht unter deutscher Besatzung und die Lebensbedingungen sind schwierig. Auch die Ehe mit Marcel ist nicht unkompliziert, er scheint vor Ruby etwas zu verbergen. Die einzige Freundin Rubys ist die jüdische Nachbarstochter Charlotte. Als Marcel sein Leben im Krieg verliert, bricht für Ruby eine Welt zusammen. Doch sie überwindet ihre Trauer tapfer und entwickelt neuen Lebenswillen und arbeitet für die Resistance. Eine ganz besondere Begegnung mit einem jungen Mann verändert ihr Leben erneut.  


"Aber wenn wir die Finsternis besiegen wollen, müssen wir selbst den Weg zum Licht finden. Wir müssen unserem Herzen folgen und die Gefahr annehmen." Zitat von Charlotte Seite 282 


Wieder einmal hat Kristin Harmel einen tragisch, berührenden Roman über die Liebe geschrieben. 
Ihre Figuren sind mit der Amerikanerin Ruby und der Jüdin Charlotte interessant gewählt und gut gezeichnet. Beide arbeiten für die Resistance in Paris mit. Zunächst versteckt Ruby etliche alliierte Piloten in einem Wandschrank und führt sie Fluchthelfern zu. Sie verliebt sich in einen britischen Piloten, der durch ihre Hilfe fliehen kann. Charlottes Eltern wurden als Juden deportiert, sie findet Unterschlupf bei Ruby.

Kristin Harmels Geschichte ist von den schwierigen Bedingungen des Krieges durchdrungen. Die Menschen halten sich mit Essensrationen am Leben, die Judenverfolgung findet auch in Paris statt und die Menschen leben voller Misstrauen und Angst.

Man leidet unweigerlich mit Ruby und ihren Verlusten mit, erlebt ihre neu erwachende Hilfsbereitschaft und ihren Mut und ihre Sorge um die jüdische Freundin Charlotte. Bei dieser Geschichte erlebt man die ganze Bandbreite von Emotionen hautnah mit. Liebe, Trauer, Fassungslosigkeit, Wut und Verzweiflung brechen sich hier Bahn und schwappen auf den Leser über.

Die Geschichte der mutigen Ruby wird von Hoffnung getragen, von Liebe und von ihrer Kampfbereitschaft für das Gute und für die Menschlichkeit. Während sie alliierte Piloten aus Frankreich schmuggelt, hofft sie auf ein Lebenszeichen und ein Wiedersehen mit Thomas. Ihre zweite große Liebe ihres Lebens. Die Bilder von den Mohnfeldern in ihrer amerikanischen Heimat werden zum alles überspannenden Thema, das auch Thomas nie vergisst.

Kristin Harmel hat die Gabe, emotionale Geschichte zu erfinden und ihre Charaktere sehr genau und authentisch zu zeichnen. Die Liebesgeschichte vor diesem dramatischen Kriegshintergrund ist wie ein Hoffnungsschimmer in dieser düsteren Zeit. Wieder ist es der Autorin gelungen, mich mit ihrem gefühlvollen Schreibstil an die Geschichte zu fesseln und mit den Figuren gemeinsam mitzufiebern, zu hoffen, zu leiden und zu lieben. Man taucht regelrecht in diese Zeit ein und erlebt alles hautnah mit. 

Dieses Buch zeigt eine bewegende Geschichte, die sich um Liebe, um Menschlichkeit und um die Resistance-Bewegung in Frankreich während des Zweiten Weltkriegs dreht.

Mit hat der Roman sehr gut gefallen, ich vergebe gerne eine volle Leseempfehlung für diese tragische und authentisch erzählte Geschichte.



***Vielen herzlichen Dank für die Übersendung dieses Rezensionsexemplar an den Blanvalet Verlag!***




Coco Chanel - Nadine Sieger

Eine eindrucksvolle Biografie dieser emanzipierten Modeikone 


Nadine Sieger schrieb die Biografie "Coco Chanel", die im Herder Verlag 2018 erscheint. 

Coco Chanel hat das letzte Jahrhundert maßgeblich im Bereich der Mode geprägt, sie sorgte für Bewegungsfreiheit, entsorgte das Korsett und machte Ringelshirts, Matrosenhosen, das Kleine Schwarze und ihre legendären Tweed-Kostüme berühmt. Sie war eine Vorreiterin der Emanzipation durch ihre modische Revolution. 




"Jeder Entwurf entsteht aus dem Bauch heraus. ..Die Autodidaktin schneidet, drapiert, steckt fest, näht, probiert, trennt auf, ändert und fängt, wenn´s sein muss, wieder von vorne an. Dabei steckt immer eine qualmende Zigarette in ihrem Mundwinkel." Zitat Seite 63


Gabrielle, genannt Coco Chanel ist ein Phänomen. Ihr besonderer Ruf in der Modewelt erreicht nach dem Erfolg in Europa um 1913 auch ein Jahr später Amerika, denn sie verkauft den Frauen nicht nur Kleidung, sondern sie steht ein für ein emanzipiertes Frauenbild, frei und voller Selbstbewusstsein. Sie selbst ist ihre beste Werbung. 

Diese Biografie zeigt eine Frau, deren Name heute auf der ganzen Welt bekannt ist. Sie ist eine Legende, eine Frau, die für die Beseitigung der Korsetts sorgte und damit ein Zeichen setzte für die Befreiung der Frau. Ihre Jersey-Kostüme waren elegant, bequem und dennoch voller Eleganz und körperlicher Reize.
  
Das Leben von Coco war zwar ungezwungen und frei, aber nicht so glücklich, wie man vermuten könnte. Ihre große Liebe Arthur Boy Capel heiratet eine andere Frau, verstirbt einige Jahre später. Kurz darauf verstirbt auch Cocos zweite Schwester, die gleichzeitig ihre wichtigste Angestellte war. Cocos Trauer ist groß, ihre Gefühle sind am Boden zerstört.
Es ist die Bekannschaft einer Frau, die Coco wieder ins Leben zurückbringt. Marie Godebska, genannt Misia, hatte zwar wie Coco eine tragische Jugend, doch sie pflegt Kontakte zu Musikern, Künstlern und Dichtern und ihre lebenslustige abenteuerliche Art kommt bei Coco gut an.
Nun taucht auch Coco in die künstlerische Gesellschaft von Marcel Poust, Erik Satie und Pierre-Auguste Renoir und Pablo Picasso ein.
Dieser Lebensabschnitt hat Geschichte geschrieben, denn Coco trägt nun hauptsächlich Schwarz, die Farbe der Bediensteten und Witwen, die knallbunten Farben findet sie unmöglich und sie entwirft ihr berühmtes "Kleines Schwarze". Lediglich ein kleiner weißer Kragen darf dieses Kleid beizeiten schmücken. Das elegante, figurschmeichelnde Kleidungsstück hält seinen erfolgreichen Einzug in die Kleiderschränke der Welt und der legendäre Ruf ist geweckt.

Ernest Beaux ist der Parfümeur, der 1922 Coco Chanel seine 24 eigenen Duftkompositionen vorstellt. Coco wählt den Duft N° 5 und das bekannteste Parfüm der Welt ist geboren.

Nach Boys Tod hat Coco zahlreiche Affären, Strawinsky, Henri Bernstein und andere tauscht Coco nach und nach aus. Talent, Intelekt oder Genie zählt in ihren Augen etwas, aber auch Adelstitel sind nicht zu verachten.  

Der Lebensweg geht abenteuerlich, aber dennoch unverheiratet weiter. Coco kommt in der Schweiz zur Ruhe, ihre Lebensgefährten sterben nach und nach. Noch mit 70 Jahren plant sie ein Comeback. Christian Dior ist der neue Stern am Modehimmel. Coco steigt 1954 mit einer großen Kollektion wieder ins Modegeschäft ein. Ihre Kostüme werden von Reichen, Schönen und Bekannten in aller Welt getragen. Namen wie Jackie Kennedy und Audrey Hepburn verbindet man mit dieser Marke. Sie hat ein Weltimperium erschaffen.

"Ruhm ist Einsamkeit", ist ein Zitat von Coco. Sie stirbt 1971 und gestaltet vorher noch ihren eigenen Grabstein. 

Nadine Sieger hat mit dieser Biografie Einfühlsamkeit bewiesen, sie schreibt, als wäre sie Coco Chanel persönlich. Der Schreibstil liest sich interessant, abwechslungsreich, mondän und doch mit einem wunderbaren Gespür für die emotionalen Erlebnisse und Lebensmomente Coco Chanels.


Diese Biografie zeigt ein eindrucksvolles Bild dieser besonderen Persönlichkeit, die man mit zeitlosem Chic und besonderem Stilempfinden verbindet. Eine Modeikone von Weltruhm. Eine geniale Biografie, die dieser Frau ganz besonders gerecht wird.


***Herzlichen Dank an den Herder Verlag für dieses wunderbare Rezensionsexemplar!***


Samstag, 13. Oktober 2018

Der zauberhafte Eisladen - Heike Eva Schmidt


Ein zauberhaftes Kinderbuch mit dem Geschmack von Eis


Heike Eva Schmidt ist die Autorin des Kinderbuches "Der zauberhafte Eisladen" aus dem Boje Verlag.

Ellis Großvater Leonardo besitzt die beliebteste Eisdiele der Stadt. Dieses Eis ist ganz besonders, es hat magische Wirkung. Auch Elli hat scheinbar das Talent für die Herstellung in sich, denn sie kann Gefühle als farbigen Nebel sehen. Der Großvater will sie in der Eismagie ausbilden, Schritt für Schritt. Doch das ist natürlich Elli viel zu langsam und so mischt sie heimlich ein wildes Quatsch-Eis, durch welches ihre Mitschüler völlig durchdrehen. Dabei steht gerade eine Prüfung ihrer liebenswerten Lehrerin bevor. Es hilft nichts, Elli muss es ihrem Opa beichten, vielleicht kann er noch rechtzeitig helfen. 


Elli Sonntag zieht mit ihrer Familie und den drei Hühner in die Nähe von Opa Leonardos Eisdiele.  Ellis Großvater zaubert magisches Eis. Es verleiht Mut, Fröhlichkeit und spendet sogar Trost. Schon bald entdeckt Elli die besondere Gabe, die in ihrer Familie von ihrem Opa auf sie weitergegeben wurde.

Dieses Kinderbuch ist für die Altersklasse ab 8 Jahren gut geeignet. 
Magisches Eis möchte jedes Kind gerne essen und so ist es auch ein fantasievolles Thema zum Träumen und Miterleben.
Die Geschichte unterhält ganz wunderbar mit seinen liebenswerten und leicht sonderbaren Charakteren. Es sind die kleinen Details, wie zum Beispiel die Dachtiere, die für humorvolle Abwechslung sorgen. Doch nicht nur die Familienhühner sorgen für überraschende Vorgänge, auch die Familie ist recht turbulent und man fühlt beim Lesen eine angenehme Grundstimmung.
Kinder werden hier mit Schule und Familie bekannte Szenen ihres eigenen Lebens wiedererkennen.
Das Familiengeheimnis mit dem Magischen Eis ist natürlich der Hit des Buches.

Zum Selberlesen ist dieses Buch gut geeignet, es gibt aber recht lange Kapitel und einige schwierigere Worte, sowie italienische Begriffe. Lustige Bilder lockern die Texte ab und zu auf und dem Lesevergnügen steht nichts im Wege.

Es ist eine herrliche Vorstellung, dass Eis magische Wirkung enthält, die sich auf die Stimmung auswirken kann. Diese Fantasie passt mit den Wortwitzen, den komischen Vorgängen zusammen, die sich im Buch abspielen. Mir hat der Aspekt gefallen, wie hier Einfühlungsvermögen und Verantwortung eine große Rolle spielen.


Eine zuckersüße Geschichte über eine liebenswerte Familie und eine besondere, leider unrealistische Gabe. Für Kinder eine traumhafte Vorstellung und eine magische Welt mit leckerem Eis, die sich dort auftut. 

   

Neuzugänge # 88

 Was gibt es Neues im Regal? 

Gerade findet die Buchmesse in Frankfurt statt und obwohl ich gar nicht dabei bin, finden hier zahlreiche neue Bücher ihren Weg zu mir. 

Weihnachten wirft seine langen Schatten voraus, es gibt schon einige winterliche Romane in meinem Leseregal, die nun auf mich warten. Dabei ist das Gefühl für warme Kuschelsocken und Gebäck mit Zimt und Lebkuchengeschmack noch gar nicht da, es passt einfach nicht zu dem herrlichen Sonnenschein, den wir in diesem Oktober so auskosten dürfen. Trotzdem verlocken mich diese drei winterlichen Bücher natürlich sehr. 



Leise rieselt das Glück von Debbie Macomber

Das Weihnachtswunder von Angelika Schwarzhuber

Vier Pfoten für ein Weihnachtswunder von Petra Schier


Und hier kommen noch zwei Bücher, die mich in "Der zauberhafte Eisladen" mit Elli und viel Eisgeschmack in eine lustige Kindergeschichte eintauchen lassen und im Roman "Ein Ort für unsere Träume" von Kristin Harmel geht es um eine bewegende Liebesgeschichte, die vor dem Hintergrund des Zweiten Weltkriegs spielt.   


Das soll erst mal als Information reichen, meine Rezensionen bringen dann bald nähere Angaben zu den verschiedenen Inhalten.

Liebe Grüße und ein sonniges Oktoberwochenende,
eure Sommerlese! 
 

Escape Room - Chris McGeorge

Von der Idee her super, die Umsetzung könnte besser sein



Der Thriller von Chris McGeorge heißt "Escape Room - Nur drei Stunden" und erscheint im Knaur Verlag

Morgan Shepard ist ein bekannter TV- Star mit einem Suchtproblem. Er wacht gefesselt in einem fremden Hotelzimmer auf. Mit ihm befinden sich fünf weitere Menschen und eine Leiche im Raum. Der Tote ist Morgans langjähriger Psychiater. Was für ein Spiel wird hier gespielt? Es ist ein mörderisches Spiel und Shepard hat nur 3 Stunden Zeit, den Mörder unter den Anwesenden zu finden. Ansonsten werden alle sterben. Die Zeit rennt.
  


Chris McGeorge hat mit diesem Thriller berühmten Vorbildern wie Agatha Christie und Arthur Canon Doyle nachgeeifert. Er benutzt die Krimikunst des "Locked Room", also eines verschlossenen Raums. Von der Grundidee her sorgt die Handlung wirklich für neugierig machende Spannung.


Allerdings ist sein Ermittler Morgan Sheppard durch seine Drogenprobleme nicht halb so überzeugend wie die historischen Figuren.
Morgan versucht gegen den zeitlichen Druck Klarheit über die anwesenden Figuren zu bekommen, zwischendurch taucht er in Rückblicken in seine eigene Vergangenheit ein und man erfährt vom zweifelhaften Ruhm dieses Promis. 

Die dargestellten Figuren sind grundverschieden, aber ohne große Tiefe gezeichnet, sie sind ziemlich austauschbar und blass und keine Person konnte mich näher fesseln. 
Insgesamt bekommt die Geschichte einen ziemlich konstruierten Anstrich und ich finde auch die Rückblenden, die zeitlich völlig ungeordnet erfolgen, nicht gerade hilfreich. Genaue Zeitangaben sind Orientierungspunkte, die man für die Aufklärung einfach benötigt.
Für mich ist der Anreiz des Miträtselns eigentlich das verlockende Ziel in solchen Büchern, hier wird man durch die Spurensuche in Sheppard's Vergangenheit aber hilflos allein gelassen und bekommt den Täter dann noch lange vor dem Ende präsentiert. 

Trotzdem hatte die Story eine Grundspannung, ich wollte sehen, ob jemand fliehen kann oder wie der Täter letztendlich entlarvt würde. 

Überzeugt hat mich der klare und situationsbeschreibende Schreibstil, einige Szenen sind zwar gewalttätig, aber doch recht unblutig gezeigt. Man ist betroffen vom Zeitdruck, von der Ausweglosigkeit der Lage der Gefangenen und deren Angst vor dem nahenden Ende, das sorgt hier für Interesse und Anteilnahme.


Dieser Thriller punktet mit der klassisch interessanten Grundidee des Locked Room. Es hätte aber noch besser und unheimlicher umgesetzt werden können. 



***Vielen Dank an Buecher.de für dieses Leseexemplar, das mir als Buchflüsterer zugeschickt wurde!***



Freitag, 12. Oktober 2018

Freitags-Füller # 107





Sonnenblumen mag ich sehr, sie bringen die Sonne auch im Herbst ins Haus. Wobei wir ja im Moment für Oktober herrliches Wetter haben und die Sonne uns wirklich verwöhnt und sogar die Rosen noch ein wenig blühen. Aber es musste beim Einkauf unbedingt eine Sonnenblume mit!

 


 

Immer wieder kommt ein neuer Freitag ... und damit der Freitagsfüller! 

 

Dies ist ein Projekt von Barbara von  Scrap-Impulse

Ein kleiner Lückentext zum Ausfüllen.

 

1. Mein altes Ich war als Kind, mein neues Ich ist als erwachsene Frau. 

 

2. Wenn man eine Familie gründet, muss man automatisch auch für die Kinder Verantwortung übernehmen.

 

3. Ja nun, ich sollte nicht ungesund essen und doch waren die Erdnussflips und der Aperol Spritz gestern total lecker und ich bereue nichts. :-)

 

4. Kleine Kinder wollen alles jetzt sofort.

 

5. Der große Unterschied zwischen Sommer und Herbst ist im Moment nur durch die bunt gefärbten Blätter erkennbar, ansonsten hat bei der Wärme hier sogar noch ein Freibad offen.

 

6. Der Anblick der herbstlichen knallbunten Laubbäume und letzten Blumen vor strahlendblauem Himmel ist so wunderschön und macht mich glücklich.

 

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf eine schöne Chorprobe vom Gospelchor, morgen habe ich den Besuch einer Feier von Freunden geplant und Sonntag möchte ich noch einige Bücher beenden und etwas leckeres kochen. 

 


Wie sehen eure Pläne für die nächsten Tage aus?  

Ich wünsche ein schönes Wochenende!

Eure Sommerlese 


Donnerstag, 11. Oktober 2018

Die Wanderhure und die Nonne - Iny Lorentz

Ein kurzweiliges Abenteuer von Marie und ihrer Tochter


Der siebte Band der Serie von Iny Lorentz ist der Roman "Die Wanderhure und die Nonne", der 2018 im Knaur Verlag erscheint.


Der neue Fürstbischof von Würzburg möchte Kibitzstein unter seine Herrschaft zwingen. Marie Adler geht deshalb ein Bündnis mit dem thüringischen Grafen Ernst von Herrenroda ein. Sie folgt seiner Einladung auf seine Burg und entgeht nur mit Mühe einem grauenhaften Überfall, bei dem alle Bewohner getötet werden. Neben Marie bleibt auch ihre Tochter Trudi unversehrt, ihre Begleitung, die Nonne Ignatia, wird jedoch schwer verletzt. Die Frauen können in unzugängliche Wälder fliehen. 
Dort werden sie von Räubern gefangen genommen, leider stehen diese mit dem Anführer des Überfalls in Verbindung. Marie ist zwischen die kämpferische Fehde zweier Thüringer Adelsgeschlechter geraten.




Auch im siebten Teil der Buchreihe muss die ehemalige Wanderhure Marie einige Abenteuer bestehen. Sie reist mit Tochter Trudi und der Nonne Ignatia auf die Burg des Grafen Ernst von Herrenroda und dieser Besuch wird ihnen fast zum tödlichen Verhängnis. Es kommt zu einem Überfall, bei dem ein Teil der Familie blutig abgeschlachtet wird, Ignatia wird schwer verletzt, doch Marie und Trudi kommen unverletzt davon und retten die Nonne vor ihrem sicheren Tod auf der Burg. Ihre Flucht führt sie in einen Wald, wo sie in die Hände von Waldräubern gelangen.

Währenddessen nutzt der Domherr Guntram von Ebrach die Gunst der Abwesenheit Maries und Michels, der in einen Krieg gezogen ist, und hat sich in Kibitzstein eingenistet.

Die Handlung dieses Romans ist von Kampfhandlungen durchzogen und die Gefährdung Maries und ihrer Tochter sorgt für abenteuerliche Spannung. Mehrfach entkommen sie ihren Häschern, werden gefangen genommen, können sich verstecken und bekommen rettende Hilfe.

Marie wird wieder viel abverlangt, ihr gelingt jedoch das scheinbar Unmögliche, sie hat heilende und chirurgische Fähigkeiten und auch ihre Tochter beweist Klugheit, Tatkraft und Mut. Diese Heldenfiguren wirken schon recht übertrieben, mich hat es jedoch nicht sehr gestört.
Ignatia ist zunächst eine fromme Betschwester, doch sie entwickelt sich im Laufe der Handlung zu einer Frau, die Männern durchaus zugeneigt ist.
Die Rolle der Frau ist im Mittelalter selbstverständlich dem Manne untertan und manchmal auch regelrecht Freiwild. Das zeigen einige Szenen überaus deutlich. 

Wie sehr Besitztümer, Ländereien, Städte und Burgen in dieser Zeit immer wieder Ziele von übergriffigen Machthabern wurden, wird in diesem Buch sehr klar. Friedliche Zusammenschlüsse wurden meistens durch Eheschliessungen erreicht, die dann den Besitz vergrößern sollten.

Eine Unstimmigkeit ist unbedingt erwähnenswert: In Teil 5 der Reihe sind die Kinder von Marie schon älter und sogar verheiratet, chronologisch passt hier also der Inhalt von Band 7 überhaupt nicht.


Dieser Roman ist wieder ein typischer Mittelalterroman, es wird gemordet, geraubt, geschändet und geplündert. Das mittelalterliche Bild wird hier stimmig umgesetzt und dank der Hauptfigur Marie endet auch dieser Band wieder für die Familie Adler im Guten.


***Herzlichen Dank an den Knaur Verlag für dieses Rezensionsexemplar!***